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Archiv für die Kategorie ‘Nerdberzerk’

Herrje, wo soll man anfangen? Am Besten beim Namen. Die Domain dicke-aersche.de hat nun einen sehr weiten Weg hinter sich. Angefangen hatte es als Gag, dann wurde eine Webseite bei 1&1 daraus und schließlich fand sich das Gesamtkonglomerat auf einem VServer bei vlinux.de wieder. Dann kam auch mail hinzu und sogar ein Blog, diverse Reiseberichte und Remote-Tools, damit man von überall auf der Welt einen sicheren Hafen anfahren kann.

(weiterlesen …)

Zuerst mal etwas Nerviges:

WordPress ist absolut unhaltbar, wenn man irgendwie SSL einsetzen will. Ich habe mir damit die ganze Seite zersägt, nur weil ich den Admin-Krempel im HTTPS halten will. Dementsprechend war das Blog seit Freitag offline. Tja, irgendwie ist das alles nicht das Gelbe vom Ei. Die Idee, alles unter SSL laufen zu lassen, ist auch schlecht, weil ich nur ein self-signed Cert habe und zwar für eine IP aber diverse Hostnamen. Das ist alles Krampfe. Naja, keinen Schritt weiter gekommen, aber immerhin läuft’s wieder.

Aber kommen wir mal zu etwas Angenehmen. Vor einiger Zeit flatterte mir eine Einladung von der Hessischen Landesvertretung ins Haus. Ich war etwas perplex, weil mit Hessen hatte ich noch nie etwas am Hut. Dachte ich. Und dann stand da: Prof. Dr. Horst Zuse lädt ein zur Vorführung des Nachbaus der Zuse Z3. BOAH! Hammer! Als Nerd muß man da natürlich hin!

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, woher ich den guten Mann her kenne. Ich habe als Student beim Informatik Rechnerbetrieb der TU Berlin gearbeitet und das Zimmer neben meinem war seins. Ich hatte mir da nie einen Kopf drum gemacht, daß neben mir eine Berühmtheit der Computerindustrie saß, selbst wenn, ich ordne da eher nach Leistung ein. Und schließlich war es ja sein Vater, der die Z-Maschinen gebaut hatte. Horst Zuse stand für mich für Software-Metrik. Ein Thema, welches eigentlich wichtiger in der Welt der Bugs sein sollte, denn ökonomisch geschriebene Software hat auch deutlich weniger Fehler. Aber das Thema ist leider auch sehr trocken, insofern gar nichts für mich und eben leider viele Programmierer da draußen. Wie auch immer, ich war mir nie der Tragweite der ganzen Geschichte hinter diesem Mann bewußt und selbst später, wo ich mitbekam, wer sein Vater war, so ändert sich ja nicht die Beziehung zueinander, ich blieb oft genug ein bißchen respektlos, würde ich sagen. Naja, wer mich kennt, weiß, daß ich das nicht böse meine, aber ich laber nunmal oft, was ich so denke…

Wie auch immer, nun flatterte diese Einladung rein und ich sah den Mann auf einmal in einem ganz anderen Licht. Über ein Jahr (!!!) hat er an dem Ding rumgebastelt, mehr oder weniger ganz alleine. Hat versucht, günstig Relais und andere Gerätschaften zu bekommen, Sponsoren aufzutreiben, hat sein Arbeitszimmer in ein totales Chaos verwandelt (Cymone guckte mich immer schräg an, ich mußte beteuern, mein Chaos sei Zufall und keine Hommage an Horst Zuse), seine Frau war bestimmt total angenervt. Er hat sich durch unvollständige Manuskripte gewühlt, mußte mühselig die Fehler in den Aufzeichnungen seines Vaters korrigieren, undundund. Einen Haufen Arbeit erwähnte er während seines Vortrags und ich muß sagen: jetzt ist er für mich fast sowas wie ein Gott der Informatik! Ich selbst hätte das irgendwann hingeworfen, bei den Querelen, über die er da berichtet hat. Aber Respekt: er hat durchgehalten!

Hier mal ein paar Impressionen von den Gerätschaften:

Und ja: er hat das Ganze vorgeführt! Er hat 1+1 zusammengerechnet! Mit klackernden Relais! Und dann nach links in das 768 Bit fassende RAM verfrachtet! Das zweite RAM-Modul ist leider noch nicht ganz fertig, aber dieses Jahr war 100 Jahre Konrad Zuse und nächstes Jahr ist 70 Jahre Z3. Er hat also noch ein bißchen Zeit.

Ich war schwer beeindruckt! Und wer mich kennt, weiß, daß das nicht einfach ist, mich zu beeindrucken! Die Maschine selbst wird nun auf Wanderschaft gehen inklusive seines Vortrags, der übrigens noch dazu SEHR unterhaltsam war! Er hat die ganzen Anekdoten mit aufgenommen, wie Bill Gates den Apple Macintosh lobt, woher der Name “Bug” kommt (eine Programmiererin hatte eine tote Mücke im Relais entfernt und nannte es einen “Bug”, weil sie annahm, es sei ein Käfer) undundund!

BTW, die Dinger wurden damals tatsächlich verkauft an Firmen, welche sie wirklich einsetzten. Jaja, es gab auch Zeiten vor dem Taschenrechner! Da war man für jede Beschleunigung dankbar. Die ganze Veranstaltung war natürlich auch sehr nett. Das Essen und die Bewirtung insgesamt war gut, ich habe eine Menge alter Kollegen getroffen, die Reden der Politiker waren nicht lang und noch dazu unterhaltsam. Und es hat noch ein Herr Professor vom Mathematicum die Zukunft der IT kurz umrissen. Relativ düster. Aber da steht unsereins ja drüber, was? Der Master des Abends war am Ende ganz schön fertig, welch Wunder. Mußte er sich den halben Abend die gleichen Fragen anhören und sich dann auch noch mit so ‘nem komischen Typen wie mir ablichten lassen. Und mit vielen anderen auch. Aber es war SEIN Abend und ich ziehe den Hut in Ehrfurcht vor ihm! Bravo!

Das Zwischennetz wird auch in Zeiten höherer Bandbreiten als lahm bezeichnet und so versuchen Provider, sich gegenseitig durch Supi-Speed-Raten auszustechen. Bisher hatte ich das Telekom-Paket “Call and Surf Comfort Plus”, oder auch kurz 16 MBit download und 1 MBit Upload. Der Download war eigentlich für so gut wie alles ausreichend, sogar zum HD-Video gucken. Insofern ist das nicht der Grund, auf höhere Datenraten umzuschwenken, vor allem, wo Dutzende Server in der weiten Welt eine schlechtere Anbindung haben. Was bedeutet, daß die Leitung sich tatsächlich hin und wieder langweilt. Trotzdem habe ich auf VDSL geschielt. Denn hier erhöht sich nicht nur die Download-Bandbreite. Nein, vor allem die Upload-Rate geht drastisch hoch. Eigentlich wäre das Paket 50/10 (50 MBit Download und 10 MBit Upload) schön gewesen. Dumm nur: das geht zur Zeit nicht, weil hier alle 50/10-Ports voll sind. Also blieb nur der nächstkleinere Anschluß: 25/5. Und 5 MBit sind schon eine feine Sache. Früher hätte ich mich gefreut, so viel an Download-Bandbreite zu bekommen. Und nun also schon als Upload.

Aber ein Technologiewechsel ist ja nicht ohne. Man guckt erstmal, was da die Limits sind, die (weiterlesen …)

Oder auch Intermezzo genannt. Ich habe es schon wieder getan! GeDuRöhrt! Ich pöser Pursche, ich! *selbstgeißel*

Aber damit sich andere mitgeißeln können, hier mal wieder ein Video (ich empfehle unbedingt die Ansicht als HD-Video!):



Dieses liebe Tierchen im Film war auf Fuerteventura zu bestaunen. Ich hatte es auch schonmal als Foto gezeigt. Da ich damals ja meine Canon Bridge mithatte, die auch HD aufnimmt, hatte ich noch ein paar Videos mit der Spinne gemacht. Und nun, da sich kdenlive und lmms endlich auch für richtig gute Produktionen eignen, dachte ich mir, da probiere ich doch einfach mal die Kombination dazu aus. Klar, Audacity war auch mit dabei. Aber es war deutlich leichter als vor 2-3 Jahren und damit auch viel schneller, ein Video vernünftig aufzubereiten. Und da soll nochmal einer sagen, mit Linux ginge das nicht…

YouTube hat es schon im HD-Format vorliegen und diesmal gibt’s an der Qualität auch wenig zu nörgeln, das könnte daran liegen, daß ich diesmal in 25K MP4 codiert habe, das Höchste, was der Render von kdenlive hergibt. Klar, ohne den Raynox 150 Makro-Vorsatz wären solche Aufnahmen nicht möglich gewesen, aber trotzdem ist die Komprimierungs-Art und -Größe bei Videos nicht unwichtig. Ich bitte auch zu entschuldigen, daß der Clip nicht so ruhmreich fix ist, im Grunde konnte ich froh sein, daß sie sich nicht so heftig bewegt, denn schon minimale Bewegungen der Spinne beförderten sie nicht nur aus dem Fokus, sondern gar gleich aus dem Bild. Der Clip ist CC, wie immer (Creative Commons, Non-Commercial, Namensnennung!), aber der Sound ist komplett frei, da kann man also rumsampeln, falls das wer will. Habe auch noch die Original-Loop, falls da Nachfrage besteht.

Und für alle, die meinen, so ein Insekt in der Größe (Original war gerade mal etwas mehr als ein Daumennagel, also nix mit Vogelspinne oder so…) wäre zu martialisch als Video, denen empfehle ich die Seiten der Deutschen Welle auf klingonisch. Und da halten manche dieses Blog für bizarr…

IPv6

2010-01-24

Tja, die IP-Adressen reichen offiziell noch bis Ende nächsten Jahres, jedenfalls wird es so gemunkelt. Glücklicherweise werden noch rechtzeitig ein paar Reserven freigekratzt. Das sind zu den momentan noch knapp 400 Mio. frei verfügbaren nochmal 50 Mio. mehr. Bei der jetzigen Verbrauchsrate knapp 75 Tage. Also reicht es noch bis zum Jahr 2012, so Mitte März über den Daumen. Die Szenarien, die dann kommen, werden diverse Händler weidlich ausnutzen, die Engpässe werden das Internet um ein Vielfaches verteuern. Also sollte man überlegen, wie man aus dem Schlamassel herauskommt. Ich wette, daß kurz vor der absoluten Knappheit jeder DSL-Provider seinen Kunden IPv6 anbieten wird. Momentan machen ja gerade die großen das nicht. Ich selbst würde das Angebot zur Zeit auch nicht annehmen. Klar gibt es Gateways in die IPv4-Welt, aber in der IPv6-Welt tauchen gerade mal 2700 Server auf. Und dann bin ich natürlich blutiger Anfänger. IPv4 mache ich nun seit Ende der 80er Jahre mit und kann TCP fast mitsprechen. Obwohl man uns in der Uni ja jahrelang OSI ans Herz legen wollte und das böse IP-Netz, welches sich üblerweise nicht zwischen Schicht 3 und 4 entscheiden konnte (Ketzer! Auf den Scheiterhaufen mit den Nicht-Normigen!), furchtbar bäh war. So bäh wie Microsoft.

Tja, wie die Kämpfe ausgegangen sind, wissen wir alle, aber nun jubeln die OSI-Macher wieder, denn bei IPv6 haben bestimmt einige von ihnen mitgewirkt. Alleine die Adreß-Länge: 128 Bit. 340 Sextillionen sind nun nicht gerade wenig. Und die Schreibweise in Hexadezimal-4er-Blocks ist alles andere als merkbar. Nirgends wird man ein DNS-System dringender brauchen. Und dann sehe ich die hirntoten SAP-Fuzzis, die auf ihren Systemen immer noch IP-Adressen direkt eintragen. Aber DNS ist wahrscheinlich nicht zertifiziert, in deren Augen ist ein 30 Jahre altes Namensauflösungssystem wahrscheinlich zu jung, es muß sich wahrscheinlich erst durchsetzen. Nunja, diese Leute wird es hart treffen, denn ich wette, die werden am Anfang von IP-Adressen nicht weggehen und bei IPv6 ist die Gefahr eines Vertippers geradezu merkbar erhöht. Ich ertappe mich selbst die ganze Zeit, wie ich ohne Maus-Cut-Paste quasi gar nichts mehr machen kann. Und das auf einem Linux-System, denen man immer nachsagt, da gäbe es ja gar nichts grafisches. Naja, wahrscheinlich nicht zertifiziert, dieses 30 Jahre alte X-Protokoll-System, zu neu…

Eigentlich sollte das gar kein “ich bashe hirntote Firmenpraktiken”-Thread werden, aber man nimmt ja mit, was man kann, höhö. Ich hatte also bisher keinerlei Kontakt zur IPv6-Welt. Das erste mal war auf dem CCC. Auf dem letzten Chaos Communication Congress hatten Leute FTP- und NFS-Server mit IPv6-Adressen aufgebaut. Und die waren sogar direkt von meinem Browser aus erreichbar! Was daran lag, daß in Linux der IPv6-Stack grundsätzlich aktiviert ist und die Ethernet-Karte sich neben der IPv4-Adresse eine IPv6-Adresse erzeugt. Auf dem CCC war natürlich IPv6 auf Switchen und Routern freigegeben und so konnte ich mich das erste Mal mit diesen ellenlangen Adressen rumschlagen. Denn DNS ist ja irgendwie beim CCC immer abwesend.

Nun las ich eben obige Links und dachte mir: es wird Zeit, selbst etwas zu tun. Die Frage ist nur: wie fängt man an? Es gibt unzählige Infos über IPv6, aber die Tutorials, wie man es Schritt für Schritt hinbekommt, waren doch eher kläglich. Was ich aber mitbekam: entweder man holte sich irgendwo Adressen (die gibt’s wirklich für lau!) und bittet dann den eigenen Provider, sich IPv6 auf die Dose schalten zu lassen. Das halte ich für verwegen, wenn man noch nie damit rumgespielt hat. Oder aber, man läßt die eigene Außen-IPv4-Adresse stehen und besorgt sich einen IPv4-to-IPv6-Tunnel. Interessanterweise gibt es viele Tunnel-Anbieter und so gut wie alle sind praktisch Promoter: man muß also nix bezahlen. Ich entschied mich für Sixxs, denn die Tutorials waren kurz und einfach gehalten. Man brauchte nur ein Tool namens AICCU und schon ging’s ab. Die Prozedur des Logins war etwas nervig, da man eine echte IPv6-Adresse bekommt, die einem dann gehört, wird man Eigentümer, also offiziell registriert mit Adresse, RIPE-Handle, usw. Dann haben sie eine Art Credit-System. Man bekommt bei Account-Eröffnung 25 Credits, dann kostet die Tunnelbeantragung 10 Credits und der Tunnel-Acknowledge nochmal 5. Um dann sein Kreditlimit zu erhöhen, muß man den Tunnel länger laufen lassen. Wenn man dann den Tunnel lange genug hat laufen lassen, kann man weitere Subnets beantragen. Ob das Sinn macht, ist eher unwahrscheinlich. Ich habe das so verstanden, daß sie mir ein /64-Netz “gegeben” haben (ob das nun für immer meins ist, glaube ich nicht, aber es sind echte offizielle Adressen). Das sind knapp 18 Trillionen Adressen. Ich habe es noch nicht geschafft, einem meiner Laptops eine dieser Adressen zu geben.

Da stehe ich echt noch im Wald, das ist alles sehr kompliziert. Ich verstehe auch diesen Verschwendungswahn nicht. Was soll ich mit 18 Trillionen Adressen??? Mir hätten 65536 locker gereicht. Wenn man subnetten kann, was ich auch noch nicht weiß. Vor allem dachte ich: oh Mann, wenn sie jedem 18 Trillionen geben, sind die 128 Bit doch ratzfatz dicht. Ich habe es ausgerechnet. Nehmen wir mal an, diese 2700 Server, die da im Netz announced werden haben alle /64-Netze. Dann wären schon 49 Trilliarden Adressen weg. Das scheint viel. Aber RIPE kann tatsächlich nochmal 6,8 Billiarden mal so viele vergeben. Das reicht sogar für jeden Einzelmenschen locker aus. Es sei denn, Särge kriegen demnächst ihr eigenes /64-Netz. Dann könnte es doch in ein paar Tausend Jahren knapp werden.

Aber kommen wir doch mal zum Nutzen: bringt es denn was? Zum einen bringt es, daß man seine Firewall komplett neu programmieren muß. Denn die IPv4-Firewall kennt die IPv6-Pakete ja nicht und läßt sie durch. Was besonders fatal ist, weil der Tunnel-Endpunkt (ich nutze das AYIYA-Protokoll, wg. dynamischer IPv4-Adressierung meines Außengateways und weil ich innen NATte) auch noch hinter meiner IPv4-Firewall liegt, die sieht das Ganze also nichtmal. Das ordentlich dicht zu kriegen, ist nicht einfach. Aber gibt es denn wirklich Dienste, für die sich IPv6 zur Zeit lohnt?

Ich habe genau einen gefunden: USENET/News. XS4All und ein paar andere lassen ihren News-Server auf IPv6-Seite komplett frei zugänglich. Ohne Volumenbeschränkung. IPv6-Promo. Klar haben sie ein Bandbreitenlimit und nur maximal 4 Connections usw. Aber das hat man bei so manchem Bezahl-News-Server auch. Mehr Sinnvolles habe ich noch nicht gefunden. Ich logge auch mittels Firewall erstmal alles mit, habe peinlich darauf geachtet, daß möglichst außer NTP (das braucht der Tunnel!) keinerlei Services auf IPv6 horchen. Außer SSH, da will ich mal sehen, ob’s wer versucht. Momentan kommen keinerlei Samba-Scans o.ä. Es scheint eine Art leerer Raum zu sein. Gut zum Spielen, Lernen, Ausprobieren. Mal sehen, wenn ich was falsch mache, werde ich dafür von Sixxs abgestraft. Das kostet Credits und wenn man bei Credit 0 ist, wird der Tunnel gesperrt. Ich werde jedenfalls mal versuchen, kleinere IPv6-Netze auf meiner Seite aufzuziehen. Alleine, um zu sehen: wie geht es denn nun praktisch? Denn daß wir eher früher als später nicht drumrum kommen, dürfte klar sein. Da kann es nie falsch sein, wenn man ein “Early Adopter” ist…

Fridtjof wies mich darauf hin, daß mein HDR-Kalender 2010 (bitte auf jeden Fall die Hinweise vor dem Printout beachten!) keine Erwähnung bzgl. offener Software hat. Er hat Recht, das hätte man in der Agenda unterbringen können, schließlich wurden nur freie Tools benutzt. OSS rulez! Free Software, Yeah! Da ich nun keine Lust habe, das nachzuholen (beim nächsten Kalender wird alles besser, bestimmt!), mache ich hier mal eine Auflistung an Software, was dafür notwendig war:

  • Linux: Natürlich! Zur Zeit nutze ich hauptsächlich Ubuntu. Aktuell die Version 9.10, Karmic Koala. Natürlich geht das aber auch mit Debian oder anderen Linux-Distributionen. Wobei ich bei Debian die Stable-Version meiden würde, die dürfte zu alt sein…
  • Die Einzel-Fotos selbst, die vor der Erstellung von HDRs benötigt werden, haben natürlich auch eine Vorgeschichte. Ich nutze eine Kamera von Canon dafür, die Powershot SX1. Canon deshalb, weil es dafür eine freie Firmware gibt, mit der man bis zu 11 Photos in einer Belichtungsreihe erstellen kann. Zwischen 7 (tagsüber) und 9 (nachts) Bilder braucht man nämlich tatsächlich, um perfekte HDR-Bilder zu machen. Standard-Kameras geben meistens maximal 3 Bilder vor, die noch dazu belichtungstechnisch nicht weit genug voneinander entfernt sind. Nur mit dieser Firmware ist es möglich, die Sache ordentlich zu machen, ansonsten muß man für jede Aufnahme mühselig von Hand die Belichtungszeit einstellen. Da kommt dann natürlich das Verwacklungsproblem hinzu, man muß die Bilder dann bei der HDR-Erstellung korrigieren, so daß sie aufeinander passen. Mit der automatischen Belichtungsreihe ist das ebenfalls nicht nötig.
    Übrigens habe ich auch noch eine Canon SX200IS, für die es die Firmware bisher nicht gab. Das hat sich scheinbar geändert, auch für diese Kamera gibt es nun diese Firmware. Das hat vor allem den Vorteil, daß ich 12 Megapixel bei übrigens deutlich besserem Sensor zur Verfügung habe im Gegensatz zu 10 Megapixeln bei der Powershot SX1 (und einem Sensor, der mehr bröselt). Und 10x-Zoom reicht bei HDRs völlig. Ich denke, ich werde demnächst mal mit der kleinen Canon losziehen, damit man mal einen Vergleich hat.
  • Momentan das einzige grafische Tool für Linux, welches ich bzgl. der Erstellung von HDR-Bildern kenne, ist QTPFSGUI. Der Name ist schräg, er setzt sich aus der Tatsache zusammen, daß es im Grunde eine grafische Oberfläche für die ursprünglichen PFSTools, einer consolenbasierten Methode, HDRs zu erstellen, ist. Schöner Satz, haha. Das QT kommt daher, daß es eben das QT-Toolkit für die grafische Darstellung nutzt. Nicht unbedingt ein Name, der Einzug in Marketing-Abteilungen versprechen würde. Wie auch immer, die Karmic-Version ist zur Zeit kaputt (HDR/EXR-Save bringt SEGV), weshalb ich empfehle, die Jaunty-Version zu installieren. BTW, die aktuelle Debian-Version hat (welch Wunder) das gleiche Problem.
  • Logischerweise wird bei Bildchenverarbeitung der Großkotz der freien Welt benutzt: Gimp! Theoretisch würde QTPFSGUI ausreichen, aber spätestens, wenn die Bilder nicht ganz gerade sind, kommt man um Gimp nicht drumrum. Meistens nutze ich aber Gimp, um verschiedene HDRs eines Bildes übereinanderzulegen. Denn: Der Mantiuk-Algorithmus ist oft zu kraß kontrastig bis hin zu massiven Rauschproblemen. Fattal ist meistens zu bunt und grell, ebenso wie Ashikhmin. Drago & Reinhard (05 ist besser als 02) sind oft zu standard-mäßig. Eine Kombination aus diesen 4-5 (mal nutze ich Reinhard, mal nicht) mit Überblendungen mittels Gimp führt oft zu perfekten Ergebnissen, die die Einzel-HDRs nicht haben. Deshalb: Gimp!
  • Zu guter Letzt: die Anordnung auf A3-Seiten mit Kalender-Gestaltung für das echte Feeling. Dafür bot sich OpenOffice geradezu an. Klar hätte man vielleicht auch LaTeX nehmen können, aber ich glaube, das hätte mir mehr Schmerzen bereitet. Mein letzter LaTeX-Use im größeren Umfang war meine Diplom-Arbeit…
    OpenOffice hat natürlich den direkten PDF-Export, weswegen hier auch nichts weiter nötig war.

Fridtjof wies mich noch auf ArgyllCMS hin, einer Software, mit der man Farbräume anpassen kann. Sowas wäre vor der Drucklegung vielleicht brauchbar gewesen, aber ich habe mich bisher mit Farbanpassungen wenig beschäftigt. Ob man das in den Prozeß rund um OpenOffice und PDF-Output hängen kann, weiß ich nicht. Aber zumindest ein guter Tip!

Das mit meinem HDR-Kalender 2010 wird doch schwieriger als erwartet. Ich war am Wochenende bei Sprintout, dem Copyshop bei mir around the Eck und wollte den Kalender dort drucken lassen. Zuerst mal als Hinweis: das PDF ist nicht auf Drucken farblich abgestimmt. Will heißen: auf dem Bildschirm hat es knackige Farben, im Druck wird es zu dunkel. Ich hatte das auch angemosert, aber da hieß es, bei deren Druckern könne man das nicht einstellen. Insofern also lieber zu einem Dienst gehen der das kann. Was aber wirklich erbärmlich war: A3-Druck nur mit Rand! Und es wird natürlich nicht das exakt auf A3-Druck eingestellte Bild runterskaliert, nein, es wird abgeschnitten. Also ich werde diesen Laden für A3-Druck meiden. Ich meine, jeder popelige A4-Drucker kann heute komplett randlos drucken und da erwarte ich in einem Copyshop, daß das dort auch für A3 geht, das sind schließlich superteure Ach-und-Krach-Maschinen. Ich wette auch, daß die das können, aber der Mann vor Ort es nicht konnte oder wollte, keine Ahnung. Klar hätte ich auch sagen können, das will ich so nicht, aber ich bleibe da fair, ich habe es veranlaßt, also zahle ich es (teuer, teuer, kann ich nur sagen). Immerhin konnte ich ja so rausfinden, wie man es NICHT macht, hat ja auch seinen Wert. Sozusagen als Hinweis an den Rest der Welt.

Ich werde das nun versuchen, in einem Internet-Shop meiner Wahl machen zu lassen. Es ist schon komisch, daß alle schreien, die lokalen Shops würden alle verschwinden wegen dem bösen Internet. Und kaum versuche ich den lokalen Shop vor Ort, geht das Ganze irgendwie völlig in die Hose. Bevor man das PDF also in den Copyshop der Wahl (ob nun Internet oder nicht) gibt, vorher unbedingt diese Fragen klären:

1. Geht ein A3-Randlos-Druck?
2. Wenn nicht, kann man das Druckbild wenigstens skalieren?
3. Geht eine Anpassung des Farbraums, damit der Ausdruck zumindest halbwegs der Helligkeit der Bildschirmdarstellung entspricht?

Ich rate dazu, daß unbedingt Frage 1 und 3 mit Ja beantwortet werden sollten. Interessant wäre auch, falls es einen Sprintout-Shop gibt, der das kann. Gibt ja mehrere in der Stadt. Nur, falls das jemand versuchen möchte. Denn ich kann mir nicht vorstellen, daß deren Maschinen das nicht handhaben können. Ich wette, man muß den richtigen unter denen finden. Vielleicht hängt’s sogar speziell von bestimmten Mitarbeitern ab?

Ach ja: Frohes Neues allerseits! :)

Seit einiger Zeit kriege ich von vielen Seiten zu hören, ich solle doch mal was mit meinen Bildern machen. So viele HDRs, so viel Arbeit, da müßte man doch mehr draus machen können. Bevor ich mich aber in ein kommerzielles Abenteuer stürze, dachte ich, gebe ich mal was for free raus. Ralf hatte mich ja ewig getriezt, ich solle einen Kalender machen. Nun gut, für einen Verkauf wäre es sowiesozu spät, deshalb pappe ich den Kalender hier und jetzt raus:

Der ultimative UWP-HDR-Kalender für 2010!

Zum Runterladen und selbst ausdrucken (A3! PDF!). Ich hoffe, es ist alles ok, ich kann bisher keinen eigenen Ausdruck machen, denn ich habe keinen A3-Drucker. Ich werde mir aber trotzdem demnächst im Copyshop meines Vertrauens auch eine Ausgabe davon drucken lassen. Der Kalender ist auf englisch gehalten und damit sicherlich auch ein schönes Mitbringsel. Man beachte: er darf kopiert, verteilt und sogar verkauft (!) werden, ohne daß man mir einen Cent zahlen muß. Die einzige Bedingung: er muß bleiben, wie er ist. Mein verspätetes Weihnachtsgeschenk an die Welt. BTW, die Techniken, mit der die Bilder “verbessert” wurde, sind unterschiedlich. Vor allem auch deshalb, weil ich über die Jahre natürlich auch dazulerne, meine Kamera mit anderer Firmware pimpe uvm. Ich werde jetzt nicht auf jede Kleinigkeit eingehen, soviel sei aber gesagt: es sind alles HDR-Bilder, die mindestens 3 Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen aufweisen. Die Maximal-Zahl, die ich nutze pro Bild, sind 9. Darüber macht es keinen Sinn und bei Tagesbildern lohnen selten mehr als 7. Aber die 3, die Kameras normalerweise als Belichtungsreihe machen, sind zu wenig. Deshalb: Kamera pimpen! Oder von Hand jede einzelne Aufnahme einstellen mit der Gefahr, daß die Kamera auf dem Stativ verwackelt.

Wie auch immer, viel Spaß damit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ok, bisher hatte ich mich aus dem Wikipedia-Ding relativ rausgehalten, aber irgendwie war auch die heutige Veranstaltung zu “löschen oder nicht löschen” eher ein Lacher. Man kriegt sehr stark das Gefühl, daß die Macher das Problem nicht begreifen oder nicht begreifen wollen. Fangen wir mal bei der Kundschaft an. Wikipedia vergleicht sich ja immer mit Enzyklopädien. Wer ist Standard-Kunde bei den Druckwerken und wer im Netz? Da wird es Überschneidungen geben, aber trotzdem sind die Netcitizens etwas anders drauf. Sie möchten Informationen auch zu kleinen, unbedeutenden Themen. Die meisten Standard-Enzyklopädien-Nutzer dürften eher einen pädagogischen Anspruch haben. Um mal das Schimpfwort Lehrer nicht zu benutzen. Dann gibt es das Problem von Druckwerken: die Masse an physischem Material ist begrenzt. Eine echte Enzyklopädie kann nicht mit 5000 Bänden daherkommen, der Plattenplatz dagegen ist heute unter ferner liefen, was Kosten und Aufwand bedeutet. Plattenplatz ist gewissermaßen irrelevant, Haha. Dann gibt es das Such-Problem: In Papier zu suchen wäre heftig, wenn alles drin wäre. Digital zu suchen ist simpel, bei Google finde ich so gut wie alles, was ich brauche. Nehmen wir mal an, es kämen wirklich bösartige Dinge rein oder Werbung usw. Man könnte sich ja mal vorstellen, daß statt Artikel zu löschen, es sinnvoller wäre, sie zu markieren. Löschen ist und bleibt Zensur, jedenfalls wenn sie inhaltlich bezogen ist. Durch die Markierung könnte man auch bei der Suche eine Möglichkeit finden, Artikel nach hinten zu schieben in den Ergebnissen. Die anwesenden Wikipedia-Macher auf der Bühne hatten IMHO nur das Ziel, mehr Leute technisch in den Laden zu bringen. Mehr Technik alleine wird das Problem nicht lösen. Es ist in den Köpfen dieser Leute. Auch die Anfrage, wer bereit wäre zu coden, war schon etwas schnippisch. Es geht bei der Diskussion um a) die Kundschaft, also die Leser, die Dinge mittlerweile vermissen und b) um die, die Artikel schreiben wollen und das nicht mehr machen wollen, weil sie nur durch Löschung angekackt werden. Das sich nun nur 10 Coder gemeldet haben, war logisch, aber daraus zu schließen, es gäbe kein Interesse an der Wikipedia-Struktur, war typisch für diese Diskussion. Man kriegt das Gefühl, man redet mit kleinen Kindern, die Angst haben, daß ihnen jemand ihr Spielzeug weg nimmt. Auch der spätere Einwurf, wenn’s euch nicht paßt, macht doch euer eigenes Wiki auf, zieht natürlich nicht, da Wikipedia mittlerweile zu bekannt ist und nur durch den Namen zieht. Daß die Qualität durch die Löscherei bald Nahe Null geht, will man hier nicht wahr haben. Ich denke, die großen Enzyklopädien reiben sich gerade die Hände, denn die bauen selbst an ihrer Online-Ausgabe und ich wette, die werden da soviel reinpacken wie möglich und am Schluß auf das verendete Wikipedia-Projekt runterlächeln und sagen: “Ihr hattet eure Chance.”

Die Dame, die über Fotografiererei berichtete, hatte größtenteils über Echtfilm-Zeug erzählt. Es war zwar interessant, weil es um das Gegenteil von normaler Fotografiererei ging, hat aber für mich wenig Bedeutung, da analog für mich ausfällt. Am Schluß rief aber jemand dazu auf, alte Kameras zu schrotten während der Aufnahme, z.B. in die Mikrowelle packen oder Laserbeschuß oder so. Klasse Wurst! Sollte man wirklich mal überlegen!

Dann kam Security Nightmares, die 10.! Oh mein Gott, und ich hatte bisher jede gesehen! Jedenfalls glaube ich das…
Die Rückschau 2009 war schon wieder schlimm genug, aber eigentlich sitze ich hier ja wegen den Prognosen. Eine heftige Prognose ist: nächstes Jahr müssen sie wahrscheinlich die Rubriken E-Government und Datenverbrechen zusammenlegen, läuft ja sowieso in die gleiche Richtung. Es wurde nochmal daraufhin gewiesen, daß falsche Einträge in Datenbanken nicht strafbar sind. Das nur als Hinweis, weil Datenbanken grundsätzlich leaken und so gut wie jede Datenbank irgendwann mal frei im Internet rumgondeln wird… Schöner Satz: “Alles wird irgendwann wegkommen” Das war zwar bezogen auf Social Networks, aber ich denke, das hat Allgemeingültigkeit im digitalen Bereich. Tja, 2010 wird wohl ein Haufen Bot/Spam-Scheiß aus der Cloud kommen. Denn was ist ein Botnetz andereres als eine eigene Cloud? Ich halte das sowieso für einen sinnlosen Hype, niemand, dem seine Daten was wert sind, wird sie auf Clouds parken. Der Entropiemangel in Clouds (Nicht genug Random Dataquellen für Seeding) könnte dermaßen hoch sein, daß es vielleicht bald Systeme gibt, die “Mausminuten” verkaufen. Fand ich ‘ne echt lustige Idee. Nichts ist so bizarr, daß es nicht kommen könnte…
Tja, letztes Jahr wurde End-of-GSM eingeläutet und auf diesem CCC haben sie gezeigt, daß man mit Kindergartentechnik das ganze System aushöhlen kann. Bitter. Ich glaube nicht, daß die Mobilfunkanbieter flexibel genug sind, um mit diesem Problem umzugehen. Ab 2010 soll es digitale und intelligente Stromzähler verpflichtend geben. Aber nur, wenn man will. Höh? Auch lustig: Flash steht als nächstes auf der Supergau-Agenda. Da werden wir die volle Breitseite von Closed Source erleben. Richtig übel fand ich High-Speed-Trading: Rechner, die mit wenig Latenz an der Börse spielen, eijeijei. Da steht die nächste Krise bald ins Haus. Gegen GoogleView könnten handgeschriebene Robots.txt am eigenen Gartenzaun helfen. Klingt aber sehr nach Voodoo. Cooles neues Geschäftsfeld: Flashmobvermietung!

Und zu guter Letzt: die Abschlußveranstaltung! Nunja, immerhin hatte ich es in Saal 1 geschafft, was gerade bei den letzten beiden Veranstaltungen eine echte Schwierigkeit ist. Wie auch immer, es war zwar trotz der ganzen Querelen um die Überfüllung schön, aber andererseits ist es auch ganz gut, daß es jetzt zu ende geht. Ich brauche mehr Schlaf…

Uff, mehr als 9000 Leute waren auf dem Congress anwesend. Und die Streams sind sogar schon online! Der GSM-Hack hat wohl am meisten Presse gebracht. Typisch. Totalüberwachung interessiert niemand, aber nimm ihnen das Handy weg und Du hast wirklich die Revolution am Arsch. 7581 MAC Adressen, davon 2600 gleichzeitig online. Der Ruhe-Graph war lustig: zwischen 4 und 9 Uhr morgens kehrt tatsächlich Ruhe im Netz ein. Die fetteste Kiste hatte über 120 TB im LAN ausgeliefert (und 2 x 10 GBit Ethernet und 24 TB Disks, 5 KW Stromverbrauch, 400 kg schwer, komplettes Rack…).

Chaos, die 3.

2009-12-29

Haueha, etwas spät aufgestanden. Dann habe ich noch ein kleines Projekt für alle meine Foto-Fans in der Mache (mindestens 5 Leute triezen mich seit einiger Zeit, ich solle mal was mit meinen Fotos machen). Also schön aufpassen, da kommt noch was!

Heute morgen hatte ich via Stream schon den CCC-Jahresrückblick gesehen. Naja, vieles kannte man schon, klar waren interessante Details dabei. Aber insgesamt eher eine Art Veranstaltung, mehr Leute für den Verein zu kriegen. Wobei ich als Vereins-Skeptiker einerseits beruhigt wurde, weil man die Idee des Vereins auch nicht mag, aber das BGB nur diese Möglichkeit läßt. Andererseits wurde auch auf Nerds hingewiesen, die sich total in Vereinsmeierei stürzen. Und schon war ich wieder etwas weiter weg von einer Mitgliedschaft…

Wie auch immer, Lightning Talks habe ich aufgenommen und werde mich noch später dazu äußern.

Nun sitze ich in einem Vortrag, in dem es um 3D-Creating-Robots geht. Printing-Out 3D-Style gewissermaßen. Das ist wirklich klasse! Sogar die Hardware ist OpenSource und für amerikanische Verhältnisse supi: alles metrisch! Merkt euch die URL makerbot.com! BTW, nicht nur technisches Zeug ist möglich. Auch Mampf-Kram ging ganz gut. Sie druckten Wetterwolken aus dem Wetterbericht auf Toast, mit Peanut-Butter natürlich… Und Skulptur-Maker. Irgendwie erinnert mich da einiges an so eine TV-Werbung aus meiner Kindheit. Da gab es den “Shaker-Maker”, sah aus wie ein Drink-Shaker, nur daß man irgendeine Masse reintat und raus kam dann eine Figur oder so. So ähnlich ist das bei diesen Making-Robots auch, nur viel filigraner und voll programmiert.
Besonders schräg ist Mr. Bres Idee, daß man demnächst Dinge nicht mehr im Laden kauft, sondern einfach zu Hause in einer Creating-Machine selbst herstellt. Ist das nicht ein Großangriff auf den Kapitalismus? Eijeijei, die Vorboten bzgl. Urheberrecht und digitalen Daten rund um Audio und Video waren ein Furz im Wind gegen das, was der Mann da vorgestellt hat. Wenn sich diese Idee eines 3D-Druckers im Selbstbau wirklich durchsetzt, dann wird es eng für China und andere Billig-Hersteller. Glücklicherweise ist unsere Industrie doch ein bißchen mehr auf Spezial-Produktion gerüstet. Aber die Entwicklung wird weitergehen, irgendwann können auch komplexere Dinge mit 3D-Printern hergestellt werden. Dann gnade der Industrie Gott. Als Industrie-Lenker würde ich langsam hellhörig werden, denn diese Techniken bedrohen ganze Weltwirtschaften. Trotzdem: Cool! Sehr SF-mäßig!

UPDATE: 23:00

Bevor ich hier vom FNORD-Jahres-News-Rückblick erzähle, nochmal ein paar kleine Dinge. Es ist zu voll. Viel zu voll. Die Lösung sind Stehplätze in den Hallen (nicht nur, aber mehr als früher) und viel Zeit zwischen den Vorträgen, so daß Faxen-Nick die Leute zusammenschieben kann. Übrigens: Da die Komplett-Karten schon am Sonntag morgen weg waren, gab es für Tag 4 ein Special-Offer: wer mit Bändchen vom Tag 1/2/3 am Tag 4 um 8 Uhr morgens auftaucht, kriegt den Tag 4 for free. Schöne Geste. Das täuscht aber trotzdem nicht über die Überfüllung hinweg. Es wird beim BCC bleiben, weil das ICC zu heftige Forderungen monetärer Art stellt und ich bin echt am überlegen, ob ich nächstes Jahr noch physisch dabei sein will. Ich mache das Ganze nun mit, solange der Congress in Berlin stattfindet, aber die ganze Zeit vor den Hallen sitzen mit gutem Netz oder aber sich Stunden vor dem gewünschten Vortrag irgendwo reinzusetzen und dafür nur lausiges WLAN zu haben, ist wirklich eine ätzende Wahl. Vielleicht nächstes Mal die Nachtkarten für 5 Euro ab 0 Uhr? Ach, das wird echt nervig langsam…

Aber gut, zurück zur FNORD-News-Show. Lustiges Bild von der Weltregierung, aber auch lustige Bilder von unseren Politgrößen, wie sie Frauen hinterher glotzen. Medwedew bei den G20-Gipfel leicht auf Jelzin-Kurs (torkel). Auch die Gaddafi-Bilder sind grandios! Ach, was zähle ich hier Fotos auf, guckt euch den Stream an, der rockt! Finster: der Westen mag Städte planen, ein paar Straßen hinbauen und dann fehlt das Geld für die Stadt. Kenne ich von den Kanaren, gibt’s aber wohl auch häufig in den USA. China geht einen Schritt weiter. Die bauen komplette Städte, die später leer bleiben, weil sich’s keiner leisten kann! Un-glaub-lich! Brasilianer sind auch schräg: bitte beim Duschen pinkeln, das spart Wasser! Hülfä!

Auch ein schönes Detail: europäische Konzernhaftung. Der Konzern Vattenfall haftet für deutsche AKWs. Und Vattenfall gehört der schwedischen Regierung. Also haftet die schwedische Regierung für deutsche AKW-Katastrophen. Hui! Da werden die bestimmt am Gesetz drehen in der EU-Kommission. Und möglichst, ohne daß das EU-Parlament was bemerkt…

Heftig: Das Kennzeichen “2BG2FAIL” Gehört dem Vize-Präsidenten von Merryl Lynch! Die sind ja so dreist! Immerhin ehrlich, sie zeigen damit dem Rest der Welt total offen den Stinkefinger: wir scheißen auf euch, wir wollen nur euer Geld!

Drohnen- und Militärtechnik scheint ja auch das Letzte zu sein. Bewaffnete Drohnen, die sich im Flug mal eben das RAM ausnullen oder einfach mal weiterfliegen und irgendwen umbringen. Ist Militärtechnik nicht die teuerste überhaupt? Sollte nicht gerade die funktionieren? Die Terminator-Welt ist echt nicht mehr weit entfernt. Wir schludern uns da schon hin.

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