Tja, nach einem Monat intensiver Nasenpflege melde ich mich zurück. Es hätten auch ein paar Tage früher sein können, aber leider hatte ich mich Ralfesk verhalten, mit anderen Worten: ein Update zu viel. Dazu aber weiter unten mehr. Zuerst mal zurück zu den nasigen Erlebnissen. Die letzten Ereignisse forderten zu einer Fortsetzung des Geschehens geradezu heraus. Denn nachdem ich nach Hause durfte, hatte ich ja immer noch die Doyle Splints in der Nase. Ich habe auch ein Photo von den Dingern aber kein so schönes. Auf dem sie auch so riesig wirken, wie sie wirklich waren. Was dann eklig ist: cremen, cremen, cremen. Und die Creme setzt sich so gut in den Plastik-Dingern fest. Alle 2 Tage zum Aussaugen. Bis dann endlich: das Ziehen der Doyle-Splints! Und nach dem Aussaugen des Rests kam ein interessanter Effekt auf mich zu. Nachdem ich den Behandlungsraum verlassen hatte, kam ich an einer Metallwand vorbei, diese war ca. 10 Meter weit entfernt. Es roch, als würde ich einem Schweißer über die Schulter gucken. Heftig! Naja, dachte ich, die Sensoren dürfen zum ersten Mal seit langem wieder arbeiten, da machen sie sich natürlich frisch ans Werk. Ich schritt also über eine November-Laub-nasse Wiese und der Schimmelgeruch war so intensiv, daß ich noch dachte: heute mal kein Brötchen essen! Es keimte kurz etwas Hoffnung auf, daß in 5 Minuten ja alles vorbei sei, schließlich ist unsere Nase ja recht träge und gibt nach kurzer Zeit auf. Aber dem war nicht so. Gute 2 Stunden lang roch ich, was so ein Hund sein ganzes Leben lang ertragen muß. Und ich kann nur sagen: ein Hundeleben muß die Hölle sein!
Tja, es folgten natürlich trotzdem Nasen-Aussaug-Sessions, allerdings in größeren Abständen als bisher. Auch kam die Nasencreme nicht mehr zum Zuge, nun mußte ich die Nase feucht halten. Nasenduschen, Nasenspülung, Meerwassernasenspray. Man glaubt gar nicht, wieviel Zirkus man mit dem Zinken haben kann. Der Besuch beim Arzt wurde eine “Suche nach Krusten”, also der Schorf, der sich mit der Heilung bildet. Wird dieser zu fest, bricht er in großen Stücken ab und reißt schon wieder neugebildete Haut mit sich. Deswegen hält man die Nasenwände auch feucht, dann spült man den Schorf quasi weg, ohne daß er neue Verletzungen erzeugt. Hinzugekommen zu den ganzen Querelen war ein nerviger Hefegeschmack. Dieser kommt von einem Pilzbefall, der sich gerne auf den Krusten bildet, wie mein Doc das so nett ausdrückte. Und der würde mit den Schorfabheilungen auch verschwinden. Das stimmte tatsächlich, denn eines Tages schnaufte ich aus dem linken Nasenloch (man darf immer durch eins pusten, bei beiden zusammen ist nicht nur die Blutungsgefahr hoch, es ist auch extrem unangenehm) einen Mix aus Blut und grüner Popelmasse aus. Jaja, jetzt kommen wir wieder in die Niederungen des Leckerismus, Mjam! Fast so groß wie eine halbe Walnuß. Ich fragte mich schon gar nicht mehr, wie etwas so riesiges in meine Nase paßt, schließlich hatte ich ja auch ellenlange Tampons und die fetten Doyle Splints drin gehabt. Trotzdem sah das Bild so erschreckend aus, daß nichtmal ich ein Bild davon machen konnte/wollte (*würg*, alleine beim Gedanken wird mir schlecht). Aber: interessanterweise war ab jetzt der Hefegeschmack nur noch einseitig auf der rechten Seite zu bemerken. Es ist schon interessant, wie stark das Riechorgan unseren Geschmacksorganen reinquatscht. Die nächste Doc-Sitzung zeigte auch: ja links fast abgeheilt, neue Haut drauf. Rechts dagegen noch Schorf. Auch hier kam es letzte Woche zu einem kleinen Schnauferchen, welches einen leicht kleineren Gnubbel offenbarte, diesmal höchstens so groß wie meine Daumenkuppe. Aber mit diesem eklig anzusehenden Kleinod verschwand auch mein ungebetener Untermieter und seine Brauereiparties. Ernsthaft: dauernder Hefegeschmack ist wie Brauereibesuch!
Offiziell betrachte ich mich als geheilt, auch wenn es hin und wieder zu kleinen Blutungen kommt. Nasenduschen usw. muß ich nach wie vor. Der Härtetest kam dann vor kurzem bei einem Konzert der Skeptiker. Das SO36 ist sowieso völlig verraucht, aber ich hatte diese Band noch nie live gesehen und wollte mir das einfach mal antun. 3 Vorbands waren nicht nach Cymones Geschmack. Betontod: *gähn*! Die Arbeitslosen Bauarbeiter: Homer-Zitat (laaaangweilig!). Fußgas: war ok. Alles mehr oder weniger Proll-Punk, gut hätte man sich bei den Namen auch denken können. Aber da mußten wir durch und ab Fußgas ging es eigentlich auch. Die Skeptiker rockten das Haus, obwohl die Kids demonstrativ alle nach hinten verschwanden. Die alten Säcke rückten komischerweise nicht auf, was ganz gut war, so blieb es trotz Hauptact unstickiger als erwartet. Tja, die alten Songs gingen gut ab, wurden mitgesungen. Herr B. machte seine Sache gut, er flippte rum als wäre er knapp 20 (er ist ja nur leicht drüber
) aber seine Anheizungen mit den neuen Songs verpufften doch im Meer der Nicht-Mitsinger. Wir elenden Nostalgie-Fanatiker, wir. Andererseits: wer würde sonst zu so einem Konzert gehen? Es war jedenfalls “Der Hammer!”, um hier mal jemanden zu zitieren. Am Ende (2 Zugaben!) hatte sich Cymone schon in Richtung Klo verdrückt und ich rückte etwas weiter nach vorne auf. Da kam dann eine bizarre Situation auf mich zu. Vor mir tanzte so’n Typ und 2 Mädels saßen so neben uns und lachten sich über ihn scheckig. So schlimm sah’s nicht aus, aber hier war wohl auch ein gewisser Alterskontrast. Er fing an, zurückzupöbeln, wollte aber wohl keine Frauen schlagen und fing dann an, pogo-mäßig seinen linken Nachbarn anzurempeln. Der war natürlich sichtlich unentspannt. Ich habe mich dann verdrückt, schließlich wollte ich meine Nase auf keinen Fall in die Dinge anderer Leute stecken, vor allem, wenn sie dadurch Schaden nehmen konnte. Noch 2 Anekdoten zum Abend. Neben uns saß die ersten 3 Bands jemand am Rand und pennte. Durchgehend. Er wachte aber pünktlich zum Konzertbeginn der Skeptiker wieder auf. Im Nachhinein kann ich ihn gut verstehen. Hinter uns gab’s dagegen eine lustige Diskussion der Art: “Ey, habe letztens in dem Laden XY meinen Urenkel getroffen…” War wahrscheinlich leicht überspitzt, aber trotzdem schön gesagt. BTW, das nächste Alter-Sack-Konzert wird im Lido sein: Peter and the Test Tube Babies! Und der Nasenreport: meinem Zinken ging’s trotz der Scheiß Luft am Ende immer noch supi! D.h. auch beim Jinx-Man könnte man mal gucken gehen.
Die unschöne Seite des Lebens hatte ich oben schon angeschnitten. Achtung: wir kommen jetzt vom Ekel über den Dreckspunk zur Technik! Also die schönsten Seiten des Lebens! *grins*
Kaum verhalte ich mich Ralfesk, mache also Updates bei meinem VServer, fliegt mir das System um die Ohren. Nun ist ein gemieteter VServer schwierig zu handhaben. Bei den Billig-Systemen hat man keine Remote Console, man sieht also noch nichtmal, was einem da das Kartenhaus niederreißt. Der Support war auch nicht gerade superschnell, sie ließen mich knapp 5 Tage hängen. Klar, sie versuchten, zwischendurch zumindest ein paar Mal, das System wieder hochzuziehen. Beim absoluten Billigtarif habe ich vielleicht auch nicht so’n großes Druckmittel, ob ich nun woanders hingehe oder nicht, dürfte völlig egal sein. Trotzdem war es ärgerlich, wobei ich mich ehrlicherweise an die eigene Nase fassen muß. Ich fahre seit fast 5 Jahren ein Debian-System auf dem Rechner. Natürlich NICHT stable. Denn stable ist immer antik. Mit einem Debian stable ka
nn man eigentlich nichts anfangen. Und natürlich ist bei Providern, wenn schon Debian, dann nur stable supported. Tja, und ich hatte mich halt auf Testing hochgehangelt. Was 5 Jahre lang gut ging. Und nun riß mir ein Update die Füße weg. Laut meinem Provider hingen immer die Init-Skripte beim Booten. Das machte mich stutzig. Und siehe da: Debian macht es Ubuntu nach. Man bereitet Debian 6.0, die nächste stable Version vor, welche statt mit Sys5-Init mit Upstart daherkommt. Das heißt, es ist zur Zeit eine Art Mischbetrieb in Testing-Systemen. Und die Art System, die ich als VServer angemietet habe, kommt mit so einem Mix gar nicht klar, das Host-System braucht klare, eindeutige Init-Scripts, um dem Gast seine Umgebung präsentieren zu können. Auch die OS-Wahl auf Ubuntu ging schief. Denn ich bekam ein LTS 6.06 (Dapper Drake, Juni 2006!), praktisch NOCH antiker als Debian. Der Versuch, es zumindest auf die letzte LTS-Version 8.04 (April 2008!) zu ziehen, scheiterte genauso kläglich. Auch hier waren scheinbar schon Upstart-teile mit verbaut, die Init-Skripte hingen. Nun bin ich auf ein echtes XEN-System geschwenkt, ich bezahle mehr und mein Provider ist mir da auch kulanterweise entgegengekommen (Danke! Danke! Danke! *schleim*). Nun ist es ein LTS 8.04, aber ein neuerer Patchlevel, von Jaunty gar nicht so weit entfernt. Es geht wieder alles, aber es hat mich viel Zeit und Nerven gekostet. 5 Tage Voll-Auszeit, danach nochmal einen Tag aufgrund eigener Blödheit (jetzt habe ich schonmal eine Firewall und vergurke sie gleich am ersten Tag so sehr, daß ich mich aussperre, wat bin ich nur für ein Profi…). Unendliche Schmerzen. Mal sehen, ich gucke mich gerade auf dem VServer-Markt um. Ein dedizierter Server ist mir für mein Hobby zu teuer. Schön wäre ein VMware-basiertes System, aber die kosten mehr als ein dediziertes. Wobei ich als VMware-Admin (uffe Arbeit) schon sagen muß: Die anderen Virtualisierungen können da kaum mithalten. Alleine, was es alles für Beschränkungen gibt, welche Systeme mal hier und mal da nicht gehen. Bei VMware geht so gut wie alles, das ist schon sehr abgefahren. Aber leider eben auch zu teuer.
Und wenn wir schonmal auf VMware stoßen, selbst da hatten wir dieses Problem. Allerdings ist es wohl doch sehr Ubuntu/Debian-eigen. Uns ist heute ein Webmail-Server ausgestiegen. Aus heiterem Himmel. Jeder Versuch, die VM wieder anzubooten, schlug bei den Init-Skripten fehl. Oho! Sieht sehr stark nach dem Problem wie eben beschrieben aus. Ralf hatte noch einiges probiert, kam aber genausoweit wie ich: kein Durchbooten. Wir hatten natürlich immer wieder mittels Knoppix-ISO das System versucht zu verändern, aber es half alles nichts. Zum Testen machten wir natürlich immer ein chroot in die angehängte Platte des eigentlichen Servers. Bis Ralf dann irgendwann meinte: komm, versuchen wir es von ISO gemounted als vollwertiges System hochzuziehen. Verwegener Gedanke! Sowas Irres hätte ich wahrscheinlich nichtmal ausprobiert! Aber: es geht! Und hier die ultimative Anleitung:
Von ISO booten, Knoppix eignet sich recht gut. Die Partition des echten Systems einhängen:
mount /dev/sda1 /mnt
Nun noch /dev, /proc und /sys mit in den neuen mountpoint aufnehmen, das geschieht über die bind-Option von mount (schöner Trick!):
mount –bind /dev /mnt/dev
mount –bind /sys /mnt/sys
mount –bind /proc /mnt/proc
Nun noch mittels ifconfig das Netzwerk-Interface setzen, die Default-Route und dann ab ins nun vorbereitete System:
chroot /mnt
Startet man nun mit /etc/init.d/ssh den OpenSSH-Server kann man sich danach von außen in das gechrootete (oder gejailte? Was für eine Wortwahl…) System einloggen, vom ISO-Teil kriegt man so gar nichts mehr mit! Und alle anderen Dienste (apache2, usw.) liefen auch perfekt. Man könnte es fast eine eigene kleine DOM1 nennen, das Jail als Mini-Virtualisierung. Jedenfalls habe ich nun einen neuen Server aufgesetzt und wir kopieren den alten nun nach und nach da rein. Während die User weiter arbeiten können. Auf einem virtuellen System, welches von einer ISO-CD gestartet wurde, weil es nicht mehr bootete. Das klingt völlig irre, aber ich schwöre: es ist wahr!
Andererseits: nur die irrsten Dinge passen im Grunde in die Weihnachtszeit. Beobachtet mal das ganze Kaufgewusel. Irrer geht nicht. Mein Leben läuft also in ruhigeren Bahnen als ich selbst vermute. In dem Sinne: Happy Dingsda (IYFRFFD¹)!
1) Insert Your Favourite Religious Festival For Dingsda
Letzte Kommentare