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Durchwachsene Reiseerlebnisse

2011-10-10, 20:25 CEST

Manchmal benötigt man ein bißchen Abstand von Ereignissen, um nicht komplett ausfallend zu werden. Wir haben gerade eine Reise hinter uns und hatten da so ein paar kleine Ärgernisse und auch wenn die Reise schon wieder länger her ist, wollte ich doch etwas Zeit zum Nachdenken nutzen, damit eher Fakten als Wut die Oberhand gewinnen.

Also: wir hatten uns mal wieder Sonne, Sand, Meer gewünscht und fuhren nach Fuerteventura. Es war schon immer die teuerste Insel der Kanaren, aber diesmal waren wir spät dran und in Jandía gab’s größtenteils Murks zu unvernünftigen Preisen. Wir entschieden uns für den günstigeren Ort Costa Calma, obwohl unser letzter Aufenthalt in dem Örtchen auch schon nicht super-berauschend war. Muß ja nicht jedes Mal grenzwertig sein, oder?

Als wir ankamen, war die Suche nach dem Hotel etwas schwieriger. In der Google-Karte hatte jemand die Bungalows an die falsche Stelle gemalt und so brauchten wir ein wenig länger als gedacht. Aber eigentlich noch kein wirkliches Problem. Die Frau von der Rezeption erinnerte mich sowohl optisch als auch klanglich an die Sechserpack-Darstellerin Nina Vorbrodt. Es schien alles schick und wir bekamen einen Bungalow im Erdgeschoß nahe der Straße. Im Bungalow roch es merkwürdig und nach kurzer Zeit war klar, daß es Schimmel sein mußte. Der konnte an 2 Stellen, zwar nicht gesehen, aber doch gut gerochen werden. 1. beim Safe. Der war im Schrank eingebaut, aber wohl irgendwie nach außen hängend (?), jedenfalls drang aus ihm sehr starker Schimmelgestank. Der 2. Punkt war die Spüle, der Wasserhahn neigte zum Spritzen und Wasser, daß an der Außenkante der Spüle langlief, lief nach unten unter die Spüle, wo es heftig nach Schimmel stank. Zuerst dachten wir noch: naja, mal kurz lüften, hier windet’s ja eh wie blöde, dann geht das schon. Aber nach der ersten Nacht Asthmaanfälle sah ich das dann nicht mehr so supi. An der Rezeption fragte ich nach, ob wir einen anderen Bungalow kriegen würden. Die Sechserpack-Dame meinte, sie hätte nichts mehr frei und am Sonntag würde auch nichts frei, ich solle es morgen, am Montag versuchen. Gut, harrten wir noch einen Tag aus.
Nebenbei war auch in der Nacht Hilife in Tüten gewesen, weil in Hörluftlinie auch noch eine Disco gut zu hören war. Wobei wir als geübte Urlauber genug Ohrenproppen hatten, um wenigstens diesem Makel zu trotzen, Lärm kann man da ja überall haben.

Am nächsten Tag war eine andere Frau an der Rezeption nebst einer Dame, die nur spanisch sprach und wohl die Chefin war, weil die Rezeptionsfrau alles übersetzte und sie immer fragte, was nun zu tun sei. Man bot uns einen anderen Bungalow an, auch Erdgeschoß und auch da: das gleiche Problem, Schimmelgestank bis zum abwinken. Schließlich war noch in der 1. Etage einer frei geworden und der schien ok. Er muffelte zwar leicht, war aber von der Schimmel-Nummer weit entfernt. Mittlerweile war aus meinen Asthma-Anfällen eine Erkältung geworden, die aber mit dem halbwegs Schimmel-freien Bungalow relativ schnell besser wurde (ca. 2 Tage). Immerhin muß man sagen: sie boten eine Lösung an, die ordentlich war, die Atmosphäre blieb freundlich, kein Streß. Und: man sollte vielleicht auch erwähnen, daß die Bungalows sauber waren, ordentlich in Schuß gehalten und auch draußen an der Anlage wurde gearbeitet. Nur das Schimmel-Problem haben sie wohl nicht im Griff.

Jetzt könnte man sagen: im nächsten Bungalow glücklich bis an ihr Ende. Aber natürlich gab es weitere Querelen. 3 Tage vor unserer Rückreise kamen wir nachts so gegen 1 nach Hause und das Wasser war abgestellt. Gut, da man auf den Kanaren immer einen 5-Liter-Wasser-Bottich kauft (oder gar 8 Liter), reichte es zum Zähneputzen & Waschen locker. Aber ‘ne Runde Kacken war dann schon unschöner…
Ich hin zur Rezeption, die ich nicht offen erwartet hatte. Allerdings hatte ich erwartet, daß draußen eine Nachricht dran hängt. Da war aber nix. Nächsten Tag sagte man mir an der Rezeption (auf deren Tisch dann auch ein Hinweiszettel klebte, innen, nicht draußen an der Tür der Rezeption…), daß man wegen Wassermangel von 0-5 Uhr das Wasser abstellen würde. Teile von Bahia Calma, dem Ortsteil, in dem wir uns befanden, stanken auch, gerade in der Nähe des C.C. Bahia Calma gewaltig nach Kloake. Ich schätze mal, es lag daran, daß die Windstille dazu führte, daß die Windräder nicht genug Strom für Wasserentsalzung lieferten. Zu dem Schluß kamen wir, als wir andere Hotels sahen, die draußen fette Diesel laufen ließen, mit passendem Lärm & super Abgasen. Unser Unmut gegen unsere Hotel-Leitung schwand, dann schon lieber Wasser-Timeout, statt ‘nem stinkenden Diesel. Doof war halt die Informationspolitik, wann geht man schonmal zur Rezeption? Wir meistens nur am ersten und am letzten Tag. Oder eben bei akuten Problemen. *Seufz*

Insgesamt hat Costa Calma noch einen weiteren Haken, da kann man aber wirklich niemanden für verantwortlich machen: der Wind. Rund um die Hotels stehen Unmengen Palmen, eigentlich sehr schön, aber der ständig heftige Wind läßt die Dinger so laut rascheln, daß es sich anhört wie ein Regensturm bei uns. Da wacht man öfter schweißgebadet nachts auf und denkt, der Bungalow wird von einer Flutwelle mitgerissen, dabei waren draußen angenehme 20° und wenn man rausging, kam einem der Wind auch gar nicht so heftig vor. Klang nur schlimm. Tagsüber frischte der Wind allerdings auf, was zur Folge hat, daß das Liegen am Strand kühl sein kann und einem eine Menge Sand in die Fresse streuselt. An anderen Orten (Jandía oder sogar La Pared, welches an der Westseite liegt und eigentlich per se schon stürmischer ist) war es da deutlich angenehmer.

Alleine deswegen werden wir Costa Calma demnächst meiden. Wobei wir nur 2 Kakerlaken im Bungalow hatten (eine hatte ein wirklich schönes Muster auf dem Rücken!), was durchaus auf gutes Reinigungspersonal deutet. Auf den Kanaren erstickt man zwar nicht an Cockroaches wie in New York (ich sage nur Hotel 17: “Hat sich das Zimmer gerade bewegt?”), aber man muß eigentlich immer mit welchen rechnen. Die größere der beiden (leider ohne Muster) hatte es geschafft, von der Wand flügelschlagend bis zum Boden zu segeln, ich hatte sie mit meinem Fotoapparat wohl heftig genervt. Das war das erste Mal, daß ich so’n Viech quasi “fliegen” sah, auch wenn es nur eine Art Dämpfung der Landung war. Naja, die Fotos waren im Kasten und damit war das Todesurteil gesprochen. Rasierschaum dient hier vor allem als Ei-Fänger, damit das Tierchen nicht noch seine Nachkommen rumspritzen kann. War trotzdem schwierig, das Viech war trotz seiner riesigen Größe fix. Aber wie gesagt, all das schockt uns nicht annähernd so sehr wie die Schimmel-Nummer.

Dann kam der nächste Hammer bei der Abreise am Flughafen. Natürlich ist mir bewußt, daß man nur 20kg pro Nase im Gepäck mitnehmen darf. Wir sind ja Profis und haben seit einiger Zeit eine Kofferwaage mit. Beide Koffer hatten ziemlich exakt 20kg, aber am Flughafen auf dem Band waren es auf einmal je 21kg. Die Damen von Air-Berlin wollte entweder 40 Euro (20 Euro pro kg) von uns haben oder aber wir sollten 1kg ins Handgepäck umpacken (das komischerweise nicht gewogen wurde). Angesichts dieser Frechheit (mit 10% Kulanz kann man eigentlich schon rechnen, vor allem, wo es sicher haufenweise Leute ohne Kofferwaage gibt, die sind dann total gefickt) packten wir natürlich um und ich buche nun Air-Berlin in die gleiche Klasse ein wie Ryan Air. Ryan Air fliegen wir nicht mehr, weil es einfach zu nervig ist, jeder Scheiß kostet extra undundund. Aber: Ryan Air ist dabei wenigstens billig. Air-Berlin ist zu teuer für solche Sperenzchen, eine Teuer-Airline mit Billig-Service quasi. Ob das schon der Mehdorn-Effekt ist?

Jedenfalls wird Fliegen so noch quälender als es eh schon ist. Wenn ich durch 10 Stromschläge, die mich nicht töten, an ein Ziel meiner Wahl auf diesem Planeten komme, würde ich sie dem Fliegen vorziehen, so ätzend ist das mittlerweile! Doof nur: bisher haben wir immer Pauschal-Reisen gebucht. Da kriegt man oft automatisch Air-Berlin. D.h., um Air-Berlin zu meiden, werden wir demnächst keine Pauschalreisen mehr machen. Das hat den Vorteil, daß man Flug & Hotel etwas freier wählen kann, aber auch den Nachteil, daß der Gesamtspaß des Buchens deutlich nerviger wird. Von Problemen ohne “Reiseleitung” mal ganz abgesehen. Ich frage mich, ob man uns auch einen anderen Bungalow gegeben hätte, wären wir nicht Pauschaltouristen gewesen? Ich mußte zwar die Reiseleitung nicht bemühen, aber das wäre durchaus ein Druckmittel gewesen. Ohne sowas hat man gar nichts, außer, daß sie vielleicht Schiß vor’ner schlechten Internet-Kritik haben. Was viele Anbieter, gerade in Spanien, sicherlich nicht interessiert.

Trotzdem: Air-Berlin, das geht gar nicht mehr. Mal sehen, was die anderen demnächst so machen. Ich warte ja schon darauf, daß die alten Sketche von der Holzklasse wahr werden, wo man angekettet gezwungen wird, auf einem Dynamorad zu strampeln (voll öko ey!), während man seinen Teller in den Gang halten muß, wenn die Stewardeß mit der Suppenkelle vorbeikommt. Insgesamt war die Finanzkrise deutlich zu spüren, diverse Restaurants gab’s nicht mehr (*schnüff* kein Velero mehr in Morro Jable! *heul*), preislich gab’s bei vielen Dingen Mondpreise, gerade auch in Supermärkten. Selbst in “einheimischen Orten” wie Gran Tarajal gab es keinerlei Einheimischen-Bonus mehr, auch hier waren die Preise im Supermarkt heftig. In Restaurants ging es so, da gab es zwar einen Aufwärtstrend, aber der sah irgendwie nicht ganz so drastisch aus. Empfehlenswert bleiben 2 Freßläden: Der China-Wok-Buffet-Laden in Corralejo (der ist in so einer Passage hinten drin), besonders der “Frische-Wok”, wo einem alles frisch zubereitet wird, war super. Es war zwar einer der teuersten Buffet-Chinesen, aber dafür mit endlos Auswahl!
Als 2. sehr gutes Restaurant empfehle ich das Cafe California, welches sich an der Hauptstraße in Jandía/Morro Jable befindet. Super Sandwiches und besonderer Hammer: ein frisch gepreßter Mango-Orangensaft-Mix! NICHT empfehlenswert ist mittlerweile das China-Buffet im C.C. Las Rotondas in Puerto del Rosario sowie ein orangefarbener Imbiß (Name vergessen) in Corralejo, wo ich einen “ganzen Tortilla” für 4,20 bestellte (gab auch ‘nen halben für 3,20) aber übersah, daß Tapas gemeint waren. Bekommen hatte ich einen Viertel-Teller, sozusagen ein Mini-Kuchenstück Tortilla, dafür war es deutlich zu teuer, ein halber wäre also in echt 1/8 gewesen… Weiterhin zum Essen empfehlenswert ist Caleta de Fustes, hier gibt es, genau wie in Corralejo endlos Mampf-Auswahl. Jandía/Morro Jable dagegen hat zwar noch viel, aber leider auch viel Gemurkse. In Puerto del Rosario ist eßtechnisch ein bißchen der Hund verfroren…

Trotz aller Querelen war es ein schöner Urlaub und Fuerteventura ist sicher immer eine Reise wert! Sie gehört zu unseren 3 Lieblingsinseln der Kanaren und rangiert eigentlich nur deshalb auf dem 3. Platz (1. Gran Canaria, 2.Lanzarote), weil es hier im Winter einfach zu windig ist, es ist mehr eine Sommer/Herbst-Insel.

Oh und vielleicht noch als letztes Schmankerl: Costa Calma ist ein idealer Ort für Insektenfotografie, besonders Spinnen. Aber es gibt natürlich auch noch andere Dinge dort, wir hatten z.B. eine merkwürdige Hummel-Art gesehen und irgendwas, daß martialisch wie rote Wespen aussah. Dazu werde ich wohl noch ‘ne Gallery aufmachen demnächst.

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