Oder vielleicht
so? Wie auch immer, ich gehöre ja auch als typischer Vertreter meiner Spezies (nochmal kurz in die Hose gucken, ja doch…) zu denjenigen, die relativ kurz vor Schluß an den Geschenke-Wahnsinn denken. Ich versuche mich systematisch von dem ganzen Weihnachtstrubel abzugrenzen. Man kommt ja nicht ganz um Weihnachtsmärkte drumrum, aber wenigstens die Weihnachtshektik würde ich lieber auslassen. Nunja, das ist mir nicht immer vergönnt, denn heute bin ich also durch die Kaufhäuser gezogen. Es war voll, schweinevoll. Die U-Bahnen, die Läden. Aber ich hörte Verkäufer klagen (“zu wenig Kauflust”) und die Kassen waren sichtlich NICHT überfüllt. Und wenn man sich in den einzelnen Läden umsah, bemerkte man überall Menschen mit Handy am Ohr. Die Gespräche verliefen brachial geizgeilig:
“Ja, der MP3-Player Wukutuku, kannst Du mal gucken, was der im Internet kostet? Hm… Ach, 45 Euro? Gut, bestell mal, hier kostet er 95.”
Ähnlich auch für andere Artikel wie DVDs, CDs, Kühlschränke, Fernseher. Bei Büchern gab’s auf einmal andere Kriterien:
“Haben die zur Zeit nicht da, Lieferung mindestens nach Weihnachten. Wie sieht’s denn bei Amazon aus?”
Wobei die meisten Buchläden hier scheinbar halbwegs mithalten konnten, dort waren die Kassen ein bißchen voller. Jedenfalls ich hatte eher das Gefühl eines Sommerschlußverkaufs, denn wenn ich die Handy-Gespräche richtig deute, dann ist der Überraschungsmoment beim Auspacken schnurzpiepegal, hauptsache, man hat was gutes billig erstanden. Oder zumindest denkt man, man hätte etwas günstig gekauft. Hilft ja mental enorm.
Zu guter Letzt, quasi als meine Geschenke an euch, ein paar nette Blogs/Webseiten, die mir in letzter Zeit über den Weg gelaufen sind. Zuerstmal die Seiten von Karl Nagel. Er kommt aus Hannover und dürfte dem einen oder anderen nicht unbekannt sein. Er ist ein Mensch, der “komische Dinge macht”, wie viele Leute, die aus dieser Stadt stammen (habe ich mir sagen lassen, Bruhahaha), so kann ich mich z.B. erinnern, daß er mal Chef der APPD war (Das Motto der Partei ist “Arbeit ist Scheiße”). Auf seinen Webseiten outet er sich als Mitinitiator der Chaos-Tage (was wahrscheinlich, wie vieles von ihm, hoffnungslos übertrieben ist) und stellt auch zahlreiche Fotos aus dieser Zeit bereit. Wer also mal in Erinnerungen schwelgen will, sollte sich seine Seiten antun.
Dann gibt es da noch eine österreichische Comic-Zeichnerin namens Nina Ruzicka. Sie gibt ihre Comics frei ins Netz, darunter ihre Erstlingswerke Nina und mir persönlich deutlich näher, weil wirklich recht lustig: Der Tod und das Mädchen. Letzteres besteht aus einer richtig langen Comic-Story und sie werkelt gerade an Teil 2. Auch in die unfertige Story kann man reinriechen. Die Künstlerin aus Wien malt übrigens auch Bilder und hat wohl einige mit Blut gemalt. Natürlich kam dabei die Frage nach der Herkunft des Blutes auf. Sie führt hier sehr schön aus, daß es ihr eigenes Blut war und es auch ein paar Begleitumstände dazu gibt, die man wissen sollte. Mit anderen Worten: so morbid können nur Wiener sein. Aber im Grunde sehr informativ, weiter so!
In diesem Sinne: immer schön froh auf den Wein achten!
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