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Archiv für die Kategorie ‘Geld’

Ich erzeuge seit einigen Jahren Fotos jeder Art, hauptsächlich HDRs und Makros. Die Qualität ist durch bessere Technik (von Bridge zu DSLR) durchaus akzeptabel geworden. Man beachte den Fotothing-Link oben rechts und vergleiche selbst über die Jahre. Allerdings hatte ich mir über Verkauf oder so nie einen Kopf gemacht. Trotzdem lagen mir Cymone und diverse Kollegen im Ohr mit der Aufforderung, doch mal den Verkauf von Bildern anzudenken. Einerseits ist das natürlich ein schönes Kompliment. Andererseits kommt es von Leuten, die mir sowieso wohlgesonnen sind und insofern vielleicht etwas befangen sind.

Dann kommt natürlich der Geld-Anteil zur Überlegung dazu. Um die Bilder ordentlich zu präsentieren und Business-Model-fähig zu machen, müssen nicht geringe Zahlungsmittel aufgewendet werden. Bei diesem exorbitanten Exodus von Hart-Devisen ist nicht klar, ob auch ein gewisser Revenue Einzug hält, will sagen: ob auch Schütte zurückkommt. Ich bin da etwas skeptisch, andererseits sehen die Dinger in ansprechend gestalteter Ausführung durchaus gut aus. Aber wir alle wissen, wie es um die Money-Situation des Standard-Berliners steht. Er ist genauso überschuldet (pwned!) wie die Stadt selbst und kann höchstens 5-10 Euronen klarmachen, auch zu Weihnachtszeiten, ohne neue Hypotheken auf seine Mietwohnung aufzunehmen. Da schon die Produktion deutlich über diesem Price-Range liegt, kann ich wahrscheinlich einpacken und direkt Chapter 11 (Insolvenzia, US-Style) anmelden bis hin zum Bankrupt (neu-german word for: “Ick hab nüscht mehr!”). Zur Not habe ich halt ein paar superteure Weihnachts-Geschenke für die liebe Verwandtschaft, spart ja auch Einkaufszeit.

Der geneigte Leser wird sich wahrscheinlich fragen: Wo bleibt die geneigte Leserin? (Das war eine Testfrage, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen) Die richtige Frage lautet: wo wird denn der Bildverkauf stattfinden? Und wann? Da sage ich nur:

Sonntag, 12.12.2010, von 13-19 Uhr
Dunckerclub
Dunckerstraße 64
Berlin Prenzlauer Berg

Ich habe zur Zeit 36 Bilder im Programm, die ich jetzt aber nicht alle komplett in allen Größen vorbereitet habe. Laut aktueller Rechnung wird es 16 auf MDF-Platte (eigentlich 17, aber das Fetteste, ein Panorama, wird wohl bis Sonntag nicht mehr fertig werden *schnüff*) geben und 30 auf lamierten DIN-A4-Hochglanz-Ausdrucken (Profi-Style!). Es wird aber einen vollständigen Katalog geben, damit man, falls doch erhöhter Bedarf besteht, Bilder nachbestellen kann. Ich hoffe, ihr alle kommt zahlreich und unterstützt mich wenigstens moralisch! Natürlich nehme ich Barleistungen in nicht geringen Mengen entgegen. Bedenkt doch mal, was “ein echter UWP” in ca. 10 Jahren wert sein könnte! Eine enorme Wertsteigerung liegt vor euch, mit geringer Volatilität (außer raise natürlich) und sagenhaften Hebelwerten (raise-raise)! Soviel holt ihr sonst nur mit Knock-Out-Papieren raus oder z.B. beim Online-Poker! Hedgefonds sind ein Dreck dagegen, alles L4m3r! Ich rufe allen da draußen an den Monitoren zu: VERGESST LOTTO, KAUFT MEINE BILDER!

Uff, ich glaube, trotz des Markt-Geschwalles bin ich noch knapp unterm Bullshit-Bingo durch, oder?

Stimme aus dem Off: “BULLSHIT!”

Damn! :)

Zur Zeit ist hier sowas wie Land unter. Einerseits muß ich noch einen Artikel für eine Linux-Zeitschrift schreiben, andererseits kommen zur Zeit Insekten auf mich zu, da kann man nur von träumen. Insofern bin ich also zwischen 2 Tätigkeiten in meiner Freizeit etwas hin und hergerissen. Nichtsdestotrotz muß Schönes gezeigt werden, also raus damit:

Zu den Tierchen ist zu sagen: das erste sieht nach einer Kreuzung zwischen Bremse und Fliege aus. Der Vergleich mit dem 10-Euro-Cent-Stück zeigt, daß es durchaus die Länge einer Standard-Fliege toppt, wogegen der Körper doch recht schmal ist. Das Tierchen war übrigens tot, es hing auf der Arbeit in einem Vorhang fest, ich nehme an, es ist verhungert oder so.

(mehr…)

Ölige Zukunft

2010-07-07

Es wird ja viel geschrieben und gesendet in letzter Zeit rund um die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko. Allerdings kommen, wie immer, nur wenig vernünftige Informationen über die Standard-Medien. Welch Wunder, jetzt wo die Berichterstattung über den Oil-Spill auch noch zensiert wird. Natürlich informiere ich mich häufig über den Fefe-Kanal, wobei man immer darauf achten sollte, daß da nicht alles 100%-ig stimmt, schließlich bezeichnet er es selbst als Verschwörungs-Blog. Im Normalfall liest es sich erheiternd (wenn ein paar Großkopferte mal auf die Fresse fallen) bis deprimierend (negative News sind scheinbar eher News als positive). Letzteres wird oft dadurch wett gemacht, daß man mit der Zeit ein dickes Fell bekommt. Konfuzius sagt: warum sich über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann? Oder waren es ZEN-Leitlinien? Wie auch immer, manchmal schüttelt man den Kopf und wenn es dann in den Standard-Medien auftaucht und alle sich drüber aufregen, ist es lange kalter Kaffee für mich.

Trotzdem hat diese Öl-Nummer irgendwie mehr meiner Aufmerksamkeit bekommen als sonst. Ich weiß auch nicht genau, was der Anlaß war, ich schätze, es waren die unendlich vielen Bilder von ölverschmierten Vögeln, die um die restlichen Stunden ihres Lebens kämpfen. Ich bin sonst auch naturtechnisch marktorientiert, Arten kommen und gehen, der bessere setzt sich durch, auch wenn wir Menschen oft an der Ausrottung von Arten stark beteiligt sind. Aber wir sind auch Teil der Natur und wenn der Elefant aus Platzgründen weichen muß, dann ist das nicht schön und schon gar nicht begrüßenswert, aber das ist der Lauf der Dinge. Faktisch ist diese Art dann nicht mehr zu retten, denn sie steht den Menschen vor Ort im Weg und wir alle wissen, wie unsere Art mit Gegnern umgeht (ich sage nur: Neanderthaler). Das alles mag herzlos klingen, ich versichere aber: das ist es nicht. Ich finde es durchaus traurig, wenn Tierarten auf Nimmerwiedersehen verschwinden und halte es oft auch für dumm, denn: man weiß nie, ob diese verlorenen Arten einem mal nützlich werden könnten (oder es schon immer waren?). Aber die Praxis zeigt es immer wieder: gegen Artensterben vorzugehen, ist größtenteils aussichtslos. Und es sind nicht immer die Großkonzerne, die schuld an Ausrottung tragen, manchmal reichen auch kleine Dörfer, die eine Art niedermachen, weil sie ihre Schafe reißt o.ä.

Insofern hält sich mein Mitleid mit den tierischen Kreaturen oft in Grenzen, z.B. bei der Diskussion um Klimaveränderung, wo ja viele Arten wegsterben und andere sich wiederum vermehren. Der eine hat Nachteile, der andere Vorteile, so ist es nunmal. Aber die Bilder der Tiere im Öl haben mich doch stark bewegt. Stärker, als ich selbst es je vermutet hätte. Also sitze ich jeden Tag da und lese die News über die Zahlen, wieviel Tonnen Öl da minütlich aus dem Bohrloch strömen und daß man damit bestimmt ein paar Millionen Autos ein Auto-Leben lang betanken könnte. Und wie sie das Loch schließen wollen. Mittlerweile habe ich da so meine Zweifel dran, ob das gewollt ist. Es sieht so aus, als wenn BP nur versucht, das ausströmende Öl zu verwerten. Der Rest scheint ihnen fast am Arsch vorbei zu gehen. Andererseits: die vielen Tank-Boykott-Aufrufe und die wohl doch aufkommenden Schadenersatz-Klagen, gerade auch der Anwohner im Mississippi-Delta haben zumindest dem Kurswert der Aktie nachhaltig geschadet. Ich gehe stark davon aus, daß der Konzern diese Nummer nicht überleben wird, wobei ich schon der Meinung bin, daß hier die gesamte Führungsetage eigentlich in den Knast gehört. Unsereins bekommt saftige Strafen, wenn er sein Altöl nicht umweltgerecht entsorgt und das kann durchaus bis Knast reichen. Und diese Leute verseuchen jetzt eine riesige Meeresfläche, ohne daß sie einer belangt. Es gab da mal eine Google-Maps-Anwendung, da konnte man das Zentrum über die eigene Stadt legen, als ich Berlin als Center festlegte, reichte der Ölteppich von Hannover bis weit nach Polen rein. Und das sind Daten von vor einem Monat. Mittlerweile hat die Öllache wohl die Größe von Halb-Europa erreicht.

Und dann hört man so Meldungen wie: In 2 Wochen ist es abgedichtet. Dann: wir schaffen es in 2 Monaten. Und schließlich leiert sich jemand aus dem Kreuz: Es könnte auch noch 2-4 Jahre so weitergehen…

Und dann kommen die Russen. Mit einem für meine Vorstellungen völlig durchgeknallten Vorschlag: Nuked die ganze Gegend! Zuerst dachte ich, jaja, die Russen. Immer mit dem großen Hammer auf winzige Probleme kloppen. Im Grunde legen die Russen oft eine amerikanische Haltung an den Tag. Sie lösen viele Probleme mit Gewalt, haben einen Hang zur extremen Größe und nehmen den Mund auch oft zu voll. Als ich das las, dachte ich zuerst, die wollen den Amis was einreden, um später mit dem Finger auf sie zu zeigen, wenn’s schief geht. Dann kamen die ersten Meldungen: die Russen labern nicht nur Blödsinn daher. Die haben das schon ein paar mal gemacht (die meisten Meldungen sagten so 5-6 mal). Und erfolgreich. Da dachte ich immer noch: Jaja, wen wollt ihr verarschen, hm? Und dann hatte Jamie Zawinski einen Film gefunden (direkter Link zum Video), wie sie es tatsächlich gemacht haben. Mit Illustration usw. Das mag immer noch Fake sein, aber das ist schon gut gemacht. Aber ich dachte immer noch: das hier ist der Meeresgrund, da könnte alles mögliche passieren, Verseuchung, Tsunami usw. Wobei Verseuchung angesichts des Ausmaßes der Katastrophe kein Thema mehr sein kann, es wurde eine größere Fläche als in Tschernobyl vernichtet. Trotzdem: in meinen Augen zu heikel.

Frischer Wind kam aus Holland. Die Holländer sind relativ gut gerüstet, was Ölkatastrophen betrifft. Sie lassen Firmen 12 Stunden Zeit, das Problem zu beseitigen. Danach nehmen sie ihre Regierungsflotte und die betroffene Firma zahlt den Einsatz. Die haben Experten (echte, nicht aufgeblasene wie im TV) und sogar sehr gutes Filterequipment. Logisch: Holland lebt quasi mitten im Wasser, die haben extremes Interesse daran, ihr Wasser rein zu halten. Der Filtermechanismus schafft bis auf 5 von einer Million Teile das Öl aus dem Wasser zu filtern. War den Amis nicht genug. Holland hatte alles für lau angeboten, aber die Amis wollen es selber machen. Ebenso Küstenschutz, auch da haben die Holländer viele Ideen, die Amis wollen aber nur die Schulungen der Experten, um es selbst zu machen. Und auch das Equipment soll auf amerikanische Schiffe installiert werden. Auch wenn’s nicht paßt. Schließlich: wie sieht das denn aus, wenn sich ein Riese wie die USA von einem Zwerg wie Holland helfen lassen muß? Meine Güte, je mehr man davon liest, desto mehr möchte man kotzen.

Aber es kommt ja immer noch schlimmer. Die letzte Meldung zeigte nun, daß die Russen doch nicht ganz so bekloppt sind, wie ich dachte. Denn: der Boden ist brüchig dort unten, d.h., es fließt an vielen Stellen dort Öl aus dem Meer. Und es droht die Gefahr, daß alles weiter aufreißt. Momentan hat man ein Gebiet von 15 km abzudecken, das ginge wohl noch mit nuklearen Sprengsätzen (dann wohl mehr als einer). Aber wenn die Löchrigkeit des Bodens zunimmt, wird wohl selbst das nicht mehr reichen. D.h., die Zeit läuft davon. Nun fragt man sich: wie schlimm könnte der Supergau sein, wenn es weiterläuft? Und nun gibt es Schätzungen zwischen 20 und 30 Jahren. Das könnte den gesamten Atlantik töten. Und was macht der sagenumwobene Obama? Ziemlich wenig, denn Amerika steckt tief mit seinem Hintern im Öl. Dagegen vorzugehen ist quasi unmöglich, die Öl-Lobby ist zu stark. Wenn sie das Gebiet also mit einer Atombombe abdichten, kann man da wahrscheinlich nicht mehr bohren. Kein Öl für die Amis aus dem Golf mehr. Das bedeutet natürlich Riesenverluste. Deshalb wird wohl der Mammon siegen, Adieu Atlantik. Für mich sieht es nicht danach aus, als wenn ein Interesse besteht, das Loch wirklich dichtzumachen. Aus Sicht von BP ist jeder Liter Öl, der ins Meer läuft, keine Umweltkatastrophe, sondern ein Geldverlust. Vielleicht ist das die einzige Rettung für diesen Ozean: die Filter so gut zu machen, daß man aus dem Öl, das im Ozean treibt, Gewinn ziehen kann. Ansonsten dürfte es für ein paar 100 Millionen Menschen, die Fisch mögen, bald schwierig werden, ihr Lieblingsessen auf dem Teller zu haben. Aber es gibt ja noch den indischen Ozean und den Pazifik, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Eigentlich wollten Cymone (neues Blog!) und ich irgendwann mal wieder nach Vegas. Angesichts der Tatsache, daß der Naturschatz Atlantik bald ein stinkender Tümpel werden könnte, werden wir das wohl noch nach hinten schieben und uns eher noch öfter auf den Kanaren rumtreiben, solange das Öl dort noch nicht angekommen ist.

BTW, angesichts der Klimakatastrophe wurde immer ein Abreißen des Golfstroms befürchtet. Öl ist bekanntlich zäh und ich denke, die gleiche Gefahr taucht auch auf, wenn das Zeug erstmal auf der Ostseite der USA angekommen ist und den Golfstrom verlangsamt durch seine Zähigkeit. Mal sehen, ob England dann wirklich zufriert, wahrscheinlich alles Panikmache (*schwitz*)…

Übrigens, zum Thema “verrückte Russen” empfehle ich noch Informationen über einen gescheiterten Versuch. In der turkmenischen Wüste ist ihnen eine Gasquelle unter die Räder gekommen, das Loch war auf einmal zu groß, um es zu schließen. Da Methan und andere Gase noch schlimmer für unser Klima sind als CO2, haben die Zuständigen vor Ort empfohlen, das Monster anzuzünden, damit das Gas abfackelt. Wobei es da auch andere Legenden gibt, warum man’s letztlich angezündet hat. Die Wüste ist sowieso schon heiß dort, aber der brennende Gaskrater wird, um die Sache zu unterstreichen, das “Tor zur Hölle” genannt. Das Höllentor brutzelt da schon ein paar Jährchen vor sich hin (“Jährchen” sind ca. 30) und im Google-Bild ist eine Legende dran, da sieht man schön, daß das Ding fast 100 Meter Durchmesser hat. In Google waren schwer Informationen darüber zu finden, hier wenigstens ein Link mit Bildern dazu. Ich schreibe dieses auch, um zu zeigen: auch die “russische Problemlösungsstrategie” funktioniert nicht immer. Wir sind also quasi schon halb doomed.

Was ich ja daran richtig Scheiße finde: kann man da nicht wenigstens Energie abfetchen bei? Turbinen hinbauen, Strom erzeugen? Das ist so eine sinnlose Verschwendung von Hitze, da fehlen mir echt die Worte. Die Spezies Mensch ist echt Meister im Verkacken von Großproblemen.

Der Ramschpalast

2009-08-06

Mal wieder etwas aus dem Reich des Kaufbaren. In einer Großstadt bekommt man ja nicht alles um sich rum mit. Dafür tut sich einfach viel zu viel. Oft ist es hilfreich, wenn neben den üblichen Medien einen Freunde auf Sachen aufmerksam machen: “Du, die Marheineke-Halle ist jetzt ganz anders!” oder “Nächstes Wochenende sind überall Nacht-Flohmärkte!” (hint! hint!)

Ich bin für solche Hinweise immer sehr dankbar und gebe sie auch liebend gerne weiter. Deutschland ist ja, verglichen mit Konsumtempeln wie den USA, doch ein ziemliches Entwicklungsland in Sachen “Dinge verkaufen”. Wir waren häufig in den USA und haben dort große Hallen lieben gelernt, die sogenannten “Swap Meets”, in denen so eine Art Zwischending zwischen Flohmarkt und kommerziellem Markt ablief. Einer unserer dortigen Lieblinge ist z.B. der Fantastik Indoor Swap Meet in Las Vegas. Wer es also jemals bis zu dieser Stadt schafft, sollte Samstag oder Sonntag unbedingt dort hingehen. Für die Mehr-Wissenden: dort habe ich die dicken Sonnenbrillen gekauft, bei Stan’s Glasses. Der nahm nur 3-4 Dollar während sie woanders 7-8 Dollar kosteten und seine Auswahl war riesig. Mittlerweile dürften sich die Zahlen verschoben haben. Aber günstiger als hier bestimmt immer noch.

In solchen Etablissements merkt man auch relativ schnell: neben Amerikanern sind vor allem Asiaten und Inder große Verkaufstalente. Die haben den Markt quasi im Blut. Und oft genug wünschte ich mir hier auch einen Ramschpalast, in dem man mal so alle Dinge des täglichen Gebrauchs bekommen würde. Klar, Ramsch geht schnell kaputt, aber dafür ist er auch billig und man hat irgendwie ständig was Neues, ohne viel bezahlen zu müssen. Scheiß Wegwerfgesellschaft, aber so wird nunmal produziert und vor allem gekauft. Die Masse der Menschen hat nicht viel Geld und deswegen wird sich an dem Thema “die Welt gehört den Billigheimern” auf lange Zeit nichts ändern. Natürlich gibt es solche Ramschpaläste auch in klein. Neukölln ist übersät mit Ein-Euro-Läden, aber die Auswahl dort ist mickrig und irgendwie haben alle exakt den gleichen Mist. Noch dazu häufig nicht mal wirklich billig. Einen Euro zahlt man oft nur für ausgesuchte Artikel, vieles ist dann doch deutlich teurer.

Was war ich also begeistert, als ich vor ein paar Jahren von einem vietnamesischen Big-Asia-Kauf-Center gehört hatte. Und auch wieder nicht. Denn der Grund, warum es in mein Blickfeld geriet, waren Schlagzeilen wie diese. (Sorry, habe auf die Schnelle keine echten Nachrichten darüber gefunden, aber paßt ja: Ramschblatt schreibt über Ramschpalast)

Ich komme nunmal nicht häufig nach Lichtenberg, weshalb ich den Aufbau so eines großen Centers nicht mitbekommen hatte. Und nun bekam ich es mit, als Meldung darüber, daß es abgebrannt war. Es war zum Heulen. In den 2 Jahren danach gab es zwar die eine oder andere Factory-Outlet-Eröffnung um Berlin herum, aber irgendwie ist das nicht das Gleiche. Berlin verlassen für Schnäppchen? Nicht mit uns!

Vor kurzem kam jedoch glücklicherweise ein Radiobericht, in dem über dieses Center berichtet wurde. Natürlich wurde es wieder aufgebaut und befindet sich weiterhin am gleichen Standort wie zuvor. Auch der Name “Dong Xuan” ist geblieben. Ich nahm das als Anlaß, mit Cymone mal einen Abstecher zu dem Center zu machen. Und nun war es soweit. Von Mittwoch bis Montag haben sie geöffnet, von 10-21 Uhr offiziell. Aber ab 20 Uhr fangen viele an einzupacken. Aber der aufmerksame Leser liest richtig: auch am Wochenende! Es gibt auf dem großen Industriegelände viele Hallen und wir schafften auch nicht alle, weil wir erst gegen 19:30 dort waren. Die alte, ausgebrannte Halle steht auch noch. In den Hallen sind Unmengen an Klamottenläden, Supermärkten, Plastikblumenläden und auch ein paar Imbisse. Das meiste vietnamesisch, aber bei den Ramschläden und den Klamotten waren natürlich auch Inder vertreten.

Preislich wirklich ein Hammer, sehr günstig! Aber: man muß aufpassen. Bei manchen Dingen lohnt es sich zu handeln und im Supermarkt hat man mich wohl um 2 Euro betuppt, wie ich später festgestellt habe. Gut, es war immer noch günstig genug, aber ist halt doch sehr heftig kapitalistisch. Natürlich ist dort vieles eher minderwertiges Zeug aus chinesischer und asiatischer Produktion, dafür wenigstens abwechslungsreich. Und ein T-Shirt ist ein T-Shirt und wenn ich eins ohne Aufdruck an der Tanke kaufe (im normalen Klamottenläden ist ja immer irgendein Scheiß aufgedruckt), zahle ich doppelt so viel und die Qualität ist die Gleiche.

Insgesamt hatte man wegen der durchgehenden vietnamesischen Beschriftung ein bißchen das Gefühl, das man in anderen Großstädten hat: Vietnam-Town statt China-Town. Das Essen testeten wir auch noch, war qualitativ gut, aber ausnahmsweise kein Schnäppchen. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, insgesamt hat es für einen ersten Eindruck gereicht, um zu sagen: wir kommen wieder! Und nächstes Mal früher, damit wir auch mal alle Hallen und Läden begutachten können.

Der eine oder andere hat es vielleicht vermutet, da meine Meldungen doch arg schwach waren im letzten Monat. Aber wir waren einfach mal wieder urlaubsreif. Folglich ging es auf unsere Lieblingsinsel: Gran Canaria. Deshalb wird dieses auch ein Reisebericht, ähnlich dem denen aus meiner Reisetagebuchsammlung, nur etwas kürzer, also auf die wirklich wichtigen Anekdoten zugeschnitten. Nur mal so als Warnung für alle, die denken, es gäbe hochpolitische Dinge auf dieser Seite.

Wo fangen wir an? Vielleicht bei der Planung? Na gut, wenn so viele für die Planung sind, dann fange ich halt da an. Wir waren ja nun schon einige Male dort und es ist einfach ein idealer Ort, um dem letzten Rest des Winters zu entkommen. Von der Wohngegend her ist es ziemlich auswählerisch. Es gibt diverse Orte, die touristisch erschlossen sind, aber da muß man vorher wissen, was man will. In Puerto de Mogán ist es wohl recht ruhig, aber dafür auch am Arsch der Welt. Die Öffnungszeiten der Läden sind nicht so dolle und ab 18 Uhr klappen sie fast die Strandpromenade hoch. Die künstlich neu erzeugten Gegenden wie z.B. Taurito haben schonmal gar kein Flair und sowas wie Puerto Rico hat uns auch nie gefallen, auch wenn der wirklich schöne Playa de Amadores dort um die Ecke liegt. Aber da kann man zur Not ja auch so hinfahren. Es bleiben die kleineren Orte rund um Arguineguin, welche aber alle keine schönen Strände haben. Oder aber die fetten Brummer. Wie z.B. Maspalomas/Playa del Inglés. Eigentlich ist das ein Ort, hat aber irgendwie 2 Zonen, oder sogar 3, wenn man das westliche Meloneras noch mitzählt. Meloneras fiel gleich aus, weil es zwar schön, aber einfach zu teuer ist. Fast nur 4-5-Sterne-Hotels. Bisher hatten wir ja immer Hotels in Maspalomas genutzt. Weil: Maspalomas ist ruhig, da kann man gut schlafen. Playa del Inglés dagegen ist Partyzone, also laut. Dumm nur: Maspalomas sieht zwar so aus, als sei es dicht am Strand. Aber um ans Wasser zu kommen, muß man Und man wird vom Strand aufgefressen! über die Dünen kraxeln, das nervt. Oder aber mit dem Auto nach Inglés fahren. Denn Playa del Inglés hat ja den Strand vor der Tür. Wir suchten uns also durch Holidaycheck, um ein Hotel zu finden, das weniger nervig und laut ist, als z.B. das Corona Roja. Ich verlinke jetzt mal nicht auf die Kritiken, die waren dermaßen vernichtend, sowas hatte ich vorher noch nie gelesen.

Angesichts dieses Dilemmas überlegten wir schon, ob wir nicht mal in Las Palmas versuchen sollten, eine Unterkunft zu finden. Aber da gab es nur teure Hotels oder aber man hätte ohne Pauschalreise buchen müssen und da kann man qualitätstechnisch ganz schön auf die Fresse fallen. Also weitere Suche in Inglés. Wir waren schon fast soweit, aufzugeben und wieder Maspalomas zu buchen, da fanden wir ein Hotel, welches gute Kritiken bekam. Es war das Hotel Los Nardos, eine Apartmentanlage dicht am Strand (das mit dem roten Dach, fast 90°-Winkel und kleinem Nierenform-Pool). Vorweg kann man sagen, daß die Bewertungen halbwegs richtig waren: das Hotel ist ruhig, es sind hauptsächlich Skandinavier und Holländer dort, die Putzfrauen lassen einen pennen und alles ist relaxt. Daß es auch ungeschmeidiger werden konnte, erfuhren wir an unserem Anreisetag.

Jener war ein Samstag und auf der Autobahn begegneten uns bunte Karnevals-LKW. Mit Maspalomas-Schildern. Da der Karneval auf den Kanaren starke Ähnlichkeit mit dem von Rio und anderen lateinamerikanischen Umzügen hat, freuten wir uns darauf. Wir parkten auf dem Parkplatz vor unserem Hotel (Achtung: blaue Markierungen, jeden Tag von 9-21 Uhr bezahlen!), luden unsere Sachen aus und dann fuhr ich zu dem Parkplatz auf der rechten Seite vom Hotel, der ist nämlich kostenlos, und stellte den Wagen dort ab. Der Karneval fing damit an, daß praktisch ganz Inglés zugeparkt wurde, außer dort, wo die Route des Zuges war. Dort waren die Gruas (Abschleppdienste) in vollem Einsatz. Der Zug war ganz nett, wenn auch irgendwie etwas langweilig. Thema war “Piratas” und das sah leider alles gleichförmig aus. Und das, obwohl wir eigentlich auf Schädel-Zeug stehen.

Am Abend war praktisch ganz Inglés eine Partyzone. Hier eine kleine Minikack statt Minigolf Vorbereitungs-Impression beim Yumbo-Center… Das eigentliche Partyzonen-Center C.C. Kasbah war ja sowieso nur 5 Minuten von unserem Hotel entfernt. Trotzdem hätte ich nicht erwartet, daß auch die Parkplätze rundrum zum Feiern genutzt wurden. Wobei Feiern hier bedeutete, sich möglichst schnell neben oder in seinem Auto zu besaufen, bei möglichst laut aus dem Wagen schallender Musik. Und unser Hotel war zwischen 2 Parkplätzen! Es wurde auch gegen 2 Uhr nicht leiser und so nutzten wir unsere Ohrenproppen, die wir vorsorglich mitgenommen hatten. Damit war dann die ganze Hektik doch aus unserem Bewußtsein entschwunden und wir konnten ruhig schlafen.

Morgens dann ein übles Bild. Überall Kotze, der Parkplatz direkt vor dem Hotel stank nach Pisse und in diverse Ecken hatten auch noch einige hingekackt (hier gab es keinerlei Vorsorge wie beim Yumbo…). Die Spanier oder zumindest die Canarios, sind ja ein Gruppenvolk. Die waren also zusammen mit ca. 4 Leuten pro Auto angereist und in der Nacht natürlich völlig unfähig auch nur den Zündschlüssel zu finden, weil sie so dicht waren. Die Hotels waren auch alle gut gefüllt, also pennte man im Auto. In einem Kleinwagen des Typs Polo habe ich 4 Leute schlafen sehen, die lagen alle verknäult übereinander. Die Scheiben waren zu und der Wagen stand in der Sonne. Morgens um 10 ist die Sonne schon hoch am Himmel und hier hat sie richtig Kraft. Es ist erstaunlich, daß die darin nicht erstickt sind, das müssen Schmerzen beim Aufwachen sein…

Am Sonntag sah man dann noch einige Leichen in ihren zerfetzten Restkostümen rumwandern, aber ab hier wurde es tatsächlich deutlich ruhiger. Zumindest in unserem Hotel. Das fette “Playa del Inglés”, welches der direkte nördliche Nachbar unseres Hotels war, schien nicht so ruhig zu sein. Da hatten spanische Kids Einzug gehalten und die machten Party all night long. Aber das hörte man bei uns dann glücklicherweise nicht so.

Vor allem: Spanier. Bisher waren es ja immer die Engländer, die in Europa schlecht auffielen: ständig besoffen, prügelnd, pöbelnd, dann noch rot verbrannt von der Sonne. Das Klischee erfüllte sich diesmal nicht. Obwohl der Einbruch der englischen Touristenzahl aufgrund des schwachen Pfundes nur 25% betragen soll, waren wenig englische Hirntote zu sehen. Das bedeutet übrigens im Umkehrschluß, daß das Klischee nicht stimmt. Denn wenn noch 75% aller Engländer da sind, man die aber nicht bemerkt, dann ist diese Gesellschaftsgruppe durchaus zivilisierter als ihr Ruf. Da sieht man mal wieder, wie einige wenige den Ruf des Ganzen beschädigen können. Diese wenigen hatten jetzt wohl nicht mehr das nötige Kleingeld, um die Kanaren zu überfallen. Deutsch war ebenfalls auf dem absteigenden Ast, man hörte es zwar noch, aber es war nicht mehr so massiv wie früher. Holländisch und Norwegisch/Schwedisch/Dänisch war dagegen häufig zu hören, Finnisch eher weniger. Obwohl man uns permanent für Finnen hielt. Die einzige Bevölkerungsgruppe, die wohl häufiger vertreten war als die Jahre davor, waren die Norweger: 1% plus!

Aber das Verwunderliche war wirklich die Zunahme der Spanischen Mundart. Hatte man diese früher in den Urlaubsorten höchstens im Restaurant oder im Supermarkt bemerkt, so war spanisch tatsächlich häufig zu hören: im Hotel, am Pool, am Strand, in den Bars usw. Meistens eher Jugendliche und jüngere Alte (Haha). Bis Mittwoch blieben die Parkplätze auch ruhig, aber ab Donnerstag wurde Partytime eingeläutet, vorwiegend spanische Jugendliche. Mit ihren Autos. Mit Suff. Mit Lärm. Man bekam das Gefühl, daß für die Gran Canaria sowas ist wie Malle für die Deutschen: hier läßt man einfach die Sau fliegen. Da waren viel Festlandsspanier bei (mittlerweile können wir das unterscheiden). Ich dachte nur immer wieder: Wieso ausgerechnet auf dem Parkplatz? Das Party-Centro Kasbah ist ja nicht weit und außerdem: wir haben früher Strandparties gemacht, auch der war nicht weit weg. Ein Kollege meinte: ganz klar, an den Strand dürfen sie nicht mit dem Auto. Und er hat recht. Selber Suff mitbringen ist billiger als im Club und im eigenen Auto läuft wirklich nur Musik, die einem selbst gefällt. Wobei: auch in Zeiten von Ipod & Co. sollte es doch sowas wie Ghettoblaster geben, die man mit an den Strand nehmen kann, oder? Zur Not halt mit SD-Slot.

Insgesamt war das doch recht nervig. Vor allem, weil sie ab 0 Uhr praktisch alles zuparkten. Ich hatte bei der Hotel-Auswahl zwar den Hinweis “Keine Parkplätze” gesehen, trotzdem hatte ich mir da nix bei gedacht, weil wir früher ja tagsüber, um zum Strand zu kommen, immer einen Parkplatz gefunden hatten. Tja, tagsüber… Nun war es so, daß man, wenn man später als 0 Uhr nach Hause kam (in der Regel dann, wenn wir in Las Palmas waren), ewig weit weg parken mußte. Wäre noch gegangen, wenn man nicht beim Kasbah vorbeiwatscheln müßte und dort die hirnlosen Abschlepper versuchen, selbst die noch so mit Krempel behangenen Touris in ihre Saufhöhlen zu locken. War ein richtiger Slalomlauf.

Am letzten Tag unseres Dortseins kam nochmal ein großes Hallo. Denn wir fuhren am Sonntag morgen los Richtung Fluch-Hafen. Gegen 7 Uhr. Der Parkplatz war schon relativ leer (wir hatten übrigens das “mobile Labor” der Polizei noch im Einsatz gesehen, da wurden viele Autos angehalten) aber neben unserem Auto stand ein Wagen, bei dem die Scheiben leicht runtergedreht waren. Auf dem Rücksitz konnte man auch schemenhaft jemanden pennen sehen. Schemenhaft deshalb, weil die Scheiben hinten getönt waren, man hätte dichter ran gehen müssen, um mehr zu sehen. Das wollten wir aber nicht wegen der Kotze vor der Fahrertür Ausrutschgefahr vor der Fahrertür. Ja genau, der Typ hat sich vor die Tür gereihert. War ja schon lustig. Aber Cymone wies mich auf einen weiteren lustigen Umstand hin. Der schlafende Partymensch war wohl nicht schnell genug, man beachte den roten Rahmen des Bildes links oben. Die Hälfte der Kotze dürfte also im Innenraum rumgammeln. Übrigens waren 2 vorbeigehende Typen total aufgeregt, was ich da fotografieren würde und sahen mich etwas seltsam an. Nachdem ich aber auf den Fahrertür-Schlitz hinwies, fanden sie’s auch lustig und bestärkten mich, weiterzumachen.

Abseits dieses kleinen Wahnsinns war es natürlich wie immer superschön. Die erste Woche war auch knallig heiß, nur in der 2. Woche gab es einen Regentag und daraufhin immer kalten Wind. Am Strand bot sich deshalb dieses Bild: Lag man in der Sonne, kochte einem das Kaffeewasser im Hintern. Lag man unter’m Sonnenschirm, wurde man kraß durchgekühlt. Das war besonders nervig für Cymone, die ja mit zu viel Sonne so ihre Probleme hat, aber an Wärme nicht genug bekommen kann. Normalerweise ist da der Ort unter dem Schirm für sie optimal, aber so war das für sie etwas schwierig.

Computertechnisch hätte es im Hotel WLAN geben sollen. Ich hatte zwar einen Access-Point gefunden, den ich nutzen konnte. Angesichts der miesen Erreichbarkeit zweifle ich allerdings immer noch, daß es derjenige war, der zum Hotel gehörte. Vielleicht mal den Prospektmacher drauf aufmerksam machen. Ich nutzte danach immer das WLAN eines Nachbarhotels, bis man mich dort bemerkte. Zuerst gab es beim Netzzugang keine DNS-Server-Zuweisung mehr. Kratzte mich ja wenig, kenne ja genug. Dann merkten sie, daß sie mich damit auch nicht raushalten können. Also machten sie MAC-Adreß-Filterung. Nicht etwa so, daß nur bestimmte Macs reindürfen, nein. Sie schlossen meine explizit aus. Dank des macchangers ging’s also fröhlich weiter. Naja, ich habe ja keine großen Daten oder so gezogen, nur einmal ein kleines Laptop-Update. Insofern weiß ich nicht, warum die sich die Mühe machten und vor allem, warum sie es so dermaßen falsch machten. Werden spanische Access-Points von der deutschen Regierung administriert? Es hätte durchaus Wege gegeben, mich draußen zu halten, aber egal. Unterwegs gab es eigentlich immer irgendwo WLAN, wobei die Zahl der offenen WLANs deutlich zurückgegangen ist. Und wenn verschlüsselt, dann tatsächlich mindestens WPA1, meistens sogar WPA2. Insofern wird man über lange Sicht um UMTS oder sowas nicht drumrumkommen. Schade eigentlich, WLAN ist so viel besser und schneller. Ach ja, ich hatte wieder den kleinen EEE-PC mit, aber irgendwie muß ich mir da mal was Schnelleres zulegen. Denn die Bilder begutachten oder die HD-Movies, die meine neue Kamera ausliefert, war ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Kamera selbst lief natürlich quasi im Dauerlauf und ich werde die nächsten Wochen sicherlich auch das eine oder andere HDR oder Panorama rausrücken. Und natürlich die HD-Movies.

Als weiterer Höhepunkt auf der Insel sollte man Las Palmas nicht vergessen. Hier hat man auch mal abseits der Zombie-Städte (für Cymone war ein Großteil
der Miturlauber Zombies) eine echte Stadt, in der es vernünftiges Essen, vernünftige Parties und auch vernünftige Stores gibt. Was immer auch “vernünftig” ist. Ich hatte in einem meiner Reiseberichte ja vermerkt, daß es in Las Palmas einen Mediamarkt gibt. Das Center dazu ist allerdings etwas nervig zu finden. Nun gibt es einen weiteren Mädchenmarkt, nämlich im neu aus dem Boden gestampften Centro Terrazas, kurz vor Las Palmas (in Google Maps noch in Aufbau…). Dort findet sich ein Food-Court, diverse Klamottenläden usw., aber: wir waren 2 mal dort und es war nie wirklich voll. Also nichtmal annähernd. Vielleicht wird es noch, aber so weit draußen in der Pampa könnte daneben gehen… Wie auch immer, das Center ist schön zum Abhängen, da es direkt am Meer ist und da auch nix los ist, kann man sich da ewig in so ein Café setzen und träumen. Wenn einen der Leche-Leche-Largo nicht zu stark aufweckt.

Aber wenn wir schon über’s Essen reden, muß ich wenigstens ein paar Tips und Non-Tips loswerden. Wir sind ja schon oft für japanisches Essen, besonders Cymone. Meistens landen wir dann bei einem der Sakura-Restaurants, davon gibt’s auf Granny 4. Sowohl in Playa del Inglés als auch in Las Palmas probierten wir es, aber irgendwie war das schonmal besser und der Service auch. Viel besser dagegen war das indische Restaurant Dayana (praktisch auf der südwestlichen Ecke des Kreisels), hier gab es endlich mal scharfes Essen und die Kellner machten die ganze Zeit schräge Scherze. Es war nicht billig, aber sehr lecker. Ach ja, hier waren tatsächlich mal die “vermißten” Engländer zu finden. 2 Pärchen, eins zivilisiert, das andere sturzbesoffen, faselnd, daß sie erst vor einer Woche geheiratet hätten. Sie versuchte ständig, sich eine Zigarette anzuzünden (trotz Rauchverbots), er brüllte (seiner Meinung nach lustig) rum und die Kellner versuchten, mit ihren Scherzchen die Situation am Kippen zu hindern, was ihnen auch gelang. Am Schluß wackelte sie aus dem Laden zu ‘nem Taxi während er sich die beiden angefangenen Bierpullen griff und hinterherlief (Nein, sie hatten schon vorher tatsächlich bezahlt). Draußen stellte er die Pullen erstmal auf den Boden und laberte mit dem Taxifahrer. Dann kam er zurück und sammelte seine beiden Pullen wieder ein und stieg trinkend ins Taxi, ein Bild für die Götter. Beim Abräumen des Tischs meinte einer der Kellner (auf englisch): “Nichtmal Kinder haben jemals einen Tisch so versifft zurückgelassen.”

Interessanterweise ist mein zweiter kulinarischer Tip ebenfalls indischer Natur. Obwohl die chinesischen Buffets ja immer empfehlenswert sind, waren wir trotzdem irgendwie auf indisch geeicht. Gut, natürlich gab’s beim Karneval die Festival-Wagen, bei denen man Bocadillos kaufen konnte. Die sind definitiv IMMER empfehlenswert, wir haben selten Läden dort angetroffen, die den Bocadillo versemmeln oder den Kaffee (Leche-Leche-Largo!!!). Aber da uns Tapas irgendwie nicht so liegen, orientierten wir uns in Las Palmas vor allem am Füllstand von Restaurants: leere meiden, volle bevorzugen. So kamen wir durch Zufall an Tip 2, nämlich durch Rumgeschlendere bei Nacht, in der Hoffnung, einen unserer geliebten Nachtclubs zu finden (dazu später mehr). Die Wahl fiel auf das Wirtshaus mit dem Namen Polar. Es ist eigentlich indisch, aber irgendwie doch nicht. Angepriesen wird es auf hinduistisch, das Tajmahal war groß an der Wand. Aber außer dem Koch sah dort niemand indisch-stämmig aus. Die Karte hatte auch seltsame Gerichte, am lustigsten war ein “Paquistani Sandwich”, welches Schweinefleisch (!!!) beinhaltete. Wir probierten einiges durch, aber als wir das zweite Mal dort waren (daran zeigt sich immer, wie gut es ist: wenn man mehr als einmal hingeht), bestellten wir etwas, daß den Namen “Semaforo” trug. Es war eine Zusammenstellung aus 3 Sorten Huhn und 3 Sorten Fleisch. Grün = Spinat-Geschmack, Gelb = Curry-Geschmack (indisch-Curry, nicht Currywurst-Curry!) und Rot = Tandoori-Geschmack. Sowohl Reis als auch die Hühnerteile hatten die Farbe und auch den Geschmack. Dazu gab’s dann noch 3 Saucen, eine grüne sahnige, eine rote fruchtige und eine rote scharfe. Die scharfe war nicht wirklich scharf, auch wenn die Bedienung immer “muy picante” als Warnung rief. Wir ließen jedenfalls nichts von den Soßen übrig und man könnte auch die scharfe eher “gut gewürzt” nennen. Cymone war es im Nachhinein zu knofig, aber es war supergut und superviel für 2 Leute. Theoretisch hätte es auch ein Medio Semaforo (also eine halbe Portion) gegeben, aber das wiederum wäre für 2 zu wenig gewesen. Auf jeden Fall: Daumen hoch! So gut und günstig kann man selten auf dieser Insel essen, allerdings muß man Wartezeiten kalkulieren. Der Laden ist klein und immer voll. Und hier die genaue Adresse: Calle de Sagasta 17, Las Palmas.

So, zum Nachtleben sei gesagt, daß wir diesmal relativ unwillig waren. Das Turbo-Pub im Kasbah-Center ist zwar nett, aber nur Rumsitzen und Saufen ist doof. Entweder der Laden hat Gezappel oder Live-Musik, alles andere lohnt eigentlich kaum. Wir versuchten unser Glück also wieder in Las Palmas. Im Sala Paraninfo war diesmal nix dolles, also versuchte wir es im Pub La Calle. Dort war es relativ leer und der Barmann wußte auch nicht, wann es im “Live Music Club” wieder Live Music geben wird. Wir sollen Radio hören, denn die Webseite sei meistens sowieso nicht aktüll. Etwas enttäuscht fanden wir dann eine Mannschaft, die vor der Muelle eine Konzertbühne aufbaute. Am Freitag fuhren wir also dort hin, es war ein von einer Bank gesponsortes Festival. Natürlich fängt sowas selten vor 23 Uhr an, aber hier war es leider schon um 1 zu Ende, mehr ließen die “Sicherheitsbehörden” nicht zu, die interessanterweise in fast gleicher Stärke wie Zuschauer dort waren. Was haben die erwartet? 1. Mai-Krawalle wie in Kreuzberg? Dieser Sicherheits-Overkill ist weltweit momentan völlig bekloppt, eine reine ABM-Maßnahme. Die Musik allerdings war sehr gut und sehr professionell. Verschiedene Bands mit recht unterschiedlichen Musikströmungen. Ich habe ein paar HD-Aufnahmen gemacht, allerdings weiß ich nicht, ob die da einem ‘nen Strick draus drehen, wenn man sie veröffentlicht. Samstag ging das Festival weiter, das war dann der Tag vor unserer Abreise, da konnten wir dann nicht ganz so lange zugucken.

Auch, wenn beim nochmaligen Querlesen diverse Dinge nicht so gut klingen, ich kann nur sagen, daß es nach wie vor unsere Lieblingsinsel ist. Das einzige, was wirklich zu bemängeln war, war das kühle Wetter in der 2. Woche. Aber da dieser Winter wohl sowieso der kälteste seit langem auf den Kanaren war, sind wir wohl noch ganz gut davongekommen.

Ach ja, zwischendurch gab’s sogar Action! Aber wir hatten das leider nicht mitbekommen, erst, als die Trümmer schon teilweise aufgeräumt waren. Da war beim “Strandhafen” oder auch “Anexo II” eine Mauer eingestürzt. Fazit: 8 geplättete Autos und ein Verletzter. Übrigens: die Mauer stant vor einem Hügel, der damit wohl auch stabilisiert wird. Auf dem Hügel steht ein Hochh
aus-Hotel (ca. 15 Stockwerke). Ich bin nun weder Statiker, noch Architekt, aber ich könnte mir vorstellen, daß bei viel Regen ohne diese Mauer viel Material weggespült wird und damit auch der Sockel des Riesen-Hotels wackeln könnte. Natürlich regnet’s selten, aber wenn, dann richtig. Andererseits kann es diversen Besitzern von Restaurants im Anexo II vielleicht bald egal sein, ob eine Gerölllawine auf den Strandhafen runterstürzt. Denn laut Info Canarias Magazin sind die Geschäfte dort in einer Nacht- und Nebel-Aktion enteignet worden. Ob das so stimmt, sei dahingestellt, aber in Spanien ist vieles möglich.

All das kratzt uns aber nicht die Bohne, wir waren bestimmt nicht das letzte Mal auf Gran Canaria!

Zum Abschluß noch ein paar Bilder von niedlichen Tierchen:

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