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Der Spiegel berichtet mal wieder von einem Thema, daß hier sicherlich heftige Wogen schlagen wird, nämlich von der PKW-Maut. Mal abgesehen davon, daß ich mir als Wenig-Autofahrer wohl nie eine Jahreskarte kaufen würde und das “10-Tages-Ticket” ablehne, da ich eher sowas wie ein “10-Fahrten-Ticket” bräuchte, bemerkt man in diesem Satz die auch bei mir anzutreffende Bereitschaft, zu bezahlen. Auf der Seite des Spiegels gibt es auch eine Umfrage und auch hier sieht der Trend seltsam aus. Nur 3% sind komplett gegen eine Autobahn-Maut. Warum ist das eigentlich so? Die Deutschen sind irgendwie große Liebhaber von Extra-Steuern. Wir akzeptieren diese Dinge nicht nur zähneknirschend, nein, auch im Vorfeld begeistern wir uns für Maßnahmen, die unsere Brieftaschen leeren. Wir sind ein Volk der Bekloppten. Und jetzt soll keiner sagen, daß es dafür woanders, bei Mineralölsteuer oder ähnliches günstiger werden will. Der Staat braucht Geld und wird dafür mit Sicherheit höchstens optische Pflege betreiben, damit die Abzocke nicht ganz so auffällt. Schon komisch.

Aber mal zu positiveren Dingen. Wenn ich schon den Spiegel zitiere, dann muß man auch mal die Kritiker dieses Online-Magazins erwähnen. Es gibt, ähnlich dem Bildblog mittlerweile auch eine Seite namens Spiegelkritik.de, auf der Artikel, die mit handwerklichen Fehlern behaftet sind, besprochen werden. Aber nicht nur das, es gibt auch Hintergrundberichte über den Ablauf, wie bei Spiegel-Online (und gerade um die geht es hier) gearbeitet wird. Sehr nett. Aber das Lustigste ist die Seite Spiegelkritikkritik, hier veröffentlichen die Macher der Seite die Beschimpfungen ihrer Gegner. Eigentlich sehr schön gemacht, weiter so!

Und jetzt der übliche Kampf Gut gegen Böse. Windows Vista (Böse) ist ja nun offiziell raus und schon gibt es die ersten handfesten Gegenstimmen dazu. Die FSF macht auf einer neuen Seite Stimmung gegen Vista und meint, daß das Trojaner-Problem schon dadurch verschärft wird, weil Microsoft selbst nun Quasi-Trojaner installiert (also DRM-Mechanismen), um dem User keine Möglichkeit mehr zu geben, seinen Rechner auch nur ansatzweise zu beherrschen. Naja, ist ja irgendwie offensichtlich und nix wirklich neues. Aber im Zuge dieser Ankündigung haben sie auch noch einen Hinweis darauf, wie man es besser macht, angegeben. Es gibt nämlich ein Linux (Gut) zum Selbermachen, was ich eigentlich ganz lustig finde. Übrigens: wenn jedes Linux auch nur ein bißchen anders ist als das andere, raufen sich Angreifer und Hacker die Haare. Bei Windows wird natürlich gerade auch durch die automatischen Updates alles gleich sein, hier ist der Angriff also immer vielversprechender. Dieses nur dazu, weil seit Jahren alle unken, also bald gibt es auch Linux-Viren. Die Realität straft diesen Satz Lügen. Selbst die Trojaner-Landschaft sieht bei Linux eher lächerlich aus.

Aber um mal beim Beispiel Gut gegen Böse zu bleiben. Auf Heise gab es eine Mitteilung, in der Auf das Spiel “Left Behind: Eternal Forces” hingewiesen wird. In dem Spiel muß man endzeitmäßig andere zum christlichen Glauben bekehren, wer sich nicht bekehren läßt, wird weggeflext. Darum tobt nun also eine Diskussion. Ich frage mich: wieso? In den USA ist das doch bald an der Tagesordnung, in Wirklichkeit sind die christlichen Irren dort nur neidisch auf den Iran, weil dort der Theokratie-Staat durchgezogen wurde. Sowas hätten die Glaubensfanatiker in den USA sicherlich auch gerne, nur natürlich mit ihrer “Religion”. Ich schreibe das deswegen in Gänsefüßchen, weil es ja mit Religion alles nix zu tun hat, hier geht es um Macht. Was einen etwas erschüttert, ist, daß es in England auch schon in diese Richtung tendiert und auch bei uns die Kreationisten schon am Werk sind, um gegen Evolutions-Lehre und Urknall-Theorien vorzugehen. Insofern ist dieses Spiel meiner Meinung nach eher dichter an der Realität als die Diskussionen darum. Es stellt sich nur die Frage, wer die Guten und wer die Bösen sind. Die Welt-Politik zeigt es deutlich: Menschen, die ihren Glauben in die Welt tragen, können nicht die Guten sein. Sie sind eher der Krebs dieses Planeten. Die Frage stellt sich: wie betreibt man Krebs-Bekämpfung, ohne sich auf die unterste moralische Stufe (nämlich 0 Moral) dieser Personen zu begeben? Hilft hier ein Killer-Spiele-Verbot, wenn der Krebs schon in den Köpfen von Politik und Wirtschaft sitzt? Letztlich bleibt immer nur ein Weg: Bildung, Bildung, Bildung. Leute, die Kinder haben oder eine Zukunft für diesen Planeten haben wollen, sollten sich also vor den nächsten Wahlen gut ansehen, wer von den Hanseln am ehesten etwas für den Bildungssektor tun wird. Und damit meine ich nicht Elitenbildung, sondern Wissen für alle.

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