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Artikel mit Tag ‘Konzert’

Das letzte Mal, daß ich Live-Bilder von den Pogues gesehen habe, war auf einem Fernsehschirm. Ich sage bewußt Fernsehschirm, weil das Wort LCD-TV oder gar LED-TV noch nicht annähernd am Horizont zu vermuten war. So lange ist das her. Die Bilder waren schräg. Shane MacGowan, der Sänger, zeigte seine schlechten Zähne fletschend beim Singen in die Kamera und in der ersten Reihe gröhlten die “Fans”: “You are sooo uglyyyy!” Mag sein, daß die Aussage vom ästethischen Standpunkt einem Wahrheitsgehalt > 0,9 entspricht. Nichtsdestotrotz wäre es nett von einem Fan, seinem Helden diese Wahrheit vorzuenthalten. Nunja, besoffenes Volk ist halt selten nett.

Die Pogues brachen auseinander, weil Shane seine Finger nicht vom Alkohol nehmen konnte

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Mono INC. rulez!

2010-02-04

Lange hatte ich mir Zeit gelassen, um die Fotos zu sortieren. Aus mehr als 500 sind nun knapp 20 übrig geblieben. Sie sind nämlich ein bißchen düster geworden. Kunststück: im Magnet ist sowieso schon wenig Licht und die drei Frontpersonen hielten sich von den Scheinwerferkegeln fern. Nur Katha, die Drummerin, die hatte ich immer gut in einem Spotlight erwischt. Mono INC. Januar 2010 im Magnet Club Hier jedenfalls die Gallery dazu. Nun, ich hatte ja schon beim letzten WGT kurz Mono INC. gesehen, aber leider nur 2 Lieder. Thilo fand sie natürlich Klasse. Nun kommen wir zu einem kleinen Dilemma. Ich bin ja eher so der Muffelkopp. Wenn irgendwo ein Glas halbleer ist, dann denke ich bereits dran, daß es umkippen und alles versickern könnte. Thilo dagegen erfreut sich an dem halben Glas und ist erwartungsfroh, es wird sich schon wieder füllen. Da sind wir total gegensätzlich. Auch wenn er in seinem Blog immer gegen Politik und sonstwas wettert: er ist ein Positivling und ich nunmal ein Negativling.

Er: “Was? Dieser formschöne Hammer? Nur 99 Euro? Ich kann es nicht glauben, ich muß mir an den Kopf fassen!”

Ich: “Der Goldbarren für 10 Euro? Hm, ich weiß nicht. Ich kann da einen Kratzer sehen. Nee, da handel ich auch nicht, das ist doch alles Scheiße.”

Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Erziehungsfrage ist oder angeboren. Jedenfalls ist es für mich häufig schwierig, zu entscheiden, wie die Lage ist, wenn El Schwabo ankommt und irgendetwas anpreist: “XYZ ist DER HAMMER!” Es ist ja nun nicht so, daß wir aus unterschiedlichen, kulturellen Welten kommen, sonst würden wir ja nicht so oft zusammen losziehen. Wir mögen ähnliche Musik, Klamotten, Leute, eben kulturell auf einer Linie. Aber die Nuancen: Er steht mehr auf Emily Autumn, ich mehr auf Manson. Nur mal, um eine krasse Linie aufzumachen: Bei mir muß es wummern. Das heißt, unsere Geschmäcker sind also durchaus leicht verschieden, aber natürlich haben wir trotzdem viele Schnittpunkte. Aber selbst dort: ich mag die Untoten recht gern, Thilo dagegen vergöttert die singende Stimmträgerin und ist ganz hin und weg. Das heißt, seine Begeisterungsfähigkeit ist nicht immer in meiner vollen Realität angesiedelt. Wenn er ein Konzert von den Untoten super findet, fand ich es gut, aber mehr auch nicht. Um auszurasten, brauche ich irgendwie mehr. Deswegen ist es für mich also schwer zu sagen, ob etwas für mich auch so toll ist, wie für ihn, nur weil er voll des Lobes daher kommt.

Bei Mono INC. hatte ich dagegen 2 Lieder in Leipzig mitbekommen und Thilo dudelte mir auch ein paar ihrer Stücke vor. Ja, sie waren gut, keine Frage. Aber wirklich so super, wie er sagte? Er hob diese Band auf ein sehr hohes Podest. Ich ließ mich breitschlagen und ging mit zum Konzert. Im Magnet-Club. Kleiner Laden, Mini-Bühne. Und da sollen 4 Leute raufpassen? Die Vorband war eher mäßig. Eine Quasi-Teenie-Grufti-Band. Sie hatten ein paar Lieder, aus denen man etwas hätte machen können, wären sie nicht so grauenvoll asynchron gewesen. Auch hier war Thilo wieder wohlgesonnen: “Sie sind halt noch jung und müssen noch üben.” Mag ja sein. Ich habe aber auch jüngere Bands gesehen, die es besser können. Manchmal reicht das Talent vielleicht doch nicht? Wahrscheinlich fühlt sich wieder jemand auf den Schlips getreten. Ich kann nur nochmal versichern: negative Kritik von mir hat nichts zu bedeuten. Sonne ist mir nie hell und warm genug, Regen nie naß und kalt genug.

Schließlich kamen Mono INC. und sie rockten das Haus! Wirklich! Der Laden war mittlerweile gerammelt voll und wir standen relativ weit vorne. Der Sänger Martin hatte eine Bühnenpräsenz, die ihresgleichen suchte. Und die Lieder: ich kannte nur eine Platte, also ein relativ geringes Repertoire. Trotzdem war JEDES Lied ein Knaller! JEDES! Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich jemals eine Band gesehen habe, bei der mir jedes Lied gefiel. Vielleicht die Sex Pistols? Noch nichtmal bei den Göttern Knorkator war ich dermaßen angetan von der Musik. Zwischendurch gab es immer wieder kleinere Intermezzos, The Voice Martin schwang sich mit Akustikgitarre nach vorne und trällerte alleine mit dem Publikum ohne Rest-Band oder Drummerin Katha machte vorne auf Stand-Drums ein Solo und und und. Es war großartig! Dieses Mal mußte ich in Thilos Lobpreisungen zu 100% einstimmen: diese Band ist jeden Cent wert! Und diese gemeinsame befürwortende Haltung auf einem solch hohen Zufriedenheits-Niveau zwischen El Schwabo und mir gibt es wirklich nicht oft! Am Schluß gab es noch eine Autogramm-Session, aber da war uns dann doch zu viel Andrang. Martin hatte von der Bühne runter erklärt, er will alle kennen lernen und mit allen ein Bier zusammen trinken. Das konnte ja nur im Gedränge enden. Wie auch immer: das war ein richtig geiler Abend! Danke Mono INC.! Ihr seid als Musik-Götter in meinen kleinen Olymp aufgestiegen!

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