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Warum mache ich das hier? Warum machen es andere Leute? Warum wird es gelesen? Warum lese ich andere Blogs?

Auf die erste Frage habe ich nur die Antwort: weil es mir Spaß macht. Die zweite läßt sich vielleicht ähnlich beantworten. Wahrscheinlich ist auch der eine oder andere dabei, der sich über die Massen-Medien aufregt. Weil sie meistens lügen. Die Wahrheit verbiegen. Dinge weglassen. Weil sie nicht objektiv sind. Weil Redakteure Chefs haben. Die abhängig von Werbegeldern sind. Die sagen, was geschrieben werden darf und was nicht. Und wie. Zensur findet viel früher statt. Sie findet im Kopf statt als vorauseilendem Gehorsam. Klar gibt es Publikationen, die sich mehr aus dem Fenster lehnen, die haben aber auch weniger Publikum. Zum einen liegt das am drögen Verbraucher selbst, der oftmals nur konsumiert. Aber nicht über das gerade Gelesene nachdenkt. Zum anderen liegt es auch an konzentrierten Geldmitteln der traditionellen Medien. Sie können über Werbemaßnahmen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Und dann bleibt dem Konsumenten kaum noch Zeit für “andere Wahrheiten”. Denn er muß ja mitreden können im Büro.

Ich lese genau aus diesem Grund andere Blogs. Weil sie tatsächlich, obwohl sie subjektiv eingefärbt sind, objektiver sind. Die meisten Blogger machen aus ihren eigentlichen Neigungen Pro oder Contra eines bestimmten Themas keinen Hehl, bemühen sich aber, Material, Zitate uvm. mitzuliefern, die ihre Behauptungen unterstützen. Heutige Journalisten haben dieses Prinzip umgekehrt. Sie bemühen sich oft gar nicht mehr, einen Sachverhalt objektiv darzustellen oder Fakten zu nennen, Hintergründe zu erläutern usw. In einer schnellen Welt wie der unseren fällt das dem Werbeblock zum Opfer. Dafür sind sie höllisch darauf bedacht, selbst als scheinbar objektiv dazustehen. Sie schreiben Artikel auf gefühllose Art und Weise, weil ja Gefühlsregungen den Leser vom eigentlichen Fakt ablenken würden. Das Gegenteil ist der Fall. Das ist zumindest meine Meinung. Ich lese im Urlaub oft den Spiegel, denn das ist wirklich viel Stoff und da habe ich sonst keine Zeit für. Dort sind sehr viele Stories langweilig, aber wenigstens detailliert. Am besten gefallen mir aber diejenigen Artikel, in denen zwischen den Zeilen auch Witz, Ironie oder andere kleine Nebensächlichkeiten stecken. Und meistens gehören diese Dinge auch noch tatsächlich zum Thema! Das ist zumindest noch ansatzweise Journalismus. Der Leser wird gefordert, bei der Sache zu bleiben, sonst versteht er die im Text verteilten Spitzen nicht. Es klappt sowohl für den Pro- als auch den Contra-Leser. Ein Mensch, der gefühlsmäßig der beschriebenen Sache nahesteht, wird herzlich über die Spitzen lachen aber vielleicht auch wie ich, eher mal über das Thema nachdenken und der Contra-Mensch wird sich berufen fühlen, einen erbosten Leserbrief zu schreiben. Geht mir ja nicht anders. Und ist nicht diese Methodik das, was Journalismus ausmachen sollte? Das miteinander Streiten? Das Diskutieren? Um möglichst viel Fakten auf dem Tisch zu haben? Um ein Thema objektiv zu gestalten? Zu polarisieren auf intelligente Weise? Das alles findet in den Massenmedien, egal ob TV, Radio oder Druckpresse, kaum noch statt. Im Internet dagegen ist es lebhaft da. Blogs, Foren, Videos, alles wird diskutiert, analysiert, manchmal auch totgequatscht. Man kann alles übertreiben. Aber trotzdem ist es dadurch objektiver!

Warum ich mich hier in Rage schreibe? Weil ich gerade das typische Beispiel gesehen habe, wie man es NICHT machen soll. Im TV lief gerade das Magzin Zapp, welches sich ja als innovatives Magazin darstellt. Also ging es um das Thema Web 2.0. Angefangen hat die Moderatorin damit, daß sie eine Ausgabe vom Time-Magazine hochhielt, auf dem der Mensch des Jahres als Spiegelfläche abgedruckt sei, denn der Mensch des Jahres bist DU! Wir alle wissen, daß die Sache so nicht stimmt. In diversen Blogs (so auch in meinem englischsprachigen Blog) war rausgekommen, daß Time eine Online-Umfrage gemacht hatte, bei der Chavez wohl gewonnen hätte, momentan eher ein Feind der Amis. Also hatten sie den Wunsch der Leser zensiert und lieber mit dieser Story den Mantel des Vergessens drüber gelegt. Dumm nur, daß das Netz nicht vergißt. Und noch dümmer, daß besagte Moderatorin darauf nicht eingegangen ist. Wahrscheinlich, weil die Redaktion nicht recherchiert hat. Denn schließlich ging es ihr um das Thema Web 2.0, ein von Journalisten gemachter, leerer Begriff, auch wenn Mr. O’Reilly persönlich daran schuld sein soll. Also: wichtige Infos weggelassen, banale hinzugefügt. Toller Journalismus. Und dann wurde es immer verrückter. So richtig erfassen konnten sie den Hype um Web 2.0 nicht, was logisch ist für eine von den Medien gemachte Blase. Ein Professor für Kommunikationswissenschaft erdreistete sich, zu sagen, daß die Qualität des Internets eine andere geworden ist (deswegen also Web 2.0), weil nun die Nutzer den Inhalt machen würden. Und wer war es vorher? Katz und Maus? Oder wie? Es waren einfach nur WENIGER Nutzer vor einigen Jahren im Netz! Herr, wirf Hirn vom Himmel! Wie kriegt so ein Typ seinen Professoren-Titel? Gut, daß ich den Namen vergessen habe, sollte sich der Rest der Welt ein Beispiel dran nehmen…

Aber es kam noch besser. Später hatte er auch noch behauptet, daß die Blogs mit ihrem subjektivem Journalismus eine Gefahr für den Journalismus der normalen Medien seien und diese sich umstellen müßten. Aha. Massen-Journalismus ist für ihn also objektiv. Wo hat der eigentlich studiert? Bei der Bild-Zeitung? Ab hier habe ich dann abgeschaltet, selbst wenn sie noch das mit dem Time-Magazine richtiggestellt hätten, das war einfach nur noch eine Farce. Und wie gesagt: auch wenn Blogs subjektiv wirken, so sind sie, gerade durch ihre Anzahl zu einem Thema, deutlich objektiver als Massenmedien je sein können. Alle Blogger wird niemand kaufen können, ohne daß es auffällt. Einen Chefredakteur schon. Die Blogger werden nicht alle das Gleiche schreiben. Die Standard-Medien kupfern nur voneinander ab. Was ich im Heute-Journal sehe, sehe ich kurz danach in den Tagesthemen und später dann auf RTL. Trotz unterschiedlicher Redaktionen machen sie nicht ihre Arbeit sondern toasten nur das Zeug von Reuters nach. Echte Nachrichten haben praktisch keine Chance, durchzukommen.

In einem hatte der Professor Recht: die Medien werden sich umstellen müssen, wenn sie nicht verschwinden wollen. Es stellt sich mir die Frage, ob sie das schaffen werden. Ich denke nein. Der normale Zeitungskunde stirbt weg. Wir werden eher ein Mediengefüge bekommen, wie das altbekannte USENET: diverse Foren zu diversen Themen, jeder liest das, was ihn interessiert. Nicht-Konzentration hat auch Nachteile: momentan wird auch der an Nachrichten eher Uninteressierte durch den Medien-Pulk mit der Nase auf ein Thema gestoßen. Das dürfte eher weniger werden. Andererseits: wenn man sich ansieht, wie auf YouTube diverse Videos plötzlich nach oben gehyped werden, ohne daß es dafür Traditionsmedien gibt, könnten sich trotzdem Themen nach oben katapultieren. Schwierig wird die Zwischenzeit: keine gemeinsamen Themen im Büro *schreck*!

Tja, liebe Zapps, euer Professor hat zumindest den richtigen Schluß gezogen: demnach ist für euch auch bald Zappenduster…

Ach ja: wer Objektivität findet, darf sie behalten.

Sieg der Säule

2007-01-30

Am 26. Januar kam die neue Siegessäule raus. Ihr werdet euch sicherlich fragen: Und was hat das mit dicke-aersche.de zu tun? Tja, vor kurzer Zeit kam eine Anfrage aus der dortigen Redaktion. Sie hatten eins meiner Bilder (nämlich Gold-Else der Siegessäule dieses hier) im Netz gefunden und sich dazu entschlossen, es abzudrucken. Gut, das Magazin ist nun kostenloser Natur, deswegen schweige ich mich mal über den Bild-Preis aus. Auf jeden Fall ist es auf Seite 22 der Ausgabe 02/2007 zu sehen (leicht verkürzt) und sie haben mich auch korrekt als Bild-Besitzer und meine Web-Seite erwähnt. Was will man mehr?

Lustige Story am Rande: Ich fragte die Redaktions-Dame, ob denn in ihrem Magazin überhaupt Hetero-Kunst vorkommen dürfe. Entrüstet sagte sie, daß dort sogar Heteros arbeiten würden! Na sowas! Gut, da ich mich ab dem Zeitpunkt weniger diskriminiert fühlte (Bruhahaha), hatte ich natürlich ein Einsehen. Und schließlich bin ich schon immer ein Befürworter von Subkulturen aller Art gewesen. Insofern: holt euch das Magazin! Liegt bei diversen Kinos usw. aus. Oder geht direkt zum Laden, so wie ich das heute getan habe. Adresse steht im Impressum der Webseite.

Dann habe ich noch einen kleinen Nachtrag zum Thema HDR. Das Linux-Magazin hatte tatsächlich in seiner September-Ausgabe im letzten Jahr schon über HDR und Linux berichtet. Ärsche auf mein Haupt, daß mir das nicht eher untergekommen ist. Gut, aus jetziger Sicht ist das fast schon wieder ein bißchen veraltet, muß aber erwähnt werden aufgrund des historischen Zusammenhangs.

Aber zum Thema Linux fällt mir heute natürlich auch Vista ein und wenn man in diversen Blogs blättert, kommen schon so manche Blüten raus. Wobei ich schon glaube, daß Vista wohl die heftigste aller Spywares ist. Aber das Radiomoderatoren sowas erzählen, ist doch selten. Nichtsdestotrotz gibt es Abhilfe. Man kann sowohl Debian als auch Ubuntu nun direkt von einer Windows-Partition aus installieren. Nette Sache. Aber um nicht immer nur auf Windows rumzuhacken: in China hat sich der Marktanteil von Linux verdoppelt. Kunststück: von 5% auf 10%. Daß Microsofts Windows das nicht schaffen kann, wird wohl daran liegen, daß es schon über 50% des Marktes hatte (und übrigens trotzdem noch 10% zugelegt hat) und dann wird’s einfach rechnerisch schwierig. Ich kann nur sagen: allzu optimistisch sollte man auch die Vista-Nummer nicht sehen, selbst wenn das der Linux-Gemeinde haufenweise neuer Fans zutreiben wird. In meinen Statistiken hat Windows immer noch 80%. Es gibt zwar eine Tendenz nach unten, aber alleine, bis sie bei dem Tempo die 50%-Marke schrammen würden, dürften 10 Jahre ins Land gegangen sein, da dürfte auch das üble Vista keine größere Windows-Abwanderung bringen. Also, ihr Linuxer da draußen: es gibt noch viel zu tun! Ein erster Schritt ist diese Maßnahme. Das alleine wird nicht reichen, wir brauchen mehr Marketing!

Und als letzte Erwähnung des heutigen Tages eine aktuelle Kaufbewertung von Fridtjof bzgl. eines Einkaufs bei Innova. Er beurteilt Innova furchtbar positiv und es mag ja in seinem Fall auch so gewesen sein. Meine Erfahrungen waren etwas durchwachsener. Ich wollte vor 2 Jahren eine Video-Kamera dort kaufen und hatte mir extra ein Internet-Angebot ausgedruckt, welches beim Preisdrücken hilfreich sein könnte. Denn bei Innova kann man ja handeln. Als ich dort ankam und nach der Kamera fragte, hatte ich vielleicht den Fehler begangen, gleich den Internet-Ausdruck vorzulegen. Der Preis muß für den Verkäufer sehr abschreckend gewesen sein. Denn obwohl ich die fragliche Kamera in der Auslage sah, meinte er doch glatt: “Ham wa nich.” Und ich hätte nichtmal auf dem absoluten Tiefstpreis der Internet-Seite bestanden, schließlich käme da ja Porto drauf und meistens sind die billigsten Angebote ja “Warte-Angebote”, werden also erst im Großhandel eingekauft, wenn der Versender meint, einen guten Schnitt machen zu können. Aber daß der Innova-Mann dermaßen seltsam reagiert, hatte mich schon sprachlos gemacht. Klar, jetzt hätte man auf die Kamera hinweisen können, aber wenn das schon so anfängt, läßt man’s lieber gleich. Gibt nur Ärger. Übrigens: die Kamera war am nächsten Tag am günstigsten im T-Online-Shop gewesen, nochmal knapp 150 Euro unter Innova-Standard-Preis und knapp 50 Euro unter meinem im Internet ermittelten (ohne Porto). Und 7 Tage später war sie dann bei mir zu Hause. Insofern kann ich von Innova zumindest sagen: man spart durch den Laden wirklich viel Geld!

Nun ist es vollbracht, auch ich habe einen Streifzug durch die nächtlichen Gefilde in Berlin gemacht und fleißig optische Eindrücke auf digitalem Boden verewigt. Die HDR-Gallery Gallery befindet sich hier. Für diejenigen, die sich fragen, wie man dahin kommt, erläutere ich jetzt hier den gesamten Vorgang. Für Linux-User selbstverständlich. Für Windows-User gibt’s genug Zeug, aber für unsereins, die auf Freiheit Wert legen, ist es noch etwas beschwerlich. Angefangen hatte das Ganze mit einem Spiegel-Artikel, der weitere Artikel nach sich zog. Dabei kam raus: man benötigt eine Kamera, die das gleiche Motiv mindestens 3 mal fotografiert. Einmal mit normaler Belichtung, einmal mit zu wenig Belichtung und einmal überbelichtet. Unter Windows gibt es dann Tools wie Photomatix, die das Ganze zusammenwürfeln. Klar, Photomatix läuft auch unter Linux in wine, aber wir wollen es schon richtig machen, oder? Ich stieß also auf Ideen, wie man HDR-Bilder mit Gimp erstellt. Dazu hat jemand eine schöne Seite gemacht, die auf ein FU-Script namens Exposure Blend verweist. Dieses bindet man nun ein, indem man es unter ~/.gimp-2.2/scripts abspeichert und beim Hauptfenster mittels Xtns -> Skript-Fu -> Photo -> Exposure Blend aufruft. Hier kann man seine drei Bilder eintragen und das Ganze berechnen lassen. Hat aber ein paar Haken:

  1. Gimp kann nur mit 8 Bit pro Farbkanal umgehen. HDR-Bilder haben aber letztlich mindestens 16 Bit pro Channel. Damit verliert man also Information.
  2. Das Überblenden ist nicht immer optimal, oft werden die Bilder etwas dunkel, man muß hier viel nachkorrigieren. In manchen Fällen sieht’s auch nach gar nix aus.

Da mir dieses Verfahren alleine nicht reichte, dachte ich mir: die anderen wenden ein Verfahren namens “Tonemapping” an, geht das vielleicht auch mit Linux-Tools? Und ja: es geht. Auf dieser Seite fand ich den Hinweis, daß man dafür ein paar Dinge benötigt:

Die PFSTools
Tone Mapping Operators
PFS-Calibration Tools
Die OpenEXR-Tools

Manchmal könnte Cinepaint von Vorteil sein. Es ist aber höllisch buggy, kackt beim Speichern ab, Bugmails werden abgelehnt. Ich kam letztlich ohne Cinepaint zurecht, was die Sache deutlich entspannte…
Falls jemand doch was Windows-mäßiges nutzen will, Version 1 von HDR-Shop ist freigegeben und läuft unter Wine.
Zum Rumspielen taugt das Tool qpfstmo des Autors selbst. Ist nicht notwendig, gibt einem aber gute Überblicke über die verschiedenen Arten des Tonemappings.

Nun fangen wir an. Zuerst sollten die 3 Dateien zu einem HDR gemerged werden:

jpeg2hdrgen img1.jpg img2.jpg img3.jpg > out

Nun muß man sich die Datei out ansehen. In ihr befinden sich die Belichtungswerte der jeweiligen Datei. Diese sollten aufsteigend sortiert sein (die beiden Spalten nach dem Dateinamen der Bilddatei), also wenn nötig editieren und Umschichten. Das ist wichtig, sonst wird das HDR-Grundbild nix! Jetzt wird das HDR-Grundbild tatsächlich erzeugt:

pfsinhdrgen out | pfsout HDR.exr

Die Endung exr deutet auf ein OpenEXR-Bild hin. Man kann auch HDR-Bilder direkt nehmen, aber für das OpenEXR-Format gab es eine Vielzahl von Tools, die damit umgehen können. Und mehr Auswahl bedeutet immer auch mehr Freiheit.

So, jetzt haben wir zwar ein HDR-Bild (welches ziemlich fett sein dürfte), der Bildschirm kann es aber leider nicht anzeigen. Mit dem Tool pfsv kann man es sich anzeigen lassen. Zuerst sieht man nur schwarz. Klar, ein Monitor schafft das nicht. Aber mit der View-Option “Low Dynamic Range” kann man es dann doch sehen. Das ist meistens schon beachtlich, aber immer noch nicht ausreichend. Nun kommen die einzelnen Tonemapping-Operators dran. Ich empfehle, über das Tool qpfstmo das exr-Bild zu laden und sie alle der Reihe nach mal auszuprobieren. Es gibt dabei ein paar, mit denen ich unzufrieden bin. So ist der Operator durand02 zwar im qpfstmo manchmal brauchbar, erzeugt aber auf Consolen-Seite kein Ergebnis, er verreckt nach ewiger Zeit. Als nächsten relativ sinnfreien Operator könnte man pattanaik00 bezeichnen. Ich bekomme damit nur Schwarz-Weiß-Bilder mit Farbtupfern. Interessanter ist da schon ashikhmin02. Hiermit kann man durchaus bei so manchem Bild optische Aha-Effekte auslösen. Besonders schöne Effekte erzielt man mittels fattal02-Tonemapping. Ich habe aber festgestellt, daß Nachtbilder plus fattal02-Operator nicht unbedingt immer brauchbare Ergebnisse liefert. Sehr kräftig ist oft der drago03-Operator, manchmal aber auch zu kräftig. In Punkto Natürlichkeit sind Reinhard02 und Reinhard04 definitiv an der Spitze, was die Qualität der Endbilder betrifft. Hier mal eine kurze Reihe mit den Schönsten aus jeder Serie:

Tonemapping: Ashikhmin02
Ashikhmin02
Tonemapping: Drago03
Drago03
Tonemapping: Fattal02
Fattal02
Tonemapping: Pattanaik00
Pattanaik00
Tonemapping: Reinhard02
Reinhard02
Tonemapping: Reinhard04 ="Tonemapping: Reinh
ard04">

Reinhard04

Fragt mich bitte nicht, wo diese seltsamen Namen herkommen, ich nehme mal an, das sind die Namen der Algorithmen-Autoren.
Übrigens, bei meiner Potsdamer-Platz-Tour gab es ein paar seltsame Dinge. Auf der Höhe der Philharmonie war unsere Ordnungsmacht mit ihrem im Auto eingebauten Megaphon hinter einem Taxifahrer her, der stoppen sollte. Dieser jedoch wollte durchstarten, aber die grünen Jungs waren zufällig mit 2 Fahrzeugen unterwegs, also huschte einer der beiden Wagen einen kleinen Weg vor der Philharmonie rein und sauste dann mit quietschenden Reifen vor die Taxe. Der Taxifahrer wollte glatt rausspringen und stiften gehen. Hallo? Wie schräg ist das denn??? Jedenfalls war das Polizeiblaulicht: Tonemapping Drago das Thema des Tages. Oder des Abends, je nachdem wie man’s sieht. Ein weiteres Hallo gab es, weil ich meinen Wagen dort geparkt habe, wo es eigentlich tagsüber kostet. Es war aber nach 20 Uhr. Pustekuchen. Ich bekam ein Ticket (ich zitiere ja nur…:)), was etwas ungewöhnlich für die Zeit ist. Jaja, die neuen Öffnungszeiten, keiner hat das so schnell nachvollzogen wie der Hand aufhaltende Staat. Aber gut, ich seh’s locker, 5 Euro sind ein fairer Preis, und der notorisch blanke Staat braucht’s ja dringend. Für Total-Überwachung oder sowas. Trotzdem war eine Sache neu: Schon auf dem Schrieb steht die Konto-Nummer und daß ich 7 Tage zum bezahlen habe. Sozusagen Sofort-Geld-Einzug. Oder “Sofortkasse”, wie das bei Radarfallen oft heißt. Ist das jetzt die neue Masche? Naja, bei 5 Euro würde sich ja kaum der Verwaltungsaufwand lohnen, insofern kann ich es verstehen.

Als letzter Einwurf des Tages: das englischsprachige Linux-Magazin hat meinen Ajaxterm-Artikel nun auch übersetzt und veröffentlicht. Mein Dank geht an Joe Casad und alle Helfer, die daran beteiligt waren. Gibt’s dafür auch Geld? :) ))))
Ok, wollen wir mal nicht zu viel verlangen, bin ja da eher der Bescheidene. Jedenfalls habe ich gestern das Belegexemplar dazu bekommen (was hier wirklich so gut wie gar nicht zu bekommen ist, Weltstadt Berlin, pfff…) und auf Page 54 ff. prangt das dann in englisch, wie ich es selbst wahrscheinlich nicht hinbekommen hätte. Ich mag mich verständigen können und ich habe auch englischsprachige Webseiten aber übersetzen ist eher schwierig. Bisher traue ich mich z.B. nicht, meine Stories zu übersetzen, das würde wahrscheinlich grausam enden. Insofern eine coole Sache!

Gestern war ja das Titty Twisters-Konzert im Café Tonart, welches auch gleichzeitig Martins Geburtstagsfeier war. War wie immer sehr heiß, lustig und abgedreht. Da ich zufälligerweise meine Knipse dabei hatte, gibt es jetzt unterhalb der Party-Pics eine weitere Gallery mit Bildern dieses Abends. Viel Spaß beim Betrachten!
Übrigens sind diesmal meine Aufkleber mehrfach mißbraucht worden:

Ich bin logischerweise total erschüttert. Solche Obszönitäten sind wirklich schlimm, sowas würde ich niemals zeigen! Ich gehe jetzt meine Augen mit Seife auswaschen. Und das Hirn. Und…
Ach ja, natürlich wie immer: die Bilder stehen unter Creative Commons Lizenz. Solange ihr mich als Urheber nennt und die Bilder nicht kommerziell nutzt, könnt ihr damit machen, was ihr wollt!

Aber zum Thema Bilder fällt mir ein, daß ich nicht nur Ralf mit diesem Hype angesteckt habe, sondern auch Fridtjof. Er hat HDR-Bilder von seinem Aquarium gemacht, die ihr hier sehen könnt. Beachtlich! Ich bin ja nach wie vor superbegeistert von dieser Idee! Wer ebenfalls sowas macht, den bitte ich um Rückmeldung, dann kann ich seine/ihre Bilder hier auch verlinken.

Heute ist ja der Tag danach. Also nach dem großen Sturm namens “Kyrill”. Theoretisch war es in Nueva Colonia (NEUKÖLLN!) nicht ganz so wild, es lagen viele Äste rum, aber nix dramatisches. Als ich dann zur Arbeit fuhr, wurde es in Richtung Süden (Steglitz) dann doch etwas heftiger. Dort bot sich folgendes Bild:

Ok, also 2 Bilder. Von mir aus. Trotzdem recht irritierend. Und auch schwer zu machen, diese Bilder. Denn ständig hielten Autos davor und die Insassen knipsten, was das Zeug hielt. Interessanterweise fand ich es heute wettertechnisch fast windiger als gestern. Hoffentlich hält der Hauptbahnhof durch, nicht, daß sich einer gegenlehnt und er fällt um.

Aber Ernst beiseite, wir kommen zum spaßigen Teil der Nacht. Es ist immer gut, wenn man TV-Sendungen reflektiert. Noch besser, wenn man dieses nach Erkennung von Gesichtern im Medium macht. Ich hatte ja von alten Seilschaften berichtet und tatsächlich: heute flatterte eine Mail von Uwe rein! Er nörgelte gleich an meinem Blog rum, weil man nicht direkt kommentieren kann. Das ist durchaus gewollt. Ich versuche, aktive Inhalte von meinen Seiten fern zu halten, das reduziert Angriffsmöglichkeiten enorm. Wer mir etwas mitteilen will, kann das per Mail tun: uwp at dicke-aersche.de. (Mal sehen, ob sich nun mein Spam-Aufkommen erhöht) Er tat das jedenfalls und wir waren gleich am gegenseitigen Argumentieren (ich möchte mal das Wort Streit vermeiden, wir mögen nicht einer Meinung sind, sind aber dennoch zivilisiert). Hier in Kurzfassung seine Argumente:

“Du solltest dich über den Begriff Skimming nicht aufregen, denn den gibt es in diesem Zusammenhang schon ziemlich lange und er kommt tatsächlich auch aus England. ATM-Fraud gibt es auch, aber dieser Begriff ist zu allgemein, denn es gibt noch viele andere Frauds… Wikipedia ist erst seit dem letztem Jahr auf dem neuesten Stand, nachdem ich den Eintrag dort um das Wort “Antiskimming” ergänzt habe. Dein Satz “Da hat jemand im TV nicht aufgepasst und einen völlig hirnlosen Begriff benutzt” kann komplett gestrichen werden. Google doch mal “Skimming” und “ATM”, dann weisst Du was ich meine. Du hast Recht, das Planetopia den Beitrag recht populär verfasst hat, so ist nun einmal Fernsehen. Allerdings halte ich die Gefahren-Darstellung mittlerweile für angebracht. Skimming ist im Moment so ein großes Thema, dass selbst Landeskriminalämter Warnmeldungen rausgeben. In deinem Wohnort in Berlin gibt es ziemlich viele Fälle von Skimming.”

Über die Methodik, wie im TV Dinge dargestellt werden, gibt es Einigkeit. Auch darüber, daß schon öfter mal über Geldautomatenbetrug berichtet werden sollte. Mir paßte ja nur das Wort “Skimming” nicht. Da ich meine Kollegen und auch ein paar andere Leute fragte, was Skimming sein könnte, aber niemand was darüber wußte, konnte ich das also nicht einfach so im Raum stehen lassen. Uwe hat noch mehr Argumente:

“Ich habe im letzten Jahr ca. 80 Presseartikel gesammelt, in denen es über Skimming geht. DAs war auch der dritte Fernsehbeitrag. [...] Der Begriff ist etabliert, wir werden es nicht mehr ändern können… Ich lese aber auch oft von Geldautomatmanipulation.”

Gut, das bedeutet, in der Branche mag man den Begriff kennen. Aber ich hatte gedacht, daß der Planetopia-Beitrag für den Otto-Normal-Verbraucher gewesen wäre, der den Begriff nicht kennt? Hier nochmal Uwe:

“[...] Planetopia hatte so an die 2 Mio Zuschauer, die habe ich schon mal auf meiner Seite.”

Unbestritten, jemand, der den Beitrag gesehen hat, weiß nun, was Skimming ist, ich weiß es ja nun auch. Trotzdem wußte jeder meiner heutigen Gesprächspartner ein wenig von den Manipulationsmethoden am Geldautomaten, aber das Wort Skimming kannte keiner. Vielleicht trägt ja diese Seite nun dazu bei? :)
Ich bleibe dabei, ich kann mich mit diesem Begriff leider nicht anfreunden. Was sagt die sonstige Leserschaft dazu? Wird der Begriff Skimming den Otto-Normal-Verbraucher dazu anregen, beim Geldautomaten zu prüfen, ob ein falsches Lesegerät vor dem Kartenleser angebracht ist? Ob eine falsche Tastatur aufgelegt ist, die man wegziehen kann? Ob eine Folie auf der Tastatur liegt? Ob eine Kamera oben angeklebt ist, die die Finger beim Eintippen der Pin filmt?

Dazu noch ein kleines Extra-Ding im Bereich Geldautomaten:

Jamie Zawinski hat ja in L.A. einen Nachtclub (schade, ich mochte seine Unix-Tools sehr) und dort hat er auch einen Geldautomaten oder auch ATM (Automatic Teller Machine). Und er hat so einigen Ärger damit. Obwohl er seltsamerweise ihm selbst gehört, wenn ich das richtig verstanden habe. Jedenfalls ist er ganz verzweifelt, weil die Software da drauf nicht gut updatebar ist und das Ding auch sonst irgendwie nervt. Und das nur, weil er die Meldungen, die auf der Anzeige stehen, verändern will. Uwe: kannst Du ihm vielleicht helfen? :) )))

Zum Thema HDR und Gimp gibt es noch was Schönes. Ein Mr. JD Smith hat hier beschrieben, was man so alles tun kann, um hochdynamische Bilder zu erzeugen. Er hat sogar ein Gimp-FU-Script dazu gebastelt und was soll ich sagen? Ich bin begeistert! Das ist wirklich supigeil. Ralf hat gleich ein paar Tests damit gemacht, die kann man sich hier ansehen!

Als letztes ebenfalls noch eine Sache, die Ralf erzählt hat. Gestern hatte ich ja noch Hotelkritiken.de und Holidaycheck.de lobenswert erwähnt, da sagt Ralf heute: ja, stimmt alles. Sein Hotel kam bei beiden Diensten vor und es stimmt alles! Insofern habt ihr nun alle eine 2. Empfehlung für Hotelsuche für Urlaubszwecke. Viel Spaß!

Zuerst mal dieses:

Der Bundestrojaner

Kann man auch direkt downloaden. Sehr lustig. Aber kommen wir zu den heftigeren Dingen dieser Welt.

Ralf machte mir gestern den Mund wäßrig, indem er mir den Packer 7-zip oder 7z vorschlug, um Dateien zu komprimieren. Der Kompressor würde bei Text-Dateien eine Menge bringen. Da dachte ich noch: OK, bei Text kann man eine Menge drehen, da gibt es sogar sprachliche Algorithmen, dann wird jede Sprache anders durch die Präprozessoren geleitet usw. Aber wie sieht’s mit Binärdaten aus? Ich hatte zufällig gerade eine fette Gimp-Datei rumliegen, ein 76 MB großes XCF. Also im Grunde stark gemischte Daten, mal zusammenhängende Blöcke von gleichartigen Bytes, mal nicht. Schon komprimierte Formate wie JPEG machen natürlich keinen Sinn.

Ich komprimierte es also mit meinen beiden sonstigen Favoriten: gzip und bzip2. Natürlich mit -9, also höchster Kompression. 7z kennt auch so ein Flag, es heißt -mx=9. Speedtechnisch hatte ich nicht erwartet, daß 7z der Hammer wird. gzip war natürlich am Schnellsten, ca. 4x schneller als 7z. Selbst bzip2, daß ich immer als etwas lahm empfand, wenn man den Kompressionslevel hochdrehte, war immer noch 3x schneller als 7z. Aber das Komprimierungsergebnis war ein Hammer:

gzip: ~54 MB
bzip2: ~46 MB
7z: ~16 MB

In Worten: Sechzehn! Das ist fast Faktor 5, der wird sonst nur bei Text-Dateien erreicht! Absoluter Oberhammer! Übrigens kann man auch Verschlüsselung gleich mit angeben und vieles mehr! Ab heute werde ich also diverse Archive umpacken… Deshalb kann ich oben beim Download vom Bundestrojaner auch nur das 7z-Archiv empfehlen, es ist deutlich kleiner als die anderen, harhar…

Und als letzter Hinweis zu 7z: auch wenn dieser Packer eher in die Kategorie von ZIP, RAR, ARJ und LHARC einzuordnen ist, so kann man hier trotzdem mit STDIN und STDOUT arbeiten, also gehen sogar die für Kompression oft unerläßlichen Pipes!

Aber nochmal kurz zu etwas anderem. Die Stiftung Warentest testet ja ziemlich viele Dinge, diesmal waren es die beliebten Hotelbewertungen. Sie fanden heraus, daß ziemlich oft die Hotels selbst völlig überzogene Positiv-Kritiken ihrer eigenen Butzen reinstellen. Wer hätte das gedacht? Captain-Obvious-Award? Wie auch immer, ich habe ja in meinem letzten Urlaubs-Bericht von Mallorca die Seite Holidaycheck.de empfohlen. Und siehe da: das scheint brauchbares Zeug zu sein. Trotzdem hätte es dafür keinen Test gebraucht. Den meisten Einträgen sieht man an, wenn es nur Lobhudelei ist. Die geben sich nämlich Null Mühe, deshalb finden die Macher der Seite diese Falscheinträge auch und eliminieren sie. Ganz sinnlos war die Studie nicht, denn es offenbarte eine zweite gute Seite: hotelkritiken.de

Übrigens: als ich meine Hotelempfehlung bei Holidaycheck reinstellte, dauerte es etwas, bis der Text auch erschien (ein paar Tage). Das ist gut so, das bedeutet, es versucht zumindest jemand, mal kurz rüberzusehen, ob es Spam ist oder was auch immer. Ich war jedenfalls zufrieden mit meiner Wahl. Klar, man kann auch bei Ciao.de oder ähnlichen Anbietern nach Bewertungen suchen, die sind oft auch nicht schlecht. Nur: dort gibt es leider nicht diese Fülle an Hotels, bei Ciao & Co. wird halt so ziemlich alles bewertet. Und ein spezifisches Angebot füllt sich scheinbar schneller mit Leben als ein Breitband-Angebots-Laden.

Wie auch immer. Zum Schluß noch eine Warnung: Nehmt euch in Acht vor Stiften! In diesem Artikel sieht man, daß das gefährliches Zeug ist. Am besten verbieten. Und unter Terrorverdacht stellen. Damit kann man eh alles rechtfertigen. Vielleicht waren sogar die Hausaufgaben selbst der Todesgrund? Oder der üble Lehrer, der die fiese Hausaufgabe gestellt hatte, so daß der Schüler auf der Filzer-Kappe rumkauen mußte? Oder sogar die Schule bzw. das ganze Schulsystem? Eine schöne Schlagzeile wäre jetzt:

In Britannien werden Kinder schon in der Schule zu Selbstmordattentätern ausgebildet!
Unglaublich: Manche können sogar schreiben!

Übrigens: nur, weil es heute völlig an den Haaren herbeigezogen und überspitzt ist, heißt das nicht, daß morgen nicht irgendein total durchgeknallter Politiker genau Verbote dieser Art fordert. Manchmal denke ich, daß ich mir gar keine noch so irren Dinge ausdenken kann, die Realität holt mich in ein paar Tagen mit total wahnsinnigen Schlagzeilen, die meine übelste Paranoia um ein Vielfaches übertreffen, wieder ein…

Die Schlagzeile konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. :)
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, Der Mädchenmarkt hat eine Aktion mit einer neuen Version von World-of-Warcraft gemacht. Einem total oberbösen Killerspiel. Glücklicherweise bin ich kein großer Spieler und spiele höchstens harmlose Spiele wie Unreal oder Quake, Nexuiz oder so. Aber meistens habe ich keine Zeit dafür. Jedenfalls hatte besagter Markt nachts die Pforten extra für den Verkauf dieses Spiels geöffnet und dafür wohl auch heftig geworben. Die Fans ließen sich das nicht entgehen und so ist besonders in Köln so einiges zu Bruch gegangen, aber in anderen Städten gab es wohl ähnliche Szenen. Am lustigsten bringen es diese Foren-Beiträge auf den Punkt. Ergo: Vorsicht vor Killerspielen, besonders vor dem Kauf! :)

Das Ganze erinnert mich fatal an ein Erlebnis bei H&M, wo ich mal vor Jahren einen Billig-Kinder-Roller holen wollte. Der war für 69 DM ausgepreist worden, obwohl die überall 130 DM und mehr kosteten. War jedenfalls eine Eröffnung des Ladens, deshalb das Sonderangebot. Sie machten schlauerweise eine Stunde später, als in der Anzeige angegeben, auf. In dieser Stunde war das Reizpotential der “Bevölkerung” (das Wort Mob wird der Sache nicht gerecht, ein Mob ist gütig dagegen) enorm angestiegen, alleine durch das Gequetsche vor dem Laden. Die drin lachten und prosteten sich gegenseitig mit Sekt-Gläschen zu. Als sie aufmachten, schrie jemand von hinten: “IHR SEID TOT!” Und so ähnlich lief es dann ja auch ab, ich stürzte vor zu den Rollertürmen im Hintergrund, während die Masse, die ja später gekommen war und nur den Turm vorne gesehen hatte, über den vorderen herfiel. Das Klirren der zerplatzenden Sektgläser und das Bersten der Kleidung, die beim Ansturm von den Ständern gerissen wurden, waren seltsame Laute, weil sie so massiv auftraten. Die ersten schnappten sich in dem Pulk jedenfalls ein paar Roller und rannten, ohne zu bezahlen, wieder raus. Die Security brauchte bestimmt 10 Minuten, bis sie die Sache im Griff hatte und die Türen (Panzerglas? Die blieben seltsamerweise heil) wieder zu waren. Ein DJ, der in der Mitte thronte, versuchte die ganze Zeit, seine Platten zu retten (ziemlich erfolglos), während die Verkäufer nur noch blaß an den Wänden rumstanden in der Hoffnung, nicht überrannt zu werden. Tja, sie hatten quasi einen Atomkrieg überlebt, Sommerschlußverkauf ist ein Witz dagegen.

Nun also auch der Mädchenmarkt. Dabei sollten die’s doch wissen, schließlich gab es in Polen ähnliche Bilder. Denn das hätte man sich bestimmt auch für unsere Breiten vorstellen können, oder?

Wir Menschen sind doch alle Tiere. Übrigens: Bei H&M habe ich tatsächlich 2 Roller ergattert und hatte beim Rausgehen überlegt, die Dinger draußen direkt vor der Tür für X DM (keine Ahnung, welchen Preis ich so andachte) wieder zu verkaufen. Angesichts des immer noch starken Andrangs und zu vielen Sofortgeboten ließ ich das dann doch lieber sein. Schließlich wollte ich nicht enden wie die Sektgläser, Klamotten, Kleiderständer, Platten…

Eigentlich wollte ich mal kurz über ein schräges Wochenende mit Spaniern berichten. Da aber gestern alte Seilschaften via TV aufgetaucht sind, werde ich mal mit der Historie anfangen. Ich bin ja ursprünglich aus Hannover. Natürlich hat man, wenn man irgendwo wohnt, dort einen Freundeskreis. Einer meiner Freunde war damals ein Mensch namens Uwe Merker. Unsere Eltern kannten sich durch einen Camping-Verein und so lernten wir uns auch kennen. Uwe war ein Technik-Freak, der gerne lötete und Chips selber ätzte. Insofern habe ich einen Teil meiner technischen Begeisterung durch ihn bekommen, denn er ist ein paar Jährchen älter als ich. Ich kann mich noch gut an seine ersten Schaltungen erinnern. Zeug, das sowas ähnliches wie eine Z80-CPU hatte und mit der man irgendwelche sinnlosen Blinkereien und LED-Zahlen-Module ansteuern konnte. Aber für mich faszinierend, er war sowas wie ein Technik-Hero für mich, ein Vorbild. Sowas wollte ich auch mal basteln. Nunja, meine E-Techniker-Karriere endete nach einem explodierten Akku nebst leicht brennendem Teppich nach einer “kurzen Ermahnung” meiner Mum im kalten Keller. Dort wollte ich nicht mehr löten, also blieb nur noch die Theorie der Technik: Informatik. Aus heutiger Sicht war es eine gute Entscheidung von diesem Akku zu explodieren. Jedenfalls teilte ich danach dann nur noch die Leidenschaft Wasserball mit Uwe, aber irgendwie riß dann der Kontakt ab. Wie das nun manchmal so ist, vor allem, wenn man in eine andere Stadt zieht. Gestern sehe ich nun die Sendung Planetopia auf SAT1 und plötzlich taucht Uwe dort auf! Als Experte für Geldautomaten-Sicherheit! Da war ich doch etwas baff. Einerseits könnte man nun sagen: ihn hat’s auch erwischt, er bastelt nicht mehr. Andererseits hatte er Mogel-Tastaturen in der Hand, mit denen die Geldautomaten-Betrüger die Kunden abzocken. Insofern ist er vom Selbermachen von Schaltungen nur leicht ins Fach der Analyse von Schaltungen gerutscht. Bewundernswert, wenn man sich selbst treu bleiben kann.

Was in dem TV-Beitrag total Banane war, war die Art der Gefahren-Darstellung. Totale Panikmache. Hinzu kam eine Umfrage mit dieser Fragestellung: “Was ist Skimming?” Tja, hätten sie mich gefragt, hätte ich bei diesem Wort auch nur mit den Achseln gezuckt, obwohl ich durchaus gut informiert bin, was die diversen Arten des Geldautomaten-Betrugs betrifft. Ich halte grundsätzlich meine Hand beim Eintippen der Pin über die Tasten, versuche viele zu streifen, falls eine Tastfolie drübergespannt ist usw. Natürlich hilft das nicht viel gegen eine Auflage-Tastatur, damit habe ich dann komplett verloren. Gegen gewisse Mittel ist kein Kraut gewachsen, aber zumindest gegen ein paar Tricks kann man ja was tun. Jedenfalls rege ich mich tierisch über den Begriff Skimming auf, der eigentlich, wie Wikipedia zeigt, aus der Volkswirtschaftslehre stammt. Da hat also jemand im TV nicht aufgepaßt und einen völlig hirnlosen Begriff benutzt, mit dem niemand was anfangen kann. Klar, der wird auch im Zusammenhang mit Geldautomaten genutzt, trotzdem gibt es Grenzen für idiotisches Dinglisch. Hier setzt eher Massenverblödung als Aufklärung ein. Ich hätte ja als Kürzel noch eher sowas wie ATM-Fraud oder so verstanden, wenn es denn schon ein hohler, englischer Begriff sein soll…

Grundsätzlich sind solche Sendungen schon wichtig, weil sich die Masse der Bevölkerung keinen Kopf macht. Aber dieser panikartige Charakter führt wohl eher dazu, daß niemand mehr Geldautomaten benutzt, damit geht so eine Berichterstattung voll nach hinten los.

Aber kommen wir mal zu den neuen Seilschaften. Thilo ist ja immer für Überraschungen gut. Übrigens mal so am Rande: er will irgendwie auch an einem Blog schreiben, traut sich aber nicht so richtig und meint, er hätte nix zu berichten. Seht euch seine Bilder-Seiten an und ihr seht, er hätte theoretisch sehr viel zu berichten! Also: feuert ihn an, er hat auf jeden Fall viel Interessantes zu berichten!

Zurück zum Text. Beim letzten WGT in Leipzig hatte er eine Dame aus Spanien kennengelernt, nämlich Ilu de España Ilu (Ich hoffe, das ist halbwegs richtig geschrieben). Die kam nun zu Besuch, im Tross einer Madrider Band namens Nu Eve (oder hier), welche im K17 auftraten. Da waren ca. 30 Spanier dabei, einige von denen sprachen Englisch, mit anderen wiederum war es recht schwierig. Zu meinem Entsetzen mußte ich feststellen, daß mein Spanisch trotz 2 Kursen an der VHS nicht im mindesten für eine Minimal-Konversation taugte. Leider habe ich den Auftritt von Nu Eve im K17 nicht mitbekommen, da wir vorher bei einer Fashion-Show im Kato waren, von Petitesse Fashion (Vorsicht, unglaublich übles Flash-Zeugs, Uargh). Die Show war ganz nett, mit Steigerung bis zu blutigen Models und rosa Sarg, aber leider etwas zu kurz. Außerdem war Fotoverbot, was die Sache gerade für euch, meine sehr verehrten und geliebten Leser (schleim!) deutlich verschlechtert. Im Nachhinein muß ich sagen: ich hätte wohl besser Nu Eve in Concert sehen sollen…

Jedenfalls war es ein lustiges Wochenende und wir haben durch Ilu und Isra de Nu Eve Isra (der linke der beiden, der rechte ist irrelevant), dem Bassisten von Nu Eve, mal wieder neue Seilschaften geknüppert. Mal sehen, vielleicht packen wir’s ja mal, nach Madrid zu fliegen.

Kleine Anekdote am Rande: Eine der Bardamen hatte massive Probleme mit den ständigen Eiswünschen der Spanier. Die wollten nämlich auch mittendrin immer wieder Eis für ihre Longdrinks haben. Ich fand das sehr bizarr, daß die da im Minutentakt die Eisvorräte niedermachten, also erklärte mir Ilu: die Gläser in Spanien sind größer (irgendwie saufen wir dort nie, ich kann mich nicht an die Glasgrößen erinnern), folglich geht da nicht nur mehr Alkohol (die trinken Cola-Whiskey immer halbe-halbe), sondern auch mehr Eis rein. So ca. 4 fette Würfel. Würde man im K17 in die Mini-Gläser (die sind aber wirklich klein, waren die früher nicht mal größer?) 4 Würfel hauen, fällt der obere raus. Also, um nun den vollen Eis-Genuß wie zu Hause zu haben, fordern sie das Eis später nach, wenn die erste Ladung halbwegs weggetaut ist. Sehr schräg.

¡VIVA ESPAÑA!

Eigentlich gehen mir die HD-Formate am A… vorbei. Denn DVD sieht gut genug aus und wenn man bedenkt, daß die Content-Industrie damit nur DRM mit Benutzer-Verarsche usw. durchdrücken will, wird das höchstens was als Datenspeicher-Medium. Da dort aber mehrere Schichten beschrieben werden mit extrem kleinen Pits und Lands, ist die Haltbarkeit wohl sowieso begrenzt, insofern auch als Langzeitaufbewahrungsmedium völlig ungeeignet.

Nehmen wir aber mal an, es gäbe einen Markt für diese Art wirklich schlecht gemachter Technik. Dann stellt sich die Frage: wenn es denn einen Format-Streit zwischen diesen beiden Medien gibt, wer wird wohl der Gewinner sein. Oder wegen DRM eher gefragt: wer wird später sterben? Schließlich dürften gut gemachte Restriktionen des Benutzers (keine Kopien, vielleicht sogar nur X-mal ansehen oder so, da sind die Möglichkeiten endlos, den Kunden zu verarschen) eher dazu führen, daß HD-Medien den Weg der alten Firma DIVX gehen (die ja bekanntermaßen pleite gingen, weil ihre Nutzer-Restriktionen nicht aufgebrochen wurden, Formate gehen nun mal unter, wenn der Kunde sie nicht kopieren kann). Aber gut, nehmen wir mal an, es gibt hirnlose Käufer dieser Technologie (gibt’s ja irgendwie immer), dann dürften also diese beiden Medien miteinander konkurrieren. Wer wird also gewinnen?

Ab heute werden die Wettbüros einen klaren Favoriten haben: HD-DVD. Und warum? Weil Sony mal wieder keine Pornos auf Blue-Ray-Scheiben sehen will. Den Fehler hatten sie wohl schon beim Video-Format Betamax gemacht. Wobei der Vortrag auf dem letzten CCC-Congreß anders lautete. Da hieß es, der Zusammenhang des Untergangs von Betamax und dem Verbot, Pornos auf Betamax auszuliefern, sei nie bewiesen worden. Nunja, Beweise sind so eine Sache. Fakt ist, daß Betamax, obwohl es, verglichen mit VHS die bessere Technik war und im Gegensatz zu Video2000 (das beste, aber auch teuerste Video-Format) auch noch günstig genug war, unterging. Ich kann nicht beurteilen, ob es auf Betamax jemals irgendwelche Sex-Filmchen gab, denn ich habe höchstens 2 oder 3 Filme jemals mit Betamax gesehen (ich kannte überhaupt nur 2 Leute, die einen Betamax-Recorder besaßen). Aber in jedem Fall ist die Idee, die Sony hier durchzieht, ein Schuß ins eigene Knie, wenn man sich mal die Verkaufszahlen ansieht. Sex sells nun mal (schönes Dinglisch).

Noch dazu finde ich es wirklich interessant, wie lang die Arme von Monopolisten sind, daß die tatsächlich alle Hersteller von Blue-Ray-Technik dazu verdammen können, daß Porno-Produzenten ihr Zeug nicht mit dieser Technologie vertreiben können. Da sieht man, wie weit DRM getrieben werden kann, bis hin zur Zensur. Wobei es schon die ganze Zeit unkende Stimmen gibt, die behaupten, DRM wird nur wegen Zensur-Gründen eingeführt. Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: ich bedauere die Film-Macher wahrlich nicht, die werden immer ihr Geschäft machen. Sony ist hier eher zu bedauern. Sie schaffen es immer wieder, ihr eigenes Geschäft zu zerstören. Andererseits: wenn man sieht, wie gut Japaner in Märkte eindringen und sie nach kurzer Zeit beherrschen, ist es doch nett von ihnen, auch der Konkurrenz mal den Vortritt zu lassen. Gerade bei vermeintlich wichtiger Technologie. Wir verneigen uns vor den Japanern und sagen Danke! Wenigstens eine Gruppierung, die was für den Standort Deutschland macht, schließlich ist unsere Industrie mit Sicherheit Teil der HD-Nahrungs-Kette…

Aber um mal wieder beim Thema Paranoia und Datensammeln zu landen. Dazu muß ich wohl doch etwas ausholen. Im Sommer bin ich ja leidenschaftlicher Radfahrer (war wenig Regen letztes Jahr, habe so viel Kilometer wie noch nie abgerissen: 2200!). Im Winter dagegen bleiben 2 Möglichkeiten: Auto oder BVG (die Berliner Verkehrsbetriebe). BVG ist, mal abgesehen von der Zeit, die man verliert, viel zu teuer. 3 Monate BVG = 1 Fahrrad. Klar, ein billiges Fahrrad. Aber hält trotzdem mindestens 3 Jahre. Außerdem ist die BVG mittlerweile durch Kameras totalüberwacht. Was mich einerseits stört, weil ich eben ungern beglotzt werde und zweitens keinerlei Sicherheitsgewinn bringt, weil randalierende Spinner es cool finden, das vor einer Kamera zu tun, in der Hoffnung, nächsten Tag auf dem Titelbild der BZ zu landen. 15 Minuten Ruhm für jeden, ein scheinbar erstrebenswertes Ziel, für das so manch einer alles riskiert. Hirnlose neue Welt.

Aber ich schweife vom Thema ab. Jedenfalls fahre ich im Winter solange Auto, bis mich das Wetter zur BVG zwingt, also heftig Schnee liegt und die Bahn ausnahmsweise auch mal schneller ist. Kann ja diesen Winter kaum passieren, Haha. Auf meinem Weg zur Arbeit komme ich dabei bei einer Kreuzberger Tankstelle vorbei. Dort tanke ich nie, weil es eine Marken-Tanke ist und ich grundsätzlich versuche, limitierte Dinge (wie eben Sprit) nicht bei Kartellen oder Monopolisten zu kaufen. Andere Leute tanken dort schon, allerdings kommen die zu Fuß. Sie tragen Tüten mit leeren, klimpernden Flaschen und kommen mit vollen Flaschen wieder zurück. Sprit in der Tüte sozusagen. Manchmal kann man nichtmal davon reden, daß sie gehen. Manche wanken, wiederum andere schleichen, es sind erstaunlich viele Männer und wenig Frauen in dieser Art. Es wird fast nur Suff/Bier oder Zigaretten gekauft. Einmal war vor mir ein Herr, bei dem sich die Bedienung hinter der Kasse immer zur Seite drehte, wenn er sprach. Der Morgen-Atem des Mannes war wohl noch nicht ganz ausgereift. Zum Glück für mich war er nicht in der Lage, den Kopf zu drehen. Das beständige Kopfwackeln hätte bei einer Drehung des Halses zum Kopfabriß geführt, da bin ich sicher.

Interessanterweise dürfte an einer Tanke der Suff doch teurer sein als beim Supermarkt. Wieso kaufen diese Leute, die wahrscheinlich alle auf Hartz 4 sind, in der teuren Tanke ein? Ok, so mancher würde einen weiteren Weg nicht schaffen und der nächste Supermarkt ist immerhin gut 500 Meter weg. Trotzdem sehr bizarre Gestalten dort. Und immer Stammkunden. Die Frau hinter der Kasse kennt sie alle.

Und jetzt kommen wir zum Punkt: Warum weiß ich das also alles? Kaufe ich dort etwa auch Suff, wenn ich schon nicht dort tanke? Sehe ich das nur im Vorbeifahren? Weit gefehlt. Ich bin kein großer Kaffee-Trinker und die meisten Sorten/Methoden (Filterkaffee: *kotz*) finde ich geradezu eklig. Doch irgendwie muß man sich wach halten. Und von der Firma Tchibo gibt es einen Kaffee-Automaten, der macht super-leckeren Cappucino. Und genau der steht in besagter Tankstelle. Ich bestelle dort also immer 2 Cappucino, einen für die Fahrt zum morgendlichen Wachwerden und den anderen für den Nachmittag, falls man nach dem Mittagessen in so ‘ne trübe Phase fällt. Deshalb kennen die mich dort auch schon. Obwohl sie abwechselndes Personal haben, bin ich quasi Stammkunde. Das macht einen schon etwas stutzig. Heute kam dann der Gipfel. Hinter der Kasse standen 2 Damen und die eine brüllte schon von weitem: “2 Stück? Cappucino war das, was?” Nach meinem kurzen Nicken spurtete sie zum Automaten und begann sofort mit dem ersten (normal muß man,

wie bei Tanken üblich, selber “zapfen”), während die andere schon ihre Hand für das Geld aufhielt. Auf meine Frage, ob der Geheimdienst involviert wäre, gab die Dame hinter der Kasse bierernst, ohne mit dem Gesicht zu zucken, die Antwort: “Wir führen ein Dossier.” Und langsam wird’s mir klar. Einmal kam ich da hin, da saß so eine Statistikdame auf einem Hocker, die mich aushorchen wollte, wie oft ich denn käme und warum. Zum Tanken oder zum Einkaufen? Da ich’s morgens eilig habe, gab ich ihr wenig bis keine Antworten. Da müßt ihr schon ganz andere Geschütze auffahren, um mich auszuhorchen! Später kam dann eine der Angestellten mit einem Bonus-System (nicht, daß die dort eh schon Punktesysteme haben), bei dem ich, wenn ich was anderes als Kaffee kaufen würde, irgendwelche anderen Bonus-Beilagen irgendwann bekomme. Ganz schon viel “irgend”, da werde ich ja erst recht hellhörig! Ich müßte nur so’n kleines Rabatt-Heftchen führen. Da ich dort nichts anderes kaufe (sie bot mir Zeitungen an, aha, sie wollen auch noch wissen, was ich lese!), mußte ich auch diese Offerte ablehnen. Trotz aller dieser Gegenwehr-Maßnahmen haben sie also ein Dossier von mir! Wie konnte das passieren??? Und nun? Was kann ich tun? Auf den leckeren Kaffee verzichten? Ich sprach mit Fridtjof über das Problem und er hatte die Lösung: CRYPTOKAFFEE!!1elf!! Super Idee! Damit kriegen sie mich nie, ich werde einfach von Cappucino auf Cryptokaffee umsteigen! Ich werde einen Umhang verlangen, hinter dem ich dann den Kaffee-Automaten bedienen kann, so daß keiner weiß, was ich da trinke! Noch besser wären mobile Umhänge schon vor der Eingangstür, so daß die nichtmal wüßten, WER dann WAS kauft! Vielleicht sollte ich mir noch einen strubbeligen Bart wachsen lassen und dabei wankend vor mich hinschleichen. Dann würden die mich NIE wieder erkennen, nichtmal von weitem! Außer sie führen so einen Atem-Tester wie bei Alien ein.
Tjaha, ich bin schon fast so schlau wie die Sony-Macher, was?

Bei der Hornbach-Werbung käme jetzt ein *PATSCH*…
Dabndahja-Cryptokahafeeee….

(Um ein wenig über den Auslöser dieses Irrsinns Auskunft zu geben: Fridtjof und ich stritten am Telefon über Cryptosysteme unter Linux und irgendwie führte das Gespräch in eine etwas andere Richtung, er zwang mich gewissermaßen zu obigen Aussagen…)

Ich war ja schon immer ein Fan von Science Fiction. Im Gegensatz zu Fantasy, damit kann ich bis heute nix anfangen. Feen und Elfen sind öde, Zwölf wären mir sowieso lieber. Und Drachen sowie Monster mögen das Ganze actionreicher und damit interessanter machen, aber trotzdem habe ich immer so’n insgeheimes Gefühl, verarscht zu werden. Das ist so’n bißchen wie bei schlechten Science-Fiction-Filmen (mein Opa sagte immer “Sein Fittchen”), wo Dinge passieren, die dermaßen unglaubwürdig und offensichtlich falsch sind (wie z.B. Geräusche im Weltraum, Bang Bumm Rumms), daß es weh tut. Oder aber wie bei der alten Galactica-Serie, wo immer wieder die gleichen Explosions-Sequenzen gezeigt werden. Im Gegensatz zur neuen Galactica-Reihe, wo zwar auch hin und wieder Geräusche im Raum sind, die sollen aber wohl von den Innenkabinen stammen und vor allem: man kämpft mit Projektilwaffen, die gerne auch mal vorbeifliegen, wenn sich das Zielobjekt bewegt hat. Also schon deutlich netter, da bekommt man kein Fantasy-Du-wirst-betrogen-Gefühl. Keine Regel ohne Ausnahme: Horror, so Vampir-Zeug usw., das ist die einzige “Fantasy”-Literatur, die mir gefällt. Horror rulez next to SF. Aber auch hier gilt: wischiwaschi ist bäh, es muß schon Hand und Fuß haben.

Jedenfalls war ich schon als Kind ein Fan solcher Stories und habe auch immer schon welche geschrieben. Ein paar davon sind hier veröfffentlicht, aber auch hin und wieder auf externen Seiten, so z.B. hier. Ich variiere auch die Erzähl-Formen und komme nun zu dem Punkt, zu dem ich eigentlich will. Eine meiner Geschichten ist in Tagebuch-Form erzählt und handelt im Grunde von einer Art Klimakatastrophe, wie wir sie jetzt erleben ( lest selbst). Es wird also immer wärmer. Im Online-Spiegel gab es heute eine bizarre Story, ebenfalls in Tagebuch-Form, die noch dazu in der Rubrik “Reise” eingeordnet worden war, bei der es eher darum geht, daß es kälter wird: Robert Bracks Reisebericht von 2067. Hier geht es um die Verschiebung des Golfstroms mit einem eisigen Mitteleuropa und dem Drang der Leute, sich in wärmere Reisezonen zu begeben. Aus der Sicht eines Reisepolizisten. Denn gleichzeitig verbindet diese Story die Idee unserer ständigen Einschränkung der Grundrechte, wie z.B. der Reisefreiheit (wie man durch die aktuellen Reiseeinschränkungen beim Fliegen gerade sehen kann) mit der Vernichtung der Natur und einem rigiden EU-Zentralstaat, der alles verbietet. Nett geschrieben und besonders schön fand ich die Idee, daß der Erzähler selbst in die Fänge gerät. Heute mögen wir darüber lachen, aber 1984 haben auch alle über Orwells Roman gelacht, dabei sind wir mit Biometrie, RFID-Chips, Kameraüberwachung, mobiler Suche und Verfolgung von Einzelpersonen plus riesiger Datenbanken, die so ziemlich alles von uns speichern, weit darüber hinaus. Fazit: das, was Herr Brack da geschrieben hat, ist also noch viel zu zahm für eine Darstellung der Endzeit. Schließlich sollte man so weit voraus planen, daß die Wirklichkeit so wie heute, mindestens 20 Jahre später kommt (Orwells 1984 wurde so ca. zwischen 2001 und 2004 Wirklichkeit, würde ich mal grob schätzen). Und nicht etwa früher, z.B. schon 2015 oder 2010…

Also nix wie ran an die Tastaturen: schreibt eure Version der in den Wahnsinn pervertierten Zukunfts-Gesellschaft und veröffentlicht sie! Ich werde dann hier Links auf die Stories setzen. Vielleicht machen wir dann noch sowas wie ein Voting oder so. Ich kann ja Counter setzen und der Beste bis zum Zeitpunkt X bekommt einen Preis. Oder so. :)

Und wem das nicht genug “Sein Fittchen” ist, dem bleibt immer noch die Realität. Das vereinigte Königreich will nun alleine in den Weltraum fliegen, mit Unterstützung der wagemutigen Firma Surrey Satellite Technology. Das schreibt zumindest der Spiegel (Oops, mal wieder sehr Spiegel-lastig hier). Aber wenn das noch nicht Brüller genug ist: eine der Missionen heißt Moonlight (ruhig Brauner, noch alles im grünen Bereich…) und die andere (Achtung, festhalten, jetzt kommt’s!) MOONRAKER!

BRUHAHAHA! Wenn das nicht zum Schreien ist! Und ein alter, rotgesichtiger Mann namens Roger Moore wird bestimmt mitfliegen. Lebt eigentlich der Beißer noch? Und ist heute etwa Tag der Engländer? Weiß die Queen von alldem? Hihihi…

Immerhin hätte der Film dann nur 28 Jahre gebraucht (er ist laut Wikipedia aus dem Jahr 1979) im Gegensatz zu Orwells Vision einer Überwachungsgesellschaft. Orwell hatte seinen Roman im Jahr 1948 geschrieben und das sind bis zum Jahr der Verwirklichung, also 2004, knapp 56 Jahre. Was folgern wir daraus? Film ist doppelt so schnell wie Literatur! Gäbe es ein Internet-Projekt (wie idiotisch auch immer), wir würden es in der Hälfte der Zeit schaffen, nur 14 Jahre! Ich fühle mich wie bei der ersten Star Trek-Serie:

“Wie lange brauchen Sie für die Reparatur, Scotty?”
“24 Stunden, Sir.”
“Sie haben 12 Stunden.”
“Ich schaff’s in 6!”

Und das nur dank Internet!

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