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Archiv für die Kategorie ‘Freiheit’

Bubble-Tea-Paranoia

2012-08-06

Vor gut einem Jahr haben wir ein leckeres Getränk kennengelernt. Es war im Ding-Dong-Center, in dem schon seit Ewigkeiten vorne beim Eingang ein Bubble-Tea-Laden existiert. Am Anfang hatten die wirklich nur Tee, dann kamen aber Joghurt- und Milch-Getränke und es wurde auch für mich interessanter. Mittlerweile ist nicht nur Cymone begeistert davon, sondern auch ich habe mich mitreißen lassen.

Und dann hämmert seit gut 3 Monaten die Politik auf diese Läden ein. Zugegeben: die Dinger schießen wie Pilze aus dem Boden. Und ja: Kids lieben das Zeug. Und wer einmal einen XL-Tea weggesüffelt hat, merkt recht schnell, daß eine weitere Mahlzeit unnötig ist. Aber: den gleichen Effekt haben auch: Marsriegel und andere Süßigkeiten. Und der Vergleich mit Cola erinnert mich an die Paranoia der Erwachsenen in meiner Kindheit: damals war Cola furchtbar böse, Kindern wurden die Augen zugehalten, damit sie die schwarze Brause möglichst nicht sehen, wenn sie serviert wird. Maximal dran riechen, schon Nippen an Cola und es wurde einem der Mund mit Seife ausgewaschen und ein kurzer Exorzismus durchgeführt! Es war hirntot bis zum Exzeß und ähnlich ist es nun auch mit dem Bubble-Tea.

Zu viel Kalorien? Und McDonalds, Burger King, Kentucky Schreit Ficken? Und was ist mit Fertiggerichten? Was mit Cola, Brause, Apfelschorle? Überhaupt: Dinge mit Geschmack, böse Aromen! Furchtbar, am besten alles verbieten, nur noch gesunde, geschmacklose, kalorienbefreite Nahrung zulassen! Und dann gefährlich: man könnte sich an den Bubbles verschlucken! Aber an Nüssen & Zuckerperlen nicht? Man kann auch vom Auto überfahren werden, wenn man die Straße überquert! Und in Asien gibt’s dieses Getränk seit den 80ern, erstaunlich, daß die noch nicht alle ausgestorben sind!

Am besten nicht rausgehen, draußen ist’s gefährlich! Dumm nur, daß ein Großteil der Menschen zu Hause stirbt! Drinnen ist’s auch gefährlich! Und nu? Was ist das für eine hirnverbrannte Mentalität, die einem da seit Jahren entgegenschwappt? An Flughäfen möchten sie am besten jedes Molekül einsehen, welches ein Flugzeug betritt, bei Naturkatastrophen wird als erstes gefragt: kann das bei uns auch passieren? Dazu passen dann TV-Sendungen, die über Asteroiden spekulieren, die das Leben auf der Erde auslöschen würden!

Hallo? Das ist mir scheißegal! Da kann ich nix gegen tun und ob ich mich an einer Fischgräte (gefährlich! kein Fisch essen!) verschlucke oder an einem Knochenrest vom Hähnchen (gefährlich, kein Huhn mehr essen!) oder mir Körner vom Brötchen in die Lunge rutschen und ich mich tothuste (Bio-Zeug, voll mit Körnern: gefährlich!), das ist mir sowas von Wurst! Leben ist lebensgefährlich, es endet immer mit dem Tod. Dieser Tatsache sollten die Panikmacher mal ins Auge sehen, der Tod gehört zum Leben! Oder wie es der Pessimist Nico Semsrott ausdrückt: Leben ist eine Krankheit, die durch Sex übertragen wird und mit dem Tod endet. Mannmannmann, ich könnte mich echt aufregen, so viel hirnverbrannte Scheiße, wie in letzter Zeit von Moderatoren, Politikern und Stiftung Warentest zum Thema Bubble-Tea kam, habe ich lange nicht mehr erlebt. Ist Nessy tot oder warum läßt man im Sommerloch die Minderbemittelten ins Fernsehen? Da gibt’s echt unterhaltsamere Enten, wenn sie sich schon mit Blödsinn befassen müssen…

Mußte ja mal gesagt werden. Das einzige, was mir dann doch die Lachtränen in die Augen treibt: je mehr die Paranoiker gegen Bubble-Tea hetzen, desto mehr Kids werden das Zeug schon aus Protest trinken. Coca & McDoof haben die gleiche Art Antiwerbung hinter sich und es hat ihnen nicht annähernd geschadet, sondern sie nach oben katapultiert. Man könnte fast das Gefühl kriegen, daß die, die da so emsig rumhetzen, als wäre es ein Nazi-Gesöff, selbst am Mammon beteiligt sind. Aber ich höre lieber auf, sonst sitze ich mit den Spinnern noch im selben Boot und geifere gegen alles und jeden… Das Leben ist schön!

Zum Abschluß nochmal ein Zitat von Nico, aus seinen Unglückskeksen: Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast Du’s hinter Dir! Guter Mann! So, jetzt geht’s mir besser…

Die Welt wird immer bekloppter. Auf der einen Seite kommt raus, daß eine Privatfirma heimlich (ob nun mit oder ohne Behördenzustimmung, darum wird noch gestritten) einen Kernreaktor in ihrem eigenen Mini-Bunker nahe New York betrieb, um Materialien zu testen. Auf der anderen Seite, daß die NSA in der Wüste von Utah eine riesige Datenhalde bauen will, wo sie den gesamten Globus überwachen können. Obwohl: ist das wirklich die andere Seite? Oder gehört das in den gleichen Topf? Vielleicht hätte man sich zusammentun sollen, dann hätte man wenigstens ein bißchen Strom, der nötig sein wird, die Yottabytes zu durchsuchen. Auch die Stasi hatte wahrscheinlich ein relativ vollständiges Bild ihrer Gegenseite. Mangels Auswertung nutzten und nützen diese Daten aber wenig, das gleiche Problem dürften die Datensammler der US-Horch-und-Guck-Fraktion haben. Noch dazu: das Datenwachstum ist, was sinnvolle Daten betrifft, maximal linear ansteigend. Der schwachsinnige Anteil der Daten (Facebook, Google+ und andere Foren) dürfte exponentiell ansteigend sein, was die Auswertung in naher Zukunft schwierig machen wird und in ferner eher unmöglich.

Einerseits ist das tröstend, weil die “Vorratsdatenspeicherung” oder eher Dauer-Ausspionage des Bürgers nicht mehr ganz so wild sein wird. (mehr…)

Nein, auch wenn der Titel es suggerieren mag, hier geht es nicht um einen Spanischen Robert, der die Cloud liebt und auch nicht um General Aldo, der aber mit seiner Aufforderung Recht hat…

Wie passend, vor gut einem Jahr versuchte ich aufzuzeigen, wie man sich Cloud-Systeme zu Nutze machen kann. Besonders, was Datenablage & Verschlüsselung betrifft. Nun hat der Cloud-Wahn natürlich nicht abgenommen, was irgendwie zu erwarten war, wenn Dinge gehyped werden.

Was mich massiv nervt, ist, daß die einzelnen Dienste einem heftig Steine in den Weg werfen, um den Nutzer in ihre Apps einzulullen um so natürlich Verschlüsselung auf Client- (also Nutzer-) Seite aus zu verhindern. Bisher gab es HiDrive von Strato und diverse andere Dienste (z.B. adrive.com oder sogar SkyDrive von Microsoft bis hin zur Amazon-Cloud) auf WebDAV-Basis. Wenn man
übrigens bei Strato löhnt, kriegt man auch SSHFS/CIFS-Anbindung (was wiederum zu meinem oben erwähnten Beitrag vom letzten Jahr führt). Aber das scheint eine krasse Ausnahme zu sein. Die meisten Dienste bieten WebDAV an, was nicht so simpel mit Client-seitiger Verschlüsselung betreibbar ist oder auch schlimmer: mit eigenem Client bzw. neumodisch gesagt, mit einer “App”. Der Client ist nämlich oft proprietär und deshalb gerade aus Linuxer-Sicht bäh. DARUM sollten sich die Datenschützer mal kümmern, das wäre produktiver als rechtlich die Wand anzubellen, ohne daß was passiert. Der Nutzer sollte die volle Kontrolle über seine Daten behalten können!

Aber es gibt auch Ausnahmen, die einem das Leben einfacher machen. (mehr…)

…etwas, was zum Tenor dieser Seiten paßt: Arsch-Security!

Zum Congress muß ich ja nicht mehr viel sagen, außer, daß man von außen wieder mal gef*ckt ist, weil die Streams zusammenbrechen, die Webseite nicht erreichbar ist, undundund. Da gab es den hoffnungsvollen Ansatz “No nerd left behind” mit Riesenaktionen wie VPNs und zugesicherter Bandbreite für Streams und feste IPs und dann versagt die Technik auf ganzer Linie. Naja, Chaos halt. Trotzdem sollte die Idee mit dem BCC so langsam überdacht werden, mehr Leute brauchen mehr Ressourcen! Wenn 90% draußen sind, werden die Streams das wohl kaum packen…

Tja, viel Zeit ging ins Land in den letzten Wochen. Es fing nach dem LinuxTag an, als ich mich mit Wine anfreundete. Kein Witz: das Ding ist brauchbar! Ab Version 1.3.19 laufen Spiele, Tools und sogar 3D-Zeug! “Wine Is Not an Emulator” (das Akronym zu Wine, Ralf hatte mich wohlwissenderweise korrigiert, ich hatte “Windows is…” geschrieben, wobei…:)) hat es geschafft. Da man wine in einzelnen “Bottles” starten kann, kann man Applikationen wunderbar jailen. Viren? Mir doch Wurst, dann habe ich halt einen in der einen Bottle. Raus kommt er da höchstens via Netz und da ist es ebenfalls nicht mein Problem, harhar. Aber mal ernsthaft, hier eine Kurzanleitung (bash-Style, tcsh-Nutzer wie ich machen vor das “WINEPREFIX” das Kommando env):

Wine installieren
cd /tmp
mkdir test
WINEPREFIX=/tmp/test winecfg
Einstellungen vornehmen, z.B. Full Screen oder nicht und: bei mir läuft nur emuliertes Audio, alles andere stürzt ab

Nun die Applikation installieren:
WINEPREFIX=/tmp/test /cdrom/setup.exe
cd test/drive_c/Programme/”Programmverzeichnis”
WINEPREFIX=/tmp/test wine Programm.exe

So ungefähr. Wenn Dinge fehlen wie VB-Runtime oder MFC-Libs, dann kann man die mittels des Kommandos winetricks (z.B. WINEPREFIX=/tmp/test winetricks apps mono28) nachladen und das Exe-File nochmal neu starten. Total easy! Der Wahrheit zuliebe sollte man erwähnen, daß nicht alles geht. Am besten, man versucht es zuerst mit Freeware. Oder Shareware. Oder Nagware. Oder…

Aber weiter im Text. Was war noch? Richtig: die Umstellung meines Blogs in Richtung Hetzner. Byebye NBIserv.de. Und gleichzeitig bin ich total entnervt von meiner Gallery. Klar, album war ein nettes Tool. Aber eben nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit. Was neues mußte her. Ich habe lange rumprobiert und glücklich bin ich auch mit der derzeitigen Wahl nicht: gallery2. PHP ist sowieso immer grenzwertig und die Themes von gallery2, nunja. Gallery3 bringt’s dagegen gar nicht und Konkurrenzprodukte? Schlechter Witz. Auch in WordPress eingebettete Plugins: alles Grütze. Also beiße ich nun in den sauren Apfel und sage:

Die neue Gallery (In Worten: media.dicke-aersche.de) ist eröffnet!

Die alte Gallery bleibt vorerst erhalten, wird aber wohl keinen Zuwachs mehr erhalten.

Passenderweise zur Eröffnung der neuen Gallery war gerade WGT (Wave-Gotik-Treffen) und ich habe knapp 4500 Fotos plus 500 Konzert-Schnappschüsse gemacht. Nach der Wegwerf-Phase bin ich nun bei 3000 Bildern gelandet und knapp 500 davon haben ihren Weg in die neue Gallery schon gefunden. Ich schätze, ich werde noch die Konzert-Pics reinbringen, aber alles andere dürfte nun fertig sein. Viel Spaß beim Gucken, Kommentieren und Bewerten!

BTW, ich behalte mir das Recht vor, unschöne Kommentare zu beseitigen. Ich weiß genau, daß es wieder Leute geben wird, die bei den Fotos austicken, weil ihnen irgendein IYFBP (Insert Your Favourite BodyPart) nicht paßt. Ich sage: mir gefallen alle Leute auf diesen Bildern, jeder von ihnen hat versucht, beim WGT was zu reißen und ich rufe den ganzen Langweilern, die nur ihren fetten Wanst in öden Shirts wogen, zu: macht’s besser, dann könnt ihr auch lamentieren! Kritik an meinen Fotokünsten dagegen ist eindeutig erlaubt und auch erwünscht!

Vielleicht noch soviel: als Entscheidungshilfe hatte ich Schärfe als Hauptkriterium genommen. Das führte dazu, daß diverse Sub- und Objekte nicht zentriert in der Bildmitte erscheinen. Putzigerweise ist bei einer Serie immer das erste und das letzte Bild am schärfsten. Mal abgesehen davon, daß ich bei den WGT-Bildern mein billiges 18-250mm-Objektiv von Sigma doch als leicht randschwächelnd wahrgenommen habe. Das macht sich bei Hochkant-Bildern bemerkbar, wenn sowohl Füße als auch Kopf leichte Unschärfen haben, aber die Mitte superscharf ist, obwohl eigentlich alles relativ in der gleichen Focus-Schärfe-Ebene liegt. Nächstes Mal versuche ich durch mehr Blende was zu reißen. Dann werden vielleicht auch die Bilder gegen die Sonne besser. Ich habe viel Ausschuß mit Halos, weil die Sonnenblende nicht reichte. Ich bin am überlgen, ob ich ein Verzeichnis aufziehe, in das ich die Bilder packe, die mir besonders am Herzen liegen, die aber durch Halos oder leichte Unschärfen stark verfremdet sind. Ist ja auch irgendwie Kunst, oder? :)

…aber dann wieder weiter bei Virtualisierung und verschlüsselten Netz-Diensten!

Aber bleiben wir mal kurz beim aktüllen Atom-Problem: daß es die Franzosen mit in die Anti-Atom-Welle zieht, hätte ich ja nicht gedacht. Bisher war das ja logisch. Eine Nation, die immer noch die Zigarette als französisches Nationalsymbol hochhält (obwohl auch dort mittlerweile das Rauchverbot um sich greift), kann gar nicht gegen Atomkraft sein. Der Lungenkrebs rafft sie früher hin als Strahlung es je schaffen könnte. Gut, das ist ein bißchen gegen die aktuelle Statistik polemisiert, aber ich denke mal, das könnte es sein, was der Franzose mit Baskenkäppi, Baguette unterm Arm und auch dem sonstigen Aussehen von SuperDupont so gedacht haben könnte in der Vergangenheit. Und die Tatsache, daß den Asiaten, gerade den 100%-igen Japanern, die alles immer und überall perfektionieren und richtig machen, daß denen noch nie was um die Ohren geflogen ist. Das sind schließlich die Könige der Technik! Und dann passiert ausgerechnet in Japan ein GAU. Da könnte man schon auf den Gedanken kommen: wenn das disziplinierteste und technisch am weitesten entwickelte Land der Welt es nicht schafft, diese Technik zu beherrschen, ist Atom-Technik dann überhaupt von jemandem beherrschbar? Sollte man mal drüber nachdenken.

Aber zurück zu den weniger wichtigen Technik-Themen.
(mehr…)

Klaut die Cloud!

2011-03-15

Also theoretisch müßte man jetzt was über Japan, Tsunamis, Atom-SuperGAUs usw. schreiben. Das machen aber schon genug andere und ehrlich gesagt, mir reichen diese Bilder so langsam. Es ist grauenhaft, ja. Aber Japaner sind auch deshalb so ruhig, weil die immer mal wieder in ihrer Geschichte voll auf die Fresse kriegen, die können damit besser umgehen als jeder andere von uns. Insofern: ich glaube an deren Wiederauferstehungskraft: Erneuerung! (Bitte ohne Karussell…)

Deshalb werde ich jetzt niemanden enttäuschen und weiterhin technisches Gesülze von mir geben. Heute mein Thema: Die Cloud!
(Nein, es soll nicht heißen “Stirb Wolke!”…)
(mehr…)

Herrje, wo soll man anfangen? Am Besten beim Namen. Die Domain dicke-aersche.de hat nun einen sehr weiten Weg hinter sich. Angefangen hatte es als Gag, dann wurde eine Webseite bei 1&1 daraus und schließlich fand sich das Gesamtkonglomerat auf einem VServer bei vlinux.de wieder. Dann kam auch mail hinzu und sogar ein Blog, diverse Reiseberichte und Remote-Tools, damit man von überall auf der Welt einen sicheren Hafen anfahren kann.

(mehr…)

Was für eine Woche! Zuerst die Wikileaks-Nummer: Die Medien ereifern sich über den Amateur-Verein, der interessanterweise mehr Material hat, als die ach so hoch-investigativen Journalisten. Die Politik ist erbost, schreit “Terror, Terror” und würde am liebsten das ganze Internet nicht mehr reinlassen. Erinnert mich immer an Honey, der Lindenberg nicht im Lampenladen auftreten lassen wollte. Tja, wenn große Diktatoren klein beigeben müssen, werden sich auch unsere Obrigkeitsvertreter mit Dreck bewerfen lassen müssen. Außerdem ist man die Bissigkeit ja von Titanic & Co. gewohnt, ich sehe also nicht, wo da das Problem sein sollte. Da waren ja nun nicht wirklich supergeheime Informationen dabei. Im Grunde eine Explosiv-Klatsch-und-Tratsch-Sendung der absoluten High-Society. Gut, hätte man sich vorher denken können, daß auch das nur Menschen sind, die die gleichen Fehler und Macken haben wie andere auch. Sah halt nur im TV immer schicker aus, war ja auch gut inszeniert. Diese Inszenierung fällt nun weg, was wirklich kein Verlust ist. “Runter vom Roß!” rufe ich den Politik-Verstümmlern zu, damit sie irgendwann vielleicht auch mal was im Sinne des Bürgers machen und nicht nur für spezielle Klientel.

(mehr…)

Seit dem 11. September 2001 werden Freiheitsrechte in der westlichen Welt Stück für Stück abgebaut. Mit dem Wort “Terror” kann man gegenüber den Bürgern so gut wie alles rechtfertigen. Vieles wird nicht kritiklos hingenommen, selbst der typische Bild-Zeitungsleser war wohl nicht ganz erfreut über die Nacktscanner. Aber es gibt ein Thema, da kämpfen nur einige wenige Freiheitsliebende für: Datenschutz

Alle trampeln auf ihm rum. Die Regierung will ihn nicht, weil sie genau wissen will, wer wieviel verdient, um die Steuereinnahmen anzukurbeln. Die Behörden wollen den Datenschutz nicht, weil man so verschiedene Raster wie “Geldeinnahmen” und “Hartz IV” nicht miteinander verknüpfen darf. Und viele andere Datamining-Möglichkeiten. Die Krankenkassen wollen den Datenschutz nicht, weil sie überall Betrug vermuten. Die Ärzte wollen keinen Datenschutz, weil sie so ohne ihn grenzenlos Daten zu Forschungszwecken austauschen können. Die Wirtschaft will ihn nicht, einerseits, um die Arbeitnehmer besser ausspionieren und unter Druck setzen zu können (= weniger Lohnkosten) und andererseits, weil man so den Kunden besser an sich ketten kann, wenn man alles über ihn weiß. Die Medien wollen den Datenschutz nicht, weil sie ohne ihn schneller und billiger an Informationen, Bilder usw. gelangen. Und natürlich, weil eifrig mit der Politik gekuschelt wird, die logischerweise fast komplett gegen den Datenschutz wettert. Dadurch trommeln die Medien heftig: Datenschutz sei Täterschutz. Das wiederum kommt beim Bürger gut an, wer will schon Täter schützen? Und natürlich das ewige Totschlagargument: wer nicht zu verbergen hat, braucht auch nichts zu fürchten. Damit bekommt man erstaunlich große Brügerschichten auf seine Linie und es ergibt sich ein unschönes Bild:

Ein Datenschutz-Niederwalz-Panzer rollt über eine Landschaft, die nur noch wenige Datenschutz-Knöspchen hat, vor ihm alle paar Kilometer ein Depp, der sich vor ein Pflänzchen wirft. Hinter dem Panzer läuft eine Meute mit Mistgabeln und Fackeln, die nachdem der Panzer drübergewalzt ist, das Pflänzchen (und den überfahrenen Retter) auch noch anzuzünden, in der Gewißheit, daß der Panzer gute Arbeit leistet und man ihn unbedingt bei seiner Arbeit unterstützen muß. Hin und wieder fällt einem Mitläufer auf, daß es ja die Pflanze ist, die er selbst gesetzt hat, aber dann ist es meistens zu spät und wenn er was sagt, werfen ihn seine Mitstreiter einfach unter den Panzer.

Das ist jedenfalls das Bild, das ich so im Kopf dazu habe. Fefe hatte von einer Datenschutzkonferenz berichtet, auf der sogar Datenschutzbeauftragte nicht gut wegkommen. Das kann etwas subjektiv sein, weil Fefe bei seinen Reden immer etwas provokant formuliert und deshalb erst Recht das dortige Gesamtvolk gegen sich hatte. Nichtsdestotrotz war die Haltung der Personen ziemlich eindeutig. Die meisten hatten als Grundhaltung, daß Datenschutz ihre Arbeit behindert. Interessante These dabei, weil es ja gerade um das Gesundheitssystem ging: Ärzte wüßten mit Computern umzugehen. Dieses kann man klar verneinen, ich arbeite in dem Bereich und habe selten mit Ärzten zu tun, die im IT-Bereich Ahnung haben (und das ist noch freundlich formuliert). Theoretisch ist das ja auch nicht ihr Ding, sie sollen heilen, aber die Verwaltung drückt den Ärzten natürlich zwangsweise IT auf. Und dann natürlich die internationalen Kooperationen: Der Arzt von heute muß Computernetze beherrschen und damit natürlich auch die Computer selbst. Dann kommen wir in folgendes Dilemma:

Medizin: geht rasant vorwärts. Forschung und Entwicklung sind kaum überblickbar, gerade auch in speziellen Bereichen. Da mitzuhalten, ist für so manchen Arzt schon ziemlich viel Arbeit.

Computer-Technologie: geht rasant vorwärts. Hier ist die Entwicklungsrate geradezu exponentiell. Nach wie vor ist diese Industrie immer noch eine der am stärksten sich verändernden Arbeitsbereiche.

Wie wird sich ein Arzt wohl entscheiden, welche Zeiteinteilung wird er vornehmen? Logisch, er ist Mediziner, also wird er sich mehr Zeit für die Medizin nehmen und den IT-Bereich gerade so eben vor sich hinstoppeln. Und so sieht es meistens auch aus. Das ist also ein unlösbares Problem, vor allem merkt man auch in Gesprächen, daß IT-Welt und Medizin-Welt selbst sprachlich schon weit voneinander entfernt sind. IT mag immer biologischer werden, trotzdem wäre es auch mit speziellen IT-Leuten, die den Ärzten zur Seite stehen, nicht geholfen. Außerdem würde das die Kosten wieder explodieren lassen.

Das, was daraus resultiert, sind unvermeidliche Datenlecks. In der von Fefe besuchten Konferenz klang es aber geradezu so, als müßten wir alle es allgemein akzeptieren, daß Privatsphäre bald alle ist. Zitat:

“…dann erzählte, er habe ja mal in Skandinavien gewohnt, und bei denen sei das ja selbstverständlich, dass die da die ganzen Daten offen verknüpfen, und da hätten sie ganz tolle Erkenntnisse draus gewonnen, z.B. Krebsrisiko für Kinder von Schwangeren, die irgendwas nehmen…”

Jetzt sollte man sich mal die Bevölkerungsstruktur Skandinaviens ansehen. Wenige Leute, verteilt auf viel Land. Da hilft man sich, da ist sowas wie Solidarität, gerade auch im Winter. Dadurch entsteht natürlich auch eine andere Art der Intimität, man vertraut sich einander. Da erzählt man sich sicherlich so einiges, was man hierzulande lieber für sich behält. Daraus resultiert bestimmt auch die große Toleranzschwelle, die man häufig bei den Skandinaviern findet: denen ist es völlig egal, ob der Nachbar im Gummianzug seine Frau anspringt. Da wird nächsten Tag höchstens kurz drüber diskutiert, MIT dem Nachbarn, ob es irgendwelche Unfälle gegeben hätte, ob er Hilfe braucht o.ä. Ich denke, gerade in Landschaften wie Bayern, wo die Toleranzgrenze um ein Vielfaches anders liegt, werden offen wandernde Daten zu interessanten Toleranztests führen. Bestes Beispiel sind die Nackt-Scanner. Ich bin mit FKK aufgewachsen, mir geht das total am Arsch vorbei, ob mich da einer nackt sieht. Wenn man sich aber mal den FKK-Atlas in DE ansieht, so ist die Anzahl derer, die das akzeptieren können, verschwindend gering. Und wenn diese Daten dann mangels Datenschutz kursieren, werden einige merken, daß Datenschutz vielleicht doch einen Wert hatte.

Eigentlich ist es verrückt, daß wir einem Datensammler wie Google, der offen zugibt, Daten über uns zu sammeln, eher trauen können, als allen anderen, die es “mit uns gut meinen”. Denn allen anderen ist unsere Datensicherheit scheißegal, da gibt es nämlich noch ein Kostenargument: sichere Daten = höherer Preis. Da auch hier die Preise gedrückt werden, wird Datensicherheit als erstes den Bach runtergehen. Bzw. ist ja schon häufig passiert. Nur bei Google nicht. Warum? Weil Google den Wert der Daten erkannt hat. Das scheinen die einzigen zu sein, die verstehen, welchen Wert private Daten haben. Natürlich arbeiten sie selbst damit, aber die wären ja bekloppt, diese Daten leaken zu lassen, dann hätten ja alle ihre Konkurrenten diese Daten auch. Nur unsere Regierung, unsere Behörden, unsere Gesundheitsysteme und unsere Medien meinen, daß unsere Daten nichts wert sind. Komischerweise aber wert genug, erfaßt zu werden. Es ist sogar richtig teuer, sie zu erfassen.

Letztlich sollte man also tunlichst immer lügen, wenn es nicht drauf ankommt. Man sollte nie ve
rgessen: im täglichen Leben ist Lügen ja nicht verboten. Man kann es aber auch genau andersrum machen. Ein Kunstprofessor namens Hasan Elahi hatte bei der Rückreise in seine Heimat USA Probleme bei der Einreise. Als muslimischer Vielreisender, gerade auch in die verdächtige moslemische Welt wollte man abenteuerliche Dinge von ihm wissen. Das hat ihn viel Zeit und Nerven gekostet, weswegen er die Sache offensiv angeht. Er hat immer einen Fotoapparat mit und hat ein Live-Tracking-System erstellt, damit jede Minute seines Lebens nachvollziehbar wird. Eine Zeit lang hat er damit das FBI genervt, bis sie entnervt aufgaben und nichts mehr von ihm wissen wollten. Die Masse der Daten scheint zu viel zu sein für die Datensammler. Er selbst sagt, daß offene Daten für Sammler wertlos sind, weil sie jeder haben kann. Also sammeln sie sie gar nicht erst. Als Kunstprofessor weidet er das Thema natürlich leidlich aus, macht daraus Ausstellungen usw. Schon schön, wenn man sein Leben durch die Fehler des FBI finanzieren kann.

Einerseits ist das ein großartiges Projekt. Andererseits birgt es die Gefahr in sich, daß die Politik irgendwann sagt: wenn der das kann, muß das jeder können. Dann werden wir endlich mal Blogs und Twitter-Dienste haben, die ihren Namen wert sind. Da ist Blippy dann nur noch eine lächerliche Spitze des Eisbergs. Und ja nicht unken: viele der Überwachungsdinge, die uns in den letzten Jahren ereilt haben, hatte man früher nicht für möglich gehalten. Ich sage, es gibt für alles eine technische Lösung. Babies werden keine Chips implantiert bekommen, sondern gleich Mini-Rundum-Kameras. Um seine Unschuld zu beweisen, falls es hart auf hart kommt. Und dann sind wir am Ende unseres Rechtssystems angekommen, in welchem zur Zeit noch unsereins die Schuld nachgewiesen werden muß und nicht andersrum. Bis dahin sollten wir uns darauf vorbereiten, chinesisch zu lernen. Die können diese ganzen Mechanismen viel besser und effizienter als wir und ich bin mir sicher, daß die Politik sich Experten holen wird, wenn es um den Voll-Abbau des Datenschutzes geht. Der Todesstoß läuft bereits.

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