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Das deutsche Filmgeschäft

2010-01-27, 02:00 CEST

Damit ist nicht gemeint: “Hallo, kann man hier Filme kaufen?” Sondern ich meine schon die Branche, die hier arme Photonen auf Zelluloid einsperrt. Was ja irgendwie trotz Digitalisierung immer noch passiert. Cymone und ich stehen dem deutschen Film ein klein wenig kritisch gegenüber. Meistens sind deutsche Filme oder Serien grau, einfallslos, humorlos, steif, zusammengekürzt, langweilig, dümmlich und oft mit immer den gleichen Schauspielern zusammengetackert. Wir vermuteten bisher vor allem den letzten Umstand als Grund für das klägliche Befinden des hiesigen Film und Fernsehbusinesses. Obwohl es natürlich Ausnahmen gibt. Manchmal kann man sogar Tatort gucken, aber das ist dermaßen selten, ca. alle 10 Jahre einer, das lassen wir mal außen vor. Es gibt Produktionen wie “Lola rennt”, da ist eine schöne Idee gut dargestellt, auch wenn man nicht drüber nachdenken sollte, wo die Frau in kurzer Zeit so vorbei läuft. Ebenso z.B. “Das Experiment”, das ist ein wunderbares Stück deutscher Film. Es gibt sicherlich auch noch andere, aber die Seltenheit solcher Schmuckstücke läßt sich hierzulande nicht abstreiten

Ganz furchtbar wird’s, wenn man an Serien denkt. GZSZ ist ja sowieso nur für eine hirntote Masse gemacht, ebenso die anderen Billig-Produktionen. Aber schon bei deutschen Krimiserien wie z.B. bei “Im Namen des Gesetzes” merkt man schnell: hier fehlt etwas, was im Original “Law and Order” drin ist. Die Leichtigkeit, die Witze am Rand, das menschliche eben. Die deutsche Serie hat den Charme von Robotern. Nicht, daß ich was gegen Science Fiction hätte, im Gegenteil. Aber soweit geht die Serie dann leider doch wieder nicht. Sie bleibt roboterhaft, ohne daß irgendwo interessante Technologie rumlungert. Ganz anders dagegen die US-Serien. CSI mag teuer produziert sein, aber schon NCIS ist eher am unteren Preissegment. Hier ist alles drin: Action, Witz, Spannung, ungewöhnliche Wendungen, das Spielen mit Klischees und und und. Wir fragten uns also immer: warum kriegen Deutsche das nicht hin? Und hatten die Schauspieler im Verdacht. Da hier ja eine Art Münchner Filmmafia die Stränge in der Hand hält, kommen auch immer wieder die gleichen Leute zum Zuge. Diese müssen sich entweder nicht anstrengen oder sie sind sowieso fehl am Platz. Natürlich könnten es auch die Drehbuchschreiber sein oder aber die Intendanten, die alles zusammenkürzen, was ihnen nicht paßt. Die Regisseure konnten wir außen vorlassen, denn so gut wie jeder deutsche Regisseur, der in die USA geht, bringt gute Filmarbeit auf die Leinwand.

Und dann geschah es. Wir sahen einen US-Film, in dem hauptsächlich deutsche Schauspieler zu sehen waren: Inglorious Basterds. Bis heute bin ich am rätseln, wo das E in “Basterds” herkommt. Wie auch immer, Tarantino ist eh etwas irre, insofern paßt das schon. Der Film selbst ist ganz nett, historisch natürlich etwas fragwürdig, aber darauf kommt’s ja bei einem solchen Film auch nicht an. Er war nicht so super wie Thilo ihn beschrieben hat, aber es ist ein guter Film. Mir hat er besser gefallen als die Kill-Bill-Reihe, die mir zu langatmig war. Also: wir haben einen guten Film mit Massen an deutschen Schauspielern. Noch dazu so mancher, der zur Garde derjenigen gehört, die man häufiger sieht, die also zur eingespielten hiesigen Filmmafia gehören. Mit anderen Worten: sie können ihr Handwerk, wenn man sie nur läßt. Nun bleiben nur noch 2 Sorten von Leuten übrig, die unsere Filmbranche langsam aber sicher zerstören: die Drehbuchschreiber oder die Intendanten bzw. Produzenten, also die Mächtigen. Um mal klarzustellen, daß es nicht der böse Downloader ist, sondern daß das meiste hier produzierte Zeug es noch nichtmal wert ist, ins Internet gestellt zu werden. Leider gibt es genug Gestörte, die sich das verkackte Zeug im TV angucken und damit Werbegelder generieren. Egal, wie kaputt diese Branche ist, sie wird es überleben. Schade. Ein Scheitern hätte die Hoffnung auf Besseres gehabt.

Nunja, vielleicht kommt Hoffnung von ganz unerwarteter Seite. So wie ich meine Bilder unter Creative Commons herausgebe, fangen nun Leute an, ganze Spielfilme unters Volk zu bringen. Mir ist unklar, wovon sie letztlich leben wollen. Andererseits hört man gerade von den Statisten, daß es am Filmset oft nur einen heißen Kaffee gibt, insofern machen sowieso nur die “Stars” wirklich Kohle. Wie auch immer, einer der ersten Spielfilme dieser Art heißt Valkaama (ja, for free! Wirklich! Freier Download! Echt!) und trotz des finnischen Titels ist es scheinbar ein polnischer Film. Immerhin gibt es mehrsprachige Untertitel. Coole Sache, gefällt mir. Was am besten ist: man kann nun Teile aus dem Film nehmen und was ganz eigenes draus basteln. Das ist schon ziemlich abgefahren…

Tja, deutsche Filmbranche, das Internet bringt einen weiteren Angriff auf eure verschworene Burg der Langeweile. Auch wenn ihr vielleicht über diesen Film lachen werdet, aber ich wette, es ist nur der erste aus einer langen Reihe von Filmen, die unter CC rauskommen werden. In der Musik sind es schon recht viele Künstler, die ihr Zeug unter CC rausbringen. Ich finde das optimal. Dann kommen endlich mal Enthusiasten (wie z.B. Tarantino) auch hierzulande mal nach oben. Und wenn diese Leute dann auch etwas irre sind, soll mir das egal sein, solange ihre Filme gut sind.

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