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Seit einiger Zeit kriege ich von vielen Seiten zu hören, ich solle doch mal was mit meinen Bildern machen. So viele HDRs, so viel Arbeit, da müßte man doch mehr draus machen können. Bevor ich mich aber in ein kommerzielles Abenteuer stürze, dachte ich, gebe ich mal was for free raus. Ralf hatte mich ja ewig getriezt, ich solle einen Kalender machen. Nun gut, für einen Verkauf wäre es sowiesozu spät, deshalb pappe ich den Kalender hier und jetzt raus:

Der ultimative UWP-HDR-Kalender für 2010!

Zum Runterladen und selbst ausdrucken (A3! PDF!). Ich hoffe, es ist alles ok, ich kann bisher keinen eigenen Ausdruck machen, denn ich habe keinen A3-Drucker. Ich werde mir aber trotzdem demnächst im Copyshop meines Vertrauens auch eine Ausgabe davon drucken lassen. Der Kalender ist auf englisch gehalten und damit sicherlich auch ein schönes Mitbringsel. Man beachte: er darf kopiert, verteilt und sogar verkauft (!) werden, ohne daß man mir einen Cent zahlen muß. Die einzige Bedingung: er muß bleiben, wie er ist. Mein verspätetes Weihnachtsgeschenk an die Welt. BTW, die Techniken, mit der die Bilder “verbessert” wurde, sind unterschiedlich. Vor allem auch deshalb, weil ich über die Jahre natürlich auch dazulerne, meine Kamera mit anderer Firmware pimpe uvm. Ich werde jetzt nicht auf jede Kleinigkeit eingehen, soviel sei aber gesagt: es sind alles HDR-Bilder, die mindestens 3 Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen aufweisen. Die Maximal-Zahl, die ich nutze pro Bild, sind 9. Darüber macht es keinen Sinn und bei Tagesbildern lohnen selten mehr als 7. Aber die 3, die Kameras normalerweise als Belichtungsreihe machen, sind zu wenig. Deshalb: Kamera pimpen! Oder von Hand jede einzelne Aufnahme einstellen mit der Gefahr, daß die Kamera auf dem Stativ verwackelt.

Wie auch immer, viel Spaß damit und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ok, bisher hatte ich mich aus dem Wikipedia-Ding relativ rausgehalten, aber irgendwie war auch die heutige Veranstaltung zu “löschen oder nicht löschen” eher ein Lacher. Man kriegt sehr stark das Gefühl, daß die Macher das Problem nicht begreifen oder nicht begreifen wollen. Fangen wir mal bei der Kundschaft an. Wikipedia vergleicht sich ja immer mit Enzyklopädien. Wer ist Standard-Kunde bei den Druckwerken und wer im Netz? Da wird es Überschneidungen geben, aber trotzdem sind die Netcitizens etwas anders drauf. Sie möchten Informationen auch zu kleinen, unbedeutenden Themen. Die meisten Standard-Enzyklopädien-Nutzer dürften eher einen pädagogischen Anspruch haben. Um mal das Schimpfwort Lehrer nicht zu benutzen. Dann gibt es das Problem von Druckwerken: die Masse an physischem Material ist begrenzt. Eine echte Enzyklopädie kann nicht mit 5000 Bänden daherkommen, der Plattenplatz dagegen ist heute unter ferner liefen, was Kosten und Aufwand bedeutet. Plattenplatz ist gewissermaßen irrelevant, Haha. Dann gibt es das Such-Problem: In Papier zu suchen wäre heftig, wenn alles drin wäre. Digital zu suchen ist simpel, bei Google finde ich so gut wie alles, was ich brauche. Nehmen wir mal an, es kämen wirklich bösartige Dinge rein oder Werbung usw. Man könnte sich ja mal vorstellen, daß statt Artikel zu löschen, es sinnvoller wäre, sie zu markieren. Löschen ist und bleibt Zensur, jedenfalls wenn sie inhaltlich bezogen ist. Durch die Markierung könnte man auch bei der Suche eine Möglichkeit finden, Artikel nach hinten zu schieben in den Ergebnissen. Die anwesenden Wikipedia-Macher auf der Bühne hatten IMHO nur das Ziel, mehr Leute technisch in den Laden zu bringen. Mehr Technik alleine wird das Problem nicht lösen. Es ist in den Köpfen dieser Leute. Auch die Anfrage, wer bereit wäre zu coden, war schon etwas schnippisch. Es geht bei der Diskussion um a) die Kundschaft, also die Leser, die Dinge mittlerweile vermissen und b) um die, die Artikel schreiben wollen und das nicht mehr machen wollen, weil sie nur durch Löschung angekackt werden. Das sich nun nur 10 Coder gemeldet haben, war logisch, aber daraus zu schließen, es gäbe kein Interesse an der Wikipedia-Struktur, war typisch für diese Diskussion. Man kriegt das Gefühl, man redet mit kleinen Kindern, die Angst haben, daß ihnen jemand ihr Spielzeug weg nimmt. Auch der spätere Einwurf, wenn’s euch nicht paßt, macht doch euer eigenes Wiki auf, zieht natürlich nicht, da Wikipedia mittlerweile zu bekannt ist und nur durch den Namen zieht. Daß die Qualität durch die Löscherei bald Nahe Null geht, will man hier nicht wahr haben. Ich denke, die großen Enzyklopädien reiben sich gerade die Hände, denn die bauen selbst an ihrer Online-Ausgabe und ich wette, die werden da soviel reinpacken wie möglich und am Schluß auf das verendete Wikipedia-Projekt runterlächeln und sagen: “Ihr hattet eure Chance.”

Die Dame, die über Fotografiererei berichtete, hatte größtenteils über Echtfilm-Zeug erzählt. Es war zwar interessant, weil es um das Gegenteil von normaler Fotografiererei ging, hat aber für mich wenig Bedeutung, da analog für mich ausfällt. Am Schluß rief aber jemand dazu auf, alte Kameras zu schrotten während der Aufnahme, z.B. in die Mikrowelle packen oder Laserbeschuß oder so. Klasse Wurst! Sollte man wirklich mal überlegen!

Dann kam Security Nightmares, die 10.! Oh mein Gott, und ich hatte bisher jede gesehen! Jedenfalls glaube ich das…
Die Rückschau 2009 war schon wieder schlimm genug, aber eigentlich sitze ich hier ja wegen den Prognosen. Eine heftige Prognose ist: nächstes Jahr müssen sie wahrscheinlich die Rubriken E-Government und Datenverbrechen zusammenlegen, läuft ja sowieso in die gleiche Richtung. Es wurde nochmal daraufhin gewiesen, daß falsche Einträge in Datenbanken nicht strafbar sind. Das nur als Hinweis, weil Datenbanken grundsätzlich leaken und so gut wie jede Datenbank irgendwann mal frei im Internet rumgondeln wird… Schöner Satz: “Alles wird irgendwann wegkommen” Das war zwar bezogen auf Social Networks, aber ich denke, das hat Allgemeingültigkeit im digitalen Bereich. Tja, 2010 wird wohl ein Haufen Bot/Spam-Scheiß aus der Cloud kommen. Denn was ist ein Botnetz andereres als eine eigene Cloud? Ich halte das sowieso für einen sinnlosen Hype, niemand, dem seine Daten was wert sind, wird sie auf Clouds parken. Der Entropiemangel in Clouds (Nicht genug Random Dataquellen für Seeding) könnte dermaßen hoch sein, daß es vielleicht bald Systeme gibt, die “Mausminuten” verkaufen. Fand ich ‘ne echt lustige Idee. Nichts ist so bizarr, daß es nicht kommen könnte…
Tja, letztes Jahr wurde End-of-GSM eingeläutet und auf diesem CCC haben sie gezeigt, daß man mit Kindergartentechnik das ganze System aushöhlen kann. Bitter. Ich glaube nicht, daß die Mobilfunkanbieter flexibel genug sind, um mit diesem Problem umzugehen. Ab 2010 soll es digitale und intelligente Stromzähler verpflichtend geben. Aber nur, wenn man will. Höh? Auch lustig: Flash steht als nächstes auf der Supergau-Agenda. Da werden wir die volle Breitseite von Closed Source erleben. Richtig übel fand ich High-Speed-Trading: Rechner, die mit wenig Latenz an der Börse spielen, eijeijei. Da steht die nächste Krise bald ins Haus. Gegen GoogleView könnten handgeschriebene Robots.txt am eigenen Gartenzaun helfen. Klingt aber sehr nach Voodoo. Cooles neues Geschäftsfeld: Flashmobvermietung!

Und zu guter Letzt: die Abschlußveranstaltung! Nunja, immerhin hatte ich es in Saal 1 geschafft, was gerade bei den letzten beiden Veranstaltungen eine echte Schwierigkeit ist. Wie auch immer, es war zwar trotz der ganzen Querelen um die Überfüllung schön, aber andererseits ist es auch ganz gut, daß es jetzt zu ende geht. Ich brauche mehr Schlaf…

Uff, mehr als 9000 Leute waren auf dem Congress anwesend. Und die Streams sind sogar schon online! Der GSM-Hack hat wohl am meisten Presse gebracht. Typisch. Totalüberwachung interessiert niemand, aber nimm ihnen das Handy weg und Du hast wirklich die Revolution am Arsch. 7581 MAC Adressen, davon 2600 gleichzeitig online. Der Ruhe-Graph war lustig: zwischen 4 und 9 Uhr morgens kehrt tatsächlich Ruhe im Netz ein. Die fetteste Kiste hatte über 120 TB im LAN ausgeliefert (und 2 x 10 GBit Ethernet und 24 TB Disks, 5 KW Stromverbrauch, 400 kg schwer, komplettes Rack…).

Chaos, die 3.

2009-12-29

Haueha, etwas spät aufgestanden. Dann habe ich noch ein kleines Projekt für alle meine Foto-Fans in der Mache (mindestens 5 Leute triezen mich seit einiger Zeit, ich solle mal was mit meinen Fotos machen). Also schön aufpassen, da kommt noch was!

Heute morgen hatte ich via Stream schon den CCC-Jahresrückblick gesehen. Naja, vieles kannte man schon, klar waren interessante Details dabei. Aber insgesamt eher eine Art Veranstaltung, mehr Leute für den Verein zu kriegen. Wobei ich als Vereins-Skeptiker einerseits beruhigt wurde, weil man die Idee des Vereins auch nicht mag, aber das BGB nur diese Möglichkeit läßt. Andererseits wurde auch auf Nerds hingewiesen, die sich total in Vereinsmeierei stürzen. Und schon war ich wieder etwas weiter weg von einer Mitgliedschaft…

Wie auch immer, Lightning Talks habe ich aufgenommen und werde mich noch später dazu äußern.

Nun sitze ich in einem Vortrag, in dem es um 3D-Creating-Robots geht. Printing-Out 3D-Style gewissermaßen. Das ist wirklich klasse! Sogar die Hardware ist OpenSource und für amerikanische Verhältnisse supi: alles metrisch! Merkt euch die URL makerbot.com! BTW, nicht nur technisches Zeug ist möglich. Auch Mampf-Kram ging ganz gut. Sie druckten Wetterwolken aus dem Wetterbericht auf Toast, mit Peanut-Butter natürlich… Und Skulptur-Maker. Irgendwie erinnert mich da einiges an so eine TV-Werbung aus meiner Kindheit. Da gab es den “Shaker-Maker”, sah aus wie ein Drink-Shaker, nur daß man irgendeine Masse reintat und raus kam dann eine Figur oder so. So ähnlich ist das bei diesen Making-Robots auch, nur viel filigraner und voll programmiert.
Besonders schräg ist Mr. Bres Idee, daß man demnächst Dinge nicht mehr im Laden kauft, sondern einfach zu Hause in einer Creating-Machine selbst herstellt. Ist das nicht ein Großangriff auf den Kapitalismus? Eijeijei, die Vorboten bzgl. Urheberrecht und digitalen Daten rund um Audio und Video waren ein Furz im Wind gegen das, was der Mann da vorgestellt hat. Wenn sich diese Idee eines 3D-Druckers im Selbstbau wirklich durchsetzt, dann wird es eng für China und andere Billig-Hersteller. Glücklicherweise ist unsere Industrie doch ein bißchen mehr auf Spezial-Produktion gerüstet. Aber die Entwicklung wird weitergehen, irgendwann können auch komplexere Dinge mit 3D-Printern hergestellt werden. Dann gnade der Industrie Gott. Als Industrie-Lenker würde ich langsam hellhörig werden, denn diese Techniken bedrohen ganze Weltwirtschaften. Trotzdem: Cool! Sehr SF-mäßig!

UPDATE: 23:00

Bevor ich hier vom FNORD-Jahres-News-Rückblick erzähle, nochmal ein paar kleine Dinge. Es ist zu voll. Viel zu voll. Die Lösung sind Stehplätze in den Hallen (nicht nur, aber mehr als früher) und viel Zeit zwischen den Vorträgen, so daß Faxen-Nick die Leute zusammenschieben kann. Übrigens: Da die Komplett-Karten schon am Sonntag morgen weg waren, gab es für Tag 4 ein Special-Offer: wer mit Bändchen vom Tag 1/2/3 am Tag 4 um 8 Uhr morgens auftaucht, kriegt den Tag 4 for free. Schöne Geste. Das täuscht aber trotzdem nicht über die Überfüllung hinweg. Es wird beim BCC bleiben, weil das ICC zu heftige Forderungen monetärer Art stellt und ich bin echt am überlegen, ob ich nächstes Jahr noch physisch dabei sein will. Ich mache das Ganze nun mit, solange der Congress in Berlin stattfindet, aber die ganze Zeit vor den Hallen sitzen mit gutem Netz oder aber sich Stunden vor dem gewünschten Vortrag irgendwo reinzusetzen und dafür nur lausiges WLAN zu haben, ist wirklich eine ätzende Wahl. Vielleicht nächstes Mal die Nachtkarten für 5 Euro ab 0 Uhr? Ach, das wird echt nervig langsam…

Aber gut, zurück zur FNORD-News-Show. Lustiges Bild von der Weltregierung, aber auch lustige Bilder von unseren Politgrößen, wie sie Frauen hinterher glotzen. Medwedew bei den G20-Gipfel leicht auf Jelzin-Kurs (torkel). Auch die Gaddafi-Bilder sind grandios! Ach, was zähle ich hier Fotos auf, guckt euch den Stream an, der rockt! Finster: der Westen mag Städte planen, ein paar Straßen hinbauen und dann fehlt das Geld für die Stadt. Kenne ich von den Kanaren, gibt’s aber wohl auch häufig in den USA. China geht einen Schritt weiter. Die bauen komplette Städte, die später leer bleiben, weil sich’s keiner leisten kann! Un-glaub-lich! Brasilianer sind auch schräg: bitte beim Duschen pinkeln, das spart Wasser! Hülfä!

Auch ein schönes Detail: europäische Konzernhaftung. Der Konzern Vattenfall haftet für deutsche AKWs. Und Vattenfall gehört der schwedischen Regierung. Also haftet die schwedische Regierung für deutsche AKW-Katastrophen. Hui! Da werden die bestimmt am Gesetz drehen in der EU-Kommission. Und möglichst, ohne daß das EU-Parlament was bemerkt…

Heftig: Das Kennzeichen “2BG2FAIL” Gehört dem Vize-Präsidenten von Merryl Lynch! Die sind ja so dreist! Immerhin ehrlich, sie zeigen damit dem Rest der Welt total offen den Stinkefinger: wir scheißen auf euch, wir wollen nur euer Geld!

Drohnen- und Militärtechnik scheint ja auch das Letzte zu sein. Bewaffnete Drohnen, die sich im Flug mal eben das RAM ausnullen oder einfach mal weiterfliegen und irgendwen umbringen. Ist Militärtechnik nicht die teuerste überhaupt? Sollte nicht gerade die funktionieren? Die Terminator-Welt ist echt nicht mehr weit entfernt. Wir schludern uns da schon hin.

Zeh Ce Tse, Teil 2

2009-12-28

Diesmal war ich schlauer, ich blieb einfach erstmal zu Hause, um die Lightning Talks zu sehen. Da war natürlich wieder Banane bei. Aber auch interessante Sachen. So z.B. StaLi, das statische Linux. Mit statisch meinen sie vor allem statisch gelinkte Binaries (naja, bis auf 2 Mini-Libs wohl) Die Vorteile wurden beschrieben mit:

  • kleinere Binaries
  • schnellerer Start und schnellerer Lauf der Programme
  • weniger RAM-Verbrauch
  • sicherer als glibc-gelinkte Programme

Ok, kleinere Binaries und weniger RAM-Verbrauch sind logisch, aber schnellerer Start? Letztlich macht ja gerade die von anderen Tools gestartete Library einen Start von weiteren Programmen schneller. Der letzte Punkt hat aber etwas für sich, die libc ist kein Hort der Freude. Fefes dietlibc ist ja auch nicht aus Jux und Dollerei entstanden, sondern, weil die normale libc so ein Monster ist. Ich denke, der Ansatz klingt vielversprechend.

Putzig, 2 Talks danach kam das Gegenteil: dyncall. Hier wird versucht, ganze Libraries Plattform- und CPU-übergreifend nutzbar zu machen, indem einem Library-Function-Call einfach die Methode des Aufrufs vorangestellt wird. Ehrlich gesagt, das sah ziemlich simpel aus, fast schon zu simpel. Ich glaube nicht, daß das wirklich geht. Wenn es aber jemals funktioniert, wäre das ein wundervoller Schritt zur Interoperabilität von Systemen.

Die Idee eines Do-it-yourself-Book-Scanners war zwar nett, aber irgendwie in einem doch recht frühen Stadium. Was interessant war: die vorgestellten Scanner hatten meistens eine Digicam eingebaut. Und so wie sich’s anhörte, war das größte Problem auch das, was mir am meisten Sorgen macht: automatisches Umblättern. Also da muß noch viel passieren…

Den GPF Crypto Stick fand ich eher uninteressant. Irgendwie finde ich persönlich SmartCard-Lösungen nervig. Ich will kein Gerät für Identifikation haben. Oder für Verschlüsselung. Das sind Dinge, die muß Software leisten, dazu will ich nicht noch Plastik rumschleppen. Gerade für sowas ist das Internet perfekt: die Schlüssel verschlüsselt (Haha!) auf eine Seite pappen, wo man sie jederzeit im Zugriff hat. DAS ist eine Lösung. Ein Gerät ist keine, egal in welcher Form. Ich denke, ich beschränke mich mal ab jetzt auf die für mich wertvollen Talks.
(Achtung: MEINE Wertung! Ich besitze keinen Allgemeingeschmack!)

Eine im Hören herausgeforderte Dame forderte dazu auf, Hörgeräte zu hacken. Gründe gibt es vielfältige, z.B. geschlossener Markt oder teure Geräte. Schön fand ich den Satz: wenn Du es nicht hacken kannst, gehört es Dir auch nicht. Tja, vielleicht ist das von den Herstellern so gewollt? Sehr schräge Idee. Doof, wenn man beim Hacken sein eigenes Hörgerät zerstört. Sie hatte lustige Ideen, z.B. einen Filter für Stimmen, so daß man Leute, die einen nerven, ausblenden kann. Eijeijei…

Free Rainbow Tables mittels BOINC? Wat? So, wie ich das verstanden habe, geht es um Verschlüsselung, aber irgendwie blieb hier viel im Dunkeln… Trotzdem muß ich mir das mal ansehen, das hier ist quasi ein Marker für mich. :)

Tja, dann geht’s weiter mit dem lustigen Vortrag 4 Fäuste für ein Halleluja von Fefe und Erdgeist. Es ging um API-Verbrechen und war sehr unterhaltsam. Interessanterweise habe ich dabei etwas gelernt. Es gab das Problem, daß FastCGI Verbindungen offenhält, weil es auf das Backend wartet (z.B. eine DB). Leider gibt’s da keine Kommunikation mit dem Webserver, der wartet also, verbrät RAM & Ressourcen und das Ganze schaukelt sich hoch. Sowas haben wir tatsächlicherweise auf der Arbeit: Dutzende von wartenden Apaches, die alle FastCGI gestartet haben. Welch eine Krampfe. In diesem Vortrag war es wirklich lustig, in der Realität kotzt man bei solchen Problemen echt ab… Und manche Funktions-Variablen-Namen, da faßt man sich echt an den Kopf! Ich glaube, ich muß mal aktiv bei Google-Code nach Schwachsinn suchen. Wahrscheinlich wird man in Sekunden fündig. Auch die Error-Codes: ERROR_INTERNET_INSERT_CDROM. Hallo? Geht’s noch? In der Praxis ist sowas echt NICHT lustig! Also dieser Vortrag ist echt empfehlenswert, wobei man zwischen Lachen & Weinen hin und hergerissen ist…

Zur Vorratsdatenspeicherung läßt sich sagen: eine echte Verteidigung des Gesetzes von Seiten der Regierung scheint nicht stattgefunden zu haben. Manchmal frage ich mich: wenn die das selbst alles Scheiße finden, wer drückt das da eigentlich gegen alle Widerstände durch? Das scheint ja eher eine Einzelperson zu sein. Die Gegner des Gesetzes dagegen waren extrem zahlreich vertreten bei der Anhörung des Verfassungsgerichts. Ich hatte zwar vorher schon von Burkhard Hirschs Kämpfen für die Bürgerrechte gehört, daß er sich aber so sehr ins Zeug legt, wußte ich nicht. Frank Rieger und Constanze Kurzu sprachen ihm jedenfalls viel respekt aus. Einer der wenigen Leute aus der FDP, der hinter dem Buchstaben F steht. Dürfte recht einsam sein an der Position. Schön ist trotzdem immer diese menschlichen Kleinigkeiten, die im politischen Betrieb sonst durch die Nachrichten fallen. Z.B., daß Herr Papier mit seinem Gesicht den ganzen Raum im Griff hatte, ohne groß Worte machen zu müssen. Sowas finde ich echt Klasse, diese Informationen hört man immer nur bei CCC-Vorträgen. Also das war wirklich ein substanzreicher, sehr interessanter Vortrag! Ein Highlight des Congresses!
Ein schönes Detail: Rumänien (!) lehnt die Vorratsdatenspeicherung ab! Da ist die alte Horch-und-Guck-Fraktion wohl noch zu gut in Erinnerung, daß man die schon wieder am Hals haben will. Sehr verständlich!

So, mal sehen, ob hier heute noch Updates kommen…

UPDATE: 22:00

Ohoh, Anselm und ein unbekannter Dvorak-Tastatur-Liebhaber standen rum und diskutierten ein wenig über Tastaturlayouts (Anselm liebt Keyboards OHNE Beschriftung! UAH!), da kam so eine Tante auf uns zu. Sie sei von 3sat und würde gerne ein kurzes Interview machen. Ich sagte blauäugig “OK” und Anselm und der andere Typ traten einen Schritt zurück und ließen mich im Regen stehen. Naja, ich hoffe, ich hab’s nicht total vermasselt. Ich bin schließlich kein CCC-Mitglied und habe mich vielleicht etwas aus dem Fenster gelehnt mit meiner Hacker-Anbiederung, aber wenn sie wirklich von 3sat war (könnte ja auch gelogen haben, weil sie weiß, daß nur noch wenig Leute mit RTL rummachen würden und bestimmt niemand mit Sat1), kann’s mir auch egal sein. Dann guckt’s ja sowieso so gut wie keiner, Haha.

Wie auch immer, nach einer kurzen Freßpause (vorher Tube getroffen, CX2 bringen bald ein neues Album raus! YIPPEE!) tat ich mir Phenolits Vortrag (schöner Titel: Defending the Poor) an, welcher sich darum drehte, Flash sicherer zu machen. Der Witz ist, man schaltet einen Parser davor, welcher dann, wenn der Code wirklich sauber ist, die Daten an den echten Player weitergibt. Klingt sehr gut, da würde selbst ich öfter mal Flash einsetzen. Wobei immer noch der Punkt “Closed Software” im Raum steht…
Jedenfalls ist IMHO dieses Methode immer noch auf
wendig genug. Die Alternative will natürlich keiner: den Player selbst neu schreiben. Und die, die es versuchen (siehe Gnash), scheitern bisher relativ heftig. Schöner Name des Tools: Blitzableiter. Diese Sprache hinter dem ganzen Flash-Schnickschnack ist irgendwie heftig: sie steigt so gut wie nie aus, was natürlich potentiell gefährlich ist. Software, die weiterläuft, obwohl schwere Fehler passiert sind, stehen meistens offen wie ein Scheunentor für Angreifer. Übrigens werden die Flash-Statements nicht nur geparsed, sondern auch gepatched, damit so wie bisher möglichst sichergestellt werden kann, daß der Code möglichst läuft. Dann aber ohne böse Überraschungen. Noch ist das Ganze nicht fertig, aber ich denke, nach diesem Vortrag dürfte Phenolit massivst Zulauf haben, das wird! Ach ja, natürlich ist es OpenSource…
Immerhin, das Frage- und Antwort-Spiel brachte den interessanten Punkt: AVM1 (die grundlegende Sprache hinter Flash) ist zur Zeit nicht in der Lage, selbstverändernden Code zu liefern. Bei AVM2 sieht die Sache schon anders aus: hier können Bytes in einem Buffer erstellt und danach ausgeführt werden. Phenolit meinte aber: Null Problem, kann man patchen. Interessant war, daß ein Adobe-Mitarbeiter danach auch noch Fragen beantwortete. Cool, hätte ich so nicht erwartet.

Danach wollte ich eigentlich einen IPv4-Hacking-Vortrag hören, aber der war so grottenöde wie auch die Konkurrenzvorträge…
Am Ende wird noch Hacker Jeopardy kommen, aber ich denke, darüber muß man nix berichten.

Da geht man mal am Jahresende in die Factory und schon muß man sich schlimme Dinge anhören. Eigentlich war ja allet schön, nur mußte ich doch relativ früh, nämlich knapp vor 3 in Richtung Heimat. Horst (nicht DER sondern DIE Horst!) nannte mich einen Spießer, wodurch ich jetzt echt geknickt bin. Ich löse glatt meinen Bausparvertrag auf. Jaja!

Und warum mußte ich nach Hause? Na, wegen CCC-Rocket in front of the BCC des Chaos Communication Congresses! Es ist ja schließlich Jahresende! Und da ist nunmal CCC. Der fing früh an, aber ich habe es natürlich trotzdem verpeilt, rechtzeitig zu kommen. Wobei rechtzeitig nicht unbedingt “Startveranstaltung” meint. Sondern Lightning Talks. Das sind ja meistens die besseren Veranstaltungen. Kurz, knapp, manchmal daneben, manchmal wirklich supi. Naja, etwas holperig war es trotzdem, denn ich habe meine Kopfhörer vergessen. Und nix hat offen, keiner kann einem so etwas verkaufen. Grummel. Naja, leidet halt meine Umgebung am Audiostream. Ansonsten das Übliche: zu voll. Es gab heute nur noch Tageskarten und auch die nächsten 3 Tage sind die Komplett-Bändchen ausverkauft. Anselm hatte das Problem und meinte, daß die Bändchen für den nächsten Tag erst ab 1 Uhr morgens verkauft werden. Man kann also nichtmal alle Bändchen für alle Tage vorweg kaufen. Vom höheren Preis mal ganz abgesehen (80 vs. 120 Ocken komplett). Tja, da bleibt nur hoffen oder aber die Veranstaltung nicht mehr zu verlassen. Im Hackcenter riecht es danach, als würden alle geballt Variante 2 wählen. Im Chat hatte jemand geklagt, wenn er aufhören würde zu schreiben, könne man davon ausgehen, er sei erstickt. Es war nie super Luft im Hackcenter, vielleicht ist es auch meiner neuen Nase geschuldet, aber es ist diesmal wirklich extrem miefig da unten. Da dürfte auf lange Sicht wirklich nur noch ein Ortswechsel helfen. Wobei das ICC, welches letztes Jahr schon im Raum stand, nicht nur teuer ist. Auch die Video-Überwachung und viele andere Kleinigkeiten (24h offen, Essen & Getränke auch selbst reinbringen) dürften dort schwer durchzudrücken sein. Und: infrastrukturell ist das ICC mitten im Nirgendwo: kein Elektromarkt (z.B. für KOPFHÖRER!einself!!), kaum vernünftiger Mampf usw. Da sind wir mit dem Standort am Alex echt verwöhnt. Aber so überfüllt wie jetzt kann es eigentlich nicht weitergehen.

Kommen wir mal zum Inhaltlichen. Gesehen, bzw. versucht zu sehen, da die Streams doch recht instabil sind, hatte ich our darknet and its bright spots. Es hatte was von Monty Pythons Sinn des Lebens, wo der Tod meint: Ihr Amerikaner redet und redet… Kurz: es war Gefasel. Ab knapp der Hälfte habe ich aufgegeben, zu substanzlos. Ein paar Reinguckereien in die anderen Streams waren ebenfalls dabei aber wirklich erwähnenswert war Das Zugangserschwerungsgesetz. Es war interessant, an welchen Dingen dieses Gesetz verfassungsrechtlich hakelt. Wenn das als Download angeboten wird: unbedingt ansehen/hören! Denn es ist doch vieles anders, als wir Rechtsleyen (Haha!) uns das vorstellen. Der größte Knackpunkt könnte die fehlende Zuständigkeit des Bundes sein. Aber es war auch interessant, wie die Juristerei “Zensur” definiert. Nämlich die Vorweg-Erlaubnis von Druckerzeugnissen. Also sehr schräg, alles noch aus dem letzten Jahrtausend, eine Anpassung an aktülle Verhältnisse des modernen Lebens scheint zu fehlen.

Ich denke, ich werde diesen Blog-Part über die nächsten Tage etwas variabler halten als sonst, auch wenn ich Twitter-Style zutiefst verabscheue. Aber ich denke, da wird einiges mal eben so flott von der Hand kommentiert werden. Zum Trost hier 2 HDR-Bildchen:

Weiteres wird sich hier unter !!!UPDATE!!! oder so finden.

UPDATE: 21:30

Ich war extrem hin und hergerissen zwischen Roger Dingledines Tor-Vortrag und meinem Lieblingsthema, dem Fotografieren. Ich habe mich für Letzteres entschieden, da mir ja auch ständig Köppe ins Bild rutschen, die mir im Nachhinein sagen könnten: weg mit dem Bild! Das ist unschön, andererseits bestehe ich ja auch auf meinem Recht auf Privatsphäre.

Der Vortrag war von einem professionellen Fotografen gehalten worden, sehr interessant! Vor allem die Kameratechnik: alles vollautomatisierte und ferngesteuerte Kameras! Heftig! Da ist man als Amateur doch sehr weit entfernt. Übel fand ich ja auch den Spagat bei Demonstrationen: Die Polizei will Fotos von ihm, die anderen schicken ihm Drohmails, daß er ja nix veröffentlicht und das macht die ganze Arbeit doch sichtlich schwierig. Interessant war der Kontrast: es gab Demo-Bilder, wo die Demonstranten völlig außer Rand und Band waren, alles anzündeten usw. Dort war praktisch kaum Staatsmacht vorhanden. Aber in Kopenhagen beim Klimagipfel war es genau andersrum, die Demonstranten waren friedlich, aber wurden reihenweise verhaftet. Solche Bilder zeigen die seltsame Realität, in der wir leben. Er beschrieb auch die Professionalität der Politiker, die exakt die Fotografen einplanen, Dinge in die Kameras zur rechten Zeit halten usw. Außerdem war der Konkurrenzdruck der Fotografen bei Galas auch schön zu sehen. Ein harter Job… Und wenn man mal die Namen der Promis nicht kennt: einfach mal ein paar rumstehende Fans fragen! Bruhahaha!
Schön waren auch “Bilder durch’s Fenster geschossen”, eigentlich illegal, da private Räume. Politiker machen da aber meistens doch nichts gegen, weil der Widerstand gegen die Bilder nachher zu viel Staub aufwirbelt. Und wahrscheinlich nachher die Bilder wichtiger macht als sie sind…
Und sehr böse: Bilder entscheiden alles, z.B. wenn immer das gleiche Bild in die Medien wandert. Das mag nur eine Momentaufnahme sein, aber da es überall ist, wird es als gemeingültig wahrgenommen. Was natürlich falsch ist, aber die Aussage des Bildes ist im Nachhinein fest. So werden ganze Konferenzen entschieden. Eigentlich schlimm, die ganze Welt ist geistig auf “Bild”-Niveau.

Vieles geht heute gar nicht mehr: Schwimmbadfotos oder Fotos mit Minderjährigen, da muß man alle Eltern fragen, usw. Die Beispiele, die er mit hatte, waren alle schwarz-weiß, d.h. in Farbe ist sowas schon superselten geworden, weil man Unmengen Gesetze bricht, wenn man diese Bilder machen und veröffentlichen würde. Schon eine Kunstausstellung mit den Besuchern: geht nicht. Oder Beerdigungen: alles nicht drin.

Aber auch Schrödingers Katze hat mit Fotografie zu tun. Z.B. 1. Mai: ein paar Steinewerfer sind umringt von zig Fotografen. Das animiert natürlich erst Recht zur Gewalt, die fühlen sich dann durch die viele Aufmerksamkeit als die Tollen und dann geht’s ab. BTW, freie Fotografen kr
iegen über den Daumen 300 Ocken pro Tag. Z.B. auch für einen Afghanistan-Besuch. Also man riskiert irgendwie mehr als man dafür bekommt. Wobei die meisten Fotografen mittlerweile fest angestellt sind, als freier Fotograf kann man kaum finanziell überleben. Der Kontrast zum Paparazzi könnte kaum größer sein: wegen des ganzen Ärgers versucht der Profi-Fotograf, möglichst keine kompromittierenden Bilder abzuliefern. Auch hat der Profi-Fotograf strenge Regeln bzgl. Photoshop. Denn er verkauft in erster Linie Glaubwürdigkeit. Dafür kann man auch mal aus seiner Agentur fliegen. Damit ist auch dann für denjenigen Ende der Profifotografie, denn das geht rum wie ein Lauffeuer.

Zur Digitalität kann man sagen: kaum fotografiert, muß das Zeiug raus zur Agentur. Schnellschnell ist das Zauberwort. Das geht analog gar nicht mehr, die Bilder werden digital sofort verschickt über diverse Netze. Und verantwortlich ist immer der Fotograf, auch wenn die Agentur Anwälte für ihre Fotografen vorhält. Das betrifft vor allem wirtschaftliche Bereiche, wie in Einkaufszentren o.ä. Die sind oft schnell mit dem Anwalt zur Hand und wollen Kohle sehen, wenn man gegen diese Regeln verstößt. Corporate Spaces sind demnach ein absolutes No-No.
Insgesamt ein sehr, sehr interessanter Vortrag! Dingledine muß ich mir dann wohl ein anderes Mal ansehen…

UPDATE: 22:50

Und schon wieder die Wahl zwischen 2 interessanten Topics: Wireless power transfer und Unbild, Pictures and Non-Pictures. Ich habe angefangen mit der Wireless Nummer, denn es ist natürlich ein Traum, wenn man Strom auch durch die Luft schieben könnte. Andererseits sehe ich hier die üblichen Gefahren von Magnetfeldern und Strahlung: Krebs. Natürlich ist das Prinzip, welches noch aus Teslas Tagen stammt, nicht für große Energiemengen gemacht. Aber 10 Volt auf 10 Meter sind schon ganz ok. Der Beitrag war interessant und gut aufgemacht, aber irgendwie wollte ich auch mal in die andere Richtung schielen.

Dort wurde das Kunstprojekt “Überwachung” dargestellt. Die Frage ist: was passiert, wenn man Botschaften überwacht und es als Sicherheitsgewinn darstellen will? Im Grunde so, wie es die Politik dem Bürger verkauft. Dumm nur, daß staatliche Stellen sich nur äußerst ungern überwachen lassen. Das bedeutet Ärger ohne Ende für die Macher bis hin zu Einreisequerelen Richtung USA. Wobei der Beitrag etwas wirr war. Ich bin trotzdem dabei geblieben, weil es wenigstens noch Zusatzinformationen gab. Die ganzen Probleme rund um Ein- und Ausreise in und aus den USA waren recht interessant, wobei der Beitrag irgendwie keine Richtung hatte. Teilweise Kunstprojekt, teilweise jornalistische Dokumentation. Sehr, sehr merkwürdig! Aber gut, meine Projekte sind auch manchmal ziellos, allerdings bemühe ich mich beim Abschluß um eine klare Aussage. Trotzdem kam es mir mehr wie eine Selbstdarstellung denn wie ein ernstzunehmendes Projektz vor. Wäre ich mal bei Tesla und der drahtlosen Stromübertragung geblieben…

Dafür konnte ich nochmal persönlich mit Axel Schmidt reden, dem Profi-Fotografen. Ich war natürlich wild drauf, zu erfahren, was für Technik ein Profi benutzt. Cool ist, daß es keine teuren Hasselblads oder sowas sind. Das wäre reine Studio-Technik, ungeeignet für die Straße, die Zooms sind zu langsam, zu wenig Zubehör undundund. News-Reporter nutzen demnach Standard-Nikons und -Canons, also normale DSLRs. Teuer wird allerdings das ganze Equipment drumrum: Die Verkabelung bei direkter Remoteübertragung, die Fernauslöser usw. Und dann verriet er als kleines Schmankerl, daß es auch Fußtaster zur Auslösung gibt. Damit kann man 4 Kameras gleichzeitig ansteuern, wird oft beim Fußball so gemacht. Mittlerweile gibt es auch Remote-Geräte mit Live-View-Übertragung per Kabel, da kann man auch noch sehen, was man da ablichtet. Oder auch nicht, wenn die Daten gleich direkt zur Agentur übermittelt werden (!). Sonst muß man die Kamera ausrichten und pi mal Daumen remote auslösen. Er meinte auch: das mag alles schlimm klingen, aber am Ende zählt das Bild und da kann man mit jeder Kamera Glück haben. Ach ja: Das Equipment muß er als Angestellter nicht bezahlen, die Agentur kauft das Zeug zusammen. Das ist einerseits gut, weil alle 3 Jahre die Kameras und damit auch das Zubehör erneuert werden, das ist teuer. Andererseits, ginge er von der Agentur weg (oder würde gegangen), wäre damit auch sein Arbeitsmittel weg. Und das hat er auch privat bei sich und nutzt es auch dementsprechend. Kein leichter Job.

UPDATE: 23:59

Coreboot! YES! Bisher traue ich mich ja nicht, auf meinem Home-Desktop das BIOS auszutauschen gegen ein Open-Source-BIOS. Aber irgendwie sieht das langsam hochprofessionell aus! Immerhin, 10 Jahre sind eine lange Zeit für ein OSS-Projekt. Der Linux-Kernel war 2001 so stabil, daß ich mich zum Schwenk von FreeBSD auf Linux entschied. Das heißt, man müßte coreboot doch mal eine Chance geben. Aber: nach längerem Stöbern auf der Seite finde ich weder aktuelle Boards von mir, noch meine alten Teile. Vielleicht muß man da mal nach Chipsets gucken, aber da ich meistens diese Mischmasch-Boards habe, auf denen die Hölle los ist, könnte es durchaus schwierig sein. Verdammt, warum muß die Welt immer so schwer sein???

Aber der Vortrag haut mächtig rein in die Tiefe. Man glaubt ja gar nicht, was so alles auf einem Mainboard rumkreucht und fleucht. Nachdem ich es schon für überkomplex hielt, sagte der Vortragende: It’s getting really complex now. Eijeijei, das ist wirklich Hacker-Zeug. Und dabei waren wir noch bei den Schaubildchen, noch gar keine technischen Details, welches Bit in welchem Register wann gesetzt werden muß oder so. Immerhin hat er schön erklärt, wofür die einzelnen Komponenten eines Boards zuständig sind. Wahrscheinlich regen sich die Cracks jetzt auf, daß er den Vortrag auch für Hardware-Doofis wie mich gestrickt hat… Andererseits werden die so einen Vortrag nicht brauchen.

Spannend an dem Thema fand ich die ständige QEMU-Emulation, die sich durch das ganze Thema zieht. Wobei es irgendwie logisch ist, QEMU braucht zum booten ja auch ein eigenes BIOS. Da ist eine Vermischung irgendwie logisch. Übrigens ist die Firma ASUS etwas überproportional vertreten, sind deren Boards am offensten? Geben die am meisten Hintergrund-Infos raus?

Der Build-Process ist dagegen fast exakt wie beim Linux-Kernel-Bau. Man hat das mittlerweile vereinfacht, das war wohl mal deutlich schwieriger und nerviger. Heftig: als Payload kann man ein kleines Mini-Linux in das BIOS laden. Daß man dort ssh usw. hat, hatte ich ja schon vor längerer Zeit mitbekommen. Aber daß es dermaßen viel an Funktionalität ist, hätte ich dann doch nicht gedacht. Im BIOS ist schließlich nicht endlos Platz. Aber der meiste Platzgewinn kommt natürlich durch Kompression. Im Lauf wird also das BIOS im RAM dekomprimiert und schon hat man deutlich mehr Platz. Ich frage mich: machen Hersteller das auch? Und wenn ja, wo sind dann all die Features, die man einbauen könnte? Wieso muß man eigentlich in der digitalen Welt alles selbst machen? Wieso brauche ich eine alternative Firmware in meiner Kamera? Wies
o kümmern sich Hersteller nicht um ihre Produkte? Zu kurze Lebenszyklen? Lohnt deshalb nicht?

Wie man das Ganze debuggt beim Adden neuer Boards ist mir irgendwie unklar. Mit Memtest? Hö? Nur, weil ich das RAM ansprechen kann, kriege ich den Rest ja noch lange nicht zum Laufen. Überhaupt, diese ständigen Zwischenvirtualisierungen mittels KVM/QEMU, irgendwie sieht das gefährlich nach Bluepill aus…

Wie auch immer, das war zwar kein mitreißender Vortrag, aber sehr informativ. Man kriegt ja sonst nicht viel von den eigentlichen Projekten mit. Ich denke, für heute ist erstmal genug geschrieben…

Neulich brate ich so vor mich hin ein Ei in der Pfanne. Kommt vor. Da passiert das Merkwürdige: Das Ei verformt sich! Von ganz selbst! Halleluja! Ein Zeichen! Ein Zeichen! Nun, voller Vorfreude kippte ich Ei-Kanone es auf einen Teller, wo ich mich schon ein bißchen über die Form wunderte. Ich brauche dringend sowas wie einen Ei-Leser, also jemand der schon vom Stadium des Kaffeesatzlesens fortgeschritten ist. Aber es ist ja Weihnachten und da ist man schon froh, wenn das Ei nicht blutet, irgendwelche anderen ominösen Wunder passieren oder man in Coca Cola ertrinkt.

Und da sind wir beim Thema. Oben genannte Firma ist sicherlich nicht die Netteste aller Firmen auf dieser Welt, es gibt immer mal wieder heftigste negative Schlagzeilen. Diese machen sie pünktlich zu Weihnachten mit ihren Coca-Trucks wieder wett. Ich selbst bin da klar betroffen. So sehr ich mich auch bemühe, Dinge zu meiden, die politisch, wirtschaftlich oder sonstwie untragbar sind: ich liebe diese schwarze Brause. Und im Gegensatz zu einem anderen Meckerkopp, welcher bei einem Heft namens Beef ein bißchen hin und her eierte (haha, eierte!), bleibe ich bei meiner Haltung. Zugegeben, ich hatte mal in dem Magazin geblättert und fand es sinnlos, hätte mir aber vorstellen können, daß es Liebhaber von Fleischzeitungen geben könnte, schließlich gibt’s auch Zeitungen für Briefmarkensammler. Aber von meiner Coca gehe ich nicht weg. Da kann sonstwer kommen. Pupsi (huch, vertippt?), Sinuscosinus oder welche Dunkelbrause auch immer. Und es ist mir scheißegal, ob die mit CIA, NSA oder KGB zusammenarbeiten und jeden Tag einen Mahatma Gandhi umlegen: ich kann nicht ohne Coca! Wahrscheinlich packen sie bis heute echtes Koka rein, sonst hätten sie das Zeug doch bestimmt lange umbenannt, oder?

Also, nachdem wir klargestellt haben, daß es bestimmte Dinge gibt, ohne die man nicht leben will (“Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?” – “Einen Lebensvorrat Coca Cola!”), sollte man diese von seinem Konsumverhalten ausklammern. Man kauft diese Dinge sowieso. Oder macht sie sowieso. Manche Leute wollen unbedingt Auto fahren, egal wie bergab es mit dem Klima geht. Ich rufe diesen Leuten zu: es ist ok, wenn ihr mal bei den Dingen etwas länger nachdenkt, die euch nicht so wichtig sind!

Beispiel:

Ihr kauft in einem Supermarkt irgendwas ein. Butter, Wurst, Konserven. Was auch immer. Meistens greift man doch relativ unbewußt nach den Dingen, die man immer kauft. Und genau das ist der Fehler. Bei den nebensächlichen Dingen könnte man nämlich etwas reißen. Und zwar in beide Richtungen. Ich kaufe z.B. gerne Arla-Butter, weil ich salzige Butter mag. Nehme aber auch andere, wenn andere da ist. Als sie von den islamischen Ländern boykottiert wurden, habe ich diese Butter jeder anderen salzigen vorgezogen, weil ich pro Meinungsfreiheit bin, egal wer irgendwo beleidigt wird. Ebenso meide ich Dinge, die mich werbetechnisch nerven. Z.B. geht mir die Mario-Barth-Werbung vom Mädchenmarkt auf den Sack, während die von Alice Cooper vom Planeten deutlich unterhaltsamer scheint. Klar ist das der gleiche Konzern, aber auch die merken, daß Dinge nicht stimmen, wenn beide das gleiche Zeug verticken, aber einer eben etwas weniger davon. Ebenso bei Waschmitteln: ich habe Persil noch nie angefaßt, weil die Werbung von denen schon immer völlig daneben war. Und eben nicht nur Werbung, es gibt natürlich die moralischen Ausschlußkriterien, nach denen ich keine Coca mehr kaufen sollte. Was ich natürlich angesichts einer meiner stärksten Vorlieben trotzdem tue. Aber auch der “kleine” Beschiß, z.B. beim Joghurt: ich will einen Kirsch-Joghurt. Der Anteil Kirschzubereitung steht überall drauf. Bei manchen Herstellern steht aber der echte Kirschanteil extra. Das finde ich eine deutlich bessere Information. Da sieht man nämlich, daß “Kirschzubereitung” inklusive süßer Soße meint und echte Kirschen meistens davon nur die Hälfte sind. Also bemühe ich mich, generell bei den Herstellern zu kaufen, die die Informationen genauer schreiben. Wohlgemerkt: ganze Produkt-Paletten von Herstellern sind dadurch gemeint!

Das sind alles kleine, filigrane Dinge und ja: der Einkauf gestaltet sich durch diese etwas bewußtere Haltung deutlich länger, man verliert Zeit. Aber wie sonst sollte ich den Hersteller bestimmter Produkte dazu bewegen, etwas für mich, den Kunden zu machen? Schlimm ist natürlich, wenn liebgewordene Produkte verschwinden. Z.B. gab es, um nochmal beim Kirsch-Joghurt-Beispiel zu bleiben, ein Produkt von Dr. Oetker namens Jobst. Klasse Produkt, superviel Frucht drin. Die Werbewanne von Froop (igitt, die mag ich gar nicht, da kann die Lütte noch so sehr vom MIXAAAA! nerven) scheint den Markt dermaßen überrolt zu haben, daß sich Dr. Oetker entschied, dieses Produkt aus seinem Sortiment zu werfen. Mails wurden leider nicht beantwortet (meistens bringen echte Briefe mehr, aber wer macht sich schon die Mühe?), aber trotzdem ist das dann die einzige Möglichkeit, hier nochmal auf das geliebte Produkt hinzuweisen. In manchen Fällen hilft es, wenn man Mitstreiter findet. Für mich erledigt sich dann meistens auch gleich der Rest der Produktpalette der entsprechenden Firma. Kann man dann irgendwann nochmal in eine Mail oder wie hier in ein Blog packen. Das ist alles aufwendig, aber wenn man bedenkt, wieviel Geld wir diesen Leuten in den Rachen werfen, dann haben wir Konsumenten auch etwas dafür zu bekommen.

Ich denke, daß in Bezug auf Klimawandel und vielen anderen Dingen, die falsch laufen, hier auch eine Menge machbar ist. Bewußter Kauf ist ein klares Signal in einer kapitalistischen Welt, der Kunde ist der König, er hat das Geld! Die TAZ hatte vor kurzem ein Titelblatt, welches dem Mädchenmarkt entsprechen sollte. Man wollte auf Billig vs. Umwelt hinweisen. Das ist ein grober Fehler! Wenn man Umweltkosten langfristig berechnet, dann bekommt man im Schnitt mehr raus, wenn man leicht höhere Anfangsinvestitionen hat. Das, was die Welt teuer macht, sind Kurzfristgedanken: Politiker, die nur bis zur nächsten Wahl denken, Manager, die sich im Halbjahrestakt die Klinke in die Hand drücken. Hier wird Geld verpulvert ohne Wirkung. Der Konsument könnte gegensteuern, würde er nur ein Quentchen mehr Mühe investieren. Es ist so dermaßen wenig, was zu tun wäre! Stichwort Auto: Ich werde meine alte Karre solange fahren, bis sie auseinanderfällt oder ein Tanksystem für Stromautos etabliert ist. Ist bis dahin kein Tanksystem für Stromautos am Horizont, werde ich mich bei Stattauto oder ähnlichen Diensten anmelden und nur noch bei Bedarf Auto fahren. Und nur so kommen wir aus den allgemeinen Abhängigkeiten des Öls raus. Es ist gut so, daß Saudi Arabien nach Finanzhilfen schreit, wenn keiner mehr deren Öl kauft! Man sollte sie ihnen natürlich nicht geben…

Auch wenn Weihnachten fast vorüber ist: alle, die noch dringend was einkaufen wollen, sollten der Wirtschaft die Konsumentenpistole (siehe Bild oben) auf die Brust drücken. Mit Demos ändern wir nix. Aber mit unserem Geldbeutel eine Menge. Auch wenn es beim Einzelnen wenig sein mag. Selbst bei Aldi habe ich oft eine Wahl, sogar die kleinen Entscheidungen treiben die Märkte in andere Richtungen. Und bei den heutigen Statistik-Methoden: was glaubt ihr, kriegen Konzerne, die ihre Mitarbeiter komplett überwachen, mit, wenn bestimmte Pro
duktpaletten nicht mehr gekauft werden? Natürlich kriegen die das mit! Insofern: Augen auf beim Weihnachtskauf! Und danach natürlich auch.

Ich denke, man sollte sich in Konsumenten-Foren zusammentun und beraten, wann was warum kauftechnisch zu boykottieren oder zu bevorzugen ist. Das dürfte der Weg der Zunkunft sein. Das ist dann vergleichbar mit der Hotelbewertung im Internet oder anderen Bewertungen. Es gibt schon Konsumenten-Foren wie z.B. Ciao.de, wo die Produkte aufgrund ihrer Qualität besprochen werden. Ich denke das reicht nicht, wir müssen auch über die Produzenten und die Herstellungs- und Produktwege reden. Damit müßte man doch ein bißchen Einfluß bekommen. To make the world a better place.

Tja, nach einem Monat intensiver Nasenpflege melde ich mich zurück. Es hätten auch ein paar Tage früher sein können, aber leider hatte ich mich Ralfesk verhalten, mit anderen Worten: ein Update zu viel. Dazu aber weiter unten mehr. Zuerst mal zurück zu den nasigen Erlebnissen. Die letzten Ereignisse forderten zu einer Fortsetzung des Geschehens geradezu heraus. Denn nachdem ich nach Hause durfte, hatte ich ja immer noch die Doyle Splints in der Nase. Ich habe auch ein Photo von den Dingern aber kein so schönes. Auf dem sie auch so riesig wirken, wie sie wirklich waren. Was dann eklig ist: cremen, cremen, cremen. Und die Creme setzt sich so gut in den Plastik-Dingern fest. Alle 2 Tage zum Aussaugen. Bis dann endlich: das Ziehen der Doyle-Splints! Und nach dem Aussaugen des Rests kam ein interessanter Effekt auf mich zu. Nachdem ich den Behandlungsraum verlassen hatte, kam ich an einer Metallwand vorbei, diese war ca. 10 Meter weit entfernt. Es roch, als würde ich einem Schweißer über die Schulter gucken. Heftig! Naja, dachte ich, die Sensoren dürfen zum ersten Mal seit langem wieder arbeiten, da machen sie sich natürlich frisch ans Werk. Ich schritt also über eine November-Laub-nasse Wiese und der Schimmelgeruch war so intensiv, daß ich noch dachte: heute mal kein Brötchen essen! Es keimte kurz etwas Hoffnung auf, daß in 5 Minuten ja alles vorbei sei, schließlich ist unsere Nase ja recht träge und gibt nach kurzer Zeit auf. Aber dem war nicht so. Gute 2 Stunden lang roch ich, was so ein Hund sein ganzes Leben lang ertragen muß. Und ich kann nur sagen: ein Hundeleben muß die Hölle sein!

Tja, es folgten natürlich trotzdem Nasen-Aussaug-Sessions, allerdings in größeren Abständen als bisher. Auch kam die Nasencreme nicht mehr zum Zuge, nun mußte ich die Nase feucht halten. Nasenduschen, Nasenspülung, Meerwassernasenspray. Man glaubt gar nicht, wieviel Zirkus man mit dem Zinken haben kann. Der Besuch beim Arzt wurde eine “Suche nach Krusten”, also der Schorf, der sich mit der Heilung bildet. Wird dieser zu fest, bricht er in großen Stücken ab und reißt schon wieder neugebildete Haut mit sich. Deswegen hält man die Nasenwände auch feucht, dann spült man den Schorf quasi weg, ohne daß er neue Verletzungen erzeugt. Hinzugekommen zu den ganzen Querelen war ein nerviger Hefegeschmack. Dieser kommt von einem Pilzbefall, der sich gerne auf den Krusten bildet, wie mein Doc das so nett ausdrückte. Und der würde mit den Schorfabheilungen auch verschwinden. Das stimmte tatsächlich, denn eines Tages schnaufte ich aus dem linken Nasenloch (man darf immer durch eins pusten, bei beiden zusammen ist nicht nur die Blutungsgefahr hoch, es ist auch extrem unangenehm) einen Mix aus Blut und grüner Popelmasse aus. Jaja, jetzt kommen wir wieder in die Niederungen des Leckerismus, Mjam! Fast so groß wie eine halbe Walnuß. Ich fragte mich schon gar nicht mehr, wie etwas so riesiges in meine Nase paßt, schließlich hatte ich ja auch ellenlange Tampons und die fetten Doyle Splints drin gehabt. Trotzdem sah das Bild so erschreckend aus, daß nichtmal ich ein Bild davon machen konnte/wollte (*würg*, alleine beim Gedanken wird mir schlecht). Aber: interessanterweise war ab jetzt der Hefegeschmack nur noch einseitig auf der rechten Seite zu bemerken. Es ist schon interessant, wie stark das Riechorgan unseren Geschmacksorganen reinquatscht. Die nächste Doc-Sitzung zeigte auch: ja links fast abgeheilt, neue Haut drauf. Rechts dagegen noch Schorf. Auch hier kam es letzte Woche zu einem kleinen Schnauferchen, welches einen leicht kleineren Gnubbel offenbarte, diesmal höchstens so groß wie meine Daumenkuppe. Aber mit diesem eklig anzusehenden Kleinod verschwand auch mein ungebetener Untermieter und seine Brauereiparties. Ernsthaft: dauernder Hefegeschmack ist wie Brauereibesuch!

Offiziell betrachte ich mich als geheilt, auch wenn es hin und wieder zu kleinen Blutungen kommt. Nasenduschen usw. muß ich nach wie vor. Der Härtetest kam dann vor kurzem bei einem Konzert der Skeptiker. Das SO36 ist sowieso völlig verraucht, aber ich hatte diese Band noch nie live gesehen und wollte mir das einfach mal antun. 3 Vorbands waren nicht nach Cymones Geschmack. Betontod: *gähn*! Die Arbeitslosen Bauarbeiter: Homer-Zitat (laaaangweilig!). Fußgas: war ok. Alles mehr oder weniger Proll-Punk, gut hätte man sich bei den Namen auch denken können. Aber da mußten wir durch und ab Fußgas ging es eigentlich auch. Die Skeptiker rockten das Haus, obwohl die Kids demonstrativ alle nach hinten verschwanden. Die alten Säcke rückten komischerweise nicht auf, was ganz gut war, so blieb es trotz Hauptact unstickiger als erwartet. Tja, die alten Songs gingen gut ab, wurden mitgesungen. Herr B. machte seine Sache gut, er flippte rum als wäre er knapp 20 (er ist ja nur leicht drüber :) ) aber seine Anheizungen mit den neuen Songs verpufften doch im Meer der Nicht-Mitsinger. Wir elenden Nostalgie-Fanatiker, wir. Andererseits: wer würde sonst zu so einem Konzert gehen? Es war jedenfalls “Der Hammer!”, um hier mal jemanden zu zitieren. Am Ende (2 Zugaben!) hatte sich Cymone schon in Richtung Klo verdrückt und ich rückte etwas weiter nach vorne auf. Da kam dann eine bizarre Situation auf mich zu. Vor mir tanzte so’n Typ und 2 Mädels saßen so neben uns und lachten sich über ihn scheckig. So schlimm sah’s nicht aus, aber hier war wohl auch ein gewisser Alterskontrast. Er fing an, zurückzupöbeln, wollte aber wohl keine Frauen schlagen und fing dann an, pogo-mäßig seinen linken Nachbarn anzurempeln. Der war natürlich sichtlich unentspannt. Ich habe mich dann verdrückt, schließlich wollte ich meine Nase auf keinen Fall in die Dinge anderer Leute stecken, vor allem, wenn sie dadurch Schaden nehmen konnte. Noch 2 Anekdoten zum Abend. Neben uns saß die ersten 3 Bands jemand am Rand und pennte. Durchgehend. Er wachte aber pünktlich zum Konzertbeginn der Skeptiker wieder auf. Im Nachhinein kann ich ihn gut verstehen. Hinter uns gab’s dagegen eine lustige Diskussion der Art: “Ey, habe letztens in dem Laden XY meinen Urenkel getroffen…” War wahrscheinlich leicht überspitzt, aber trotzdem schön gesagt. BTW, das nächste Alter-Sack-Konzert wird im Lido sein: Peter and the Test Tube Babies! Und der Nasenreport: meinem Zinken ging’s trotz der Scheiß Luft am Ende immer noch supi! D.h. auch beim Jinx-Man könnte man mal gucken gehen.

Die unschöne Seite des Lebens hatte ich oben schon angeschnitten. Achtung: wir kommen jetzt vom Ekel über den Dreckspunk zur Technik! Also die schönsten Seiten des Lebens! *grins*

Kaum verhalte ich mich Ralfesk, mache also Updates bei meinem VServer, fliegt mir das System um die Ohren. Nun ist ein gemieteter VServer schwierig zu handhaben. Bei den Billig-Systemen hat man keine Remote Console, man sieht also noch nichtmal, was einem da das Kartenhaus niederreißt. Der Support war auch nicht gerade superschnell, sie ließen mich knapp 5 Tage hängen. Klar, sie versuchten, zwischendurch zumindest ein paar Mal, das System wieder hochzuziehen. Beim absoluten Billigtarif habe ich vielleicht auch nicht so’n großes Druckmittel, ob ich nun woanders hingehe oder nicht, dürfte völlig egal sein. Trotzdem war es ärgerlich, wobei ich mich ehrlicherweise an die eigene Nase fassen muß. Ich fahre seit fast 5 Jahren ein Debian-System auf dem Rechner. Natürlich NICHT stable. Denn stable ist immer antik. Mit einem Debian stable ka
nn man eigentlich nichts anfangen. Und natürlich ist bei Providern, wenn schon Debian, dann nur stable supported. Tja, und ich hatte mich halt auf Testing hochgehangelt. Was 5 Jahre lang gut ging. Und nun riß mir ein Update die Füße weg. Laut meinem Provider hingen immer die Init-Skripte beim Booten. Das machte mich stutzig. Und siehe da: Debian macht es Ubuntu nach. Man bereitet Debian 6.0, die nächste stable Version vor, welche statt mit Sys5-Init mit Upstart daherkommt. Das heißt, es ist zur Zeit eine Art Mischbetrieb in Testing-Systemen. Und die Art System, die ich als VServer angemietet habe, kommt mit so einem Mix gar nicht klar, das Host-System braucht klare, eindeutige Init-Scripts, um dem Gast seine Umgebung präsentieren zu können. Auch die OS-Wahl auf Ubuntu ging schief. Denn ich bekam ein LTS 6.06 (Dapper Drake, Juni 2006!), praktisch NOCH antiker als Debian. Der Versuch, es zumindest auf die letzte LTS-Version 8.04 (April 2008!) zu ziehen, scheiterte genauso kläglich. Auch hier waren scheinbar schon Upstart-teile mit verbaut, die Init-Skripte hingen. Nun bin ich auf ein echtes XEN-System geschwenkt, ich bezahle mehr und mein Provider ist mir da auch kulanterweise entgegengekommen (Danke! Danke! Danke! *schleim*). Nun ist es ein LTS 8.04, aber ein neuerer Patchlevel, von Jaunty gar nicht so weit entfernt. Es geht wieder alles, aber es hat mich viel Zeit und Nerven gekostet. 5 Tage Voll-Auszeit, danach nochmal einen Tag aufgrund eigener Blödheit (jetzt habe ich schonmal eine Firewall und vergurke sie gleich am ersten Tag so sehr, daß ich mich aussperre, wat bin ich nur für ein Profi…). Unendliche Schmerzen. Mal sehen, ich gucke mich gerade auf dem VServer-Markt um. Ein dedizierter Server ist mir für mein Hobby zu teuer. Schön wäre ein VMware-basiertes System, aber die kosten mehr als ein dediziertes. Wobei ich als VMware-Admin (uffe Arbeit) schon sagen muß: Die anderen Virtualisierungen können da kaum mithalten. Alleine, was es alles für Beschränkungen gibt, welche Systeme mal hier und mal da nicht gehen. Bei VMware geht so gut wie alles, das ist schon sehr abgefahren. Aber leider eben auch zu teuer.

Und wenn wir schonmal auf VMware stoßen, selbst da hatten wir dieses Problem. Allerdings ist es wohl doch sehr Ubuntu/Debian-eigen. Uns ist heute ein Webmail-Server ausgestiegen. Aus heiterem Himmel. Jeder Versuch, die VM wieder anzubooten, schlug bei den Init-Skripten fehl. Oho! Sieht sehr stark nach dem Problem wie eben beschrieben aus. Ralf hatte noch einiges probiert, kam aber genausoweit wie ich: kein Durchbooten. Wir hatten natürlich immer wieder mittels Knoppix-ISO das System versucht zu verändern, aber es half alles nichts. Zum Testen machten wir natürlich immer ein chroot in die angehängte Platte des eigentlichen Servers. Bis Ralf dann irgendwann meinte: komm, versuchen wir es von ISO gemounted als vollwertiges System hochzuziehen. Verwegener Gedanke! Sowas Irres hätte ich wahrscheinlich nichtmal ausprobiert! Aber: es geht! Und hier die ultimative Anleitung:

Von ISO booten, Knoppix eignet sich recht gut. Die Partition des echten Systems einhängen:

mount /dev/sda1 /mnt

Nun noch /dev, /proc und /sys mit in den neuen mountpoint aufnehmen, das geschieht über die bind-Option von mount (schöner Trick!):

mount –bind /dev /mnt/dev
mount –bind /sys /mnt/sys
mount –bind /proc /mnt/proc

Nun noch mittels ifconfig das Netzwerk-Interface setzen, die Default-Route und dann ab ins nun vorbereitete System:

chroot /mnt

Startet man nun mit /etc/init.d/ssh den OpenSSH-Server kann man sich danach von außen in das gechrootete (oder gejailte? Was für eine Wortwahl…) System einloggen, vom ISO-Teil kriegt man so gar nichts mehr mit! Und alle anderen Dienste (apache2, usw.) liefen auch perfekt. Man könnte es fast eine eigene kleine DOM1 nennen, das Jail als Mini-Virtualisierung. Jedenfalls habe ich nun einen neuen Server aufgesetzt und wir kopieren den alten nun nach und nach da rein. Während die User weiter arbeiten können. Auf einem virtuellen System, welches von einer ISO-CD gestartet wurde, weil es nicht mehr bootete. Das klingt völlig irre, aber ich schwöre: es ist wahr!

Andererseits: nur die irrsten Dinge passen im Grunde in die Weihnachtszeit. Beobachtet mal das ganze Kaufgewusel. Irrer geht nicht. Mein Leben läuft also in ruhigeren Bahnen als ich selbst vermute. In dem Sinne: Happy Dingsda (IYFRFFD¹)!

1) Insert Your Favourite Religious Festival For Dingsda

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