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Der Ramschpalast

2009-08-06, 02:00 CEST

Mal wieder etwas aus dem Reich des Kaufbaren. In einer Großstadt bekommt man ja nicht alles um sich rum mit. Dafür tut sich einfach viel zu viel. Oft ist es hilfreich, wenn neben den üblichen Medien einen Freunde auf Sachen aufmerksam machen: “Du, die Marheineke-Halle ist jetzt ganz anders!” oder “Nächstes Wochenende sind überall Nacht-Flohmärkte!” (hint! hint!)

Ich bin für solche Hinweise immer sehr dankbar und gebe sie auch liebend gerne weiter. Deutschland ist ja, verglichen mit Konsumtempeln wie den USA, doch ein ziemliches Entwicklungsland in Sachen “Dinge verkaufen”. Wir waren häufig in den USA und haben dort große Hallen lieben gelernt, die sogenannten “Swap Meets”, in denen so eine Art Zwischending zwischen Flohmarkt und kommerziellem Markt ablief. Einer unserer dortigen Lieblinge ist z.B. der Fantastik Indoor Swap Meet in Las Vegas. Wer es also jemals bis zu dieser Stadt schafft, sollte Samstag oder Sonntag unbedingt dort hingehen. Für die Mehr-Wissenden: dort habe ich die dicken Sonnenbrillen gekauft, bei Stan’s Glasses. Der nahm nur 3-4 Dollar während sie woanders 7-8 Dollar kosteten und seine Auswahl war riesig. Mittlerweile dürften sich die Zahlen verschoben haben. Aber günstiger als hier bestimmt immer noch.

In solchen Etablissements merkt man auch relativ schnell: neben Amerikanern sind vor allem Asiaten und Inder große Verkaufstalente. Die haben den Markt quasi im Blut. Und oft genug wünschte ich mir hier auch einen Ramschpalast, in dem man mal so alle Dinge des täglichen Gebrauchs bekommen würde. Klar, Ramsch geht schnell kaputt, aber dafür ist er auch billig und man hat irgendwie ständig was Neues, ohne viel bezahlen zu müssen. Scheiß Wegwerfgesellschaft, aber so wird nunmal produziert und vor allem gekauft. Die Masse der Menschen hat nicht viel Geld und deswegen wird sich an dem Thema “die Welt gehört den Billigheimern” auf lange Zeit nichts ändern. Natürlich gibt es solche Ramschpaläste auch in klein. Neukölln ist übersät mit Ein-Euro-Läden, aber die Auswahl dort ist mickrig und irgendwie haben alle exakt den gleichen Mist. Noch dazu häufig nicht mal wirklich billig. Einen Euro zahlt man oft nur für ausgesuchte Artikel, vieles ist dann doch deutlich teurer.

Was war ich also begeistert, als ich vor ein paar Jahren von einem vietnamesischen Big-Asia-Kauf-Center gehört hatte. Und auch wieder nicht. Denn der Grund, warum es in mein Blickfeld geriet, waren Schlagzeilen wie diese. (Sorry, habe auf die Schnelle keine echten Nachrichten darüber gefunden, aber paßt ja: Ramschblatt schreibt über Ramschpalast)

Ich komme nunmal nicht häufig nach Lichtenberg, weshalb ich den Aufbau so eines großen Centers nicht mitbekommen hatte. Und nun bekam ich es mit, als Meldung darüber, daß es abgebrannt war. Es war zum Heulen. In den 2 Jahren danach gab es zwar die eine oder andere Factory-Outlet-Eröffnung um Berlin herum, aber irgendwie ist das nicht das Gleiche. Berlin verlassen für Schnäppchen? Nicht mit uns!

Vor kurzem kam jedoch glücklicherweise ein Radiobericht, in dem über dieses Center berichtet wurde. Natürlich wurde es wieder aufgebaut und befindet sich weiterhin am gleichen Standort wie zuvor. Auch der Name “Dong Xuan” ist geblieben. Ich nahm das als Anlaß, mit Cymone mal einen Abstecher zu dem Center zu machen. Und nun war es soweit. Von Mittwoch bis Montag haben sie geöffnet, von 10-21 Uhr offiziell. Aber ab 20 Uhr fangen viele an einzupacken. Aber der aufmerksame Leser liest richtig: auch am Wochenende! Es gibt auf dem großen Industriegelände viele Hallen und wir schafften auch nicht alle, weil wir erst gegen 19:30 dort waren. Die alte, ausgebrannte Halle steht auch noch. In den Hallen sind Unmengen an Klamottenläden, Supermärkten, Plastikblumenläden und auch ein paar Imbisse. Das meiste vietnamesisch, aber bei den Ramschläden und den Klamotten waren natürlich auch Inder vertreten.

Preislich wirklich ein Hammer, sehr günstig! Aber: man muß aufpassen. Bei manchen Dingen lohnt es sich zu handeln und im Supermarkt hat man mich wohl um 2 Euro betuppt, wie ich später festgestellt habe. Gut, es war immer noch günstig genug, aber ist halt doch sehr heftig kapitalistisch. Natürlich ist dort vieles eher minderwertiges Zeug aus chinesischer und asiatischer Produktion, dafür wenigstens abwechslungsreich. Und ein T-Shirt ist ein T-Shirt und wenn ich eins ohne Aufdruck an der Tanke kaufe (im normalen Klamottenläden ist ja immer irgendein Scheiß aufgedruckt), zahle ich doppelt so viel und die Qualität ist die Gleiche.

Insgesamt hatte man wegen der durchgehenden vietnamesischen Beschriftung ein bißchen das Gefühl, das man in anderen Großstädten hat: Vietnam-Town statt China-Town. Das Essen testeten wir auch noch, war qualitativ gut, aber ausnahmsweise kein Schnäppchen. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, insgesamt hat es für einen ersten Eindruck gereicht, um zu sagen: wir kommen wieder! Und nächstes Mal früher, damit wir auch mal alle Hallen und Läden begutachten können.

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