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Archiv für die Kategorie ‘Nerdberzerk’

Boh, was für eine Mischung in der Titelzeile! Da leckt sich die Boulevardpresse sogar die Zehennägel für ab! Aber machen wir das Intro ein bißchen aufgelockerter…

Fefe lästert ja immer über den Spiegel und schimpft ihn “das ehemalige Nachrichtenmagazin”. Ich finde das nur bedingt fair, denn ziemlich viele Stories werden von dort angestoßen. Nicht immer zum Besten, aber mal ehrlich: welcher Verleger ist frei von Polemik (verkauft sich gut), Sensationsmache (verkauft sich halt besser) und Lobbyismus (ohne politischen Arm wird man zermalmt)? Insofern lasse ich mich nicht davon abhalten, hin und wieder den Spiegel Online zu lesen, denn verglichen mit Bild & Co. ist es ja schon fast echter Journalismus. Da man den sowieso nur bei kleinen Blogs erwarten kann (die dafür meistens aus dem Netz geklagt werden, wenn sie wirklich mal Insider-Infos veröffentlichen), ist das schon ok für so’ne große Bude.

Kommen wir deswegen mal zum ersten Aufmacher. Hier beschreibt der Spiegel sehr schön, wie man jetzt die Atom-Sicherheit noch ein bißchen aufweicht. Klar, nach heftigsten Problemen in Japan muß man das ja machen, um auf technisch gleiche Höhe herabzusteigen zu kommen. Aber mal ernsthaft: ist die Lobby hier komplett durchgeknallt? Ist das der Schritt zum beschleunigten Selbstmord einer Branche? Klingt fast wie die Erfindung von DRM für die Medien-Branche: “Selbst das Genick brechen für Dummies, mit anschaulichen Illustrationen!”
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…aber dann wieder weiter bei Virtualisierung und verschlüsselten Netz-Diensten!

Aber bleiben wir mal kurz beim aktüllen Atom-Problem: daß es die Franzosen mit in die Anti-Atom-Welle zieht, hätte ich ja nicht gedacht. Bisher war das ja logisch. Eine Nation, die immer noch die Zigarette als französisches Nationalsymbol hochhält (obwohl auch dort mittlerweile das Rauchverbot um sich greift), kann gar nicht gegen Atomkraft sein. Der Lungenkrebs rafft sie früher hin als Strahlung es je schaffen könnte. Gut, das ist ein bißchen gegen die aktuelle Statistik polemisiert, aber ich denke mal, das könnte es sein, was der Franzose mit Baskenkäppi, Baguette unterm Arm und auch dem sonstigen Aussehen von SuperDupont so gedacht haben könnte in der Vergangenheit. Und die Tatsache, daß den Asiaten, gerade den 100%-igen Japanern, die alles immer und überall perfektionieren und richtig machen, daß denen noch nie was um die Ohren geflogen ist. Das sind schließlich die Könige der Technik! Und dann passiert ausgerechnet in Japan ein GAU. Da könnte man schon auf den Gedanken kommen: wenn das disziplinierteste und technisch am weitesten entwickelte Land der Welt es nicht schafft, diese Technik zu beherrschen, ist Atom-Technik dann überhaupt von jemandem beherrschbar? Sollte man mal drüber nachdenken.

Aber zurück zu den weniger wichtigen Technik-Themen.
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Klaut die Cloud!

2011-03-15

Also theoretisch müßte man jetzt was über Japan, Tsunamis, Atom-SuperGAUs usw. schreiben. Das machen aber schon genug andere und ehrlich gesagt, mir reichen diese Bilder so langsam. Es ist grauenhaft, ja. Aber Japaner sind auch deshalb so ruhig, weil die immer mal wieder in ihrer Geschichte voll auf die Fresse kriegen, die können damit besser umgehen als jeder andere von uns. Insofern: ich glaube an deren Wiederauferstehungskraft: Erneuerung! (Bitte ohne Karussell…)

Deshalb werde ich jetzt niemanden enttäuschen und weiterhin technisches Gesülze von mir geben. Heute mein Thema: Die Cloud!
(Nein, es soll nicht heißen “Stirb Wolke!”…)
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Herrje, wo soll man anfangen? Am Besten beim Namen. Die Domain dicke-aersche.de hat nun einen sehr weiten Weg hinter sich. Angefangen hatte es als Gag, dann wurde eine Webseite bei 1&1 daraus und schließlich fand sich das Gesamtkonglomerat auf einem VServer bei vlinux.de wieder. Dann kam auch mail hinzu und sogar ein Blog, diverse Reiseberichte und Remote-Tools, damit man von überall auf der Welt einen sicheren Hafen anfahren kann.

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Zuerst mal etwas Nerviges:

WordPress ist absolut unhaltbar, wenn man irgendwie SSL einsetzen will. Ich habe mir damit die ganze Seite zersägt, nur weil ich den Admin-Krempel im HTTPS halten will. Dementsprechend war das Blog seit Freitag offline. Tja, irgendwie ist das alles nicht das Gelbe vom Ei. Die Idee, alles unter SSL laufen zu lassen, ist auch schlecht, weil ich nur ein self-signed Cert habe und zwar für eine IP aber diverse Hostnamen. Das ist alles Krampfe. Naja, keinen Schritt weiter gekommen, aber immerhin läuft’s wieder.

Aber kommen wir mal zu etwas Angenehmen. Vor einiger Zeit flatterte mir eine Einladung von der Hessischen Landesvertretung ins Haus. Ich war etwas perplex, weil mit Hessen hatte ich noch nie etwas am Hut. Dachte ich. Und dann stand da: Prof. Dr. Horst Zuse lädt ein zur Vorführung des Nachbaus der Zuse Z3. BOAH! Hammer! Als Nerd muß man da natürlich hin!

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, woher ich den guten Mann her kenne. Ich habe als Student beim Informatik Rechnerbetrieb der TU Berlin gearbeitet und das Zimmer neben meinem war seins. Ich hatte mir da nie einen Kopf drum gemacht, daß neben mir eine Berühmtheit der Computerindustrie saß, selbst wenn, ich ordne da eher nach Leistung ein. Und schließlich war es ja sein Vater, der die Z-Maschinen gebaut hatte. Horst Zuse stand für mich für Software-Metrik. Ein Thema, welches eigentlich wichtiger in der Welt der Bugs sein sollte, denn ökonomisch geschriebene Software hat auch deutlich weniger Fehler. Aber das Thema ist leider auch sehr trocken, insofern gar nichts für mich und eben leider viele Programmierer da draußen. Wie auch immer, ich war mir nie der Tragweite der ganzen Geschichte hinter diesem Mann bewußt und selbst später, wo ich mitbekam, wer sein Vater war, so ändert sich ja nicht die Beziehung zueinander, ich blieb oft genug ein bißchen respektlos, würde ich sagen. Naja, wer mich kennt, weiß, daß ich das nicht böse meine, aber ich laber nunmal oft, was ich so denke…

Wie auch immer, nun flatterte diese Einladung rein und ich sah den Mann auf einmal in einem ganz anderen Licht. Über ein Jahr (!!!) hat er an dem Ding rumgebastelt, mehr oder weniger ganz alleine. Hat versucht, günstig Relais und andere Gerätschaften zu bekommen, Sponsoren aufzutreiben, hat sein Arbeitszimmer in ein totales Chaos verwandelt (Cymone guckte mich immer schräg an, ich mußte beteuern, mein Chaos sei Zufall und keine Hommage an Horst Zuse), seine Frau war bestimmt total angenervt. Er hat sich durch unvollständige Manuskripte gewühlt, mußte mühselig die Fehler in den Aufzeichnungen seines Vaters korrigieren, undundund. Einen Haufen Arbeit erwähnte er während seines Vortrags und ich muß sagen: jetzt ist er für mich fast sowas wie ein Gott der Informatik! Ich selbst hätte das irgendwann hingeworfen, bei den Querelen, über die er da berichtet hat. Aber Respekt: er hat durchgehalten!

Hier mal ein paar Impressionen von den Gerätschaften:

Und ja: er hat das Ganze vorgeführt! Er hat 1+1 zusammengerechnet! Mit klackernden Relais! Und dann nach links in das 768 Bit fassende RAM verfrachtet! Das zweite RAM-Modul ist leider noch nicht ganz fertig, aber dieses Jahr war 100 Jahre Konrad Zuse und nächstes Jahr ist 70 Jahre Z3. Er hat also noch ein bißchen Zeit.

Ich war schwer beeindruckt! Und wer mich kennt, weiß, daß das nicht einfach ist, mich zu beeindrucken! Die Maschine selbst wird nun auf Wanderschaft gehen inklusive seines Vortrags, der übrigens noch dazu SEHR unterhaltsam war! Er hat die ganzen Anekdoten mit aufgenommen, wie Bill Gates den Apple Macintosh lobt, woher der Name “Bug” kommt (eine Programmiererin hatte eine tote Mücke im Relais entfernt und nannte es einen “Bug”, weil sie annahm, es sei ein Käfer) undundund!

BTW, die Dinger wurden damals tatsächlich verkauft an Firmen, welche sie wirklich einsetzten. Jaja, es gab auch Zeiten vor dem Taschenrechner! Da war man für jede Beschleunigung dankbar. Die ganze Veranstaltung war natürlich auch sehr nett. Das Essen und die Bewirtung insgesamt war gut, ich habe eine Menge alter Kollegen getroffen, die Reden der Politiker waren nicht lang und noch dazu unterhaltsam. Und es hat noch ein Herr Professor vom Mathematicum die Zukunft der IT kurz umrissen. Relativ düster. Aber da steht unsereins ja drüber, was? Der Master des Abends war am Ende ganz schön fertig, welch Wunder. Mußte er sich den halben Abend die gleichen Fragen anhören und sich dann auch noch mit so ‘nem komischen Typen wie mir ablichten lassen. Und mit vielen anderen auch. Aber es war SEIN Abend und ich ziehe den Hut in Ehrfurcht vor ihm! Bravo!

Das Zwischennetz wird auch in Zeiten höherer Bandbreiten als lahm bezeichnet und so versuchen Provider, sich gegenseitig durch Supi-Speed-Raten auszustechen. Bisher hatte ich das Telekom-Paket “Call and Surf Comfort Plus”, oder auch kurz 16 MBit download und 1 MBit Upload. Der Download war eigentlich für so gut wie alles ausreichend, sogar zum HD-Video gucken. Insofern ist das nicht der Grund, auf höhere Datenraten umzuschwenken, vor allem, wo Dutzende Server in der weiten Welt eine schlechtere Anbindung haben. Was bedeutet, daß die Leitung sich tatsächlich hin und wieder langweilt. Trotzdem habe ich auf VDSL geschielt. Denn hier erhöht sich nicht nur die Download-Bandbreite. Nein, vor allem die Upload-Rate geht drastisch hoch. Eigentlich wäre das Paket 50/10 (50 MBit Download und 10 MBit Upload) schön gewesen. Dumm nur: das geht zur Zeit nicht, weil hier alle 50/10-Ports voll sind. Also blieb nur der nächstkleinere Anschluß: 25/5. Und 5 MBit sind schon eine feine Sache. Früher hätte ich mich gefreut, so viel an Download-Bandbreite zu bekommen. Und nun also schon als Upload.

Aber ein Technologiewechsel ist ja nicht ohne. Man guckt erstmal, was da die Limits sind, die (mehr…)

Oder auch Intermezzo genannt. Ich habe es schon wieder getan! GeDuRöhrt! Ich pöser Pursche, ich! *selbstgeißel*

Aber damit sich andere mitgeißeln können, hier mal wieder ein Video (ich empfehle unbedingt die Ansicht als HD-Video!):



Dieses liebe Tierchen im Film war auf Fuerteventura zu bestaunen. Ich hatte es auch schonmal als Foto gezeigt. Da ich damals ja meine Canon Bridge mithatte, die auch HD aufnimmt, hatte ich noch ein paar Videos mit der Spinne gemacht. Und nun, da sich kdenlive und lmms endlich auch für richtig gute Produktionen eignen, dachte ich mir, da probiere ich doch einfach mal die Kombination dazu aus. Klar, Audacity war auch mit dabei. Aber es war deutlich leichter als vor 2-3 Jahren und damit auch viel schneller, ein Video vernünftig aufzubereiten. Und da soll nochmal einer sagen, mit Linux ginge das nicht…

YouTube hat es schon im HD-Format vorliegen und diesmal gibt’s an der Qualität auch wenig zu nörgeln, das könnte daran liegen, daß ich diesmal in 25K MP4 codiert habe, das Höchste, was der Render von kdenlive hergibt. Klar, ohne den Raynox 150 Makro-Vorsatz wären solche Aufnahmen nicht möglich gewesen, aber trotzdem ist die Komprimierungs-Art und -Größe bei Videos nicht unwichtig. Ich bitte auch zu entschuldigen, daß der Clip nicht so ruhmreich fix ist, im Grunde konnte ich froh sein, daß sie sich nicht so heftig bewegt, denn schon minimale Bewegungen der Spinne beförderten sie nicht nur aus dem Fokus, sondern gar gleich aus dem Bild. Der Clip ist CC, wie immer (Creative Commons, Non-Commercial, Namensnennung!), aber der Sound ist komplett frei, da kann man also rumsampeln, falls das wer will. Habe auch noch die Original-Loop, falls da Nachfrage besteht.

Und für alle, die meinen, so ein Insekt in der Größe (Original war gerade mal etwas mehr als ein Daumennagel, also nix mit Vogelspinne oder so…) wäre zu martialisch als Video, denen empfehle ich die Seiten der Deutschen Welle auf klingonisch. Und da halten manche dieses Blog für bizarr…

IPv6

2010-01-24

Tja, die IP-Adressen reichen offiziell noch bis Ende nächsten Jahres, jedenfalls wird es so gemunkelt. Glücklicherweise werden noch rechtzeitig ein paar Reserven freigekratzt. Das sind zu den momentan noch knapp 400 Mio. frei verfügbaren nochmal 50 Mio. mehr. Bei der jetzigen Verbrauchsrate knapp 75 Tage. Also reicht es noch bis zum Jahr 2012, so Mitte März über den Daumen. Die Szenarien, die dann kommen, werden diverse Händler weidlich ausnutzen, die Engpässe werden das Internet um ein Vielfaches verteuern. Also sollte man überlegen, wie man aus dem Schlamassel herauskommt. Ich wette, daß kurz vor der absoluten Knappheit jeder DSL-Provider seinen Kunden IPv6 anbieten wird. Momentan machen ja gerade die großen das nicht. Ich selbst würde das Angebot zur Zeit auch nicht annehmen. Klar gibt es Gateways in die IPv4-Welt, aber in der IPv6-Welt tauchen gerade mal 2700 Server auf. Und dann bin ich natürlich blutiger Anfänger. IPv4 mache ich nun seit Ende der 80er Jahre mit und kann TCP fast mitsprechen. Obwohl man uns in der Uni ja jahrelang OSI ans Herz legen wollte und das böse IP-Netz, welches sich üblerweise nicht zwischen Schicht 3 und 4 entscheiden konnte (Ketzer! Auf den Scheiterhaufen mit den Nicht-Normigen!), furchtbar bäh war. So bäh wie Microsoft.

Tja, wie die Kämpfe ausgegangen sind, wissen wir alle, aber nun jubeln die OSI-Macher wieder, denn bei IPv6 haben bestimmt einige von ihnen mitgewirkt. Alleine die Adreß-Länge: 128 Bit. 340 Sextillionen sind nun nicht gerade wenig. Und die Schreibweise in Hexadezimal-4er-Blocks ist alles andere als merkbar. Nirgends wird man ein DNS-System dringender brauchen. Und dann sehe ich die hirntoten SAP-Fuzzis, die auf ihren Systemen immer noch IP-Adressen direkt eintragen. Aber DNS ist wahrscheinlich nicht zertifiziert, in deren Augen ist ein 30 Jahre altes Namensauflösungssystem wahrscheinlich zu jung, es muß sich wahrscheinlich erst durchsetzen. Nunja, diese Leute wird es hart treffen, denn ich wette, die werden am Anfang von IP-Adressen nicht weggehen und bei IPv6 ist die Gefahr eines Vertippers geradezu merkbar erhöht. Ich ertappe mich selbst die ganze Zeit, wie ich ohne Maus-Cut-Paste quasi gar nichts mehr machen kann. Und das auf einem Linux-System, denen man immer nachsagt, da gäbe es ja gar nichts grafisches. Naja, wahrscheinlich nicht zertifiziert, dieses 30 Jahre alte X-Protokoll-System, zu neu…

Eigentlich sollte das gar kein “ich bashe hirntote Firmenpraktiken”-Thread werden, aber man nimmt ja mit, was man kann, höhö. Ich hatte also bisher keinerlei Kontakt zur IPv6-Welt. Das erste mal war auf dem CCC. Auf dem letzten Chaos Communication Congress hatten Leute FTP- und NFS-Server mit IPv6-Adressen aufgebaut. Und die waren sogar direkt von meinem Browser aus erreichbar! Was daran lag, daß in Linux der IPv6-Stack grundsätzlich aktiviert ist und die Ethernet-Karte sich neben der IPv4-Adresse eine IPv6-Adresse erzeugt. Auf dem CCC war natürlich IPv6 auf Switchen und Routern freigegeben und so konnte ich mich das erste Mal mit diesen ellenlangen Adressen rumschlagen. Denn DNS ist ja irgendwie beim CCC immer abwesend.

Nun las ich eben obige Links und dachte mir: es wird Zeit, selbst etwas zu tun. Die Frage ist nur: wie fängt man an? Es gibt unzählige Infos über IPv6, aber die Tutorials, wie man es Schritt für Schritt hinbekommt, waren doch eher kläglich. Was ich aber mitbekam: entweder man holte sich irgendwo Adressen (die gibt’s wirklich für lau!) und bittet dann den eigenen Provider, sich IPv6 auf die Dose schalten zu lassen. Das halte ich für verwegen, wenn man noch nie damit rumgespielt hat. Oder aber, man läßt die eigene Außen-IPv4-Adresse stehen und besorgt sich einen IPv4-to-IPv6-Tunnel. Interessanterweise gibt es viele Tunnel-Anbieter und so gut wie alle sind praktisch Promoter: man muß also nix bezahlen. Ich entschied mich für Sixxs, denn die Tutorials waren kurz und einfach gehalten. Man brauchte nur ein Tool namens AICCU und schon ging’s ab. Die Prozedur des Logins war etwas nervig, da man eine echte IPv6-Adresse bekommt, die einem dann gehört, wird man Eigentümer, also offiziell registriert mit Adresse, RIPE-Handle, usw. Dann haben sie eine Art Credit-System. Man bekommt bei Account-Eröffnung 25 Credits, dann kostet die Tunnelbeantragung 10 Credits und der Tunnel-Acknowledge nochmal 5. Um dann sein Kreditlimit zu erhöhen, muß man den Tunnel länger laufen lassen. Wenn man dann den Tunnel lange genug hat laufen lassen, kann man weitere Subnets beantragen. Ob das Sinn macht, ist eher unwahrscheinlich. Ich habe das so verstanden, daß sie mir ein /64-Netz “gegeben” haben (ob das nun für immer meins ist, glaube ich nicht, aber es sind echte offizielle Adressen). Das sind knapp 18 Trillionen Adressen. Ich habe es noch nicht geschafft, einem meiner Laptops eine dieser Adressen zu geben.

Da stehe ich echt noch im Wald, das ist alles sehr kompliziert. Ich verstehe auch diesen Verschwendungswahn nicht. Was soll ich mit 18 Trillionen Adressen??? Mir hätten 65536 locker gereicht. Wenn man subnetten kann, was ich auch noch nicht weiß. Vor allem dachte ich: oh Mann, wenn sie jedem 18 Trillionen geben, sind die 128 Bit doch ratzfatz dicht. Ich habe es ausgerechnet. Nehmen wir mal an, diese 2700 Server, die da im Netz announced werden haben alle /64-Netze. Dann wären schon 49 Trilliarden Adressen weg. Das scheint viel. Aber RIPE kann tatsächlich nochmal 6,8 Billiarden mal so viele vergeben. Das reicht sogar für jeden Einzelmenschen locker aus. Es sei denn, Särge kriegen demnächst ihr eigenes /64-Netz. Dann könnte es doch in ein paar Tausend Jahren knapp werden.

Aber kommen wir doch mal zum Nutzen: bringt es denn was? Zum einen bringt es, daß man seine Firewall komplett neu programmieren muß. Denn die IPv4-Firewall kennt die IPv6-Pakete ja nicht und läßt sie durch. Was besonders fatal ist, weil der Tunnel-Endpunkt (ich nutze das AYIYA-Protokoll, wg. dynamischer IPv4-Adressierung meines Außengateways und weil ich innen NATte) auch noch hinter meiner IPv4-Firewall liegt, die sieht das Ganze also nichtmal. Das ordentlich dicht zu kriegen, ist nicht einfach. Aber gibt es denn wirklich Dienste, für die sich IPv6 zur Zeit lohnt?

Ich habe genau einen gefunden: USENET/News. XS4All und ein paar andere lassen ihren News-Server auf IPv6-Seite komplett frei zugänglich. Ohne Volumenbeschränkung. IPv6-Promo. Klar haben sie ein Bandbreitenlimit und nur maximal 4 Connections usw. Aber das hat man bei so manchem Bezahl-News-Server auch. Mehr Sinnvolles habe ich noch nicht gefunden. Ich logge auch mittels Firewall erstmal alles mit, habe peinlich darauf geachtet, daß möglichst außer NTP (das braucht der Tunnel!) keinerlei Services auf IPv6 horchen. Außer SSH, da will ich mal sehen, ob’s wer versucht. Momentan kommen keinerlei Samba-Scans o.ä. Es scheint eine Art leerer Raum zu sein. Gut zum Spielen, Lernen, Ausprobieren. Mal sehen, wenn ich was falsch mache, werde ich dafür von Sixxs abgestraft. Das kostet Credits und wenn man bei Credit 0 ist, wird der Tunnel gesperrt. Ich werde jedenfalls mal versuchen, kleinere IPv6-Netze auf meiner Seite aufzuziehen. Alleine, um zu sehen: wie geht es denn nun praktisch? Denn daß wir eher früher als später nicht drumrum kommen, dürfte klar sein. Da kann es nie falsch sein, wenn man ein “Early Adopter” ist…

Fridtjof wies mich darauf hin, daß mein HDR-Kalender 2010 (bitte auf jeden Fall die Hinweise vor dem Printout beachten!) keine Erwähnung bzgl. offener Software hat. Er hat Recht, das hätte man in der Agenda unterbringen können, schließlich wurden nur freie Tools benutzt. OSS rulez! Free Software, Yeah! Da ich nun keine Lust habe, das nachzuholen (beim nächsten Kalender wird alles besser, bestimmt!), mache ich hier mal eine Auflistung an Software, was dafür notwendig war:

  • Linux: Natürlich! Zur Zeit nutze ich hauptsächlich Ubuntu. Aktuell die Version 9.10, Karmic Koala. Natürlich geht das aber auch mit Debian oder anderen Linux-Distributionen. Wobei ich bei Debian die Stable-Version meiden würde, die dürfte zu alt sein…
  • Die Einzel-Fotos selbst, die vor der Erstellung von HDRs benötigt werden, haben natürlich auch eine Vorgeschichte. Ich nutze eine Kamera von Canon dafür, die Powershot SX1. Canon deshalb, weil es dafür eine freie Firmware gibt, mit der man bis zu 11 Photos in einer Belichtungsreihe erstellen kann. Zwischen 7 (tagsüber) und 9 (nachts) Bilder braucht man nämlich tatsächlich, um perfekte HDR-Bilder zu machen. Standard-Kameras geben meistens maximal 3 Bilder vor, die noch dazu belichtungstechnisch nicht weit genug voneinander entfernt sind. Nur mit dieser Firmware ist es möglich, die Sache ordentlich zu machen, ansonsten muß man für jede Aufnahme mühselig von Hand die Belichtungszeit einstellen. Da kommt dann natürlich das Verwacklungsproblem hinzu, man muß die Bilder dann bei der HDR-Erstellung korrigieren, so daß sie aufeinander passen. Mit der automatischen Belichtungsreihe ist das ebenfalls nicht nötig.
    Übrigens habe ich auch noch eine Canon SX200IS, für die es die Firmware bisher nicht gab. Das hat sich scheinbar geändert, auch für diese Kamera gibt es nun diese Firmware. Das hat vor allem den Vorteil, daß ich 12 Megapixel bei übrigens deutlich besserem Sensor zur Verfügung habe im Gegensatz zu 10 Megapixeln bei der Powershot SX1 (und einem Sensor, der mehr bröselt). Und 10x-Zoom reicht bei HDRs völlig. Ich denke, ich werde demnächst mal mit der kleinen Canon losziehen, damit man mal einen Vergleich hat.
  • Momentan das einzige grafische Tool für Linux, welches ich bzgl. der Erstellung von HDR-Bildern kenne, ist QTPFSGUI. Der Name ist schräg, er setzt sich aus der Tatsache zusammen, daß es im Grunde eine grafische Oberfläche für die ursprünglichen PFSTools, einer consolenbasierten Methode, HDRs zu erstellen, ist. Schöner Satz, haha. Das QT kommt daher, daß es eben das QT-Toolkit für die grafische Darstellung nutzt. Nicht unbedingt ein Name, der Einzug in Marketing-Abteilungen versprechen würde. Wie auch immer, die Karmic-Version ist zur Zeit kaputt (HDR/EXR-Save bringt SEGV), weshalb ich empfehle, die Jaunty-Version zu installieren. BTW, die aktuelle Debian-Version hat (welch Wunder) das gleiche Problem.
  • Logischerweise wird bei Bildchenverarbeitung der Großkotz der freien Welt benutzt: Gimp! Theoretisch würde QTPFSGUI ausreichen, aber spätestens, wenn die Bilder nicht ganz gerade sind, kommt man um Gimp nicht drumrum. Meistens nutze ich aber Gimp, um verschiedene HDRs eines Bildes übereinanderzulegen. Denn: Der Mantiuk-Algorithmus ist oft zu kraß kontrastig bis hin zu massiven Rauschproblemen. Fattal ist meistens zu bunt und grell, ebenso wie Ashikhmin. Drago & Reinhard (05 ist besser als 02) sind oft zu standard-mäßig. Eine Kombination aus diesen 4-5 (mal nutze ich Reinhard, mal nicht) mit Überblendungen mittels Gimp führt oft zu perfekten Ergebnissen, die die Einzel-HDRs nicht haben. Deshalb: Gimp!
  • Zu guter Letzt: die Anordnung auf A3-Seiten mit Kalender-Gestaltung für das echte Feeling. Dafür bot sich OpenOffice geradezu an. Klar hätte man vielleicht auch LaTeX nehmen können, aber ich glaube, das hätte mir mehr Schmerzen bereitet. Mein letzter LaTeX-Use im größeren Umfang war meine Diplom-Arbeit…
    OpenOffice hat natürlich den direkten PDF-Export, weswegen hier auch nichts weiter nötig war.

Fridtjof wies mich noch auf ArgyllCMS hin, einer Software, mit der man Farbräume anpassen kann. Sowas wäre vor der Drucklegung vielleicht brauchbar gewesen, aber ich habe mich bisher mit Farbanpassungen wenig beschäftigt. Ob man das in den Prozeß rund um OpenOffice und PDF-Output hängen kann, weiß ich nicht. Aber zumindest ein guter Tip!

Das mit meinem HDR-Kalender 2010 wird doch schwieriger als erwartet. Ich war am Wochenende bei Sprintout, dem Copyshop bei mir around the Eck und wollte den Kalender dort drucken lassen. Zuerst mal als Hinweis: das PDF ist nicht auf Drucken farblich abgestimmt. Will heißen: auf dem Bildschirm hat es knackige Farben, im Druck wird es zu dunkel. Ich hatte das auch angemosert, aber da hieß es, bei deren Druckern könne man das nicht einstellen. Insofern also lieber zu einem Dienst gehen der das kann. Was aber wirklich erbärmlich war: A3-Druck nur mit Rand! Und es wird natürlich nicht das exakt auf A3-Druck eingestellte Bild runterskaliert, nein, es wird abgeschnitten. Also ich werde diesen Laden für A3-Druck meiden. Ich meine, jeder popelige A4-Drucker kann heute komplett randlos drucken und da erwarte ich in einem Copyshop, daß das dort auch für A3 geht, das sind schließlich superteure Ach-und-Krach-Maschinen. Ich wette auch, daß die das können, aber der Mann vor Ort es nicht konnte oder wollte, keine Ahnung. Klar hätte ich auch sagen können, das will ich so nicht, aber ich bleibe da fair, ich habe es veranlaßt, also zahle ich es (teuer, teuer, kann ich nur sagen). Immerhin konnte ich ja so rausfinden, wie man es NICHT macht, hat ja auch seinen Wert. Sozusagen als Hinweis an den Rest der Welt.

Ich werde das nun versuchen, in einem Internet-Shop meiner Wahl machen zu lassen. Es ist schon komisch, daß alle schreien, die lokalen Shops würden alle verschwinden wegen dem bösen Internet. Und kaum versuche ich den lokalen Shop vor Ort, geht das Ganze irgendwie völlig in die Hose. Bevor man das PDF also in den Copyshop der Wahl (ob nun Internet oder nicht) gibt, vorher unbedingt diese Fragen klären:

1. Geht ein A3-Randlos-Druck?
2. Wenn nicht, kann man das Druckbild wenigstens skalieren?
3. Geht eine Anpassung des Farbraums, damit der Ausdruck zumindest halbwegs der Helligkeit der Bildschirmdarstellung entspricht?

Ich rate dazu, daß unbedingt Frage 1 und 3 mit Ja beantwortet werden sollten. Interessant wäre auch, falls es einen Sprintout-Shop gibt, der das kann. Gibt ja mehrere in der Stadt. Nur, falls das jemand versuchen möchte. Denn ich kann mir nicht vorstellen, daß deren Maschinen das nicht handhaben können. Ich wette, man muß den richtigen unter denen finden. Vielleicht hängt’s sogar speziell von bestimmten Mitarbeitern ab?

Ach ja: Frohes Neues allerseits! :)

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