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Halleluja, ein ganzes Jahr ohne einen Post!

Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Aber es ist passiert. Es war zeitlich alles schwierig, aber das allein ist natürlich keine Entschuldigung. Es gab schlicht und einfach wenig Themen, die sich bei mir festgesetzt hatten. Nun habe ich aber wieder eins: den Bitcoin!

Der eine oder andere mag von einer virtuellen Währung namens Bitcoin gehört haben, viele sicherlich noch nicht. Ich werde hier nicht auf die Technik dahinter eingehen, im Wiki zum Bitcoin und auch sonst im Netz gibt es mehr als genug Informationen zum Bitcoin. Was aber oft sehr schwammig ist, sind Ermittlungen zum echten Wert des Bitcoins.

Ich selbst habe vor gut 2 Jahren vom Bitcoin gehört, hatte das aber irgendwie immer als sinnlos abgetan. Vor über einem Jahr hörte ich in einer Veranstaltung einen Vortrag zum Bitcoin. Der Vortragende hatte eine Firma gegründet, führte auch vor, wie ein Bitcoin durch das Netz übertragen wird, mußte aber viel Kritik einstecken, weil das Publikum nicht mit seiner These übereinstimmte, daß der Bitcoin viele Finanzprobleme lösen könne.

Meiner Meinung nach kann er das auch nicht, aber man könnte ihn als eine bequeme Alternative zu herkömmlichen Währungen ansehen. Mich überzeugte der Vortrag nicht und selbst errechnen war schon mit großen Hürden aber wenig Geld-Output verbunden, man bekam beim CPU-Mining gut um die 0.1 BTC pro Tag heraus bei einem Wert, der zwischen 2 und 10 Euro pro Bitcoin schwankte. Es sah also nicht sehr lohnenswert aus. Also tat ich das Ganze als Kinderkram ab, was sich als großer Fehler entpuppte.

Denn der Bitcoin legte große Wertsteigerungen hin, bis ich das mitbekam, war selbst schürfen bei 0,01 BTC / Tag mit CPU Minern noch machbar und der Bitcoin überschritt die 50-Euro-Marke. Börsen, die mit dem Bitcoin handelten, machten auf einmal täglich Millionen-Umsätze und es lohnte sich tatsächlich, in diesen neuen Markt einzusteigen.

Was folgte, war eine beispiellose Spekulationsblase, angetriggert von den dunklen Ecken des Internets (Silkroad, ein Drogendealer, der seine Geschäfte mit Bitcoin abwickelte z.B.) und auch den Finanzverwerfungen der Euro-Zone (Zyprioten sollen so versucht haben, ihr Geld vor dem Fiskus zu retten) und am Schluß eben: China. China hat eine restriktive Geld-Politik, offiziell ist es nichtmal möglich, Yuan in Dollar zu tauschen. Viel aus dem Land schaffen kann man scheinbar auch nicht, da bot sich der Bitcoin natürlich an. Was folgte, waren Umtauschverbote der chinesischen Währungshüter. Man kann zur Zeit noch BTC in Yuan tauschen, aber keine neuen BTC mehr kaufen. Die Folge war die übliche Finanzpanik: der BTC stürzte von knapp 850 Euro runter auf 350 Euro. Er erholt sich langsam, aber die Unsicherheit bleibt natürlich, weil keiner genau weiß: wo stehen wir, wo geht es hin?

Es ist unklar, wieviel denn nun wirklich der innere Wert des Bitcoin ist. Ab wann ist etwas Spekulation, ab wann hat etwas inneren Wert? Bei Finanzderivaten ist der innere Wert all das, was jenseits der Spekulation liegt, also: was kriege ich für diesen Wert in echt, wenn ich ihn umtauschen würde bei klaren, aktuellen Finanzzahlen.

Wie lauten denn die Finanzzahlen des Bitcoin?

Exakt wird man es bei einem solchen Geldprodukt, wie bei vielen anderen auch, nie sagen können. Aber man kann Größenordnungen erfassen und statistische Berechnungen dazu machen. So hat man zumindest eine grobe Abschätzung, die zwar an den Rändern ausfranst, aber immerhin ein Bild liefert.

Zuerst mal die Gesamt-Menge, Bitcoins sind limitiert, mehr als 21 Millionen Bitcoins werden nie errechnet werden. Dann sollte man nicht unerwähnt lassen, daß im Gegensatz zu Währungen wie dem Euro 8 Nachkommastellen folgen. Interessanterweise gibt es in Bitcoin-Clients auch andere Darstellungsmöglichkeiten, so z.B. mBTC für Tausendstel oder µBTC für Millionstel. Und noch verrückter: Stellt man den Bitcoin in µBTC dar bleiben 2 Nachkommastellen übrig. Hey, sieht ja aus wie bei anderen Währungen auch! D.h. die echte Geldmenge beträgt 21 Billionen µBTC plus 99 µBTC-”Cents”. In Zahlen dargestellt: 21.000.000.000.000,00 µBTC

Wie ordnen wir das ein? Der Vortragende der Bitcoin-Firma hatte den Bitcoin immer mit dem Euro verglichen, das ist eigentlich eine gute Idee. Er kam allerdings zu anderen Einschätzungen als ich. Er meinte, als Weltwährung müßte sie 10x dem Euro entsprechen (550 Millionen Einwohner x 10), bei einer Bargeldmenge von 5 Billionen Euro im Euro-Raum wären das auf die Welt umgerechnet also 50 Billionen Währungseinheiten und damit hätte der Bitcoin einen Wert von 50 Billionen / 21 Billionen, also ein µBTC enspräche 2,5 Euro und damit wäre 1 BTC bei 2.500.000 Euro. Diese Rechnung ist so nicht haltbar.

Aber gehen wir mal von diesen Vorraussetzungen aus:

EU Geldmenge M0, Anfang 2013 5,13 Billionen €
(http://www.tagesgeld.info/statistiken/geldmenge/)

Runden wir ruhig auf die 5 Billionen ab für z.B. 2012. Nur für den Euroraum hieße das, 5 Billionen Währungseinheiten in Euro, 21 Billionen Währungseinheiten in BTC, der Quotient ist also eher andersrum:

1 € = 4,4 µBTC, daraus folgt: 1 BTC = 227272 €

Nun darf man nicht einfach so die Gesamtgeldmenge vergleichen. Einen Burger in einem Imbiß zu bezahlen, wird man sich auch in ferner Zukunft nicht antun. Es gibt zwar Möglichkeiten, z.B. in Berlin-Mitte und Berlin-Friedrichshain, direkt mit Bitcoin sein Essen zu bezahlen, aber das werden wohl auch über längere Zeit Ausnahmeerscheinungen bleiben. Außerdem muß man im Bitcoin-Raum ja für jede Transaktion Gebühren zahlen und die Transaktionen können dauern, Minuten oder auch mal Stunden. Für mal eben so an der Kasse schnell bezahlen, das ist dann nicht wirklich eine Alternative, durch höhere Gebühren kann man das Verfahren zwar beschleunigen, das wiederum wird die Akzeptanz runterschrauben.

Folglich ist das richtige Beispiel der Online-Handel, hier macht eine virtuelle
Währung richtig Sinn. Und in diesem Fall die tatsächlichen Umsätze, nicht der
Gewinn.

Der Online-Handel hatte in Europa im Jahr 2012 eine Größe von ca. 200 Milliarden €.

Das heißt, der Gesamtmarkt, wo Bitcoins überhaupt Sinn ergeben, hat nur die Größe von 1/25 der Gesamt-Euro-Geldmenge:

5000 Millarden € / 200 Millionen € -> Quotient = 25, daraus folgt (mit obiger Rechnung zusammen): 227272/25 = 1 BTC = 9090 Euro

Nun sollte man nicht vergessen, daß nicht jeder diese Zahlungsweise nutzen würde. Kreditkarten zB. werden auch nicht von jedem genutzt, laut Statistik nur von 16%, das betrifft aber alle Zahlungen, die mit Kreditkarten abgewickelt werden. Nehmen wir also an, der Bitcoin erreicht ähnliche Nutzerzahlen, dann wären 16% eher die untere Kante, da im Online-Handel eher mehr mit Plastik statt “Bargeld” usw. bezahlt wird. Das würde ich recht optimistisch sehen, den Wert der Nutzung im Online-Handel würde ich also eher verdoppeln, damit kämen wir auf: 1/3 aller Online-Käufe könnten mit Bitcoins stattfinden, natürlich nur im optimistischsten Fall.

Bei einem Drittel wären wir nun schon bei einem deutlich niedrigeren Nenn-Wert, nämlich

9090 € / 3 = 1 BTC = 3030 €

Aber: das ist jetzt die Hochrechnung als Währungsvergleich innerhalb einer Bezahlzone, hier eben im Euroraum. Bitcoin wäre aber eine Weltwährung für alle 7 Milliarden Bewohner der Erde. Nicht alle Bewohner haben Zugang zu digitalen Welten, gut 1 Milliarde kämpft um das nackte Überleben und 1 Milliarde kommt gerade so durch, die haben andere Probleme als Währung, die müßte man also von den 7 Milliarden abziehen. Bleiben 5 Milliarden Planeten-Bewohner als Bitcoin-Nutzer.

Wenn der Preis von 1 BTC = 3030 € für die Euro-Zone gilt, das wären also 550 Millionen Personen, wäre das Verhältnis für die Welt 5 Billionen / 550 Milliarden, also abgerundet 9. D.h., man müßte die 3030 € / BTC verneunfachen, gerundet wären wir also bei einem Maximalpreis von 27000 € / BTC im Vergleich des Welthandels.

Die Gegenrechnung sieht weniger optimistisch aus. Wir gehen von Online-Handel aus und der Gesamtweltmarkt hatte 2012 1.3 Billionen Euro Umsatz. Das sind nur 6.5 mal mehr als der europäische Gesamt-Online-Umsatz, nicht wie laut Bevölkerungsrechnung 9-fach. Also 6.5 * 3030, das entspricht dann nur 19000 € / BTC als Weltwert Ende 2012.

Hier fehlen natürlich noch Spekulationskäufe, Deflationsgewinne durch vergessene Keys, das könnte den echten Wert vielleicht verdoppeln, aber sind wir mal konservativ und nehmen nur Faktor 1.5, d.h. wir wären im Jahr 2012, wenn denn alle Bitcoins errechnet worden wären und die Nutzung ungefähr der Online-Kreditkartennutzung entsprechen würde bei ca. 28000 € / BTC.

Online-Handel hat momentan Zuwachsraten von gut 10% im Jahr, d.h. im Jahr 2013 wären wir also bei ca. 30000 € / BTC echtem, inneren Wert bei großer Akzeptanz und wenn alle Coins berechnet worden wären. Die Akzeptanz könnte bei ca. 1% liegen, dafür sind aber gerade mal die Hälfte aller BTC errechnet, also muß man das in die Rechnung einbeziehen (30000 * 2 wg. nur halbsoviel Coins, dann von diesen 60000 1%), damit hat der BTC aus heutiger Sicht einen echten Wert von 600 €. Falls die Akzeptanz bei nur bei 0,1% liegt, wäre es immer noch 60 € / BTC, das ist absolut unterster Wert! Wenn ich mich also vor einem Jahr mit Bitcoins für 5 Euro das Stück eingedeckt hätte, hätte ich mein Geld minimal verzwölffacht, im schlechtesten Fall!

Der Akzeptanzwert ist schwer zu ermitteln, dürfte aber genau um diesen Wert zwischen 0,1 und 1% schwanken. Akzeptanz beinhaltet vieles:

Propaganda-Wert, also wieviel haben überhaupt davon gehört, wieviele nutzen den BTC, wieviel Angebote zum Bezahlen gibt es, wieviel Geldhandel/Spekulation gibt es? Alleine die Einwohnerzahl: 0,1% von 550 Millionen Einwohnern (Euro-Zone!) wären nur 550000, ich denke, es handeln schon jetzt deutlich mehr Personen in der EU mit BTC und davon gehört haben sicherlich mehr als 5,5 Millionen Europäer. Klar, auch hier kann ich die Weltbevölkerung dazu nicht hochrechnen, aber ich denke, daß die Akzeptanz-Zahlen in der ersten und zweiten Welt durchaus ähnlich sein werden. Und die dritte Welt findet in dieser Rechnung ja sowieso nicht statt.

Wenn wir von der Schwankungsbreite zwischen 0,1% und 1% ausgehen, dann liegt die Mitte bei 0,55% und das wären 330 € / BTC im Jahr 2013.

Das ist nach meiner Einschätzung der momentane “innere Wert” des Bitcoin. Wer mehr bezahlt, hat zu viel bezahlt und muß auf extreme Blasen & Spekulation hoffen, oder eben auf weitere Wertsteigerung, der Bitcoin bleibt ja deflationär. Oder eben höhere Akzeptanz. Wer weniger bezahlt, macht ganz klar ein Schnäppchen. Als Geldanlage dürfte er allerdings so gut sein wie Gold: mal ganz dicke, mal furchtbar schwach. Letzten Endes hat er einen zu großen Wert, d.h., Spekulanten werden immer versuchen, große Teile des Marktes zu beherrschen, das wird den Bitcoin weiterhin unberechenbar machen, vor allem wird er dauerhaft aufgeblasen sein, d.h., er wird wahrscheinlich permanent über seinem inneren Wert gehandelt und die Rechnung, die ich hier aufgestellt habe, muß man jedes Jahr mit aktuellen, statistischen Daten nachrechnen und dann danach seine Käufe/Verkäufe ausrichten, wenn man Glück hat, kauft man gerade in einer Phase, in der der Verkaufspreis den inneren Wert unterschreitet.

Was schade an der Spekulation ist: der Bitcoin verliert an Bedeutung, was das Bezahlen betrifft. Zu viele Leute kaufen BTC, nur, um sie zu horten. Das entzieht dem Markt ein bißchen den Boden, die BTC-Preise für Waren ändern sich dadurch extrem, was dann wiederum Käufer, aber auch Verkäufer verunsichert und verschreckt. Das sind Dinge, die Mr. Satoshi bei der Kreation der Währung sicherlich nicht bedacht hat. Wem das alles zu heikel ist, der kann ja auf günstige Varianten ausweichen wie z.B. Litecoin, Feathercoin usw. Eine Liste dazu gibt es hier.

Aber: Geldhandel ist oft trotzdem nur mit Bitcoins möglich, nur wenige Börsen handeln die alternativen Währungen und wenn dann meistens nur durch BTC-Umtausch. Spekulation in die kleinen Coins mag interessant erscheinen, weil hier große Zuwächse zu erwarten sind. Man sollte aber nicht vergessen, daß hier eine nötige Mindestakzeptanz wichtig ist, wird die nicht erreicht, wird die alternative Coin-Währung sterben, viele werden es nicht schaffen. Und dann hat man sein Geld verballert, ungefähr so wie Investitionen in Junk-Papiere an der Börse. Verglichen damit ist Bitcoin eine sichere Bank, trotz hoher Schwankungsbreite. Aber der Bitcoin wird so schnell nicht sterben, auch wenn technische Probleme in naher Zukunft zu erwarten sind (Transaktionen haben zu große Bytezahlen, die Datenbank hat jetzt schon 14 GB usw., das führt zu weniger Peers, damit weniger Kontrolle und weniger Schwarmvertrauen, dann diverse Hacks, die Krypto-Kurven werden von Kryptologen angezweifelt undundund).

Meiner Meinung nach hat der Bitcoin die beste Zeit noch vor sich und wird noch mindestens 5 Jahre technisch durchhalten. Geldmäßig schätze ich eher, daß er bis zum Jahr 2030/2040 durchhalten kann, aber bis dahin sind sicherlich neuere und bessere Ideen hinzugekommen, so daß man den Bitcoin ablösen kann.

Übrigens stehe ich mit meiner Analyse nicht ganz alleine, auf etwas höhere Werte kommt dieser Beitrag, aber auch hier heißt die Devise ganz klar: Vorsicht! Nicht zu viel wagen!

Wer sich am Handel beteiligen will, dem empfehle ich in Deutschland ganz klar www.bitcoin.de. Und vielleicht, falls der eine oder die andere meine Analyse schätzt, dann bitte ich um einen gesponsorten Erstlogin, dann kriege ich wenigstens ein paar Brotkrumen eurer gehandelten Coins dazu (harhar): https://www.bitcoin.de/de/r/3wwd6p

Natürlich kann man mir auch immer direkt Coins geben, aber angesichts der Entwicklung wird einem wohl niemand einfach so was schenken, aber ich probiere es trotzdem mal: 16Y7g9YEshAE1WJkw4n2441pxqKGFZdQct

Übrigens gibt es auch die Möglichkeit, über diverse Portale Coins für lau zu kriegen, so z.B. hier, es gibt aber auch noch Dutzende von anderen Portalen dieser Art. Und natürlich gibt es die Möglichkeit, Werbung zu machen und indirekt Coins zu verdienen:

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