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Archiv für die Kategorie ‘Freiheit’

…etwas, was zum Tenor dieser Seiten paßt: Arsch-Security!

Zum Congress muß ich ja nicht mehr viel sagen, außer, daß man von außen wieder mal gef*ckt ist, weil die Streams zusammenbrechen, die Webseite nicht erreichbar ist, undundund. Da gab es den hoffnungsvollen Ansatz “No nerd left behind” mit Riesenaktionen wie VPNs und zugesicherter Bandbreite für Streams und feste IPs und dann versagt die Technik auf ganzer Linie. Naja, Chaos halt. Trotzdem sollte die Idee mit dem BCC so langsam überdacht werden, mehr Leute brauchen mehr Ressourcen! Wenn 90% draußen sind, werden die Streams das wohl kaum packen…

Tja, viel Zeit ging ins Land in den letzten Wochen. Es fing nach dem LinuxTag an, als ich mich mit Wine anfreundete. Kein Witz: das Ding ist brauchbar! Ab Version 1.3.19 laufen Spiele, Tools und sogar 3D-Zeug! “Wine Is Not an Emulator” (das Akronym zu Wine, Ralf hatte mich wohlwissenderweise korrigiert, ich hatte “Windows is…” geschrieben, wobei…:)) hat es geschafft. Da man wine in einzelnen “Bottles” starten kann, kann man Applikationen wunderbar jailen. Viren? Mir doch Wurst, dann habe ich halt einen in der einen Bottle. Raus kommt er da höchstens via Netz und da ist es ebenfalls nicht mein Problem, harhar. Aber mal ernsthaft, hier eine Kurzanleitung (bash-Style, tcsh-Nutzer wie ich machen vor das “WINEPREFIX” das Kommando env):

Wine installieren
cd /tmp
mkdir test
WINEPREFIX=/tmp/test winecfg
Einstellungen vornehmen, z.B. Full Screen oder nicht und: bei mir läuft nur emuliertes Audio, alles andere stürzt ab

Nun die Applikation installieren:
WINEPREFIX=/tmp/test /cdrom/setup.exe
cd test/drive_c/Programme/”Programmverzeichnis”
WINEPREFIX=/tmp/test wine Programm.exe

So ungefähr. Wenn Dinge fehlen wie VB-Runtime oder MFC-Libs, dann kann man die mittels des Kommandos winetricks (z.B. WINEPREFIX=/tmp/test winetricks apps mono28) nachladen und das Exe-File nochmal neu starten. Total easy! Der Wahrheit zuliebe sollte man erwähnen, daß nicht alles geht. Am besten, man versucht es zuerst mit Freeware. Oder Shareware. Oder Nagware. Oder…

Aber weiter im Text. Was war noch? Richtig: die Umstellung meines Blogs in Richtung Hetzner. Byebye NBIserv.de. Und gleichzeitig bin ich total entnervt von meiner Gallery. Klar, album war ein nettes Tool. Aber eben nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit. Was neues mußte her. Ich habe lange rumprobiert und glücklich bin ich auch mit der derzeitigen Wahl nicht: gallery2. PHP ist sowieso immer grenzwertig und die Themes von gallery2, nunja. Gallery3 bringt’s dagegen gar nicht und Konkurrenzprodukte? Schlechter Witz. Auch in WordPress eingebettete Plugins: alles Grütze. Also beiße ich nun in den sauren Apfel und sage:

Die neue Gallery (In Worten: media.dicke-aersche.de) ist eröffnet!

Die alte Gallery bleibt vorerst erhalten, wird aber wohl keinen Zuwachs mehr erhalten.

Passenderweise zur Eröffnung der neuen Gallery war gerade WGT (Wave-Gotik-Treffen) und ich habe knapp 4500 Fotos plus 500 Konzert-Schnappschüsse gemacht. Nach der Wegwerf-Phase bin ich nun bei 3000 Bildern gelandet und knapp 500 davon haben ihren Weg in die neue Gallery schon gefunden. Ich schätze, ich werde noch die Konzert-Pics reinbringen, aber alles andere dürfte nun fertig sein. Viel Spaß beim Gucken, Kommentieren und Bewerten!

BTW, ich behalte mir das Recht vor, unschöne Kommentare zu beseitigen. Ich weiß genau, daß es wieder Leute geben wird, die bei den Fotos austicken, weil ihnen irgendein IYFBP (Insert Your Favourite BodyPart) nicht paßt. Ich sage: mir gefallen alle Leute auf diesen Bildern, jeder von ihnen hat versucht, beim WGT was zu reißen und ich rufe den ganzen Langweilern, die nur ihren fetten Wanst in öden Shirts wogen, zu: macht’s besser, dann könnt ihr auch lamentieren! Kritik an meinen Fotokünsten dagegen ist eindeutig erlaubt und auch erwünscht!

Vielleicht noch soviel: als Entscheidungshilfe hatte ich Schärfe als Hauptkriterium genommen. Das führte dazu, daß diverse Sub- und Objekte nicht zentriert in der Bildmitte erscheinen. Putzigerweise ist bei einer Serie immer das erste und das letzte Bild am schärfsten. Mal abgesehen davon, daß ich bei den WGT-Bildern mein billiges 18-250mm-Objektiv von Sigma doch als leicht randschwächelnd wahrgenommen habe. Das macht sich bei Hochkant-Bildern bemerkbar, wenn sowohl Füße als auch Kopf leichte Unschärfen haben, aber die Mitte superscharf ist, obwohl eigentlich alles relativ in der gleichen Focus-Schärfe-Ebene liegt. Nächstes Mal versuche ich durch mehr Blende was zu reißen. Dann werden vielleicht auch die Bilder gegen die Sonne besser. Ich habe viel Ausschuß mit Halos, weil die Sonnenblende nicht reichte. Ich bin am überlgen, ob ich ein Verzeichnis aufziehe, in das ich die Bilder packe, die mir besonders am Herzen liegen, die aber durch Halos oder leichte Unschärfen stark verfremdet sind. Ist ja auch irgendwie Kunst, oder? :)

…aber dann wieder weiter bei Virtualisierung und verschlüsselten Netz-Diensten!

Aber bleiben wir mal kurz beim aktüllen Atom-Problem: daß es die Franzosen mit in die Anti-Atom-Welle zieht, hätte ich ja nicht gedacht. Bisher war das ja logisch. Eine Nation, die immer noch die Zigarette als französisches Nationalsymbol hochhält (obwohl auch dort mittlerweile das Rauchverbot um sich greift), kann gar nicht gegen Atomkraft sein. Der Lungenkrebs rafft sie früher hin als Strahlung es je schaffen könnte. Gut, das ist ein bißchen gegen die aktuelle Statistik polemisiert, aber ich denke mal, das könnte es sein, was der Franzose mit Baskenkäppi, Baguette unterm Arm und auch dem sonstigen Aussehen von SuperDupont so gedacht haben könnte in der Vergangenheit. Und die Tatsache, daß den Asiaten, gerade den 100%-igen Japanern, die alles immer und überall perfektionieren und richtig machen, daß denen noch nie was um die Ohren geflogen ist. Das sind schließlich die Könige der Technik! Und dann passiert ausgerechnet in Japan ein GAU. Da könnte man schon auf den Gedanken kommen: wenn das disziplinierteste und technisch am weitesten entwickelte Land der Welt es nicht schafft, diese Technik zu beherrschen, ist Atom-Technik dann überhaupt von jemandem beherrschbar? Sollte man mal drüber nachdenken.

Aber zurück zu den weniger wichtigen Technik-Themen.
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Klaut die Cloud!

2011-03-15

Also theoretisch müßte man jetzt was über Japan, Tsunamis, Atom-SuperGAUs usw. schreiben. Das machen aber schon genug andere und ehrlich gesagt, mir reichen diese Bilder so langsam. Es ist grauenhaft, ja. Aber Japaner sind auch deshalb so ruhig, weil die immer mal wieder in ihrer Geschichte voll auf die Fresse kriegen, die können damit besser umgehen als jeder andere von uns. Insofern: ich glaube an deren Wiederauferstehungskraft: Erneuerung! (Bitte ohne Karussell…)

Deshalb werde ich jetzt niemanden enttäuschen und weiterhin technisches Gesülze von mir geben. Heute mein Thema: Die Cloud!
(Nein, es soll nicht heißen “Stirb Wolke!”…)
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Herrje, wo soll man anfangen? Am Besten beim Namen. Die Domain dicke-aersche.de hat nun einen sehr weiten Weg hinter sich. Angefangen hatte es als Gag, dann wurde eine Webseite bei 1&1 daraus und schließlich fand sich das Gesamtkonglomerat auf einem VServer bei vlinux.de wieder. Dann kam auch mail hinzu und sogar ein Blog, diverse Reiseberichte und Remote-Tools, damit man von überall auf der Welt einen sicheren Hafen anfahren kann.

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Was für eine Woche! Zuerst die Wikileaks-Nummer: Die Medien ereifern sich über den Amateur-Verein, der interessanterweise mehr Material hat, als die ach so hoch-investigativen Journalisten. Die Politik ist erbost, schreit “Terror, Terror” und würde am liebsten das ganze Internet nicht mehr reinlassen. Erinnert mich immer an Honey, der Lindenberg nicht im Lampenladen auftreten lassen wollte. Tja, wenn große Diktatoren klein beigeben müssen, werden sich auch unsere Obrigkeitsvertreter mit Dreck bewerfen lassen müssen. Außerdem ist man die Bissigkeit ja von Titanic & Co. gewohnt, ich sehe also nicht, wo da das Problem sein sollte. Da waren ja nun nicht wirklich supergeheime Informationen dabei. Im Grunde eine Explosiv-Klatsch-und-Tratsch-Sendung der absoluten High-Society. Gut, hätte man sich vorher denken können, daß auch das nur Menschen sind, die die gleichen Fehler und Macken haben wie andere auch. Sah halt nur im TV immer schicker aus, war ja auch gut inszeniert. Diese Inszenierung fällt nun weg, was wirklich kein Verlust ist. “Runter vom Roß!” rufe ich den Politik-Verstümmlern zu, damit sie irgendwann vielleicht auch mal was im Sinne des Bürgers machen und nicht nur für spezielle Klientel.

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Seit dem 11. September 2001 werden Freiheitsrechte in der westlichen Welt Stück für Stück abgebaut. Mit dem Wort “Terror” kann man gegenüber den Bürgern so gut wie alles rechtfertigen. Vieles wird nicht kritiklos hingenommen, selbst der typische Bild-Zeitungsleser war wohl nicht ganz erfreut über die Nacktscanner. Aber es gibt ein Thema, da kämpfen nur einige wenige Freiheitsliebende für: Datenschutz

Alle trampeln auf ihm rum. Die Regierung will ihn nicht, weil sie genau wissen will, wer wieviel verdient, um die Steuereinnahmen anzukurbeln. Die Behörden wollen den Datenschutz nicht, weil man so verschiedene Raster wie “Geldeinnahmen” und “Hartz IV” nicht miteinander verknüpfen darf. Und viele andere Datamining-Möglichkeiten. Die Krankenkassen wollen den Datenschutz nicht, weil sie überall Betrug vermuten. Die Ärzte wollen keinen Datenschutz, weil sie so ohne ihn grenzenlos Daten zu Forschungszwecken austauschen können. Die Wirtschaft will ihn nicht, einerseits, um die Arbeitnehmer besser ausspionieren und unter Druck setzen zu können (= weniger Lohnkosten) und andererseits, weil man so den Kunden besser an sich ketten kann, wenn man alles über ihn weiß. Die Medien wollen den Datenschutz nicht, weil sie ohne ihn schneller und billiger an Informationen, Bilder usw. gelangen. Und natürlich, weil eifrig mit der Politik gekuschelt wird, die logischerweise fast komplett gegen den Datenschutz wettert. Dadurch trommeln die Medien heftig: Datenschutz sei Täterschutz. Das wiederum kommt beim Bürger gut an, wer will schon Täter schützen? Und natürlich das ewige Totschlagargument: wer nicht zu verbergen hat, braucht auch nichts zu fürchten. Damit bekommt man erstaunlich große Brügerschichten auf seine Linie und es ergibt sich ein unschönes Bild:

Ein Datenschutz-Niederwalz-Panzer rollt über eine Landschaft, die nur noch wenige Datenschutz-Knöspchen hat, vor ihm alle paar Kilometer ein Depp, der sich vor ein Pflänzchen wirft. Hinter dem Panzer läuft eine Meute mit Mistgabeln und Fackeln, die nachdem der Panzer drübergewalzt ist, das Pflänzchen (und den überfahrenen Retter) auch noch anzuzünden, in der Gewißheit, daß der Panzer gute Arbeit leistet und man ihn unbedingt bei seiner Arbeit unterstützen muß. Hin und wieder fällt einem Mitläufer auf, daß es ja die Pflanze ist, die er selbst gesetzt hat, aber dann ist es meistens zu spät und wenn er was sagt, werfen ihn seine Mitstreiter einfach unter den Panzer.

Das ist jedenfalls das Bild, das ich so im Kopf dazu habe. Fefe hatte von einer Datenschutzkonferenz berichtet, auf der sogar Datenschutzbeauftragte nicht gut wegkommen. Das kann etwas subjektiv sein, weil Fefe bei seinen Reden immer etwas provokant formuliert und deshalb erst Recht das dortige Gesamtvolk gegen sich hatte. Nichtsdestotrotz war die Haltung der Personen ziemlich eindeutig. Die meisten hatten als Grundhaltung, daß Datenschutz ihre Arbeit behindert. Interessante These dabei, weil es ja gerade um das Gesundheitssystem ging: Ärzte wüßten mit Computern umzugehen. Dieses kann man klar verneinen, ich arbeite in dem Bereich und habe selten mit Ärzten zu tun, die im IT-Bereich Ahnung haben (und das ist noch freundlich formuliert). Theoretisch ist das ja auch nicht ihr Ding, sie sollen heilen, aber die Verwaltung drückt den Ärzten natürlich zwangsweise IT auf. Und dann natürlich die internationalen Kooperationen: Der Arzt von heute muß Computernetze beherrschen und damit natürlich auch die Computer selbst. Dann kommen wir in folgendes Dilemma:

Medizin: geht rasant vorwärts. Forschung und Entwicklung sind kaum überblickbar, gerade auch in speziellen Bereichen. Da mitzuhalten, ist für so manchen Arzt schon ziemlich viel Arbeit.

Computer-Technologie: geht rasant vorwärts. Hier ist die Entwicklungsrate geradezu exponentiell. Nach wie vor ist diese Industrie immer noch eine der am stärksten sich verändernden Arbeitsbereiche.

Wie wird sich ein Arzt wohl entscheiden, welche Zeiteinteilung wird er vornehmen? Logisch, er ist Mediziner, also wird er sich mehr Zeit für die Medizin nehmen und den IT-Bereich gerade so eben vor sich hinstoppeln. Und so sieht es meistens auch aus. Das ist also ein unlösbares Problem, vor allem merkt man auch in Gesprächen, daß IT-Welt und Medizin-Welt selbst sprachlich schon weit voneinander entfernt sind. IT mag immer biologischer werden, trotzdem wäre es auch mit speziellen IT-Leuten, die den Ärzten zur Seite stehen, nicht geholfen. Außerdem würde das die Kosten wieder explodieren lassen.

Das, was daraus resultiert, sind unvermeidliche Datenlecks. In der von Fefe besuchten Konferenz klang es aber geradezu so, als müßten wir alle es allgemein akzeptieren, daß Privatsphäre bald alle ist. Zitat:

“…dann erzählte, er habe ja mal in Skandinavien gewohnt, und bei denen sei das ja selbstverständlich, dass die da die ganzen Daten offen verknüpfen, und da hätten sie ganz tolle Erkenntnisse draus gewonnen, z.B. Krebsrisiko für Kinder von Schwangeren, die irgendwas nehmen…”

Jetzt sollte man sich mal die Bevölkerungsstruktur Skandinaviens ansehen. Wenige Leute, verteilt auf viel Land. Da hilft man sich, da ist sowas wie Solidarität, gerade auch im Winter. Dadurch entsteht natürlich auch eine andere Art der Intimität, man vertraut sich einander. Da erzählt man sich sicherlich so einiges, was man hierzulande lieber für sich behält. Daraus resultiert bestimmt auch die große Toleranzschwelle, die man häufig bei den Skandinaviern findet: denen ist es völlig egal, ob der Nachbar im Gummianzug seine Frau anspringt. Da wird nächsten Tag höchstens kurz drüber diskutiert, MIT dem Nachbarn, ob es irgendwelche Unfälle gegeben hätte, ob er Hilfe braucht o.ä. Ich denke, gerade in Landschaften wie Bayern, wo die Toleranzgrenze um ein Vielfaches anders liegt, werden offen wandernde Daten zu interessanten Toleranztests führen. Bestes Beispiel sind die Nackt-Scanner. Ich bin mit FKK aufgewachsen, mir geht das total am Arsch vorbei, ob mich da einer nackt sieht. Wenn man sich aber mal den FKK-Atlas in DE ansieht, so ist die Anzahl derer, die das akzeptieren können, verschwindend gering. Und wenn diese Daten dann mangels Datenschutz kursieren, werden einige merken, daß Datenschutz vielleicht doch einen Wert hatte.

Eigentlich ist es verrückt, daß wir einem Datensammler wie Google, der offen zugibt, Daten über uns zu sammeln, eher trauen können, als allen anderen, die es “mit uns gut meinen”. Denn allen anderen ist unsere Datensicherheit scheißegal, da gibt es nämlich noch ein Kostenargument: sichere Daten = höherer Preis. Da auch hier die Preise gedrückt werden, wird Datensicherheit als erstes den Bach runtergehen. Bzw. ist ja schon häufig passiert. Nur bei Google nicht. Warum? Weil Google den Wert der Daten erkannt hat. Das scheinen die einzigen zu sein, die verstehen, welchen Wert private Daten haben. Natürlich arbeiten sie selbst damit, aber die wären ja bekloppt, diese Daten leaken zu lassen, dann hätten ja alle ihre Konkurrenten diese Daten auch. Nur unsere Regierung, unsere Behörden, unsere Gesundheitsysteme und unsere Medien meinen, daß unsere Daten nichts wert sind. Komischerweise aber wert genug, erfaßt zu werden. Es ist sogar richtig teuer, sie zu erfassen.

Letztlich sollte man also tunlichst immer lügen, wenn es nicht drauf ankommt. Man sollte nie ve
rgessen: im täglichen Leben ist Lügen ja nicht verboten. Man kann es aber auch genau andersrum machen. Ein Kunstprofessor namens Hasan Elahi hatte bei der Rückreise in seine Heimat USA Probleme bei der Einreise. Als muslimischer Vielreisender, gerade auch in die verdächtige moslemische Welt wollte man abenteuerliche Dinge von ihm wissen. Das hat ihn viel Zeit und Nerven gekostet, weswegen er die Sache offensiv angeht. Er hat immer einen Fotoapparat mit und hat ein Live-Tracking-System erstellt, damit jede Minute seines Lebens nachvollziehbar wird. Eine Zeit lang hat er damit das FBI genervt, bis sie entnervt aufgaben und nichts mehr von ihm wissen wollten. Die Masse der Daten scheint zu viel zu sein für die Datensammler. Er selbst sagt, daß offene Daten für Sammler wertlos sind, weil sie jeder haben kann. Also sammeln sie sie gar nicht erst. Als Kunstprofessor weidet er das Thema natürlich leidlich aus, macht daraus Ausstellungen usw. Schon schön, wenn man sein Leben durch die Fehler des FBI finanzieren kann.

Einerseits ist das ein großartiges Projekt. Andererseits birgt es die Gefahr in sich, daß die Politik irgendwann sagt: wenn der das kann, muß das jeder können. Dann werden wir endlich mal Blogs und Twitter-Dienste haben, die ihren Namen wert sind. Da ist Blippy dann nur noch eine lächerliche Spitze des Eisbergs. Und ja nicht unken: viele der Überwachungsdinge, die uns in den letzten Jahren ereilt haben, hatte man früher nicht für möglich gehalten. Ich sage, es gibt für alles eine technische Lösung. Babies werden keine Chips implantiert bekommen, sondern gleich Mini-Rundum-Kameras. Um seine Unschuld zu beweisen, falls es hart auf hart kommt. Und dann sind wir am Ende unseres Rechtssystems angekommen, in welchem zur Zeit noch unsereins die Schuld nachgewiesen werden muß und nicht andersrum. Bis dahin sollten wir uns darauf vorbereiten, chinesisch zu lernen. Die können diese ganzen Mechanismen viel besser und effizienter als wir und ich bin mir sicher, daß die Politik sich Experten holen wird, wenn es um den Voll-Abbau des Datenschutzes geht. Der Todesstoß läuft bereits.

Tja, die IFA-Nachlese… Da hatte ich doch tatsächlich noch was vergessen. Aber kommen wir erstmal zur Kritik von Thilo. Er hatte es auch als Mail geschrieben:

“Ich denke schon, dass es eine große Anzahl potentieller Kunden für Pay-TV-Angebote geben würde, leider ist das Verhältnis ‘Angebot-Preis-Transaktionskosten’ nicht optimal. Mehr Niederschwelliges und preislich Interessanteres und die Leute machen das.”

Ich bin nicht ganz dieser Meinung. Obwohl ich gerade bei Sport oder zumindest Fußball, sofort dafür wäre, daß das in Richtung Pay-TV verschwindet, weil ich es nicht sehen und auch nicht dafür bezahlen will. Aber der Standard-TV-Gucker ist es eher gewohnt, daß möglichst alles für lau in die Hütte tröpfelt. Dazu gehören auch viele Leute, die sich Pay-TV leisten könnten. Noch dazu kommt die GEZ: dort, wo man schon einmal bezahlt, dürfte die Unwilligkeit, ein zweites Mal zu bezahlen, recht hoch sein. Außerdem gelten wir Deutsche im Ausland ja als “Schotten des Festlands”, hier wird immer geknausert, bis Geiz dann auch geil macht. Ich sehe nicht, daß die Pay-TV-Anbieter, außer eben beim Sport, etwas reißen können. Außer vielleicht bei HD. Da hat Thilo vielleicht Recht:

Alle regelmäßigen HD-Inhalte, die es z.Zt. gibt sind kostenpflichtig [...]

Das mag sein. Aber es geht mir und scheinbar vielen anderen auch am A… vorbei. Ich brauche HD sowieso nicht und wir haben uns überhaupt nur deshalb ein LCD-TV gekauft, weil die alte Röhre etwas rummuckte. Selbst wenn sie Analog-TV oder Nicht-HD abschalten: von mir wird’s keine extra Kohle dafür geben. Und schon jetzt werden BlueRay-Scheiben verramscht und das Zeug bleibt liegen wie Blei. Mal sehen, ob das so bleibt. Mit zunehmendem Technikaustausch wird natürlich der eine oder andere den verlockenden HD-Angeboten nicht widerstehen können. Aber auch der Dümmste wird die DRM-Falle dahinter irgendwann spüren: wenn er nix mehr aufnehmen darf, wenn er für jeden Quatsch extra löhnen muß usw. Und mal ganz abgesehen von der Technik: Was soll das eigentlich, in einem Stream mit fester Pixelrate zu senden? Das ist finstere Steinzeit! Wenn man sich unterschiedlich kodierte Filme mit unterschiedlichen Pixel-Werten ansieht, kann die auch jedes Display skalieren. Klar: mal gut und mal weniger gut. Aber technisch komplett verkackt: in der Computerwelt kann ich mir jeden Stream ansehen, solange es die Hardware schafft. Es gibt Streams, die mehr haben als die lächerliche 2-MegaPixel-HD-Welt, die in gut 2-4 Jahren wahrscheinlich völlig unten durch sein wird, weil dann 10 Megapixel oder mehr hip sind. Und wahrscheinlich ist das von der Industrie so eingeplant, die haben bestimmt schon die nächste Verarsche-Generation der Technik in der Schublade. Full-Double-HD oder so. Hyper-TV. Irgendein Hirntot-Begriff aus einer koksnasigen Marketing-Sitzung. Wie man das ja so kennt. Auf der IFA mußte ich mich manchmal echt beherrschen, daß ich beim Gespräch mit Standpersonal nicht “BULLSHIT!” rufe, nur, weil meine virtuelle Bullshit-Bingo-Karte voll war.

Aber der Beschiß lauert ja überall. Eine Anekdote der IFA 2009: Robo-Fighter auf dem Panasonic-Stand IFA hatte ich ausgelassen, weil ich sie für nicht so erwähnenswert gehalten hatte. Im Juni pfiffen (pfoffen?) es die Spatzen von den Dächern: Die Telebimm will 50 MBit/s mit 10 MBit/s Upload ohne Entertain-Paket als VDSL anbieten! Und es klang sogar günstig, nur 55 Euronen mit allem Drum und Dran. Dann ebbte das aber irgendwie ab, es gab bei denen, die es bestellt hatten, Probleme, die Hardware-Seite war auch etwas unausgereift und per Telefon oder T-Punkt zu bestellen, war nicht machbar, das Paket gab es nur im Internet. Dort verschwand es wieder, weswegen ich den Telekom-Mann auf der IFA zuschwallte, was denn nun damit sei. Er wich aus und meinte: “Kommt bestimmt vor Weihnachten noch!” Das Jahr sagte er zwar nicht, aber gut, man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. Kurz nach der IFA kam dann der Paukenschlag: nun doch! Und fast hätte ich meine 16 MBit/s auf die 50 erhöht, bis ich in diversen Foren von der Mogelpackung in den AGBs hörte: 50 MBit/s ja, aber dann maximal 200 GB/Monat, darüber hinaus gibt es dann nur noch 6 MBit/s für den Rest des Monats. Mir war ja nicht klar gewesen, daß im Netz so starke Engpässe wie im Mobilfunk sind, so daß man Mogel-Flats verkaufen muß. Aber nach einigen Recherchen war klar, was das Problem ist: IPTV der Konkurrenz. Diese würde nämlich durch die Drosselung massiv behindert, man könnte also in dem Monat gut 9 Stunden HD-TV bei einem Nicht-Telekom-Anbieter gucken (zumindest sind 9 Stunden 50 MBit/s Fullspeed = 200 GB, keine Ahnung, ob HD soviel braucht) und würde dann auf Normal-Qualität zurückfallen. So kann die Telekom natürlich immer mit HD-TV glänzen, denn ihr Entertain-Paket kennt diese Beschränkung nicht. Ist also ein bißchen Wettbewerbsverzerrung.

Mir geht der IP-TV-Kram wie vieles am A… vorbei, aber zur Zeit habe ich 16 MBit/s, das wären, wenn ich denn wirklich Vollsauger wäre, ca. 5 TB MaxByte am Monatsende. Das macht ja im Grunde keiner, aber mal so als Rechenbeispiel. Bei dem 50 MBit/s-Paket sind es am Schluß knapp 2.1 TB am Monatsende, weil man ja nach 9 Stunden Fullspeed auf 6 MBit/s runterfällt. Das heißt, ich zahle mehr und kriege weniger. Wobei ich fairerweise erwähnen muß daß ich momentan fast das gleiche zahle, preislich macht es also kaum einen Unterschied. Ich zahle demnach bei 50 MBit/s praktisch gleich viel und kriege aber weniger. Kurzfristig kriege ich mehr. Aber eben nur kurzfristig. Nach einer Tankfüllung den Porsche schieben. Da fragt man sich schon: für wen haben die dieses Angebot gemacht? Für mich als 16 MBit-User käme es nur in Frage, wenn man nach 200 GB auf 16 MBit/s fällt oder aber wenn die Grenze eher so bei 2 TB/Monat liegt, da komme ich nämlich wirklich nie hin, obwohl ich mittlerweile viel Web-TV gucke (was nicht ganz so breitbandig ist wie HD, logisch). Insofern scheide ich als Zielkunde aus. Der TV-Gucker dürfte sich gleich für’s Entertain-Paket entscheiden. Vielleicht noch diejenigen, die einen höheren Upload wollen? Da wäre ich durchaus dabei, denn 10 MBit/s klingt schon verlockend. Wenn man ausschließlich den Upload voll nutzen würde, käme man auf knapp 45 Stunden Fullspeed. Immer noch nicht das Gelbe vom Ei, aber wenn wir das mal durch 4 Stunden Nutzung am Tag (ist so mein Schnitt) umrechnen, so ist das immerhin ein Drittel Monat. Naja, bleiben immer noch 2/3 des Monats, in denen auch der Upload stark gedrosselt wird. Also echt Banane. Aber gut, warte ich halt weiter. Böse Zungen unken ja, ich könne doch auch das Entertain-Paket nehmen, kostet ja gar nicht so viel mehr und da sei die Limitierung weg. Aber: dann müßte ich ja für das Pay-TV mitbezahlen. Und das will ich auf keinen Fall. Das würde bedeuten, aktiv Geld in Richtung Sport/Fußball auszugeben, aus Prinzip schonmal nicht! No Way! Never! Schlim
m genug, daß die GEZ Geld zu den Fußballaffen schiebt, aber ich werde da bestimmt nicht zusätzlich abdrücken. Mal abgesehen davon, daß ich den TV-Part nicht brauche.

Das ist so’n bißchen wie die Suche nach einem neuen Netbook. Ich hatte ja bereits mein Unverständnis ausgedrückt, daß es die Dinger nur mit Windows gibt. Ist genau wie beim Entertain-Paket auch: Natürlich kann ich mir das leisten, aber ich sehe gar nicht ein, Dinge mit meinem Geld zu sponsorn, mit denen ich nichts zu tun haben will. Zumindest, wenn ich es verhindern kann. Und siehe da, ich habe das richtige Netbook doch noch gefunden: ein Dell Latitude 2100 N. Zur Auswahl stand noch HP Mini 5101, aber das war zu teuer und vor allem war die dortige Linux-Version, die verkrüppelte, die mit wenig Hardware daherkommt. Bei Dell dagegen kann ich den Rechner komplett so zusammenstricken, wie ich ihn will: 2 GB RAM, 250 GB Disk, Intel WLAN-Karte, 6-Zellen-Akku usw. Denn: das kann man alles mit Ubuntu Linux buchen (merkwürdig: beworben wird es mit 8.10, installiert ist 9.04 und eine 9er-DVD kommt auch noch mit) und hat dann tatsächlich einen perfekten Netbook! Ich habe die Daten erstmal mittels Recovery-CD runtergesichert und das System nochmal neu installiert, da paßten mir einige Dinge nicht (zu viele Inodes u.ä.). Interessant war, daß auch nach der Neuinstallation von Ubuntu alles lief! Die Kamera, Bluetooth, WLAN usw. Da hat Dell also keine extra Treibereien dazugestrickt, bemerkenswert! Ein echt perfekter Mini-Rechner! Die Akkus geben Saft für ca. 5 Stunden, das könnte man noch minimal erweitern, wenn man einen der beiden Atom-Cores totlegt, aber ich denke, mehr als 5.5 Stunden dürften utopisch sein. Aber selbst Suspend-to-Disk funktioniert tadellos, wobei man sagen muß, daß der Ubuntu-Boot mittlerweile so schnell ist, daß man dieses Feature eigentlich gar nicht mehr braucht. Also eine echte Empfehlung, ein Zwerg mit viel Leistung, eine gute Wahl!

A propos Wahl, es gibt ja den Wahl-O-Mat, den ich bisher immer für grenzwertig gehalten habe. Er kommt zwar dicht an das eigentliche Ergebnis ran, aber irgendwie stellt das Teil die falschen Fragen, jedenfalls sind mir davon ziemlich viele ziemlich egal. Einen Wahl-O-Mat, der dichter an meinen Problemen ist, findet sich hier. Zum Direktlink Wahltest geht es hier. Solche Dinger eignen sich eigentlich sowieso am besten für Unentschlossene.

Wie schaffe ich nun den Bogen zu meinem letzten Thema? Schwierig. Hier geht’s weder um die IFA, noch um die Telekom, noch um Netbooks und schon gar nicht um die Bundestagswahl. Ich bin ja nun in der Makro-Foto-Welt angekommen und hatte letztens einen schönen Shot geschafft: Makro: Fliegenkopf Eine Fliegenfresse in voller Schönheit! Boh, das war viel Arbeit, es ist in Wirklichkeit ein 9-Pic-HDR, aber nur, damit wirklich jeder Teilbereich auch ordentlich beleuchtet ist. Also ohne Effekt. Vor allem war es schwierig, das Tierchen dazu zu bringen, daß es still hält. Ich werde mich dazu nicht äußern (*hüstel*), aber hier ist sie durchaus noch am Leben. Oder er, ist ja irgendwie unklar, wie man Fliegengeschlechter auseinanderhält. Insofern schließe ich die heutige Kolumne mit einem herzhaften “Guckst Du!” und empfehle mich für weitere Schandtaten aus der Welt des Winzigen…

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