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Neulich brate ich so vor mich hin ein Ei in der Pfanne. Kommt vor. Da passiert das Merkwürdige: Das Ei verformt sich! Von ganz selbst! Halleluja! Ein Zeichen! Ein Zeichen! Nun, voller Vorfreude kippte ich Ei-Kanone es auf einen Teller, wo ich mich schon ein bißchen über die Form wunderte. Ich brauche dringend sowas wie einen Ei-Leser, also jemand der schon vom Stadium des Kaffeesatzlesens fortgeschritten ist. Aber es ist ja Weihnachten und da ist man schon froh, wenn das Ei nicht blutet, irgendwelche anderen ominösen Wunder passieren oder man in Coca Cola ertrinkt.

Und da sind wir beim Thema. Oben genannte Firma ist sicherlich nicht die Netteste aller Firmen auf dieser Welt, es gibt immer mal wieder heftigste negative Schlagzeilen. Diese machen sie pünktlich zu Weihnachten mit ihren Coca-Trucks wieder wett. Ich selbst bin da klar betroffen. So sehr ich mich auch bemühe, Dinge zu meiden, die politisch, wirtschaftlich oder sonstwie untragbar sind: ich liebe diese schwarze Brause. Und im Gegensatz zu einem anderen Meckerkopp, welcher bei einem Heft namens Beef ein bißchen hin und her eierte (haha, eierte!), bleibe ich bei meiner Haltung. Zugegeben, ich hatte mal in dem Magazin geblättert und fand es sinnlos, hätte mir aber vorstellen können, daß es Liebhaber von Fleischzeitungen geben könnte, schließlich gibt’s auch Zeitungen für Briefmarkensammler. Aber von meiner Coca gehe ich nicht weg. Da kann sonstwer kommen. Pupsi (huch, vertippt?), Sinuscosinus oder welche Dunkelbrause auch immer. Und es ist mir scheißegal, ob die mit CIA, NSA oder KGB zusammenarbeiten und jeden Tag einen Mahatma Gandhi umlegen: ich kann nicht ohne Coca! Wahrscheinlich packen sie bis heute echtes Koka rein, sonst hätten sie das Zeug doch bestimmt lange umbenannt, oder?

Also, nachdem wir klargestellt haben, daß es bestimmte Dinge gibt, ohne die man nicht leben will (“Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?” – “Einen Lebensvorrat Coca Cola!”), sollte man diese von seinem Konsumverhalten ausklammern. Man kauft diese Dinge sowieso. Oder macht sie sowieso. Manche Leute wollen unbedingt Auto fahren, egal wie bergab es mit dem Klima geht. Ich rufe diesen Leuten zu: es ist ok, wenn ihr mal bei den Dingen etwas länger nachdenkt, die euch nicht so wichtig sind!

Beispiel:

Ihr kauft in einem Supermarkt irgendwas ein. Butter, Wurst, Konserven. Was auch immer. Meistens greift man doch relativ unbewußt nach den Dingen, die man immer kauft. Und genau das ist der Fehler. Bei den nebensächlichen Dingen könnte man nämlich etwas reißen. Und zwar in beide Richtungen. Ich kaufe z.B. gerne Arla-Butter, weil ich salzige Butter mag. Nehme aber auch andere, wenn andere da ist. Als sie von den islamischen Ländern boykottiert wurden, habe ich diese Butter jeder anderen salzigen vorgezogen, weil ich pro Meinungsfreiheit bin, egal wer irgendwo beleidigt wird. Ebenso meide ich Dinge, die mich werbetechnisch nerven. Z.B. geht mir die Mario-Barth-Werbung vom Mädchenmarkt auf den Sack, während die von Alice Cooper vom Planeten deutlich unterhaltsamer scheint. Klar ist das der gleiche Konzern, aber auch die merken, daß Dinge nicht stimmen, wenn beide das gleiche Zeug verticken, aber einer eben etwas weniger davon. Ebenso bei Waschmitteln: ich habe Persil noch nie angefaßt, weil die Werbung von denen schon immer völlig daneben war. Und eben nicht nur Werbung, es gibt natürlich die moralischen Ausschlußkriterien, nach denen ich keine Coca mehr kaufen sollte. Was ich natürlich angesichts einer meiner stärksten Vorlieben trotzdem tue. Aber auch der “kleine” Beschiß, z.B. beim Joghurt: ich will einen Kirsch-Joghurt. Der Anteil Kirschzubereitung steht überall drauf. Bei manchen Herstellern steht aber der echte Kirschanteil extra. Das finde ich eine deutlich bessere Information. Da sieht man nämlich, daß “Kirschzubereitung” inklusive süßer Soße meint und echte Kirschen meistens davon nur die Hälfte sind. Also bemühe ich mich, generell bei den Herstellern zu kaufen, die die Informationen genauer schreiben. Wohlgemerkt: ganze Produkt-Paletten von Herstellern sind dadurch gemeint!

Das sind alles kleine, filigrane Dinge und ja: der Einkauf gestaltet sich durch diese etwas bewußtere Haltung deutlich länger, man verliert Zeit. Aber wie sonst sollte ich den Hersteller bestimmter Produkte dazu bewegen, etwas für mich, den Kunden zu machen? Schlimm ist natürlich, wenn liebgewordene Produkte verschwinden. Z.B. gab es, um nochmal beim Kirsch-Joghurt-Beispiel zu bleiben, ein Produkt von Dr. Oetker namens Jobst. Klasse Produkt, superviel Frucht drin. Die Werbewanne von Froop (igitt, die mag ich gar nicht, da kann die Lütte noch so sehr vom MIXAAAA! nerven) scheint den Markt dermaßen überrolt zu haben, daß sich Dr. Oetker entschied, dieses Produkt aus seinem Sortiment zu werfen. Mails wurden leider nicht beantwortet (meistens bringen echte Briefe mehr, aber wer macht sich schon die Mühe?), aber trotzdem ist das dann die einzige Möglichkeit, hier nochmal auf das geliebte Produkt hinzuweisen. In manchen Fällen hilft es, wenn man Mitstreiter findet. Für mich erledigt sich dann meistens auch gleich der Rest der Produktpalette der entsprechenden Firma. Kann man dann irgendwann nochmal in eine Mail oder wie hier in ein Blog packen. Das ist alles aufwendig, aber wenn man bedenkt, wieviel Geld wir diesen Leuten in den Rachen werfen, dann haben wir Konsumenten auch etwas dafür zu bekommen.

Ich denke, daß in Bezug auf Klimawandel und vielen anderen Dingen, die falsch laufen, hier auch eine Menge machbar ist. Bewußter Kauf ist ein klares Signal in einer kapitalistischen Welt, der Kunde ist der König, er hat das Geld! Die TAZ hatte vor kurzem ein Titelblatt, welches dem Mädchenmarkt entsprechen sollte. Man wollte auf Billig vs. Umwelt hinweisen. Das ist ein grober Fehler! Wenn man Umweltkosten langfristig berechnet, dann bekommt man im Schnitt mehr raus, wenn man leicht höhere Anfangsinvestitionen hat. Das, was die Welt teuer macht, sind Kurzfristgedanken: Politiker, die nur bis zur nächsten Wahl denken, Manager, die sich im Halbjahrestakt die Klinke in die Hand drücken. Hier wird Geld verpulvert ohne Wirkung. Der Konsument könnte gegensteuern, würde er nur ein Quentchen mehr Mühe investieren. Es ist so dermaßen wenig, was zu tun wäre! Stichwort Auto: Ich werde meine alte Karre solange fahren, bis sie auseinanderfällt oder ein Tanksystem für Stromautos etabliert ist. Ist bis dahin kein Tanksystem für Stromautos am Horizont, werde ich mich bei Stattauto oder ähnlichen Diensten anmelden und nur noch bei Bedarf Auto fahren. Und nur so kommen wir aus den allgemeinen Abhängigkeiten des Öls raus. Es ist gut so, daß Saudi Arabien nach Finanzhilfen schreit, wenn keiner mehr deren Öl kauft! Man sollte sie ihnen natürlich nicht geben…

Auch wenn Weihnachten fast vorüber ist: alle, die noch dringend was einkaufen wollen, sollten der Wirtschaft die Konsumentenpistole (siehe Bild oben) auf die Brust drücken. Mit Demos ändern wir nix. Aber mit unserem Geldbeutel eine Menge. Auch wenn es beim Einzelnen wenig sein mag. Selbst bei Aldi habe ich oft eine Wahl, sogar die kleinen Entscheidungen treiben die Märkte in andere Richtungen. Und bei den heutigen Statistik-Methoden: was glaubt ihr, kriegen Konzerne, die ihre Mitarbeiter komplett überwachen, mit, wenn bestimmte Pro
duktpaletten nicht mehr gekauft werden? Natürlich kriegen die das mit! Insofern: Augen auf beim Weihnachtskauf! Und danach natürlich auch.

Ich denke, man sollte sich in Konsumenten-Foren zusammentun und beraten, wann was warum kauftechnisch zu boykottieren oder zu bevorzugen ist. Das dürfte der Weg der Zunkunft sein. Das ist dann vergleichbar mit der Hotelbewertung im Internet oder anderen Bewertungen. Es gibt schon Konsumenten-Foren wie z.B. Ciao.de, wo die Produkte aufgrund ihrer Qualität besprochen werden. Ich denke das reicht nicht, wir müssen auch über die Produzenten und die Herstellungs- und Produktwege reden. Damit müßte man doch ein bißchen Einfluß bekommen. To make the world a better place.

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