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Atom, IPv6 und Spaß mit Panasonic!

2011-05-05, 01:04 CET

Boh, was für eine Mischung in der Titelzeile! Da leckt sich die Boulevardpresse sogar die Zehennägel für ab! Aber machen wir das Intro ein bißchen aufgelockerter…

Fefe lästert ja immer über den Spiegel und schimpft ihn “das ehemalige Nachrichtenmagazin”. Ich finde das nur bedingt fair, denn ziemlich viele Stories werden von dort angestoßen. Nicht immer zum Besten, aber mal ehrlich: welcher Verleger ist frei von Polemik (verkauft sich gut), Sensationsmache (verkauft sich halt besser) und Lobbyismus (ohne politischen Arm wird man zermalmt)? Insofern lasse ich mich nicht davon abhalten, hin und wieder den Spiegel Online zu lesen, denn verglichen mit Bild & Co. ist es ja schon fast echter Journalismus. Da man den sowieso nur bei kleinen Blogs erwarten kann (die dafür meistens aus dem Netz geklagt werden, wenn sie wirklich mal Insider-Infos veröffentlichen), ist das schon ok für so’ne große Bude.

Kommen wir deswegen mal zum ersten Aufmacher. Hier beschreibt der Spiegel sehr schön, wie man jetzt die Atom-Sicherheit noch ein bißchen aufweicht. Klar, nach heftigsten Problemen in Japan muß man das ja machen, um auf technisch gleiche Höhe herabzusteigen zu kommen. Aber mal ernsthaft: ist die Lobby hier komplett durchgeknallt? Ist das der Schritt zum beschleunigten Selbstmord einer Branche? Klingt fast wie die Erfindung von DRM für die Medien-Branche: “Selbst das Genick brechen für Dummies, mit anschaulichen Illustrationen!”

Ich selbst war früher nicht unbedingt ein erklärter Atom-Gegner. Klar, wenn so’n Meiler vor meiner Fresse gestanden hätte, wäre ich sofort weggezogen. Aber früher habe ich wirklich geglaubt, wir kommen nicht ohne aus. Und dafür müsse man mal ein paar kleine Gefahren hinnehmen. Hm, kleine Gefahren. Insgesamt eine recht große Flächenvernichtung alle 25 Jahre. Von der nach GAUs steigenden Strahlenbelastung für die Weltbevölkerung mal ganz zu schweigen. Und wir alle wissen, warum sowas passiert: Sparzwang und der uns Menschen angeborene Hang zur Schludrigkeit. Wir sind deshalb durch die Evolution gekommen, weil wir Fehler haben. Und wissen, wie wir damit umgehen müssen (im Suff ertränken, am besten, wenn man Obermotz in ‘nem AKW ist und einem furchtbar langweilig ist). Dumm nur, daß unsere technische Welt uns die naturgegebenen Fehler nicht verzeiht. Da rasen wir mit technisch wenig beherrschbaren Gefährten in eine Sandwand und bauen Riesencrashs. Oder eben die nuklearen Unfälle (z.B. das Verschwinden von Atom-Sprengköpfen nach Bomberabstürzen, diverse Köppe wurden nie gefunden, ein Teil soll noch auf dem Grund des Mittelmeers vor sich hin strahlen).

Was würde es also bedeuten, wenn wir es mit der Sicherheit ernst nähmen würden? Meiner Meinung nach die überhaupt einzige Möglichkeit, das Zeug zu betreiben. Das würde bedeuten, das Gegenteil von dem zu machen, was die EU da gerade vorschlägt. Die EU möchte am liebsten Löcher in die Meiler bohren, damit die austretende Radioaktivität sich besser verteilt und nicht mehr in so hohen Dosen an einem Ort gemessen werden kann. Mal überspitzt gesagt. Und die EU will das nur, weil’s ihr die Atom-Lobby einflüstert. DAS wäre mal ein Job: EU-Flüsterer. Aber ich schweife ab. Wir müßten, gerade nach Vorfällen wie in Fukushima, die Sicherheit stark erhöhen. Alleine, damit die Leute bis in 5 Jahren vergessen haben, wie schädlich Atomenergie ist und brav wie die Schafe für einen Weiterbetrieb stimmen.

Und schon schreien wieder alle: “Mehr Sicherheit? Das wird zu teuer!” Stimmt. Im Grunde ist Atomkraft jetzt schon sehr teuer. Man kann es nur nicht sehen. Ist da ein Zusammenhang zwischen Strahlung und versteckten Subventionen? Man kann es nicht riechen, aber es ist da.

Gucken wir uns doch mal die einzelnen Subventionsstufen an. Stufe 1. Das Uran selbst. Ein Rohstoff. Müßte auf dem Weltmarkt ähnliche Kapriolen schlagen wie Öl und andere Commodities. Ruckelt sicherlich hin und wieder. Aber nie so sehr, daß es unbezahlbar würde. Obwohl auch hier langsam eine Verknappung eintreten soll, wie diverse Stimmen munkeln. Ach was, das werden Spekulanten sein! Spekulanten? Bei einer Ware, die nicht so einfach zu kriegen ist? Wo es kaum Derivate gibt, schon gar nicht Warentermin-Derivate (“Wo wollen Sie die Brennstäbe hingeliefert bekommen?” – “Ins Wohnzimmer, da ist immer so kalt!”). Was ich damit sagen will: hier halten wenige mit Hilfe von Regierungen die Hand drauf, daß da keine Spekulationsblasen draus werden. Das Zeug müßte eigentlich viel teurer sein. Daß es billig bleibt, da wird schon der eine oder andere Steuer-Euro für rollen.

Subventionsstufe 2: Der Bau von Kernkraftwerken. Klar, das machen Firmen wie Siemens & Co. Die müssen da enorm vorstrecken, alleine für die Sicherheitsmaßnahmen, Containment usw.! Und kriegen dann natürlich Steuererleichterungen. 5 Milliarden kostet ungefähr so’n KKW, das würde man über Stromerzeugung auch in 20 Jahren nicht drin haben. Also wedelt man mit 100 Arbeitsplätzen und Land/Region/Stadt nehmen die Steuerhand aus der Tasche der Firmen.

Subventionsstufe 3: Die Entsorgung. Momentan wird der Atommüll einfach bei den Kraftwerken gelagert. Das ist wahrscheinlich noch die günstigste Idee. Denn der Transport bei dermaßen viel Gegnerschaft ist teuer. Aber selbst wenn der geschafft ist: das Zeug muß sicher verwahrt werden, Tausende von Jahren. Auch hier wieder: Your Tax-Euros at work. Super.

Subventionsstufe 4: Einsparungen. Natürlich ist auch der Betrieb eines AKW teuer, die ganzen Sicherheitsmechanismen usw. Also versucht man, wie in jedem anderen Unternehmen auch, an Personal zu sparen, möglichst viel zu automatisieren usw. An sich legitim. Angesichts der Dramatik, wenn die Automatismen ausfallen, eine schlechte Idee. Finden Versicherungen auch. Und versichern nicht. Die können, im Gegensatz zum blöden Wahlbürger, rechnen. Folglich übernimmt der Staat die Kosten, wenn die Sicherheit, wie von der EU vorgeschlagen, im Nirvana verschwindet und allen kurzfristig sehr warm wird.

Subventionsstufe 5: Nach einem GAU, der, wie wir ja alle 25 Jahre sehen, einzuplanen ist (früher sprach man mal von einem Unfall alle 1000 Jahre, da haben wir der Statistik aber ein Schnippchen geschlagen, was?), kommen die tatsächlichen Kosten von Stufe 4 auf den Steuerzahler zu. Hier muß tatsächlich bezahlt werden. Auch die AKW-Firmen in Regreß nehmen, wird nicht funktionieren. Die würden schlagartig Pleite gehen und auch große Regierungen wie in Japan werden da stark drunter zu ächzen haben. In der Ukraine kommt die Volkswirtschaft bis heute nicht nach oben, was auch an anderen Dingen liegen kann. Aber die Kosten von Tschernobyl werden ihr übriges dazutun..

Subventionsstufe 6: Gesundheit & Umwelt. Landverlust läßt sich in Geld beziffern. Ebenso Gesundheitsverlust. Und noch blöder: wenn die Leute vor dem Erreichen der Rente sterben oder zu häufig krank werden und ihrem Job nicht mehr machen können. Das schädigt die Volkswirtschaft enorm. Einzelne Zweige wie die Medizin mal ausgenommen. Letztlich zahlen wir dann alle drauf.

Ich habe keine genauen Zahlen für die einzelnen Stufen, außer für den Bau eines AKW, aber ich schätze mal, alleine mit den Gesamtkosten eines einzigen AKW könnte man die Nordhälfte Deutschlands komplett mit Windrädern und Strommasten zuballern. Also soll mir keiner kommen, wir können nicht ohne Atom und es würde teurer werden. Natürlich wird’s teuer bleiben, denn selbst, wenn wir jetzt abschalten, bleibt der Müll ja immer noch ein paar zehntausend Jahre da. Aber wenn es nun teurer wird, dann nur, weil die Konzerne jetzt für ihr Geld arbeiten müssen und die Gewinnspannen runtergehen, man muß dann beim Kunden mehr reinholen, das, was man bisher von Politik & Staat bekam. Ach ja, ein Subventionsfaktor ist natürlich die Nummer “Atom hat so viele Gegner, wir müssen aus Schutz vor Terroristen alles geheim halten!” Natürlich öffnet das Korruption Tür und Tor, da wurden bestimmt auch noch Unsummen nebenbei hinter AKW-Mauern hin und hergeschoben.

Aber Transparenz ist nicht jedermanns Sache. Wenn ich das für Konzerne und Politik fordere, paßt mir das im Privaten natürlich gar nicht. Ich nutze VPNs, TOR, I2P, Proxies und alles mögliche andere um meine Spuren im Netz etwas schwieriger trackbar zu machen. Zugegeben, ohne Grund (bin ja kein Terrorist) und oft wahrscheinlich wenig erfolgreich. Aber es gab immerhin Mechanismen, mit denen man was anfangen konnte. Im alten Internet. Und jetzt sind IPv4-Adressen alle. Egal, IPv6 kommt doch! Aber: hier werden wir alle statische Adressen haben! Immer erkennbar, immer trackbar!

Und schon wieder hat der Spiegel die Gefahr erkannt, nur leider mal wieder ein bißchen halb. Natürlich gibt es auch bei IPv6 Möglichkeiten, sich eine anonyme Adresse zu setzen. Proxies sind nicht aus der Welt, tor funktioniert hier auch und es gibt Dienste wie Teredo, die zwar als IP4-to-IP6-Tunnel fungieren, aber man nach außen eine andere IPv6 hat, eine dynamische. Soweit so gut. Datenschützer wollen natürlich mehr und hatten bei Providern nachgefragt. Die haben entgegnet: “Wir versprechen alles, damit Datenschutz möglich ist!” Das sind die, die bei Bittorrent- und anderen Abmahn-Verfahren zügig die monatelang gespeicherten IP-Daten ihrer Kunden preisgeben. Oder sogar Dienste der Art anbieten, ich sage nur: Vodafone Locate. Für die sind Kundendaten Kapital oder sowas wie Patente: was zum Tauschen für potenzielle Gegner. Ich kann nur warnen: wir werden uns unsere eigenen Sicherheitsmaßnahmen hier basteln müssen, da fehlt echt sehr, sehr viel! Von den Providern ist hier praktisch GAR NICHTS zu erwarten…

Was mir auch manchmal fehlt, ist Saft. Power. Strom. Die Video-Kamera ist alle und es ist kein mobiles AKW zur Hand. Was tun? Theoretisch würde man sagen: Zweit-Akku besorgen und gut ist. Was aber, wenn der Akku fast ein Viertel des Kamerapreises beträgt? Jaja, Panasonic wollte für meine Kamera knapp über 400 Tacken haben und ein originaler Einzelakku kostet 90 Ocken. Gut, im Netz gibt’s Originale ab 60, aber das ist immer noch ein bißchen viel.

Nun gibt es natürlich Firmen, die diese Akkus nachbauen. Panasonic gehört aber zu den Firmen, die unbedingt die Hauptgeräte günstig im Markt halten wollen, damit Konkurrenten kein Bein auf die Erde kriegen. Und dafür beim Zubehör die Schütte abgreifen. Deshalb verdongeln sie ihre Akkus. Da sind Chips drin, die ein bestimmtes Protokoll sprechen und erst, wenn Kamera und Akku sich einig sind, gibt der Akku auch Strom für die eigentliche Funktion her: dem Filmen.

Eigentlich hält mich so eine Situation immer stark vom Kauf ab. Auch Sony ist bekannt dafür, den Kunden mit solchen Mitteln zu verarschen. Aber manchmal ist das Produkt einfach dermaßen gut, was Preis-Leistung betrifft, da setzt dann auch mein gesunder Menschenverstand (jaja, hahaha!) aus. Das traf jedenfalls auf die Pansonic HDC-TM80 zu. Nettes Gerät, kommt aber mit nur einem Akku, welcher in der Kamera geladen werden muß. Da ist ein Stöpsel seitlich, mit dem man das Netzgerät zum Akkuladen verbindet. Nun könnte man ein schönes Bild bemühen: die ganze Kamera ist vor dem Zugriff des Kunden geschützt! Er kann keinen Fremdakku nutzen, Hahaha! Und dann kam jemand auf die Idee: nehmen wir doch den Stromeingang und täuschen mit einem Akku ein Netzteil vor. Kleines Kabel vom Akku an den Netzteileingang und fertig. So viel Absperrgitter und dann steht das Klo sperrangelweit offen. Tja, Panasonic, das sieht dann als Gesamtpaket so aus. Und nichtmal 30 Penunzen für bezahlt! Ich find’s gut, weiter so! Und: ich kann die kleine Kamera echt empfehlen, Super Gerät!

2 Kommentare zum Artikel “Atom, IPv6 und Spaß mit Panasonic!”

  1. Ralf Hildebrandt

    Eine Stufe der Subvention hast Du vergessen. Das abgereicherte Uran, da gammelt in GRÖSSEREN (!) Mengen rum als das angereicherte Uran. Und in so tollen Formen wie Uranhexflourid. Das Zeug ist so scheisse zu handlen und so giftig, und liegt in rauhen Mengen “einfach so” rum.

  2. UWP

    Naja, da sollten wir fair bleiben, das gehört in die Subventionsstufe 3, Müllentsorgung. Ob’s nun Gift oder strahlendes Material ist, das fällt in die gleiche Kategorie: lebensfeindlich. Und es wird exakt auf die gleiche Weise finanziert: vom Steuerzahler alleine. Und wenn sie’s einfach so rumliegen lassen, ist es Kategorie 6: Land- und Gesundheitsvernichtung. Also dafür wüßte ich nun wirklich keine neue Kategorie.

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