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Archiv für die Kategorie ‘Mediales’

Das Hobby No. 1 bleibt die Fotografie für mich zur Zeit. Ich mache schon recht viel in dem Umfeld, pappe aber nicht mehr ganz so viel raus wie früher. Zeitmangel und akute Faulheitsanfälle (ich gebe nur sauber editiertes Zeug raus, gecroppt, mit Logo, Exif-Daten angepaßt usw.) verhindern das so manches Mal. Doch dann kommen die Begegnungen der 3. Art. Das Schloßstraßen-Management von Berlin-Steglitz wollte eins meiner Bilder haben, nämlich dieses:

Schloßstraßen-HDR von 2010

Der Kontakt kam merkwürdigerweise über die Kommentar-Funktion des Blogs zustande. Vielleicht sollte ich nochmal sagen: Mails an u w p AT d i c k e – a e r s c h e . d e kommen wirklich an! (Die Leerzeichen dazwischen weg und das @-Symbol für “AT”) Wie auch immer, wir wurden uns schnell einig und ich gab eine Bild-Lizenz mit der Bedingung: das Logo unten links muß zu sehen sein, darf nicht übertüncht oder weggeschnitten werden. In einem Zeitungsbeitrag (Seite 7) ist es auch ordentlich erschienen, aber im Werbeplakat sieht es so aus:

Plakat zur langen Nacht der Schloßstraße 2011

(Sorry für die miese Qualität, das Plakat hing hinter Glas, es war nacht und ich hatte nur mein Handy mit). Genauer kann man es hier sehen. Ärgerlich, natürlich wurde das Foto rausgezoomt und das Logo weggeschnitten. Nun hätte man viel Wind darum machen können, ich nehme mal an, daß es nicht absichtlich passiert ist. Anwälte würden jetzt schon gierig mit den Füßen stampfen, aber ich sehe das etwas gelassener. Die Plakat-Kampagne ist fast nicht sichtbar, warum auch immer, vielleicht war die Zeit zu kurz. Es ist nur schade, weil ich mir Werbung für meine Bilder erhofft hatte (die haben mein Bild schließlich zu einem Schnäppchenpreis bekommen). Naja, wir werden sehen. Ich werde mir die beworbene Veranstaltung am Samstag (19.11.2011, um es nochmal genau zu erwähnen) mal ansehen, vielleicht hängen da ja ein paar Plakate…

Aber wo wir schon bei Bildern sind, hier noch ein paar:

Schiffs-HDR, Fuerteventura 2011Spidy, Fuerteventura 2011Grashüpper, Fuerteventura 2011Flughummel, Fuerteventura 2011

Letztere 3 kriegt man auch in einer neuen, eigenen Gallery, ich habe da mal ein paar Insekten unseres letzten Fuerteventura-Urlaubs (siehe auch letzter Blogeintrag)abgeworfen. Größtenteils sind es bisher die Hummeln, aber ich habe auch noch ein paar Spinnenbilder, mal sehen, wann ich dafür Zeit habe.

Dann hatte Sven von Death Valentine rumgenörgelt, daß die Bilder vom letzten Gig im August nirgends auftauchen. Nun tun sie’s:

Gallery Death Valentine, 2011, Café Tonart, Berlin

Auch in einer eigenen Sub-Gallery. BTW, die Bilder von Meikel, auf denen seine Haare fliegen: ein Stand-Ventilator war von unten direkt auf ihn gerichtet, aber das sah so geil aus, da mußte ich einfach mehr Bilder von machen und die auch alle raushauen!

So, ich hoffe, das genügt für’s erste. Uff. Einen Blog-Eintrag pro Monat! Mir schmerzt die Hand! :)

Boh, was für eine Mischung in der Titelzeile! Da leckt sich die Boulevardpresse sogar die Zehennägel für ab! Aber machen wir das Intro ein bißchen aufgelockerter…

Fefe lästert ja immer über den Spiegel und schimpft ihn “das ehemalige Nachrichtenmagazin”. Ich finde das nur bedingt fair, denn ziemlich viele Stories werden von dort angestoßen. Nicht immer zum Besten, aber mal ehrlich: welcher Verleger ist frei von Polemik (verkauft sich gut), Sensationsmache (verkauft sich halt besser) und Lobbyismus (ohne politischen Arm wird man zermalmt)? Insofern lasse ich mich nicht davon abhalten, hin und wieder den Spiegel Online zu lesen, denn verglichen mit Bild & Co. ist es ja schon fast echter Journalismus. Da man den sowieso nur bei kleinen Blogs erwarten kann (die dafür meistens aus dem Netz geklagt werden, wenn sie wirklich mal Insider-Infos veröffentlichen), ist das schon ok für so’ne große Bude.

Kommen wir deswegen mal zum ersten Aufmacher. Hier beschreibt der Spiegel sehr schön, wie man jetzt die Atom-Sicherheit noch ein bißchen aufweicht. Klar, nach heftigsten Problemen in Japan muß man das ja machen, um auf technisch gleiche Höhe herabzusteigen zu kommen. Aber mal ernsthaft: ist die Lobby hier komplett durchgeknallt? Ist das der Schritt zum beschleunigten Selbstmord einer Branche? Klingt fast wie die Erfindung von DRM für die Medien-Branche: “Selbst das Genick brechen für Dummies, mit anschaulichen Illustrationen!”
(weiterlesen…)

Das Zwischennetz wird auch in Zeiten höherer Bandbreiten als lahm bezeichnet und so versuchen Provider, sich gegenseitig durch Supi-Speed-Raten auszustechen. Bisher hatte ich das Telekom-Paket “Call and Surf Comfort Plus”, oder auch kurz 16 MBit download und 1 MBit Upload. Der Download war eigentlich für so gut wie alles ausreichend, sogar zum HD-Video gucken. Insofern ist das nicht der Grund, auf höhere Datenraten umzuschwenken, vor allem, wo Dutzende Server in der weiten Welt eine schlechtere Anbindung haben. Was bedeutet, daß die Leitung sich tatsächlich hin und wieder langweilt. Trotzdem habe ich auf VDSL geschielt. Denn hier erhöht sich nicht nur die Download-Bandbreite. Nein, vor allem die Upload-Rate geht drastisch hoch. Eigentlich wäre das Paket 50/10 (50 MBit Download und 10 MBit Upload) schön gewesen. Dumm nur: das geht zur Zeit nicht, weil hier alle 50/10-Ports voll sind. Also blieb nur der nächstkleinere Anschluß: 25/5. Und 5 MBit sind schon eine feine Sache. Früher hätte ich mich gefreut, so viel an Download-Bandbreite zu bekommen. Und nun also schon als Upload.

Aber ein Technologiewechsel ist ja nicht ohne. Man guckt erstmal, was da die Limits sind, die (weiterlesen…)

Das letzte Mal, daß ich Live-Bilder von den Pogues gesehen habe, war auf einem Fernsehschirm. Ich sage bewußt Fernsehschirm, weil das Wort LCD-TV oder gar LED-TV noch nicht annähernd am Horizont zu vermuten war. So lange ist das her. Die Bilder waren schräg. Shane MacGowan, der Sänger, zeigte seine schlechten Zähne fletschend beim Singen in die Kamera und in der ersten Reihe gröhlten die “Fans”: “You are sooo uglyyyy!” Mag sein, daß die Aussage vom ästethischen Standpunkt einem Wahrheitsgehalt > 0,9 entspricht. Nichtsdestotrotz wäre es nett von einem Fan, seinem Helden diese Wahrheit vorzuenthalten. Nunja, besoffenes Volk ist halt selten nett.

Die Pogues brachen auseinander, weil Shane seine Finger nicht vom Alkohol nehmen konnte

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Oder auch Intermezzo genannt. Ich habe es schon wieder getan! GeDuRöhrt! Ich pöser Pursche, ich! *selbstgeißel*

Aber damit sich andere mitgeißeln können, hier mal wieder ein Video (ich empfehle unbedingt die Ansicht als HD-Video!):



Dieses liebe Tierchen im Film war auf Fuerteventura zu bestaunen. Ich hatte es auch schonmal als Foto gezeigt. Da ich damals ja meine Canon Bridge mithatte, die auch HD aufnimmt, hatte ich noch ein paar Videos mit der Spinne gemacht. Und nun, da sich kdenlive und lmms endlich auch für richtig gute Produktionen eignen, dachte ich mir, da probiere ich doch einfach mal die Kombination dazu aus. Klar, Audacity war auch mit dabei. Aber es war deutlich leichter als vor 2-3 Jahren und damit auch viel schneller, ein Video vernünftig aufzubereiten. Und da soll nochmal einer sagen, mit Linux ginge das nicht…

YouTube hat es schon im HD-Format vorliegen und diesmal gibt’s an der Qualität auch wenig zu nörgeln, das könnte daran liegen, daß ich diesmal in 25K MP4 codiert habe, das Höchste, was der Render von kdenlive hergibt. Klar, ohne den Raynox 150 Makro-Vorsatz wären solche Aufnahmen nicht möglich gewesen, aber trotzdem ist die Komprimierungs-Art und -Größe bei Videos nicht unwichtig. Ich bitte auch zu entschuldigen, daß der Clip nicht so ruhmreich fix ist, im Grunde konnte ich froh sein, daß sie sich nicht so heftig bewegt, denn schon minimale Bewegungen der Spinne beförderten sie nicht nur aus dem Fokus, sondern gar gleich aus dem Bild. Der Clip ist CC, wie immer (Creative Commons, Non-Commercial, Namensnennung!), aber der Sound ist komplett frei, da kann man also rumsampeln, falls das wer will. Habe auch noch die Original-Loop, falls da Nachfrage besteht.

Und für alle, die meinen, so ein Insekt in der Größe (Original war gerade mal etwas mehr als ein Daumennagel, also nix mit Vogelspinne oder so…) wäre zu martialisch als Video, denen empfehle ich die Seiten der Deutschen Welle auf klingonisch. Und da halten manche dieses Blog für bizarr…

Zur Zeit ist hier sowas wie Land unter. Einerseits muß ich noch einen Artikel für eine Linux-Zeitschrift schreiben, andererseits kommen zur Zeit Insekten auf mich zu, da kann man nur von träumen. Insofern bin ich also zwischen 2 Tätigkeiten in meiner Freizeit etwas hin und hergerissen. Nichtsdestotrotz muß Schönes gezeigt werden, also raus damit:

Zu den Tierchen ist zu sagen: das erste sieht nach einer Kreuzung zwischen Bremse und Fliege aus. Der Vergleich mit dem 10-Euro-Cent-Stück zeigt, daß es durchaus die Länge einer Standard-Fliege toppt, wogegen der Körper doch recht schmal ist. Das Tierchen war übrigens tot, es hing auf der Arbeit in einem Vorhang fest, ich nehme an, es ist verhungert oder so.

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Nur Informatives!

2010-07-20

Zuerst mal die wirklich informative Seite. Nachdem ich von der öligen Zukunft geschrieben hatte, riefen mir viele ins Gesicht: ach was, kann ja gar nicht sein! Du liest die falschen Blogs, Du bist ein Spinner unter anderen Spinnern und überhaupt, sowas würde ja nie passieren! Nun sind auch die Standard-Medien auf den Zug aufgesprungen und berichten über Öllecks, die nicht unbedingt dicht neben dem Hauptproblem sind (3km Entfernung ist nicht gerade benachbart). Natürlich wurde sofort danach wieder beschwichtigt, alles nicht so wild usw. Ich denke mal, die spielen das auf und ab Spiel so lange mit den Medien, bis es niemanden mehr interessiert. Eine gute Ausgewogenheit zwischen Dauerfeuer von guten und schlechten Nachrichten stumpft den interessierten Bürger ab. Insofern klingt das eher danach, als wenn das Abschreiben des Atlantiks schon beschlossene Sache ist. Cool finde ich, daß die Daten ja da sind (bzw. immer wieder durchsickern) und man so sehr gut die Tatktik von Politik und BP studieren kann. Man wird so offen verarscht wie selten, da wird so mancher Politik-Uni-Absolvent seine Freude dran haben.

Aber gut, wir müssen ja auch nicht alles wissen, nicht wahr? Manchmal ist es besser, weniger zu wissen, in Rußland ist es quasi eine Tugend, die einem das Leben verlängert. Meins verlängere ich ja konsequent durch Fahrrad fahren:


 


 

BTW, das eigentliche Video ist Full HD, also 1920×1080, will sagen 1080p und nicht 720p wie bei DuRöhre. Ich würde es ja hier zur Verfügung stellen, aber es hat knapp 550 MB und dafür hätte ich gerne irgendwo vernünftigen Filespace vorher. Hm, vielleicht werfe ich es auf die Dropbox, mal gucken. Dropbox ist meistens etwas lahm…

Update: Ärsche auf mein Haupt, bei den Röhrenmachern ist nun auch tatsächlich die 1080p-Version da. Ick staune! Wie auch immer, sie ist etwas runtergerechnet, meine eigene ist da wohl noch etwas fetter und besser. Aber man soll ja auch mal gute Entwicklungen loben und 1080p bei YouTube ist doch mittlerweile weit weg vom normalen Gepixel dort…

…verschwinden einfach so von meiner Seite, weil da jemand blöd rumgelöscht hat. Wenn ich den erwische, zwicke ich ihn heftig! *Aua*

Aber Herr Doktor, wir konnten den Arm des Videos retten:

Mono INC. rulez!

2010-02-04

Lange hatte ich mir Zeit gelassen, um die Fotos zu sortieren. Aus mehr als 500 sind nun knapp 20 übrig geblieben. Sie sind nämlich ein bißchen düster geworden. Kunststück: im Magnet ist sowieso schon wenig Licht und die drei Frontpersonen hielten sich von den Scheinwerferkegeln fern. Nur Katha, die Drummerin, die hatte ich immer gut in einem Spotlight erwischt. Mono INC. Januar 2010 im Magnet Club Hier jedenfalls die Gallery dazu. Nun, ich hatte ja schon beim letzten WGT kurz Mono INC. gesehen, aber leider nur 2 Lieder. Thilo fand sie natürlich Klasse. Nun kommen wir zu einem kleinen Dilemma. Ich bin ja eher so der Muffelkopp. Wenn irgendwo ein Glas halbleer ist, dann denke ich bereits dran, daß es umkippen und alles versickern könnte. Thilo dagegen erfreut sich an dem halben Glas und ist erwartungsfroh, es wird sich schon wieder füllen. Da sind wir total gegensätzlich. Auch wenn er in seinem Blog immer gegen Politik und sonstwas wettert: er ist ein Positivling und ich nunmal ein Negativling.

Er: “Was? Dieser formschöne Hammer? Nur 99 Euro? Ich kann es nicht glauben, ich muß mir an den Kopf fassen!”

Ich: “Der Goldbarren für 10 Euro? Hm, ich weiß nicht. Ich kann da einen Kratzer sehen. Nee, da handel ich auch nicht, das ist doch alles Scheiße.”

Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Erziehungsfrage ist oder angeboren. Jedenfalls ist es für mich häufig schwierig, zu entscheiden, wie die Lage ist, wenn El Schwabo ankommt und irgendetwas anpreist: “XYZ ist DER HAMMER!” Es ist ja nun nicht so, daß wir aus unterschiedlichen, kulturellen Welten kommen, sonst würden wir ja nicht so oft zusammen losziehen. Wir mögen ähnliche Musik, Klamotten, Leute, eben kulturell auf einer Linie. Aber die Nuancen: Er steht mehr auf Emily Autumn, ich mehr auf Manson. Nur mal, um eine krasse Linie aufzumachen: Bei mir muß es wummern. Das heißt, unsere Geschmäcker sind also durchaus leicht verschieden, aber natürlich haben wir trotzdem viele Schnittpunkte. Aber selbst dort: ich mag die Untoten recht gern, Thilo dagegen vergöttert die singende Stimmträgerin und ist ganz hin und weg. Das heißt, seine Begeisterungsfähigkeit ist nicht immer in meiner vollen Realität angesiedelt. Wenn er ein Konzert von den Untoten super findet, fand ich es gut, aber mehr auch nicht. Um auszurasten, brauche ich irgendwie mehr. Deswegen ist es für mich also schwer zu sagen, ob etwas für mich auch so toll ist, wie für ihn, nur weil er voll des Lobes daher kommt.

Bei Mono INC. hatte ich dagegen 2 Lieder in Leipzig mitbekommen und Thilo dudelte mir auch ein paar ihrer Stücke vor. Ja, sie waren gut, keine Frage. Aber wirklich so super, wie er sagte? Er hob diese Band auf ein sehr hohes Podest. Ich ließ mich breitschlagen und ging mit zum Konzert. Im Magnet-Club. Kleiner Laden, Mini-Bühne. Und da sollen 4 Leute raufpassen? Die Vorband war eher mäßig. Eine Quasi-Teenie-Grufti-Band. Sie hatten ein paar Lieder, aus denen man etwas hätte machen können, wären sie nicht so grauenvoll asynchron gewesen. Auch hier war Thilo wieder wohlgesonnen: “Sie sind halt noch jung und müssen noch üben.” Mag ja sein. Ich habe aber auch jüngere Bands gesehen, die es besser können. Manchmal reicht das Talent vielleicht doch nicht? Wahrscheinlich fühlt sich wieder jemand auf den Schlips getreten. Ich kann nur nochmal versichern: negative Kritik von mir hat nichts zu bedeuten. Sonne ist mir nie hell und warm genug, Regen nie naß und kalt genug.

Schließlich kamen Mono INC. und sie rockten das Haus! Wirklich! Der Laden war mittlerweile gerammelt voll und wir standen relativ weit vorne. Der Sänger Martin hatte eine Bühnenpräsenz, die ihresgleichen suchte. Und die Lieder: ich kannte nur eine Platte, also ein relativ geringes Repertoire. Trotzdem war JEDES Lied ein Knaller! JEDES! Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich jemals eine Band gesehen habe, bei der mir jedes Lied gefiel. Vielleicht die Sex Pistols? Noch nichtmal bei den Göttern Knorkator war ich dermaßen angetan von der Musik. Zwischendurch gab es immer wieder kleinere Intermezzos, The Voice Martin schwang sich mit Akustikgitarre nach vorne und trällerte alleine mit dem Publikum ohne Rest-Band oder Drummerin Katha machte vorne auf Stand-Drums ein Solo und und und. Es war großartig! Dieses Mal mußte ich in Thilos Lobpreisungen zu 100% einstimmen: diese Band ist jeden Cent wert! Und diese gemeinsame befürwortende Haltung auf einem solch hohen Zufriedenheits-Niveau zwischen El Schwabo und mir gibt es wirklich nicht oft! Am Schluß gab es noch eine Autogramm-Session, aber da war uns dann doch zu viel Andrang. Martin hatte von der Bühne runter erklärt, er will alle kennen lernen und mit allen ein Bier zusammen trinken. Das konnte ja nur im Gedränge enden. Wie auch immer: das war ein richtig geiler Abend! Danke Mono INC.! Ihr seid als Musik-Götter in meinen kleinen Olymp aufgestiegen!

Damit ist nicht gemeint: “Hallo, kann man hier Filme kaufen?” Sondern ich meine schon die Branche, die hier arme Photonen auf Zelluloid einsperrt. Was ja irgendwie trotz Digitalisierung immer noch passiert. Cymone und ich stehen dem deutschen Film ein klein wenig kritisch gegenüber. Meistens sind deutsche Filme oder Serien grau, einfallslos, humorlos, steif, zusammengekürzt, langweilig, dümmlich und oft mit immer den gleichen Schauspielern zusammengetackert. Wir vermuteten bisher vor allem den letzten Umstand als Grund für das klägliche Befinden des hiesigen Film und Fernsehbusinesses. Obwohl es natürlich Ausnahmen gibt. Manchmal kann man sogar Tatort gucken, aber das ist dermaßen selten, ca. alle 10 Jahre einer, das lassen wir mal außen vor. Es gibt Produktionen wie “Lola rennt”, da ist eine schöne Idee gut dargestellt, auch wenn man nicht drüber nachdenken sollte, wo die Frau in kurzer Zeit so vorbei läuft. Ebenso z.B. “Das Experiment”, das ist ein wunderbares Stück deutscher Film. Es gibt sicherlich auch noch andere, aber die Seltenheit solcher Schmuckstücke läßt sich hierzulande nicht abstreiten

Ganz furchtbar wird’s, wenn man an Serien denkt. GZSZ ist ja sowieso nur für eine hirntote Masse gemacht, ebenso die anderen Billig-Produktionen. Aber schon bei deutschen Krimiserien wie z.B. bei “Im Namen des Gesetzes” merkt man schnell: hier fehlt etwas, was im Original “Law and Order” drin ist. Die Leichtigkeit, die Witze am Rand, das menschliche eben. Die deutsche Serie hat den Charme von Robotern. Nicht, daß ich was gegen Science Fiction hätte, im Gegenteil. Aber soweit geht die Serie dann leider doch wieder nicht. Sie bleibt roboterhaft, ohne daß irgendwo interessante Technologie rumlungert. Ganz anders dagegen die US-Serien. CSI mag teuer produziert sein, aber schon NCIS ist eher am unteren Preissegment. Hier ist alles drin: Action, Witz, Spannung, ungewöhnliche Wendungen, das Spielen mit Klischees und und und. Wir fragten uns also immer: warum kriegen Deutsche das nicht hin? Und hatten die Schauspieler im Verdacht. Da hier ja eine Art Münchner Filmmafia die Stränge in der Hand hält, kommen auch immer wieder die gleichen Leute zum Zuge. Diese müssen sich entweder nicht anstrengen oder sie sind sowieso fehl am Platz. Natürlich könnten es auch die Drehbuchschreiber sein oder aber die Intendanten, die alles zusammenkürzen, was ihnen nicht paßt. Die Regisseure konnten wir außen vorlassen, denn so gut wie jeder deutsche Regisseur, der in die USA geht, bringt gute Filmarbeit auf die Leinwand.

Und dann geschah es. Wir sahen einen US-Film, in dem hauptsächlich deutsche Schauspieler zu sehen waren: Inglorious Basterds. Bis heute bin ich am rätseln, wo das E in “Basterds” herkommt. Wie auch immer, Tarantino ist eh etwas irre, insofern paßt das schon. Der Film selbst ist ganz nett, historisch natürlich etwas fragwürdig, aber darauf kommt’s ja bei einem solchen Film auch nicht an. Er war nicht so super wie Thilo ihn beschrieben hat, aber es ist ein guter Film. Mir hat er besser gefallen als die Kill-Bill-Reihe, die mir zu langatmig war. Also: wir haben einen guten Film mit Massen an deutschen Schauspielern. Noch dazu so mancher, der zur Garde derjenigen gehört, die man häufiger sieht, die also zur eingespielten hiesigen Filmmafia gehören. Mit anderen Worten: sie können ihr Handwerk, wenn man sie nur läßt. Nun bleiben nur noch 2 Sorten von Leuten übrig, die unsere Filmbranche langsam aber sicher zerstören: die Drehbuchschreiber oder die Intendanten bzw. Produzenten, also die Mächtigen. Um mal klarzustellen, daß es nicht der böse Downloader ist, sondern daß das meiste hier produzierte Zeug es noch nichtmal wert ist, ins Internet gestellt zu werden. Leider gibt es genug Gestörte, die sich das verkackte Zeug im TV angucken und damit Werbegelder generieren. Egal, wie kaputt diese Branche ist, sie wird es überleben. Schade. Ein Scheitern hätte die Hoffnung auf Besseres gehabt.

Nunja, vielleicht kommt Hoffnung von ganz unerwarteter Seite. So wie ich meine Bilder unter Creative Commons herausgebe, fangen nun Leute an, ganze Spielfilme unters Volk zu bringen. Mir ist unklar, wovon sie letztlich leben wollen. Andererseits hört man gerade von den Statisten, daß es am Filmset oft nur einen heißen Kaffee gibt, insofern machen sowieso nur die “Stars” wirklich Kohle. Wie auch immer, einer der ersten Spielfilme dieser Art heißt Valkaama (ja, for free! Wirklich! Freier Download! Echt!) und trotz des finnischen Titels ist es scheinbar ein polnischer Film. Immerhin gibt es mehrsprachige Untertitel. Coole Sache, gefällt mir. Was am besten ist: man kann nun Teile aus dem Film nehmen und was ganz eigenes draus basteln. Das ist schon ziemlich abgefahren…

Tja, deutsche Filmbranche, das Internet bringt einen weiteren Angriff auf eure verschworene Burg der Langeweile. Auch wenn ihr vielleicht über diesen Film lachen werdet, aber ich wette, es ist nur der erste aus einer langen Reihe von Filmen, die unter CC rauskommen werden. In der Musik sind es schon recht viele Künstler, die ihr Zeug unter CC rausbringen. Ich finde das optimal. Dann kommen endlich mal Enthusiasten (wie z.B. Tarantino) auch hierzulande mal nach oben. Und wenn diese Leute dann auch etwas irre sind, soll mir das egal sein, solange ihre Filme gut sind.

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