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Archiv für die Kategorie ‘Unsortiert’

Man bezichtigt mich des öfteren, von der Norm abzuweichen. Ich kann dazu wenig sagen, ich selbst fühle mich relativ normal, außer wenn mein Bauch seine Last zu stark vorwölbt. Aber angesichts dieser groben Anschuldigung muß ich doch sagen, daß meine Wahrnehmung oft eine andere ist. Man mag mich exzentrisch nennen, aber rund um mich rum ist irgendwie immer das “Center of Freaks”. Was ich damit meine? Nun, gestern war so ein Tag, in dem irgendwie nur leicht bizarre Geschehnisse um mich rum passierten und zwar OHNE meine Beteiligung.

Ich ging zu meinem favorisierten Hühnchen-Mann, um dort, na was wohl, Grill-Huhn zu kaufen. Eine ewig lange Schlange zweier Personen tat sich auf. Ich war gewillt, angesichts der Aussicht auf ein vor Fett triefendes, leckeres Hühnchen der Wartezeit ins Auge zu sehen und stellte mich an.

Während des Vorgangs meines Anstellens bemerkte ich, wie sich Nummer eins der Schlange ebenfalls anstellte. Und zwar ziemlich. Es war ein älterer Herr, die oberen Haare blond gefärbt, aber irgendwie schlecht, denn rundrum war noch ein grauer Kranz zu sehen. Dafür war es aber glatt gefönt. Oder so gewachsen. Oder so gekauft. Wie auch immer, er tat ein bißchen schwuler und zeterte mit dem Hühnerverkäufer rum: “Der Salat ist immer zu kalt, kannst Du den nicht noch neben die Hühner stellen, damit er etwas wärmer wird?” Hm, ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob Grau-Blondie den Verkäufer duzte, aber passen würde es irgendwie. Der war sichtlich von der Rolle und versuchte, die diversen Spezialwünsche des Kunden zufriedenzustellen. Wer weiß, was vorher alles war, ich war froh, nicht alles mitbekommen zu haben. Die Dame, die vor mir stand, blieb erstaunlich gelassen dabei. Sie war etwas älter, Typ “Diva-Oma” und als sie rankam, sagte Sie: “Ich hätte gerne das dunkle Hähnchen da oben!” Sie zeigte auf die Mitte einer Reihe, aber irgendwie war ihr das auch nicht braun genug. Sie entschied sich für eins der Seitenhühner, aber der Verkäufer lehnte freundlich aber bestimmt ab, er könne nur Spieß für Spieß leer machen und nicht die halbfertigen Spieße von oben. Sie stellte zwar zurecht die Frage, ob es denn nicht sonst verbrennen würde, weil es wirklich schon recht dunkelbraun war. Aber der Verkäufer blieb dabei. Als er ihr ein Huhn einpackte, moserte sie die ganze Zeit rum, es sei zu hell (was es nicht war).

Als ich rankam, konnte ich natürlich nicht an mir halten und sagte: “Wenn sie das dunkelbraune da oben nicht will, nehme ich es.” Die Frau hatte mich zwar leider überhört aber der Verkäufer war so fassungslos, daß ich ihn beruhigen mußte: “Schon gut, war’n Scherz, ich nehme eins von den unteren, die sind alle dunkel genug.”

Die schönen Episoden schreibt doch das alltägliche Leben. Aber das war noch nicht alles. Bei dem Hühnerwagen gibt’s keine Pommes und ein Huhn ohne Pommes ist einfach nicht mundend! Jedenfalls geht es mir so. Ich brauche den Geschmack von Pommes UND Huhn im Mund (und zwar gleichzeitig, so viel wie gerade so eben in die Fresse paßt). Also latschte ich weiter zu unserem örtlichen Burger-Laden (dit jelbe Emm) und holte dort meine passende Sättigungsbeilage für das triefende Federvieh. Neben mir an der Kasse in der nächsten Reihe standen 2 ältere Damen, die eine hatte gerade aufgehört zu telefonieren und die Thekenfrau fragte: “Was soll’s denn sein?”

Unruhe überfiel die Frau vor der Kasse, sie drehte sich zu der anderen um und fragte: “Was wollen wir eigentlich?” Die sagte nur: “Na, die Wings.” Numero Uno drehte sich wieder um und bestellte: “Die Wings!” Die Dame hinter der Kasse sagte: “Das heißt bei uns Nuggets. Darf’s sonst noch was sein?” Nun fiel ihr doch wieder ein, wo sie war und was sie wollte und sie bestellte ein Wasser. “Wollen Sie vielleicht ein Menü?” Schweigen. “Das wäre mit Pommes.” Die Frau fast erbost: “Ja, natürlich will ich Pommes! Also ein Menü!” Aber es ging noch weiter: “Ein 6er oder ein 9er Nuggets?” Entnervt drehte sich No. 1 wieder um: “6 oder 9?” No. 2 war nun ebenfalls heftig genervt und blaffte: “Wat soll’s, 9!” Schließlich kam Nummer 2 dran und bestellte einen BigMac aber ohne Majonnaise und noch diversen Extrawünschen, ich verließ darauf das Etablissement und bekam dadurch nicht mehr die volle Auseinandersetzung mit. Und ich dachte immer, ich wäre pissy mit meinen Sonderwünschen.

Damit ist bewiesen: ich bin deutlich durchschnittlicher als so manch anderer. Allerdings könnte man auch sagen: Dit is Berlin, wa’?

Von pissy zu zickig ist ja kein weiter Weg, deswegen führen wir hier einen gar nicht so entfernten Themenwechsel ein. Denn es gibt einen neuen TV-Sender im TV-Kabel: Timm. FAB mußte weichen, was kein Verlust ist. Cymone liebt Timm, denn es ist ein Schwulensender und sie meint, sie hätte sowieso einen schwulen Geschmack. Kunststück als Frau. Mir bringt der Sender nicht viel. Sendungen, in denen die “heißeste Drag-Queen” gesucht werden, sind für mich als Hetero relativ unspannend, haben aber wenigstens noch einen gewissen unterhaltsamen Faktor. Nachts kommen obligatorische Sex-Filmchen, in denen es Männer miteinander treiben, ebenfalls unspannend. Ich meine, mir persönlich ist es egal, wer mit wem warum ins Bett steigt und es tut mir auch nicht weh, im TV sich küssende Männer zu sehen, es ist halt nur vergleichbar mit: Aquarium als Testbild. Kann ich gut bei einschlafen.

Aber: ich breche hier trotzdem ein paar Lanzen für diesen Sender, weil er anders ist. Ich bin nicht die Zielgruppe, deswegen darf er für mich eingentlich so öde sein wie er will. Trotzdem fand auch ich etwas erfrischendes, was mich wach hielt: die Nachrichten. Die News auf Timm sind wahrlich anders. Natürlich geht es um Homo-Themen, aber schon mit sehr politischer Sichtweise. Und interessanterweise verbarrikadiert man sich nicht in seiner eigenen Welt, es geht generell um Toleranz. Einmal gab es eine Meldung, bei der ein Hetero-Mann in Neuseeland aus einer Kneipe rausgeflogen ist, weil er dem Betreiber zu schwul aussah. Hätte ich auch als Frechheit empfunden. Dieser Mann tat mehr, er ging als Hetero zum Gleichstellungsbeauftragten der Schwulen und schwärzte den Laden an, da gab es richtig Ärger für den Betreiber.

Und auch, wenn die meisten dieser Nachrichten mich nicht betreffen, so finde ich es wichtig, zwischen dem einheitlichen Genudel unserer Medien (ARD: “Der Papst hat gehustet!” ZDF: “Der Papst hat geröchelt” RTL: “Papst gleichauf mit Grippekranken!” Sat1: “Papst bald krank”) mal andere Nachrichten zu sehen. Im Internet ist es ja schon lange so, daß man durch die Blogs geht und deutlich andere Dinge wahrnimmt, als Spiegel & Co. berichten. Schön, wenn es endlich TV-Sender gibt, die wirklich mal was anders machen. Denn meistens treten sie mit der Werbung an: “Bei uns alles anders!” (Dieser Satz kein Verb) Und dann ist es doch nur das gleiche Geblubber.

Aber: Die News sind immer noch nicht alles. In einer Vorschau sahen wir die Werbung zu einer Serie: Gay Army. Ein Drill Instructor der US Army soll aus 9 schwulen Männern (3 Dänen, 3 Schweden, 3 Norweger) echte Soldaten machen. In der Vorschau war es deutlich lustiger als in echt, weil der Kontrast der 9 Probanden zu dem schreienden Drillboy nicht größer ausfallen konnte. Leider schreit der Typ während der Veranstaltung nicht genug rum, er schont sie gewissermaßen. Schade eigentlich, hätte man auch lustiger hinkriegen können. Z.B. wie bei anderen Mitmachshows: wer als letzter durchhält, kriegt einen Preis, oder so, mit Zuschauervoting. Angesichts meiner eigenen Weicheirigkeit sah ich mich in manchen der Typen wieder, während sie das Klo putzen mußten oder so, da bekommt die Show tatsächlich einen Mitlights-Faktor. Oder um es anders auszudrücken: es ist irgendwie alles drin. Nur leider ist es als Comedy aufgemacht, also wohl nix richtig echt, deswegen verliert das Ganze dann doch ein bißchen. Aber nehmen wir mal an, es wäre ernster gemeint, dann könnten die Weicheier, die mehr Hang zu Lipgloss und Haarlack haben, mal die andere Seite des Lebens kennen lernen. Das ist doch sicherlich eine Erfahrung, die man nicht missen möchte, oder? In der Show gibt’s nur einen, der total aus der Reihe tanzt, die anderen bemühen sich. Und wenn man die Samthandschuhe des Drill-Instructors so sieht und daß sie trotzdem mitmachen, so kann ich nur sagen: Hut ab! Wer es schafft, fast alle diese Jungs zum durch den Schlamm kriechen (Zitat: “Meine Frisur!”) zu kriegen, dürfte jedem etwas beibringen können, nämlich den inneren Schweinehund zu besiegen. Vielleicht könnte man aus Gay-Army-Troops sogar eine echte Elite-Truppe machen? Ich meine, welcher Feind flüchtet nicht schreiend, wenn er weiß, daß diese Marines ihn nicht nur töten würden, sondern auch noch vorher ficken? Wäre mal ‘ne interessante Kriegstaktik gegen religiöse Gotteskrieger.

Aber bevor ich in das Klischee “kein Taliban kann je wieder sitzen” oder irgendwelche Seifen-Bück-Witze abdrifte und damit nahezu Null-Niveau erreiche, beende ich das lieber hier. Obwohl ich die falsche Zielgruppe bin, rufe ich Timm zu: weiter so! Besonders die News!

Kurzer Nachtrag: Hermes Phettberg wurde interviewt! Und war lustig wie eh und je! Klasse!

Über einen Monat ist hier nix passiert. Da stellt sich mir sogar selbst die Frage: bin ich nur ein fauler Hund? Oder ist es auch dem anbrechenden Jahr geschuldet, daß ich mich die ganze Zeit wie Erbrochenes fühle? Der Schwabe ist wahrscheinlich zu Recht sauer auf mich, weil ich auch noch dazu selten auf Mails reagiere und er hat im Gegensatz zu mir zur Zeit eine starke Energiephase. Wobei ich auf der Arbeit sehr energiegeladen bin, denn der neue Job bringt zwar einerseits Neues und Aufregendes mit sich, andererseits auch viel Streß. Da ich nun zum Betreuer von VMware-Farmen heranwachse, bereitet es mir starke Kopfschmerzen, wenn innerhalb so einer Farm die Disks wegfliegen (auf allen Luns keine Partitionstabellen mehr, *würg*). Interessanterweise haben alle VMs durchgehalten und wir haben zu mehrt Operationen am offenen Herzen der Patienten durchgeführt. Und noch dazu dank des Supports geglückt! Auf soviel unerwartete Stabilität bringe ich gerne mal einen Riesenschädel Riesenschädel anstelle eines Toasts aus. Wobei man natürlich das Lob nicht überstrapazieren sollte.

Aber es gibt auch andere Tage. Nämlich wenn ein Intel-Mann kommt und aus dem Nähkästchen plaudert. Ok, auch wenn er was von NDA faselte: wenn man die Daten im Netz vergleicht, dann ist nicht wirklich viel Neues dabei gewesen. Aber im Netz muß man sich die Infos mühsam zusammenstückeln, er dagegen brachte den Weg, den Intel in Zukunft gehen will, brachial auf den Punkt, eine klasse Vorstellung! Am Schluß war man fast so weit, daß man hätte rufen können: KAUF ICH! KAUF ICH! SOFORT! Dumm nur, daß er eigentlich von der Zukunft erzählte. Von CPUs, die komische Namen von komischen Orten kriegen, weil Stadt- und Ortschaftsnamen in den USA nicht von Abmahn-Trollen beanspruchbar sind. Und, daß bald in 32 Nanometern gefertigt wird. Man aber an die 20 Nanometer-Grenze ran will. Das sind dann sage und schreibe 9 (!!!) Atome Leitungsbreite! Auch wenn man von Silizium langsam wegschwenkt, frage ich mich schon, mit welch wunderlichen, relativistischen und heisenbergschen Effekten die da im Labor kämpfen müssen. Unglaublich. Und dieser Hersteller pumpt mal eben locker 20 Mio. CPUs pro Monat raus. Ach ja, die Atom-CPU ist irgendwie nur eine Art kleines Nebenprodukt, deckt aber große Massen ab. Besser läuft’s wohl bei SSDs, die reißt man ihnen trotz der hohen Preise aus der Hand. 8086 wird nun offiziell eingestellt und andere Hersteller stehen Schlange, um die offiziellen Nachfolge-Konstrukteure für diese CPU zu werden. Echt komisch, daß Ding hat knapp 31 Jahre auf dem Buckel, aber die NASA und diverse Waschmaschinenhersteller lechzen quasi danach.

Wenn man sich das Ganze so ansieht, dann könnte man zu dem Schluß kommen, daß Intel eigentlich niemanden mehr braucht, sie könnten ein vollautonomer Komplettproduzent werden. Denn sie bauen jetzt:

  • CPUs – Ok, das ist ihr Kerngeschäft, sie kaufen übrigens auch Solar-Firmen. Zitat: “Wer, wenn nicht wir, kennt sich so gut mit Silizium aus?”
  • Chipsätze/Motherboards – Machen sie auch schon recht lange
  • Grafikkarten – Dieses ist eine recht neue Domäne von Intel, man muß sie aber gerade für ihr Engagement im OpenSource-Bereich loben: Sie sind der einzige Hersteller, der völlig freie Treiber liefert und unterstützt, auch wenn ihre GPUs nicht immer die schnellsten sind. Aber für Linux definitiv superoptimal!
  • Netzwerkkarten – Das Zeug bauen sie schon länger, mal mit weniger, in letzter Zeit eher mit mehr Erfolg, e1000-Karten sind schnell und machen wenig Ärger
  • SSDs – Quasi die neueste Errungenschaft: Flash-Platten. Damit betreten sie wieder einmal ein neues Marktsegment und die Hersteller von mechanischen Platten werden sich warm aziehen müssen. Blöd ist die angepeilte Laufzeit von maximal 3 Jahren für Serverplatten. Trotz Round-Robin-Verfahren könnten nach 3 Jahren Dauerlauf Speicherzellen ausfallen. Hier wird man noch nacharbeiten müssen, das sollte zumindest bis auf 5 Jahre zu steigern sein.

Erschreckend: das sind alle Komponenten, die man für einen Computer braucht. Aber der Intel-Mann versicherte: man wird seine Partner nicht verärgern, denn natürlich lassen sie vieles in Kooperation produzieren, außerdem sind die Märkte breit gefächert, da könnte es durchaus sein, daß man als alleiniger Produzent sowieso nicht alles abdecken kann. Und wenn dann verärgerte Mitspieler sich bei AMD einkaufen, wäre das ja dumm. Lustig fand ich noch die Idee, Mehrprozessor-CPUs künftig nicht mehr nach Anzahl der Kerne zu benennen, sondern nur “Multi-Core”. Zum einen, weil die Cores dynamisch an und abgeschaltet werden können, zum anderen, weil man VM-Firmen dazu zwingen möchte, weiterhin pro CPU-Socket zu lizensieren. Die möchten natürlich auch etwas mehr vom Kuchen und denken alle über Lizenzierung pro vCPU nach…

Auf jeden Fall war der Vortrag spitze und bekommt von mir den 2 Riesenschädel! Doppelriesenschädel! Da lasse ich mich nicht lumpen, was? Um der Lobhudelei in Richtung Intel (ja, mir gefällt ihr Weg wirklich!) noch etwas hinzuzufügen: Diese Firma ist ein Quasi-Monopolist, ungefähr wie eine andere, von mir gar nicht gemochte Firma. Trotzdem habe ich bei Intel nicht permanent das Gefühl, daß man mich ausrauben, verarschen und dann den Haien vorwerfen will. Es gibt zwar den Punkt mit dem “Remote-BIOS”, den ich als kritisch empfinde, aber sie drücken einem nicht wirklich die Pistole auf die Brust. In Redmond scheint man mehr von “Friß-oder-Stirb”-Systemen zu halten. Naja, bei Intel ist’s letztlich Hardware, bei der anderen Firma könnte man deren Produkte eigentlich noch nichtmal Software nennen… *immer feste ruff, gnagna*

Zu Guter Letzt habe ich noch eine Anekdote, wie sie nur das Leben schreiben kann. Ich stehe beim Mädchenmarkt an der Kasse. Bin gerade durch. Hinter mir steht ein Nerd, etwas kompaktere Bauform, Brille, quasi das Standard-Klischee. Er fragt die Verkäuferin mit einem breiten Grinsen: “Kaufe 4, zahle 3 ist doch noch, oder?” Die Kassiererin nickt, gibt aber die aus der Werbung bekannte Informtion von sich: “Ja, aber nur der billigste der 4 Artikel ist umsonst!” Da prustet der Mann los: “Tja, ist alles der gleiche Preis, cool, was?” Ich weiß nicht, was die Verkäuferin am liebsten hätte sagen wollen, aber ich glaube, es wäre nicht sehr prositiv gewesen, eher sowas wie “Heute ist ein guter Tag zum Sterben” oder so. Es waren, glaube ich, 4 Kopfhörer. Darauf dann einen Minischädel etwas kleineren Schädel…:))) Und hoffentlich werde ich demnächst wieder etwas mehr von mir geben. Themen habe ich eigentlich mehr als genug. Aber wie sagte Sledge Hammer so schön: “Man darf nicht nur zielen, man muß auch abdrücken!”

Theoretisch könnte ich mal wieder ein heiteres Zitate-Raten machen, aber wollen wir mal nicht so sein. Ich gebe nur eins vor, von dem ich nicht sage, wo ich es her habe:

Ein Gespräch über die Regeln beim Rugby-Sport endet mit diesem Satz:

“Ist keine Autopsie nötig, war es auch kein Foul.”

Als Tip gebe ich mal “Literatur” an, wobei es nicht wirklich hochkulturell ist…

Ein anderes Zitat basiert auf einer typischen Begebenheit, wie sie in Berlin jeden Tag Dutzende Male passiert. Ich gehe in einer Fußgängerzone meines Wegs und an einem Pulk von Rentnern vorbei, die vor einer Baustelle stehen. Es ist der übliche Troß, der eine Städtereise macht und sich dann sammelt, um irgendwo irgendwas anzustarren. Hier debattierten sie auch noch hitzig, ich hatte nicht mitbekommen, worum sich der Streit entzündete, die Baustelle selbst sah jedenfalls aus wie jede andere normale Baustelle. Schließlich beendete einer der rüstigen Rentner die Diskussion mit dem Satz: “Das googlen wir nachher mal!” Er erntete damit keinerlei fragende Gesichter, sondern zustimmendes Nicken und vor allem war damit auch die Diskussion zu Ende. Daran sieht man mal wieder, wie tief verwurzelt das Internet mittlerweile bei uns ist: bis in die obersten Altersgruppen gehört es zum Alltag!

Technik ändert sich ja permanent, aber man weiß, daß eine Technik gut sein muß, wenn die Gesamtbevölkerung sich daran beteiligt. Manchmal hat man seltsame Anstöße, um über die Entwicklung nachzudenken. Ich habe letztens mal wieder einen Star-Trek-Roman gelesen. Es war zwar irgendwie TOS-Zeug (“The Old Series”, also Captain Kirk & Co.), soll aber wohl eine Absplitterung davon sein. Es geht um die Raumstation Vanguard, also wohl ein altertümlicher Abklatsch von Deep Space 9 oder so. Ganz amüsant. Jedenfalls ist dort Cpt. Kirk im Bordrestaurant (haha, im ICE???) und plötzlich kommt eine Meldung: “Captain Kirk, bitte auf die Brücke!” Über Lautsprecher. In den ganzen Raum. Kirk steht auf, geht zur Wand (!), drückt dort einen Kommunikatorknopf und spricht: “Ich bin unterwegs.” Und nun die Preisfrage: Wie lösen wir so ein Kommunikationsproblem heute? Ganz klar: mit Handies, DECT-Telefonen und anderen mobilen Geräten. Zugegeben, den Stand von ST-TNG (Next Generation) mit den winzigen Kommunikatoren an der Brust haben wir noch nicht erreicht. Aber das alte Enterprise-Szenario haben wir JETZT SCHON hinter uns gelassen! Ich finde es faszinierend, wenn wir Technologiestufen überschreiten, die vor 30 Jahren noch Science Fiction waren. Heutzutage sehen Klapphandies sehr stark nach Kirks klobigen Kommunikator aus, nur mit dem Unterschied, daß sie kleiner sind, mehr können und fast jeder so ein Ding hat, nicht nur der Captain oder der (Bruhahaha) “Kommunikationsoffizier”.

Bei einem anderen Vergangenheits-Gegenwart-Zukunfts-Vergleich gehörte ich eher immer der ungeduldigen Sorte an. Ich hätte gerne schon vor 10 Jahren die Möglichkeit gehabt, mehrere Systeme gleichzeitig nebeneinander auf einem Rechner laufen zu lassen. Damals hätte ich nett gefunden: Basis-System FreeBSD und obendrauf in einer virtuellen Maschine ein Windows. Und zwar eins, in dem alles geht: Spielen, Netz, Office, Spezialsoftware usw. Heute sind viele dieser Dinge nicht mehr nötig. Netz kommt sowieso aus der Unix-Welt und war bei Linux eher zu Hause (ist es heute noch, wenn man sich aktuelle Netz/Viren/Trojaner-Probleme der Windows-Welt ansieht) als bei Windows und mit Office-Tools wird man ja geradezu totgeworfen. Mit Spezialsoftware tut sich Virtualisierung nach wie vor schwer. Oder so schräge Dinge wie BIOS-Update des Motherboards: für sowas braucht man heutzutage Windows, uah. Sowas geht virtuell nach wie vor nicht und wird wohl auch nie gehen. Aber Spiele?

Ein Anfang ist gemacht, nämlich mit VirtualBox. Diese Software gibt es schon seit Längerem. Erdacht war sie mal von der deutschen Firma InnoTek, welche aber von Sun aufgekauft wurde. Es gibt ja diverse größere Virtualisierer (VMware, XEN, Solaris Container, OpenVZ, Virtuozzo uvw.) sowie einige kleinere: VMware Workstation, QEMU/KVM, Parallels und eben Virtualbox. Mit “kleinere” meine ich vor allem Desktop-Virtualisierer. Und siehe da, Virtualbox hat in seiner unfreien Variante die ersten Möglichkeiten von virtualisierter 3D-Grafik drin. Bei diversen Spielen reicht es noch nicht, denn DirectX ist noch nicht umgesetzt. Aber die 2D-Schiene ist relativ flüssig, man kann z.B. YouTube-Videos und sogar DVDs ohne Probleme gucken. Vorausgesetzt, man hat der VM genug RAM gegeben. Meine Begeisterung setzt sich aber noch fort, jaja! Es ist nicht nur möglich, unterschiedliche Netz-Konfigurationen zu erstellen, nein, sogar die Netzwerkkarten können unterschiedlich sein (bis zu 4 Stück), z.B. Intel e1000 statt AMD PCnet32. Und beim NAT-Modus, der die virtuelle Maschine im Netz komplett verbirgt, kann man auf verschiedene Art und Weise zugreifen. Zum einen gibt’s den Shared Folder. Hier kann man ein Verzeichnis anlegen, welches sowohl in der virtuellen Maschine (unter Windows mit \\vboxsrv\, unter Linux mit mount.vboxvfs mountbar) als auch auf dem Wirts-System sichtbar ist. Perfekt zum Dateiaustausch, ohne SSH oder FTP machen zu müssen. Die zweite Möglichkeit ist noch abgefahrener: Port-Forwarding. Man kann mittels dieser Kommandos:

VBoxManage setextradata Linux “VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/ssh/HostPort” 12345
VBoxManage setextradata Linux “VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/ssh/GuestPort” 22
VBoxManage setextradata Linux “VBoxInternal/Devices/pcnet/0/LUN#0/Config/ssh/Protocol” TCP

den port 22 der virtuellen Maschine, auf dem hoffentlich ein SSH-Daemon lauscht, an den Port 12345 des Wirts knüppern. So kommt man trotz NAT mittels ssh -p 12345 Wirtshost von außen an die virtuelle Maschine ran. Wem das zu verwegen ist, der muß leider mittels iptables den Port so begrenzen, daß nur noch localhost an die VM kommt:

iptables -A INPUT -p tcp –dport 12345 -i lo -j ACCEPT
iptables -A INPUT -p tcp –dport 12345 -j DROP

Ach ja, wenn man einen anderen Netzwerk-Treiber nutzt, dann muß natürlich das pcnet-Device umgewandelt werden:

VBoxManage setextradata Windoof “VBoxInternal/Devices/e1000/0/LUN#0/Config/ssh/HostPort” 23456
VBoxManage setextradata Windoof “VBoxInternal/Devices/e1000/0/LUN#0/Config/ssh/GuestPort” 3389
VBoxManage setextradata Windoof “VBoxInternal/Devices/e1000/0/LUN#0/Config/ssh/Protocol” TCP

Der erfahrene Leser wird bemerkt haben, daß ich in dem Beispiel nicht nur pcnet durch e1000 ersetzt habe, sondern auch den VM-Namen (Windoof statt Linux) und den Port (3389 statt 22). Ergo: das ist ein Beispiel für eine virtuelle Windows-Maschine, welche man dann von außen so administriereren kann (unter Linux jedenfalls):

rdesktop -k de wirtshost:23456

Die iptables-Regel von oben wäre dann natürlich mit diesem Port zu setzen…

Ach ja, ich hatte zwischenzeitlich Fehler gemacht, z.B. statt voreingestelltem e1000-Netz die Daten für pcnet eingestellt. Während die Maschine läuft, merkt man davon sowieso nix, denn diese Art Änderungen werden erst genutzt, wenn man die VM neu startet. Dann allerdings verweigert sie bei Fehlern ihren Dienst. Die Liste der Extra-Eintragungen findet sich dann entweder in der XML-Datei zur VM (z.B. unter ~/.VirtualBox/Machines/Windoof/Windoof.xml) oder aber man nutzt das wirklich mächtige Tool VBoxManage. Mit dem Befehl:

VBoxManage getextradata Windoof enumerate

bekommt man eine Liste der selbst verursachten Eintragungen. Löschen kann man diese dann mit obigen Aufrufen aber leeren Parametern:

VBoxManage setextradata Windoof “VBoxInterna
l/Devices/e1000/0/LUN#0/Config/ssh/HostPort”
VBoxManage setextradata Windoof “VBoxInternal/Devices/e1000/0/LUN#0/Config/ssh/GuestPort”
VBoxManage setextradata Windoof “VBoxInternal/Devices/e1000/0/LUN#0/Config/ssh/Protocol”

Aber es wird noch besser. Alle Maschinen, egal ob Linux oder Windows oder sonstwas, haben die Möglichkeit, die Konsole mittels RDP auszuwerfen, so daß man mittels rdesktop an die Maschine ran kann. Da geht ebenfalls der Video-Genuß! Doof ist, daß die sich grundsätzlich an 0.0.0.0 binden (also alle Devices) und natürlich, wenn man nicht aufpaßt, alle an Port 3389. Da das so natürlich nicht geht, kann nur eine Maschine diesen Port nutzen, es sei denn man konfiguriert es speziell in den Einstellungen der VM. Noch besser ist allerdings die Idee, die VM im Hintergrund zu starten. Mit dem Tool VBoxHeadless habe ich also die größte Flexibilität, diverse Maschinen nebeneinander laufen zu lassen, ohne daß auf dem Haupt-Rechner z.B. ein X-Server laufen muß:

VBoxHeadless -s Windoof -v on -p 3489 -a lo

Hier wird im Hintergrund die Windows-VM mit Namen Windoof gestartet und der Port 3489 auf localhost zugewiesen. Nun kann man auf dem Wirt mittels rdesktop localhost:3489 auf den Desktop der VM zugreifen. Hier tun sich ganz neue Felder auf, das dürfte virtuelle Firewalls wirklich geschmeidig machen. Interessanterweise kann VBoxHeadless die Session auch als Video aufzeichnen. Dummerweise ist mir das noch nicht gelungen. Als weiteres Manko muß man die Instabilität von Shared Folders und der RDP-Extension nennen. Bei der Nutzung dieser beiden Dinge ranzt die VM auch gerne mal mit Segmentation Fault ab (Version 2.1.2). Und natürlich als Hauptproblem: kein SMP. Also nur Nutzung einer einzelnen CPU. Wobei sich, wenn genug CPUs da sind, wohl jede VM eine andere CPU schnappt. Ach ja: es gibt auch eine quelloffene VirtualBox, vollständig unter GPL. Die läuft natürlich auch, jedoch mit weniger Features und etwas langsamer. Die “kommerzielle” dagegen gibt es wenigstens als frei downloadbares Binary, wenn auch die Bedingungen klar sind: Privateinsatz kostenfrei, Firmeneinsatz kostet. Ich tendiere zur Zeit entgegen meinen sonstigen Vorlieben definitiv zur “unfreien” Version: die war wahnsinnig schnell und die Möglichkeiten sind, gerade was die Grafik-Virtualisierung betrifft, enorm. Wenn DirectX erstmal läuft, dann kann man Windows-Spiele endlich auch unter Linux spielen, wenn auch nur im Fenster. Obwohl: gibt ja den Vollbildmodus… Super gemacht, ihr Mädels & Jungs von Virtualbox!

Darauf etwas Speis ohne Trank Speis und Trank!
(Achtung: Jetzt kommt ein Insiderwitz!)
Huch? Wo ist denn der Trank geblieben? Haben bestimmt ein paar Netzwerktechniker geklaut und ein Q vorgemacht!

Hannover rockt!

2009-01-20

Ich bin ja vor langer Zeit aus der alten Heimat verschwunden. Der grauen, verregneten, genannt: Hannover. Obwohl mich nicht nur verwandtschaftliche Brücken hin und wieder nach dort treiben. Ick halte ooch hia nich hinterm Berg und erklär den Piepels imma: Ick komm aus die Stadt mit die rainste Doitsch!

Angesichts der berlinernden Cymone ist aber leider doch ein leichter Berlin-Stich in meine Sprechweise gewandert. Aber ditt dis klaa is: nur’n janz kleener Stich, weeste?!

Wie auch immer, wir waren mal wieder in der niedersächsischen Landeshauptstadt (Harhar, die gesammelten Stichworte werden alle Hannover-Sucher auf meine Seite treiben!) und Cymone ist dann ja immer ein bißchen im Schnick-Schnack-Rausch. Kaufenkaufenkaufen! Bevor es die ganzen Sachen nicht mehr gibt! Und in Berlin gibt’s das ja überhaupt alles gar nicht, was? Naja, was soll man dort auch sonst machen, insofern ist Shopping schon ganz nett. Vor allem, wo sich in letzter Zeit wieder so viel tut. Ich hatte ja in meinem letzten Blogeintrag zu Hannover schon über die Wiederauferstehung des Stores Kicks-Fashion berichtet. Das hatte uns natürlich sehr gefreut, auch der Betreiber ist ziemlich cool, den kennen wir nun schon recht lange. Aber: wir hatten im November auch verpeilt, einen Laden anzufahren, der uns bis dahin unbekannt war: Elegant am Rand.

Natürlich mußten wir uns das dieses Mal ansehen und Cymone wußte nur noch was von der Deisterstraße und so parkte ich dort in der Nähe. Da “Schwarzer Bär” angegeben war, gingen wir also Richtung Ihme-Zentrum und fanden Dark Star, ein Club neben dem Capitol. Sah cool aus, gruftig und undergroundig. Oder wie auch immer das Adjektiv dazu heißen mag. Dort war die Werbung von Elegant am Rand im Fenster, mit Adresse. Welche sich doch auf der anderen Seite der Deisterstraße befand, die wir folglich wieder hochtraben mußten… Der Laden ist nämlich nicht so ganz am Schwarzen Bären, eher fast am Deisterplatz. Oder, um mal eine genaue Vorstellung zu geben: Da! Okok, für alle Korinthenkacker wie mich: also mittig. :) (Was für ein Ausflug in Hannovers Straßendschungel!)

Wie auch immer, Cymone kaufte ein, ich unterhielt mich mit der Verkäuferin (Claudia) und einem anderen Kunden (Sascha). Letzterer meinte noch, daß abends Party im Dark Star wäre: Tiki Night mit Billy Music. Cymone steht ja total auf Billy-Zeug und Tiki erst recht. Also gingen wir abends hin und es war wirklich gut! Nicht nur, daß der Eintritt frei war, nein, es gab auch eine Burlesque-Show, wirklich top! Die Musik war ebenfalls gut, auch wenn am DJ rumgenörgelt wurde, er würde zu “unstet” Musik machen, die Tanzfläche wäre nicht voll genug. War aber wirklich ok. Wir trafen dort Sascha wieder, der uns von seiner Band Zentrales Nervensystem und seiner 2. Combo Zerfall and the Trash-Chics erzählte. Schade, daß die an dem Wochenende nicht spielten. Ich war so angetan, das hätte ich mir durchaus angetan. :)

Vielleicht schafft es jemand, am 23. Januar ins Labor zu gehen, dort spielen nämlich Zerfall & the Trash-Chics. Ein Bericht oder sogar kurzer Mitschnitt oder Video wären nett (Höhö). Auf jeden Fall ist sowohl “Elegant am Rand” als auch “Dark Star” eine Empfehlung wert, beide Daumen hoch!

Ich klaue mal kurz ein Zitat, zumindest teilweise:

Für die folgende Aussage werde ich (zurecht?) von einem guten Freund immer massiv verbal abgestraft, aber es ist wahr:

ICH LIEBE DAS DSCHUNGELCAMP!

Eigentlich hauptsächlich wegen den beiden Moderatoren. Einzeln sind die ja immer total langweilig aber Dicky und Blondie im Team sind einfach urkomisch. So wie TV sein sollte, immer feste druff. Ich empfehle einen Film aus den 80ern: Robocop. Dort liefen im Hintergrund immer völlig hohle Shows, die aber wohl doch einen hohen Unterhaltungswert hatten. Sozusagen das Fernsehen der Zukunft. Und oft bin ich schwer enttäuscht. Science Fiction hat uns über die Jahrzehnte so viel versprochen: 1000-Meter hohe Hausschluchten, fliegende Autos, Beamen und eben auch unterhaltsames TV wie bei Robocop. Und siehe da, der “Mafiasender” (O-Ton Spiegel-Online) schafft es mit einem TV-Format tatsächlich, daß das Fernsehen der Zukunft stattfindet: auch wenn es nur Möchtegern-Stars sind, so finde ich die massive Respektlosigkeit gegenüber diesen Figuren wirklich erheiternd. Und vor allem ist es ja meistens nicht nur übelster Sarkasmus, sondern schlicht DIE WAHRHEIT! Generell gehen mir die Insassen dort am Arsch vorbei, aber wenn sich da nix tut, dann gehen dem kleinen Schlechtgekleideten und der blonden Fiesen irgendwann die Sprüche aus?

Ich mußte mich also kümmern. Schon bei der ersten Prüfung von Lorielle tönte Mr. Bond: “Wenn die das packt, schaffe ich das auch.” Da dachte ich noch: “Hey, ein arroganter Fatzke ist doch das beste Dynamit, das man in Beziehungsfragen finden kann.” Klar ist die Siegel mit ihrer Lügerei (allerdings sehr deterministisch, wohl eine entfernte Verwandte von Mr. Bush: kaum sagt sie etwas, ist es schon gelogen) und Nikotinsucht auch eine gute Kandidatin, aber die hat in der Prüfung leider nicht so gut versagt. Wichtig ist ja, den Druck zu erhöhen, also: wenig Essen! Deshalb stimme ich hin und wieder für Herrn Bond in der Hoffnung, er sei der beste Versager. Und tatsächlich, er vermasselte seine erste Prüfung und es kam besser als in meinen kühnsten Träumen: Er brüstete sich damit! Yippee! Welch eine Steilvorlage für Bachi und Zieti! Was lag da also näher, als das “Erfolgsrezept” weiter auszubauen? Cymone meinte ja sowieso, ich sei der einzige Depp, der dort anruft. Vielleicht hat sie Recht, ich habe 2 mal für’s Peterle gestimmt und zack, schon isser’s wieder geworden. Und die Gesichter der anderen Loser erstmal: Großer Ärger baute sich auf! Herrlich! Das wird ein Spaß!

Eigentlich fand ich ja auch blöd, daß man einige Hirnis nicht wählen darf wegen irgendwelcher Wehwehchen. Mittlerweile finde ich das aber ok, weil so sichergestellt wird, daß ein Versager die Prüfung machen muß. Nicht, daß noch Oma Tod ranmuß. Die könnte es zwar auch vermasseln, weil sie mitten in der Prüfung die Kakerlaken verliert/vergißt und suchen muß, aber in letzter Instanz pustet sie das Viechzeug nachher aus der Hüfte weg und sagt dann lapidar: war alles im Affekt! Das gibt dann noch Trost- oder Angst-Sterne (“Ich habe noch 3 Kugeln, her mit den Sternen!”). Wäre echt doof, trotz guter Show.

Also gut, ein bißchen Lecker: scharfe Saucen Würze haben sogar die Kandidaten. Manche jedenfalls. Nicht viele… Nichtsdestotrotz blüht während dieser Sendung mein Fantum bezüglich dem Kleinen und der Bösen so sehr auf, daß ich mir glatt ein Poster hinhängen würde! Und danach gehe auch ich brechen! Bruhahaha!

Zuerstmal ein nettes Hallo im neuen Jahr! Ich habe zwar pünktlich zum Jahresanfang eine fette Erkältung abgegriffen, aber eigentlich hätte es auch schlimmer kommen können. Während unserer Silvester-Party im schönen Nueva-Colonia Wohnung zu Silvester ausgebrannt brannte es nur 2 Häuser weiter. Am nächsten Tag erfuhren wir mehr. Eine Rakete war wohl in die Markise des Balkons im 2. Stock geflogen. Das sind die Trümmerreste, welche mal aus Holz bestanden, also die schwarzen Dinger unten. Aber Informationsanhäufung setzt sich fort. Auf Brand zu Silvester diesem Bild sieht man, daß es a) Beton-Balkons sind und b) der ausgebrannte nur noch Stahlstreben nach außen als äußere Erscheinung hat. Da fragt man sich schon: was kann auf einem Balkon so heiß werden, daß der Beton wegbröselt? Des Rätsels Lösung war wohl eine Gasflasche, die dort munter auszischte, während die verirrte Rakete meinte, einheizen zu müssen.

All das sind nur Gerüchte, wir haben das aus 3. Hand, da könnte natürlich ein bißchen Information durch stille Post verloren gegangen sein. Zu erwähnen wäre aber auch, daß die uns mitgeteilte Originalauskunft-Dame im selben Haus wohnt und zwar im 4. Stock, also nur 2 Stockwerke über dem Brandherd. Sie wurde vom Hausmeister rausgeklingelt (wie auch der Rest des Hauses) und durfte dann in der Kneipe gegenüber zusehen, wie die Flammen in Richtung Himmel loderten. Die Feuerwehr brauchte knapp 30 Minuten, bis sie da war. Die Aktion war wie immer: alles brennbare von innen rausgeworfen und Unmengen Löschwasser rein (jedenfalls war draußen der Bürgersteig vom gefrorenen Löschwasser total vereist). Der da drunter hat bestimmt ein Problem, interessanterweise ist aber wohl nur die eine Wohnung ausgebrannt, auch die uns bekannte Informantin durfte nach einer Schadstoff-Messung wieder zurück in ihre Hütte. Nach Ruß stank es wohl aber trotzdem. Ich wette, daß da bestimmt noch mal ein Statiker ran muß, bei so heißem Gebrenne. Da ist man richtig froh, wenn man nach Hause kommt und die eigene Hütte steht ruhig im Wind. Man muß sich nur mal vorstellen: man kommt völlig dicht am Neujahrsmorgen nach Hause, will eigentlich nur ins Bett und dann gibt es besagtes Bett gar nicht mehr. Und nu? Übelst!

Aber wollen wir auch mal von positiven Dingen berichten. Heute abend lief ja das Auslandsjournal und die Sendung ist mal besser, mal öder. Heute war sie ausgesprochen gut, selbst der Gaza-Teil war interessant. Sonst ist das mit der Kriegsberichtserstattung ja weniger konstruktiv. Aber die eigentlichen Highlights waren andere. Zuerst berichteten sie über die Möglichkeit, wie man mit einer einfachen Druckluft-Turbine aus Wellen Strom machen kann. Und nicht gerade wenig! Das war wirklich interessant! Jedes Mal, wenn ich mal auf den Felsen der Kanaren-Küsten stand und unter mir die riesigen Wellen gegen die Steine matschen sah, dachte ich immer: was für eine Energieverschwendung, was könnte man da alles rausziehen, wenn man nur wüßte wie! Und siehe da, es gibt eine einfache Lösung, mit der man weltweit 50% des benötigten Stroms erzeugen könnte. Die ursprünglichen Prototypen dieser Luft-Turbinen (Meerwasser strömt in einen Kanal, drückt die Luft nach oben raus, Turbine dreht sich, beim Zurückströmen saugt es Luft an, Turbine dreht sich) stehen in Schottland zur Zeit. Interessanterweise ist auch ein deutscher Konzern mit dabei (die mit den Geldkoffern, hinthint). Was ich mich da immer frage: haben wir keine eigene Küste, wo wir unsere Technik testen können? Müssen wir da mit viel Geld und Aufwand Turbinen durch die Gegend karren? Naja, trotzdem sehr vielversprechendes Modell. Schön war, daß man den Turbinengang wohl nicht betreten kann, wenn das Ding ordentlich läuft, man würde wohl durch den hohen Druck durch die Turbine ins Meer gezerrt. Heftig. Mir ist leider die Watt-Zahl entgangen, aber vielleicht guckt das ja jemand als Aufzeichnung und steckt es mir.

Eine weitere Energieverschwendung, die ich seit Ewigkeiten sehe, sind Autisten. Also nicht diese Leute sind die Energieverschwendung, sondern ich fand es immer merkwürdig, daß man diese Talente nicht wirtschaftlich einsetzt. Ich meine, da sind Leute, die können durch 5 Sekunden in die Landschaft starren, diese haargenau in einer Zeichnung wiedergeben. Oder perfekt Lieder abdudeln. Irgendwie kommen mir diese Leute häufig vor wie menschliche Computer. Und unintelligent sind sie meistens auch nicht, sie haben halt nur sehr seltsame menschliche Macken, dafür sind sie Perfektionisten auf einem speziellen Gebiet. Wenn man’s genau nimmt, dann könnte man das auch auf gut 50% der Teilnehmer des letzten Chaos Communication Congresses anwenden. Die sind auch größtenteils überdurschnittlich intelligent dort und bestimmt viele von ihnen Experten auf ihrem Gebiet. Und menschlich, naja, vielleicht auch ein bißchen autistisch. *lach* Jedenfalls hat sich nun in Dänemark eine Firma gefunden, die Autisten einstellt. Vorgestellt hatten sie eine Autistin, die über Kabel-Wege herrscht. Damit beim Buddeln nix zerstört wird. Sie hat ständig die beste Übersicht, verliert nie die Konzentration, im Grunde wie ein Computer. Nur mit dem feinen Unterschied, daß ein Computer kein vernünftiges Sprach-Interface hat. Klar, mit einem 100%-Autisten wäre arbeiten wohl nicht möglich, aber sobald Kommunikation möglich ist, müßten Jobs wie diese eine echte Erfüllung sein und für den Arbeitgeber hochprofitabel! In Dänemark hatten sie sogar einen psychologischen Betreuer mit eingestellt, damit die Dame, falls sie sich dochmal aus der Realität ausklinkt, schnell zu ihrer Tätigkeit zurückgeführt werden kann. Fand ich nicht schlecht, gegenseitiges Geben und Nehmen.

Der letzte Beitrag dort war über Neuseeland. Die Kids in Christchurch haben Langeweile und fahren deshalb mit dem Auto quer durch die Gegend. Am Wochenende von 22:30 bis 5 Uhr morgens. Das ist wohl billiger, als im Pub abhängen. Und so kann man sich Rennen mit anderen oder der Polizei liefern. Für 20$ durch die Nacht, denn die Kiste Bier fährt natürlich auch mit. Ach ja: Auto-Versicherung zahlt hier übrigens der Staat. Aber das wäre den Kids eh egal. Wenn sie zu schnell fahren, werden sie geschnappt und kriegen Geldstrafen. Die zahlen sie aber nie. Ein Mädel meinte, sie ackert das in Sozialstunden ab. Eine andere erzählte was von 28000$ Ticket-Schulden, der Typ, der neben ihr saß hatte 30 Riesen Schulden. Die Autos sind auch meist auf Pump gekauft, wirklich wegnehmen kann man ihnen nix. Obwohl ein aktuelles Gesetz jetzt zumindest besagt, daß die Autos für einen Monat beschlagnahmt werden können. Tja, man kann wohl kaum seine gesamte Jugend in den Knast werfen, nur weil sie Blödsinn macht. Der schönste Spruch war: “Hey, bringt ihr das auf YouTube?” Tja, früher hätte man sich gefreut, ins TV zu kommen, heute z
4;hlt nur noch YouTube, da sieht’s die ganze Welt und nicht nur so’n popeliger, deutscher Provinzsender. Verrückt. Aber Neuseeland ist ja sowieso irgendwie anders

Diesmal habe ich morgens definitiv nix verpaßt. Außer vielleicht… mir einen Sitz in Saal 1 zu organisieren, denn: man wurde nicht mehr reingelassen! Voll, voller, am vollsten! Wer rausging, hatte verkackt, denn die Ordner ließen ihn nicht mehr rein. Das nenne ich mal “Volle-Blase-Hacking”…

Im Laufe des Tages steigerte sich das zu einem allseits ausgebreiteten “Mini-Public-Viewing”: Leute stellten ihre Laptops in die Mitte und streamten die Videos der Veranstaltungen. Dann saß man zu mehrt davor und konsumierte den Vortrag so. Dutzende vn Laptop-Inseln. Dafür waren die allseits anzutreffenden EEE-PCs und Netbooks doch etwas zu winzig.

Was natürlich fehlt, ist sowas wie “Fragen stellen per Chat”, es gibt natürlich Chats pro Saal, aber wer hätte die Fragen weitergereicht an den Vortragenden? Das habe ich jedenfalls nie erlebt.

Aber nun zu den Talks. Ich fing an mit dem Wikileaks-Vortrag. Hier wurde nicht nur gesagt, daß die Standard-Medien sich nach wie vor konzentrieren auf wenige Konzerne und selbst das werden immer weniger. Das ist schlecht, aber wer denkt, Blogs könnten hier einsetzen, sieht sich getäuscht. Denn auch Blogs zitieren oft nur aus den Standard-Medien, ich kann mich da selbst ebenfalls nicht ausnehmen, da haben sie völlig Recht. Andererseits gibt es auch in den großen Medien Nachrichten, die es nicht in den Vordergrund schaffen und ein bißchen News-Aggregation, was sinnvoll ist und was nicht, ist ja auch nicht schlecht. Insofern dürften Blogs durchaus ein Thema generieren, welches vorher vielleicht nach kurzer Meldung verstorben wäre. Aber der Tenor stimmt schon: es wird zu wenig aus dem Nähkästchen geplaudert.

Gut war auf jeden Fall, daß ihnen noch nie eine Quelle weggebrochen ist, es gab auch keinerlei Verfahren gegen ihre Quellen. Wie man ihnen helfen kann? Mehr Tor-Relays! :)

Danach war eigentlich Themen-Flaute. Irgendwie waren einige Vorträge nicht so dolle, wie ich mir das gewünscht hätte, aber wahrscheinlich bin ich nur etwas nörgelig zur Zeit (2008 war Scheiße, gut, da es bald rum ist…). Ich guckte bei Pflanzenhacking rein. Der Typ erzählte grundsätzlich eigentlich über Cannabis-Anbau-Optimierung, was mir persönlich egal ist, weil ich nicht kiffe. Nichtsdestotrotz hatte er ein paar Anregungen, was Lampen und Pflanzenanbau betrifft. Neonröhren haben einen miesen Output an Wirkungsgrad. Komisch, das sind doch auch Energiesparlampen, wieso sind die dann bei wenig Watt noch so hell? Vor allem: wie schlecht sind dann die normalen Glühlampen in ihrem Wirkungsgrad? 100 Watt und alles als Wärme abgestrahlt? Naja, beim Pflanzenthema wurde ich aufmerksam als er davon sprach, Erde zu vermeiden. Ich habe mich oft an Paprika versucht. Chili geht ja noch, aber Paprika wird einem manchmal von Spinnmilben plattgemacht. Mr. Asmuth meinte, daß die meisten Schädlinge aus der Erde kommen, weswegen man es so machen sollte: Aufzucht mittels Steinwolle, dann Blähton, den wiederum mit Nährstoffen füttern. Ich werd’s mal nächstes Frühjar austesten, ob ich dadurch ohne Spinnmilben auskomme. Wobei: zur Zeit habe ich Palmen, mit normaler Erde und kein Viechzeug. Vielleicht mögen die Palmen aber auch nicht? Egal.

Nun folgte Security Nightmares 2009, was erstmal mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr losging. E-Government scheint immer mehr in Richtung “Alles ist offen für alle” zu entwickeln und je mehr Daten geleakt werden, desto höher ist die E-Government-Implementation des Staates. Das Vereinigte Königreich liegt nach unkten klar vorne…

Lustig: Mittlerweile wurden Bilderrahmen mit UMTS-Schnittstelle entdeckt. Weia. Dann gibt es immer mehr Geräte, die “owned” ab Fabrik sind, die also “nach Hause telefonieren” und Daten übertragen. Es scheint unklar, ob das gewollt von eigen Firmen ist, oder ob in diesen Firmen Leute arbeiten, die ein Zusatzgeschäft betreiben. Ich denke mal, beides ist möglich…

Dann kam Statistik: 2007 gab es 5x mehr Viren als 2006. Ebenso sind “Datenverbrechen” zur Zeit Alltag: 137 Mio. US-Bürger hat es 2008 erwischt, das sind ca. 6x mehr als im Jahr davor. Ich denke, die Steigerung ist schwierig bezubehalten, da müßte man erstmal mehr “Leute machen”…

Dann ist WPA2 immer noch nicht auf allen Heim-Routern zu Hause, was dazu führt, daß es mittlerweile Botnetze von Heimroutern gibt. Es wurde sogar ein Trojaner gesichtet.

Für 2009 wird es wohl GSM an den Kragen gehen, in einer Veranstaltung (die ich leider nicht gesehen hatte) wurde gezeigt, wie man es von vorn bis hinten auseinandernehmen kann. Unschön. Vor allem ging es so weit, daß man auch eine Art “SMS of Silence” an Nokia-Phones senden kann und schon nimmt es nie wieder SMSen entgegen. Bis zum Factory-Reset. Argl. Lösungen sind auf dem Weg, aber wie immer gehen Lösungen ja den langsamen Weg, da kann man ja nix dran verdienen.

Schön fand ich noch den Spruch: 2009 müssen URLs mindestens in Australien geblockt werden, um noch für den Schulhof interessant genug zu sein. Hihihi. Jedenfalls: diesen Stream kann ich nur wärstens empfehlen! Man weiß, worauf man sich einrichten muß in der Zukunft. Wird allerdings schwierig werden…

Die Abschlußveranstaltung war wie gehabt voll mit Statistik:

4230 Besucher (wer’s glaubt…), 825 DECT-Phones connected, 900 WLANs, 5000 IPs connected, 800 Cocktails (Whut?), Und die Streams kamen auf einen Peak von 2700 Zuschauern Maximum. Natürlich wurde die miese Raum-Situation erwähnt, wir werden sehen, was nächstes Jahr nun wirklich passiert. Nochmal im Klartext: ES IST ZU VOLL!

Der FoeBud hat wohl gut Kohle eingenommen, was in viele Projekte gesteckt wird, das ist sicherlich eine der besten Botschaften des 25C3. Es gab wohl auch ein VPN-Projekt, damit Außen-IPs sich eine interne IP beschaffen konnten. Und selbst der Core-Router war die ganze Zeit Up and Running! Die Monochrome-Performance ist noch erwähnenswert und das war’s auch schon fast.

Meine eigene Statistik:

Der Laptop hatte eine Dauerload von 8-10, war aber gut benutzbar. 1000 Connections liefen konstant, Spitze bei 2500 Connections, ca. 6 MB/s down und 4 MB/s up im Schnitt. Peaks bei 25 MB/s down und 8 MB/s up, da kam er aber schon etwas ins Schwitzen, da brach dann der Video-Stream zusammen. Hätte ich meinen EEE-PC mitgenommen, wäre ich viel früher im Aus gewesen. So geht noch was. Wichtig: eigenen Gigabit-Switch mitnehmen! Denn die meisten Switche dort lieferten nur 10/100. Aber hatte ich ja mit, insofern ging das ganz gut. :)

Ich habe ein paar Bilder gemacht, aber wann ich die Online packe, weiß ich noch nicht. Nun reicht’s erstmal…

Da ich gestern erst recht spät nach Hause kam, gewissermaßen erst am Morgen (*hüstel* Cymone stand auf, um zur Arbeit zu kommen, als ich gerade eintraf…), hatte ich heute durchaus ein paar Verpaß-Probleme. Wobei man vorher noch erwähnen sollte, daß gestern Schilder draußen dran hingen, die aussagten, daß der Congress komplett ausverkauft ist. Ohwei, das bedeutet auf lange Sicht, daß der CCC sich ein anderes Gebäude wird suchen müssen, denn das BCC ist mittlerweile zu klein geworden. Schade, denn rund um den Alexanderplatz ist eigentlich alles, was man braucht: Eine Vielfalt in speiserischer Hinsicht, Elektromärkte für Hacker-Notfälle, nicht weit von der C-Base und zentral ist es auch noch. Mit dem Andrang an Menschenmassen ist das BCC aber nicht zu halten. Hoffentlich finden sie was Größeres in der Gegend. Ich habe auch schon den Vorschlag vernommen, einfach ein weiteres Gebäude zusätzlich anzumieten. Das könnte aber teurer sein als ein leicht größeres. Und man sollte nicht vergessen: der BCC-Betreiber kennt sich mittlerweile mit der CCC-Kundschaft aus, die sind nach so viel Jahren relativ entspannt. Das dürfte bei einem anderen Anbieter erstmal deutlich unentspannter zugehen.

Aber gut, das sind nur meine Gedanken dazu. Kommen wir zum heutigen Tag, den ich anfing mit einem Vortrag zum Thema C64. Ja, man glaubt es kaum, das Ding ist nicht totzukriegen und da es das mittlerweile auch voll emuliert gibt, hat die Brotkiste also tatsächlich Zukunft! Der Sprecher zeigte jedenfalls die Spezifika der C64-Innereien in heftigster Tiefe auf: Sprites, Badlines, die Tricks, wie man aus den 16 Farben mehr macht (Interlacing!) oder auch, wie man Grafik-Inhalte schnell verschiebt, ohne Daten hin und herzukopieren. Wer einmal Spiele wie Arkanoid auf so einem Ding gespielt hat und zu einem Level kommt, bei dem man 3 Bälle hat, 3 Daemons rumzauseln, man einen beweglichen Schläger hat, der noch dazu Schüsse abgeben kann, wird merken, daß nach heutigen Maßstäben 1 MHz dafür ganz schön knapp sind. Mr. Steil dagegen zeigte anhand von Spielen, wie die Tricks angewandt wurden, sehr beeindruckend! Noch dazu zeigte er Strukturen von RAM/ROM, die einzelnen Chips uvw. Zwischenzeitlich rutschte er sogar auf Assembler-Ebene. Und was soll ich sagen: C64-Assembler kann sogar ich im Schlaf mitbeten. :)

Danach widmete ich mich einem Vortrag zum Thema Tor-Vulnerabilities. Roger Dingledine, der Vater aller Tore gewissermaßen zählte Probleme der Tor-Nutzung auf und wie sie sie angingen. Eine der schönsten Aussagen war: Tor ist das einzige Projekt, welches sowohl vom DOD, dem amerikanischen Verteidigungsministerium als auch der EFF, der amerikanischen Electro-Bürgerrechtsbewegung finanziell gesponsort wird. Das ist schon recht beachtlich!

Er zeigte Probleme bezüglich Exit-Nodes auf, vor allem war es wohl passiert, daß jemand im Westen von Chinesen angegriffen wurde, weil seine Anfrage auf einem chinesischen Exit-Node rauskam. Also via Web-Antwort angegriffen, denn Finden konnten sie ihn natürlich nicht. Dann gab es eine Häufung von Relays pro IP in der Gegend rund um Washington. Das machte einige Leute nervös und so durfte jede IP nur noch 2 Relays betreiben. Damit könnte man auch die blöde Idee, sich als Client bei allen Relays anzumelden und vielleicht das Tor-Netz zu trashen, ein bißchen zurückdrängen. Viele Probleme, die Tor-Surfen angelastet werden, sind im Grunde gar keine. Wenn jemand einen Tor-Switcher benutzt und sich dann wundert, daß ein laufendes Javascript durch Reload seine IP nach Beendigung des Tor-Clients doch auf die Seite sendet, die man gerade eben über Tor angesehen hat, ist er eigentlich selbst schuld. Es gibt auch Applikationen, die Proxy-Einstellungen ignorieren. Diese Probleme waren unter Linux und anderen Systemen einfach lösbar, unter Windows dagegen die übliche Katastrophe: keine einfache Lösung mögich. Die Empfehlung war: Linux in einer virtuellen QEMU-Maschine betreiben und darüber Tor-Stuff zu fahren. Hatte auch noch den interessanten Vorteil, daß Tor in QEMU-Linux schneller läuft als auf Windows native. Jaja, so kennen wir das. Insgesamt blockt nichtmal China Tor-Verkehr, dafür hat das Netz wohl mittlerweile zu viele Teilnehmer. Wobei die Hauptseite des Projekts durchaus von vielen Staaten geblockt wird. Es gab noch den Versuch einer “Endlos-Hop-Attacke”, damit man die kompletten Netz-Struturen herausbekommt. Aber auch diese Attacke konnte durch die Einstellung “maximal 8 Hops pro IP” etwas gemildert werden. Es bleibt jetzt nur noch, Tor in Tor zu kapseln, das dürfte bei einem Netz von 30000 Leuten zu langsam sein. Überhaupt: ich hatte es auf dem Congress ausgetestet, es ist schweinelahm wie immer. Ach ja: früher war Hop/Relay-Wechsel beim Client nach 30 Sekunden Pflicht, nun sind es 10 Minuten, das zerrt wohl sonst zu stark an CPU und Load. Das Fazit war klar: Logging wird es nie geben und Tor bleibt trotz bestehender Probleme die beste Anonymisierungslösung.

Auf den Tor-Vortrag folgte passenderweise ein Vortrag über Onioncat. Onioncat soll mal ein Dienst werden, der die bisherigen, schnarchlahmen .onion-Dienste ersetzen könnte. Es bsiert auf socat, dem netcat für socks4a (klar, tor ist letztlich ein Socks-Proxy) und dem TUN/TAP-Framework, welches ja auch für OpenVPN verwendet wird. Das hat den schönen Vorteil, daß man nun innerhalb des Netzes keine verschrobenen Hash-Werte, wie sie das Onion-Netz hinter Tor auszeichnet, nutzen muß. Sie nehmen nun IPv6, wobei ich denke, daß die Zahlen zwar etwas kürzer werden, aber trotzdem nicht viel merkbarer… Natürlich hat ein System wieder massive, teilweise nicht lösbare Probleme: Windows, klar. Die beiden Macher waren zwar zuversichtlich, daß sie das in den Griff bekommen werden, obwohl unter Windows einfach zu viel fehlt. Ich selbst habe schon viele Projekte in der Art hungern und sterben gesehen, wollen wir hoffen, daß dieses Projekt es schafft. Zur Zeit ist das Ziel noch nicht erreicht: es ist alles schnarchlahm.

Um der Windows-Schelte noch einen draufzupacken, tat ich mir Office-Document-Hacking an. Ein Microsoft-Mann zeigte die Probleme von Office-Verwundbarkeiten auf. Gleichzeitig lief auch Lightning Talks, das war aber diesmal recht unspannend, weshalb ich mich immer mehr dem Office-Mann zuwandte. Er verwies darauf, daß Office-Dokumente durch ihren regen Austausch beliebte Angriffsobjekte seien und deshalb Angriffe mit DOC & Co. stark zunehmen. Es ist wohl auch schwer die Angriffe ordentlich zu analysieren, denn es fehlen jegliche Tols dafür, mit sowas hatte einfach niemand gerechnet. Er verwies dann auf Python-Tools (!), um die Probleme zu analysieren. OpenSource rettet M$ in letzter Zeit immer öfter den Hintern. Insgesamt muß man den Mann aber loben, er zeigte diverse Interna der Binary-Formate von Word- und Powerpoint-Formaten und ging dabei richtig in die Tiefe: OLE-Container und COM-API! Ohne OLE-Streams auseinandernehmen zu können, war eh alles Mist, denn innerhalb dieser Formate kann alles fragmentiert durcheinander wild rumliegen, man muß also exakt Pointerketten folgen. Kennt man ja: wenn im gerade versandten Dokument noch die &#x

00C4;nderungen von davor gefunden wurden…

Als Demo machte er in seinem Windows eine virtuelle Windows-Maschine auf, in der er dann zeigte, daß das bloße Öffnen eines Dokuments gleich den Calculator mit hochzog. Naja, ganz lustig, aber eigentlich kein Brüller. Und für sowas “Gefährliches” eine VM? Jedenfalls folgte nun der Marketing-Teil, den ich bis dahin vermißt hatte: man solle doch immer die neuesten Updates einspielen, gerade bei Office2003 sei SP3 doch umsonst, blablabla. Und natürlich ist es am Besten, wenn man gleich Office2007 nimmt. Interessanterweise meinte er, man solle am besten auch ältere Dokumente mit dem ebenfalls freien Tool Moice nach XML konvertieren, hier sind die Exploits einfacher trackbar und behebbar oder sogar zu verhindern. Auch Microsoft veröffentlicht nun die Spezifikationen seiner Formate, hui! Allerdings ändern sich diese “Standards” monatlich. Super, so bekommt das Wort Standard doch gleich einen ganz anderen Klang… Da er das Ganze wirklich außerordentlich akkurat darstellte, verweise ich mal auf sein Blog. Ich denke, auch wenn er für das Reich des Bösen arbeitet: ich hörte ein leichtes Umdenken heraus. Vielleicht ist er nur ein Einzelfall, aber schön wäre es ja, wenn Microsoft sich wirklich mal öffnen würde.

Ach ja, kleine Anekdote: er beendete seine Vortragsfolie mit 0×31. Klasse, was?

Und da wir gerade bei Windows-Themen sind, muß ich noch ‘ne Runde bashen. Bei Lightning Talks waren wirklich nur seltsame Typen oder Leute, die für “ihre Gruppe” noch Mitstreiter suchten. Insgesamt also mehr eine Werbe-Veranstaltung, quasi Marketing. Da wundert es nicht, daß die Masse der Vortragenden Windows-Laptops nutzte… Im Grunde stach nur ein lustiger Luxemburger positiv hervor, der aber eher wie ein Engländer klang.

Tja, es ging alles auf den Haupt-Event zu, dem Hacker-Jeopardy, aber vorher sah ich mir noch den Film über Herrn Weizenbaum an: Rebel at Work. Er ist ja nun leider schon tot, aber seine Worte wahren wirklich gut gewählt. Er hatte einige Schoten rausgehauen, aber die härteste war die, daß er im Grunde seine ganze Karriere Josef Stalin verdankt. Denn der kalte Krieg forderte auch eine Aufrüstung in Computer-Technologie, um fremde Kräfte, Raketen, Codes usw. schnell aufzuspüren. Der Film wurde angereichert mit kleinen Filmchen aus den 50ern und 60ern, darunter auch die “Duck-and-Cover”-Schote. Naja, schade, daß der Mann tot ist, er war ein guter Streiter.

Zum Hacker-Jeopardy sage ich mal nix, denn das kann man sich ja bestimmt alles per Video ansehen. Pervers, daß die Teilnehmer den Pacman-Startsound nicht erkannten! Ich bin erbost! Aber ansonsten spßig wie immer.

Was war noch erwähnenswert? Da es so voll ist und man sich kaum traut, seinen Platz zu verlassen, ist auch Essen eher in homöopathischen Mengen drin, ich nehme hier ab wie blöde. Nur ein Hot Dog, ein Salat und 2 Mars-Riegel waren heute drin. Gestern nur ein Schokoriegel. Sonst nix. Klar, Cola und Kaffee. Aber das ist ja nicht wirklich magenfüllend. Vielleicht verdient noch die schöne Beschilderung eine Erwähnung: “Exit Only. Entry around the corner. Full-Duplex-Mode!” Habe keine Fotos gemacht, muß auch mal ohne gehen. Doch, eins! Über herumliegende Kabel in Saal 1. Darüber regen sich die Ordner auf: Stolperfallen! Schließlich gehen die Dinger von der Wand in die Mitte zu den Sitzen. Ich selbst saß diesmal den halben Tag auch an der Wand neben einem Bremer und seinem Kumpel, wir hatten ganz gut Spaß, aber weggegangen sind die genausowenig wie ich. :)

Tja, nach einem Samstag abend in der Factory kriege ich meinen Arsch natürlich nicht früh genug hoch, um die wichtigen Dinge mitzubekommen. Wäre aber sowieso schwierig geworden, weil die beiden Veranstaltungen Rückblick und Lightning Talks gleichzeitig gewesen wären. Echt blöd, wie kann man so wichtige Dinge so früh am Morgen ansetzen? Bin ich hier der einzige Nachtschwärmer?

Naja, einen Teil hatte ich ja noch via Stream gesehen, dabei kam die unschöne Information rum, daß im Bundestag so gut wie alle Abgeordneten, die dem CCC gewogen waren, demnächst rausfliegen werden. Da wird Lobbyarbeit für eine gute Sache eher schwieriger werden.

Von den Vorträgen erwähnenswert war zuerst al der vom Blinkenlights-Team. Tim Pritlove stellte in seinem Vortrag ein Projekt vor, welches das Team in Toronto an einem Doppeltower (das Rathaus?) durchführten. Deshalb auch der Name Streoscope. Es war ganz witzig, sowas international mal durchzuziehen. Und das Projekt entwickelt sich weiter. Man ist nun von Kabeln zur Wireless-Anbindung der Lampen gekommen, was wohl viel Schmerzen am Anfang gemacht hatte. Gekostet hat der Event wohl 300000 Euro, wobei die Rückreise wohl deutlich teurer ausgefallen war als die Hinrichtung (haha). So viel Lampen wollen erstmal transportiert werden.

Die Vorträge über Smartphones und TCP-DOS-Attacken fand ich nun weniger spannend, gab aber angesichts der Fülle meinen Platz in Saal 1 nicht auf. Man sollte nicht unerwähnt lassen, daß die Mehrtages-Bänder alle sind und selbst die Tages-Karten knapp werden. Es ist schweinemäßig voll hier, kaum zum Aushalten. Die müssen echt bald in eine größere Location umziehen.

Als Nächstes sprach jemand von awgh.org und stellte ein seltsames Durcheinander von Themen vor. Er hatte sich an einem Mailinator-Hack versucht, an BIOS-Rootkits (echt böse!) und an Injection Scripts für Adobes Flex-Flash-Umgebung. Alles recht spannend, aber irgendwie auch ein bißchen wirr. Schlimm fand ich eine Art Javascript-Plugin von Mozilla, mit dem sich GCC integrieren läßt. Falls ich das richtig verstanden habe. Ich lauschte ja noch nebenbei per Stream einem anderen Vortrag. Trotzdem schien mir dieses “Hydra”-Mozilla-Teil irgendwie krank. Dann erzählte er was von einem automatischen WEP-Cracker und daß so etwas auf der richtigen Hardware nur 2,5 Minuten brauchen würde. Mag ja alles sein, trotzdem war der Vortrag etwas unstrukturiert. Mnchmal würde ich solchen Leuten gerne ein “Bezug, Bezug!” entgegenschreien, er war aber eh Ami und hätte mich nicht verstanden.

Gleichzeitig lief noch die Veranstaltung Algorithm Music in a Box. Das war nicht schlecht, der Typ stellte seine Midi-Programmierung vor. Ok, auch ich weiß, daß das Midi-Protokoll beidseitig verwendbar ist. Trotzdem nutzt man es meistens in Richtung Computer, wenn man Geräte anschließt. Er tat das Gegenteil, er programmierte die Geräte mit dem Computer. Noch dazu verbnd er das mit einem Algorithmus, der alle westlichen und afrikanischen Drumsequenzen automatisch errechnen kann (!!!). Das führte er dann vor und ich war schwer beeindruckt!

Das Thema Banking Malware ließ ich fallen, das klang irgendwie unlustig. Rapid Prototyping of your Life fand ich da schon lustiger. Der Vortragendende wollte zeigen, welche Geräte es mittlerweile gibt und wie man durch sie und einer digitalen Vorlage echte Gegenstände ausdrucken, schnitzen o.ä. kann. Er versuchte sich auch an einem Beispiel per inkscape, wurde aber bei der Umstellung auf Inch ausgebuht (*lach*). In Filmbeiträgen zeigte er ber sehr unterhaltsam, was so alles möglich ist: Laserbrennen per Computer, Drilling, Eier-Bemalmaschinen, Cutting Plotters, 3D-Printer usw. Alles in Allem hatte er Recht: man kann mittlerweile so vieles selber machen oder für wenig Ged bei diversen Firmen machen lassen. Danach könnte man diese Kunstwerke glatt verkaufen, hier tun sich neue Privatmärkte auf: keinerlei gleiches Design. Quasi auf lange Sicht das Ende der IKEA-Ästhetik.

Nun war ich im Kampf zwischen 2 Veranstaltungen gefangen, die beide hochinteressant zu sein schienen. Zum einen war es Porno-Storage und die Datenverwaltung und zum anderen Hacking die WII-Console. Ersteres ist für mich als Mann ja ein Muß, schließlich kommt das Reizwort Porno drin vor. Naürlich ist das eher Marketing, vor allem, wenn eine Soziologin den Vortrag hält. Trotzdem versprach das Thema lustig zu werden. Ich fand den Spaßfaktor trotzdem etwas gering, obwohl sie ein paar interessante Informationen bekannt gab. Es gibt Leute, die stellen z.B. keine eigenen Bilder bei Flickr ein, sondern klauben sich nur Favoriten zusammen. Und zwar thematisch. Das heißt, die holen sich mehrere Free-Accounts und in den einen kommen halt nur Favoriten mit großen Hupen und in den nächsten Account breite Hüften (um mal nicht das auf dieser Seite geläufige Reizwort zu nennen :)) und in den nächsten wieder was anderes. So haben sie eine Sortierung ihrer Vorlieben. Wäre ich nicht drauf gekommen, gleich mal ausprob… äh, nee, natürlich nicht. :)

Sie führte dann ein paar Bildchen auf und kam am Schluß zu einem Fuckbot mit eingebauter Beleuchtung und Kamera. Gab zwar ein großes Helau, aber abendfüllend fand ich das nun auch nicht. Sie verwies jedenfalls auf den einzigen Teil des Geräts, der überhaupt mit Sex zu tun hatte und ich fand es sprachlich sehr schön: “The dildo is the only interface to the receiver” Bruhaha! Noch nerdiger hätte man es nicht ausdrücken können. Im Anschluß kamen die üblichen Fragen: Warum braucht man überhaupt eine Sortierung der Pornographie, ist das nötig usw. Als einziges Argument blieb Zeitmanagement übrig: ein Fragesteller wollte verbessertes Time-Management, weil er mindestens 30 Minuten mit Suchen und “noch was anderem” verbraten würde. Zeit, die er auch besser mit seiner Frau und seinem Kind verbringen könnte, die Zeitverschwendung müsse aufhören. Er hat Recht, da gibt es bestimmt noch Optimierungsmöglichkeiten…

Beim WII-Vortrag hatte ih auf Neues gehofft, wurde aber etwas enttäuscht. Ich selbst hatte unsere WII letztens mit dem Twilight-Hack dazu gebracht, z.B. den Mplayer auszuführen, so daß man DIVX und anderes problemlos über die WII gucken kann. Der Homebrew-Channel ist wirklich klasse! Nur DVD abdudeln packt die WII nicht so ganz, das ruckelt noch etwas. Jedenfalls führten die beiden Protagonisten des Twilight-Hack aus, welchen Weg sie gegangen waren: sehr spannend! Denn Nintendo hat sich echt Mühe gegeben, das Ding dicht zu halten. Im Grunde ist ihr Hauptfehler gewesen, dem Teil Rückwärtskompatibilität mit dem Gamecube zu geben. Und genau darüber sind die Heerscharen dann auch eingefallen. Das hatte Ende

2007 zum ersten Mal geklappt. Nintendo reagierte halbherzig bis März mit einem schwachen Update. Im Juni schoben sie einen weiteren Fix nach, der aber erst global im Oktober ausgerollt wurde. Bis dahin hatten die Twilight-Jungs weitere Löcher entdeckt. Gut so! Jedenfalls stellten sie am Ende noch eine WII live vor, mit Homebrew-Channel. Sie zeigten einen bootenden Linux-Kernel. Ich an deren Stelle hätte ja eher den mplayer gezeigt, das macht einfach mehr her, Video auf der WII zu gucken.

Am Schluß gab’s dann noch einen Chart, welche Geräte gehackt und welche noch nicht gehackt wurden. PS3 und XBOX360 scheinen sich noch ganz gut zu widersetzen. Aber ich denke, auch das ist eine Frage der Zeit.

Zu guter Letzt kam die Fnord-News-Show. Frank & Fefe sind ja Garanten dafür, daß es lustig wird. Und obwohl man einiges davon kannte, war doch genug dabei, was ich noch nicht gesehen hatte. So z.B. das Foto des Klos der Commerzbank, von dem man aus direkt auf die aufgekaufte Dresdner Bank runtergucken konnte. Oder daß in Griechenland während der Krawalle das Tränengas ausging, aber Deutschland und Israel aus ihren Militärbeständen (!) aushalfen. Au weia… Bizarr war auch der Absturz des CIA-Fliegers in Kolumbien. Nicht nur, daß der Flieger voll mit Kokain war und ein alter CIA-Veteran das Dinge geflogen hatte. An Bord war auch ein Wahlmaschinen-Mann aus Venezuela (!). Abgeschmiert ist die Kiste, weil sie überladen (!!!) war. Das ist so bizarr, sowas kann man sich gar nicht ausdenken.

Natürlich gab es ein paar Einlagen: ein Bote brachte einen “Datenstollen” mit und am Schuß gab es noch einen Schuhwerfer. Weiter unten habe ich ein paar Bilder zusammengestellt.

Vielleicht noch als interessante Anekdoten:

Fast alle Sprecher gehen mit dem Wort “easy” äußerst großzügig um, obwohl meistens die Zusammenhänge nicht wirklich leicht sind. Vor allem glaube ich, da sie zum Lösen der Probleme sicherlich länger gebraucht haben, also alles andere als easy. Irgendwie hat das was von “No Country for Old Men”: “Sie müssen das nicht machen. Mich töten.” – “Warum sagt ihr immer alle das Gleiche, wenn’s zu Ende geht?”

Mein Sitznachbar Tim (Grüße auch von hier!), der sich den ganzen Abend mit seinem Apple an einem kleinen Problem abmühte (ich verrate hier mal konspirativerweise nix), war am Ende bei torrent.to angekommen. Die Seite sagte seinem Safari-Browser (der Standard-Browser bei Apple): “Sie verwenden einen unsicheren Browser. Nehmen Sie Firefox, dann surfen Sie sicherer und die Datenrate ist auch viel höher.” Er öffnete seinen Firefox auf dem gleichen System und die Meldung kam genau so wieder, nur daß dieses Mal nicht dort stand, er solle Frefox nehmen. Nein, diesmal wurde ihm Google Chrome empfohlen. Marketing, ick hör Dir trapsen.

Hier die Büldschen vom Tage:

Es ist mal wieder soweit. Das Chaos zieht in die Hauptstadt ein und schon geht es 25C3: verbrannte Mopeds in einer Seitenstraße vom BCC heiß zur Sache. Kein Wunder, bei dem Motto “nothing to hide” denkt man ja fast immer an Verschwörungstheorien. Fast so wie bei dem Bild: da gibt es auch unterschiedliche Diskussionen, was genau passiert sein mag (Kollateralschaden oder direktes Anzünden?). Ich versuche mal chronologisch vorzugehen. Der erste Vortrag den ich sah, war der über den Hackerparagraphen 202c. Dort saß eine ganze Riege von Leuten vorn, die über die Auswirkungen dieses unsäglichen “Wir verbieten alle Haushaltsgeräte, denn mit Messern kann man jemanden töten”-Werks. Das Thema selbst ist gerade unter Journalisten ein heißes Eisen. Ein Mann des Heise-Verlags erläuterte, dß man vorsichtig sein müssen, da der Verlag durchaus den einen oder anderen nicht wohlgesonnenen Zeitgenossen hätte, welcher mal eben schnell mit einer einstweiligen Verfügung die ganze Auflage zerstören kann, nur weil auf einer beigelegten CD potentiell gefährliche Software drauf ist. Dabei ist die Schwammigkeit des Paragraphen wohl das Hauptproblem. Er führt zwar Vorsatz als Grund, aber in der Diskussion darüber war schon klar, daß vieles dehnbar wie Gummi ist.

Einen schönen Test fand ich das Ausdrucken des Softwaretextes auf Papier. Es gab tatsächlich dann Politiker, die das Papier dann besser einschließen wollten, bevor es in falsche Hände gerät. Hallo? Geht’s noch? Derartig kleingeistige Leute wurden zu Recht mit dem Ausdruck “Internetausdrucker” geschmäht, dumm nur, daß diese Leute die Regeln machen. Das Dilemma ist sogar schlimmer: man erklärt ihnen fröhlich, freundlich in allen Farben, welche Auswirkungen dieser Paragraph hat, sie nicken zustimmend, daß das so nicht verabschiedet werden kann und nachher stimmen alle dem hirnlosen Gesetzestext zu. Völlig verdrehte Welt. Es gibt weitreichende Auswirkungen dieses Paragraphen: Wahlmaschinen (sehen die irgendwann 25C3: Koffer-PC-Modding so aus?) können ohne derartige Tools nicht getestet werden. Die Wirtschaft kriegt sicherheitstechnisch kein Bein mehr auf die Erde, denn eine sicherheitstechnische Ausbildung wird hierzulande mittlerweile gemieden, dafür holt man sich nun Leute aus dem Ausland. Dort darf man noch Viren haben, um Antivirensoftware schreiben zu können, hierzulande geht das nicht mehr. Noch schlimmer ist, wenn der Chef sagt: ja, ok, Du darfst das jetzt mit dem Hackertool testen. Strafbar macht sich dann nicht der Chef, sondern derjenige, der das Tool einsetzt. Am schönsten am Vortrag fand ich den Hinweis: es gäbe ja Leute, die bezüglich dieser Diskussion auf die FDP hoffen und das wäre ja völlig irre, niemand kann so gut umfallen wie diese Partei. Insgesamt hinterließ einen dieser Vortrag etwas ratlos. Das Fazit war: es ist Scheiße, wir müssen mehr Lobbyarbeit machen. Blöd nur, daß der CCC alleine da steht, die Security-Branche war vorher schon recht klein und ist bald komplett ins Ausland verlagert. Dumm gelaufen.

Als nächstes kam “About Cyborgs and Gargoyles” dran. Hier stellte ein Kai Kunze der ETH Zürich vor, was alles im Bereich Wearables mittlerweile möglich ist. Er fing an, über Ärzte zu berichten, die einen Linux-Rechner-Gürtel tragen, einen Sensor am Armband und ein Headset. So könnten sie die Visite abgehen und alles im Rechner aufzeichnen ohne große Mühen. Lustig war dabei die Gestik. Im Beisein des Patienten könnte eine seitliche Cursorbewegung durch den Handsensor in Halsgegend des Arztes vom Patienten falsch bewertet werden. Kulturell schwierig.

Bei Skoda hingegen war der Wearable PC eher sowas wie eine Denkhilfe. Hier wurde digital abgehakt, was bei der Endkontrolle des Autos alles gemacht werden muß. So sollte zumindest sichergestellt werden, daß auch wirklich die Türen 3 mal auf und zu gemacht werden usw. Das überzeugte mich nicht so ganz, da kommt man mit Papier bestimmt genausoschnell vorwärts. Lobenswert erwähnen sollte man aber den Ansatz, das Ganze auf OpenSource-Beine zu stellen, wenn auch nur unter die LGPL-Lizenz: http://crnt.sf.net Wie auch immer, danach ging es in technische Details, die ich persönlich nicht mehr ganz so spannend fand, da ich kein Hacker bin. Aber der Hinweis auf verschiedene, jetzt schon bestehende Anwendungen von Wearables ließ mich an diverse Sportläufe hier in der Stadt denken. Denn dort werden Chips für Start und Ziel-Markierung eingesetzt, jeder Läufer bekommt ein Fußband um, in dem der Chip ist. So wird gewährleistet, daß für jeden exakt die richtige Laufzeit ermittelt wird, egal an welcher Position der Läufer startet. Also insofern haben diese Dinge schon in unsere Welt Einzug gehalten, es wird aber mehr oder weniger versteckt betrieben. Fatal fand ich ja die Ideen, die mir dazu gleich einfielen: wenn man Arbeitnehmer mit Sensoren ausstattet, hat man eine wunderschöne Komplett-Überwachung des Arbeitsvorgangs. Man kann jede Bewegung des Einzelnen ermitteln und loggen und so “die Spreu vom Weizen trennen”. Finster, da ist Akkordarbeit ein Dreck gegen…

Danach tat ich mir die Veranstaltung “Terrorist All-Stars” an, welche eigentlich sehr deprimierend war. Die Sprecherin belegte die ganze Zeit, wie sich Behörden Schikanen und neue Gesetze ausdachten, um gegen “Störer” vorzugehen. Oder teilweise waren es nichtmal “Störer” in ihrem Sinne, die Kollateralschäden einer solchen Politik sind gruselig. Letztlich läuft es irgendwann auf eine Art Gaza-Szenario hinaus: der Staat erzeugt sich die Terroristen, die er vorgibt zu bekämpfen, ein ständiges sich gegenseitig hochschaukeln, da der Gerechtigkeitsgedanke komplett hinten runterfällt. Aber wir alle wissen: nur dort, wo man halbwegs alle Seiten zufriedenstellt, wird man Frieden erlangen, jede verschärfte Konfrontation wird die Lage anheizen. Das einzig wirklich Gute an dem Vortrag war der “kulturelle Vergleich”: Europol hat alleine für 2007 15 terroristische Attacken in Deutschland ermittelt und Europa-weit mehrere Hundert. Der Spiegel dagegen hatte in seiner Auflistung seit 2002 (!) genau 2: London und Madrid. Der Blickwinkel der Ermittler scheint stark verstellt zu sein, eine Korrektur dringend nötig. Aber eine Art Fazit gab es nicht, das Thema führt nur in die Depression, bei mir jedenfalls.

Etwas mehr Hoffnung gab es bei dem Thema Festplattenverschlüsselung. Madame Kurz und Ulf Buermeyer, seines Zeichens selber Richter, zeigten auf, wie zur Zeit Hausdurchsuchungen laufen und was es damit auf sich hat. Interessant fand ich, daß “Gefahr im Verzug” nur noc

h selten vorkam, das hatte wohl das Verfassungsgericht kassiert. Das wurde nur noch angewandt, wenn wirklich Gefahr im Verzug war z.B. hinter der Tür ein Schredder zu hören war. Auch die Geschichte rund um das Thema Daten und Intimsphäre ist vom Verfassungsgericht klargestellt worden: diese Intimspähre kann nur bei schweren Straftaten hinten angestellt werden (z.B. Mord). Ein bißchen an den Haaren herbeigezogen fand ich, daß der Herr Buermeyer auf die Version 1.0 des Strafrechts verwies, in der nur Richter die Beweise prüfen dürften. Dann würden Verfahren heute endlos dauern, insofern etwas praxisfremd. Gute Praxis haben wir aber auch heute nicht. Ein Richter hat maximal 2 Minuten, um einen Durchsuchungsbeschluß zu genehmigen oder abzulehnen. Gerade im PC-Bereich, wenn man alle seine Daten auf einer Platte hat, die dann für 2 Jahre weg ist, eine ziemlich heftige Entscheidung. Vor allem, weil man auch bei Unschuldigkeit keinerlei Entschädigung bekommt, aber der Schaden immens sein wird. Da hilft nur dezentrales Backup im Internet. Schön fand ich die Zahlen: 2008 wurden 1000 Rechner und 44000 Datenträger beschlagnahmt. Selbst wenn bei Datenträgern CDs und DVDs dabei sind und man von maximal der Hälfte als Platten ausgehen kann, so ist das schon ganz schön heftig. Ach ja: untersucht werden die Disks durch Fremdfirmen, da geht auch schonmal ‘ne Disk verloren, weia. Hier war das Fazit ganz klar: verschlüsseln hilft (mindestens 8 Zeichen-Paßwort oder mindestens ein Sonderzeichen!). Putzig: im Vortrag davor wurde gezeigt, we sich Ermittlungsbehörden einen Dreck um geltendes Recht scheren und hier wurde gezeigt, daß die Bürgerrechte gestärkt wurden. Wenn man beides in einen Topf wirft, ist die Tendenz leider trotzdem negativ.

Am Abend tat ich mir dann eine Veranstaltung zum Thema “Sicherheit von Chiptechnik” an. Hier wurde gezeigt, daß simples Kältespray ausreichte (also KEIN flüssiger Stickstoff nötig!), die Prozesse im RAM derart zu verlangsamen, daß man Passphrases und Keys auslesen könne. Insgesamt führte dieser Vortrag alle vorhergehenden Maßnahmen ad absurdum. Der Tenor: wenn sie Dich kriegen wollen, kriegen sie Dich. Heftig. Schön waren seine Filmbeispiele. Das beste war eine Numbers-Folge, in der eine SIM-Card (oder war’s eine SD-Card?) in einem Handy steckte, dann wurde sie mit Kältespray angesprüht, rausgenommen und ausgelesen. Daß man dafür gar kein Kältespray bräuchte, war natürlich der Lacher schlechthin. Perfektes Fazit für mich als TV-Junkie: Ist Fernsehen nicht wundervoll?

Tja, was soll ich sagen, es ist wie immer nett auf dem Congress und auch, wenn die Veranstaltungen wie letztes Jahr, in eine negative Richtung zeigen, so habe ich trotzdem momentan einen positiven Eindruck. Denn: Es ist voll. Dermaßen voll! Ich will nicht sagen, daß doppelt so viele Leute wie letztes Jahr da sind, aber es kommt einem schon so vor. Das Thema Datensicherheit und Lauschen (früher: Horch & Guck) scheint als Thematik langsam aber sicher bei einer größeren Bevölkerungsanzahl an Relevanz zu gewinnen. Kulturell ist das wertvoll, wenn sich mehr Menschen mit dem Thema befassen, nur dann kann die Freiheit überhaupt mal wieder eine Schlacht gewinnen. Nach Punkten liegt die Demokratie zur Zeit heftig hinten. Ich hoffe ja nur, daß wir noch nicht in der zweiten Halbzeit sind…

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