NEWS / BLOG auf DICKE-AERSCHE.DE

UK-Flag Click here to access my english BLOG US-Flag

Anzeige:
blog.dicke-aersche.de in 2D-QR-Barcode T-Shirt Shop von Dicke-Aersche.de blog.dicke-aersche.de in 2D-QR-Barcode


Seit dem 11. September 2001 werden Freiheitsrechte in der westlichen Welt Stück für Stück abgebaut. Mit dem Wort “Terror” kann man gegenüber den Bürgern so gut wie alles rechtfertigen. Vieles wird nicht kritiklos hingenommen, selbst der typische Bild-Zeitungsleser war wohl nicht ganz erfreut über die Nacktscanner. Aber es gibt ein Thema, da kämpfen nur einige wenige Freiheitsliebende für: Datenschutz

Alle trampeln auf ihm rum. Die Regierung will ihn nicht, weil sie genau wissen will, wer wieviel verdient, um die Steuereinnahmen anzukurbeln. Die Behörden wollen den Datenschutz nicht, weil man so verschiedene Raster wie “Geldeinnahmen” und “Hartz IV” nicht miteinander verknüpfen darf. Und viele andere Datamining-Möglichkeiten. Die Krankenkassen wollen den Datenschutz nicht, weil sie überall Betrug vermuten. Die Ärzte wollen keinen Datenschutz, weil sie so ohne ihn grenzenlos Daten zu Forschungszwecken austauschen können. Die Wirtschaft will ihn nicht, einerseits, um die Arbeitnehmer besser ausspionieren und unter Druck setzen zu können (= weniger Lohnkosten) und andererseits, weil man so den Kunden besser an sich ketten kann, wenn man alles über ihn weiß. Die Medien wollen den Datenschutz nicht, weil sie ohne ihn schneller und billiger an Informationen, Bilder usw. gelangen. Und natürlich, weil eifrig mit der Politik gekuschelt wird, die logischerweise fast komplett gegen den Datenschutz wettert. Dadurch trommeln die Medien heftig: Datenschutz sei Täterschutz. Das wiederum kommt beim Bürger gut an, wer will schon Täter schützen? Und natürlich das ewige Totschlagargument: wer nicht zu verbergen hat, braucht auch nichts zu fürchten. Damit bekommt man erstaunlich große Brügerschichten auf seine Linie und es ergibt sich ein unschönes Bild:

Ein Datenschutz-Niederwalz-Panzer rollt über eine Landschaft, die nur noch wenige Datenschutz-Knöspchen hat, vor ihm alle paar Kilometer ein Depp, der sich vor ein Pflänzchen wirft. Hinter dem Panzer läuft eine Meute mit Mistgabeln und Fackeln, die nachdem der Panzer drübergewalzt ist, das Pflänzchen (und den überfahrenen Retter) auch noch anzuzünden, in der Gewißheit, daß der Panzer gute Arbeit leistet und man ihn unbedingt bei seiner Arbeit unterstützen muß. Hin und wieder fällt einem Mitläufer auf, daß es ja die Pflanze ist, die er selbst gesetzt hat, aber dann ist es meistens zu spät und wenn er was sagt, werfen ihn seine Mitstreiter einfach unter den Panzer.

Das ist jedenfalls das Bild, das ich so im Kopf dazu habe. Fefe hatte von einer Datenschutzkonferenz berichtet, auf der sogar Datenschutzbeauftragte nicht gut wegkommen. Das kann etwas subjektiv sein, weil Fefe bei seinen Reden immer etwas provokant formuliert und deshalb erst Recht das dortige Gesamtvolk gegen sich hatte. Nichtsdestotrotz war die Haltung der Personen ziemlich eindeutig. Die meisten hatten als Grundhaltung, daß Datenschutz ihre Arbeit behindert. Interessante These dabei, weil es ja gerade um das Gesundheitssystem ging: Ärzte wüßten mit Computern umzugehen. Dieses kann man klar verneinen, ich arbeite in dem Bereich und habe selten mit Ärzten zu tun, die im IT-Bereich Ahnung haben (und das ist noch freundlich formuliert). Theoretisch ist das ja auch nicht ihr Ding, sie sollen heilen, aber die Verwaltung drückt den Ärzten natürlich zwangsweise IT auf. Und dann natürlich die internationalen Kooperationen: Der Arzt von heute muß Computernetze beherrschen und damit natürlich auch die Computer selbst. Dann kommen wir in folgendes Dilemma:

Medizin: geht rasant vorwärts. Forschung und Entwicklung sind kaum überblickbar, gerade auch in speziellen Bereichen. Da mitzuhalten, ist für so manchen Arzt schon ziemlich viel Arbeit.

Computer-Technologie: geht rasant vorwärts. Hier ist die Entwicklungsrate geradezu exponentiell. Nach wie vor ist diese Industrie immer noch eine der am stärksten sich verändernden Arbeitsbereiche.

Wie wird sich ein Arzt wohl entscheiden, welche Zeiteinteilung wird er vornehmen? Logisch, er ist Mediziner, also wird er sich mehr Zeit für die Medizin nehmen und den IT-Bereich gerade so eben vor sich hinstoppeln. Und so sieht es meistens auch aus. Das ist also ein unlösbares Problem, vor allem merkt man auch in Gesprächen, daß IT-Welt und Medizin-Welt selbst sprachlich schon weit voneinander entfernt sind. IT mag immer biologischer werden, trotzdem wäre es auch mit speziellen IT-Leuten, die den Ärzten zur Seite stehen, nicht geholfen. Außerdem würde das die Kosten wieder explodieren lassen.

Das, was daraus resultiert, sind unvermeidliche Datenlecks. In der von Fefe besuchten Konferenz klang es aber geradezu so, als müßten wir alle es allgemein akzeptieren, daß Privatsphäre bald alle ist. Zitat:

“…dann erzählte, er habe ja mal in Skandinavien gewohnt, und bei denen sei das ja selbstverständlich, dass die da die ganzen Daten offen verknüpfen, und da hätten sie ganz tolle Erkenntnisse draus gewonnen, z.B. Krebsrisiko für Kinder von Schwangeren, die irgendwas nehmen…”

Jetzt sollte man sich mal die Bevölkerungsstruktur Skandinaviens ansehen. Wenige Leute, verteilt auf viel Land. Da hilft man sich, da ist sowas wie Solidarität, gerade auch im Winter. Dadurch entsteht natürlich auch eine andere Art der Intimität, man vertraut sich einander. Da erzählt man sich sicherlich so einiges, was man hierzulande lieber für sich behält. Daraus resultiert bestimmt auch die große Toleranzschwelle, die man häufig bei den Skandinaviern findet: denen ist es völlig egal, ob der Nachbar im Gummianzug seine Frau anspringt. Da wird nächsten Tag höchstens kurz drüber diskutiert, MIT dem Nachbarn, ob es irgendwelche Unfälle gegeben hätte, ob er Hilfe braucht o.ä. Ich denke, gerade in Landschaften wie Bayern, wo die Toleranzgrenze um ein Vielfaches anders liegt, werden offen wandernde Daten zu interessanten Toleranztests führen. Bestes Beispiel sind die Nackt-Scanner. Ich bin mit FKK aufgewachsen, mir geht das total am Arsch vorbei, ob mich da einer nackt sieht. Wenn man sich aber mal den FKK-Atlas in DE ansieht, so ist die Anzahl derer, die das akzeptieren können, verschwindend gering. Und wenn diese Daten dann mangels Datenschutz kursieren, werden einige merken, daß Datenschutz vielleicht doch einen Wert hatte.

Eigentlich ist es verrückt, daß wir einem Datensammler wie Google, der offen zugibt, Daten über uns zu sammeln, eher trauen können, als allen anderen, die es “mit uns gut meinen”. Denn allen anderen ist unsere Datensicherheit scheißegal, da gibt es nämlich noch ein Kostenargument: sichere Daten = höherer Preis. Da auch hier die Preise gedrückt werden, wird Datensicherheit als erstes den Bach runtergehen. Bzw. ist ja schon häufig passiert. Nur bei Google nicht. Warum? Weil Google den Wert der Daten erkannt hat. Das scheinen die einzigen zu sein, die verstehen, welchen Wert private Daten haben. Natürlich arbeiten sie selbst damit, aber die wären ja bekloppt, diese Daten leaken zu lassen, dann hätten ja alle ihre Konkurrenten diese Daten auch. Nur unsere Regierung, unsere Behörden, unsere Gesundheitsysteme und unsere Medien meinen, daß unsere Daten nichts wert sind. Komischerweise aber wert genug, erfaßt zu werden. Es ist sogar richtig teuer, sie zu erfassen.

Letztlich sollte man also tunlichst immer lügen, wenn es nicht drauf ankommt. Man sollte nie ve
rgessen: im täglichen Leben ist Lügen ja nicht verboten. Man kann es aber auch genau andersrum machen. Ein Kunstprofessor namens Hasan Elahi hatte bei der Rückreise in seine Heimat USA Probleme bei der Einreise. Als muslimischer Vielreisender, gerade auch in die verdächtige moslemische Welt wollte man abenteuerliche Dinge von ihm wissen. Das hat ihn viel Zeit und Nerven gekostet, weswegen er die Sache offensiv angeht. Er hat immer einen Fotoapparat mit und hat ein Live-Tracking-System erstellt, damit jede Minute seines Lebens nachvollziehbar wird. Eine Zeit lang hat er damit das FBI genervt, bis sie entnervt aufgaben und nichts mehr von ihm wissen wollten. Die Masse der Daten scheint zu viel zu sein für die Datensammler. Er selbst sagt, daß offene Daten für Sammler wertlos sind, weil sie jeder haben kann. Also sammeln sie sie gar nicht erst. Als Kunstprofessor weidet er das Thema natürlich leidlich aus, macht daraus Ausstellungen usw. Schon schön, wenn man sein Leben durch die Fehler des FBI finanzieren kann.

Einerseits ist das ein großartiges Projekt. Andererseits birgt es die Gefahr in sich, daß die Politik irgendwann sagt: wenn der das kann, muß das jeder können. Dann werden wir endlich mal Blogs und Twitter-Dienste haben, die ihren Namen wert sind. Da ist Blippy dann nur noch eine lächerliche Spitze des Eisbergs. Und ja nicht unken: viele der Überwachungsdinge, die uns in den letzten Jahren ereilt haben, hatte man früher nicht für möglich gehalten. Ich sage, es gibt für alles eine technische Lösung. Babies werden keine Chips implantiert bekommen, sondern gleich Mini-Rundum-Kameras. Um seine Unschuld zu beweisen, falls es hart auf hart kommt. Und dann sind wir am Ende unseres Rechtssystems angekommen, in welchem zur Zeit noch unsereins die Schuld nachgewiesen werden muß und nicht andersrum. Bis dahin sollten wir uns darauf vorbereiten, chinesisch zu lernen. Die können diese ganzen Mechanismen viel besser und effizienter als wir und ich bin mir sicher, daß die Politik sich Experten holen wird, wenn es um den Voll-Abbau des Datenschutzes geht. Der Todesstoß läuft bereits.

Damit ist nicht gemeint: “Hallo, kann man hier Filme kaufen?” Sondern ich meine schon die Branche, die hier arme Photonen auf Zelluloid einsperrt. Was ja irgendwie trotz Digitalisierung immer noch passiert. Cymone und ich stehen dem deutschen Film ein klein wenig kritisch gegenüber. Meistens sind deutsche Filme oder Serien grau, einfallslos, humorlos, steif, zusammengekürzt, langweilig, dümmlich und oft mit immer den gleichen Schauspielern zusammengetackert. Wir vermuteten bisher vor allem den letzten Umstand als Grund für das klägliche Befinden des hiesigen Film und Fernsehbusinesses. Obwohl es natürlich Ausnahmen gibt. Manchmal kann man sogar Tatort gucken, aber das ist dermaßen selten, ca. alle 10 Jahre einer, das lassen wir mal außen vor. Es gibt Produktionen wie “Lola rennt”, da ist eine schöne Idee gut dargestellt, auch wenn man nicht drüber nachdenken sollte, wo die Frau in kurzer Zeit so vorbei läuft. Ebenso z.B. “Das Experiment”, das ist ein wunderbares Stück deutscher Film. Es gibt sicherlich auch noch andere, aber die Seltenheit solcher Schmuckstücke läßt sich hierzulande nicht abstreiten

Ganz furchtbar wird’s, wenn man an Serien denkt. GZSZ ist ja sowieso nur für eine hirntote Masse gemacht, ebenso die anderen Billig-Produktionen. Aber schon bei deutschen Krimiserien wie z.B. bei “Im Namen des Gesetzes” merkt man schnell: hier fehlt etwas, was im Original “Law and Order” drin ist. Die Leichtigkeit, die Witze am Rand, das menschliche eben. Die deutsche Serie hat den Charme von Robotern. Nicht, daß ich was gegen Science Fiction hätte, im Gegenteil. Aber soweit geht die Serie dann leider doch wieder nicht. Sie bleibt roboterhaft, ohne daß irgendwo interessante Technologie rumlungert. Ganz anders dagegen die US-Serien. CSI mag teuer produziert sein, aber schon NCIS ist eher am unteren Preissegment. Hier ist alles drin: Action, Witz, Spannung, ungewöhnliche Wendungen, das Spielen mit Klischees und und und. Wir fragten uns also immer: warum kriegen Deutsche das nicht hin? Und hatten die Schauspieler im Verdacht. Da hier ja eine Art Münchner Filmmafia die Stränge in der Hand hält, kommen auch immer wieder die gleichen Leute zum Zuge. Diese müssen sich entweder nicht anstrengen oder sie sind sowieso fehl am Platz. Natürlich könnten es auch die Drehbuchschreiber sein oder aber die Intendanten, die alles zusammenkürzen, was ihnen nicht paßt. Die Regisseure konnten wir außen vorlassen, denn so gut wie jeder deutsche Regisseur, der in die USA geht, bringt gute Filmarbeit auf die Leinwand.

Und dann geschah es. Wir sahen einen US-Film, in dem hauptsächlich deutsche Schauspieler zu sehen waren: Inglorious Basterds. Bis heute bin ich am rätseln, wo das E in “Basterds” herkommt. Wie auch immer, Tarantino ist eh etwas irre, insofern paßt das schon. Der Film selbst ist ganz nett, historisch natürlich etwas fragwürdig, aber darauf kommt’s ja bei einem solchen Film auch nicht an. Er war nicht so super wie Thilo ihn beschrieben hat, aber es ist ein guter Film. Mir hat er besser gefallen als die Kill-Bill-Reihe, die mir zu langatmig war. Also: wir haben einen guten Film mit Massen an deutschen Schauspielern. Noch dazu so mancher, der zur Garde derjenigen gehört, die man häufiger sieht, die also zur eingespielten hiesigen Filmmafia gehören. Mit anderen Worten: sie können ihr Handwerk, wenn man sie nur läßt. Nun bleiben nur noch 2 Sorten von Leuten übrig, die unsere Filmbranche langsam aber sicher zerstören: die Drehbuchschreiber oder die Intendanten bzw. Produzenten, also die Mächtigen. Um mal klarzustellen, daß es nicht der böse Downloader ist, sondern daß das meiste hier produzierte Zeug es noch nichtmal wert ist, ins Internet gestellt zu werden. Leider gibt es genug Gestörte, die sich das verkackte Zeug im TV angucken und damit Werbegelder generieren. Egal, wie kaputt diese Branche ist, sie wird es überleben. Schade. Ein Scheitern hätte die Hoffnung auf Besseres gehabt.

Nunja, vielleicht kommt Hoffnung von ganz unerwarteter Seite. So wie ich meine Bilder unter Creative Commons herausgebe, fangen nun Leute an, ganze Spielfilme unters Volk zu bringen. Mir ist unklar, wovon sie letztlich leben wollen. Andererseits hört man gerade von den Statisten, daß es am Filmset oft nur einen heißen Kaffee gibt, insofern machen sowieso nur die “Stars” wirklich Kohle. Wie auch immer, einer der ersten Spielfilme dieser Art heißt Valkaama (ja, for free! Wirklich! Freier Download! Echt!) und trotz des finnischen Titels ist es scheinbar ein polnischer Film. Immerhin gibt es mehrsprachige Untertitel. Coole Sache, gefällt mir. Was am besten ist: man kann nun Teile aus dem Film nehmen und was ganz eigenes draus basteln. Das ist schon ziemlich abgefahren…

Tja, deutsche Filmbranche, das Internet bringt einen weiteren Angriff auf eure verschworene Burg der Langeweile. Auch wenn ihr vielleicht über diesen Film lachen werdet, aber ich wette, es ist nur der erste aus einer langen Reihe von Filmen, die unter CC rauskommen werden. In der Musik sind es schon recht viele Künstler, die ihr Zeug unter CC rausbringen. Ich finde das optimal. Dann kommen endlich mal Enthusiasten (wie z.B. Tarantino) auch hierzulande mal nach oben. Und wenn diese Leute dann auch etwas irre sind, soll mir das egal sein, solange ihre Filme gut sind.

Da ich ja erst vor kurzem angefangen habe, das Manual von CHDK durchzulesen, kam ich auf erstaunliche Möglichkeiten (ich berichtete darüber) gestoßen: weniger ISO, höhere Blende usw. Die Ergebnisse der SX200 waren ja auch wirklich recht gut. Nun dachte ich mir: versuchst Du das mal mit der SX1.

Und da tauchen schon die ersten Probleme auf. Die SX1 kann nur automatisch beim Einschalten mittels CHDK booten. Aber da gehen diverse Dinge nicht: Sprachenumschaltung auf Deutsch, Grid-Load, Script-Load uvm. Auch die Menüs sehen ganz anders aus, ich konnte das nämlich bei der SX200IS testen. Diese Kamera kann manuelles Nachbooten der CHDK-Firmware mittels “Fake-Firmware-Upgrade” und siehe da: alles funktioniert. Starte ich die SX200IS mittels Automatik-Boot, gehen auch hier diverse Dinge, genau wie bei der SX1, nicht. Aber gut, Skripte brauche ich zur Zeit nicht, das Standard-Grid reicht mir auch und Deutsch ist ebenfalls nicht so wichtig. Immerhin gehen die anderen Dinge wie: ISO16, Blende F11, Sensor-Temperatur usw.

Bei wenig Licht versuchte ich, den Schädelring nochmal mit der SX1 zu fotografieren. Standardmäßig kann man bei der SX1 auch im Manual-Mode maximal 1 Sekunde Belichtung einstellen. Das ist natürlich zu wenig. Mit CHDK kann man die Shutter-Zeit überschreiben. Bis 2048 Sekunden maximal. Was etwas Overkill ist. Ich fing also an mit 2,5 Sekunden. Die Bilder in der Bracket-Reihe wurden auch ordentlich angezeigt zwischendrin. Die SX1 läßt sich auch nicht doppelt so viel Zeit, wie die SX200IS, die genausoviel “Nachberechnungszeit” wie Belichtungszeit benötigt. Bei der kurzen Einblendung während der Reihe sahen die Bilder gut aus. Mittels Vergrößerung konnte ich aber massive Hot Pixel sehen. Ab dem 5-Sekunden-Bild, um genau zu sein. Es wird auch nicht besser, wenn ich ISO hochdrehe und die Blende runter. Diese Kamera hat nicht umsonst die Sperre bei 1 Sekunde Belichtung. Alles darüber scheint außerhalb der Bau-Spezifikation zu sein. Das ist natürlich sehr schade, weil sie einfach mehr Features als die SX200IS hat. Sollte sie auch haben: sie war teurer, hat mehr Zoom (logisch, ist ja ‘ne Bridge-Kamera), Focus-Platzierung undundund. Vielleicht liegt’s auch daran, daß ihr Counter bei 27000 Bildern steht und der Sensor dadurch etwas heftiger beansprucht worden ist. Andererseits: unterhalb von 5 Sekunden sieht man kaum Hot Pixel. Also alles etwas schwammig.

Zur SX200IS läßt sich also sagen, daß, obwohl sie eine Kompaktkamera ist, ihr Sensor scheinbar nicht nur größer, sondern sogar um Längen besser ist als der der SX1. Hier traten überhaupt keinerlei Hot Pixel auf. Dann die Tatsache, daß man hier manuell CHDK nachbooten kann und dadurch deutlich mehr Features nutzen kann. Es ist schon merkwürdig, daß viele Features nur bei Manual-Boot möglich sind. Da werde ich vielleicht mal ‘ne Anfrage in die CHDK-Foren schmeißen. Was nervt, ist die Doppelung der Belichtungszeit und: der Focus kann nicht platziert werden. D.h., kriege ich in der Mitte eines Objektes keinen Focus, muß ich die ganze Kamera bewegen, bis der Autofocus Erfolg meldet (grüner oder blauer Rahmen, gelb oder rot ist bäh). Das geht aber gerade auf dem Stativ nicht. Vielleicht wird es mit der Idee der festen Shutter-Vorwahl gehen? Das habe ich noch nicht ausgetestet. Das hat aber einen entscheidenden Vorteil: normalerweise wird das Objekt fokussiert, wenn man den Auslöser halb herunter drückt. Dann sieht man das Objekt mit der voreingestellten Belichtungszeit im Monitor. Ist es zu dunkel, findet die Kamera keinen Focus. Dann muß man die Belichtung hochdrehen, manchmal viel zu hoch. Mittels Shutter-Override passiert folgendes: der außerhalb von CHDK eingestellte Shutter ist aktiv und liefert ein klares Bild und einen klaren Focus, wenn man ihn z.B. auf 4 Sekunden stellt. Wenn Shutter-Override aber auf 2 Sekunden steht, so wird dieser ab dem Runterdrücken des Auslösers benutzt. Insofern ein guter Trick, um nicht zu helle Bilder zu erstellen, nur um einen Autofocus zu bekommen.

Hier nochmal in Kürze die Vorteile / Nachteile der beiden Kameras:

Kamera
&nbsp
Vorteile Nachteile
Canon Powershot SX1 IS
  • Mehr Zoom (bis 560 mm verglichen mit KB)
  • Warme Umgebung: AA-Batterien, hier halten sie länger
  • dynamische Fokus-Platzierung bis fast an die Ränder des Displays
  • keine Verzögerung bei den höheren Belichtungszeiten
  • RAW-Bilder auch unter Linux nutzbar
  • Klappdisplay und Sucher. Beides IMHO superwichtig bei einer Kamera.
  • Das Objektiv ist zwar nicht dafür gedacht, Vorsatz-Objektive anzubringen, nichtsdestotrotz habe ich einen Klemm-Adapter, mit dem das trotzdem geht. So habe ich durch den fetten Zoom einen sehr großen Makrobereich bekommen.
  • CHDK kann nicht manuell geladen werden. Das hat mehrere Nachteile. Zum einen funktionieren nicht alle Features von CHDK und zum anderen kann nur von einer Partition gebootet werden, die maximal 4 GB hat. Teilt man größere Karten auf und CHDK verkackt aus irgendeinem Grund, ist die 16 oder 32 GB-Karte mit der Kamera alleine nicht auf die volle Größe rückformatierbar.
  • Die Blende geht normalerweise nur bis F8, hier geht sie bis F11. Ich hatte mehr erwartet, z.B. F16.
  • Normalerweise kann die Kamera nicht mehr als 1 Sekunde Belichtung. Mit CHDK kommt man alleine durch Bracketing-Reihen auf mehr, es geht aber auch mittels Shutter-Override. Dabei hat sich gezeigt, daß der Sensor ab 10 Sekunden immer mehr hot pixel auf das Bild wirft. Ein reines Minenfeld. Der Sensor ist wohl für diese Kamera zu klein. Übrigens stiegt die Temperatur des Sensor nie über 36°. Noch dazu ist alles ab ISO400 aufwärts im Grunde unbrauchbar, selbst ISO200 riecht schon unangenehm…
  • Kalte Umgebung: AA-Batterien sind ratzfatz leergesaugt.
  • Ziemlich groß und schwer. Es ist halt ‘ne Bridge-Kamera…
  • Die Kamera liefert maximal 10 Megapixel, aber die Bilder scheinen so, als sei der Sensor eher für 8 Megapixel ausgerichtet.
Canon Powershot SX200 IS
  • Manuelles Laden mittels Fake-Firmware-Update ist möglich. Nur dann scheint man alle Features von CHDK nutzen zu können.
  • Sehr guter Sensor. Auch bei 40 Sekunden Belichtung keinerlei Hot Pixel! Noch dazu: bei ISO200 kaum Rauschen, selbst bei vollem Zoom und wenig Licht. Erst ab ISO400 wird es fragwürdig, unbrauchbar aber erst ab ISO800.
  • Kalte Gegend: Kaum Batterieverluste! Überhaupt macht die Li-ION-Batterie eine gute Figur. Und dabei bin ich Fan von AA-Akkus.
  • Leicht und klein. Paßt locker in die Hemdtasche, denn das Objektiv fährt bis auf einen schmalen Ring komplett ein.
  • Nicht so viel Zoom wie die SX1, aber für eine Kompaktkamera immerhin noch ansehnliche 336mm (verglichen mit KB), das ist hervorragend!
  • 12 Megapixel und zwar wirklich!
  • Verdoppelung der Belichtungszeit durch irgendeine sinnlose Art der Nachberechnung.
  • RAW-Bilder zur Zeit nicht unter Linux nutzbar. RAW-Bilder gehen sowieso nur mittels CHDK, nativ bringt diese Kamera keine RAW-Fähigkeiten mit.
  • Fester Fokuspunkt. Damit wird es bei größeren Flächen schwierig, einen Fokus und damit genug Schärfe zu bekommen. Man ist gezwungen, die Belichtungszeit hochzudrehen oder aber die Blende zu öffnen.
  • Kein Sucher und das Display ist nicht klappbar. Wenigstens ist es relativ groß.
  • Der Sensor erreicht manchmal fast 50°. Das ist nicht gesund und macht mir schon Sorgen. Bei -10° draußen immer noch 18° ist schon heftig…
  • Keine Möglichkeit für Vorsatzobjektive. Jedenfalls nicht ohne heftigste Basteleien.

Tja, was lesen wir daraus? Die Kamera, die ich haben will, gibt es nicht. Am liebsten hätte ich sie klein, mit viel Zoom, also hoher Brennweite, ‘nem super Sensor, Klappdisplay, Sucher, RAW-Bild-Möglichkeiten, enorm viel Megapixel, mit der Möglichkeit, die Blende bis F22 zuzuziehen und einem glasklaren manuellen Fokus-Wähler. Dann noch automatisches Exposure- und Focus-Bracketing bis 10 Bilder. Natürlich noch HD-Video, logisch! Klar, alles davon hat man nie zusammen. Einen Großteil davon hat man bei DSLRs. Interessanterweise bringt die Panasonic GH1 eine Masse davon mit. Aber sie ist leider auch sauteuer. Olympus hatte mit seiner PEN-Serie versucht, gegenzuhalten. Aber den Sucher aufzustecken, ist nun wirklich Schwachsinn. Mal abgesehen davon, daß für das, was diese Kamera so bietet, der Preis auch ein bißchen hoch ist. In Frage käme zur Zeit nur die E2 und auch die liegt schon bei 900 Ocken. Demnächst ist Samsung am Drücker mit seinem NX-System. Auch spiegellos plus fettem Sensor. Leider wird’s dafür zuerst kaum Objektive geben. Und: wie bei Olympus ist das Display nicht klappbar. Es ist zur Zeit wirklich schwierig…

Aber ich will nicht meckern. Wenigstens tut sich was im spiegellosen Markt der Systemkameras. Denn so ein olles, fettes DSLR-Teil, welches auch bedientechnisch grauenhaft ans 19. Jahrhundert erinnert (ich hatte mir einmal eine Canon DSLR ausgeliehen) möchte ich eigentlich nicht kaufen. Da bleibt nur die Hoffnung auf mehr Innovation von Panasonic, Olympus und Samsung. Und wer weiß? Novoflex ist schon auf den Micro-Four-Thirds-Zug aufgesprungen und hat Adapter für so gut wie jedes Objektiv in Richtung MFT. Obwohl Dimitri von solchen Adaptern abrät, weil man den Autofokus verliert. Vielleicht bewegt sich der ganze Markt demnächst in die spiegellose Richtung? Wäre super.

IPv6

2010-01-24

Tja, die IP-Adressen reichen offiziell noch bis Ende nächsten Jahres, jedenfalls wird es so gemunkelt. Glücklicherweise werden noch rechtzeitig ein paar Reserven freigekratzt. Das sind zu den momentan noch knapp 400 Mio. frei verfügbaren nochmal 50 Mio. mehr. Bei der jetzigen Verbrauchsrate knapp 75 Tage. Also reicht es noch bis zum Jahr 2012, so Mitte März über den Daumen. Die Szenarien, die dann kommen, werden diverse Händler weidlich ausnutzen, die Engpässe werden das Internet um ein Vielfaches verteuern. Also sollte man überlegen, wie man aus dem Schlamassel herauskommt. Ich wette, daß kurz vor der absoluten Knappheit jeder DSL-Provider seinen Kunden IPv6 anbieten wird. Momentan machen ja gerade die großen das nicht. Ich selbst würde das Angebot zur Zeit auch nicht annehmen. Klar gibt es Gateways in die IPv4-Welt, aber in der IPv6-Welt tauchen gerade mal 2700 Server auf. Und dann bin ich natürlich blutiger Anfänger. IPv4 mache ich nun seit Ende der 80er Jahre mit und kann TCP fast mitsprechen. Obwohl man uns in der Uni ja jahrelang OSI ans Herz legen wollte und das böse IP-Netz, welches sich üblerweise nicht zwischen Schicht 3 und 4 entscheiden konnte (Ketzer! Auf den Scheiterhaufen mit den Nicht-Normigen!), furchtbar bäh war. So bäh wie Microsoft.

Tja, wie die Kämpfe ausgegangen sind, wissen wir alle, aber nun jubeln die OSI-Macher wieder, denn bei IPv6 haben bestimmt einige von ihnen mitgewirkt. Alleine die Adreß-Länge: 128 Bit. 340 Sextillionen sind nun nicht gerade wenig. Und die Schreibweise in Hexadezimal-4er-Blocks ist alles andere als merkbar. Nirgends wird man ein DNS-System dringender brauchen. Und dann sehe ich die hirntoten SAP-Fuzzis, die auf ihren Systemen immer noch IP-Adressen direkt eintragen. Aber DNS ist wahrscheinlich nicht zertifiziert, in deren Augen ist ein 30 Jahre altes Namensauflösungssystem wahrscheinlich zu jung, es muß sich wahrscheinlich erst durchsetzen. Nunja, diese Leute wird es hart treffen, denn ich wette, die werden am Anfang von IP-Adressen nicht weggehen und bei IPv6 ist die Gefahr eines Vertippers geradezu merkbar erhöht. Ich ertappe mich selbst die ganze Zeit, wie ich ohne Maus-Cut-Paste quasi gar nichts mehr machen kann. Und das auf einem Linux-System, denen man immer nachsagt, da gäbe es ja gar nichts grafisches. Naja, wahrscheinlich nicht zertifiziert, dieses 30 Jahre alte X-Protokoll-System, zu neu…

Eigentlich sollte das gar kein “ich bashe hirntote Firmenpraktiken”-Thread werden, aber man nimmt ja mit, was man kann, höhö. Ich hatte also bisher keinerlei Kontakt zur IPv6-Welt. Das erste mal war auf dem CCC. Auf dem letzten Chaos Communication Congress hatten Leute FTP- und NFS-Server mit IPv6-Adressen aufgebaut. Und die waren sogar direkt von meinem Browser aus erreichbar! Was daran lag, daß in Linux der IPv6-Stack grundsätzlich aktiviert ist und die Ethernet-Karte sich neben der IPv4-Adresse eine IPv6-Adresse erzeugt. Auf dem CCC war natürlich IPv6 auf Switchen und Routern freigegeben und so konnte ich mich das erste Mal mit diesen ellenlangen Adressen rumschlagen. Denn DNS ist ja irgendwie beim CCC immer abwesend.

Nun las ich eben obige Links und dachte mir: es wird Zeit, selbst etwas zu tun. Die Frage ist nur: wie fängt man an? Es gibt unzählige Infos über IPv6, aber die Tutorials, wie man es Schritt für Schritt hinbekommt, waren doch eher kläglich. Was ich aber mitbekam: entweder man holte sich irgendwo Adressen (die gibt’s wirklich für lau!) und bittet dann den eigenen Provider, sich IPv6 auf die Dose schalten zu lassen. Das halte ich für verwegen, wenn man noch nie damit rumgespielt hat. Oder aber, man läßt die eigene Außen-IPv4-Adresse stehen und besorgt sich einen IPv4-to-IPv6-Tunnel. Interessanterweise gibt es viele Tunnel-Anbieter und so gut wie alle sind praktisch Promoter: man muß also nix bezahlen. Ich entschied mich für Sixxs, denn die Tutorials waren kurz und einfach gehalten. Man brauchte nur ein Tool namens AICCU und schon ging’s ab. Die Prozedur des Logins war etwas nervig, da man eine echte IPv6-Adresse bekommt, die einem dann gehört, wird man Eigentümer, also offiziell registriert mit Adresse, RIPE-Handle, usw. Dann haben sie eine Art Credit-System. Man bekommt bei Account-Eröffnung 25 Credits, dann kostet die Tunnelbeantragung 10 Credits und der Tunnel-Acknowledge nochmal 5. Um dann sein Kreditlimit zu erhöhen, muß man den Tunnel länger laufen lassen. Wenn man dann den Tunnel lange genug hat laufen lassen, kann man weitere Subnets beantragen. Ob das Sinn macht, ist eher unwahrscheinlich. Ich habe das so verstanden, daß sie mir ein /64-Netz “gegeben” haben (ob das nun für immer meins ist, glaube ich nicht, aber es sind echte offizielle Adressen). Das sind knapp 18 Trillionen Adressen. Ich habe es noch nicht geschafft, einem meiner Laptops eine dieser Adressen zu geben.

Da stehe ich echt noch im Wald, das ist alles sehr kompliziert. Ich verstehe auch diesen Verschwendungswahn nicht. Was soll ich mit 18 Trillionen Adressen??? Mir hätten 65536 locker gereicht. Wenn man subnetten kann, was ich auch noch nicht weiß. Vor allem dachte ich: oh Mann, wenn sie jedem 18 Trillionen geben, sind die 128 Bit doch ratzfatz dicht. Ich habe es ausgerechnet. Nehmen wir mal an, diese 2700 Server, die da im Netz announced werden haben alle /64-Netze. Dann wären schon 49 Trilliarden Adressen weg. Das scheint viel. Aber RIPE kann tatsächlich nochmal 6,8 Billiarden mal so viele vergeben. Das reicht sogar für jeden Einzelmenschen locker aus. Es sei denn, Särge kriegen demnächst ihr eigenes /64-Netz. Dann könnte es doch in ein paar Tausend Jahren knapp werden.

Aber kommen wir doch mal zum Nutzen: bringt es denn was? Zum einen bringt es, daß man seine Firewall komplett neu programmieren muß. Denn die IPv4-Firewall kennt die IPv6-Pakete ja nicht und läßt sie durch. Was besonders fatal ist, weil der Tunnel-Endpunkt (ich nutze das AYIYA-Protokoll, wg. dynamischer IPv4-Adressierung meines Außengateways und weil ich innen NATte) auch noch hinter meiner IPv4-Firewall liegt, die sieht das Ganze also nichtmal. Das ordentlich dicht zu kriegen, ist nicht einfach. Aber gibt es denn wirklich Dienste, für die sich IPv6 zur Zeit lohnt?

Ich habe genau einen gefunden: USENET/News. XS4All und ein paar andere lassen ihren News-Server auf IPv6-Seite komplett frei zugänglich. Ohne Volumenbeschränkung. IPv6-Promo. Klar haben sie ein Bandbreitenlimit und nur maximal 4 Connections usw. Aber das hat man bei so manchem Bezahl-News-Server auch. Mehr Sinnvolles habe ich noch nicht gefunden. Ich logge auch mittels Firewall erstmal alles mit, habe peinlich darauf geachtet, daß möglichst außer NTP (das braucht der Tunnel!) keinerlei Services auf IPv6 horchen. Außer SSH, da will ich mal sehen, ob’s wer versucht. Momentan kommen keinerlei Samba-Scans o.ä. Es scheint eine Art leerer Raum zu sein. Gut zum Spielen, Lernen, Ausprobieren. Mal sehen, wenn ich was falsch mache, werde ich dafür von Sixxs abgestraft. Das kostet Credits und wenn man bei Credit 0 ist, wird der Tunnel gesperrt. Ich werde jedenfalls mal versuchen, kleinere IPv6-Netze auf meiner Seite aufzuziehen. Alleine, um zu sehen: wie geht es denn nun praktisch? Denn daß wir eher früher als später nicht drumrum kommen, dürfte klar sein. Da kann es nie falsch sein, wenn man ein “Early Adopter” ist…

Das mit dem ISO16 hat mir ja keine Ruhe gelassen. Ich war also letztens auf der Steglitzer Brücke beim Bierpinsel, um dort noch ein paar Tests zu machen. Da gibt’s ja im Grunde 3 völlig unterschiedliche Motive. Das eine ist der HDR: Berlin, Steglitz, Bierpinsel Bierpinsel selbst. Er ist ja eigentlich rot, aber der Planet hat eine Leuchtfassade aus blauem Neon, da kriegt das alte 70ies Gebäude mächtig viel ab. Und was ich auch nicht wußte: er macht scheinbar wieder auf! Oben war Licht an und unten hing ein Schild am Pfahl, “Deutsche Küche”, das sah recht neu aus. Ich finde den Turm ja irgendwie cool, ich war noch nie da drin. Das muß ich mir irgendwann mal geben… Tja, dann ist auf der anderen Seite die große Baustelle. Vorher wurde an Karstadt geschraubt und gebuddelt, nun reißen sie Wertheim ab. Natürlich kriegen sie das irgendwie nie im Ganzen hin (oder vielleicht soll gar nicht alles weg?), also bleibt ein HDR: Wertheim-Rest ruinös anmutender Rest übrig. Fasziniert hat mich ja, daß da drin ein Auto parkt. Sehr merkwürdig. Ansonsten auch hier: blau, blau, blau von Saturn-Seite aus und die hintere Wand erscheint in dem üblichen Natrium-Dampflampen-Gelb. Zugegeben, ein DSLR würde das natürlich viel klarer darstellen, aber hey, dieses war eine Kompaktknipse! Wobei ich rauschtechnisch auch in anderer Hinsicht Glück hatte. Bei gefühlten -10° erreichte der Sensor der Kamera maximal 18°, hin und wieder fiel er auf 16° Celsius. Mittels CHDK kann man das nämlich auslesen. Zu Hause bringt er es locker mal auf 44°. Und wir alle wissen: je heißer das Ding wird, desto pixeliger werden die Bilder. Und: der Sensor leidet erheblich bei erhöhter Hitze, permanente Pixelausfälle können die Folge sein. Auch wenn es mir persönlich nicht gefiel, aber die Kälte war für die Kamera optimal. Übrigens hält der LiION-Akku deutlich länger durch als AA-Batterien. Das Plastik um den Akku scheint ihn vor der “Kälteausblutung” gut zu schützen. Übrigens: einen Nachteil hat die SX200IS gegenüber der SX1: sie kann den Fokus nicht innerhalb des Displays verschieben. Das ist natürlich extrem blöd, wenn man mit Stativ fotografieren muß. Das hat vor allem dazu geführt, daß ich noch weiter mit der Belichtung rauf mußte, sonst hätte ich keinen Focus bekommen. Also für Nachtbilder ist wohl die SX1 die bessere Wahl…

Tja, zu guter letzt noch ein Ghosting-HDR. ISO16 fordert seinen Tribut, vor allem was die längere Belichtungszeit betrifft. Es sind ja alles 9-Bild-Reihen hier, aber die längste Zeit waren 80 Sekunden, wobei man das sensortechnisch halbieren muß. 40 Sekunden Aufnahme und 40 Sekunden Berechnung. Ich frage mich immer: was macht dieses Ding da nur? Jedenfalls ist bei so langer Belichtung eine Menge Bewegung im Spiel: Fußgänger, Autos usw. Alles bewegt sich und erzeugt dadurch dann Geisterbilder. Das ist nicht immer gewünscht, aber ich bin der Meinung, bei HDRs gehört’s irgendwie dazu. Hier jedenfalls eine kleine Sicht auf die HDR: Schloßstraße Schloßstraße in Steglitz (Richtung: Nord) So, das war’s erstmal wieder. Was zur Zeit doof ist: ich habe auch ein paar RAW-Bilder gemacht, aber ich kriege die zur Zeit nicht dekodiert. Das RAW, was CHDK da erzeugt, ist irgendwie inkompatibel zu allem möglichen. Aber auch das werde ich sicher noch in den Griff kriegen. Diese und andere Bilder liegen wie immer bei Fotothing. So long!

Nach einem kleinen Abenteuerurlaub in die Welt des Fiebers bin ich nun wieder der Genesung nah und freue mich, mal wieder etwas aus meinem mittlerweile reichhaltigen Foto-Fundus rausgeben zu können. Fangen wir erstmal mit den schönen Infos zu CHDK an. Ich hatte ja bereits berichtet, daß eine meiner Kameras, nämlich die Canon SX200IS bisher von CHDK nicht supported worden war. Da sich das geändert hatte, konnte ich nun damit rumspielen. Und siehe da: kaum schaut man mal ins Handbuch, schon lernt man auch Dinge dazu. Bisher hatte ich nämlich kaum in die mittlerweile sehr umfangreiche Doku gesehen. Ich hatte mich auf Bracketing konzentriert und das war’s. Nun aber dachte ich: mit der kleinen Kamera ist vielleicht noch mehr möglich? Schließlich hat sie einen bedeutend besseren Sensor als die Canon SX1, wer weiß, ob man hier nicht noch was rausquetschen kann?

Ich sage nur: man kann. Mittels CHDK kann man auch noch die kleinste Blende rausquetschen, die geht. Die SX200IS geht normalerweise nur bis Blende 8. Mit CHDK kann man sie zur Blende 11 bewegen. 3 Blenden mehr, das hat schon was! Wobei das Bild nicht unbedingt viel schärfer wird. Aber immerhin! Doch dann gab es etwas, da ließ meine Begeisterung ja kaum nach: ISO-Bereichs-Änderung. Das geht nicht nur nach oben. Würde bei einem so kleinen Sensor auch keinen Sinn machen. Aber ich kam tatsächlich runter auf eine Einstellung von ISO10 laut CHDK. Interessanterweise nimmt die Kamera das aber nur als Richtwert und stellt den nächstbesten ISO-Wert ein, den sie von Hause aus kennt. Das wäre eigentlich ISO80, aber nein, diese Kamera kennt wohl auch Werte darunter. Jedenfalls sagte die Anzeige “ISO16″. Luja, sog I! Ich war begeistert! Dumm nur, nun ist es Winter und die Lichtverhältnisse sind alles andere als gut für solche ISO-Zahlen. Ich habe es trotzdem versucht. Bei einem Macro-Shot eines meiner Lieblingsringe. Zugegeben, die Qualität ist nun nicht so berauschend, wie ich erhofft hatte. Das lag zum einen daran, daß ich die Kamera nur abgestellt und kein Stativ benutzt hatte. Die einzelnen Bilder des HDRs liegen also nicht wirklich gut übereinander. Und: die Kombination mit der Blendenzahl 11 war dann wohl auch nicht so gut. Ich werde aber bessere Beispiele nachliefern. Vor allem werde ich das mal mit der SX1 probieren, denn diese Kamera rauscht deutlich mehr als die SX200, da wären gerade kleinere ISO-Zahlen angebracht. Also zur Info: das lilane/goldige Bild ist das ISO16-Blende-F11-Bild. Das lilane/silberne Bild ist mehr im Normalbereich, aber auch als 9-Shot HDR mittels CHDK entstanden. Das kreischend bunte ebenfalls, aber hier hatte ich tatsächlich ein bißchen mehr Licht:

Es sollte klar sein, warum das einer meiner Lieblingsringe ist, oder? Ein Schädel. Mit viereckigen Augen (Fernsehen? Monitor?). auf der einen Seite ein Telefon. Auf der anderen Seite ein Computer. Was will man mehr? Was die Schrift auf der Stirn bedeutet, weiß ich leider nicht. Aber wem das nicht reicht, dem präsentiere ich hier noch 3 HDRs aus unserem letzten Fuerteventura-Urlaub:

Ja, ok, manche sind ein bißchen pickelig, das liegt vor allem an den Algorithmen. Trotzdem fand ich die 3 sehenswert genug, um sie zu veröffentlichen. Wie immer Creative Commons, Creator-Nennung ist Pflicht und No Kommerz. Ansonsten viel Spaß damit! BTW, ich hatte zwischendurch auf abload.de Bilder veröffentlicht, weil Fotothing nur Bilder bis 1 MB Größe zuließ. Das hat sich nun geändert, weswegen ich nun wieder verstärkt Bilder auf fotothing.com veröffentlichen werde. Zum Beweis hier ein Bild, welches ich nicht verschlechtern mußte, das HDR-Panorama: Olympiastadion Berlin Olympiastadion von Berlin als HDR-Panorama. Dieses kommt als großes Panorama daher. Die neueren Bilder mache ich jetzt immer mit 90% oder 95% JPEG-Qualität. Klar, das Limit von 10 Bildern pro Tag bleibt bei Fotothing. Aber ich finde die Lösung trotzdem besser als bei Flickr.

Fridtjof wies mich darauf hin, daß mein HDR-Kalender 2010 (bitte auf jeden Fall die Hinweise vor dem Printout beachten!) keine Erwähnung bzgl. offener Software hat. Er hat Recht, das hätte man in der Agenda unterbringen können, schließlich wurden nur freie Tools benutzt. OSS rulez! Free Software, Yeah! Da ich nun keine Lust habe, das nachzuholen (beim nächsten Kalender wird alles besser, bestimmt!), mache ich hier mal eine Auflistung an Software, was dafür notwendig war:

  • Linux: Natürlich! Zur Zeit nutze ich hauptsächlich Ubuntu. Aktuell die Version 9.10, Karmic Koala. Natürlich geht das aber auch mit Debian oder anderen Linux-Distributionen. Wobei ich bei Debian die Stable-Version meiden würde, die dürfte zu alt sein…
  • Die Einzel-Fotos selbst, die vor der Erstellung von HDRs benötigt werden, haben natürlich auch eine Vorgeschichte. Ich nutze eine Kamera von Canon dafür, die Powershot SX1. Canon deshalb, weil es dafür eine freie Firmware gibt, mit der man bis zu 11 Photos in einer Belichtungsreihe erstellen kann. Zwischen 7 (tagsüber) und 9 (nachts) Bilder braucht man nämlich tatsächlich, um perfekte HDR-Bilder zu machen. Standard-Kameras geben meistens maximal 3 Bilder vor, die noch dazu belichtungstechnisch nicht weit genug voneinander entfernt sind. Nur mit dieser Firmware ist es möglich, die Sache ordentlich zu machen, ansonsten muß man für jede Aufnahme mühselig von Hand die Belichtungszeit einstellen. Da kommt dann natürlich das Verwacklungsproblem hinzu, man muß die Bilder dann bei der HDR-Erstellung korrigieren, so daß sie aufeinander passen. Mit der automatischen Belichtungsreihe ist das ebenfalls nicht nötig.
    Übrigens habe ich auch noch eine Canon SX200IS, für die es die Firmware bisher nicht gab. Das hat sich scheinbar geändert, auch für diese Kamera gibt es nun diese Firmware. Das hat vor allem den Vorteil, daß ich 12 Megapixel bei übrigens deutlich besserem Sensor zur Verfügung habe im Gegensatz zu 10 Megapixeln bei der Powershot SX1 (und einem Sensor, der mehr bröselt). Und 10x-Zoom reicht bei HDRs völlig. Ich denke, ich werde demnächst mal mit der kleinen Canon losziehen, damit man mal einen Vergleich hat.
  • Momentan das einzige grafische Tool für Linux, welches ich bzgl. der Erstellung von HDR-Bildern kenne, ist QTPFSGUI. Der Name ist schräg, er setzt sich aus der Tatsache zusammen, daß es im Grunde eine grafische Oberfläche für die ursprünglichen PFSTools, einer consolenbasierten Methode, HDRs zu erstellen, ist. Schöner Satz, haha. Das QT kommt daher, daß es eben das QT-Toolkit für die grafische Darstellung nutzt. Nicht unbedingt ein Name, der Einzug in Marketing-Abteilungen versprechen würde. Wie auch immer, die Karmic-Version ist zur Zeit kaputt (HDR/EXR-Save bringt SEGV), weshalb ich empfehle, die Jaunty-Version zu installieren. BTW, die aktuelle Debian-Version hat (welch Wunder) das gleiche Problem.
  • Logischerweise wird bei Bildchenverarbeitung der Großkotz der freien Welt benutzt: Gimp! Theoretisch würde QTPFSGUI ausreichen, aber spätestens, wenn die Bilder nicht ganz gerade sind, kommt man um Gimp nicht drumrum. Meistens nutze ich aber Gimp, um verschiedene HDRs eines Bildes übereinanderzulegen. Denn: Der Mantiuk-Algorithmus ist oft zu kraß kontrastig bis hin zu massiven Rauschproblemen. Fattal ist meistens zu bunt und grell, ebenso wie Ashikhmin. Drago & Reinhard (05 ist besser als 02) sind oft zu standard-mäßig. Eine Kombination aus diesen 4-5 (mal nutze ich Reinhard, mal nicht) mit Überblendungen mittels Gimp führt oft zu perfekten Ergebnissen, die die Einzel-HDRs nicht haben. Deshalb: Gimp!
  • Zu guter Letzt: die Anordnung auf A3-Seiten mit Kalender-Gestaltung für das echte Feeling. Dafür bot sich OpenOffice geradezu an. Klar hätte man vielleicht auch LaTeX nehmen können, aber ich glaube, das hätte mir mehr Schmerzen bereitet. Mein letzter LaTeX-Use im größeren Umfang war meine Diplom-Arbeit…
    OpenOffice hat natürlich den direkten PDF-Export, weswegen hier auch nichts weiter nötig war.

Fridtjof wies mich noch auf ArgyllCMS hin, einer Software, mit der man Farbräume anpassen kann. Sowas wäre vor der Drucklegung vielleicht brauchbar gewesen, aber ich habe mich bisher mit Farbanpassungen wenig beschäftigt. Ob man das in den Prozeß rund um OpenOffice und PDF-Output hängen kann, weiß ich nicht. Aber zumindest ein guter Tip!

Das mit meinem HDR-Kalender 2010 wird doch schwieriger als erwartet. Ich war am Wochenende bei Sprintout, dem Copyshop bei mir around the Eck und wollte den Kalender dort drucken lassen. Zuerst mal als Hinweis: das PDF ist nicht auf Drucken farblich abgestimmt. Will heißen: auf dem Bildschirm hat es knackige Farben, im Druck wird es zu dunkel. Ich hatte das auch angemosert, aber da hieß es, bei deren Druckern könne man das nicht einstellen. Insofern also lieber zu einem Dienst gehen der das kann. Was aber wirklich erbärmlich war: A3-Druck nur mit Rand! Und es wird natürlich nicht das exakt auf A3-Druck eingestellte Bild runterskaliert, nein, es wird abgeschnitten. Also ich werde diesen Laden für A3-Druck meiden. Ich meine, jeder popelige A4-Drucker kann heute komplett randlos drucken und da erwarte ich in einem Copyshop, daß das dort auch für A3 geht, das sind schließlich superteure Ach-und-Krach-Maschinen. Ich wette auch, daß die das können, aber der Mann vor Ort es nicht konnte oder wollte, keine Ahnung. Klar hätte ich auch sagen können, das will ich so nicht, aber ich bleibe da fair, ich habe es veranlaßt, also zahle ich es (teuer, teuer, kann ich nur sagen). Immerhin konnte ich ja so rausfinden, wie man es NICHT macht, hat ja auch seinen Wert. Sozusagen als Hinweis an den Rest der Welt.

Ich werde das nun versuchen, in einem Internet-Shop meiner Wahl machen zu lassen. Es ist schon komisch, daß alle schreien, die lokalen Shops würden alle verschwinden wegen dem bösen Internet. Und kaum versuche ich den lokalen Shop vor Ort, geht das Ganze irgendwie völlig in die Hose. Bevor man das PDF also in den Copyshop der Wahl (ob nun Internet oder nicht) gibt, vorher unbedingt diese Fragen klären:

1. Geht ein A3-Randlos-Druck?
2. Wenn nicht, kann man das Druckbild wenigstens skalieren?
3. Geht eine Anpassung des Farbraums, damit der Ausdruck zumindest halbwegs der Helligkeit der Bildschirmdarstellung entspricht?

Ich rate dazu, daß unbedingt Frage 1 und 3 mit Ja beantwortet werden sollten. Interessant wäre auch, falls es einen Sprintout-Shop gibt, der das kann. Gibt ja mehrere in der Stadt. Nur, falls das jemand versuchen möchte. Denn ich kann mir nicht vorstellen, daß deren Maschinen das nicht handhaben können. Ich wette, man muß den richtigen unter denen finden. Vielleicht hängt’s sogar speziell von bestimmten Mitarbeitern ab?

Ach ja: Frohes Neues allerseits! :)

Kategorien

Archiv

 

Januar 2010
M D M D F S S
« Dez   Feb »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031
-->


Blog-Seiten aufgerufen seit 9. Januar 2006:
digit digit digit digit digit digit digit digit
  Impressum