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Es ist kein Geheimnis, daß ich Flash nicht mag. Also das Software-Format Flash, nicht die Flash-Chips. Flash ist ein proprietäres, gefährliches Datenformat, welches Anwendungsdaten und Programmdaten munter mischt, perfekt für Viren, Trojaner usw. In meiner Web-Statistik sehe ich dagegen jeden Tag grauenhaftes. Zwar sind Java und JavaScript immer noch führend bei den Usern, aber auf Platz 3 mit 85% kommt gleich Flash. Um es ganz klar auszudrücken: 85% aller Nutzer haben standardmäßig ein Flash-Plugin in ihrem Browser aktiviert. Das ist katastrophaler in seinen Auswirkungen als die Windows-Verbreitung. Und seitdem auf YouTube und anderen Seiten auch noch Filmchen in mieser Qualität mittels Flash laufen (Leute, die Flash einsetzen, sind scheinbar nicht nur dumm, sondern auch noch fast blind), hatte ich jede Hoffnung fahren gelassen, daß diese Grütze irgendwann sterben könnte. Heute nun eine freudige Nachricht: Adobe will DRM in Flash einbauen! Obwohl ich sonst gegen DRM bin, ist das hier ein klarer Fortschritt. DRM und andere Methoden, den User am Abdudeln seiner Medien zu hindern, führen zu dermaßen viel Frust, daß das Format abkackt, weil selbst der Dümmste merkt, daß er damit nix mehr anfangen kann. Die Online-Stores haben es vorgemacht: Niemand wollte DRM-belastete WMAs kaufen, aber bei MP3s greifen alle zu. Tja, insofern der richtige Schritt, danke Adobe! Und macht das bitte zum Standard bei Flash und schön schwer zu knacken, Flash sollte den gleichen Weg gehen wie das erste DIVX!

Achtung, das wird diesmal ein etwas längeres Geseiere, also Vorsicht!

Fangen wir mit dem wichtigen Punkt zuerst an. Ich hatte ja berichtet, daß das Linux-Magazin mir durch Gewinnverteilung einen 8GB-USB-Stick hat zukommen lassen. Für lau ist das natürlich wundervoll, aber in der Praxis brauche ich eigentlich eher SD-Karten (aus denen sich mittels Adaptern ja sowieso USB-Sticks machen lassen): Fotoapparat, MP3-Player, Autoradio usw.

Folglich sehnte ich mich schon längere Zeit nach größeren SD-Karten. Der Standard SD hört eigentlich bei 2 GB auf, obwohl ich auch mal eine 4GB-Karte gekauft hatte (die mehr mäßig als gut funktionierte). Man muß also, um mehr Speicher auf so einem Chip zu haben, auf SDHC wechseln. Meine beiden Kameras können das auch problemlos, also: Preissuche! In den typischen Kaufhäusern (Geizplanet z.B.) finden sich mittlerweile auch 8GB- bzw. 16GB-Karten. Meistens von Panasonic, die nicht gerade günstig sind. 8GB für 130 Euro, 16GB für 230 Euro. Im Netz wird’s da gleich viel netter, da zahlt man maximal für eine 16GB-Karte 120 Euro. Wobei: wenn es sie denn gibt, der Geizplanet hat das Zeug ja direkt vorrätig. Aber: im T-Online-Shop behauptete man, so eine Karte wäre sofort lieferbar. Für 59,90 Euro. Gut, da kam dann noch Porto und Nachnahme drauf (ich wollte das DIng unbedingt haben, und Nachnahme war am schnellsten). So kam ich auf knapp über 70 Euronen, angesichts der Konkurrenz-Preise und des “Lieferbar”-Versprechens aber immer noch gut. Denn: der T-Online-Shop hat seine Versprechen immer gehalten, ich habe dort schon öfter gekauft. Er ist nicht immer der billigste Anbieter, aber ich würde fast sagen: von den Günstigen der Zuverlässigste!

Nunja, das Ding wurde geliefert und kam dann Kleinste SD-Card-Verpackung der Welt? so bei mir an. Ich machte das Bild extra mit 2-Euro-Münze zum Größen-Vergleich. Denn diese Münze ist in etwa so groß wie eine SD-Karte. Oder anders ausgedrückt: in dieser Packung dürften ca. 10.000 SD-Karten locker Platz finden. Tja, der Postmann war auch etwas verdattert wegen der Leichtigkeit des Pakets. Kunststück: neben der Karte selbst war noch Verpackungsmaterial und der Lieferschein drin. Und Vergleich SD-Karte, 2 Euro-Münze hier nochmal der direkte Vergleich Münze <-> SD-Karte… Gut, die Karte ist vielleicht minimal größer, aber das ist eher Konrinthenkackerei. Übrigens: im Shop war nicht klar gewesen, welche Klasse die Karte haben wird. Man sieht hier: es ist Class 6, also sie muß mindestens 6 MB/s beim Schreiben schaffen, die höchste SDHC-Qualitäts-Stufe. Sie schafft locker zwischen 15 und 17 MB/s im Dauerlauf. Peaks liegen bei 19 MB/s und sie fällt praktisch nie unter 12 MB/s. Hammerhartes Schnäppchen, kann ich da nur sagen, ich empfehle: Zugreifen!

Na gut, sind wir fair, denn die SD-Karte war natürlich noch in einer 16 GB SDHC-Card von Extrememory Umverpackung. Aber selbst damit hätten bestimmt gut 100 Karten Platz in der Packung gehabt. Da man die Karte an die Außenwand gelegt hatte und nicht etwa in die Mitte, ist hier also noch nichtmal ein Sicherheitsgewinn dabei. Ich tippe mal auf: “nehmen wir halt den Karton, was Kleineres finde ich auf die Schnelle eh nicht.” Naja, ich nörgle halt gern. Aber im Grunde bin ich zufrieden, daß das Ding da ist. Nun warte ich auf die 32GB-Chips. Danach ist peinlicherweise auch bei SDHC schon wieder Schluß mit dem Standard. Die wollen echt nur Kohle scheffeln. Dabei sind die meisten Leute noch nichtmal bei SDHC angekommen. Auf den hiesigen Computerbörsen kriegt man quasi nie SDHC-Karten zu kaufen. Nur SD, aber dann bis 4 GB und hoffen, daß sie funktionieren. Übrigens: da viel gefälschte SD-Karten im Umlauf sind, die deutlich weniger Speicher haben als sie anzeigen, habe ich die Karte zusätzlich mal gefüllt und wieder Teile runtergelesen. Mal abgesehen davon, daß es ganz schön dauert, bis man 16 GB voll hat: sie funktioniert tadellos! Hurra! Kleiner Gag am Rande: bei der 10MPix-Kamera passen knapp 3100 Bilder drauf, bei der 8MPix-Kamera sind’s knapp über 4000. In bester JPEG-Auflösung natürlich…

Kommen wir nun zu unserem Gastkommentator Thilo. Er hatte sich mailtechnisch zu meiner Camden-Verschwörungstheorie geäußert:

  "Da ich ja erst vor Kurzem in Londinium weilte kann ich Dir jedoch sagen, dass das Areal der Stables vergrößert und erneuert wird. Sieht alles sehr hübsch aus, birgt jedoch wirklich die Gefahr, dass die zu erwartenden Ladenmieten am Ende wirklich nur von den allgemeinen Ramschketten bezahlt werden kann, jedenfalls nicht mehr vom Underground. Bereits jetzt ist in großen Teilen die Ware ziemlicher Einheitsramsch von eher minderwertiger Qualität. "The Black Rose" wurde ausgerechnet während unserem Besuch umgebaut so daß eigentlich nur noch Fairygothmother an frühere Zeiten erinnert. Neu war der Shop "Cyberdog", ziemlich freaky aber eben eher was für Cyberpunks and -goths.  Der Brand verwüstete wohl den Canal Market, das ist der unter der Brücke gegenüber dem Lockmarket und den Stables, mit anderen Worten der den man meistens übersieht. Dort hat ein riesiger London-Souvenir-Shop aufgemacht, der den ganzen Ramsch mit Unionjack und Mind-The-Gap-Zeugs führt. Neben den üblichen (immer gleichen) T-Shirt-Läden gab es da einen relativ guten Gothicladen, bei dem ich mir fast einen Lackmantel gekauft hätte (worüber ich mich jetzt noch ärgere, dass ich nicht zugeschlagen habe!). Naja, bis auf diese zwei Läden waren alle anderen "Shops" eher Marktstände für fliegende Händler und somit liegt natürlich wieder Deine Theorie nahe, schließlich könnte man da jetzt ebenfalls nach Vorbild der "neuen" Stables bauen."  

Ich gebe das mal unkommentiert weiter. Und von wegen Kommentare: er beschwerte sich mal wieder, daß man auf meiner Seite nicht kommentieren könnte. Das wird so lange so bleiben, bis die Rechtsprechung sich in Richtung Fairness entwickelt. Ich habe keinen Bock auf Rechtsstreitigkeiten, nur weil irgendwer strafrelevantes Zeug bei mir ablädt. Vielleicht irgendwann mal, dann aber wohl mit Moderator-Funktion, mal sehen. Aber zur Zeit reichen mir eure Mails!

Als richtig schlechte Botschaft muß ich anfügen, daß El Schwabo demnä

chst längere Zeit in Saudi Arabien verweilen wird. Er hat einen neuen Job und der zieht ihn für ein paar Monate nach Süden. Und was wird nun aus mir? Wer geht mit mir zu den geilen Parties? Hülfä! Schließlich: Thilo konnte man irgendwie immer anrufen, der war kaum totzukriegen. Und nun hat er Kulturschock pur, da kann man ihm nur alles Gute wünschen und daß er möglichst standhält, um kulturell nicht unter die Räder zu kommen.

Aber von wegen Kultur:

Wir zappen letztens mal so rum und blieben ein wenig auf dem Heinz-Ehrhardt-Abend hängen. Ich mochte den ja auf der Bühne bzw. in der TV-Show sehr gerne. Ein begnadeter Künstler. Die Filme waren schrecklich, was aber wohl zum einen an der 60er-Jahre-Mentalität liegt (so machte man nunmal Filme damals) und an den äußerst miesen Schauspielern, die ungefähr an heutige GZSZ-Darsteller ranreichen, also vergleichbar mit Laterne ganz unten.

Nach der Sendung hätten wir fast weitergeschaltet, aber es kam tatsächlich ein Heinz-Ehrhardt-Film mit dem Titel: “Baden gehen auf Teneriffa” Da wir Teneriffa als Insel auch kennen (ich empfehle meine Reiseberichte), dachten wir uns: schauen wir dochmal rein. Es fing an mit dem Flughafen Las Palmas. Hm. Der liegt aber auf Gran Canaria. Falsche Insel also. Aber wir nahmen an, daß man in Teneriffa vielleicht am Flughafen Drehprobleme hatte. Wir quälten uns das witzlose Geflacker weiter rein und erkannten immer mehr Gran Canaria statt Teneriffa. Es war sehr lustig, denn obwohl der Film 40 Jahre alt ist, konnte man vieles wiedererkennen. Aber mit anderen Worten: der ganze Film spielt auf Gran Canaria. Warum hat man ihn dann nicht “Baden gehen auf Gran Canaria” genannt? So ist das äußerst dämlich: jemand sieht den Film, denkt: “Klasse Strände, da will ich auch hin!”, fährt nach Teneriffa und wird massivst enttäuscht, weil die Strände dort lütt und daneben sind. Wer denkt sich sowas Schwachsinniges aus? Da müßte die gesamte Touri-Industrie auf die Barrikaden gehen, oder haben die gehofft, die Leute kommen dann nochmal auf die andere Insel im nächsten Urlaub?

Zu guter Letzt noch ein paar News, die ich persönlich wichtig fand. Der EEE-PC war mal wieder in den Schlagzeilen, denn in England versucht sich eine Firma an einem Konkurrenzprodukt. Allerdings nur mit 300 MHz-CPU (der ASUS hat 900 MHz), 256 MB RAM (meiner hat 1 GB, hierzulande werden die EEE-PC mit 512 MB verkauft) und 2 GB Flash-Disk (hierzulande 4 GB, meiner hat 8 GB). Insgesamt macht das Ding eher einen Eindruck, als wenn man es kurz vor der Zielgeraden vermasselt hat. Ich bezweifle ja stark, daß man damit schon Videos abdudeln kann (300 MHz? Das soll gehen?). Allerdings ist sein Preis von 99 Pfund oder damit ca. 150 Euronen auch bei knapp der Hälfte des EEE-PC-Preises. Und man kriegt ja irgendwie auch genau die Hälfte dafür…

Als letzte Meldung sei hier die Forderung von Stallman nach mehr OpenSource in Behörden angeführt. Und zwar nicht nur, weil er damit Recht hat, nein, es gibt auch einen Satz, den sollten sich alle mal hinter die Löffel schreiben:

“Freie Software bringt einen freien Servicemarkt mit sich”, erklärte er. Sei es da nicht eine große Ironie, dass das proprietäre Lager “uns als Kommunisten bezeichnet, während wir einen freien Markt zulassen und sie nicht?”

Ich habe schon immer gesagt: der Kommunist bei Software ist Microsoft. Alle Systeme gleich, Einheitsbrei. Nicht viel wert, aber teuer, verschlingt Resourcen und macht bei Überwachung kräftig mit. Bei Windows weiß man nie genau, was das System gerade macht, ob es nur “nach Hause” telefoniert oder gleich mit Gott und der Welt. Und dazu kommt eine Art Quasi-Zwang beim Kauf, denn will man etwas anderes oder den PC lieber gleich ohne System kaufen, kommt entweder ein “Hamwanich” oder aber es wird teurer (!!! Hallo, ich will weniger, also bitte auch weniger Preis!). All das sind die Merkmale des untergegangenen Ostblocks. Und auch wenn wir stasimäßig die alten Zeiten bald locker überrunden, so basiert die Wirtschaft trotz allem auf einem freien Markt. Nur bei Software, da scheint man schon immer auf einer imaginären SED-Linie gewesen zu sein: alles aus einer Hand…

Aber ich bin auch nur ein einsamer Rufer in der Wüste. Immerhin: auf der Arbeit muß ich den Quatsch zwar noch hin und wieder mitbenutzen (ein Hoch auf rdesktop!), aber @Home bin ich nun seit 2001 Windows-frei. Das ist wirklich angenehm. Und komme mir keiner mit Apple-Grütze!

Tja, diesmal habe ich lange gebraucht, aber was ewig währt, führt manchmal zum Ziel. Deshalb kann ich nur sagen:

Reisebericht 2007 Gran Canaria HIER IST DER NEUE REISEBERICHT VON GRAN CANARIA (Oktober 2007)!!!

HURRAAAAAA!!!

Boh, das war wirklich viel Arbeit diesmal, ich habe die einzelnen Orte gleich direkt mittels Google-Maps verlinkt, so sparte ich mir ein bißchen doppelten Text. Trotzdem ist es heftig lang geworden, ich hoffe, das schreckt niemanden ab, das auch zu lesen. Ralf meinte ja, ich solle pro Tag ein HTML-File draus machen. Das ist natürlich totaler Overkill. Ich habe wie immer 2 HTML-Files draus gemacht, aber falls nochmal bei so einer Reise dermaßen viel anfällt, dürften es beim nächsten Mal zumindest 3 oder 4 Seiten werden, dann wirkt es nicht so geballt. Falls Feler (Haha) im Text sind, wäre ich sehr erfreut, von dem einen oder anderen eine Mail zu bekommen, damit ich diese Fehla (Höhö) ausmerzen kann. Vielen Dank!

Und wem’s gut gefällt, der kann gerne in Massen T-Shirts in meinem Shop bestellen!

Übrigens: der Erfolg der Reiseberichte ist momentan so gestaffelt (laut Click-Counter):

Platz 1: Fuerteventura-Reise 2006
Platz 2: Mallorca-Reise 2006
Platz 3: Paris-Reise 2006
Platz 4: Lanzarote-Reise 2007

Ok, Lanzarote ist noch nicht lange dabei. Aber: Kann mir jemand verraten, warum Paris dermaßen unbeliebt ist? Sogar der 2. Teil der Mallorca-Reise hat die Paris-Reise mittlerweile überholt, dabei liest nur jeder 2. überhaupt den 2. Teil mit durch und vor allem ist diese Reise erst viel später angetreten und ins Netz gestellt worden. Ist Paris bäh? Liegt es daran, daß in Paris die meisten Beziehungen auseinanderbrechen, obwohl Paris doch als Stadt der Liebe gilt? Antworten sind durchaus willkommen…

Seltsamer Zufall

2008-02-10

Manchmal gibt’s ja Meldungen, da denkt man nur: das ist doch Verarsche pur! Am Samstag ist in London der Camden Market in Flammen aufgegangen. Ich stehe sicherlich nicht alleine, wenn ich sage, daß das eine der Hauptattraktionen von London war. Wer einmal dort war, fährt bei der nächsten London-Reise unbedingt wieder hin. So weit so schlecht. Denn: das letzte Mal als wir in London waren, hörten wir Gerüchte, daß der große Batzen des Marktes, die Stables, abgerissen werden sollten. Und dafür ein modernes Einkaufscenter mit den üblichen langweiligen Läden a la H&M oder so dort Einzug halten sollte. Dagegen formierten sich natürlich diverse Initiativen, Auswüchse davon finden sich auch im Netz. Ich hatte diese Diskussion nicht weiter verfolgt, aber aus diesen paar Einträgen kann man sehen, daß es sogar eine Petition gegen den Abriß gab. Der Widerstand hätte also erfolgreich sein können. Tja, was macht man da als Großinvestor, wenn man die Sache unbedingt “erledigt haben will”? Man entscheidet sich für den heißen Abriß. Sind erstmal die ganzen Geschäftsinhaber ihrer Grundlage beraubt, bröselt der Widerstand schnell weg. Klar, das ist jetzt nur böse Verschwörungstheorie, eher was für die Seite von Fefe. Wahrscheinlich ist das nur ein seltsamer Zufall, was? Und wer behauptet, in letzter Zeit häufen sich solche Zufälle, der ist doch nur paranoid, oder?

Und ich wette, daß das völlig totalüberwachte England nun gerade von dieser Geschichte keine Videoaufnahmen hat…

Bessere News

2008-02-08

Ich nöle ja oft an den allgemeinen Nachrichten rum. Zeitungen mögen ausführlich sein, sind aber oft so gestrickt, daß wichtige Themen gekürzt oder nach hinten geschoben werden. Z.B. findet das Thema Totalüberwachung kaum Raum in Druckerzeugnissen. Im TV wird es eher noch schlimmer. ARD und ZDF berichten parteilich gefärbt und die Privaten gehen knallhart nach Wirtschaftsgesichtspunkten vor: was am meisten knallt, wird gezeigt. Die Quote, die Quote. Fakt ist: man bekommt in den Standard-Medien nur gefilterte Information. Weichgebügelt, teilweise verfälscht. Klar gibt es informative Magazine wie Frontal 21 oder Plusminus oder Report, aber auch diese Dinger neigen zum Reißerischen und sind, was die Gesamtprogrammzahl an Informationen betrifft, doch eher eine Nadel im Heuhaufen. Im Internet hat man schon mehr Möglichkeiten, aber selbst Spiegel-Online und andere Traditionsmedien, die durchaus alternative Themen aufgreifen, können sich nicht gegen den Trend, der von den großen Medien reinweht, stellen. Schreibt die Blöd-Zeitung über irgendwas auf der ersten Seite, müssen die anderen mitziehen, spätestens, wenn das Thema 2 Tage auf Platz 1 ist. Damit fallen wirklich wichtige Meldungen hinten runter, nur weil ein paar Wichtigtuer sich über TV-Formate wie DSDS oder Dschungelcamp aufregen.

Ich verweise ja immer auf Blogs, das ist zwar auch alles subjektive Information, aber in ihrer Gesamtheit doch recht vielfältig. Da wendet der eine oder andere ein: aber das ist alles so heftig unprofessionell! Ich muß zugeben, daß das stimmt. Ich selbst will gar nicht hochprofessionell hier sein, ich will so reden, wie mir der Mund gewachsen ist. Zur Not verwende ich zum Klarmachen von Dingen, die mir auf die Eier gehen, auch mal verfickte Rotzkackwörter. Aber natürlich nur, wenn’s notwendig ist. Höhö. Jedenfalls ist das eine berechtigte Kritik, der ich wenig entgegenzusetzen habe. Denn oft gibt es Seiten von Legasthenikern, die wirklich schwer zu lesen oder sogar zu begreifen sind, die aber trotzdem wichtige Informationen bereit stellen. Sowas kann ich nicht verurteilen, ich finde es gut, wenn möglichst viele Leute Informationen von sich geben. Information ist wie Geld: da kann man nie genug von haben. Trotzdem mag es den einen oder die andere stören, weswegen er oder sie diverse Meldungen nicht mitbekommt. Das merke ich in meinem Freundeskreis recht oft, wenn ich irgendwas erzähle, in der irrigen Hoffnung: weiß ja eh jeder. Und alle glotzen mich mit weit aufgerissenen Augen an. Halten mich für einen Spinner. 2 Wochen später knallt die Meldung leicht geschönt in den Massenmedien auf und mein Telefon steht nicht mehr still. Die Hauptfrage lautet dann: “Woher wußtest Du das?” Wenn ich dann in meinen Unterlagen krame, die URL ansage, kommt kurze Zeit später: “Boh, das ist mir zu wenig Bilder, zu farblos, zu schlechtes Deutsch” undundund… Also entscheiden sich die meisten, lieber weiterhin dumm zu sterben und nächstes Mal wieder beim Augen-Weiten-Wettbewerb mitzumachen.

Diesen Leuten halte ich entgegen: es geht auch anders! Das Internet bietet ja sooooo viele alternative Möglichkeiten! Ja, es gibt professionelle Journalisten, die sich wie ich grämen, daß unsere Journalistische Landschaft so beschissen aussieht, wie sie nunmal ist. Auf der Seite der Initiative Nachrichtenaufklärung finden sich professionell recherchierte Nachrichten, die im Wust der Mainstream-Medien untergegangen sind. Ja, auch das ist alles andere als vollständig. Und vor allem teilweise so spannend wie ein Rennen zwischen Rudolf Scharping und Bata Illic. Thementechnisch könnte man hier deutlich nachlegen. Aber es ist ein guter Anfang. Vielleicht findet sich ja demnächst mehr von sowas.

Dann noch als kurze Information in eigener Sache:

Jeder kennt diese Mails, die da so Subjects haben wie: “Sie haben gewonnen!” In den meisten Fällen landet das bei mir im Spam-Ordner. Diesmal hatte ich aber tatsächlich Glück. Beim Linux-Magazin habe ich tatächlich einen 8GB-USB-Stick gewonnen! HURRA! Komischerweise konnte ich mich gar nicht mehr dran erinnern, wann ich da teilgenommen hatte. Ich wette das liegt so lange zurück, daß der Stick in der Zwischenzeit 90% seines damaligen Wertes verloren hat. :)
Wie auch immer, das Linux-Magazin macht öfter solche Gewinnspiele und Ende letzten Jahres gab es das Winterrätsel. Zu gewinnen gab es einen EEE-PC (den ich übrigens in weiß beim Geizplaneten gesehen habe, weiß sieht ja dermaßen Scheiße aus, uah!) und so machte ich mich frisch ans Werk. Für einen EEE-PC tut man schließlich alles. Ich gab nach 7 von über 20 Fragen auf. Das war wirklich die Hölle. Ich überlegte mir, mich mit Ralf zusammenzutun, aber auch er war nicht wirklich gut vorangekommen. Irgendwie schien der Arbeitsaufwand dahinter so groß zu werden, daß man den EEE-PC auch gleich hätte kaufen können (also in Arbeitszeit umgerechnet). Wir ließen es sein und nun kommt die Härte: im aktüllen Linux-Magazin ist nicht nur die Auflösung, nein, es gab auch niemanden (!), der alle Fragen richtig beantworten konnte! Ein einziger kam bis auf eine Frage ran, der kriegt jetzt das Gerät. Ehrlich gesagt, ich find’s ja klasse. Das ist mal was völlig anderes als diese Bananenkacke, die man bei sonstigen “Glücksspielen” so sieht:

Wie heißt der Prinz von Wales mit Vornamen?
A: Charles, B: Klaus-Dieter, C: WerdieseAntwortwähltistdoof D: FickDich

“Äh, Herr Jauch, was würden Sie tun?” – “Puh, also vielleicht schon zu schwer für den Publikumsjoker, vielleicht erstmal 50:50, dann jemand anrufen und am Schluß erst das Publikum fragen. Schließlich sind wir schon bei der 50-Euro-Frage.”

Jedenfalls war das Winterrätsel sehr innovativ, ich denke, beim nächsten Mal werde ich mich auch etwas mehr anstrengen.

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