Eigentlich hätte das Sonder-Magazin Tempo am Freitag, den 24. November, rauskommen müssen. Ich habe also zig Kioske abgesucht, bei Nachfrage zu Tempo erntete ich immer ungläubige Blicke: “Wie soll das heißen? Klingt wie’n Taschentuch…” Schließlich habe ich mich aufgemacht zum “Tempo-Laden” in der Chausseestr. 123 in Berlin-Mitte. Dort hatten sie sinnloses Zeug, also alle möglichen Accessoires auf alte Tempohefte gebettet und zum Verkauf feilgeboten. Der Hit sollte ja das Tempo-Männchen sein, letztlich war es der gleiche Zustand, den man bei teuren Restaurants auf seinem Teller vorfindet: Sehr übersichtlich. Und ebenso teuer. Zuerst war ich ganz alleine in dem Laden, nicht mal der Verkäufer war da. Als er kam, wurde schon fast eine überschwengliche “Teekanne” präsentiert (Eingeweihte wissen, was ich meine). Auf meine Nachfrage nach dem Heft kam ein ungläubiges Staunen der anderen Art: “Aber das Heft ist doch erst knapp über einer Woche zu spät! Was erwartest Du denn? Früher war Tempo auch nie pünktlich!” Hm, in meiner Kindheit hatte ich das anders empfunden, aber gut. Dieses Wochenende soll es nun soweit sein, 400 Seiten für 4,50 Euro an so gut wie jedem Kiosk der Stadt. Na, wollen wir mal hoffen.
Die Überleitung zu meinem nächsten Thema paßt hier perfekt. Tempo war damals einer der ersten Verfechter von “In- und Out-Listen”. Also einer im Grunde ziemlich grauenhaften, diktatorischen Maßnahme, mit der Redakteure anderen Leuten ihren Geschmack aufzwangen. Nun ist das Thema aber bis heute nicht ausgestorben und mir als TV-Junkie kommen mitunter neben viel Müll auch nette TV-Serien unter, darunter z.B. Sechser-Pack. Eine Serie, bei der Comedy wirklich lustig ist und sogar die Schauspieler echtes Können mitbringen, ist ja nicht selbstverständlich heutzutage. Man denke nur an die hohlen Hirnis aus “Gute Zeiten, Schlechte Zeiten”. Das kann jeder Besenstiel besser. Sechser-Pack dagegen ist untadelig und diesmal war das Thema “In & Out”. Es mag müßig sein, einen Sketch hier zu erzählen, ich werde es dennoch tun. Auf einer Cocktailparty stehen die üblichen Verdächtigen rum und reden über sinnloses Zeug. Auf einmal wird eine der Zentralfiguren von einer Dame auf schwedisch zugeschwallt. Der Angesprochene antwortet auch schön brav auf schwedisch. Die Sätze fliegen nur so, bis sich die Dame entfernt. Die bisher herumstehende, vormals deutsch mit dem Hauptakteur sprechende Dame, war baff: “Ihr sprecht schwedisch untereinander?” Woraufhin der Gastgeber des Hauses sagte: “Ja, Nordic Talking, ist total in zur Zeit.”
Und wenn wir schon bei Nordic sind, wer kommt aus dem Norden? Richtig: der klausige Santa, also Santa Claus, oder hierzulande Nikolaus, Weihnachtsmann usw. Deshalb schlage ich hier gleich einen weiteren Bogen zu Weihnachten und bringe mal ein paar Bilder des weihnachtlichen Berlins:
Als letztes Geschenk muß man die Initiative der “Großen Märkte” betrachten. Angesichts einer hirnlosen Industrie, die mir DRM-verseuchtes Zeug verticken will, also WMAs (die könnten die mir schenken und ich wollte den Datenschrott nicht haben), erwähnte Heise über das Phänomen Musikindustrie eine leichte Rolle rückwärts. Man sollte ja nicht vergessen, daß AllOfMP3 (Nein, kein Link!) nicht nur günstiger als alle anderen Musik-Stores ist, sondern vor allem leicht bedienbar und flexibel für den Kunden: Man kann selbst entscheiden, in welcher Qualität und vor allem, in welchem Format man das Musikstück haben will. Natürlich wählt dann keiner freiwillig WMA, da müßte man ja komplett verblödet sein. Schließlich will ich Musik, die ich kaufe, überall abdudeln können. WMAs kann ich ohne Windows gar nicht abdudeln, es sei denn ich kaufe auch noch Spezialplayer (UAH!)… Diesen Vorteil scheinen Media-Markt & Co., wie im obigen Artikel beschrieben, langsam wett zu machen. Man verkauft nun auch MP3-Files. Sehr schön, das bedeutet, es gibt durchaus Hoffnung! Natürlich bemerkt der bisherige, hirntote Musicload-Kunde den Unterschied nicht, schließlich wird er sowieso nur grützige, zugenagelte Hard- und Software benu
tzen. Aber der kleine Anteil denkender Menschmasse könnte tatsächlich überlegen nun zuzugreifen. Klar, was sind schon 10% des Marktes? Aber wenn der Markt der WMA-Idioten gesättigt ist, sind 10% plus schon eine Menge. Also mich können die damit ja ködern…
Zu guter Letzt natürlich die übliche Werbung für den Dark Market im Duncker (Dunckerstr. 64 in Berlin Prenzlauer Berg) von 13-20 Uhr am Sonntag, den 10. Dezember 2006. Cymone wird wieder mit ihrer selbstgemachen Schädel-Blumen-Collection
aufwarten! Denkt dran: zu Weihnachten könnte man die Dinger verschenken! *zwinkerzwinker, nudgenudge, an der Hüfte klimper, na Sie wissen schon, Sie wissen schon, hm? JAHAA!*
Letzte Kommentare