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Archiv für die Kategorie ‘Mediales’

Nur Informatives!

2010-07-20

Zuerst mal die wirklich informative Seite. Nachdem ich von der öligen Zukunft geschrieben hatte, riefen mir viele ins Gesicht: ach was, kann ja gar nicht sein! Du liest die falschen Blogs, Du bist ein Spinner unter anderen Spinnern und überhaupt, sowas würde ja nie passieren! Nun sind auch die Standard-Medien auf den Zug aufgesprungen und berichten über Öllecks, die nicht unbedingt dicht neben dem Hauptproblem sind (3km Entfernung ist nicht gerade benachbart). Natürlich wurde sofort danach wieder beschwichtigt, alles nicht so wild usw. Ich denke mal, die spielen das auf und ab Spiel so lange mit den Medien, bis es niemanden mehr interessiert. Eine gute Ausgewogenheit zwischen Dauerfeuer von guten und schlechten Nachrichten stumpft den interessierten Bürger ab. Insofern klingt das eher danach, als wenn das Abschreiben des Atlantiks schon beschlossene Sache ist. Cool finde ich, daß die Daten ja da sind (bzw. immer wieder durchsickern) und man so sehr gut die Tatktik von Politik und BP studieren kann. Man wird so offen verarscht wie selten, da wird so mancher Politik-Uni-Absolvent seine Freude dran haben.

Aber gut, wir müssen ja auch nicht alles wissen, nicht wahr? Manchmal ist es besser, weniger zu wissen, in Rußland ist es quasi eine Tugend, die einem das Leben verlängert. Meins verlängere ich ja konsequent durch Fahrrad fahren:


 


 

BTW, das eigentliche Video ist Full HD, also 1920×1080, will sagen 1080p und nicht 720p wie bei DuRöhre. Ich würde es ja hier zur Verfügung stellen, aber es hat knapp 550 MB und dafür hätte ich gerne irgendwo vernünftigen Filespace vorher. Hm, vielleicht werfe ich es auf die Dropbox, mal gucken. Dropbox ist meistens etwas lahm…

Update: Ärsche auf mein Haupt, bei den Röhrenmachern ist nun auch tatsächlich die 1080p-Version da. Ick staune! Wie auch immer, sie ist etwas runtergerechnet, meine eigene ist da wohl noch etwas fetter und besser. Aber man soll ja auch mal gute Entwicklungen loben und 1080p bei YouTube ist doch mittlerweile weit weg vom normalen Gepixel dort…

…verschwinden einfach so von meiner Seite, weil da jemand blöd rumgelöscht hat. Wenn ich den erwische, zwicke ich ihn heftig! *Aua*

Aber Herr Doktor, wir konnten den Arm des Videos retten:

Mono INC. rulez!

2010-02-04

Lange hatte ich mir Zeit gelassen, um die Fotos zu sortieren. Aus mehr als 500 sind nun knapp 20 übrig geblieben. Sie sind nämlich ein bißchen düster geworden. Kunststück: im Magnet ist sowieso schon wenig Licht und die drei Frontpersonen hielten sich von den Scheinwerferkegeln fern. Nur Katha, die Drummerin, die hatte ich immer gut in einem Spotlight erwischt. Mono INC. Januar 2010 im Magnet Club Hier jedenfalls die Gallery dazu. Nun, ich hatte ja schon beim letzten WGT kurz Mono INC. gesehen, aber leider nur 2 Lieder. Thilo fand sie natürlich Klasse. Nun kommen wir zu einem kleinen Dilemma. Ich bin ja eher so der Muffelkopp. Wenn irgendwo ein Glas halbleer ist, dann denke ich bereits dran, daß es umkippen und alles versickern könnte. Thilo dagegen erfreut sich an dem halben Glas und ist erwartungsfroh, es wird sich schon wieder füllen. Da sind wir total gegensätzlich. Auch wenn er in seinem Blog immer gegen Politik und sonstwas wettert: er ist ein Positivling und ich nunmal ein Negativling.

Er: “Was? Dieser formschöne Hammer? Nur 99 Euro? Ich kann es nicht glauben, ich muß mir an den Kopf fassen!”

Ich: “Der Goldbarren für 10 Euro? Hm, ich weiß nicht. Ich kann da einen Kratzer sehen. Nee, da handel ich auch nicht, das ist doch alles Scheiße.”

Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Erziehungsfrage ist oder angeboren. Jedenfalls ist es für mich häufig schwierig, zu entscheiden, wie die Lage ist, wenn El Schwabo ankommt und irgendetwas anpreist: “XYZ ist DER HAMMER!” Es ist ja nun nicht so, daß wir aus unterschiedlichen, kulturellen Welten kommen, sonst würden wir ja nicht so oft zusammen losziehen. Wir mögen ähnliche Musik, Klamotten, Leute, eben kulturell auf einer Linie. Aber die Nuancen: Er steht mehr auf Emily Autumn, ich mehr auf Manson. Nur mal, um eine krasse Linie aufzumachen: Bei mir muß es wummern. Das heißt, unsere Geschmäcker sind also durchaus leicht verschieden, aber natürlich haben wir trotzdem viele Schnittpunkte. Aber selbst dort: ich mag die Untoten recht gern, Thilo dagegen vergöttert die singende Stimmträgerin und ist ganz hin und weg. Das heißt, seine Begeisterungsfähigkeit ist nicht immer in meiner vollen Realität angesiedelt. Wenn er ein Konzert von den Untoten super findet, fand ich es gut, aber mehr auch nicht. Um auszurasten, brauche ich irgendwie mehr. Deswegen ist es für mich also schwer zu sagen, ob etwas für mich auch so toll ist, wie für ihn, nur weil er voll des Lobes daher kommt.

Bei Mono INC. hatte ich dagegen 2 Lieder in Leipzig mitbekommen und Thilo dudelte mir auch ein paar ihrer Stücke vor. Ja, sie waren gut, keine Frage. Aber wirklich so super, wie er sagte? Er hob diese Band auf ein sehr hohes Podest. Ich ließ mich breitschlagen und ging mit zum Konzert. Im Magnet-Club. Kleiner Laden, Mini-Bühne. Und da sollen 4 Leute raufpassen? Die Vorband war eher mäßig. Eine Quasi-Teenie-Grufti-Band. Sie hatten ein paar Lieder, aus denen man etwas hätte machen können, wären sie nicht so grauenvoll asynchron gewesen. Auch hier war Thilo wieder wohlgesonnen: “Sie sind halt noch jung und müssen noch üben.” Mag ja sein. Ich habe aber auch jüngere Bands gesehen, die es besser können. Manchmal reicht das Talent vielleicht doch nicht? Wahrscheinlich fühlt sich wieder jemand auf den Schlips getreten. Ich kann nur nochmal versichern: negative Kritik von mir hat nichts zu bedeuten. Sonne ist mir nie hell und warm genug, Regen nie naß und kalt genug.

Schließlich kamen Mono INC. und sie rockten das Haus! Wirklich! Der Laden war mittlerweile gerammelt voll und wir standen relativ weit vorne. Der Sänger Martin hatte eine Bühnenpräsenz, die ihresgleichen suchte. Und die Lieder: ich kannte nur eine Platte, also ein relativ geringes Repertoire. Trotzdem war JEDES Lied ein Knaller! JEDES! Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich jemals eine Band gesehen habe, bei der mir jedes Lied gefiel. Vielleicht die Sex Pistols? Noch nichtmal bei den Göttern Knorkator war ich dermaßen angetan von der Musik. Zwischendurch gab es immer wieder kleinere Intermezzos, The Voice Martin schwang sich mit Akustikgitarre nach vorne und trällerte alleine mit dem Publikum ohne Rest-Band oder Drummerin Katha machte vorne auf Stand-Drums ein Solo und und und. Es war großartig! Dieses Mal mußte ich in Thilos Lobpreisungen zu 100% einstimmen: diese Band ist jeden Cent wert! Und diese gemeinsame befürwortende Haltung auf einem solch hohen Zufriedenheits-Niveau zwischen El Schwabo und mir gibt es wirklich nicht oft! Am Schluß gab es noch eine Autogramm-Session, aber da war uns dann doch zu viel Andrang. Martin hatte von der Bühne runter erklärt, er will alle kennen lernen und mit allen ein Bier zusammen trinken. Das konnte ja nur im Gedränge enden. Wie auch immer: das war ein richtig geiler Abend! Danke Mono INC.! Ihr seid als Musik-Götter in meinen kleinen Olymp aufgestiegen!

Damit ist nicht gemeint: “Hallo, kann man hier Filme kaufen?” Sondern ich meine schon die Branche, die hier arme Photonen auf Zelluloid einsperrt. Was ja irgendwie trotz Digitalisierung immer noch passiert. Cymone und ich stehen dem deutschen Film ein klein wenig kritisch gegenüber. Meistens sind deutsche Filme oder Serien grau, einfallslos, humorlos, steif, zusammengekürzt, langweilig, dümmlich und oft mit immer den gleichen Schauspielern zusammengetackert. Wir vermuteten bisher vor allem den letzten Umstand als Grund für das klägliche Befinden des hiesigen Film und Fernsehbusinesses. Obwohl es natürlich Ausnahmen gibt. Manchmal kann man sogar Tatort gucken, aber das ist dermaßen selten, ca. alle 10 Jahre einer, das lassen wir mal außen vor. Es gibt Produktionen wie “Lola rennt”, da ist eine schöne Idee gut dargestellt, auch wenn man nicht drüber nachdenken sollte, wo die Frau in kurzer Zeit so vorbei läuft. Ebenso z.B. “Das Experiment”, das ist ein wunderbares Stück deutscher Film. Es gibt sicherlich auch noch andere, aber die Seltenheit solcher Schmuckstücke läßt sich hierzulande nicht abstreiten

Ganz furchtbar wird’s, wenn man an Serien denkt. GZSZ ist ja sowieso nur für eine hirntote Masse gemacht, ebenso die anderen Billig-Produktionen. Aber schon bei deutschen Krimiserien wie z.B. bei “Im Namen des Gesetzes” merkt man schnell: hier fehlt etwas, was im Original “Law and Order” drin ist. Die Leichtigkeit, die Witze am Rand, das menschliche eben. Die deutsche Serie hat den Charme von Robotern. Nicht, daß ich was gegen Science Fiction hätte, im Gegenteil. Aber soweit geht die Serie dann leider doch wieder nicht. Sie bleibt roboterhaft, ohne daß irgendwo interessante Technologie rumlungert. Ganz anders dagegen die US-Serien. CSI mag teuer produziert sein, aber schon NCIS ist eher am unteren Preissegment. Hier ist alles drin: Action, Witz, Spannung, ungewöhnliche Wendungen, das Spielen mit Klischees und und und. Wir fragten uns also immer: warum kriegen Deutsche das nicht hin? Und hatten die Schauspieler im Verdacht. Da hier ja eine Art Münchner Filmmafia die Stränge in der Hand hält, kommen auch immer wieder die gleichen Leute zum Zuge. Diese müssen sich entweder nicht anstrengen oder sie sind sowieso fehl am Platz. Natürlich könnten es auch die Drehbuchschreiber sein oder aber die Intendanten, die alles zusammenkürzen, was ihnen nicht paßt. Die Regisseure konnten wir außen vorlassen, denn so gut wie jeder deutsche Regisseur, der in die USA geht, bringt gute Filmarbeit auf die Leinwand.

Und dann geschah es. Wir sahen einen US-Film, in dem hauptsächlich deutsche Schauspieler zu sehen waren: Inglorious Basterds. Bis heute bin ich am rätseln, wo das E in “Basterds” herkommt. Wie auch immer, Tarantino ist eh etwas irre, insofern paßt das schon. Der Film selbst ist ganz nett, historisch natürlich etwas fragwürdig, aber darauf kommt’s ja bei einem solchen Film auch nicht an. Er war nicht so super wie Thilo ihn beschrieben hat, aber es ist ein guter Film. Mir hat er besser gefallen als die Kill-Bill-Reihe, die mir zu langatmig war. Also: wir haben einen guten Film mit Massen an deutschen Schauspielern. Noch dazu so mancher, der zur Garde derjenigen gehört, die man häufiger sieht, die also zur eingespielten hiesigen Filmmafia gehören. Mit anderen Worten: sie können ihr Handwerk, wenn man sie nur läßt. Nun bleiben nur noch 2 Sorten von Leuten übrig, die unsere Filmbranche langsam aber sicher zerstören: die Drehbuchschreiber oder die Intendanten bzw. Produzenten, also die Mächtigen. Um mal klarzustellen, daß es nicht der böse Downloader ist, sondern daß das meiste hier produzierte Zeug es noch nichtmal wert ist, ins Internet gestellt zu werden. Leider gibt es genug Gestörte, die sich das verkackte Zeug im TV angucken und damit Werbegelder generieren. Egal, wie kaputt diese Branche ist, sie wird es überleben. Schade. Ein Scheitern hätte die Hoffnung auf Besseres gehabt.

Nunja, vielleicht kommt Hoffnung von ganz unerwarteter Seite. So wie ich meine Bilder unter Creative Commons herausgebe, fangen nun Leute an, ganze Spielfilme unters Volk zu bringen. Mir ist unklar, wovon sie letztlich leben wollen. Andererseits hört man gerade von den Statisten, daß es am Filmset oft nur einen heißen Kaffee gibt, insofern machen sowieso nur die “Stars” wirklich Kohle. Wie auch immer, einer der ersten Spielfilme dieser Art heißt Valkaama (ja, for free! Wirklich! Freier Download! Echt!) und trotz des finnischen Titels ist es scheinbar ein polnischer Film. Immerhin gibt es mehrsprachige Untertitel. Coole Sache, gefällt mir. Was am besten ist: man kann nun Teile aus dem Film nehmen und was ganz eigenes draus basteln. Das ist schon ziemlich abgefahren…

Tja, deutsche Filmbranche, das Internet bringt einen weiteren Angriff auf eure verschworene Burg der Langeweile. Auch wenn ihr vielleicht über diesen Film lachen werdet, aber ich wette, es ist nur der erste aus einer langen Reihe von Filmen, die unter CC rauskommen werden. In der Musik sind es schon recht viele Künstler, die ihr Zeug unter CC rausbringen. Ich finde das optimal. Dann kommen endlich mal Enthusiasten (wie z.B. Tarantino) auch hierzulande mal nach oben. Und wenn diese Leute dann auch etwas irre sind, soll mir das egal sein, solange ihre Filme gut sind.

Tja, die IFA-Nachlese… Da hatte ich doch tatsächlich noch was vergessen. Aber kommen wir erstmal zur Kritik von Thilo. Er hatte es auch als Mail geschrieben:

“Ich denke schon, dass es eine große Anzahl potentieller Kunden für Pay-TV-Angebote geben würde, leider ist das Verhältnis ‘Angebot-Preis-Transaktionskosten’ nicht optimal. Mehr Niederschwelliges und preislich Interessanteres und die Leute machen das.”

Ich bin nicht ganz dieser Meinung. Obwohl ich gerade bei Sport oder zumindest Fußball, sofort dafür wäre, daß das in Richtung Pay-TV verschwindet, weil ich es nicht sehen und auch nicht dafür bezahlen will. Aber der Standard-TV-Gucker ist es eher gewohnt, daß möglichst alles für lau in die Hütte tröpfelt. Dazu gehören auch viele Leute, die sich Pay-TV leisten könnten. Noch dazu kommt die GEZ: dort, wo man schon einmal bezahlt, dürfte die Unwilligkeit, ein zweites Mal zu bezahlen, recht hoch sein. Außerdem gelten wir Deutsche im Ausland ja als “Schotten des Festlands”, hier wird immer geknausert, bis Geiz dann auch geil macht. Ich sehe nicht, daß die Pay-TV-Anbieter, außer eben beim Sport, etwas reißen können. Außer vielleicht bei HD. Da hat Thilo vielleicht Recht:

Alle regelmäßigen HD-Inhalte, die es z.Zt. gibt sind kostenpflichtig [...]

Das mag sein. Aber es geht mir und scheinbar vielen anderen auch am A… vorbei. Ich brauche HD sowieso nicht und wir haben uns überhaupt nur deshalb ein LCD-TV gekauft, weil die alte Röhre etwas rummuckte. Selbst wenn sie Analog-TV oder Nicht-HD abschalten: von mir wird’s keine extra Kohle dafür geben. Und schon jetzt werden BlueRay-Scheiben verramscht und das Zeug bleibt liegen wie Blei. Mal sehen, ob das so bleibt. Mit zunehmendem Technikaustausch wird natürlich der eine oder andere den verlockenden HD-Angeboten nicht widerstehen können. Aber auch der Dümmste wird die DRM-Falle dahinter irgendwann spüren: wenn er nix mehr aufnehmen darf, wenn er für jeden Quatsch extra löhnen muß usw. Und mal ganz abgesehen von der Technik: Was soll das eigentlich, in einem Stream mit fester Pixelrate zu senden? Das ist finstere Steinzeit! Wenn man sich unterschiedlich kodierte Filme mit unterschiedlichen Pixel-Werten ansieht, kann die auch jedes Display skalieren. Klar: mal gut und mal weniger gut. Aber technisch komplett verkackt: in der Computerwelt kann ich mir jeden Stream ansehen, solange es die Hardware schafft. Es gibt Streams, die mehr haben als die lächerliche 2-MegaPixel-HD-Welt, die in gut 2-4 Jahren wahrscheinlich völlig unten durch sein wird, weil dann 10 Megapixel oder mehr hip sind. Und wahrscheinlich ist das von der Industrie so eingeplant, die haben bestimmt schon die nächste Verarsche-Generation der Technik in der Schublade. Full-Double-HD oder so. Hyper-TV. Irgendein Hirntot-Begriff aus einer koksnasigen Marketing-Sitzung. Wie man das ja so kennt. Auf der IFA mußte ich mich manchmal echt beherrschen, daß ich beim Gespräch mit Standpersonal nicht “BULLSHIT!” rufe, nur, weil meine virtuelle Bullshit-Bingo-Karte voll war.

Aber der Beschiß lauert ja überall. Eine Anekdote der IFA 2009: Robo-Fighter auf dem Panasonic-Stand IFA hatte ich ausgelassen, weil ich sie für nicht so erwähnenswert gehalten hatte. Im Juni pfiffen (pfoffen?) es die Spatzen von den Dächern: Die Telebimm will 50 MBit/s mit 10 MBit/s Upload ohne Entertain-Paket als VDSL anbieten! Und es klang sogar günstig, nur 55 Euronen mit allem Drum und Dran. Dann ebbte das aber irgendwie ab, es gab bei denen, die es bestellt hatten, Probleme, die Hardware-Seite war auch etwas unausgereift und per Telefon oder T-Punkt zu bestellen, war nicht machbar, das Paket gab es nur im Internet. Dort verschwand es wieder, weswegen ich den Telekom-Mann auf der IFA zuschwallte, was denn nun damit sei. Er wich aus und meinte: “Kommt bestimmt vor Weihnachten noch!” Das Jahr sagte er zwar nicht, aber gut, man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. Kurz nach der IFA kam dann der Paukenschlag: nun doch! Und fast hätte ich meine 16 MBit/s auf die 50 erhöht, bis ich in diversen Foren von der Mogelpackung in den AGBs hörte: 50 MBit/s ja, aber dann maximal 200 GB/Monat, darüber hinaus gibt es dann nur noch 6 MBit/s für den Rest des Monats. Mir war ja nicht klar gewesen, daß im Netz so starke Engpässe wie im Mobilfunk sind, so daß man Mogel-Flats verkaufen muß. Aber nach einigen Recherchen war klar, was das Problem ist: IPTV der Konkurrenz. Diese würde nämlich durch die Drosselung massiv behindert, man könnte also in dem Monat gut 9 Stunden HD-TV bei einem Nicht-Telekom-Anbieter gucken (zumindest sind 9 Stunden 50 MBit/s Fullspeed = 200 GB, keine Ahnung, ob HD soviel braucht) und würde dann auf Normal-Qualität zurückfallen. So kann die Telekom natürlich immer mit HD-TV glänzen, denn ihr Entertain-Paket kennt diese Beschränkung nicht. Ist also ein bißchen Wettbewerbsverzerrung.

Mir geht der IP-TV-Kram wie vieles am A… vorbei, aber zur Zeit habe ich 16 MBit/s, das wären, wenn ich denn wirklich Vollsauger wäre, ca. 5 TB MaxByte am Monatsende. Das macht ja im Grunde keiner, aber mal so als Rechenbeispiel. Bei dem 50 MBit/s-Paket sind es am Schluß knapp 2.1 TB am Monatsende, weil man ja nach 9 Stunden Fullspeed auf 6 MBit/s runterfällt. Das heißt, ich zahle mehr und kriege weniger. Wobei ich fairerweise erwähnen muß daß ich momentan fast das gleiche zahle, preislich macht es also kaum einen Unterschied. Ich zahle demnach bei 50 MBit/s praktisch gleich viel und kriege aber weniger. Kurzfristig kriege ich mehr. Aber eben nur kurzfristig. Nach einer Tankfüllung den Porsche schieben. Da fragt man sich schon: für wen haben die dieses Angebot gemacht? Für mich als 16 MBit-User käme es nur in Frage, wenn man nach 200 GB auf 16 MBit/s fällt oder aber wenn die Grenze eher so bei 2 TB/Monat liegt, da komme ich nämlich wirklich nie hin, obwohl ich mittlerweile viel Web-TV gucke (was nicht ganz so breitbandig ist wie HD, logisch). Insofern scheide ich als Zielkunde aus. Der TV-Gucker dürfte sich gleich für’s Entertain-Paket entscheiden. Vielleicht noch diejenigen, die einen höheren Upload wollen? Da wäre ich durchaus dabei, denn 10 MBit/s klingt schon verlockend. Wenn man ausschließlich den Upload voll nutzen würde, käme man auf knapp 45 Stunden Fullspeed. Immer noch nicht das Gelbe vom Ei, aber wenn wir das mal durch 4 Stunden Nutzung am Tag (ist so mein Schnitt) umrechnen, so ist das immerhin ein Drittel Monat. Naja, bleiben immer noch 2/3 des Monats, in denen auch der Upload stark gedrosselt wird. Also echt Banane. Aber gut, warte ich halt weiter. Böse Zungen unken ja, ich könne doch auch das Entertain-Paket nehmen, kostet ja gar nicht so viel mehr und da sei die Limitierung weg. Aber: dann müßte ich ja für das Pay-TV mitbezahlen. Und das will ich auf keinen Fall. Das würde bedeuten, aktiv Geld in Richtung Sport/Fußball auszugeben, aus Prinzip schonmal nicht! No Way! Never! Schlim
m genug, daß die GEZ Geld zu den Fußballaffen schiebt, aber ich werde da bestimmt nicht zusätzlich abdrücken. Mal abgesehen davon, daß ich den TV-Part nicht brauche.

Das ist so’n bißchen wie die Suche nach einem neuen Netbook. Ich hatte ja bereits mein Unverständnis ausgedrückt, daß es die Dinger nur mit Windows gibt. Ist genau wie beim Entertain-Paket auch: Natürlich kann ich mir das leisten, aber ich sehe gar nicht ein, Dinge mit meinem Geld zu sponsorn, mit denen ich nichts zu tun haben will. Zumindest, wenn ich es verhindern kann. Und siehe da, ich habe das richtige Netbook doch noch gefunden: ein Dell Latitude 2100 N. Zur Auswahl stand noch HP Mini 5101, aber das war zu teuer und vor allem war die dortige Linux-Version, die verkrüppelte, die mit wenig Hardware daherkommt. Bei Dell dagegen kann ich den Rechner komplett so zusammenstricken, wie ich ihn will: 2 GB RAM, 250 GB Disk, Intel WLAN-Karte, 6-Zellen-Akku usw. Denn: das kann man alles mit Ubuntu Linux buchen (merkwürdig: beworben wird es mit 8.10, installiert ist 9.04 und eine 9er-DVD kommt auch noch mit) und hat dann tatsächlich einen perfekten Netbook! Ich habe die Daten erstmal mittels Recovery-CD runtergesichert und das System nochmal neu installiert, da paßten mir einige Dinge nicht (zu viele Inodes u.ä.). Interessant war, daß auch nach der Neuinstallation von Ubuntu alles lief! Die Kamera, Bluetooth, WLAN usw. Da hat Dell also keine extra Treibereien dazugestrickt, bemerkenswert! Ein echt perfekter Mini-Rechner! Die Akkus geben Saft für ca. 5 Stunden, das könnte man noch minimal erweitern, wenn man einen der beiden Atom-Cores totlegt, aber ich denke, mehr als 5.5 Stunden dürften utopisch sein. Aber selbst Suspend-to-Disk funktioniert tadellos, wobei man sagen muß, daß der Ubuntu-Boot mittlerweile so schnell ist, daß man dieses Feature eigentlich gar nicht mehr braucht. Also eine echte Empfehlung, ein Zwerg mit viel Leistung, eine gute Wahl!

A propos Wahl, es gibt ja den Wahl-O-Mat, den ich bisher immer für grenzwertig gehalten habe. Er kommt zwar dicht an das eigentliche Ergebnis ran, aber irgendwie stellt das Teil die falschen Fragen, jedenfalls sind mir davon ziemlich viele ziemlich egal. Einen Wahl-O-Mat, der dichter an meinen Problemen ist, findet sich hier. Zum Direktlink Wahltest geht es hier. Solche Dinger eignen sich eigentlich sowieso am besten für Unentschlossene.

Wie schaffe ich nun den Bogen zu meinem letzten Thema? Schwierig. Hier geht’s weder um die IFA, noch um die Telekom, noch um Netbooks und schon gar nicht um die Bundestagswahl. Ich bin ja nun in der Makro-Foto-Welt angekommen und hatte letztens einen schönen Shot geschafft: Makro: Fliegenkopf Eine Fliegenfresse in voller Schönheit! Boh, das war viel Arbeit, es ist in Wirklichkeit ein 9-Pic-HDR, aber nur, damit wirklich jeder Teilbereich auch ordentlich beleuchtet ist. Also ohne Effekt. Vor allem war es schwierig, das Tierchen dazu zu bringen, daß es still hält. Ich werde mich dazu nicht äußern (*hüstel*), aber hier ist sie durchaus noch am Leben. Oder er, ist ja irgendwie unklar, wie man Fliegengeschlechter auseinanderhält. Insofern schließe ich die heutige Kolumne mit einem herzhaften “Guckst Du!” und empfehle mich für weitere Schandtaten aus der Welt des Winzigen…

Nachlese IFA 2009

2009-09-07

Thilo meint ja immer, die Internationale Funkausstellung sei eher sowas wie eine Fernseh-Ausstellung. Dafür bezahlen lohne nicht. Zum Teil ist das so: Hallen voller Flachbildschirme, wo Leute andächtig davor stehen und sich einlullen lassen, daß HD ja viel besser als PAL ist. Mag sein, aber der Kontrollverlust, der durch zugenagelte Digitaltechnik (HDMI, BlueRay uvm.) verursacht wird, dürfte auch die momentan günstige Preislage in Zukunft überschatten. Auch der Dümmste merkt, daß was nicht stimmt, wenn er für Inhalte, die bisher frei waren, zahlen muß und er sie nicht so einfach mit einem Recorder aufnehmen kann. Die Industrie ist da guter Hoffnung, daß bis dahin der Kunde die Kohle schon abgetreten hat. Wir werden sehen, ob das klappt.

Aber es gab ja tatsächlich Innvoation in diesem Markt. Letztes Jahr hatte ich über superflache OLED-TVs von Sony berichtet, die waren wirklich chic. Aber genau hatte ich die Technik damals gar nicht hinterfragt und bin immer noch nicht sicher, was da denn genau rumwerkelt. Denn: jetzt machen alle möglichen Firmen Werbung mit “LED-TV”. Ich nahm das als gegeben hin und wunderte mich über die Stromsparmaßnahmen. Würde man jeden Pixel mit einer LED ansteuern, hätte man bei HD 2 Millionen LEDs, die Strom verbrauchen. Dann wären wir wieder im Kilowatt-Bereich. Verdutzt über die Einsparungen der Bildschirme, verglichen zu den bisherigen LCD-Screens klärten mich diverse Verkäufer der diversen Firmen auf: Lediglich die Hintergrundbeleuchtung der Leuchtstoffröhre wurde durch eine Hintergrundbeleuchtung mit LEDs ersetzt. Das hat natürlich Vorteile. LEDs verbrauchen natürlich weniger als Leuchtröhren, jedenfalls, wenn man sie geschickt auf der Hintergrundfolie aufbringt. Sie sind kleiner, flacher baubar und dadurch leichter. Und: man kann sie auch einzeln komplett abschalten, z.B. wenn die LCD-Matrix gerade kein Licht durchlassen soll und an bestimmten Stellen schwarz simuliert. Insofern will ich der Technik ihre Daseinsberechtigung nicht absprechen. Trotzdem ist der Begriff ein bißchen irreführend. Wobei es tatsächlich neben dem Stromverbrauch einen triftigen Grund gibt, es nicht mit LEDs zu bauen: die Dinger sind zu groß, ein HD-TV-Screen würde eine ganze Wand beanspruchen, weswegen sowas nur bei Konzert-TV-Wänden gemacht wird. Das sagte jedenfalls ein Mann von Philips.

Wie auch immer, ich war ja eigentlich wegen Digitalkameras da. Spiegelloser DSLRs, um genau zu sein. Panasonic ist da ja großer Vorreiter, baut auch eine schöne Kamera, die GH1, aber: Panasonic hat nicht so dolle Objektive. Olympus hat 4/3-Objektive, die man mittels Adapter auch an die µ4/3-Kameras von Panasonic ranschrauben kann. Aber: es besteht die Gefahr des Autofokus-Verlusts. Und: Panasonic packt den Bildtstabilisator in das Objektiv (wie Canon), Olympus dagegen in die Kamera. Ein nicht-stabilisiertes Olympus-Objektiv macht also an einer Panasonic keinen Sinn. Klagen am Olympus-Stand über diese “Unverträglichkeit” (meiner Meinung nach) wurden vom Olympus-Mann abgeschmettert. Mein Wunsch nach mehr Tele und mehr Zoom fiel bei Panasonic aber doch auf fruchtbaren Boden: Dort verwies mich ein Herr auf das 100-300mm Tele µ4/3 von Panasonic 100-300mm-Tele.

Aber dort stand auch: Future. Genaueres konnte oder wollte er mir nicht sagen. Tja, dann warte ich halt auch noch mit dem Kauf. Olympus kommt zur Zeit mit der PEN nicht in Frage, zu wenige Features. Aber: es gab ja noch einen Mitstreiter, wenn auch nicht aus dem µ4/3-Lager. Samsung hatte schon vor einem Jahr ein spiegelloses DSLR-System im Alleingang angekündigt, die NX-Serie. Natürlich kam da ewig nix. Nun waren die Dinger in einem Schaukasten:

Aber die Aussage war auch hier: Bald. Irgendwann. Wann genau? Keiner weiß es. Keine näheren Angaben. Ich kam mir vor wie auf einer Duke-Nukem-Forever-Werbeveranstaltung: “Äh, das kommt demnächst! Ganz bestimmt!” Vaporware at it’s best. Man muß hier aber auch mal die andere Seite sehen. Bei Nikon und Canon nach Systemkameras ohne Spiegel zu fragen, läutete heftiges Grämen ein. Ich nehme mal an, die hatten die Frage schon zu häufig gehört. Und das ist gut so. Denn es bedeutet, daß es einen Markt für diese Art Kameras gibt. Und er könnte groß genug sein, daß man auf den Zug aufspringen wird. Wer läßt sich schon solche Märkte entgehen?

Das Outside-Programm war wie immer mäßig und auch TV-Shows Inside waren kaum vorhanden und wenn, in der üblichen, mauen Qualität. Auch andere Attraktionen fanden sich kaum, diesmal nichtmal im Asia-Lager. Die Chinesen haben teilweise auf den Ständen gepennt, waren leicht unwillig, Fragen zu beantworten und hatten den üblichen Tand. Ok, eine Gemüse/Früchtewaschmaschine hatte ich vorher auch noch nicht gesehen. Wot for? Die Koreaner waren etwas williger zu arbeiten, ebenso die Taiwaner, aber auch da hörte man relativ schnell: “Come on Wednesday, we’re selling everything!” Früher hatten die sich da etwas mehr geziert.

Tja, dann die Netbooks. Natürlich alles mit Redmond-Tax. Auf Nachfrage erzählte der MSI-Mann, Intel sei schuld, die CPU könne nur so wenig Hardware und dann ginge ja nur XP. Soso. Ich bestehe ja gar nicht drauf, daß die da ein Linux raufpacken. Das kriege ich auch alleine hin. Ich möchte schlicht keine Microsoft-Steuer bezahlen, denn das rottige System von denen nutze ich ja sowieso nicht. Aber einer rückte dann doch etwas mit der Sprache raus (nicht der MSI-Mann, ich werde jetzt auch keine Namen nennen…). Der Versuch, die Dinger ohne System zu verkaufen führte zu schleppender Belieferung der OEM-Ware und den damit verbundenen Lizenzen seitens der dunklen Macht. Da klagt niemand, schon gar nicht gegen so einen dicken Konzern, vor allem, wenn die Tatbestände schwammig bleiben. Und um 10% des Marktes zu bekommen, riskiert niemand die 90%, die er durch Windoof sicher hat. Und natürlich meinte der Typ, verdiene man ja auch ein bißchen am Windoof-Verkauf. Tja, immer wieder schön, wenn man ihnen sagt, dann kaufe ich halt Dell- oder HP-Netbooks, die kommen wenigstens mit Linux. Aber so ist die Welt, es ist schwierig, das zu bekommen, was man will.

Insgesamt war es zu voll. Blöde Idee, an einem Sonntag hinzustiefeln. Aber ich hatte keine Wahl dieses Mal. Den Vogel schoß Fujitsu-Siemens ab: die hatten einen Stand in einem Übergang von Halle 12 nach Halle 13 und genau dort veranstaltete man ein Gewinnspiel! Stau, Nerverei ohne Ende, vergrätzte Besucher: das wird dem Image von Fujitsu nicht geholfen haben, ich würde aus reine
m Protest dort nix mehr kaufen. Wenn ich denn überhaupt dort was kaufen würde. Wie auch bei anderen Herstellern: das meiste braucht man nicht. Es fehlen schlicht die Ideen. Wahrscheinlich sollen die doofen Gewinnspiele darüber hinwegtäuschen.

Im Haushaltsbereich habe ich wenigstens noch Kaffee für lau ergattert. Wobei die Dame mir gerade die preislichen Vorzüge nahe bringen wollte. 8 Pads nur 5 Euro! Das wären gerade mal 1,75 Euro pro Tasse Kaffee mit Energie, Wasser usw.! Zu Hause wohlgemerkt. Merkwürdige Rechnung, ich kam eigentlich auf weniger, aber wer bin ich, daß ich in die Werbung reinquatsche? Ich finde das schon unverschämt, wenn ich irgendwo einen Kaffee zum Mitnehmen bestelle, der so viel kostet. Aber geschenkt schmeckt ja immer besser, habe aber leider den Namen der Firma vergessen, bruhahaha…

Für die Jugend gab’s 2 Halfpipes mit BMX-Artisten und dann waren als erwähnenswerte Punkte noch ein Digital-Mikroskop-Hersteller namens IDCP aus Holland und Sony, die ebenso wie Samsung ein paar nette, ausgefallene Ideen zum Thema “Einrichtung einer Messehalle” hatten.

Wie auch immer, auch nächstes Jahr werde ich zu den Deppen gehören, die wieder hinwanken, in der Hoffnung, dort irgendwas Neues sehen zu können. Man ist an den schalen Geschmack im Mund mittlerweile dermaßen gewöhnt, daß man an Feinschmecker-Elektromärkten hochnäsig vorbei läuft.

Man bezichtigt mich des öfteren, von der Norm abzuweichen. Ich kann dazu wenig sagen, ich selbst fühle mich relativ normal, außer wenn mein Bauch seine Last zu stark vorwölbt. Aber angesichts dieser groben Anschuldigung muß ich doch sagen, daß meine Wahrnehmung oft eine andere ist. Man mag mich exzentrisch nennen, aber rund um mich rum ist irgendwie immer das “Center of Freaks”. Was ich damit meine? Nun, gestern war so ein Tag, in dem irgendwie nur leicht bizarre Geschehnisse um mich rum passierten und zwar OHNE meine Beteiligung.

Ich ging zu meinem favorisierten Hühnchen-Mann, um dort, na was wohl, Grill-Huhn zu kaufen. Eine ewig lange Schlange zweier Personen tat sich auf. Ich war gewillt, angesichts der Aussicht auf ein vor Fett triefendes, leckeres Hühnchen der Wartezeit ins Auge zu sehen und stellte mich an.

Während des Vorgangs meines Anstellens bemerkte ich, wie sich Nummer eins der Schlange ebenfalls anstellte. Und zwar ziemlich. Es war ein älterer Herr, die oberen Haare blond gefärbt, aber irgendwie schlecht, denn rundrum war noch ein grauer Kranz zu sehen. Dafür war es aber glatt gefönt. Oder so gewachsen. Oder so gekauft. Wie auch immer, er tat ein bißchen schwuler und zeterte mit dem Hühnerverkäufer rum: “Der Salat ist immer zu kalt, kannst Du den nicht noch neben die Hühner stellen, damit er etwas wärmer wird?” Hm, ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob Grau-Blondie den Verkäufer duzte, aber passen würde es irgendwie. Der war sichtlich von der Rolle und versuchte, die diversen Spezialwünsche des Kunden zufriedenzustellen. Wer weiß, was vorher alles war, ich war froh, nicht alles mitbekommen zu haben. Die Dame, die vor mir stand, blieb erstaunlich gelassen dabei. Sie war etwas älter, Typ “Diva-Oma” und als sie rankam, sagte Sie: “Ich hätte gerne das dunkle Hähnchen da oben!” Sie zeigte auf die Mitte einer Reihe, aber irgendwie war ihr das auch nicht braun genug. Sie entschied sich für eins der Seitenhühner, aber der Verkäufer lehnte freundlich aber bestimmt ab, er könne nur Spieß für Spieß leer machen und nicht die halbfertigen Spieße von oben. Sie stellte zwar zurecht die Frage, ob es denn nicht sonst verbrennen würde, weil es wirklich schon recht dunkelbraun war. Aber der Verkäufer blieb dabei. Als er ihr ein Huhn einpackte, moserte sie die ganze Zeit rum, es sei zu hell (was es nicht war).

Als ich rankam, konnte ich natürlich nicht an mir halten und sagte: “Wenn sie das dunkelbraune da oben nicht will, nehme ich es.” Die Frau hatte mich zwar leider überhört aber der Verkäufer war so fassungslos, daß ich ihn beruhigen mußte: “Schon gut, war’n Scherz, ich nehme eins von den unteren, die sind alle dunkel genug.”

Die schönen Episoden schreibt doch das alltägliche Leben. Aber das war noch nicht alles. Bei dem Hühnerwagen gibt’s keine Pommes und ein Huhn ohne Pommes ist einfach nicht mundend! Jedenfalls geht es mir so. Ich brauche den Geschmack von Pommes UND Huhn im Mund (und zwar gleichzeitig, so viel wie gerade so eben in die Fresse paßt). Also latschte ich weiter zu unserem örtlichen Burger-Laden (dit jelbe Emm) und holte dort meine passende Sättigungsbeilage für das triefende Federvieh. Neben mir an der Kasse in der nächsten Reihe standen 2 ältere Damen, die eine hatte gerade aufgehört zu telefonieren und die Thekenfrau fragte: “Was soll’s denn sein?”

Unruhe überfiel die Frau vor der Kasse, sie drehte sich zu der anderen um und fragte: “Was wollen wir eigentlich?” Die sagte nur: “Na, die Wings.” Numero Uno drehte sich wieder um und bestellte: “Die Wings!” Die Dame hinter der Kasse sagte: “Das heißt bei uns Nuggets. Darf’s sonst noch was sein?” Nun fiel ihr doch wieder ein, wo sie war und was sie wollte und sie bestellte ein Wasser. “Wollen Sie vielleicht ein Menü?” Schweigen. “Das wäre mit Pommes.” Die Frau fast erbost: “Ja, natürlich will ich Pommes! Also ein Menü!” Aber es ging noch weiter: “Ein 6er oder ein 9er Nuggets?” Entnervt drehte sich No. 1 wieder um: “6 oder 9?” No. 2 war nun ebenfalls heftig genervt und blaffte: “Wat soll’s, 9!” Schließlich kam Nummer 2 dran und bestellte einen BigMac aber ohne Majonnaise und noch diversen Extrawünschen, ich verließ darauf das Etablissement und bekam dadurch nicht mehr die volle Auseinandersetzung mit. Und ich dachte immer, ich wäre pissy mit meinen Sonderwünschen.

Damit ist bewiesen: ich bin deutlich durchschnittlicher als so manch anderer. Allerdings könnte man auch sagen: Dit is Berlin, wa’?

Von pissy zu zickig ist ja kein weiter Weg, deswegen führen wir hier einen gar nicht so entfernten Themenwechsel ein. Denn es gibt einen neuen TV-Sender im TV-Kabel: Timm. FAB mußte weichen, was kein Verlust ist. Cymone liebt Timm, denn es ist ein Schwulensender und sie meint, sie hätte sowieso einen schwulen Geschmack. Kunststück als Frau. Mir bringt der Sender nicht viel. Sendungen, in denen die “heißeste Drag-Queen” gesucht werden, sind für mich als Hetero relativ unspannend, haben aber wenigstens noch einen gewissen unterhaltsamen Faktor. Nachts kommen obligatorische Sex-Filmchen, in denen es Männer miteinander treiben, ebenfalls unspannend. Ich meine, mir persönlich ist es egal, wer mit wem warum ins Bett steigt und es tut mir auch nicht weh, im TV sich küssende Männer zu sehen, es ist halt nur vergleichbar mit: Aquarium als Testbild. Kann ich gut bei einschlafen.

Aber: ich breche hier trotzdem ein paar Lanzen für diesen Sender, weil er anders ist. Ich bin nicht die Zielgruppe, deswegen darf er für mich eingentlich so öde sein wie er will. Trotzdem fand auch ich etwas erfrischendes, was mich wach hielt: die Nachrichten. Die News auf Timm sind wahrlich anders. Natürlich geht es um Homo-Themen, aber schon mit sehr politischer Sichtweise. Und interessanterweise verbarrikadiert man sich nicht in seiner eigenen Welt, es geht generell um Toleranz. Einmal gab es eine Meldung, bei der ein Hetero-Mann in Neuseeland aus einer Kneipe rausgeflogen ist, weil er dem Betreiber zu schwul aussah. Hätte ich auch als Frechheit empfunden. Dieser Mann tat mehr, er ging als Hetero zum Gleichstellungsbeauftragten der Schwulen und schwärzte den Laden an, da gab es richtig Ärger für den Betreiber.

Und auch, wenn die meisten dieser Nachrichten mich nicht betreffen, so finde ich es wichtig, zwischen dem einheitlichen Genudel unserer Medien (ARD: “Der Papst hat gehustet!” ZDF: “Der Papst hat geröchelt” RTL: “Papst gleichauf mit Grippekranken!” Sat1: “Papst bald krank”) mal andere Nachrichten zu sehen. Im Internet ist es ja schon lange so, daß man durch die Blogs geht und deutlich andere Dinge wahrnimmt, als Spiegel & Co. berichten. Schön, wenn es endlich TV-Sender gibt, die wirklich mal was anders machen. Denn meistens treten sie mit der Werbung an: “Bei uns alles anders!” (Dieser Satz kein Verb) Und dann ist es doch nur das gleiche Geblubber.

Aber: Die News sind immer noch nicht alles. In einer Vorschau sahen wir die Werbung zu einer Serie: Gay Army. Ein Drill Instructor der US Army soll aus 9 schwulen Männern (3 Dänen, 3 Schweden, 3 Norweger) echte Soldaten machen. In der Vorschau war es deutlich lustiger als in echt, weil der Kontrast der 9 Probanden zu dem schreienden Drillboy nicht größer ausfallen konnte. Leider schreit der Typ während der Veranstaltung nicht genug rum, er schont sie gewissermaßen. Schade eigentlich, hätte man auch lustiger hinkriegen können. Z.B. wie bei anderen Mitmachshows: wer als letzter durchhält, kriegt einen Preis, oder so, mit Zuschauervoting. Angesichts meiner eigenen Weicheirigkeit sah ich mich in manchen der Typen wieder, während sie das Klo putzen mußten oder so, da bekommt die Show tatsächlich einen Mitlights-Faktor. Oder um es anders auszudrücken: es ist irgendwie alles drin. Nur leider ist es als Comedy aufgemacht, also wohl nix richtig echt, deswegen verliert das Ganze dann doch ein bißchen. Aber nehmen wir mal an, es wäre ernster gemeint, dann könnten die Weicheier, die mehr Hang zu Lipgloss und Haarlack haben, mal die andere Seite des Lebens kennen lernen. Das ist doch sicherlich eine Erfahrung, die man nicht missen möchte, oder? In der Show gibt’s nur einen, der total aus der Reihe tanzt, die anderen bemühen sich. Und wenn man die Samthandschuhe des Drill-Instructors so sieht und daß sie trotzdem mitmachen, so kann ich nur sagen: Hut ab! Wer es schafft, fast alle diese Jungs zum durch den Schlamm kriechen (Zitat: “Meine Frisur!”) zu kriegen, dürfte jedem etwas beibringen können, nämlich den inneren Schweinehund zu besiegen. Vielleicht könnte man aus Gay-Army-Troops sogar eine echte Elite-Truppe machen? Ich meine, welcher Feind flüchtet nicht schreiend, wenn er weiß, daß diese Marines ihn nicht nur töten würden, sondern auch noch vorher ficken? Wäre mal ‘ne interessante Kriegstaktik gegen religiöse Gotteskrieger.

Aber bevor ich in das Klischee “kein Taliban kann je wieder sitzen” oder irgendwelche Seifen-Bück-Witze abdrifte und damit nahezu Null-Niveau erreiche, beende ich das lieber hier. Obwohl ich die falsche Zielgruppe bin, rufe ich Timm zu: weiter so! Besonders die News!

Kurzer Nachtrag: Hermes Phettberg wurde interviewt! Und war lustig wie eh und je! Klasse!

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