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Archiv für die Kategorie ‘Seltsam’

Der Kampf mit dem Gallery2-Tool kostet mich ganz schön Nerven. Diverse Dinge wie Permalinks (nur so ist das eigentlich halbwegs merkbar) habe ich nur nach vielen Schmerzen hinbekommen und dabei hat man permanent das Gefühl, daß man diesem Tool Tür und Tor öffnet. PHP ist kein Kandidat, dem man einfach mal so vertrauen könnte. Aber: ohne wird es einfach zu krude, also werde ich versuchen, die Sicherheitsprobleme, die ich bisher nur vermute, auch anzugehen. Bis dahin gibt’s jetzt immer mal wieder spontan ein paar Bildchen, diesmal z.B. ein Album nur mit Hibiskus-Blumenbildern. Natürlich sind es größtenteils Macroshot HibiskusMacroshots (oder auch gleich die Fullsize-Version), aber auch die eine oder andere größere Aufnahme ist dabei. Klar croppe ich zur Sicherheit und haue auch nie die Full-Size raus, aber ich denke, 10-13 MegaPickel dürften doch für jeden ausreichend sein, oder? Jedenfalls sind einige der Bildchen in Fullsize fast ein bißchen heftig wie aus einer anderen Welt. Übrigens sind die nicht mit der gleichen Methodik aufgenommen. die 5XXXersind mit Zwischenringen und 18-250mm Sigma aufgenommen. Gutes Bokeh und knackige Schärfe bis zum letzten Punkt, dafür aber eben auch nicht so hochmakromäßig wie die 9XXXer. Diese sind mit 70-300mm Canon und einem Raynox 250er Adapter aufgenommen. Mehr Macro, aber auch mehr Unschärfe (deshalb auch kleiner: nur 10MPix statt 13, um euch alle zu täuschen, hähähäh!). Theoretisch hätte ich bei den Zwischenringen durchaus noch einen dazuhängen können, aber dann hätte ich keinen Autofokus mehr gehabt. Der fehlt mir bei dem Raynox komplett. Außerdem ist das Raynox dermaßen dunkel, daß ich auch mit Blitz keine kleinere Blende als F13 wählen konnte, während die Zwischenringe, sogar ohne Beugungsunschärfe bis F22 ihren Dienst taten. Inklusive Autofokus! Aber macht euch selbst ein Bild.

Dann muß ich noch die Begegnung der dritten Art loswerden: Ärger mit der Post. Das ist ja ein leidiges Thema. (weiterlesen…)

Boh, was für eine Mischung in der Titelzeile! Da leckt sich die Boulevardpresse sogar die Zehennägel für ab! Aber machen wir das Intro ein bißchen aufgelockerter…

Fefe lästert ja immer über den Spiegel und schimpft ihn “das ehemalige Nachrichtenmagazin”. Ich finde das nur bedingt fair, denn ziemlich viele Stories werden von dort angestoßen. Nicht immer zum Besten, aber mal ehrlich: welcher Verleger ist frei von Polemik (verkauft sich gut), Sensationsmache (verkauft sich halt besser) und Lobbyismus (ohne politischen Arm wird man zermalmt)? Insofern lasse ich mich nicht davon abhalten, hin und wieder den Spiegel Online zu lesen, denn verglichen mit Bild & Co. ist es ja schon fast echter Journalismus. Da man den sowieso nur bei kleinen Blogs erwarten kann (die dafür meistens aus dem Netz geklagt werden, wenn sie wirklich mal Insider-Infos veröffentlichen), ist das schon ok für so’ne große Bude.

Kommen wir deswegen mal zum ersten Aufmacher. Hier beschreibt der Spiegel sehr schön, wie man jetzt die Atom-Sicherheit noch ein bißchen aufweicht. Klar, nach heftigsten Problemen in Japan muß man das ja machen, um auf technisch gleiche Höhe herabzusteigen zu kommen. Aber mal ernsthaft: ist die Lobby hier komplett durchgeknallt? Ist das der Schritt zum beschleunigten Selbstmord einer Branche? Klingt fast wie die Erfindung von DRM für die Medien-Branche: “Selbst das Genick brechen für Dummies, mit anschaulichen Illustrationen!”
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Was für eine Woche! Zuerst die Wikileaks-Nummer: Die Medien ereifern sich über den Amateur-Verein, der interessanterweise mehr Material hat, als die ach so hoch-investigativen Journalisten. Die Politik ist erbost, schreit “Terror, Terror” und würde am liebsten das ganze Internet nicht mehr reinlassen. Erinnert mich immer an Honey, der Lindenberg nicht im Lampenladen auftreten lassen wollte. Tja, wenn große Diktatoren klein beigeben müssen, werden sich auch unsere Obrigkeitsvertreter mit Dreck bewerfen lassen müssen. Außerdem ist man die Bissigkeit ja von Titanic & Co. gewohnt, ich sehe also nicht, wo da das Problem sein sollte. Da waren ja nun nicht wirklich supergeheime Informationen dabei. Im Grunde eine Explosiv-Klatsch-und-Tratsch-Sendung der absoluten High-Society. Gut, hätte man sich vorher denken können, daß auch das nur Menschen sind, die die gleichen Fehler und Macken haben wie andere auch. Sah halt nur im TV immer schicker aus, war ja auch gut inszeniert. Diese Inszenierung fällt nun weg, was wirklich kein Verlust ist. “Runter vom Roß!” rufe ich den Politik-Verstümmlern zu, damit sie irgendwann vielleicht auch mal was im Sinne des Bürgers machen und nicht nur für spezielle Klientel.

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Der heiße Imbiß

2010-11-24

Im Netz kursieren ja die merkwürdigsten Dinge. Darunter natürlich auch merkwürdige Videos. Zum Beispiel dieses:

Natürlich ist es idiotisch, wenn einem schon die Luft fehlt, dann weiter an der Currywurst zu mampfen. Ich erwähne nur mal so nebenbei: 7 Millionen Scoville. Ich selbst esse gerne scharf, ziehe aber die Linie bei 100000 oder damit es deutlicher wird: 100k Scoville. Nicht 7000k. Es war nicht so ganz klar, wo sie da rumstanden, aber BuzzDee grenzte das Ganze ein und so kann ich auf den Imbiß schön hinweisen. (Jaja, jetzt auch mit StreetView!)

Heute war ich zufälligerweise in der dortigen Nähe dieses Imbisses. Natürlich mußte es jetzt sein. Tja, Schärfegrad 4 wäre meine Grenze gewesen (80k), aber ich wollte nicht übertreiben und nahm Nr. 3 (50k). Vor allem, weil ich die Soße mit den 80k selbst zu Hause habe, dann lieber mal was anderes probieren. Ich kann jedenfalls sagen: es war scharf, aber nicht höllisch. Es liegt daran, daß die Dame dort die Soße tropfenweise über die Wurst kleckert und dann verteilt sich das einfach zu gut. Wahrscheinlich wäre auch die 80k-Soße noch nicht so wild auf der Currywurst, muß ich mal selbst nochmal @Home testen. Doof nur: der nächste Schritt liegt dann bei 300k. Davon haben sie sogar eine selbstgemachte Soße mit 300k, Habaneros. Ich bin da noch etwas unentschlossen.

Natürlich gibt’s auch ‘ne Webseite von dem Imbiß namens ‘Curry & Chili’. Allerdings fehlt da die Auflistung der Chili-Soßen. In obigem Video sterben die Protagonisten fast den Chili-Tod bei 7 Mio Scoville. Am Imbiß gab’s aber einen Extrakt, der 11 Mio. auswies. Jedenfalls ist der Imbiß der momentan schärfste in Deutschland, der Wanderpokal steht auch da und nächstes Jahr ist wieder ein Wett-Essen im Rheinland. Und noch als letzte Info: Leute, die den Schärfegrad 10 (also die 7 Mio.) überleben, werden mit Foto verewigt und schauen von der Imbißbude auf die Weicheier wie mich herab, die nicht wissen, was wirklich scharf ist. Nichtsdestotrotz: Daumen hoch!

Aufmerksame Leser kennen ja die Rumeierei in der Küche, wie sie mir hin und wieder passiert. Als Kind war ich ja nicht so’n großer Ei-Fan, später dagegen drehte sich das Blatt. Doch die ei-igen Zufälle machten mich nachdenklich. Wie konnte es sein, daß in meiner Pfanne das Ei verrückt spielt? Nach einer gewissen Ei-Abstinenz wagte ich diverse Brutzeleien und immer war alles ok. Doch nun kam das Grauen! Ja, das GRAUEN!!!eins!elf! Es fing harmlos an:

Welches Ei paßt nicht zu den anderen?

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Wirre Gedanken

2010-09-14

Nach einer Irrfahrt durch automatische Ansagen, um einen Support-Fuzzi ans Rohr zu bekommen, hatte ich irre Wahnvorstellungen:

*Lalala la lala la laaaaa*

Der Cyberspace
unendliche Leitungen

Wir schreiben das Jahr 2110 und die Telebimm hat alle Raumschiffe fest im Griff.
Alle Raumschiffe? Nein, ein kleines Raumschiff hält den rosa Legionen stand.
Aber um dieses geht es hier nicht. Hier geht es um das Raumschiff V-DSL 2505,
welches im Gefecht mit den Alicianern Gefahr droht, geentert zu werden.
Der Kommandant der mit den Alicianern verbündeten Einundeinsonen, D’arcel
M-Avis, hat es geschafft, bis zu einer Steuereinheit vorzudringen. Er hebt den
Hörer ab.

“Selbstzerstörungssupport, guten Tag! Sie haben 1 Minute, um die Selbstzerstörung des Raumschiffs aufzuhalten. Sagen Sie: ‘pfrzlbmpwrfugi’, um die Sequenz abzubrechen!”

“Uh… ok. pfrzlbmpwrfugi!”

“Ich habe Sie nicht verstanden, wiederholen Sie bitte, Sie haben noch 40 Sekunden.”

“pfrzlbmpwrfugi! PFRZLBMPWRFUGI!”

“Ich habe Sie nicht verstanden, wiederholen Sie bitte! Sie haben noch 30 Sekunden. Übrigens: Dieses Gespräch wird aufgezeichnet, um den zukünftigen Support zu verbessern. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, sagen Sie bitte ‘Nein’! Sie können den Text auch mit der Tastatur eingeben.”

“Äh… Nein. pfrzlbmpwrfugi! PFRZLBMPWRFUGI! NEIN! VERDAMMT!”

M-Avis tippt hektisch auf der Tastatur. “Mist, vertippt!”

“Ich habe Sie nicht verstanden. Bitte wiederholen Sie, Sie haben noch 10 Sekunden!”

“Nein! Scheiße! SCHEISSE! PFRZLBMPWRFUGI!!!”

“Ich habe Sie leider immer noch nicht verstanden. Versuchen Sie es beim nächsten Mal doch mit der Tastatur! Leider ist die Zeit um, bitte haben Sie Verständnis dafür daß wir auch noch anderen Kunden helfen wollen. Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!”

*BUMM*

Das letzte Mal, daß ich Live-Bilder von den Pogues gesehen habe, war auf einem Fernsehschirm. Ich sage bewußt Fernsehschirm, weil das Wort LCD-TV oder gar LED-TV noch nicht annähernd am Horizont zu vermuten war. So lange ist das her. Die Bilder waren schräg. Shane MacGowan, der Sänger, zeigte seine schlechten Zähne fletschend beim Singen in die Kamera und in der ersten Reihe gröhlten die “Fans”: “You are sooo uglyyyy!” Mag sein, daß die Aussage vom ästethischen Standpunkt einem Wahrheitsgehalt > 0,9 entspricht. Nichtsdestotrotz wäre es nett von einem Fan, seinem Helden diese Wahrheit vorzuenthalten. Nunja, besoffenes Volk ist halt selten nett.

Die Pogues brachen auseinander, weil Shane seine Finger nicht vom Alkohol nehmen konnte

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Ich erinnere mich mit Unbehagen an den Zufall mit dem Ei und seiner merkwürdigen Form. Aber kaum stehe ich in der Küche, passiert es Eiereien im Haunted House schon wieder!

Meine Pfanne scheint verflucht! Kennt jemand einen guten Ei-Leser? Es ist wirklich dringend! Nein, keinen Ei-Laser…

Hülfä!

Neulich brate ich so vor mich hin ein Ei in der Pfanne. Kommt vor. Da passiert das Merkwürdige: Das Ei verformt sich! Von ganz selbst! Halleluja! Ein Zeichen! Ein Zeichen! Nun, voller Vorfreude kippte ich Ei-Kanone es auf einen Teller, wo ich mich schon ein bißchen über die Form wunderte. Ich brauche dringend sowas wie einen Ei-Leser, also jemand der schon vom Stadium des Kaffeesatzlesens fortgeschritten ist. Aber es ist ja Weihnachten und da ist man schon froh, wenn das Ei nicht blutet, irgendwelche anderen ominösen Wunder passieren oder man in Coca Cola ertrinkt.

Und da sind wir beim Thema. Oben genannte Firma ist sicherlich nicht die Netteste aller Firmen auf dieser Welt, es gibt immer mal wieder heftigste negative Schlagzeilen. Diese machen sie pünktlich zu Weihnachten mit ihren Coca-Trucks wieder wett. Ich selbst bin da klar betroffen. So sehr ich mich auch bemühe, Dinge zu meiden, die politisch, wirtschaftlich oder sonstwie untragbar sind: ich liebe diese schwarze Brause. Und im Gegensatz zu einem anderen Meckerkopp, welcher bei einem Heft namens Beef ein bißchen hin und her eierte (haha, eierte!), bleibe ich bei meiner Haltung. Zugegeben, ich hatte mal in dem Magazin geblättert und fand es sinnlos, hätte mir aber vorstellen können, daß es Liebhaber von Fleischzeitungen geben könnte, schließlich gibt’s auch Zeitungen für Briefmarkensammler. Aber von meiner Coca gehe ich nicht weg. Da kann sonstwer kommen. Pupsi (huch, vertippt?), Sinuscosinus oder welche Dunkelbrause auch immer. Und es ist mir scheißegal, ob die mit CIA, NSA oder KGB zusammenarbeiten und jeden Tag einen Mahatma Gandhi umlegen: ich kann nicht ohne Coca! Wahrscheinlich packen sie bis heute echtes Koka rein, sonst hätten sie das Zeug doch bestimmt lange umbenannt, oder?

Also, nachdem wir klargestellt haben, daß es bestimmte Dinge gibt, ohne die man nicht leben will (“Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?” – “Einen Lebensvorrat Coca Cola!”), sollte man diese von seinem Konsumverhalten ausklammern. Man kauft diese Dinge sowieso. Oder macht sie sowieso. Manche Leute wollen unbedingt Auto fahren, egal wie bergab es mit dem Klima geht. Ich rufe diesen Leuten zu: es ist ok, wenn ihr mal bei den Dingen etwas länger nachdenkt, die euch nicht so wichtig sind!

Beispiel:

Ihr kauft in einem Supermarkt irgendwas ein. Butter, Wurst, Konserven. Was auch immer. Meistens greift man doch relativ unbewußt nach den Dingen, die man immer kauft. Und genau das ist der Fehler. Bei den nebensächlichen Dingen könnte man nämlich etwas reißen. Und zwar in beide Richtungen. Ich kaufe z.B. gerne Arla-Butter, weil ich salzige Butter mag. Nehme aber auch andere, wenn andere da ist. Als sie von den islamischen Ländern boykottiert wurden, habe ich diese Butter jeder anderen salzigen vorgezogen, weil ich pro Meinungsfreiheit bin, egal wer irgendwo beleidigt wird. Ebenso meide ich Dinge, die mich werbetechnisch nerven. Z.B. geht mir die Mario-Barth-Werbung vom Mädchenmarkt auf den Sack, während die von Alice Cooper vom Planeten deutlich unterhaltsamer scheint. Klar ist das der gleiche Konzern, aber auch die merken, daß Dinge nicht stimmen, wenn beide das gleiche Zeug verticken, aber einer eben etwas weniger davon. Ebenso bei Waschmitteln: ich habe Persil noch nie angefaßt, weil die Werbung von denen schon immer völlig daneben war. Und eben nicht nur Werbung, es gibt natürlich die moralischen Ausschlußkriterien, nach denen ich keine Coca mehr kaufen sollte. Was ich natürlich angesichts einer meiner stärksten Vorlieben trotzdem tue. Aber auch der “kleine” Beschiß, z.B. beim Joghurt: ich will einen Kirsch-Joghurt. Der Anteil Kirschzubereitung steht überall drauf. Bei manchen Herstellern steht aber der echte Kirschanteil extra. Das finde ich eine deutlich bessere Information. Da sieht man nämlich, daß “Kirschzubereitung” inklusive süßer Soße meint und echte Kirschen meistens davon nur die Hälfte sind. Also bemühe ich mich, generell bei den Herstellern zu kaufen, die die Informationen genauer schreiben. Wohlgemerkt: ganze Produkt-Paletten von Herstellern sind dadurch gemeint!

Das sind alles kleine, filigrane Dinge und ja: der Einkauf gestaltet sich durch diese etwas bewußtere Haltung deutlich länger, man verliert Zeit. Aber wie sonst sollte ich den Hersteller bestimmter Produkte dazu bewegen, etwas für mich, den Kunden zu machen? Schlimm ist natürlich, wenn liebgewordene Produkte verschwinden. Z.B. gab es, um nochmal beim Kirsch-Joghurt-Beispiel zu bleiben, ein Produkt von Dr. Oetker namens Jobst. Klasse Produkt, superviel Frucht drin. Die Werbewanne von Froop (igitt, die mag ich gar nicht, da kann die Lütte noch so sehr vom MIXAAAA! nerven) scheint den Markt dermaßen überrolt zu haben, daß sich Dr. Oetker entschied, dieses Produkt aus seinem Sortiment zu werfen. Mails wurden leider nicht beantwortet (meistens bringen echte Briefe mehr, aber wer macht sich schon die Mühe?), aber trotzdem ist das dann die einzige Möglichkeit, hier nochmal auf das geliebte Produkt hinzuweisen. In manchen Fällen hilft es, wenn man Mitstreiter findet. Für mich erledigt sich dann meistens auch gleich der Rest der Produktpalette der entsprechenden Firma. Kann man dann irgendwann nochmal in eine Mail oder wie hier in ein Blog packen. Das ist alles aufwendig, aber wenn man bedenkt, wieviel Geld wir diesen Leuten in den Rachen werfen, dann haben wir Konsumenten auch etwas dafür zu bekommen.

Ich denke, daß in Bezug auf Klimawandel und vielen anderen Dingen, die falsch laufen, hier auch eine Menge machbar ist. Bewußter Kauf ist ein klares Signal in einer kapitalistischen Welt, der Kunde ist der König, er hat das Geld! Die TAZ hatte vor kurzem ein Titelblatt, welches dem Mädchenmarkt entsprechen sollte. Man wollte auf Billig vs. Umwelt hinweisen. Das ist ein grober Fehler! Wenn man Umweltkosten langfristig berechnet, dann bekommt man im Schnitt mehr raus, wenn man leicht höhere Anfangsinvestitionen hat. Das, was die Welt teuer macht, sind Kurzfristgedanken: Politiker, die nur bis zur nächsten Wahl denken, Manager, die sich im Halbjahrestakt die Klinke in die Hand drücken. Hier wird Geld verpulvert ohne Wirkung. Der Konsument könnte gegensteuern, würde er nur ein Quentchen mehr Mühe investieren. Es ist so dermaßen wenig, was zu tun wäre! Stichwort Auto: Ich werde meine alte Karre solange fahren, bis sie auseinanderfällt oder ein Tanksystem für Stromautos etabliert ist. Ist bis dahin kein Tanksystem für Stromautos am Horizont, werde ich mich bei Stattauto oder ähnlichen Diensten anmelden und nur noch bei Bedarf Auto fahren. Und nur so kommen wir aus den allgemeinen Abhängigkeiten des Öls raus. Es ist gut so, daß Saudi Arabien nach Finanzhilfen schreit, wenn keiner mehr deren Öl kauft! Man sollte sie ihnen natürlich nicht geben…

Auch wenn Weihnachten fast vorüber ist: alle, die noch dringend was einkaufen wollen, sollten der Wirtschaft die Konsumentenpistole (siehe Bild oben) auf die Brust drücken. Mit Demos ändern wir nix. Aber mit unserem Geldbeutel eine Menge. Auch wenn es beim Einzelnen wenig sein mag. Selbst bei Aldi habe ich oft eine Wahl, sogar die kleinen Entscheidungen treiben die Märkte in andere Richtungen. Und bei den heutigen Statistik-Methoden: was glaubt ihr, kriegen Konzerne, die ihre Mitarbeiter komplett überwachen, mit, wenn bestimmte Pro
duktpaletten nicht mehr gekauft werden? Natürlich kriegen die das mit! Insofern: Augen auf beim Weihnachtskauf! Und danach natürlich auch.

Ich denke, man sollte sich in Konsumenten-Foren zusammentun und beraten, wann was warum kauftechnisch zu boykottieren oder zu bevorzugen ist. Das dürfte der Weg der Zunkunft sein. Das ist dann vergleichbar mit der Hotelbewertung im Internet oder anderen Bewertungen. Es gibt schon Konsumenten-Foren wie z.B. Ciao.de, wo die Produkte aufgrund ihrer Qualität besprochen werden. Ich denke das reicht nicht, wir müssen auch über die Produzenten und die Herstellungs- und Produktwege reden. Damit müßte man doch ein bißchen Einfluß bekommen. To make the world a better place.

Man bezichtigt mich des öfteren, von der Norm abzuweichen. Ich kann dazu wenig sagen, ich selbst fühle mich relativ normal, außer wenn mein Bauch seine Last zu stark vorwölbt. Aber angesichts dieser groben Anschuldigung muß ich doch sagen, daß meine Wahrnehmung oft eine andere ist. Man mag mich exzentrisch nennen, aber rund um mich rum ist irgendwie immer das “Center of Freaks”. Was ich damit meine? Nun, gestern war so ein Tag, in dem irgendwie nur leicht bizarre Geschehnisse um mich rum passierten und zwar OHNE meine Beteiligung.

Ich ging zu meinem favorisierten Hühnchen-Mann, um dort, na was wohl, Grill-Huhn zu kaufen. Eine ewig lange Schlange zweier Personen tat sich auf. Ich war gewillt, angesichts der Aussicht auf ein vor Fett triefendes, leckeres Hühnchen der Wartezeit ins Auge zu sehen und stellte mich an.

Während des Vorgangs meines Anstellens bemerkte ich, wie sich Nummer eins der Schlange ebenfalls anstellte. Und zwar ziemlich. Es war ein älterer Herr, die oberen Haare blond gefärbt, aber irgendwie schlecht, denn rundrum war noch ein grauer Kranz zu sehen. Dafür war es aber glatt gefönt. Oder so gewachsen. Oder so gekauft. Wie auch immer, er tat ein bißchen schwuler und zeterte mit dem Hühnerverkäufer rum: “Der Salat ist immer zu kalt, kannst Du den nicht noch neben die Hühner stellen, damit er etwas wärmer wird?” Hm, ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob Grau-Blondie den Verkäufer duzte, aber passen würde es irgendwie. Der war sichtlich von der Rolle und versuchte, die diversen Spezialwünsche des Kunden zufriedenzustellen. Wer weiß, was vorher alles war, ich war froh, nicht alles mitbekommen zu haben. Die Dame, die vor mir stand, blieb erstaunlich gelassen dabei. Sie war etwas älter, Typ “Diva-Oma” und als sie rankam, sagte Sie: “Ich hätte gerne das dunkle Hähnchen da oben!” Sie zeigte auf die Mitte einer Reihe, aber irgendwie war ihr das auch nicht braun genug. Sie entschied sich für eins der Seitenhühner, aber der Verkäufer lehnte freundlich aber bestimmt ab, er könne nur Spieß für Spieß leer machen und nicht die halbfertigen Spieße von oben. Sie stellte zwar zurecht die Frage, ob es denn nicht sonst verbrennen würde, weil es wirklich schon recht dunkelbraun war. Aber der Verkäufer blieb dabei. Als er ihr ein Huhn einpackte, moserte sie die ganze Zeit rum, es sei zu hell (was es nicht war).

Als ich rankam, konnte ich natürlich nicht an mir halten und sagte: “Wenn sie das dunkelbraune da oben nicht will, nehme ich es.” Die Frau hatte mich zwar leider überhört aber der Verkäufer war so fassungslos, daß ich ihn beruhigen mußte: “Schon gut, war’n Scherz, ich nehme eins von den unteren, die sind alle dunkel genug.”

Die schönen Episoden schreibt doch das alltägliche Leben. Aber das war noch nicht alles. Bei dem Hühnerwagen gibt’s keine Pommes und ein Huhn ohne Pommes ist einfach nicht mundend! Jedenfalls geht es mir so. Ich brauche den Geschmack von Pommes UND Huhn im Mund (und zwar gleichzeitig, so viel wie gerade so eben in die Fresse paßt). Also latschte ich weiter zu unserem örtlichen Burger-Laden (dit jelbe Emm) und holte dort meine passende Sättigungsbeilage für das triefende Federvieh. Neben mir an der Kasse in der nächsten Reihe standen 2 ältere Damen, die eine hatte gerade aufgehört zu telefonieren und die Thekenfrau fragte: “Was soll’s denn sein?”

Unruhe überfiel die Frau vor der Kasse, sie drehte sich zu der anderen um und fragte: “Was wollen wir eigentlich?” Die sagte nur: “Na, die Wings.” Numero Uno drehte sich wieder um und bestellte: “Die Wings!” Die Dame hinter der Kasse sagte: “Das heißt bei uns Nuggets. Darf’s sonst noch was sein?” Nun fiel ihr doch wieder ein, wo sie war und was sie wollte und sie bestellte ein Wasser. “Wollen Sie vielleicht ein Menü?” Schweigen. “Das wäre mit Pommes.” Die Frau fast erbost: “Ja, natürlich will ich Pommes! Also ein Menü!” Aber es ging noch weiter: “Ein 6er oder ein 9er Nuggets?” Entnervt drehte sich No. 1 wieder um: “6 oder 9?” No. 2 war nun ebenfalls heftig genervt und blaffte: “Wat soll’s, 9!” Schließlich kam Nummer 2 dran und bestellte einen BigMac aber ohne Majonnaise und noch diversen Extrawünschen, ich verließ darauf das Etablissement und bekam dadurch nicht mehr die volle Auseinandersetzung mit. Und ich dachte immer, ich wäre pissy mit meinen Sonderwünschen.

Damit ist bewiesen: ich bin deutlich durchschnittlicher als so manch anderer. Allerdings könnte man auch sagen: Dit is Berlin, wa’?

Von pissy zu zickig ist ja kein weiter Weg, deswegen führen wir hier einen gar nicht so entfernten Themenwechsel ein. Denn es gibt einen neuen TV-Sender im TV-Kabel: Timm. FAB mußte weichen, was kein Verlust ist. Cymone liebt Timm, denn es ist ein Schwulensender und sie meint, sie hätte sowieso einen schwulen Geschmack. Kunststück als Frau. Mir bringt der Sender nicht viel. Sendungen, in denen die “heißeste Drag-Queen” gesucht werden, sind für mich als Hetero relativ unspannend, haben aber wenigstens noch einen gewissen unterhaltsamen Faktor. Nachts kommen obligatorische Sex-Filmchen, in denen es Männer miteinander treiben, ebenfalls unspannend. Ich meine, mir persönlich ist es egal, wer mit wem warum ins Bett steigt und es tut mir auch nicht weh, im TV sich küssende Männer zu sehen, es ist halt nur vergleichbar mit: Aquarium als Testbild. Kann ich gut bei einschlafen.

Aber: ich breche hier trotzdem ein paar Lanzen für diesen Sender, weil er anders ist. Ich bin nicht die Zielgruppe, deswegen darf er für mich eingentlich so öde sein wie er will. Trotzdem fand auch ich etwas erfrischendes, was mich wach hielt: die Nachrichten. Die News auf Timm sind wahrlich anders. Natürlich geht es um Homo-Themen, aber schon mit sehr politischer Sichtweise. Und interessanterweise verbarrikadiert man sich nicht in seiner eigenen Welt, es geht generell um Toleranz. Einmal gab es eine Meldung, bei der ein Hetero-Mann in Neuseeland aus einer Kneipe rausgeflogen ist, weil er dem Betreiber zu schwul aussah. Hätte ich auch als Frechheit empfunden. Dieser Mann tat mehr, er ging als Hetero zum Gleichstellungsbeauftragten der Schwulen und schwärzte den Laden an, da gab es richtig Ärger für den Betreiber.

Und auch, wenn die meisten dieser Nachrichten mich nicht betreffen, so finde ich es wichtig, zwischen dem einheitlichen Genudel unserer Medien (ARD: “Der Papst hat gehustet!” ZDF: “Der Papst hat geröchelt” RTL: “Papst gleichauf mit Grippekranken!” Sat1: “Papst bald krank”) mal andere Nachrichten zu sehen. Im Internet ist es ja schon lange so, daß man durch die Blogs geht und deutlich andere Dinge wahrnimmt, als Spiegel & Co. berichten. Schön, wenn es endlich TV-Sender gibt, die wirklich mal was anders machen. Denn meistens treten sie mit der Werbung an: “Bei uns alles anders!” (Dieser Satz kein Verb) Und dann ist es doch nur das gleiche Geblubber.

Aber: Die News sind immer noch nicht alles. In einer Vorschau sahen wir die Werbung zu einer Serie: Gay Army. Ein Drill Instructor der US Army soll aus 9 schwulen Männern (3 Dänen, 3 Schweden, 3 Norweger) echte Soldaten machen. In der Vorschau war es deutlich lustiger als in echt, weil der Kontrast der 9 Probanden zu dem schreienden Drillboy nicht größer ausfallen konnte. Leider schreit der Typ während der Veranstaltung nicht genug rum, er schont sie gewissermaßen. Schade eigentlich, hätte man auch lustiger hinkriegen können. Z.B. wie bei anderen Mitmachshows: wer als letzter durchhält, kriegt einen Preis, oder so, mit Zuschauervoting. Angesichts meiner eigenen Weicheirigkeit sah ich mich in manchen der Typen wieder, während sie das Klo putzen mußten oder so, da bekommt die Show tatsächlich einen Mitlights-Faktor. Oder um es anders auszudrücken: es ist irgendwie alles drin. Nur leider ist es als Comedy aufgemacht, also wohl nix richtig echt, deswegen verliert das Ganze dann doch ein bißchen. Aber nehmen wir mal an, es wäre ernster gemeint, dann könnten die Weicheier, die mehr Hang zu Lipgloss und Haarlack haben, mal die andere Seite des Lebens kennen lernen. Das ist doch sicherlich eine Erfahrung, die man nicht missen möchte, oder? In der Show gibt’s nur einen, der total aus der Reihe tanzt, die anderen bemühen sich. Und wenn man die Samthandschuhe des Drill-Instructors so sieht und daß sie trotzdem mitmachen, so kann ich nur sagen: Hut ab! Wer es schafft, fast alle diese Jungs zum durch den Schlamm kriechen (Zitat: “Meine Frisur!”) zu kriegen, dürfte jedem etwas beibringen können, nämlich den inneren Schweinehund zu besiegen. Vielleicht könnte man aus Gay-Army-Troops sogar eine echte Elite-Truppe machen? Ich meine, welcher Feind flüchtet nicht schreiend, wenn er weiß, daß diese Marines ihn nicht nur töten würden, sondern auch noch vorher ficken? Wäre mal ‘ne interessante Kriegstaktik gegen religiöse Gotteskrieger.

Aber bevor ich in das Klischee “kein Taliban kann je wieder sitzen” oder irgendwelche Seifen-Bück-Witze abdrifte und damit nahezu Null-Niveau erreiche, beende ich das lieber hier. Obwohl ich die falsche Zielgruppe bin, rufe ich Timm zu: weiter so! Besonders die News!

Kurzer Nachtrag: Hermes Phettberg wurde interviewt! Und war lustig wie eh und je! Klasse!

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