Achtung, das wird diesmal ein etwas längeres Geseiere, also Vorsicht!
Fangen wir mit dem wichtigen Punkt zuerst an. Ich hatte ja berichtet, daß das Linux-Magazin mir durch Gewinnverteilung einen 8GB-USB-Stick hat zukommen lassen. Für lau ist das natürlich wundervoll, aber in der Praxis brauche ich eigentlich eher SD-Karten (aus denen sich mittels Adaptern ja sowieso USB-Sticks machen lassen): Fotoapparat, MP3-Player, Autoradio usw.
Folglich sehnte ich mich schon längere Zeit nach größeren SD-Karten. Der Standard SD hört eigentlich bei 2 GB auf, obwohl ich auch mal eine 4GB-Karte gekauft hatte (die mehr mäßig als gut funktionierte). Man muß also, um mehr Speicher auf so einem Chip zu haben, auf SDHC wechseln. Meine beiden Kameras können das auch problemlos, also: Preissuche! In den typischen Kaufhäusern (Geizplanet z.B.) finden sich mittlerweile auch 8GB- bzw. 16GB-Karten. Meistens von Panasonic, die nicht gerade günstig sind. 8GB für 130 Euro, 16GB für 230 Euro. Im Netz wird’s da gleich viel netter, da zahlt man maximal für eine 16GB-Karte 120 Euro. Wobei: wenn es sie denn gibt, der Geizplanet hat das Zeug ja direkt vorrätig. Aber: im T-Online-Shop behauptete man, so eine Karte wäre sofort lieferbar. Für 59,90 Euro. Gut, da kam dann noch Porto und Nachnahme drauf (ich wollte das DIng unbedingt haben, und Nachnahme war am schnellsten). So kam ich auf knapp über 70 Euronen, angesichts der Konkurrenz-Preise und des “Lieferbar”-Versprechens aber immer noch gut. Denn: der T-Online-Shop hat seine Versprechen immer gehalten, ich habe dort schon öfter gekauft. Er ist nicht immer der billigste Anbieter, aber ich würde fast sagen: von den Günstigen der Zuverlässigste!
Nunja, das Ding wurde geliefert und kam dann
so bei mir an. Ich machte das Bild extra mit 2-Euro-Münze zum Größen-Vergleich. Denn diese Münze ist in etwa so groß wie eine SD-Karte. Oder anders ausgedrückt: in dieser Packung dürften ca. 10.000 SD-Karten locker Platz finden. Tja, der Postmann war auch etwas verdattert wegen der Leichtigkeit des Pakets. Kunststück: neben der Karte selbst war noch Verpackungsmaterial und der Lieferschein drin. Und
hier nochmal der direkte Vergleich Münze <-> SD-Karte… Gut, die Karte ist vielleicht minimal größer, aber das ist eher Konrinthenkackerei. Übrigens: im Shop war nicht klar gewesen, welche Klasse die Karte haben wird. Man sieht hier: es ist Class 6, also sie muß mindestens 6 MB/s beim Schreiben schaffen, die höchste SDHC-Qualitäts-Stufe. Sie schafft locker zwischen 15 und 17 MB/s im Dauerlauf. Peaks liegen bei 19 MB/s und sie fällt praktisch nie unter 12 MB/s. Hammerhartes Schnäppchen, kann ich da nur sagen, ich empfehle: Zugreifen!
Na gut, sind wir fair, denn die SD-Karte war natürlich noch in einer
Umverpackung. Aber selbst damit hätten bestimmt gut 100 Karten Platz in der Packung gehabt. Da man die Karte an die Außenwand gelegt hatte und nicht etwa in die Mitte, ist hier also noch nichtmal ein Sicherheitsgewinn dabei. Ich tippe mal auf: “nehmen wir halt den Karton, was Kleineres finde ich auf die Schnelle eh nicht.” Naja, ich nörgle halt gern. Aber im Grunde bin ich zufrieden, daß das Ding da ist. Nun warte ich auf die 32GB-Chips. Danach ist peinlicherweise auch bei SDHC schon wieder Schluß mit dem Standard. Die wollen echt nur Kohle scheffeln. Dabei sind die meisten Leute noch nichtmal bei SDHC angekommen. Auf den hiesigen Computerbörsen kriegt man quasi nie SDHC-Karten zu kaufen. Nur SD, aber dann bis 4 GB und hoffen, daß sie funktionieren. Übrigens: da viel gefälschte SD-Karten im Umlauf sind, die deutlich weniger Speicher haben als sie anzeigen, habe ich die Karte zusätzlich mal gefüllt und wieder Teile runtergelesen. Mal abgesehen davon, daß es ganz schön dauert, bis man 16 GB voll hat: sie funktioniert tadellos! Hurra! Kleiner Gag am Rande: bei der 10MPix-Kamera passen knapp 3100 Bilder drauf, bei der 8MPix-Kamera sind’s knapp über 4000. In bester JPEG-Auflösung natürlich…
Kommen wir nun zu unserem Gastkommentator Thilo. Er hatte sich mailtechnisch zu meiner Camden-Verschwörungstheorie geäußert:
"Da ich ja erst vor Kurzem in Londinium weilte kann ich Dir jedoch sagen, dass das Areal der Stables vergrößert und erneuert wird. Sieht alles sehr hübsch aus, birgt jedoch wirklich die Gefahr, dass die zu erwartenden Ladenmieten am Ende wirklich nur von den allgemeinen Ramschketten bezahlt werden kann, jedenfalls nicht mehr vom Underground. Bereits jetzt ist in großen Teilen die Ware ziemlicher Einheitsramsch von eher minderwertiger Qualität. "The Black Rose" wurde ausgerechnet während unserem Besuch umgebaut so daß eigentlich nur noch Fairygothmother an frühere Zeiten erinnert. Neu war der Shop "Cyberdog", ziemlich freaky aber eben eher was für Cyberpunks and -goths. Der Brand verwüstete wohl den Canal Market, das ist der unter der Brücke gegenüber dem Lockmarket und den Stables, mit anderen Worten der den man meistens übersieht. Dort hat ein riesiger London-Souvenir-Shop aufgemacht, der den ganzen Ramsch mit Unionjack und Mind-The-Gap-Zeugs führt. Neben den üblichen (immer gleichen) T-Shirt-Läden gab es da einen relativ guten Gothicladen, bei dem ich mir fast einen Lackmantel gekauft hätte (worüber ich mich jetzt noch ärgere, dass ich nicht zugeschlagen habe!). Naja, bis auf diese zwei Läden waren alle anderen "Shops" eher Marktstände für fliegende Händler und somit liegt natürlich wieder Deine Theorie nahe, schließlich könnte man da jetzt ebenfalls nach Vorbild der "neuen" Stables bauen."
Ich gebe das mal unkommentiert weiter. Und von wegen Kommentare: er beschwerte sich mal wieder, daß man auf meiner Seite nicht kommentieren könnte. Das wird so lange so bleiben, bis die Rechtsprechung sich in Richtung Fairness entwickelt. Ich habe keinen Bock auf Rechtsstreitigkeiten, nur weil irgendwer strafrelevantes Zeug bei mir ablädt. Vielleicht irgendwann mal, dann aber wohl mit Moderator-Funktion, mal sehen. Aber zur Zeit reichen mir eure Mails!
Als richtig schlechte Botschaft muß ich anfügen, daß El Schwabo demnä
chst längere Zeit in Saudi Arabien verweilen wird. Er hat einen neuen Job und der zieht ihn für ein paar Monate nach Süden. Und was wird nun aus mir? Wer geht mit mir zu den geilen Parties? Hülfä! Schließlich: Thilo konnte man irgendwie immer anrufen, der war kaum totzukriegen. Und nun hat er Kulturschock pur, da kann man ihm nur alles Gute wünschen und daß er möglichst standhält, um kulturell nicht unter die Räder zu kommen.
Aber von wegen Kultur:
Wir zappen letztens mal so rum und blieben ein wenig auf dem Heinz-Ehrhardt-Abend hängen. Ich mochte den ja auf der Bühne bzw. in der TV-Show sehr gerne. Ein begnadeter Künstler. Die Filme waren schrecklich, was aber wohl zum einen an der 60er-Jahre-Mentalität liegt (so machte man nunmal Filme damals) und an den äußerst miesen Schauspielern, die ungefähr an heutige GZSZ-Darsteller ranreichen, also vergleichbar mit Laterne ganz unten.
Nach der Sendung hätten wir fast weitergeschaltet, aber es kam tatsächlich ein Heinz-Ehrhardt-Film mit dem Titel: “Baden gehen auf Teneriffa” Da wir Teneriffa als Insel auch kennen (ich empfehle meine Reiseberichte), dachten wir uns: schauen wir dochmal rein. Es fing an mit dem Flughafen Las Palmas. Hm. Der liegt aber auf Gran Canaria. Falsche Insel also. Aber wir nahmen an, daß man in Teneriffa vielleicht am Flughafen Drehprobleme hatte. Wir quälten uns das witzlose Geflacker weiter rein und erkannten immer mehr Gran Canaria statt Teneriffa. Es war sehr lustig, denn obwohl der Film 40 Jahre alt ist, konnte man vieles wiedererkennen. Aber mit anderen Worten: der ganze Film spielt auf Gran Canaria. Warum hat man ihn dann nicht “Baden gehen auf Gran Canaria” genannt? So ist das äußerst dämlich: jemand sieht den Film, denkt: “Klasse Strände, da will ich auch hin!”, fährt nach Teneriffa und wird massivst enttäuscht, weil die Strände dort lütt und daneben sind. Wer denkt sich sowas Schwachsinniges aus? Da müßte die gesamte Touri-Industrie auf die Barrikaden gehen, oder haben die gehofft, die Leute kommen dann nochmal auf die andere Insel im nächsten Urlaub?
Zu guter Letzt noch ein paar News, die ich persönlich wichtig fand. Der EEE-PC war mal wieder in den Schlagzeilen, denn in England versucht sich eine Firma an einem Konkurrenzprodukt. Allerdings nur mit 300 MHz-CPU (der ASUS hat 900 MHz), 256 MB RAM (meiner hat 1 GB, hierzulande werden die EEE-PC mit 512 MB verkauft) und 2 GB Flash-Disk (hierzulande 4 GB, meiner hat 8 GB). Insgesamt macht das Ding eher einen Eindruck, als wenn man es kurz vor der Zielgeraden vermasselt hat. Ich bezweifle ja stark, daß man damit schon Videos abdudeln kann (300 MHz? Das soll gehen?). Allerdings ist sein Preis von 99 Pfund oder damit ca. 150 Euronen auch bei knapp der Hälfte des EEE-PC-Preises. Und man kriegt ja irgendwie auch genau die Hälfte dafür…
Als letzte Meldung sei hier die Forderung von Stallman nach mehr OpenSource in Behörden angeführt. Und zwar nicht nur, weil er damit Recht hat, nein, es gibt auch einen Satz, den sollten sich alle mal hinter die Löffel schreiben:
“Freie Software bringt einen freien Servicemarkt mit sich”, erklärte er. Sei es da nicht eine große Ironie, dass das proprietäre Lager “uns als Kommunisten bezeichnet, während wir einen freien Markt zulassen und sie nicht?”
Ich habe schon immer gesagt: der Kommunist bei Software ist Microsoft. Alle Systeme gleich, Einheitsbrei. Nicht viel wert, aber teuer, verschlingt Resourcen und macht bei Überwachung kräftig mit. Bei Windows weiß man nie genau, was das System gerade macht, ob es nur “nach Hause” telefoniert oder gleich mit Gott und der Welt. Und dazu kommt eine Art Quasi-Zwang beim Kauf, denn will man etwas anderes oder den PC lieber gleich ohne System kaufen, kommt entweder ein “Hamwanich” oder aber es wird teurer (!!! Hallo, ich will weniger, also bitte auch weniger Preis!). All das sind die Merkmale des untergegangenen Ostblocks. Und auch wenn wir stasimäßig die alten Zeiten bald locker überrunden, so basiert die Wirtschaft trotz allem auf einem freien Markt. Nur bei Software, da scheint man schon immer auf einer imaginären SED-Linie gewesen zu sein: alles aus einer Hand…
Aber ich bin auch nur ein einsamer Rufer in der Wüste. Immerhin: auf der Arbeit muß ich den Quatsch zwar noch hin und wieder mitbenutzen (ein Hoch auf rdesktop!), aber @Home bin ich nun seit 2001 Windows-frei. Das ist wirklich angenehm. Und komme mir keiner mit Apple-Grütze!
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