NEWS / BLOG auf DICKE-AERSCHE.DE

UK-Flag Click here to access my english BLOG US-Flag

Anzeige:
blog.dicke-aersche.de in 2D-QR-Barcode T-Shirt Shop von Dicke-Aersche.de blog.dicke-aersche.de in 2D-QR-Barcode



search 2013 adfgs

Archiv für die Kategorie ‘Bewegtbild’

Es gibt ja immer wieder komische Dinge, die man käuflich erwerben möchte. Dafür hat man ja bekanntlich das Internet erfunden. Problem: manchmal gibt es im Netz nix Perfektes. Oder aber: man will es wenigstens mal vor dem Kauf in der Hand haben. Kleines Beispiel: ein Handy-Aufsteller. Nein, ich meine damit nicht irgendwelche bescheuerten Sessel für’s Handy oder so. Es geht eher darum, Video mit dem Smartphone gucken zu können, ohne das Teil die ganze Zeit in der Hand halten zu müssen. Dazu hat die Industrie durchaus ein paar lustige Ideen, in billig: Saugnapf-Kugelln oder Mini-Pömpel. In teuer: irgendwelche Plastik- oder Papp-Schablonen.

Dann gibt es natürlich noch den Markt des Vertrauens vor der eigenen Haustür. Wer einmal beim Planeten oder Mädchenmarkt bestimmte Dinge gesucht hat, wird festgestellt haben, daß bestimmte Produkte zu Tausenden in Millionen Variationen angeboten werden. Andere dafür gar nicht. Das ist so, als würde man einen Supermarkt ausschließlich mit Cola & Erbsensuppe betreiben, dafür aber von 500 verschiedenen Firmen (und wahrscheinlich einem Anbauplan für 500 weitere Erbsensuppen- und Cola-Firmen). Oder anders gesagt: Fehlanzeige. Im gleichen Atemzug hatte ich festegestellt, daß diverse Gadget-Stores in Berlin-Mitte dicht gemacht hatten. Logisch, damit wird man die Ladenmieten wohl kaum begleichen können. Stattdessen finden sich rund um den Hackeschen Markt nur Schuh- und Klamottenläden. Und ich erkenne ein Muster: alles irgendwie gleich, nur von 100 verschiedenen Firmen. Der einzige Trost: so viele Touris & schwerreiche Scheichs kann es gar nicht geben, insofern werden die meisten von denen zu recht wieder sterben.

Aber wo war ich doch gleich stehengeblieben? Richtig! Ein Handy-Aufsteller zum Video-Gucken! Von der vorortigen Konsumwirtschaft enttäuscht, wandte ich mich also wieder dem Netz zu. Als Idee bleibt noch: Do it yourself! Wie schwierig kann es sein, so etwas selbst zu basteln? Und tatsächlich: zu Hunderten gibt es Videos und merkwürdige bis kranke Ideen, wie man sich sowas selbst bastelt. Nett war auch die Idee einer Toblerone-Packung, so zu finden auf dieser Seite. (ganz unten)

Eine der einfachsten Ideen war diese: Eine oder 2 alte Kredikkarten, zurechtschnippeln und flach mitnehmen. Kann man immer wieder auseinandernehmen und zusammenschieben. Sieht merkwürdig aus, ist aber tatsächlich superstabil und macht, was es soll. Vielleicht bestelle ich doch noch irgendwann einen teuren Aufsteller…*entnervt sei*

Ist schon schräg, daß man vermeintlich simple Dinge nicht in jedem Späti oder so kriegen kann. Diese Welt ist falschrum. Oder ich halt’ sie falsch rum…*träller*

Das Zwischennetz wird auch in Zeiten höherer Bandbreiten als lahm bezeichnet und so versuchen Provider, sich gegenseitig durch Supi-Speed-Raten auszustechen. Bisher hatte ich das Telekom-Paket “Call and Surf Comfort Plus”, oder auch kurz 16 MBit download und 1 MBit Upload. Der Download war eigentlich für so gut wie alles ausreichend, sogar zum HD-Video gucken. Insofern ist das nicht der Grund, auf höhere Datenraten umzuschwenken, vor allem, wo Dutzende Server in der weiten Welt eine schlechtere Anbindung haben. Was bedeutet, daß die Leitung sich tatsächlich hin und wieder langweilt. Trotzdem habe ich auf VDSL geschielt. Denn hier erhöht sich nicht nur die Download-Bandbreite. Nein, vor allem die Upload-Rate geht drastisch hoch. Eigentlich wäre das Paket 50/10 (50 MBit Download und 10 MBit Upload) schön gewesen. Dumm nur: das geht zur Zeit nicht, weil hier alle 50/10-Ports voll sind. Also blieb nur der nächstkleinere Anschluß: 25/5. Und 5 MBit sind schon eine feine Sache. Früher hätte ich mich gefreut, so viel an Download-Bandbreite zu bekommen. Und nun also schon als Upload.

Aber ein Technologiewechsel ist ja nicht ohne. Man guckt erstmal, was da die Limits sind, die (mehr…)

Oder auch Intermezzo genannt. Ich habe es schon wieder getan! GeDuRöhrt! Ich pöser Pursche, ich! *selbstgeißel*

Aber damit sich andere mitgeißeln können, hier mal wieder ein Video (ich empfehle unbedingt die Ansicht als HD-Video!):



Dieses liebe Tierchen im Film war auf Fuerteventura zu bestaunen. Ich hatte es auch schonmal als Foto gezeigt. Da ich damals ja meine Canon Bridge mithatte, die auch HD aufnimmt, hatte ich noch ein paar Videos mit der Spinne gemacht. Und nun, da sich kdenlive und lmms endlich auch für richtig gute Produktionen eignen, dachte ich mir, da probiere ich doch einfach mal die Kombination dazu aus. Klar, Audacity war auch mit dabei. Aber es war deutlich leichter als vor 2-3 Jahren und damit auch viel schneller, ein Video vernünftig aufzubereiten. Und da soll nochmal einer sagen, mit Linux ginge das nicht…

YouTube hat es schon im HD-Format vorliegen und diesmal gibt’s an der Qualität auch wenig zu nörgeln, das könnte daran liegen, daß ich diesmal in 25K MP4 codiert habe, das Höchste, was der Render von kdenlive hergibt. Klar, ohne den Raynox 150 Makro-Vorsatz wären solche Aufnahmen nicht möglich gewesen, aber trotzdem ist die Komprimierungs-Art und -Größe bei Videos nicht unwichtig. Ich bitte auch zu entschuldigen, daß der Clip nicht so ruhmreich fix ist, im Grunde konnte ich froh sein, daß sie sich nicht so heftig bewegt, denn schon minimale Bewegungen der Spinne beförderten sie nicht nur aus dem Fokus, sondern gar gleich aus dem Bild. Der Clip ist CC, wie immer (Creative Commons, Non-Commercial, Namensnennung!), aber der Sound ist komplett frei, da kann man also rumsampeln, falls das wer will. Habe auch noch die Original-Loop, falls da Nachfrage besteht.

Und für alle, die meinen, so ein Insekt in der Größe (Original war gerade mal etwas mehr als ein Daumennagel, also nix mit Vogelspinne oder so…) wäre zu martialisch als Video, denen empfehle ich die Seiten der Deutschen Welle auf klingonisch. Und da halten manche dieses Blog für bizarr…

Nur Informatives!

2010-07-20

Zuerst mal die wirklich informative Seite. Nachdem ich von der öligen Zukunft geschrieben hatte, riefen mir viele ins Gesicht: ach was, kann ja gar nicht sein! Du liest die falschen Blogs, Du bist ein Spinner unter anderen Spinnern und überhaupt, sowas würde ja nie passieren! Nun sind auch die Standard-Medien auf den Zug aufgesprungen und berichten über Öllecks, die nicht unbedingt dicht neben dem Hauptproblem sind (3km Entfernung ist nicht gerade benachbart). Natürlich wurde sofort danach wieder beschwichtigt, alles nicht so wild usw. Ich denke mal, die spielen das auf und ab Spiel so lange mit den Medien, bis es niemanden mehr interessiert. Eine gute Ausgewogenheit zwischen Dauerfeuer von guten und schlechten Nachrichten stumpft den interessierten Bürger ab. Insofern klingt das eher danach, als wenn das Abschreiben des Atlantiks schon beschlossene Sache ist. Cool finde ich, daß die Daten ja da sind (bzw. immer wieder durchsickern) und man so sehr gut die Tatktik von Politik und BP studieren kann. Man wird so offen verarscht wie selten, da wird so mancher Politik-Uni-Absolvent seine Freude dran haben.

Aber gut, wir müssen ja auch nicht alles wissen, nicht wahr? Manchmal ist es besser, weniger zu wissen, in Rußland ist es quasi eine Tugend, die einem das Leben verlängert. Meins verlängere ich ja konsequent durch Fahrrad fahren:


 


 

BTW, das eigentliche Video ist Full HD, also 1920×1080, will sagen 1080p und nicht 720p wie bei DuRöhre. Ich würde es ja hier zur Verfügung stellen, aber es hat knapp 550 MB und dafür hätte ich gerne irgendwo vernünftigen Filespace vorher. Hm, vielleicht werfe ich es auf die Dropbox, mal gucken. Dropbox ist meistens etwas lahm…

Update: Ärsche auf mein Haupt, bei den Röhrenmachern ist nun auch tatsächlich die 1080p-Version da. Ick staune! Wie auch immer, sie ist etwas runtergerechnet, meine eigene ist da wohl noch etwas fetter und besser. Aber man soll ja auch mal gute Entwicklungen loben und 1080p bei YouTube ist doch mittlerweile weit weg vom normalen Gepixel dort…

…verschwinden einfach so von meiner Seite, weil da jemand blöd rumgelöscht hat. Wenn ich den erwische, zwicke ich ihn heftig! *Aua*

Aber Herr Doktor, wir konnten den Arm des Videos retten:

Damit ist nicht gemeint: “Hallo, kann man hier Filme kaufen?” Sondern ich meine schon die Branche, die hier arme Photonen auf Zelluloid einsperrt. Was ja irgendwie trotz Digitalisierung immer noch passiert. Cymone und ich stehen dem deutschen Film ein klein wenig kritisch gegenüber. Meistens sind deutsche Filme oder Serien grau, einfallslos, humorlos, steif, zusammengekürzt, langweilig, dümmlich und oft mit immer den gleichen Schauspielern zusammengetackert. Wir vermuteten bisher vor allem den letzten Umstand als Grund für das klägliche Befinden des hiesigen Film und Fernsehbusinesses. Obwohl es natürlich Ausnahmen gibt. Manchmal kann man sogar Tatort gucken, aber das ist dermaßen selten, ca. alle 10 Jahre einer, das lassen wir mal außen vor. Es gibt Produktionen wie “Lola rennt”, da ist eine schöne Idee gut dargestellt, auch wenn man nicht drüber nachdenken sollte, wo die Frau in kurzer Zeit so vorbei läuft. Ebenso z.B. “Das Experiment”, das ist ein wunderbares Stück deutscher Film. Es gibt sicherlich auch noch andere, aber die Seltenheit solcher Schmuckstücke läßt sich hierzulande nicht abstreiten

Ganz furchtbar wird’s, wenn man an Serien denkt. GZSZ ist ja sowieso nur für eine hirntote Masse gemacht, ebenso die anderen Billig-Produktionen. Aber schon bei deutschen Krimiserien wie z.B. bei “Im Namen des Gesetzes” merkt man schnell: hier fehlt etwas, was im Original “Law and Order” drin ist. Die Leichtigkeit, die Witze am Rand, das menschliche eben. Die deutsche Serie hat den Charme von Robotern. Nicht, daß ich was gegen Science Fiction hätte, im Gegenteil. Aber soweit geht die Serie dann leider doch wieder nicht. Sie bleibt roboterhaft, ohne daß irgendwo interessante Technologie rumlungert. Ganz anders dagegen die US-Serien. CSI mag teuer produziert sein, aber schon NCIS ist eher am unteren Preissegment. Hier ist alles drin: Action, Witz, Spannung, ungewöhnliche Wendungen, das Spielen mit Klischees und und und. Wir fragten uns also immer: warum kriegen Deutsche das nicht hin? Und hatten die Schauspieler im Verdacht. Da hier ja eine Art Münchner Filmmafia die Stränge in der Hand hält, kommen auch immer wieder die gleichen Leute zum Zuge. Diese müssen sich entweder nicht anstrengen oder sie sind sowieso fehl am Platz. Natürlich könnten es auch die Drehbuchschreiber sein oder aber die Intendanten, die alles zusammenkürzen, was ihnen nicht paßt. Die Regisseure konnten wir außen vorlassen, denn so gut wie jeder deutsche Regisseur, der in die USA geht, bringt gute Filmarbeit auf die Leinwand.

Und dann geschah es. Wir sahen einen US-Film, in dem hauptsächlich deutsche Schauspieler zu sehen waren: Inglorious Basterds. Bis heute bin ich am rätseln, wo das E in “Basterds” herkommt. Wie auch immer, Tarantino ist eh etwas irre, insofern paßt das schon. Der Film selbst ist ganz nett, historisch natürlich etwas fragwürdig, aber darauf kommt’s ja bei einem solchen Film auch nicht an. Er war nicht so super wie Thilo ihn beschrieben hat, aber es ist ein guter Film. Mir hat er besser gefallen als die Kill-Bill-Reihe, die mir zu langatmig war. Also: wir haben einen guten Film mit Massen an deutschen Schauspielern. Noch dazu so mancher, der zur Garde derjenigen gehört, die man häufiger sieht, die also zur eingespielten hiesigen Filmmafia gehören. Mit anderen Worten: sie können ihr Handwerk, wenn man sie nur läßt. Nun bleiben nur noch 2 Sorten von Leuten übrig, die unsere Filmbranche langsam aber sicher zerstören: die Drehbuchschreiber oder die Intendanten bzw. Produzenten, also die Mächtigen. Um mal klarzustellen, daß es nicht der böse Downloader ist, sondern daß das meiste hier produzierte Zeug es noch nichtmal wert ist, ins Internet gestellt zu werden. Leider gibt es genug Gestörte, die sich das verkackte Zeug im TV angucken und damit Werbegelder generieren. Egal, wie kaputt diese Branche ist, sie wird es überleben. Schade. Ein Scheitern hätte die Hoffnung auf Besseres gehabt.

Nunja, vielleicht kommt Hoffnung von ganz unerwarteter Seite. So wie ich meine Bilder unter Creative Commons herausgebe, fangen nun Leute an, ganze Spielfilme unters Volk zu bringen. Mir ist unklar, wovon sie letztlich leben wollen. Andererseits hört man gerade von den Statisten, daß es am Filmset oft nur einen heißen Kaffee gibt, insofern machen sowieso nur die “Stars” wirklich Kohle. Wie auch immer, einer der ersten Spielfilme dieser Art heißt Valkaama (ja, for free! Wirklich! Freier Download! Echt!) und trotz des finnischen Titels ist es scheinbar ein polnischer Film. Immerhin gibt es mehrsprachige Untertitel. Coole Sache, gefällt mir. Was am besten ist: man kann nun Teile aus dem Film nehmen und was ganz eigenes draus basteln. Das ist schon ziemlich abgefahren…

Tja, deutsche Filmbranche, das Internet bringt einen weiteren Angriff auf eure verschworene Burg der Langeweile. Auch wenn ihr vielleicht über diesen Film lachen werdet, aber ich wette, es ist nur der erste aus einer langen Reihe von Filmen, die unter CC rauskommen werden. In der Musik sind es schon recht viele Künstler, die ihr Zeug unter CC rausbringen. Ich finde das optimal. Dann kommen endlich mal Enthusiasten (wie z.B. Tarantino) auch hierzulande mal nach oben. Und wenn diese Leute dann auch etwas irre sind, soll mir das egal sein, solange ihre Filme gut sind.

Man bezichtigt mich des öfteren, von der Norm abzuweichen. Ich kann dazu wenig sagen, ich selbst fühle mich relativ normal, außer wenn mein Bauch seine Last zu stark vorwölbt. Aber angesichts dieser groben Anschuldigung muß ich doch sagen, daß meine Wahrnehmung oft eine andere ist. Man mag mich exzentrisch nennen, aber rund um mich rum ist irgendwie immer das “Center of Freaks”. Was ich damit meine? Nun, gestern war so ein Tag, in dem irgendwie nur leicht bizarre Geschehnisse um mich rum passierten und zwar OHNE meine Beteiligung.

Ich ging zu meinem favorisierten Hühnchen-Mann, um dort, na was wohl, Grill-Huhn zu kaufen. Eine ewig lange Schlange zweier Personen tat sich auf. Ich war gewillt, angesichts der Aussicht auf ein vor Fett triefendes, leckeres Hühnchen der Wartezeit ins Auge zu sehen und stellte mich an.

Während des Vorgangs meines Anstellens bemerkte ich, wie sich Nummer eins der Schlange ebenfalls anstellte. Und zwar ziemlich. Es war ein älterer Herr, die oberen Haare blond gefärbt, aber irgendwie schlecht, denn rundrum war noch ein grauer Kranz zu sehen. Dafür war es aber glatt gefönt. Oder so gewachsen. Oder so gekauft. Wie auch immer, er tat ein bißchen schwuler und zeterte mit dem Hühnerverkäufer rum: “Der Salat ist immer zu kalt, kannst Du den nicht noch neben die Hühner stellen, damit er etwas wärmer wird?” Hm, ich bin mir gar nicht mehr so sicher, ob Grau-Blondie den Verkäufer duzte, aber passen würde es irgendwie. Der war sichtlich von der Rolle und versuchte, die diversen Spezialwünsche des Kunden zufriedenzustellen. Wer weiß, was vorher alles war, ich war froh, nicht alles mitbekommen zu haben. Die Dame, die vor mir stand, blieb erstaunlich gelassen dabei. Sie war etwas älter, Typ “Diva-Oma” und als sie rankam, sagte Sie: “Ich hätte gerne das dunkle Hähnchen da oben!” Sie zeigte auf die Mitte einer Reihe, aber irgendwie war ihr das auch nicht braun genug. Sie entschied sich für eins der Seitenhühner, aber der Verkäufer lehnte freundlich aber bestimmt ab, er könne nur Spieß für Spieß leer machen und nicht die halbfertigen Spieße von oben. Sie stellte zwar zurecht die Frage, ob es denn nicht sonst verbrennen würde, weil es wirklich schon recht dunkelbraun war. Aber der Verkäufer blieb dabei. Als er ihr ein Huhn einpackte, moserte sie die ganze Zeit rum, es sei zu hell (was es nicht war).

Als ich rankam, konnte ich natürlich nicht an mir halten und sagte: “Wenn sie das dunkelbraune da oben nicht will, nehme ich es.” Die Frau hatte mich zwar leider überhört aber der Verkäufer war so fassungslos, daß ich ihn beruhigen mußte: “Schon gut, war’n Scherz, ich nehme eins von den unteren, die sind alle dunkel genug.”

Die schönen Episoden schreibt doch das alltägliche Leben. Aber das war noch nicht alles. Bei dem Hühnerwagen gibt’s keine Pommes und ein Huhn ohne Pommes ist einfach nicht mundend! Jedenfalls geht es mir so. Ich brauche den Geschmack von Pommes UND Huhn im Mund (und zwar gleichzeitig, so viel wie gerade so eben in die Fresse paßt). Also latschte ich weiter zu unserem örtlichen Burger-Laden (dit jelbe Emm) und holte dort meine passende Sättigungsbeilage für das triefende Federvieh. Neben mir an der Kasse in der nächsten Reihe standen 2 ältere Damen, die eine hatte gerade aufgehört zu telefonieren und die Thekenfrau fragte: “Was soll’s denn sein?”

Unruhe überfiel die Frau vor der Kasse, sie drehte sich zu der anderen um und fragte: “Was wollen wir eigentlich?” Die sagte nur: “Na, die Wings.” Numero Uno drehte sich wieder um und bestellte: “Die Wings!” Die Dame hinter der Kasse sagte: “Das heißt bei uns Nuggets. Darf’s sonst noch was sein?” Nun fiel ihr doch wieder ein, wo sie war und was sie wollte und sie bestellte ein Wasser. “Wollen Sie vielleicht ein Menü?” Schweigen. “Das wäre mit Pommes.” Die Frau fast erbost: “Ja, natürlich will ich Pommes! Also ein Menü!” Aber es ging noch weiter: “Ein 6er oder ein 9er Nuggets?” Entnervt drehte sich No. 1 wieder um: “6 oder 9?” No. 2 war nun ebenfalls heftig genervt und blaffte: “Wat soll’s, 9!” Schließlich kam Nummer 2 dran und bestellte einen BigMac aber ohne Majonnaise und noch diversen Extrawünschen, ich verließ darauf das Etablissement und bekam dadurch nicht mehr die volle Auseinandersetzung mit. Und ich dachte immer, ich wäre pissy mit meinen Sonderwünschen.

Damit ist bewiesen: ich bin deutlich durchschnittlicher als so manch anderer. Allerdings könnte man auch sagen: Dit is Berlin, wa’?

Von pissy zu zickig ist ja kein weiter Weg, deswegen führen wir hier einen gar nicht so entfernten Themenwechsel ein. Denn es gibt einen neuen TV-Sender im TV-Kabel: Timm. FAB mußte weichen, was kein Verlust ist. Cymone liebt Timm, denn es ist ein Schwulensender und sie meint, sie hätte sowieso einen schwulen Geschmack. Kunststück als Frau. Mir bringt der Sender nicht viel. Sendungen, in denen die “heißeste Drag-Queen” gesucht werden, sind für mich als Hetero relativ unspannend, haben aber wenigstens noch einen gewissen unterhaltsamen Faktor. Nachts kommen obligatorische Sex-Filmchen, in denen es Männer miteinander treiben, ebenfalls unspannend. Ich meine, mir persönlich ist es egal, wer mit wem warum ins Bett steigt und es tut mir auch nicht weh, im TV sich küssende Männer zu sehen, es ist halt nur vergleichbar mit: Aquarium als Testbild. Kann ich gut bei einschlafen.

Aber: ich breche hier trotzdem ein paar Lanzen für diesen Sender, weil er anders ist. Ich bin nicht die Zielgruppe, deswegen darf er für mich eingentlich so öde sein wie er will. Trotzdem fand auch ich etwas erfrischendes, was mich wach hielt: die Nachrichten. Die News auf Timm sind wahrlich anders. Natürlich geht es um Homo-Themen, aber schon mit sehr politischer Sichtweise. Und interessanterweise verbarrikadiert man sich nicht in seiner eigenen Welt, es geht generell um Toleranz. Einmal gab es eine Meldung, bei der ein Hetero-Mann in Neuseeland aus einer Kneipe rausgeflogen ist, weil er dem Betreiber zu schwul aussah. Hätte ich auch als Frechheit empfunden. Dieser Mann tat mehr, er ging als Hetero zum Gleichstellungsbeauftragten der Schwulen und schwärzte den Laden an, da gab es richtig Ärger für den Betreiber.

Und auch, wenn die meisten dieser Nachrichten mich nicht betreffen, so finde ich es wichtig, zwischen dem einheitlichen Genudel unserer Medien (ARD: “Der Papst hat gehustet!” ZDF: “Der Papst hat geröchelt” RTL: “Papst gleichauf mit Grippekranken!” Sat1: “Papst bald krank”) mal andere Nachrichten zu sehen. Im Internet ist es ja schon lange so, daß man durch die Blogs geht und deutlich andere Dinge wahrnimmt, als Spiegel & Co. berichten. Schön, wenn es endlich TV-Sender gibt, die wirklich mal was anders machen. Denn meistens treten sie mit der Werbung an: “Bei uns alles anders!” (Dieser Satz kein Verb) Und dann ist es doch nur das gleiche Geblubber.

Aber: Die News sind immer noch nicht alles. In einer Vorschau sahen wir die Werbung zu einer Serie: Gay Army. Ein Drill Instructor der US Army soll aus 9 schwulen Männern (3 Dänen, 3 Schweden, 3 Norweger) echte Soldaten machen. In der Vorschau war es deutlich lustiger als in echt, weil der Kontrast der 9 Probanden zu dem schreienden Drillboy nicht größer ausfallen konnte. Leider schreit der Typ während der Veranstaltung nicht genug rum, er schont sie gewissermaßen. Schade eigentlich, hätte man auch lustiger hinkriegen können. Z.B. wie bei anderen Mitmachshows: wer als letzter durchhält, kriegt einen Preis, oder so, mit Zuschauervoting. Angesichts meiner eigenen Weicheirigkeit sah ich mich in manchen der Typen wieder, während sie das Klo putzen mußten oder so, da bekommt die Show tatsächlich einen Mitlights-Faktor. Oder um es anders auszudrücken: es ist irgendwie alles drin. Nur leider ist es als Comedy aufgemacht, also wohl nix richtig echt, deswegen verliert das Ganze dann doch ein bißchen. Aber nehmen wir mal an, es wäre ernster gemeint, dann könnten die Weicheier, die mehr Hang zu Lipgloss und Haarlack haben, mal die andere Seite des Lebens kennen lernen. Das ist doch sicherlich eine Erfahrung, die man nicht missen möchte, oder? In der Show gibt’s nur einen, der total aus der Reihe tanzt, die anderen bemühen sich. Und wenn man die Samthandschuhe des Drill-Instructors so sieht und daß sie trotzdem mitmachen, so kann ich nur sagen: Hut ab! Wer es schafft, fast alle diese Jungs zum durch den Schlamm kriechen (Zitat: “Meine Frisur!”) zu kriegen, dürfte jedem etwas beibringen können, nämlich den inneren Schweinehund zu besiegen. Vielleicht könnte man aus Gay-Army-Troops sogar eine echte Elite-Truppe machen? Ich meine, welcher Feind flüchtet nicht schreiend, wenn er weiß, daß diese Marines ihn nicht nur töten würden, sondern auch noch vorher ficken? Wäre mal ‘ne interessante Kriegstaktik gegen religiöse Gotteskrieger.

Aber bevor ich in das Klischee “kein Taliban kann je wieder sitzen” oder irgendwelche Seifen-Bück-Witze abdrifte und damit nahezu Null-Niveau erreiche, beende ich das lieber hier. Obwohl ich die falsche Zielgruppe bin, rufe ich Timm zu: weiter so! Besonders die News!

Kurzer Nachtrag: Hermes Phettberg wurde interviewt! Und war lustig wie eh und je! Klasse!

Kategorien

Archiv

August 2017
M D M D F S S
« Jun    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
-->


Blog-Seiten aufgerufen seit 9. Januar 2006:
digit digit digit digit digit digit digit digit
  Impressum