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Jetzt werden mich viele für komplett übergeschnappt halten, aber, wie sagt ein Kollege von mir immer: das ist mir total boogie (ist das überhaupt die korrekte Schreibweise? Was sagen Boogieisten dazu?)! Recht hat er! Also: ich bin nun stolzer Besitzer eines Geigerzählers. Diese Info wird für viele von euch nicht so prall sein, weil mich eh alle für paranoid halten.

Aber gehen wir den Dingen doch mal auf den Grund, ob Paranoia in diesem Fall vielleicht angebracht ist? 1986 explodierte der Atom-Meiler von Tschernobyl. So weit nicht unbekannt. Damals habe ich mir darüber wenig Sorgen gemacht, das war eigentlich schon unschlau. Denn auch damals hätte man sich mit wenig Technologie zumindest ein bißchen behelfen können. Aus heutiger Sicht weiß ich nicht, wie oft ich draußen im Regen stand oder wie oft es Pilze bei uns gab. Wild-Fleisch esse ich eh nicht aber trotzdem: all das hätte man zumindest testen können, hätte man damals eine Geigerzähler gehabt.

Aber selbst das ist eigentlich nicht genug. Man sollte hinterfragen: werden Dinge eigentlich größtenteils aus neuen Materialien gemacht? Oder anders gefragt: wieviel Recycling ist eigentlich in unseren Industrie-Produkten? Wenn man sich aktuelle Rohstoff-Preise ansieht, muß man nicht lange nachdenken: je mehr die Preise steigen, desto weniger wird auf den Müllhalden landen. Im Grunde ist das ja auch gewollt, Plastik wird aus Öl hergestellt, Metalle können nicht ewig aus dem Boden geholt werden, Recyling ist eine feine Sache. Nehmen wir das Beispiel Aluminium. Über 90% der Aluminium-Produkte stammt aus recycletem Aluminium. Weil einfach nicht genug aus dem Boden gezogen wird. Aus sicherer Quelle weiß ich, daß Werke, die Aluminium verarbeiten, ihren angekauften Schrott auf Radioaktivität scannen. Ich schätze, das dürfte daher kommen, daß es schon Incidents gegeben hat, wo verseuchtes Aluminium verarbeitet wurde. Ob das auch damit zusammenhängt, daß aus Gegenden rund um Tschernobyl Material “verschwindet”, weiß ich nicht. Aber Geschäftemacher werden immer ihren Schnitt machen, wenn die Preise steigen. Dann nimmt man auch mal ungewöhnliche Quellen. Wie z.B. die polnischen Laster, die auf der Ladefläche über 1000 Berliner Gullideckel hatten. Steigende Preise führen immer zu Mafiositäten, zu heftigen Schwarzmärkten ohne Kontrollmöglichkeiten. Und selbst wenn es Kontrolle gibt, sie wird nie 100%-ig sein!

Und nun haben wir die Fukushima-Katastrophe gehabt. Dort liegen ganze Städte in Trümmern, eine bisher stark bewohnte Gegend, fast bis an Tokios Grenzen, eigentlich komplett verstrahlt. Aber nicht wertlos. Und vor allem wird niemand merken, wenn der dortige Müll “verschwindet”. Und in irgendeiner Art wiederverwertet wird. Und dann kommen tatsächlich die ersten Meldungen über Versuche, verstrahlte Autos an die Russen zu verticken. Schön doof, das im Ganzen zu versuchen, das wird man demnächst geschickter machen. Ob das auch so gut kontrolliert wird, wenn es als Stahlschrott daherkommt? Und wie gut sind die Scanner, wenn ich das strahlende Zeug irgendwie gut ummantele? Oder um es anders zu sagen: die Nummer wird unkontrollierbar, selbst wenn der Kontroll-Wille da wäre (was er nicht wirklich ist, es gibt Stichproben, aber von genereller Strahlenkontrolle hört und liest man gar nichts). Der Wille wird wahrscheinlich auch davon abhängen, daß man keine Panik schüren will. Oder, um es anders zu sagen: wenn mal wieder ein AKW hochfliegt, wird man scannen. Ca. 3-6 Monate lang. Und dann pennt das Ganze wieder ein, ist ja extra Arbeit, kostet Geld & Aufwand. Natürlich wird es bei Schrotthändlern Standard-Scans geben, aber schwarze Schafe gibt es ja überall. Und bei nuklearer Verseuchung ist es einfach schlecht, wenn auch kleine Teile durchkommen.

Was heißt überhaupt “WIRD unkontrollierbar”? Wahrscheinlich ist es das längst. Ich hatte deshalb schon lange mit dem Gedanken gespielt, mir einen Geigerzähler zu kaufen. Nach Fukushima war das ein Ding der Unmöglichkeit. Die günstigen waren ständig ausverkauft, wobei man da das Gefühl hat: wieso werden nur so wenige überhaupt produziert? Und wieso kostet diese Uralt-Technik (fast unverändert seit 1928) mehr als 30 Tacken? Nein, die günstigen liegen bei 150-250 Euretten, wenn sie denn zu haben sind. Etwas besser wird es, wenn man die teureren kauft, 300+X Penunzen und dann hat man alle 3 Sorten, wobei Alpha-Strahler eigentlich relativ irrelevant sind. Meistens hat man dann ein Gerät mit einem Display, aber Long-Time-Logging fehlt ebenfalls. Da geht’s dann bei 350 Lappen los und hört so bei 500 Ocken auf, damit geht dann alles, was man braucht. Diese sind lustigerweise auch zu haben. Aber ich finde, die sind viel zu teuer.

Auf dem 28C3 dagegen fand ich ein paar Leute, die blinkende Gadgets verkaufen, darunter auch einen Geigerzähler: MightyOhm

Allerdings als Kit zum selbst löten. Jetzt bin ich nicht so der Bastel-Freak, habe 2 linke Hände, aber sie boten auch einen Workshop an, sozusagen “begleitetes Löten.” Das Kit kostet 100 Euronen und der Workshop zum Löten ist for free. Ich habe es hinbekommen (UFF!), das Ding läuft, hat eine LED und einen kleinen Lautsprecher. So sieht’s aus:

Sie hatten auch einen “heißen Teller”, mit dem man das Ding gleich testen konnte. Schön, nun hat man aber immer noch kein Display, wird so mancher nörgeln. Für täglichen Einsatz braucht man das ja eigentlich auch kaum. Was man eher bräuchte, wäre eine Logging-Möglichkeit. Und siehe da: das Gerät hat einen Serial-Port! Für nur 15 Pimperlinge mehr bekam ich einen USB-Serial-Umsetzer (FTDI) und kann nun via minicom (9600 Baud, Hahaha!) wunderbar mitloggen:


CPS, 0, CPM, 24, uSv/hr, 0.13, SLOW
CPS, 1, CPM, 23, uSv/hr, 0.13, SLOW
CPS, 2, CPM, 22, uSv/hr, 0.12, SLOW
CPS, 0, CPM, 22, uSv/hr, 0.12, SLOW

Das liest sich folgendermaßen: CPS = Counts per Second, dazu gehört der Wert dahinter. CPM = Counts per Minute, ebenfalls der Wert dahinter, uSv/hr = Micro-Sievert pro Stunde und der Wert dahinter und am Schluß eine Anzeige, die sagt, ob es SLOW oder FAST ist. FAST ist nicht gut (den radioaktiven Teller ranhalten und sofort wurde ein “FAST” daraus). Aber es gibt noch einen Mode INST, spätestens jetzt wird das Ding inakkurat, weil der Buffer nur 255 Ticks pro Sekunde kann, aber ich denke, wenn man Material findet, das das überschreitet, sollte man sowieso Abstand halten. Ich meine, wenn selbst ein Teller, auf dem Uranoxid gelagert wurde, nur bis zum FAST-Mode kommt, wie schlimm wird dann der INST-Mode sein?

Ich denke jetzt gerade darüber nach, den Geiger-Zähler (warum wird Herr Müller eigentlich vom Gerätenamen ausgespart?) mal ein paar Tage auf die Fensterbank zu stellen, um zu sehen, ob sich die Belastung ändert, auch abhängig von Windrichtung usw. Danach müßte man die Werte eigentlich nur noch durch gnuplot oder so pipen und schon hat man eine schöne Zeit-Kurve der Strahlenlast. Mal sehen, falls die Batterien versagen, hänge ich das Ding halt mit ‘nem Trafo ran. Und vor dem nächsten Kauf von Dingen, zu denen man stärkeren, regelmäßigen Kontakt hat, kommt das Ding nun einfach mit, ist ja nicht so riesig. Und an alle, die jetzt immer noch lachen: Ich werde auf eure Gräber spucken! Vorausgesetzt, ihr lebt noch lang genug, mir den genauen Friedhofsplatz zu mailen…

Ach ja, eins noch: Beim 28C3 hängen natürlich wieder überall Zettel mit der Aufschrift: “Use more Bandwidth!” Da sage ich nur: Kunststück! Die Switche, die im Haus verteilt sind, haben zwar alle GBit-Uplinks, aber die restlichen Ports nur 100MBit. Wenn ich mal an der Wand eine Gigabit-Buchse ergattere, schafft selbst mein popeliger Laptop 40-50 Megabyte/s (Ich schreibe das extra aus). Also ca. das 5-fache dessen, was am 100MBit-Port möglich ist. Klar, im Keller haben irgendwelche Leute sogar 10 GBit, dort hängen ihre FTP-Server dran. Da die Server scheinbar kaum Datendruck aushalten, schmeißen sie einen permanent ab, insofern sind die 10 GBit auch hier ein bißchen für die Katz, weil es sich komplett auf die paar konzentriert. Diese Netz-Unausgewogenheit kann letztlich nur dazu führen, daß die Datenmengen nur kleckern. Von denen, die das lahme WLAN nutzen mal ganz abgesehen. Insofern ist der Zettel also eher eine Art Running Gag und kann getrost vernachlässigt werden, es ist faktisch nichtmal möglich, meinen Laptop zu sättigen (und der hat heute beim GBit-Port innerhalb weniger Stunden über 300GB abgegeben). Wie soll man da das Gesamtnetz sättigen? Vielleicht sind auch gar nicht mehr so viele Daten da? Irgendwie war das früher alles weniger einfach zu kriegen, es gibt eine gewisse Daten-Inflation: alle haben alles. Da ist es sehr verwunderlich, warum die FTP-Server trotzdem so dicht sind. Ich nehme mal an, das sind idiotische Mirror-Skripte und am Ende schmeißt der Sauger 90% weg. Ja, ich nörgele hier auf hohem Niveau, natürlich bin ich zufrieden, daß die Streams jetzt reibungslos klappen, keine Dauerangriffe laufen undundund. Es ist schon eine erstaunliche Leistung! Ich wollte nurmal die Sache mit dem “Use more Bandwidth!” klarstellen.

2 Kommentare zum Artikel “Geigerzähler? Bitte was??? Und von wegen Bandwidth…”

  1. Ralf Hildebrandt

    Wie? Kein Bild vom heissen Teller?

  2. UWP

    Öh… Das war ein öder orangener Untersetzer, wo sie den Aufkleber “Hot Plate” raufgemacht haben. Nicht wirklich fotogen…
    Aber zugegeben, hätte man der Vollständigkeit halber machen können. Und dann im Sensor-Bild die Aufschläge der Strahlung zählen…

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