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Das Leben ist bekanntlich endlich (manch einer wird sagen: “Na endlich!”) und auch, wenn diese Einleitung nun Panik bei der örtlichen Leserin auslösen könnte, beschwichtige ich mal gleich wieder: morgen komme ich aus dem Krankenhaus raus. Warum ich überhaupt drin bin? Tja, meine Nase macht Probleme beim Luftdurchfluß. Das mußte dringend korrigiert werden. Nasenscheidewand-Korrektur nennt sich das. Eigentlich eine harmlose OP, verglichen mit anderen bösartigen Dingen, die so rumwuseln. Aber mal zu den Vorteilen: mein erster richtiger Schmerz trat heute beim Blutabsaugen auf, weil die Ärztin sehr gründlich war und den Saugkatheter bis in den Rachen schob und dieser dann an der Rachenwand langkratzte. Lecker, was? Es wird noch viel geschmackvoller, ich verspreche es!

Außerhalb dieses doch recht geringen, kurzzeitigen Schmerzes hatte ich nachts mal leichtes Pieken an den Nähten und manchmal ein bißchen Kopfdröhnen. Ansonsten: nichts. Keine Schmerzen vor der OP, keinerlei nach der OP. Spritzenpieken lasse ich mal außen vor, das gehört ja irgendwie dazu. Die OP selbst ist wohl relativ kurz, aber als ich 7:30 nach Einnahme einer Schlafpille in den OP geschoben wurde, kam der Blackout während des Redens mit einer OP-Schwester. Im Aufwachraum stand die Uhr auf 10:30 und es war sehr bizarr. Als Kind hatte ich mal eine OP und ich kann mich erinnern, wie ich träumte, das da was in mir rumpiekt. Diesmal: null, nichts, nada, njet, nüscht, niente. Keinerlei Erinnerung, nichtmal Fetzen. So, kommen wir nun zu den unangenehmen Seiten.

Nach dem Aufwachen bemerkte ich etwas geringen Luftfluß durch die Nase. Das liegt an 2 Tampons (die nennen das so, es sind natürlich nicht die gleichen, die Frauen für ihre Regel nutzen), die sie mir in die Nase gestopft hatten. Die konnte ich sogar von innen mit der Zunge im Rachenraum betasten. Neben dem Atmen durch den Mund kam das Problem des Blutens. Es suppte heftig und man sitzt den halben Tag da mit Tüchern, um das Blut unterhalb der Nase aufzufangen. Deshalb gab es anfangs eine “Nasenschleuder”, so eine Art Auffangbecken, das mittels Band via Ohren unter die Nase geklemmt wird. Nachdem man 3 davon durchgesuptt hat, wird’s weniger und man nutzt Tücher. Tagsüber ging also alles noch. Nachts dagegen war der Horror. Ich war ja bisher immer der Meinung, daß ich ein reiner Mundatmer in der Nacht bin, deshalb schnarche ich wohl auch recht heftig. Aber dem ist wohl nicht so. Diese Nacht rumzukriegen war nicht einfach und ich war heilfroh, nächsten Tag die Proppen aus der Nase zu bekommen. Diese waren ca. zwischen 10 und 15 cm lang (also man glaubt gar nicht, wieviel Platz in der Nase ist) und interessanterweise mit Latex-Mantel. Bis dahin hatte ich gedacht, die sollten auch das Blut auffangen, aber dem war nicht so. Die sollten einfach nur Druck machen, damit alle operationsbedingten Veränderungen an Ort und Stelle halten. Gezogen wurden sie an zwei Fäden, die man mir vorher auf der Nase festgeklebt hatte. Nun kam endlich wieder Luft durch. Das war wirklich positiv. Dann kam nochwas Unangenehmes. Das Aussaugen des Bluts und des Schnodders, der sich angesammelt hatte. Das ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft (jedenfalls beim ersten Mal tat es nicht weh). Nun muß ich wie doof cremen, cremen, cremen, mit Bepanthen Nasensalbe. Dazwischen auch mal Nasengel. Das heißt: der Schnodder läuft. Aber man darf nicht schneuzen. Auch Niesen nur mit offenem Mund, damit kein Druck auf den Nasenraum ausgeübt wird. Den blutgetränkten Schnodder muß man hochziehen und ausspucken. Für mich kein Thema, aber schon Cymone kommt beim Anblick und beim Geräusch in leichte Unbehaglichkeiten. Für meinen Zimmernachbarn dagegen muß es supereklig sein. Egal, was sein muß, muß sein.

Zum Zimmernachbar kann ich sagen: alles entspannt, er schnarcht zwar, aber ich habe ja Ohrenproppen. Lustig: er darf nicht reden, hängt aber ständig am Handy und haucht irgendwas rein. Ich frage mich immer: was hören die nur auf der anderen Seite?

Wie auch immer, morgen ist’s zumindest in der Klinik vorbei und dann habe ich 2 Wochen Nachsorge. Danach kommt dann wieder das normale Leben, hoffe ich jedenfalls. Und für alle, die durch die leckeren Kopfbilder durchgehalten haben, hier noch ein paar richtig schöne echte:

Ach ja, das mag sehr leidend aussehen, aber ich hatte ja schon erwähnt, daß es alles schmerzlos ablief. Der leidende Eindruck entsteht durch das ständige “Heulen”, denn die Tampons drücken auf den Tränenkanal, welcher sich dann gemüßigt fühlt, permanent Suppe abzusondern. Das hat vor allem den Nachteil, das man kein Buch lesen kann, nicht TV gucken kann und schon gar nicht im Internet rumwuseln. Übrigens: gestern hatte ich noch kein Bock zum Bloggen, aber theoretisch wäre es gestern schon gegangen, denn da kamen die Nasenstopfen ja raus. Heute ist also inklusive OP-Tag Tag 3. 4 Tage Klinik-Aufenthalt sind ok, denke ich. So, die blutige Front beendet ihr Schauspiel hiermit. BTW, die Bilder sind diesmal nicht unter CC-Lizenz! Keine Angst, CC bleibt mein normaler Standard, aber das hier ist was Besonderes…

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