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LinuxTag 2011 in Berlin

2011-05-11, 23:26 CEST

Heute war der erste von 4 LinuxTag-en hier in Berlin. Da heute der Tag der Virtualisierung war, mußte ich natürlich dort hin, da werden 2 meiner Hauptthemen auf einem Kongreß zusammengefaßt, supi! Interessant übrigens, daß der vom Marketing aufgebaute und damit technisch verbrannte Begriff “Cloud” recht selten fiel, sehr schön!

Aber das war’s auch schon mit der Harmonie. Der erste Beitrag, den ich mir antat, kam von einem wirren, zu spät gekommenen Iren namens Feargal Mac Conuladh. Zugegeben, die Software von ihm und seiner Mannschaft (Firma: Securiforest) hatte interessante Ideen. Aber die Vorführung war mäßig, da die Demos abschmierten. Er wollte das Ganze auch nur auf Anfrage rausrücken, weil es eben noch nicht fertig sei. Logisch, das wirft immer ein schlechtes Licht auf ein Projekt. Da die Frager nach dem Vortrag viele Wünsche hatten, die mit “Nein” beantwortet wurden, nehme ich mal an, daß diese Firma, trotz des mehrmaligen Begriffs “survive” diesen Hauptwunsch langfristig nicht erfüllen kann. Aber ist ja nur meine Einschätzung.

Danach kam “Kraxel” (Gerd Hoffmann, RedHat) und erzählte über Spice, einer Client-Umgebung, die im Grunde (so habe ich es verstanden) rdesktop und VNC ablösen soll, damit man auch Linux-Desktop-Clients vernünftig ausrollen kann. Das Ganze hatte interessante Ideen (wenn auch etwas lieblos vorgetragen, mecker, mecker!) und ich würde sagen: geht alle auf die Seite des Projekts, damit man sich mal selbst ein Bild davon machen kann! Er selbst zeigte am Schluß nur eine Demo von 2 VMs, die gleichzeitig liefen, ob sie aber beide gleichzeitig Multimedia darstellen könnten oder nicht, blieb offen.

In der Pause durchforschte ich die Ausstellung zum LinuxTag und fand ein sehr spaßiges AccessoireOpenSuSE-Bier
für den Linux-Nerd. Auch, wenn ich eher Ubuntu einsetze, aber diese Idee ist dermaßen geil: OpenSuSE-Bier! Ich warte gespannt auf die Green Lemon- oder noch besser, die Level 7-Variante! Nerds brauchen ja immer Koffein…

Nunja, danach wieder Virtualisierung. Der Oracle-Mann Wim Coekaerts redet über VirtualBox und Linux-Mechanismen zur Virtualisierung generell. Natürlich gibt’s da die üblichen Angstfragen: Wird Oracle VirtualBox genauso in die Tonne kloppen, wie sie das auch mit den anderen Projekten (OpenOffice, MySQL) gemacht haben? Herr Coekaerts wiegelt ab: ihm ist einerseits die Benutzerbasis sehr wichtig andererseits mache diese kaum mit bei dem Projekt, nur als Endnutzer. Und außerdem hätte man nun viel mehr Teile unter die GPL gestellt (den RDP- und USB-Teil wollen sie aber nach wie vor unfrei halten mit den Extension-Packs). Er kam schon überzeugend rüber, wobei ich mir vorstellen kann, daß er da unter Umständen überfahren wird vom Konzern, wenn die was anderes wollen. Aber zur Zeit sieht es so aus, als wenn VirtualBox weiterhin aktiv und mit viel Weitsicht entwickelt wird, sogar 3D soll demnächst wieder auf die Tagesordnung kommen!

Beim nächsten Vortrag hatte ich zuerst überlegt, auszusetzen, aber er wurde tatsächlich sehr interessant. Er war von Christoph Mitasch von der Thomas Krenn AG und sprach über OpenVZ und LXC. In letzter Zeit bin ich ja eher gegen “halbe” Virtualisierung, will sagen: Container. Bei Lösungen wie OpenVZ teilen sich die VMs einen Kernel und sind in vielerlei Hinsicht eingeschränkt: man kann nicht aus ISOs installieren, als VM-Kunde hat man nie vollen Zugriff auf /proc oder /sys, weil man sonst den Host mit beeinflusst usw. Und Kernel-Updates werden von oben aufoktruiert, ich kann da Schmerzlieder von singen. Er fing an mit einem Vergleich KVM & OpenVZ, den ein KVM-Hoster mal erstellt hatte. Dabei kam OpenVZ nicht gut weg. Welch Wunder, wenn der Hoster selbst KVM bevorzugt. Hier kam eine sehr geile Folie: sie zeigte einmal den Vergleich Fahrrad vs. Auto wo das Bike gewinnt (umweltfreundlich, braucht keinen Sprit, leichter, billiger usw.) und nochmal das Gegenteil (Auto hat mehr Platz, ist viel schneller, geschützter bei Unfällen usw.). Um zu zeigen, daß man bei Vergleichen oft davon ausgehen kann, daß Äpfel mit Birnen verglichen werden und der jeweilige Autor der Studie seine bevorzugte Färbung argumentativ durchdrückt. Leider müßte man das auch dem Vortragenden ein bißchen vorhalten, da OpenVZ stellenweise schlecht rüberkam (85 MB Kernel-Patches, 2,7 Mio Codezeilen!), und LXC alleine durch seine Integration in den Kernel ja massiv Vorteile hat. Allerdings kam am Schluß raus, daß LXC (LinuX Containers) noch nicht weit genug entwickelt ist, aber im Grunde hatte er natürlich Recht: durch die Existenz im Kernel wird OpenVZ abgehängt. Das ist durchaus ein bißchen wie der Wettstreit zwischen KVM und XEN. Den hat XEN sicherlich auch (wenn auch nicht nur) dadurch verloren, weil es eben nie ganz im Kernel integriert war.

Also auch, wenn ich Kunden nie diese halben Lösungen anbieten würde, für mich selbst, z.B. zum Betrieb einer virtuellen Firewall, scheint LXC wie geschaffen zu sein. Früher habe ich dafür UserModeLinux (UML) genutzt, aber in letzter Zeit natürlich lieber KVM. Das ist aber eigentlich Overkill und ich denke, ich werde mir LXC mal ansehen.

Genauso, wie ich mir mal Wayland ansehen werde. Wayland soll als zentrale Display-Einheit den X-Kernel ablösen, die ersten Betas sind wohl durch. Beim Fedora-Stand z.B. war man der Meinung: Unity wie Ubuntu? No way! Aber bei Wayland sind sie tatsächlich am überlegen! Das wird wohl kommen…

BTW, ReactOS lebt! Ich hatte mich ja immer gefragt, wofür. Und der Mann, ein Brasilianer erklärte mir, daß in Brasilien, aber wohl auch in russischen Verwaltungen proprietäre Software offiziell verboten wurde (Really? Kann ich gar nicht glauben!). Ein Windows-Verbot ist für Spezial-Apps natürlich fatal und deswegen hat ReactOS zumindest in Brasilien wohl viele Unterstützer. 14 Entwickler arbeiten daran (hatte nicht auch der Oracle-Mann diese Zahl für die VirtualBox-Entwickler genannt? Damn, kann mich nicht erinnern…).

Zu guter Letzt: Spiele! wine scheint dermaßen viele Hürden umschifft zu haben, ich habe ein wirklich geiles Autorennspiel gesehen. Windows-Spiel, aber mittels wine direkt lauffähig auf Linux. Das ist schon großes Kino, die meisten meiner Windows-Spiele kriege ich damit nicht zum Laufen, da werde ich wohl mal wieder mit rumspielen müssen.

Ich kann nur sagen: es war ein langer und wirklich guter Tag. Geht hin, es lohnt sich!

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