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Ok, bisher hatte ich mich aus dem Wikipedia-Ding relativ rausgehalten, aber irgendwie war auch die heutige Veranstaltung zu “löschen oder nicht löschen” eher ein Lacher. Man kriegt sehr stark das Gefühl, daß die Macher das Problem nicht begreifen oder nicht begreifen wollen. Fangen wir mal bei der Kundschaft an. Wikipedia vergleicht sich ja immer mit Enzyklopädien. Wer ist Standard-Kunde bei den Druckwerken und wer im Netz? Da wird es Überschneidungen geben, aber trotzdem sind die Netcitizens etwas anders drauf. Sie möchten Informationen auch zu kleinen, unbedeutenden Themen. Die meisten Standard-Enzyklopädien-Nutzer dürften eher einen pädagogischen Anspruch haben. Um mal das Schimpfwort Lehrer nicht zu benutzen. Dann gibt es das Problem von Druckwerken: die Masse an physischem Material ist begrenzt. Eine echte Enzyklopädie kann nicht mit 5000 Bänden daherkommen, der Plattenplatz dagegen ist heute unter ferner liefen, was Kosten und Aufwand bedeutet. Plattenplatz ist gewissermaßen irrelevant, Haha. Dann gibt es das Such-Problem: In Papier zu suchen wäre heftig, wenn alles drin wäre. Digital zu suchen ist simpel, bei Google finde ich so gut wie alles, was ich brauche. Nehmen wir mal an, es kämen wirklich bösartige Dinge rein oder Werbung usw. Man könnte sich ja mal vorstellen, daß statt Artikel zu löschen, es sinnvoller wäre, sie zu markieren. Löschen ist und bleibt Zensur, jedenfalls wenn sie inhaltlich bezogen ist. Durch die Markierung könnte man auch bei der Suche eine Möglichkeit finden, Artikel nach hinten zu schieben in den Ergebnissen. Die anwesenden Wikipedia-Macher auf der Bühne hatten IMHO nur das Ziel, mehr Leute technisch in den Laden zu bringen. Mehr Technik alleine wird das Problem nicht lösen. Es ist in den Köpfen dieser Leute. Auch die Anfrage, wer bereit wäre zu coden, war schon etwas schnippisch. Es geht bei der Diskussion um a) die Kundschaft, also die Leser, die Dinge mittlerweile vermissen und b) um die, die Artikel schreiben wollen und das nicht mehr machen wollen, weil sie nur durch Löschung angekackt werden. Das sich nun nur 10 Coder gemeldet haben, war logisch, aber daraus zu schließen, es gäbe kein Interesse an der Wikipedia-Struktur, war typisch für diese Diskussion. Man kriegt das Gefühl, man redet mit kleinen Kindern, die Angst haben, daß ihnen jemand ihr Spielzeug weg nimmt. Auch der spätere Einwurf, wenn’s euch nicht paßt, macht doch euer eigenes Wiki auf, zieht natürlich nicht, da Wikipedia mittlerweile zu bekannt ist und nur durch den Namen zieht. Daß die Qualität durch die Löscherei bald Nahe Null geht, will man hier nicht wahr haben. Ich denke, die großen Enzyklopädien reiben sich gerade die Hände, denn die bauen selbst an ihrer Online-Ausgabe und ich wette, die werden da soviel reinpacken wie möglich und am Schluß auf das verendete Wikipedia-Projekt runterlächeln und sagen: “Ihr hattet eure Chance.”

Die Dame, die über Fotografiererei berichtete, hatte größtenteils über Echtfilm-Zeug erzählt. Es war zwar interessant, weil es um das Gegenteil von normaler Fotografiererei ging, hat aber für mich wenig Bedeutung, da analog für mich ausfällt. Am Schluß rief aber jemand dazu auf, alte Kameras zu schrotten während der Aufnahme, z.B. in die Mikrowelle packen oder Laserbeschuß oder so. Klasse Wurst! Sollte man wirklich mal überlegen!

Dann kam Security Nightmares, die 10.! Oh mein Gott, und ich hatte bisher jede gesehen! Jedenfalls glaube ich das…
Die Rückschau 2009 war schon wieder schlimm genug, aber eigentlich sitze ich hier ja wegen den Prognosen. Eine heftige Prognose ist: nächstes Jahr müssen sie wahrscheinlich die Rubriken E-Government und Datenverbrechen zusammenlegen, läuft ja sowieso in die gleiche Richtung. Es wurde nochmal daraufhin gewiesen, daß falsche Einträge in Datenbanken nicht strafbar sind. Das nur als Hinweis, weil Datenbanken grundsätzlich leaken und so gut wie jede Datenbank irgendwann mal frei im Internet rumgondeln wird… Schöner Satz: “Alles wird irgendwann wegkommen” Das war zwar bezogen auf Social Networks, aber ich denke, das hat Allgemeingültigkeit im digitalen Bereich. Tja, 2010 wird wohl ein Haufen Bot/Spam-Scheiß aus der Cloud kommen. Denn was ist ein Botnetz andereres als eine eigene Cloud? Ich halte das sowieso für einen sinnlosen Hype, niemand, dem seine Daten was wert sind, wird sie auf Clouds parken. Der Entropiemangel in Clouds (Nicht genug Random Dataquellen für Seeding) könnte dermaßen hoch sein, daß es vielleicht bald Systeme gibt, die “Mausminuten” verkaufen. Fand ich ‘ne echt lustige Idee. Nichts ist so bizarr, daß es nicht kommen könnte…
Tja, letztes Jahr wurde End-of-GSM eingeläutet und auf diesem CCC haben sie gezeigt, daß man mit Kindergartentechnik das ganze System aushöhlen kann. Bitter. Ich glaube nicht, daß die Mobilfunkanbieter flexibel genug sind, um mit diesem Problem umzugehen. Ab 2010 soll es digitale und intelligente Stromzähler verpflichtend geben. Aber nur, wenn man will. Höh? Auch lustig: Flash steht als nächstes auf der Supergau-Agenda. Da werden wir die volle Breitseite von Closed Source erleben. Richtig übel fand ich High-Speed-Trading: Rechner, die mit wenig Latenz an der Börse spielen, eijeijei. Da steht die nächste Krise bald ins Haus. Gegen GoogleView könnten handgeschriebene Robots.txt am eigenen Gartenzaun helfen. Klingt aber sehr nach Voodoo. Cooles neues Geschäftsfeld: Flashmobvermietung!

Und zu guter Letzt: die Abschlußveranstaltung! Nunja, immerhin hatte ich es in Saal 1 geschafft, was gerade bei den letzten beiden Veranstaltungen eine echte Schwierigkeit ist. Wie auch immer, es war zwar trotz der ganzen Querelen um die Überfüllung schön, aber andererseits ist es auch ganz gut, daß es jetzt zu ende geht. Ich brauche mehr Schlaf…

Uff, mehr als 9000 Leute waren auf dem Congress anwesend. Und die Streams sind sogar schon online! Der GSM-Hack hat wohl am meisten Presse gebracht. Typisch. Totalüberwachung interessiert niemand, aber nimm ihnen das Handy weg und Du hast wirklich die Revolution am Arsch. 7581 MAC Adressen, davon 2600 gleichzeitig online. Der Ruhe-Graph war lustig: zwischen 4 und 9 Uhr morgens kehrt tatsächlich Ruhe im Netz ein. Die fetteste Kiste hatte über 120 TB im LAN ausgeliefert (und 2 x 10 GBit Ethernet und 24 TB Disks, 5 KW Stromverbrauch, 400 kg schwer, komplettes Rack…).

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