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Archiv für die Kategorie ‘Krank’

Nur Informatives!

2010-07-20

Zuerst mal die wirklich informative Seite. Nachdem ich von der öligen Zukunft geschrieben hatte, riefen mir viele ins Gesicht: ach was, kann ja gar nicht sein! Du liest die falschen Blogs, Du bist ein Spinner unter anderen Spinnern und überhaupt, sowas würde ja nie passieren! Nun sind auch die Standard-Medien auf den Zug aufgesprungen und berichten über Öllecks, die nicht unbedingt dicht neben dem Hauptproblem sind (3km Entfernung ist nicht gerade benachbart). Natürlich wurde sofort danach wieder beschwichtigt, alles nicht so wild usw. Ich denke mal, die spielen das auf und ab Spiel so lange mit den Medien, bis es niemanden mehr interessiert. Eine gute Ausgewogenheit zwischen Dauerfeuer von guten und schlechten Nachrichten stumpft den interessierten Bürger ab. Insofern klingt das eher danach, als wenn das Abschreiben des Atlantiks schon beschlossene Sache ist. Cool finde ich, daß die Daten ja da sind (bzw. immer wieder durchsickern) und man so sehr gut die Tatktik von Politik und BP studieren kann. Man wird so offen verarscht wie selten, da wird so mancher Politik-Uni-Absolvent seine Freude dran haben.

Aber gut, wir müssen ja auch nicht alles wissen, nicht wahr? Manchmal ist es besser, weniger zu wissen, in Rußland ist es quasi eine Tugend, die einem das Leben verlängert. Meins verlängere ich ja konsequent durch Fahrrad fahren:


 


 

BTW, das eigentliche Video ist Full HD, also 1920×1080, will sagen 1080p und nicht 720p wie bei DuRöhre. Ich würde es ja hier zur Verfügung stellen, aber es hat knapp 550 MB und dafür hätte ich gerne irgendwo vernünftigen Filespace vorher. Hm, vielleicht werfe ich es auf die Dropbox, mal gucken. Dropbox ist meistens etwas lahm…

Update: Ärsche auf mein Haupt, bei den Röhrenmachern ist nun auch tatsächlich die 1080p-Version da. Ick staune! Wie auch immer, sie ist etwas runtergerechnet, meine eigene ist da wohl noch etwas fetter und besser. Aber man soll ja auch mal gute Entwicklungen loben und 1080p bei YouTube ist doch mittlerweile weit weg vom normalen Gepixel dort…

Ölige Zukunft

2010-07-07

Es wird ja viel geschrieben und gesendet in letzter Zeit rund um die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko. Allerdings kommen, wie immer, nur wenig vernünftige Informationen über die Standard-Medien. Welch Wunder, jetzt wo die Berichterstattung über den Oil-Spill auch noch zensiert wird. Natürlich informiere ich mich häufig über den Fefe-Kanal, wobei man immer darauf achten sollte, daß da nicht alles 100%-ig stimmt, schließlich bezeichnet er es selbst als Verschwörungs-Blog. Im Normalfall liest es sich erheiternd (wenn ein paar Großkopferte mal auf die Fresse fallen) bis deprimierend (negative News sind scheinbar eher News als positive). Letzteres wird oft dadurch wett gemacht, daß man mit der Zeit ein dickes Fell bekommt. Konfuzius sagt: warum sich über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann? Oder waren es ZEN-Leitlinien? Wie auch immer, manchmal schüttelt man den Kopf und wenn es dann in den Standard-Medien auftaucht und alle sich drüber aufregen, ist es lange kalter Kaffee für mich.

Trotzdem hat diese Öl-Nummer irgendwie mehr meiner Aufmerksamkeit bekommen als sonst. Ich weiß auch nicht genau, was der Anlaß war, ich schätze, es waren die unendlich vielen Bilder von ölverschmierten Vögeln, die um die restlichen Stunden ihres Lebens kämpfen. Ich bin sonst auch naturtechnisch marktorientiert, Arten kommen und gehen, der bessere setzt sich durch, auch wenn wir Menschen oft an der Ausrottung von Arten stark beteiligt sind. Aber wir sind auch Teil der Natur und wenn der Elefant aus Platzgründen weichen muß, dann ist das nicht schön und schon gar nicht begrüßenswert, aber das ist der Lauf der Dinge. Faktisch ist diese Art dann nicht mehr zu retten, denn sie steht den Menschen vor Ort im Weg und wir alle wissen, wie unsere Art mit Gegnern umgeht (ich sage nur: Neanderthaler). Das alles mag herzlos klingen, ich versichere aber: das ist es nicht. Ich finde es durchaus traurig, wenn Tierarten auf Nimmerwiedersehen verschwinden und halte es oft auch für dumm, denn: man weiß nie, ob diese verlorenen Arten einem mal nützlich werden könnten (oder es schon immer waren?). Aber die Praxis zeigt es immer wieder: gegen Artensterben vorzugehen, ist größtenteils aussichtslos. Und es sind nicht immer die Großkonzerne, die schuld an Ausrottung tragen, manchmal reichen auch kleine Dörfer, die eine Art niedermachen, weil sie ihre Schafe reißt o.ä.

Insofern hält sich mein Mitleid mit den tierischen Kreaturen oft in Grenzen, z.B. bei der Diskussion um Klimaveränderung, wo ja viele Arten wegsterben und andere sich wiederum vermehren. Der eine hat Nachteile, der andere Vorteile, so ist es nunmal. Aber die Bilder der Tiere im Öl haben mich doch stark bewegt. Stärker, als ich selbst es je vermutet hätte. Also sitze ich jeden Tag da und lese die News über die Zahlen, wieviel Tonnen Öl da minütlich aus dem Bohrloch strömen und daß man damit bestimmt ein paar Millionen Autos ein Auto-Leben lang betanken könnte. Und wie sie das Loch schließen wollen. Mittlerweile habe ich da so meine Zweifel dran, ob das gewollt ist. Es sieht so aus, als wenn BP nur versucht, das ausströmende Öl zu verwerten. Der Rest scheint ihnen fast am Arsch vorbei zu gehen. Andererseits: die vielen Tank-Boykott-Aufrufe und die wohl doch aufkommenden Schadenersatz-Klagen, gerade auch der Anwohner im Mississippi-Delta haben zumindest dem Kurswert der Aktie nachhaltig geschadet. Ich gehe stark davon aus, daß der Konzern diese Nummer nicht überleben wird, wobei ich schon der Meinung bin, daß hier die gesamte Führungsetage eigentlich in den Knast gehört. Unsereins bekommt saftige Strafen, wenn er sein Altöl nicht umweltgerecht entsorgt und das kann durchaus bis Knast reichen. Und diese Leute verseuchen jetzt eine riesige Meeresfläche, ohne daß sie einer belangt. Es gab da mal eine Google-Maps-Anwendung, da konnte man das Zentrum über die eigene Stadt legen, als ich Berlin als Center festlegte, reichte der Ölteppich von Hannover bis weit nach Polen rein. Und das sind Daten von vor einem Monat. Mittlerweile hat die Öllache wohl die Größe von Halb-Europa erreicht.

Und dann hört man so Meldungen wie: In 2 Wochen ist es abgedichtet. Dann: wir schaffen es in 2 Monaten. Und schließlich leiert sich jemand aus dem Kreuz: Es könnte auch noch 2-4 Jahre so weitergehen…

Und dann kommen die Russen. Mit einem für meine Vorstellungen völlig durchgeknallten Vorschlag: Nuked die ganze Gegend! Zuerst dachte ich, jaja, die Russen. Immer mit dem großen Hammer auf winzige Probleme kloppen. Im Grunde legen die Russen oft eine amerikanische Haltung an den Tag. Sie lösen viele Probleme mit Gewalt, haben einen Hang zur extremen Größe und nehmen den Mund auch oft zu voll. Als ich das las, dachte ich zuerst, die wollen den Amis was einreden, um später mit dem Finger auf sie zu zeigen, wenn’s schief geht. Dann kamen die ersten Meldungen: die Russen labern nicht nur Blödsinn daher. Die haben das schon ein paar mal gemacht (die meisten Meldungen sagten so 5-6 mal). Und erfolgreich. Da dachte ich immer noch: Jaja, wen wollt ihr verarschen, hm? Und dann hatte Jamie Zawinski einen Film gefunden (direkter Link zum Video), wie sie es tatsächlich gemacht haben. Mit Illustration usw. Das mag immer noch Fake sein, aber das ist schon gut gemacht. Aber ich dachte immer noch: das hier ist der Meeresgrund, da könnte alles mögliche passieren, Verseuchung, Tsunami usw. Wobei Verseuchung angesichts des Ausmaßes der Katastrophe kein Thema mehr sein kann, es wurde eine größere Fläche als in Tschernobyl vernichtet. Trotzdem: in meinen Augen zu heikel.

Frischer Wind kam aus Holland. Die Holländer sind relativ gut gerüstet, was Ölkatastrophen betrifft. Sie lassen Firmen 12 Stunden Zeit, das Problem zu beseitigen. Danach nehmen sie ihre Regierungsflotte und die betroffene Firma zahlt den Einsatz. Die haben Experten (echte, nicht aufgeblasene wie im TV) und sogar sehr gutes Filterequipment. Logisch: Holland lebt quasi mitten im Wasser, die haben extremes Interesse daran, ihr Wasser rein zu halten. Der Filtermechanismus schafft bis auf 5 von einer Million Teile das Öl aus dem Wasser zu filtern. War den Amis nicht genug. Holland hatte alles für lau angeboten, aber die Amis wollen es selber machen. Ebenso Küstenschutz, auch da haben die Holländer viele Ideen, die Amis wollen aber nur die Schulungen der Experten, um es selbst zu machen. Und auch das Equipment soll auf amerikanische Schiffe installiert werden. Auch wenn’s nicht paßt. Schließlich: wie sieht das denn aus, wenn sich ein Riese wie die USA von einem Zwerg wie Holland helfen lassen muß? Meine Güte, je mehr man davon liest, desto mehr möchte man kotzen.

Aber es kommt ja immer noch schlimmer. Die letzte Meldung zeigte nun, daß die Russen doch nicht ganz so bekloppt sind, wie ich dachte. Denn: der Boden ist brüchig dort unten, d.h., es fließt an vielen Stellen dort Öl aus dem Meer. Und es droht die Gefahr, daß alles weiter aufreißt. Momentan hat man ein Gebiet von 15 km abzudecken, das ginge wohl noch mit nuklearen Sprengsätzen (dann wohl mehr als einer). Aber wenn die Löchrigkeit des Bodens zunimmt, wird wohl selbst das nicht mehr reichen. D.h., die Zeit läuft davon. Nun fragt man sich: wie schlimm könnte der Supergau sein, wenn es weiterläuft? Und nun gibt es Schätzungen zwischen 20 und 30 Jahren. Das könnte den gesamten Atlantik töten. Und was macht der sagenumwobene Obama? Ziemlich wenig, denn Amerika steckt tief mit seinem Hintern im Öl. Dagegen vorzugehen ist quasi unmöglich, die Öl-Lobby ist zu stark. Wenn sie das Gebiet also mit einer Atombombe abdichten, kann man da wahrscheinlich nicht mehr bohren. Kein Öl für die Amis aus dem Golf mehr. Das bedeutet natürlich Riesenverluste. Deshalb wird wohl der Mammon siegen, Adieu Atlantik. Für mich sieht es nicht danach aus, als wenn ein Interesse besteht, das Loch wirklich dichtzumachen. Aus Sicht von BP ist jeder Liter Öl, der ins Meer läuft, keine Umweltkatastrophe, sondern ein Geldverlust. Vielleicht ist das die einzige Rettung für diesen Ozean: die Filter so gut zu machen, daß man aus dem Öl, das im Ozean treibt, Gewinn ziehen kann. Ansonsten dürfte es für ein paar 100 Millionen Menschen, die Fisch mögen, bald schwierig werden, ihr Lieblingsessen auf dem Teller zu haben. Aber es gibt ja noch den indischen Ozean und den Pazifik, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Eigentlich wollten Cymone (neues Blog!) und ich irgendwann mal wieder nach Vegas. Angesichts der Tatsache, daß der Naturschatz Atlantik bald ein stinkender Tümpel werden könnte, werden wir das wohl noch nach hinten schieben und uns eher noch öfter auf den Kanaren rumtreiben, solange das Öl dort noch nicht angekommen ist.

BTW, angesichts der Klimakatastrophe wurde immer ein Abreißen des Golfstroms befürchtet. Öl ist bekanntlich zäh und ich denke, die gleiche Gefahr taucht auch auf, wenn das Zeug erstmal auf der Ostseite der USA angekommen ist und den Golfstrom verlangsamt durch seine Zähigkeit. Mal sehen, ob England dann wirklich zufriert, wahrscheinlich alles Panikmache (*schwitz*)…

Übrigens, zum Thema “verrückte Russen” empfehle ich noch Informationen über einen gescheiterten Versuch. In der turkmenischen Wüste ist ihnen eine Gasquelle unter die Räder gekommen, das Loch war auf einmal zu groß, um es zu schließen. Da Methan und andere Gase noch schlimmer für unser Klima sind als CO2, haben die Zuständigen vor Ort empfohlen, das Monster anzuzünden, damit das Gas abfackelt. Wobei es da auch andere Legenden gibt, warum man’s letztlich angezündet hat. Die Wüste ist sowieso schon heiß dort, aber der brennende Gaskrater wird, um die Sache zu unterstreichen, das “Tor zur Hölle” genannt. Das Höllentor brutzelt da schon ein paar Jährchen vor sich hin (“Jährchen” sind ca. 30) und im Google-Bild ist eine Legende dran, da sieht man schön, daß das Ding fast 100 Meter Durchmesser hat. In Google waren schwer Informationen darüber zu finden, hier wenigstens ein Link mit Bildern dazu. Ich schreibe dieses auch, um zu zeigen: auch die “russische Problemlösungsstrategie” funktioniert nicht immer. Wir sind also quasi schon halb doomed.

Was ich ja daran richtig Scheiße finde: kann man da nicht wenigstens Energie abfetchen bei? Turbinen hinbauen, Strom erzeugen? Das ist so eine sinnlose Verschwendung von Hitze, da fehlen mir echt die Worte. Die Spezies Mensch ist echt Meister im Verkacken von Großproblemen.

Also manchmal frage ich mich schon, welcher Teufel “die da oben” reitet. Ein kompletter Realitätsverlust scheint immens wichtig zu sein, wenn man regiert. Wie sonst sollte es möglich sein, daß ausgerechnet Zensursula oder Mr. Stasi 2.0 als Erben des Bundespräsidialamtes genannt werden? Meiner Meinung nach 2 erklärte Verfassungsfeinde, niemand in der Nachkriegsgeschichte hat jemals so sehr mit Zensurmaßnahmen gedroht wie diese beiden. Dabei bin ich ja schon deutlich entspannter als Fefe, der ja eigentlich an keinem Politiker ein gutes Haar läßt. In der Diskussion befindet sich z.B. auch Stoiber, jemand, den ich vielleicht auch in der Luft zerrissen hätte, aber angesichts des drohenden Desasters der beiden schlimmsten Bürgerfeinde innerhalb unserer Regierung, erscheint mir ein bißchen bayerischer Klüngel und eine merkwürdige Art sich auszudrücken (Bahnhöfe fahren zum Flughafen, das könnte auch Poesie sein) noch das geringere Übel zu sein. Wie kommt eigentlich ausgerechnet die FDP dazu, Zensursula als Präsidentin gutzuheißen? Wollen sie sie aus dem Tagesgeschäft weghaben? Wäre verständlich, jedoch ist das oberste Amt ja durchaus ein Unbequemes, deren Repräsentanten sich eigentlich immer mit dem Volk gegen die schlimmsten Auswüchse der Regierung gestellt hatten. Demnach müßte sich die böse Frau um 180° drehen. Nicht, daß das nicht Alltag für einen Politiker wäre, trotzdem wäre sie dann nicht nur eine Anti-Bürgerin, sondern noch dazu eine Wendehälsin.

Vielleicht wollen sie uns aber nur aufregen, auf daß der Blätterwald mächtig rauscht? Dann müssen die beiden schlimmsten Kandidaten, die dieses Amt je gesehen hat, hinwerfen und wir alle atmen auf, wenn es jemand vom Schlage eines Stoiber oder so wird? Gruselige Vorstellung, da rufe ich der Bundesversammlung zu: wählt mich, ich bewerbe mich hiermit! Schlechter als der Stasifuzzi und die Zensurtante wird es sowieso keiner machen können.

Zum Trost über den immer weiter anschwillenden Irrsinn hier ein Bild aus Leipzig:

Leipzig, City-Baustelle, HDR

So ungefähr sieht’s in unserer Politik zur Zeit auch aus…:(

Update: Das ging ja schnell (knapp 12 Stunden) mit dem Absägen der beiden. Ich hatte mit morgen oder Samstag gerechnet. Schön ist die Begründung: ‘…allerdings sei sie für die jüngere Generation ein “Antityp”.’ Und nicht nur für die, ich bin auch ein alter Sack und auch für mich ist sie die absolute Anti-Typistin. Oder so. Die Begründung gegen Schäuble dagegen ist sehr verwegen: ‘…da er in der Regierung kaum zu ersetzen wäre.’ Bruhahaha! Da wurde doch in der Redaktionssitzung der Tagesschau schallend gelacht, oder?

Tja, nach einem Monat intensiver Nasenpflege melde ich mich zurück. Es hätten auch ein paar Tage früher sein können, aber leider hatte ich mich Ralfesk verhalten, mit anderen Worten: ein Update zu viel. Dazu aber weiter unten mehr. Zuerst mal zurück zu den nasigen Erlebnissen. Die letzten Ereignisse forderten zu einer Fortsetzung des Geschehens geradezu heraus. Denn nachdem ich nach Hause durfte, hatte ich ja immer noch die Doyle Splints in der Nase. Ich habe auch ein Photo von den Dingern aber kein so schönes. Auf dem sie auch so riesig wirken, wie sie wirklich waren. Was dann eklig ist: cremen, cremen, cremen. Und die Creme setzt sich so gut in den Plastik-Dingern fest. Alle 2 Tage zum Aussaugen. Bis dann endlich: das Ziehen der Doyle-Splints! Und nach dem Aussaugen des Rests kam ein interessanter Effekt auf mich zu. Nachdem ich den Behandlungsraum verlassen hatte, kam ich an einer Metallwand vorbei, diese war ca. 10 Meter weit entfernt. Es roch, als würde ich einem Schweißer über die Schulter gucken. Heftig! Naja, dachte ich, die Sensoren dürfen zum ersten Mal seit langem wieder arbeiten, da machen sie sich natürlich frisch ans Werk. Ich schritt also über eine November-Laub-nasse Wiese und der Schimmelgeruch war so intensiv, daß ich noch dachte: heute mal kein Brötchen essen! Es keimte kurz etwas Hoffnung auf, daß in 5 Minuten ja alles vorbei sei, schließlich ist unsere Nase ja recht träge und gibt nach kurzer Zeit auf. Aber dem war nicht so. Gute 2 Stunden lang roch ich, was so ein Hund sein ganzes Leben lang ertragen muß. Und ich kann nur sagen: ein Hundeleben muß die Hölle sein!

Tja, es folgten natürlich trotzdem Nasen-Aussaug-Sessions, allerdings in größeren Abständen als bisher. Auch kam die Nasencreme nicht mehr zum Zuge, nun mußte ich die Nase feucht halten. Nasenduschen, Nasenspülung, Meerwassernasenspray. Man glaubt gar nicht, wieviel Zirkus man mit dem Zinken haben kann. Der Besuch beim Arzt wurde eine “Suche nach Krusten”, also der Schorf, der sich mit der Heilung bildet. Wird dieser zu fest, bricht er in großen Stücken ab und reißt schon wieder neugebildete Haut mit sich. Deswegen hält man die Nasenwände auch feucht, dann spült man den Schorf quasi weg, ohne daß er neue Verletzungen erzeugt. Hinzugekommen zu den ganzen Querelen war ein nerviger Hefegeschmack. Dieser kommt von einem Pilzbefall, der sich gerne auf den Krusten bildet, wie mein Doc das so nett ausdrückte. Und der würde mit den Schorfabheilungen auch verschwinden. Das stimmte tatsächlich, denn eines Tages schnaufte ich aus dem linken Nasenloch (man darf immer durch eins pusten, bei beiden zusammen ist nicht nur die Blutungsgefahr hoch, es ist auch extrem unangenehm) einen Mix aus Blut und grüner Popelmasse aus. Jaja, jetzt kommen wir wieder in die Niederungen des Leckerismus, Mjam! Fast so groß wie eine halbe Walnuß. Ich fragte mich schon gar nicht mehr, wie etwas so riesiges in meine Nase paßt, schließlich hatte ich ja auch ellenlange Tampons und die fetten Doyle Splints drin gehabt. Trotzdem sah das Bild so erschreckend aus, daß nichtmal ich ein Bild davon machen konnte/wollte (*würg*, alleine beim Gedanken wird mir schlecht). Aber: interessanterweise war ab jetzt der Hefegeschmack nur noch einseitig auf der rechten Seite zu bemerken. Es ist schon interessant, wie stark das Riechorgan unseren Geschmacksorganen reinquatscht. Die nächste Doc-Sitzung zeigte auch: ja links fast abgeheilt, neue Haut drauf. Rechts dagegen noch Schorf. Auch hier kam es letzte Woche zu einem kleinen Schnauferchen, welches einen leicht kleineren Gnubbel offenbarte, diesmal höchstens so groß wie meine Daumenkuppe. Aber mit diesem eklig anzusehenden Kleinod verschwand auch mein ungebetener Untermieter und seine Brauereiparties. Ernsthaft: dauernder Hefegeschmack ist wie Brauereibesuch!

Offiziell betrachte ich mich als geheilt, auch wenn es hin und wieder zu kleinen Blutungen kommt. Nasenduschen usw. muß ich nach wie vor. Der Härtetest kam dann vor kurzem bei einem Konzert der Skeptiker. Das SO36 ist sowieso völlig verraucht, aber ich hatte diese Band noch nie live gesehen und wollte mir das einfach mal antun. 3 Vorbands waren nicht nach Cymones Geschmack. Betontod: *gähn*! Die Arbeitslosen Bauarbeiter: Homer-Zitat (laaaangweilig!). Fußgas: war ok. Alles mehr oder weniger Proll-Punk, gut hätte man sich bei den Namen auch denken können. Aber da mußten wir durch und ab Fußgas ging es eigentlich auch. Die Skeptiker rockten das Haus, obwohl die Kids demonstrativ alle nach hinten verschwanden. Die alten Säcke rückten komischerweise nicht auf, was ganz gut war, so blieb es trotz Hauptact unstickiger als erwartet. Tja, die alten Songs gingen gut ab, wurden mitgesungen. Herr B. machte seine Sache gut, er flippte rum als wäre er knapp 20 (er ist ja nur leicht drüber :)) aber seine Anheizungen mit den neuen Songs verpufften doch im Meer der Nicht-Mitsinger. Wir elenden Nostalgie-Fanatiker, wir. Andererseits: wer würde sonst zu so einem Konzert gehen? Es war jedenfalls “Der Hammer!”, um hier mal jemanden zu zitieren. Am Ende (2 Zugaben!) hatte sich Cymone schon in Richtung Klo verdrückt und ich rückte etwas weiter nach vorne auf. Da kam dann eine bizarre Situation auf mich zu. Vor mir tanzte so’n Typ und 2 Mädels saßen so neben uns und lachten sich über ihn scheckig. So schlimm sah’s nicht aus, aber hier war wohl auch ein gewisser Alterskontrast. Er fing an, zurückzupöbeln, wollte aber wohl keine Frauen schlagen und fing dann an, pogo-mäßig seinen linken Nachbarn anzurempeln. Der war natürlich sichtlich unentspannt. Ich habe mich dann verdrückt, schließlich wollte ich meine Nase auf keinen Fall in die Dinge anderer Leute stecken, vor allem, wenn sie dadurch Schaden nehmen konnte. Noch 2 Anekdoten zum Abend. Neben uns saß die ersten 3 Bands jemand am Rand und pennte. Durchgehend. Er wachte aber pünktlich zum Konzertbeginn der Skeptiker wieder auf. Im Nachhinein kann ich ihn gut verstehen. Hinter uns gab’s dagegen eine lustige Diskussion der Art: “Ey, habe letztens in dem Laden XY meinen Urenkel getroffen…” War wahrscheinlich leicht überspitzt, aber trotzdem schön gesagt. BTW, das nächste Alter-Sack-Konzert wird im Lido sein: Peter and the Test Tube Babies! Und der Nasenreport: meinem Zinken ging’s trotz der Scheiß Luft am Ende immer noch supi! D.h. auch beim Jinx-Man könnte man mal gucken gehen.

Die unschöne Seite des Lebens hatte ich oben schon angeschnitten. Achtung: wir kommen jetzt vom Ekel über den Dreckspunk zur Technik! Also die schönsten Seiten des Lebens! *grins*

Kaum verhalte ich mich Ralfesk, mache also Updates bei meinem VServer, fliegt mir das System um die Ohren. Nun ist ein gemieteter VServer schwierig zu handhaben. Bei den Billig-Systemen hat man keine Remote Console, man sieht also noch nichtmal, was einem da das Kartenhaus niederreißt. Der Support war auch nicht gerade superschnell, sie ließen mich knapp 5 Tage hängen. Klar, sie versuchten, zwischendurch zumindest ein paar Mal, das System wieder hochzuziehen. Beim absoluten Billigtarif habe ich vielleicht auch nicht so’n großes Druckmittel, ob ich nun woanders hingehe oder nicht, dürfte völlig egal sein. Trotzdem war es ärgerlich, wobei ich mich ehrlicherweise an die eigene Nase fassen muß. Ich fahre seit fast 5 Jahren ein Debian-System auf dem Rechner. Natürlich NICHT stable. Denn stable ist immer antik. Mit einem Debian stable ka
nn man eigentlich nichts anfangen. Und natürlich ist bei Providern, wenn schon Debian, dann nur stable supported. Tja, und ich hatte mich halt auf Testing hochgehangelt. Was 5 Jahre lang gut ging. Und nun riß mir ein Update die Füße weg. Laut meinem Provider hingen immer die Init-Skripte beim Booten. Das machte mich stutzig. Und siehe da: Debian macht es Ubuntu nach. Man bereitet Debian 6.0, die nächste stable Version vor, welche statt mit Sys5-Init mit Upstart daherkommt. Das heißt, es ist zur Zeit eine Art Mischbetrieb in Testing-Systemen. Und die Art System, die ich als VServer angemietet habe, kommt mit so einem Mix gar nicht klar, das Host-System braucht klare, eindeutige Init-Scripts, um dem Gast seine Umgebung präsentieren zu können. Auch die OS-Wahl auf Ubuntu ging schief. Denn ich bekam ein LTS 6.06 (Dapper Drake, Juni 2006!), praktisch NOCH antiker als Debian. Der Versuch, es zumindest auf die letzte LTS-Version 8.04 (April 2008!) zu ziehen, scheiterte genauso kläglich. Auch hier waren scheinbar schon Upstart-teile mit verbaut, die Init-Skripte hingen. Nun bin ich auf ein echtes XEN-System geschwenkt, ich bezahle mehr und mein Provider ist mir da auch kulanterweise entgegengekommen (Danke! Danke! Danke! *schleim*). Nun ist es ein LTS 8.04, aber ein neuerer Patchlevel, von Jaunty gar nicht so weit entfernt. Es geht wieder alles, aber es hat mich viel Zeit und Nerven gekostet. 5 Tage Voll-Auszeit, danach nochmal einen Tag aufgrund eigener Blödheit (jetzt habe ich schonmal eine Firewall und vergurke sie gleich am ersten Tag so sehr, daß ich mich aussperre, wat bin ich nur für ein Profi…). Unendliche Schmerzen. Mal sehen, ich gucke mich gerade auf dem VServer-Markt um. Ein dedizierter Server ist mir für mein Hobby zu teuer. Schön wäre ein VMware-basiertes System, aber die kosten mehr als ein dediziertes. Wobei ich als VMware-Admin (uffe Arbeit) schon sagen muß: Die anderen Virtualisierungen können da kaum mithalten. Alleine, was es alles für Beschränkungen gibt, welche Systeme mal hier und mal da nicht gehen. Bei VMware geht so gut wie alles, das ist schon sehr abgefahren. Aber leider eben auch zu teuer.

Und wenn wir schonmal auf VMware stoßen, selbst da hatten wir dieses Problem. Allerdings ist es wohl doch sehr Ubuntu/Debian-eigen. Uns ist heute ein Webmail-Server ausgestiegen. Aus heiterem Himmel. Jeder Versuch, die VM wieder anzubooten, schlug bei den Init-Skripten fehl. Oho! Sieht sehr stark nach dem Problem wie eben beschrieben aus. Ralf hatte noch einiges probiert, kam aber genausoweit wie ich: kein Durchbooten. Wir hatten natürlich immer wieder mittels Knoppix-ISO das System versucht zu verändern, aber es half alles nichts. Zum Testen machten wir natürlich immer ein chroot in die angehängte Platte des eigentlichen Servers. Bis Ralf dann irgendwann meinte: komm, versuchen wir es von ISO gemounted als vollwertiges System hochzuziehen. Verwegener Gedanke! Sowas Irres hätte ich wahrscheinlich nichtmal ausprobiert! Aber: es geht! Und hier die ultimative Anleitung:

Von ISO booten, Knoppix eignet sich recht gut. Die Partition des echten Systems einhängen:

mount /dev/sda1 /mnt

Nun noch /dev, /proc und /sys mit in den neuen mountpoint aufnehmen, das geschieht über die bind-Option von mount (schöner Trick!):

mount –bind /dev /mnt/dev
mount –bind /sys /mnt/sys
mount –bind /proc /mnt/proc

Nun noch mittels ifconfig das Netzwerk-Interface setzen, die Default-Route und dann ab ins nun vorbereitete System:

chroot /mnt

Startet man nun mit /etc/init.d/ssh den OpenSSH-Server kann man sich danach von außen in das gechrootete (oder gejailte? Was für eine Wortwahl…) System einloggen, vom ISO-Teil kriegt man so gar nichts mehr mit! Und alle anderen Dienste (apache2, usw.) liefen auch perfekt. Man könnte es fast eine eigene kleine DOM1 nennen, das Jail als Mini-Virtualisierung. Jedenfalls habe ich nun einen neuen Server aufgesetzt und wir kopieren den alten nun nach und nach da rein. Während die User weiter arbeiten können. Auf einem virtuellen System, welches von einer ISO-CD gestartet wurde, weil es nicht mehr bootete. Das klingt völlig irre, aber ich schwöre: es ist wahr!

Andererseits: nur die irrsten Dinge passen im Grunde in die Weihnachtszeit. Beobachtet mal das ganze Kaufgewusel. Irrer geht nicht. Mein Leben läuft also in ruhigeren Bahnen als ich selbst vermute. In dem Sinne: Happy Dingsda (IYFRFFD¹)!

1) Insert Your Favourite Religious Festival For Dingsda

Das Leben ist bekanntlich endlich (manch einer wird sagen: “Na endlich!”) und auch, wenn diese Einleitung nun Panik bei der örtlichen Leserin auslösen könnte, beschwichtige ich mal gleich wieder: morgen komme ich aus dem Krankenhaus raus. Warum ich überhaupt drin bin? Tja, meine Nase macht Probleme beim Luftdurchfluß. Das mußte dringend korrigiert werden. Nasenscheidewand-Korrektur nennt sich das. Eigentlich eine harmlose OP, verglichen mit anderen bösartigen Dingen, die so rumwuseln. Aber mal zu den Vorteilen: mein erster richtiger Schmerz trat heute beim Blutabsaugen auf, weil die Ärztin sehr gründlich war und den Saugkatheter bis in den Rachen schob und dieser dann an der Rachenwand langkratzte. Lecker, was? Es wird noch viel geschmackvoller, ich verspreche es!

Außerhalb dieses doch recht geringen, kurzzeitigen Schmerzes hatte ich nachts mal leichtes Pieken an den Nähten und manchmal ein bißchen Kopfdröhnen. Ansonsten: nichts. Keine Schmerzen vor der OP, keinerlei nach der OP. Spritzenpieken lasse ich mal außen vor, das gehört ja irgendwie dazu. Die OP selbst ist wohl relativ kurz, aber als ich 7:30 nach Einnahme einer Schlafpille in den OP geschoben wurde, kam der Blackout während des Redens mit einer OP-Schwester. Im Aufwachraum stand die Uhr auf 10:30 und es war sehr bizarr. Als Kind hatte ich mal eine OP und ich kann mich erinnern, wie ich träumte, das da was in mir rumpiekt. Diesmal: null, nichts, nada, njet, nüscht, niente. Keinerlei Erinnerung, nichtmal Fetzen. So, kommen wir nun zu den unangenehmen Seiten.

Nach dem Aufwachen bemerkte ich etwas geringen Luftfluß durch die Nase. Das liegt an 2 Tampons (die nennen das so, es sind natürlich nicht die gleichen, die Frauen für ihre Regel nutzen), die sie mir in die Nase gestopft hatten. Die konnte ich sogar von innen mit der Zunge im Rachenraum betasten. Neben dem Atmen durch den Mund kam das Problem des Blutens. Es suppte heftig und man sitzt den halben Tag da mit Tüchern, um das Blut unterhalb der Nase aufzufangen. Deshalb gab es anfangs eine “Nasenschleuder”, so eine Art Auffangbecken, das mittels Band via Ohren unter die Nase geklemmt wird. Nachdem man 3 davon durchgesuptt hat, wird’s weniger und man nutzt Tücher. Tagsüber ging also alles noch. Nachts dagegen war der Horror. Ich war ja bisher immer der Meinung, daß ich ein reiner Mundatmer in der Nacht bin, deshalb schnarche ich wohl auch recht heftig. Aber dem ist wohl nicht so. Diese Nacht rumzukriegen war nicht einfach und ich war heilfroh, nächsten Tag die Proppen aus der Nase zu bekommen. Diese waren ca. zwischen 10 und 15 cm lang (also man glaubt gar nicht, wieviel Platz in der Nase ist) und interessanterweise mit Latex-Mantel. Bis dahin hatte ich gedacht, die sollten auch das Blut auffangen, aber dem war nicht so. Die sollten einfach nur Druck machen, damit alle operationsbedingten Veränderungen an Ort und Stelle halten. Gezogen wurden sie an zwei Fäden, die man mir vorher auf der Nase festgeklebt hatte. Nun kam endlich wieder Luft durch. Das war wirklich positiv. Dann kam nochwas Unangenehmes. Das Aussaugen des Bluts und des Schnodders, der sich angesammelt hatte. Das ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft (jedenfalls beim ersten Mal tat es nicht weh). Nun muß ich wie doof cremen, cremen, cremen, mit Bepanthen Nasensalbe. Dazwischen auch mal Nasengel. Das heißt: der Schnodder läuft. Aber man darf nicht schneuzen. Auch Niesen nur mit offenem Mund, damit kein Druck auf den Nasenraum ausgeübt wird. Den blutgetränkten Schnodder muß man hochziehen und ausspucken. Für mich kein Thema, aber schon Cymone kommt beim Anblick und beim Geräusch in leichte Unbehaglichkeiten. Für meinen Zimmernachbarn dagegen muß es supereklig sein. Egal, was sein muß, muß sein.

Zum Zimmernachbar kann ich sagen: alles entspannt, er schnarcht zwar, aber ich habe ja Ohrenproppen. Lustig: er darf nicht reden, hängt aber ständig am Handy und haucht irgendwas rein. Ich frage mich immer: was hören die nur auf der anderen Seite?

Wie auch immer, morgen ist’s zumindest in der Klinik vorbei und dann habe ich 2 Wochen Nachsorge. Danach kommt dann wieder das normale Leben, hoffe ich jedenfalls. Und für alle, die durch die leckeren Kopfbilder durchgehalten haben, hier noch ein paar richtig schöne echte:

Ach ja, das mag sehr leidend aussehen, aber ich hatte ja schon erwähnt, daß es alles schmerzlos ablief. Der leidende Eindruck entsteht durch das ständige “Heulen”, denn die Tampons drücken auf den Tränenkanal, welcher sich dann gemüßigt fühlt, permanent Suppe abzusondern. Das hat vor allem den Nachteil, das man kein Buch lesen kann, nicht TV gucken kann und schon gar nicht im Internet rumwuseln. Übrigens: gestern hatte ich noch kein Bock zum Bloggen, aber theoretisch wäre es gestern schon gegangen, denn da kamen die Nasenstopfen ja raus. Heute ist also inklusive OP-Tag Tag 3. 4 Tage Klinik-Aufenthalt sind ok, denke ich. So, die blutige Front beendet ihr Schauspiel hiermit. BTW, die Bilder sind diesmal nicht unter CC-Lizenz! Keine Angst, CC bleibt mein normaler Standard, aber das hier ist was Besonderes…

Voll im Bild

2009-08-17

Heute geht es mal um etwas ganz Außergewöhnliches. Um etwas, was man bei mir nie vermutet hätte. Um Kameras. In der analogen Welt war ja Video mehr mein Ding. Seit Foto-Kameras digital sind, habe ich einen regelrechten Tick, mir öfter mal neue zu kaufen. Natürlich nicht aus Jux und Dollerei, dafür ist das ganze Thema zu teuer. Natürlich muß die Feature-Schwelle einen gewissen Bereich überschritten haben, damit ich bereit bin, mich in Unkosten zu stürzen.

Ich werde deswegen oft gefragt: wie sind die Kriterien für einen Neukauf? Tja, zum einen ist da natürlich der Zoom. Zoom ist analog zum RAM in der Computerwelt. RAM ist durch nichts zu ersetzen, außer durch mehr RAM. Ebenso Zoom: davon kann man nie genug haben. Dann natürlich die guten alten Megapickel. Auch wenn die halbe Foto-Welt schreit, daß niemand mehr als 6 Megapixel bräuchte, weil sowieso keine Kamera der Welt über diesen Darstellungsbereich hinaus gehen würde: ich kann gar nicht genug Pixel haben. Denn: nur wenn ich genug Pixel habe, kann ich aus verkackten Bildern noch was machen. Z.B. “digital auszoomen” oder durch Skalierung das Bild retten. Auch entrauschen oder schärfen geht so besser, wenn man das Bild danach verkleinert, dann merkt’s nämlich keiner. Insofern sind mehr Megapixel immer eine gute Wahl. Als Vergleichswert bietet sich die Formel

Megapixel/1000000 x Endzoom in Millimeter (= Brennweite, bezogen auf KB)

an. Das wären z.B. bei einer Kamera, die eine Brennweite von 560mm und einer Pixelzahl von 10 Mio. hat, also ein Wert von 5600. Hm, eine Einheit fehlt noch. Megabrenn? Ach was, machen wir’s uns einfach und nennen das Ganze UWP: Unabhängiger Werte-Pereich (werft den Purschen zu Poden!). Folglich hat eine Kamera, die höhere UWP-Werte hat, einen besseren Stand. Hier könnte eine Kamera, die weniger Zoom und dafür mehr Megapickel hat, aber auch besser sein, z.B. 300mm Brennweite und 24 Megapixel. So eine Kamera hätte trotz geringerem optischem Zoom einen Wert von 7200 UWP und läge damit für mich im besseren Bereich. Jedoch ist diese Rechnung nicht optimal. Für Weitwinkelfetischisten ist sie natürlich witzlos. Das geht mir aber am Allerwertesten vorbei, da ich Weitwinkel selten brauche. Außer vielleicht bei Makrofotos.

Ein anderes Argument wiegt da schon schwerer: Der optische Zoom hat natürlich bei höheren Werten Abbildungsprobleme. Zoom-Objektive sind nämlich immer schlechter als Festbrennweiten (mehr Linsen = weniger Licht!) und insofern können bei maximalem Zoom alle möglichen Bildfehler (Tonnenbild, Farbverzeichnungen usw.) auftauchen, die dann den Zoom-Wert im Grunde wieder ins Nirwana stürzen. Aber das ist nicht der einzige, problematische Punkt. Die Sensorgröße ist ebenfalls wichtig, gerade, wenn man mehr Pixel will, kommt man sehr schnell in mieses Rauschverhalten, weil die Chips zu klein sind. Die Faustregel ist: je kleiner der Chip, desto schlechteres Rauschverhalten bei geringer Beleuchtung (nein, damit meine ich nicht kampftrinkende Teenies in dunklen Clubs).

Diese beiden Punkte müßte man nun in der Rechnung berücksichtigen, um eine Kamera nach meinen Auswahlkriterien zu benoten. Theoretisch gehört auch noch die Lichtstärke des Objektivs dazu, aber da scheint sich zumindest bis zum Bridge-Bereich eine gewisse Einheitlichkeit durchzusetzen. Kompakt- und Bridge-Zooms sind meistens ziemlich gleich (schlecht). Man versucht, die Dinger so klein wie möglich zu machen, was natürlich auf Kosten der Abbildungsqualität geht. Optik läßt sich schwer betrügen.

Wenn man also wenigstens die Sensorgröße mit in das Feld aufnimmt, wäre die Aussage ein bißchen besser:

UWP1 x Sensorgröße = UWP2

Bei der Kamera oben wäre das bei einem Sensor der Größe 1/2.3″ also 2434 UWP2 (Der Rational-Wert 1/2.3 entspricht der reellen Zahl von 0.4347). Ok, ich mag ja diese Zoll-Welt sowieso nicht, rechnen wir das also um in Millimeter, dann wären 0.4347″ ungefähr 11.04mm. Dumm nur, daß dieser Wert sich nicht exakt auf die Chip-Diagonale bezieht, sondern auf den Tubus des dazugehörigen Objektivs (Achtung, Mogelpackung!). Hier findet sich ein schöner Vergleich. Laut diesen Angaben muß man, um die echte Diagonale in mm zu bekommen, ein Drittel abziehen. Also wären wir nicht bei 11.04mm Sensordiagonale sondern nur bei 7.36. Da mir die Endzahlen nun zu groß würden, schwenke ich einfach mal um eine 10er-Potenz nach oben in den Zentimeter-Bereich. Schon sieht der Wert etwas besser aus, nämlich 0.736. Und wenn ich den nun in obige Formel einsetze, erhalte ich als echten UWP-Wert: 4122 (aufgerundet). Und wenn wir schon bei cm bleiben, dann auch noch die Brennweite (Harhar), also nochmals durch 10 teilen: 412 UWP

Hier nochmal die Abschlußformel:

UWP = MP / 10^6 x BW/10 x SDmm / 10 x 2/3
(MP = Megapixel, BW = Brennweite in mm, SDmm = Sensordiagonale in mm)

Aber: eine Kamera mit 6 MP, einer Brennweite von 300mm und einem APS-C-Sensor (der übrigens eine echte Diagonale von 28.6mm hat, hier würde man also nicht 1/3 in der Rechnung abziehen), ergäbe dieses Bild:

6 x 30 x 2.87 = 516 UWP

Dieser Wert sagt einiges über die Qualität aus: bei wesentlich kleinerer Brennweite und nur halber Pixelzahl ist diese Kamera dem Boliden mit den hohen Zahlen ebenbürtig. Aber: wenn das Bild vergurkt ist, unscharf ist o.ä., dann kann man nicht mehr viel retten, weil die niedrigere Pixelzahl einfach nicht viel hergibt. Andererseits wird man bei dieser Qualität seltener verwaschene oder verpixelte Bilder haben. Die ganz eifrigen würden nun die Zoom-Qualität mit einbeziehen und dafür noch eine Rechnung aufstellen. Viel Spaß bei der Ermittlung des “UWP-Plus”-Wertes, ich wüßte nicht, wie man hier noch Rechnungen aufstellen könnte…:)

Übrigens: ist jemandem aufgefallen, daß die Sensor-Diagonale kein Wert ist, mit dem geworben wird? Ja, kein Wunder, die Sensoren werden auch immer kleiner. Man quetscht gewissermaßen die Pixel immer mehr zusammen. Das führt zu Rauschproblemen, welches mich immer wieder in Richtung Spiegelreflex-Systemen schielen läßt. Wobei ich schon des Öfteren klargemacht habe, daß so ein Relikt wie ein analoger Spiegel mir nicht ins Haus kommt. Panasonic und Olympus haben die Sache ja etwas angedacht mit ihren µ4/3-Kameras: Keine Spiegel mehr, alles Live-View. Leider sind die Dinger ziemlich teuer, die GH1 von Panasonic (jaja, mit HD-Video, aber nur dann ist das Ganze sinnvoll) kostet mit einem Objektiv ab 1500 Ocken aufwärts. Nicht nur, daß das viel zu teuer ist, nein, die Objektiv-Auswahl ist nicht sehr groß, das System µ4/3 ist einfach noch zu neu. Fremdhersteller wie Sigma und Tamron? Fehlanzeige. Und Panasonic sowie Olympus haben nur in der langen Pipe ein paar Objektive und dann noch allesamt Weitwinkel. Klar, die alten 4/3-Objektive werden mit einem Adapter kompatibel sein, nur verliert man da den Autofokus. Also alles Grütze, wie gehabt.

Folglich stecke ich beim System Bridge-Kameras fest. Und hier werden die Sensoren wie gesagt, immer kleiner. Also immer mieser. Ein echter Ausweg findet sich nicht, aber wenigstens bessern die Hersteller manchmal nach. Mein letzter Bridge-Kamera-Kauf war vor längerer Zeit die Canon Powershot SX1 IS
gewesen. Wenn man mal die UWP-Werte der beiden Kameras (Panasonic GH1 und Canon SX1) vergleicht, dann liegen da Welten zwischen. Die Panasonic kommt mit einem 14-140mm-Objektiv und hat einen Cropping-Faktor (dieser Wert rechnet das Objektiv in die Brennweite verglichen zu einem echten KB-Negativ um) von 2. Folglich hat sie einen UWP-Wert von 715 (12 MPix x 28 x 2.13, wobei 28 = 280mm BW/10 und 2.13 = 21.3 Sensordiagonale/10). Und zufälligerweise ist obiges Beispiel genau auf die Canon-SX1 zugeschnitten (wer hätte das gedacht?). Die Canon hat also 412 UWP. Und das, obwohl die Megapixel-Zahl der Panasonic nur geringfügig größer ist und der Zoom sogar nur bei der Hälfte der Canon liegt. Und wenn man sich Testbilder der Panasonic im Netz ansieht (Ich empfehle
Flickr zur Suche), dann sieht man gerade bei Bildern mit höherer ISO-Rate (ISO800 z.B.), daß die Panasonic klarer Sieger ist. Wenn ich mich nun für dieses System entscheide, bleibe ich angesichts des hohen Preises auf Dauer dort gebunden. Wiederverkauf der alten Hardware bringt meistens nicht viel. Also warte ich ab. Und Millionen andere sicherlich auch.

Aber zumindest während des Wartens gibt es Positives aus der Bridge-Welt zu berichten. Canon ist nämlich so nett und hat die SX1 mittels eines Firmware-Updates RAW-fähig gemacht. Da sind noch einige andere nette Dinge hinzugekommen, aber mir persönlich ist vor allem das bessere Rauschverhalten aufgefallen. Vorher waren Bilder mit ISO400 eine Qual, nun kann man ISO800 schon fast benutzen. Das hat den Vorteil, daß man auch bei weniger Licht halbwegs brauchbare Bilder hinbekommt. Natürlich machen die da viel in Software und das meiste dürfte Schummelei sein. Solange mein Auge das aber nicht bemerkt, ist mir das egal.

Womit ich massive Probleme habe, ist RAW-Postprocessing. Im RAW ist ein 1600×1200-Pixel-JPEG-Thumbnail mit drin, man kann die Kamera aber auch so einstellen, daß sie sowohl RAW als auch JPEGs gleichzeitig macht. Und wenn man die mal vergleicht mit dem, was man da aus dcraw und ufraw rausquetschen kann, so loose ich bei der RAW-Nachbearbeitung doch deutlich ab. Da werde ich also viel lernen müssen, bevor das vernünftig aussieht. Aber: die RAW-Bilder sind “sauberer” als die JPEG-Images, das kann ich so schon sehen. Schade ist, daß Canon nicht im gleichen Atemzug andere Features ausgebessert hat. So z.B. Das Exposure-Bracketing. Selbiges bräuchte man, um HDR-Serienaufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen zu machen. Da bisher nur 3 Bilder in Reihe gingen und da auch nur maximal 2 EV-Stufen Unterschied, hatte ich HDR-Bilder bisher immer von Hand gemacht. Das kann aber zu Verwacklungen führen, weil man die Kamera-Einstellungen nach jedem Bild ändern muß und beim Anpatschen des Geräts besteht die Gefahr, daß selbst beim statischsten Stativ der Welt das nächste Bild um einen Pixel verschoben ist. Und schon hat man später unscharfe HDR-Bilder, weil das Überblenden nicht perfekt gelingt. DSLRs dagegen können bis zu 9 Bilder in Reihe machen. Logisch, Canon will ja, daß man lieber deren teure DSRLs kauft statt der (verglichen dazu gar nicht mehr so billigen) Bridge-Kameras. Insofern dürfte von der Seite wenig Hoffnung in Sicht sein.

Glücklicherweise konnte ich mich an ein Projekt erinnern, welches Canon-Firmwares um- und nachbaute. Ich hatte damals noch eine Powershot 2 IS (Hier der Blog-Eintrag von damals) und hatte mittels dieser Firmware die Kamera dazu bewegen können, RAW-Bilder zu machen. Das war damals zwar nicht so prickelnd, aber es gab noch Dutzende andere Features dieser Firmware, z.B. die Batterieanzeige, die Möglichkeit, Abläufe zu skripten uvm. Und kaum suche ich danach, werde ich schon fündig: Das Projekt CHDK lebt noch! Und es ist belebter denn je. Das Ganze Ding ist immer weiterentwickelt worden, mittlerweile werden über 46 Canon-Kameras unterstützt! Und natürlich meine, die SX1! Auch bei CHDK hat man nicht geschlafen. Das letzte Mal, als ich die Firmware ausprobiert hatte, mußte man Bracketing noch mühselig über Skripte ansteuern. Nun ist es als Feature mit dabei und man kann die Canon-eigene Zählung für Mehrfachaufnahmen damit koppeln. So sind knapp 10 Einzel-Aufnahmen als Belichtungsreihe möglich! Noch dazu mit ganz unterschiedlichen Einstellungen bezüglich Blenden-Veränderung und/oder Brennweiten-Veränderung pro Bild. Da dürften perfekte HDRs bei rauskommen! Und natürlich gibt es noch Dutzende von anderen Features. Mir erschließt sich zwar nach wie vor nicht der Sinn, warum man auf einer Digiknipse Spiele spielen sollte, aber natürlich gibt’s dort nun auch mehr Spiele. Wobei ich als Meckerkopp schon sagen muß: Und wo ist Sudoku??? Der einzige Haken, den ich bei dem Projekt sehe: ich habe noch die SX200 von Canon und die ist natürlich mal wieder nicht unterstützt. Grummel. Deshalb hier wenigstens ein Klingel, Klingenl und Klingel Beispielbild, was selbst die kleine Kamera da so alles leistet. Dieses Gerät hängt interessanterweise bei uns in der Firma, wahrscheinlich muß man 3x klingeln, um reinzukommen. Ist ein Geheimcode. Und für die Vergeßlichen hat man verschlüsselt die Anzahl Töne raufgeklebt. Übrigens, um einmal den UWP-Wert dieser kleinen Knipse wiederzugeben, hier die Parameter:

MP = 12, BW = 336, SD = 1/2.3″, hieraus folgt 297 UWP

Das ist für eine Kompaktkamera gar nicht schlecht. Vergleichen wir das mal mit oben kurz erwähnter Bridge-Kamera Powershot S2 IS:

MP = 5, BW = 432, SD = 1/2.5″, hieraus folgt 146 UWP

Eine heutige Kompaktknipse ist also einer 2 Jahre alten Bridge-Kamera doppelt überlegen. Und wenn ich mir die Bilder ansehe, so ist dem wirklich so. Was aber noch viel verrückter ist: mit der SX200 kann ich bis ISO400 voll nutzen, die Bilder sind immer noch gut. Bei der Powershot 2 IS war schon ISO200 Laterne ganz unten…

Der eine oder andere hat es vielleicht vermutet, da meine Meldungen doch arg schwach waren im letzten Monat. Aber wir waren einfach mal wieder urlaubsreif. Folglich ging es auf unsere Lieblingsinsel: Gran Canaria. Deshalb wird dieses auch ein Reisebericht, ähnlich dem denen aus meiner Reisetagebuchsammlung, nur etwas kürzer, also auf die wirklich wichtigen Anekdoten zugeschnitten. Nur mal so als Warnung für alle, die denken, es gäbe hochpolitische Dinge auf dieser Seite.

Wo fangen wir an? Vielleicht bei der Planung? Na gut, wenn so viele für die Planung sind, dann fange ich halt da an. Wir waren ja nun schon einige Male dort und es ist einfach ein idealer Ort, um dem letzten Rest des Winters zu entkommen. Von der Wohngegend her ist es ziemlich auswählerisch. Es gibt diverse Orte, die touristisch erschlossen sind, aber da muß man vorher wissen, was man will. In Puerto de Mogán ist es wohl recht ruhig, aber dafür auch am Arsch der Welt. Die Öffnungszeiten der Läden sind nicht so dolle und ab 18 Uhr klappen sie fast die Strandpromenade hoch. Die künstlich neu erzeugten Gegenden wie z.B. Taurito haben schonmal gar kein Flair und sowas wie Puerto Rico hat uns auch nie gefallen, auch wenn der wirklich schöne Playa de Amadores dort um die Ecke liegt. Aber da kann man zur Not ja auch so hinfahren. Es bleiben die kleineren Orte rund um Arguineguin, welche aber alle keine schönen Strände haben. Oder aber die fetten Brummer. Wie z.B. Maspalomas/Playa del Inglés. Eigentlich ist das ein Ort, hat aber irgendwie 2 Zonen, oder sogar 3, wenn man das westliche Meloneras noch mitzählt. Meloneras fiel gleich aus, weil es zwar schön, aber einfach zu teuer ist. Fast nur 4-5-Sterne-Hotels. Bisher hatten wir ja immer Hotels in Maspalomas genutzt. Weil: Maspalomas ist ruhig, da kann man gut schlafen. Playa del Inglés dagegen ist Partyzone, also laut. Dumm nur: Maspalomas sieht zwar so aus, als sei es dicht am Strand. Aber um ans Wasser zu kommen, muß man Und man wird vom Strand aufgefressen! über die Dünen kraxeln, das nervt. Oder aber mit dem Auto nach Inglés fahren. Denn Playa del Inglés hat ja den Strand vor der Tür. Wir suchten uns also durch Holidaycheck, um ein Hotel zu finden, das weniger nervig und laut ist, als z.B. das Corona Roja. Ich verlinke jetzt mal nicht auf die Kritiken, die waren dermaßen vernichtend, sowas hatte ich vorher noch nie gelesen.

Angesichts dieses Dilemmas überlegten wir schon, ob wir nicht mal in Las Palmas versuchen sollten, eine Unterkunft zu finden. Aber da gab es nur teure Hotels oder aber man hätte ohne Pauschalreise buchen müssen und da kann man qualitätstechnisch ganz schön auf die Fresse fallen. Also weitere Suche in Inglés. Wir waren schon fast soweit, aufzugeben und wieder Maspalomas zu buchen, da fanden wir ein Hotel, welches gute Kritiken bekam. Es war das Hotel Los Nardos, eine Apartmentanlage dicht am Strand (das mit dem roten Dach, fast 90°-Winkel und kleinem Nierenform-Pool). Vorweg kann man sagen, daß die Bewertungen halbwegs richtig waren: das Hotel ist ruhig, es sind hauptsächlich Skandinavier und Holländer dort, die Putzfrauen lassen einen pennen und alles ist relaxt. Daß es auch ungeschmeidiger werden konnte, erfuhren wir an unserem Anreisetag.

Jener war ein Samstag und auf der Autobahn begegneten uns bunte Karnevals-LKW. Mit Maspalomas-Schildern. Da der Karneval auf den Kanaren starke Ähnlichkeit mit dem von Rio und anderen lateinamerikanischen Umzügen hat, freuten wir uns darauf. Wir parkten auf dem Parkplatz vor unserem Hotel (Achtung: blaue Markierungen, jeden Tag von 9-21 Uhr bezahlen!), luden unsere Sachen aus und dann fuhr ich zu dem Parkplatz auf der rechten Seite vom Hotel, der ist nämlich kostenlos, und stellte den Wagen dort ab. Der Karneval fing damit an, daß praktisch ganz Inglés zugeparkt wurde, außer dort, wo die Route des Zuges war. Dort waren die Gruas (Abschleppdienste) in vollem Einsatz. Der Zug war ganz nett, wenn auch irgendwie etwas langweilig. Thema war “Piratas” und das sah leider alles gleichförmig aus. Und das, obwohl wir eigentlich auf Schädel-Zeug stehen.

Am Abend war praktisch ganz Inglés eine Partyzone. Hier eine kleine Minikack statt Minigolf Vorbereitungs-Impression beim Yumbo-Center… Das eigentliche Partyzonen-Center C.C. Kasbah war ja sowieso nur 5 Minuten von unserem Hotel entfernt. Trotzdem hätte ich nicht erwartet, daß auch die Parkplätze rundrum zum Feiern genutzt wurden. Wobei Feiern hier bedeutete, sich möglichst schnell neben oder in seinem Auto zu besaufen, bei möglichst laut aus dem Wagen schallender Musik. Und unser Hotel war zwischen 2 Parkplätzen! Es wurde auch gegen 2 Uhr nicht leiser und so nutzten wir unsere Ohrenproppen, die wir vorsorglich mitgenommen hatten. Damit war dann die ganze Hektik doch aus unserem Bewußtsein entschwunden und wir konnten ruhig schlafen.

Morgens dann ein übles Bild. Überall Kotze, der Parkplatz direkt vor dem Hotel stank nach Pisse und in diverse Ecken hatten auch noch einige hingekackt (hier gab es keinerlei Vorsorge wie beim Yumbo…). Die Spanier oder zumindest die Canarios, sind ja ein Gruppenvolk. Die waren also zusammen mit ca. 4 Leuten pro Auto angereist und in der Nacht natürlich völlig unfähig auch nur den Zündschlüssel zu finden, weil sie so dicht waren. Die Hotels waren auch alle gut gefüllt, also pennte man im Auto. In einem Kleinwagen des Typs Polo habe ich 4 Leute schlafen sehen, die lagen alle verknäult übereinander. Die Scheiben waren zu und der Wagen stand in der Sonne. Morgens um 10 ist die Sonne schon hoch am Himmel und hier hat sie richtig Kraft. Es ist erstaunlich, daß die darin nicht erstickt sind, das müssen Schmerzen beim Aufwachen sein…

Am Sonntag sah man dann noch einige Leichen in ihren zerfetzten Restkostümen rumwandern, aber ab hier wurde es tatsächlich deutlich ruhiger. Zumindest in unserem Hotel. Das fette “Playa del Inglés”, welches der direkte nördliche Nachbar unseres Hotels war, schien nicht so ruhig zu sein. Da hatten spanische Kids Einzug gehalten und die machten Party all night long. Aber das hörte man bei uns dann glücklicherweise nicht so.

Vor allem: Spanier. Bisher waren es ja immer die Engländer, die in Europa schlecht auffielen: ständig besoffen, prügelnd, pöbelnd, dann noch rot verbrannt von der Sonne. Das Klischee erfüllte sich diesmal nicht. Obwohl der Einbruch der englischen Touristenzahl aufgrund des schwachen Pfundes nur 25% betragen soll, waren wenig englische Hirntote zu sehen. Das bedeutet übrigens im Umkehrschluß, daß das Klischee nicht stimmt. Denn wenn noch 75% aller Engländer da sind, man die aber nicht bemerkt, dann ist diese Gesellschaftsgruppe durchaus zivilisierter als ihr Ruf. Da sieht man mal wieder, wie einige wenige den Ruf des Ganzen beschädigen können. Diese wenigen hatten jetzt wohl nicht mehr das nötige Kleingeld, um die Kanaren zu überfallen. Deutsch war ebenfalls auf dem absteigenden Ast, man hörte es zwar noch, aber es war nicht mehr so massiv wie früher. Holländisch und Norwegisch/Schwedisch/Dänisch war dagegen häufig zu hören, Finnisch eher weniger. Obwohl man uns permanent für Finnen hielt. Die einzige Bevölkerungsgruppe, die wohl häufiger vertreten war als die Jahre davor, waren die Norweger: 1% plus!

Aber das Verwunderliche war wirklich die Zunahme der Spanischen Mundart. Hatte man diese früher in den Urlaubsorten höchstens im Restaurant oder im Supermarkt bemerkt, so war spanisch tatsächlich häufig zu hören: im Hotel, am Pool, am Strand, in den Bars usw. Meistens eher Jugendliche und jüngere Alte (Haha). Bis Mittwoch blieben die Parkplätze auch ruhig, aber ab Donnerstag wurde Partytime eingeläutet, vorwiegend spanische Jugendliche. Mit ihren Autos. Mit Suff. Mit Lärm. Man bekam das Gefühl, daß für die Gran Canaria sowas ist wie Malle für die Deutschen: hier läßt man einfach die Sau fliegen. Da waren viel Festlandsspanier bei (mittlerweile können wir das unterscheiden). Ich dachte nur immer wieder: Wieso ausgerechnet auf dem Parkplatz? Das Party-Centro Kasbah ist ja nicht weit und außerdem: wir haben früher Strandparties gemacht, auch der war nicht weit weg. Ein Kollege meinte: ganz klar, an den Strand dürfen sie nicht mit dem Auto. Und er hat recht. Selber Suff mitbringen ist billiger als im Club und im eigenen Auto läuft wirklich nur Musik, die einem selbst gefällt. Wobei: auch in Zeiten von Ipod & Co. sollte es doch sowas wie Ghettoblaster geben, die man mit an den Strand nehmen kann, oder? Zur Not halt mit SD-Slot.

Insgesamt war das doch recht nervig. Vor allem, weil sie ab 0 Uhr praktisch alles zuparkten. Ich hatte bei der Hotel-Auswahl zwar den Hinweis “Keine Parkplätze” gesehen, trotzdem hatte ich mir da nix bei gedacht, weil wir früher ja tagsüber, um zum Strand zu kommen, immer einen Parkplatz gefunden hatten. Tja, tagsüber… Nun war es so, daß man, wenn man später als 0 Uhr nach Hause kam (in der Regel dann, wenn wir in Las Palmas waren), ewig weit weg parken mußte. Wäre noch gegangen, wenn man nicht beim Kasbah vorbeiwatscheln müßte und dort die hirnlosen Abschlepper versuchen, selbst die noch so mit Krempel behangenen Touris in ihre Saufhöhlen zu locken. War ein richtiger Slalomlauf.

Am letzten Tag unseres Dortseins kam nochmal ein großes Hallo. Denn wir fuhren am Sonntag morgen los Richtung Fluch-Hafen. Gegen 7 Uhr. Der Parkplatz war schon relativ leer (wir hatten übrigens das “mobile Labor” der Polizei noch im Einsatz gesehen, da wurden viele Autos angehalten) aber neben unserem Auto stand ein Wagen, bei dem die Scheiben leicht runtergedreht waren. Auf dem Rücksitz konnte man auch schemenhaft jemanden pennen sehen. Schemenhaft deshalb, weil die Scheiben hinten getönt waren, man hätte dichter ran gehen müssen, um mehr zu sehen. Das wollten wir aber nicht wegen der Kotze vor der Fahrertür Ausrutschgefahr vor der Fahrertür. Ja genau, der Typ hat sich vor die Tür gereihert. War ja schon lustig. Aber Cymone wies mich auf einen weiteren lustigen Umstand hin. Der schlafende Partymensch war wohl nicht schnell genug, man beachte den roten Rahmen des Bildes links oben. Die Hälfte der Kotze dürfte also im Innenraum rumgammeln. Übrigens waren 2 vorbeigehende Typen total aufgeregt, was ich da fotografieren würde und sahen mich etwas seltsam an. Nachdem ich aber auf den Fahrertür-Schlitz hinwies, fanden sie’s auch lustig und bestärkten mich, weiterzumachen.

Abseits dieses kleinen Wahnsinns war es natürlich wie immer superschön. Die erste Woche war auch knallig heiß, nur in der 2. Woche gab es einen Regentag und daraufhin immer kalten Wind. Am Strand bot sich deshalb dieses Bild: Lag man in der Sonne, kochte einem das Kaffeewasser im Hintern. Lag man unter’m Sonnenschirm, wurde man kraß durchgekühlt. Das war besonders nervig für Cymone, die ja mit zu viel Sonne so ihre Probleme hat, aber an Wärme nicht genug bekommen kann. Normalerweise ist da der Ort unter dem Schirm für sie optimal, aber so war das für sie etwas schwierig.

Computertechnisch hätte es im Hotel WLAN geben sollen. Ich hatte zwar einen Access-Point gefunden, den ich nutzen konnte. Angesichts der miesen Erreichbarkeit zweifle ich allerdings immer noch, daß es derjenige war, der zum Hotel gehörte. Vielleicht mal den Prospektmacher drauf aufmerksam machen. Ich nutzte danach immer das WLAN eines Nachbarhotels, bis man mich dort bemerkte. Zuerst gab es beim Netzzugang keine DNS-Server-Zuweisung mehr. Kratzte mich ja wenig, kenne ja genug. Dann merkten sie, daß sie mich damit auch nicht raushalten können. Also machten sie MAC-Adreß-Filterung. Nicht etwa so, daß nur bestimmte Macs reindürfen, nein. Sie schlossen meine explizit aus. Dank des macchangers ging’s also fröhlich weiter. Naja, ich habe ja keine großen Daten oder so gezogen, nur einmal ein kleines Laptop-Update. Insofern weiß ich nicht, warum die sich die Mühe machten und vor allem, warum sie es so dermaßen falsch machten. Werden spanische Access-Points von der deutschen Regierung administriert? Es hätte durchaus Wege gegeben, mich draußen zu halten, aber egal. Unterwegs gab es eigentlich immer irgendwo WLAN, wobei die Zahl der offenen WLANs deutlich zurückgegangen ist. Und wenn verschlüsselt, dann tatsächlich mindestens WPA1, meistens sogar WPA2. Insofern wird man über lange Sicht um UMTS oder sowas nicht drumrumkommen. Schade eigentlich, WLAN ist so viel besser und schneller. Ach ja, ich hatte wieder den kleinen EEE-PC mit, aber irgendwie muß ich mir da mal was Schnelleres zulegen. Denn die Bilder begutachten oder die HD-Movies, die meine neue Kamera ausliefert, war ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Kamera selbst lief natürlich quasi im Dauerlauf und ich werde die nächsten Wochen sicherlich auch das eine oder andere HDR oder Panorama rausrücken. Und natürlich die HD-Movies.

Als weiterer Höhepunkt auf der Insel sollte man Las Palmas nicht vergessen. Hier hat man auch mal abseits der Zombie-Städte (für Cymone war ein Großteil
der Miturlauber Zombies) eine echte Stadt, in der es vernünftiges Essen, vernünftige Parties und auch vernünftige Stores gibt. Was immer auch “vernünftig” ist. Ich hatte in einem meiner Reiseberichte ja vermerkt, daß es in Las Palmas einen Mediamarkt gibt. Das Center dazu ist allerdings etwas nervig zu finden. Nun gibt es einen weiteren Mädchenmarkt, nämlich im neu aus dem Boden gestampften Centro Terrazas, kurz vor Las Palmas (in Google Maps noch in Aufbau…). Dort findet sich ein Food-Court, diverse Klamottenläden usw., aber: wir waren 2 mal dort und es war nie wirklich voll. Also nichtmal annähernd. Vielleicht wird es noch, aber so weit draußen in der Pampa könnte daneben gehen… Wie auch immer, das Center ist schön zum Abhängen, da es direkt am Meer ist und da auch nix los ist, kann man sich da ewig in so ein Café setzen und träumen. Wenn einen der Leche-Leche-Largo nicht zu stark aufweckt.

Aber wenn wir schon über’s Essen reden, muß ich wenigstens ein paar Tips und Non-Tips loswerden. Wir sind ja schon oft für japanisches Essen, besonders Cymone. Meistens landen wir dann bei einem der Sakura-Restaurants, davon gibt’s auf Granny 4. Sowohl in Playa del Inglés als auch in Las Palmas probierten wir es, aber irgendwie war das schonmal besser und der Service auch. Viel besser dagegen war das indische Restaurant Dayana (praktisch auf der südwestlichen Ecke des Kreisels), hier gab es endlich mal scharfes Essen und die Kellner machten die ganze Zeit schräge Scherze. Es war nicht billig, aber sehr lecker. Ach ja, hier waren tatsächlich mal die “vermißten” Engländer zu finden. 2 Pärchen, eins zivilisiert, das andere sturzbesoffen, faselnd, daß sie erst vor einer Woche geheiratet hätten. Sie versuchte ständig, sich eine Zigarette anzuzünden (trotz Rauchverbots), er brüllte (seiner Meinung nach lustig) rum und die Kellner versuchten, mit ihren Scherzchen die Situation am Kippen zu hindern, was ihnen auch gelang. Am Schluß wackelte sie aus dem Laden zu ‘nem Taxi während er sich die beiden angefangenen Bierpullen griff und hinterherlief (Nein, sie hatten schon vorher tatsächlich bezahlt). Draußen stellte er die Pullen erstmal auf den Boden und laberte mit dem Taxifahrer. Dann kam er zurück und sammelte seine beiden Pullen wieder ein und stieg trinkend ins Taxi, ein Bild für die Götter. Beim Abräumen des Tischs meinte einer der Kellner (auf englisch): “Nichtmal Kinder haben jemals einen Tisch so versifft zurückgelassen.”

Interessanterweise ist mein zweiter kulinarischer Tip ebenfalls indischer Natur. Obwohl die chinesischen Buffets ja immer empfehlenswert sind, waren wir trotzdem irgendwie auf indisch geeicht. Gut, natürlich gab’s beim Karneval die Festival-Wagen, bei denen man Bocadillos kaufen konnte. Die sind definitiv IMMER empfehlenswert, wir haben selten Läden dort angetroffen, die den Bocadillo versemmeln oder den Kaffee (Leche-Leche-Largo!!!). Aber da uns Tapas irgendwie nicht so liegen, orientierten wir uns in Las Palmas vor allem am Füllstand von Restaurants: leere meiden, volle bevorzugen. So kamen wir durch Zufall an Tip 2, nämlich durch Rumgeschlendere bei Nacht, in der Hoffnung, einen unserer geliebten Nachtclubs zu finden (dazu später mehr). Die Wahl fiel auf das Wirtshaus mit dem Namen Polar. Es ist eigentlich indisch, aber irgendwie doch nicht. Angepriesen wird es auf hinduistisch, das Tajmahal war groß an der Wand. Aber außer dem Koch sah dort niemand indisch-stämmig aus. Die Karte hatte auch seltsame Gerichte, am lustigsten war ein “Paquistani Sandwich”, welches Schweinefleisch (!!!) beinhaltete. Wir probierten einiges durch, aber als wir das zweite Mal dort waren (daran zeigt sich immer, wie gut es ist: wenn man mehr als einmal hingeht), bestellten wir etwas, daß den Namen “Semaforo” trug. Es war eine Zusammenstellung aus 3 Sorten Huhn und 3 Sorten Fleisch. Grün = Spinat-Geschmack, Gelb = Curry-Geschmack (indisch-Curry, nicht Currywurst-Curry!) und Rot = Tandoori-Geschmack. Sowohl Reis als auch die Hühnerteile hatten die Farbe und auch den Geschmack. Dazu gab’s dann noch 3 Saucen, eine grüne sahnige, eine rote fruchtige und eine rote scharfe. Die scharfe war nicht wirklich scharf, auch wenn die Bedienung immer “muy picante” als Warnung rief. Wir ließen jedenfalls nichts von den Soßen übrig und man könnte auch die scharfe eher “gut gewürzt” nennen. Cymone war es im Nachhinein zu knofig, aber es war supergut und superviel für 2 Leute. Theoretisch hätte es auch ein Medio Semaforo (also eine halbe Portion) gegeben, aber das wiederum wäre für 2 zu wenig gewesen. Auf jeden Fall: Daumen hoch! So gut und günstig kann man selten auf dieser Insel essen, allerdings muß man Wartezeiten kalkulieren. Der Laden ist klein und immer voll. Und hier die genaue Adresse: Calle de Sagasta 17, Las Palmas.

So, zum Nachtleben sei gesagt, daß wir diesmal relativ unwillig waren. Das Turbo-Pub im Kasbah-Center ist zwar nett, aber nur Rumsitzen und Saufen ist doof. Entweder der Laden hat Gezappel oder Live-Musik, alles andere lohnt eigentlich kaum. Wir versuchten unser Glück also wieder in Las Palmas. Im Sala Paraninfo war diesmal nix dolles, also versuchte wir es im Pub La Calle. Dort war es relativ leer und der Barmann wußte auch nicht, wann es im “Live Music Club” wieder Live Music geben wird. Wir sollen Radio hören, denn die Webseite sei meistens sowieso nicht aktüll. Etwas enttäuscht fanden wir dann eine Mannschaft, die vor der Muelle eine Konzertbühne aufbaute. Am Freitag fuhren wir also dort hin, es war ein von einer Bank gesponsortes Festival. Natürlich fängt sowas selten vor 23 Uhr an, aber hier war es leider schon um 1 zu Ende, mehr ließen die “Sicherheitsbehörden” nicht zu, die interessanterweise in fast gleicher Stärke wie Zuschauer dort waren. Was haben die erwartet? 1. Mai-Krawalle wie in Kreuzberg? Dieser Sicherheits-Overkill ist weltweit momentan völlig bekloppt, eine reine ABM-Maßnahme. Die Musik allerdings war sehr gut und sehr professionell. Verschiedene Bands mit recht unterschiedlichen Musikströmungen. Ich habe ein paar HD-Aufnahmen gemacht, allerdings weiß ich nicht, ob die da einem ‘nen Strick draus drehen, wenn man sie veröffentlicht. Samstag ging das Festival weiter, das war dann der Tag vor unserer Abreise, da konnten wir dann nicht ganz so lange zugucken.

Auch, wenn beim nochmaligen Querlesen diverse Dinge nicht so gut klingen, ich kann nur sagen, daß es nach wie vor unsere Lieblingsinsel ist. Das einzige, was wirklich zu bemängeln war, war das kühle Wetter in der 2. Woche. Aber da dieser Winter wohl sowieso der kälteste seit langem auf den Kanaren war, sind wir wohl noch ganz gut davongekommen.

Ach ja, zwischendurch gab’s sogar Action! Aber wir hatten das leider nicht mitbekommen, erst, als die Trümmer schon teilweise aufgeräumt waren. Da war beim “Strandhafen” oder auch “Anexo II” eine Mauer eingestürzt. Fazit: 8 geplättete Autos und ein Verletzter. Übrigens: die Mauer stant vor einem Hügel, der damit wohl auch stabilisiert wird. Auf dem Hügel steht ein Hochh
aus-Hotel (ca. 15 Stockwerke). Ich bin nun weder Statiker, noch Architekt, aber ich könnte mir vorstellen, daß bei viel Regen ohne diese Mauer viel Material weggespült wird und damit auch der Sockel des Riesen-Hotels wackeln könnte. Natürlich regnet’s selten, aber wenn, dann richtig. Andererseits kann es diversen Besitzern von Restaurants im Anexo II vielleicht bald egal sein, ob eine Gerölllawine auf den Strandhafen runterstürzt. Denn laut Info Canarias Magazin sind die Geschäfte dort in einer Nacht- und Nebel-Aktion enteignet worden. Ob das so stimmt, sei dahingestellt, aber in Spanien ist vieles möglich.

All das kratzt uns aber nicht die Bohne, wir waren bestimmt nicht das letzte Mal auf Gran Canaria!

Zum Abschluß noch ein paar Bilder von niedlichen Tierchen:

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