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Jahresende droht mit CCC

2009-12-27, 02:00 CET

Da geht man mal am Jahresende in die Factory und schon muß man sich schlimme Dinge anhören. Eigentlich war ja allet schön, nur mußte ich doch relativ früh, nämlich knapp vor 3 in Richtung Heimat. Horst (nicht DER sondern DIE Horst!) nannte mich einen Spießer, wodurch ich jetzt echt geknickt bin. Ich löse glatt meinen Bausparvertrag auf. Jaja!

Und warum mußte ich nach Hause? Na, wegen CCC-Rocket in front of the BCC des Chaos Communication Congresses! Es ist ja schließlich Jahresende! Und da ist nunmal CCC. Der fing früh an, aber ich habe es natürlich trotzdem verpeilt, rechtzeitig zu kommen. Wobei rechtzeitig nicht unbedingt “Startveranstaltung” meint. Sondern Lightning Talks. Das sind ja meistens die besseren Veranstaltungen. Kurz, knapp, manchmal daneben, manchmal wirklich supi. Naja, etwas holperig war es trotzdem, denn ich habe meine Kopfhörer vergessen. Und nix hat offen, keiner kann einem so etwas verkaufen. Grummel. Naja, leidet halt meine Umgebung am Audiostream. Ansonsten das Übliche: zu voll. Es gab heute nur noch Tageskarten und auch die nächsten 3 Tage sind die Komplett-Bändchen ausverkauft. Anselm hatte das Problem und meinte, daß die Bändchen für den nächsten Tag erst ab 1 Uhr morgens verkauft werden. Man kann also nichtmal alle Bändchen für alle Tage vorweg kaufen. Vom höheren Preis mal ganz abgesehen (80 vs. 120 Ocken komplett). Tja, da bleibt nur hoffen oder aber die Veranstaltung nicht mehr zu verlassen. Im Hackcenter riecht es danach, als würden alle geballt Variante 2 wählen. Im Chat hatte jemand geklagt, wenn er aufhören würde zu schreiben, könne man davon ausgehen, er sei erstickt. Es war nie super Luft im Hackcenter, vielleicht ist es auch meiner neuen Nase geschuldet, aber es ist diesmal wirklich extrem miefig da unten. Da dürfte auf lange Sicht wirklich nur noch ein Ortswechsel helfen. Wobei das ICC, welches letztes Jahr schon im Raum stand, nicht nur teuer ist. Auch die Video-Überwachung und viele andere Kleinigkeiten (24h offen, Essen & Getränke auch selbst reinbringen) dürften dort schwer durchzudrücken sein. Und: infrastrukturell ist das ICC mitten im Nirgendwo: kein Elektromarkt (z.B. für KOPFHÖRER!einself!!), kaum vernünftiger Mampf usw. Da sind wir mit dem Standort am Alex echt verwöhnt. Aber so überfüllt wie jetzt kann es eigentlich nicht weitergehen.

Kommen wir mal zum Inhaltlichen. Gesehen, bzw. versucht zu sehen, da die Streams doch recht instabil sind, hatte ich our darknet and its bright spots. Es hatte was von Monty Pythons Sinn des Lebens, wo der Tod meint: Ihr Amerikaner redet und redet… Kurz: es war Gefasel. Ab knapp der Hälfte habe ich aufgegeben, zu substanzlos. Ein paar Reinguckereien in die anderen Streams waren ebenfalls dabei aber wirklich erwähnenswert war Das Zugangserschwerungsgesetz. Es war interessant, an welchen Dingen dieses Gesetz verfassungsrechtlich hakelt. Wenn das als Download angeboten wird: unbedingt ansehen/hören! Denn es ist doch vieles anders, als wir Rechtsleyen (Haha!) uns das vorstellen. Der größte Knackpunkt könnte die fehlende Zuständigkeit des Bundes sein. Aber es war auch interessant, wie die Juristerei “Zensur” definiert. Nämlich die Vorweg-Erlaubnis von Druckerzeugnissen. Also sehr schräg, alles noch aus dem letzten Jahrtausend, eine Anpassung an aktülle Verhältnisse des modernen Lebens scheint zu fehlen.

Ich denke, ich werde diesen Blog-Part über die nächsten Tage etwas variabler halten als sonst, auch wenn ich Twitter-Style zutiefst verabscheue. Aber ich denke, da wird einiges mal eben so flott von der Hand kommentiert werden. Zum Trost hier 2 HDR-Bildchen:

Weiteres wird sich hier unter !!!UPDATE!!! oder so finden.

UPDATE: 21:30

Ich war extrem hin und hergerissen zwischen Roger Dingledines Tor-Vortrag und meinem Lieblingsthema, dem Fotografieren. Ich habe mich für Letzteres entschieden, da mir ja auch ständig Köppe ins Bild rutschen, die mir im Nachhinein sagen könnten: weg mit dem Bild! Das ist unschön, andererseits bestehe ich ja auch auf meinem Recht auf Privatsphäre.

Der Vortrag war von einem professionellen Fotografen gehalten worden, sehr interessant! Vor allem die Kameratechnik: alles vollautomatisierte und ferngesteuerte Kameras! Heftig! Da ist man als Amateur doch sehr weit entfernt. Übel fand ich ja auch den Spagat bei Demonstrationen: Die Polizei will Fotos von ihm, die anderen schicken ihm Drohmails, daß er ja nix veröffentlicht und das macht die ganze Arbeit doch sichtlich schwierig. Interessant war der Kontrast: es gab Demo-Bilder, wo die Demonstranten völlig außer Rand und Band waren, alles anzündeten usw. Dort war praktisch kaum Staatsmacht vorhanden. Aber in Kopenhagen beim Klimagipfel war es genau andersrum, die Demonstranten waren friedlich, aber wurden reihenweise verhaftet. Solche Bilder zeigen die seltsame Realität, in der wir leben. Er beschrieb auch die Professionalität der Politiker, die exakt die Fotografen einplanen, Dinge in die Kameras zur rechten Zeit halten usw. Außerdem war der Konkurrenzdruck der Fotografen bei Galas auch schön zu sehen. Ein harter Job… Und wenn man mal die Namen der Promis nicht kennt: einfach mal ein paar rumstehende Fans fragen! Bruhahaha!
Schön waren auch “Bilder durch’s Fenster geschossen”, eigentlich illegal, da private Räume. Politiker machen da aber meistens doch nichts gegen, weil der Widerstand gegen die Bilder nachher zu viel Staub aufwirbelt. Und wahrscheinlich nachher die Bilder wichtiger macht als sie sind…
Und sehr böse: Bilder entscheiden alles, z.B. wenn immer das gleiche Bild in die Medien wandert. Das mag nur eine Momentaufnahme sein, aber da es überall ist, wird es als gemeingültig wahrgenommen. Was natürlich falsch ist, aber die Aussage des Bildes ist im Nachhinein fest. So werden ganze Konferenzen entschieden. Eigentlich schlimm, die ganze Welt ist geistig auf “Bild”-Niveau.

Vieles geht heute gar nicht mehr: Schwimmbadfotos oder Fotos mit Minderjährigen, da muß man alle Eltern fragen, usw. Die Beispiele, die er mit hatte, waren alle schwarz-weiß, d.h. in Farbe ist sowas schon superselten geworden, weil man Unmengen Gesetze bricht, wenn man diese Bilder machen und veröffentlichen würde. Schon eine Kunstausstellung mit den Besuchern: geht nicht. Oder Beerdigungen: alles nicht drin.

Aber auch Schrödingers Katze hat mit Fotografie zu tun. Z.B. 1. Mai: ein paar Steinewerfer sind umringt von zig Fotografen. Das animiert natürlich erst Recht zur Gewalt, die fühlen sich dann durch die viele Aufmerksamkeit als die Tollen und dann geht’s ab. BTW, freie Fotografen kr
iegen über den Daumen 300 Ocken pro Tag. Z.B. auch für einen Afghanistan-Besuch. Also man riskiert irgendwie mehr als man dafür bekommt. Wobei die meisten Fotografen mittlerweile fest angestellt sind, als freier Fotograf kann man kaum finanziell überleben. Der Kontrast zum Paparazzi könnte kaum größer sein: wegen des ganzen Ärgers versucht der Profi-Fotograf, möglichst keine kompromittierenden Bilder abzuliefern. Auch hat der Profi-Fotograf strenge Regeln bzgl. Photoshop. Denn er verkauft in erster Linie Glaubwürdigkeit. Dafür kann man auch mal aus seiner Agentur fliegen. Damit ist auch dann für denjenigen Ende der Profifotografie, denn das geht rum wie ein Lauffeuer.

Zur Digitalität kann man sagen: kaum fotografiert, muß das Zeiug raus zur Agentur. Schnellschnell ist das Zauberwort. Das geht analog gar nicht mehr, die Bilder werden digital sofort verschickt über diverse Netze. Und verantwortlich ist immer der Fotograf, auch wenn die Agentur Anwälte für ihre Fotografen vorhält. Das betrifft vor allem wirtschaftliche Bereiche, wie in Einkaufszentren o.ä. Die sind oft schnell mit dem Anwalt zur Hand und wollen Kohle sehen, wenn man gegen diese Regeln verstößt. Corporate Spaces sind demnach ein absolutes No-No.
Insgesamt ein sehr, sehr interessanter Vortrag! Dingledine muß ich mir dann wohl ein anderes Mal ansehen…

UPDATE: 22:50

Und schon wieder die Wahl zwischen 2 interessanten Topics: Wireless power transfer und Unbild, Pictures and Non-Pictures. Ich habe angefangen mit der Wireless Nummer, denn es ist natürlich ein Traum, wenn man Strom auch durch die Luft schieben könnte. Andererseits sehe ich hier die üblichen Gefahren von Magnetfeldern und Strahlung: Krebs. Natürlich ist das Prinzip, welches noch aus Teslas Tagen stammt, nicht für große Energiemengen gemacht. Aber 10 Volt auf 10 Meter sind schon ganz ok. Der Beitrag war interessant und gut aufgemacht, aber irgendwie wollte ich auch mal in die andere Richtung schielen.

Dort wurde das Kunstprojekt “Überwachung” dargestellt. Die Frage ist: was passiert, wenn man Botschaften überwacht und es als Sicherheitsgewinn darstellen will? Im Grunde so, wie es die Politik dem Bürger verkauft. Dumm nur, daß staatliche Stellen sich nur äußerst ungern überwachen lassen. Das bedeutet Ärger ohne Ende für die Macher bis hin zu Einreisequerelen Richtung USA. Wobei der Beitrag etwas wirr war. Ich bin trotzdem dabei geblieben, weil es wenigstens noch Zusatzinformationen gab. Die ganzen Probleme rund um Ein- und Ausreise in und aus den USA waren recht interessant, wobei der Beitrag irgendwie keine Richtung hatte. Teilweise Kunstprojekt, teilweise jornalistische Dokumentation. Sehr, sehr merkwürdig! Aber gut, meine Projekte sind auch manchmal ziellos, allerdings bemühe ich mich beim Abschluß um eine klare Aussage. Trotzdem kam es mir mehr wie eine Selbstdarstellung denn wie ein ernstzunehmendes Projektz vor. Wäre ich mal bei Tesla und der drahtlosen Stromübertragung geblieben…

Dafür konnte ich nochmal persönlich mit Axel Schmidt reden, dem Profi-Fotografen. Ich war natürlich wild drauf, zu erfahren, was für Technik ein Profi benutzt. Cool ist, daß es keine teuren Hasselblads oder sowas sind. Das wäre reine Studio-Technik, ungeeignet für die Straße, die Zooms sind zu langsam, zu wenig Zubehör undundund. News-Reporter nutzen demnach Standard-Nikons und -Canons, also normale DSLRs. Teuer wird allerdings das ganze Equipment drumrum: Die Verkabelung bei direkter Remoteübertragung, die Fernauslöser usw. Und dann verriet er als kleines Schmankerl, daß es auch Fußtaster zur Auslösung gibt. Damit kann man 4 Kameras gleichzeitig ansteuern, wird oft beim Fußball so gemacht. Mittlerweile gibt es auch Remote-Geräte mit Live-View-Übertragung per Kabel, da kann man auch noch sehen, was man da ablichtet. Oder auch nicht, wenn die Daten gleich direkt zur Agentur übermittelt werden (!). Sonst muß man die Kamera ausrichten und pi mal Daumen remote auslösen. Er meinte auch: das mag alles schlimm klingen, aber am Ende zählt das Bild und da kann man mit jeder Kamera Glück haben. Ach ja: Das Equipment muß er als Angestellter nicht bezahlen, die Agentur kauft das Zeug zusammen. Das ist einerseits gut, weil alle 3 Jahre die Kameras und damit auch das Zubehör erneuert werden, das ist teuer. Andererseits, ginge er von der Agentur weg (oder würde gegangen), wäre damit auch sein Arbeitsmittel weg. Und das hat er auch privat bei sich und nutzt es auch dementsprechend. Kein leichter Job.

UPDATE: 23:59

Coreboot! YES! Bisher traue ich mich ja nicht, auf meinem Home-Desktop das BIOS auszutauschen gegen ein Open-Source-BIOS. Aber irgendwie sieht das langsam hochprofessionell aus! Immerhin, 10 Jahre sind eine lange Zeit für ein OSS-Projekt. Der Linux-Kernel war 2001 so stabil, daß ich mich zum Schwenk von FreeBSD auf Linux entschied. Das heißt, man müßte coreboot doch mal eine Chance geben. Aber: nach längerem Stöbern auf der Seite finde ich weder aktuelle Boards von mir, noch meine alten Teile. Vielleicht muß man da mal nach Chipsets gucken, aber da ich meistens diese Mischmasch-Boards habe, auf denen die Hölle los ist, könnte es durchaus schwierig sein. Verdammt, warum muß die Welt immer so schwer sein???

Aber der Vortrag haut mächtig rein in die Tiefe. Man glaubt ja gar nicht, was so alles auf einem Mainboard rumkreucht und fleucht. Nachdem ich es schon für überkomplex hielt, sagte der Vortragende: It’s getting really complex now. Eijeijei, das ist wirklich Hacker-Zeug. Und dabei waren wir noch bei den Schaubildchen, noch gar keine technischen Details, welches Bit in welchem Register wann gesetzt werden muß oder so. Immerhin hat er schön erklärt, wofür die einzelnen Komponenten eines Boards zuständig sind. Wahrscheinlich regen sich die Cracks jetzt auf, daß er den Vortrag auch für Hardware-Doofis wie mich gestrickt hat… Andererseits werden die so einen Vortrag nicht brauchen.

Spannend an dem Thema fand ich die ständige QEMU-Emulation, die sich durch das ganze Thema zieht. Wobei es irgendwie logisch ist, QEMU braucht zum booten ja auch ein eigenes BIOS. Da ist eine Vermischung irgendwie logisch. Übrigens ist die Firma ASUS etwas überproportional vertreten, sind deren Boards am offensten? Geben die am meisten Hintergrund-Infos raus?

Der Build-Process ist dagegen fast exakt wie beim Linux-Kernel-Bau. Man hat das mittlerweile vereinfacht, das war wohl mal deutlich schwieriger und nerviger. Heftig: als Payload kann man ein kleines Mini-Linux in das BIOS laden. Daß man dort ssh usw. hat, hatte ich ja schon vor längerer Zeit mitbekommen. Aber daß es dermaßen viel an Funktionalität ist, hätte ich dann doch nicht gedacht. Im BIOS ist schließlich nicht endlos Platz. Aber der meiste Platzgewinn kommt natürlich durch Kompression. Im Lauf wird also das BIOS im RAM dekomprimiert und schon hat man deutlich mehr Platz. Ich frage mich: machen Hersteller das auch? Und wenn ja, wo sind dann all die Features, die man einbauen könnte? Wieso muß man eigentlich in der digitalen Welt alles selbst machen? Wieso brauche ich eine alternative Firmware in meiner Kamera? Wies
o kümmern sich Hersteller nicht um ihre Produkte? Zu kurze Lebenszyklen? Lohnt deshalb nicht?

Wie man das Ganze debuggt beim Adden neuer Boards ist mir irgendwie unklar. Mit Memtest? Hö? Nur, weil ich das RAM ansprechen kann, kriege ich den Rest ja noch lange nicht zum Laufen. Überhaupt, diese ständigen Zwischenvirtualisierungen mittels KVM/QEMU, irgendwie sieht das gefährlich nach Bluepill aus…

Wie auch immer, das war zwar kein mitreißender Vortrag, aber sehr informativ. Man kriegt ja sonst nicht viel von den eigentlichen Projekten mit. Ich denke, für heute ist erstmal genug geschrieben…

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